Skip to main content

Full text of "Archiv fu?r die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bo?hmen / herausgegeben von den Beiden Comite?s fu?r die Landesdurchforschung."

See other formats


HARVARD  UNIVERSITY 


\ 

VI 
-  1- 

it 

2i5 

1/ 

LIBRARY 


MUSEUM  OF  COMPARATIVE  ZOOLOGY 


WHITNEY  LIBRARY 
MUS.  COMP.  ZOOL. 


DAS  ARCHIV 


ftir  die 

naturwissenschaftliche  Landesdurchforschung  von  Bohmen 

I.  bis  V.  Band :   Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  J.  Krejcf, 
VI.  Band  u.   s.  w.:  Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  Dr.  A.  Fric, 

enlMIt  folgendc  Arbciten : 

ER.STER-    BAND. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das  Terrain  und  die  Hohen  verb  al  tni  s  s  e  des  Mittelgebirges  und  des 
Sandsteingebirges    im   nSrdlichen   Bohmen    von   Prof.    Dr.    Karl    Kofistka. 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bobmen  (Sect.-Blatt  II.)  von  Prof. 
Dr.   Kofistka.  . 

e)  Hohenschichtenkarte,  Section  II.,  von  Prof.  Dr.  Konstka.  Preis  fl.  4  — 
Preis  der  Karte  app A-  1'60 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischcn  Abtlieilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen    oder    allgemeine   geologische   Verhaltnisse   des   nord- 

lichen  Bohmen  von  Prof.  Johann  Krejcf. 
&)  Studien   im  Gebiete  der  bohm.  Kreideformation  von  Prof.   J.  Kre.i  ci. 

c)  Palaontologische  Untersuchungen  der  einzelnen  Schichten  der  b6hm. 
Kreideformation   u.  s.  w.  von  Dr.   Anton  Fric. 

d)  Die  Steinkohlenbecken  von  Radnlo,  vom  Huttenmcister  Karl  Feistmantel. 
Preis fl-  4"50 

III.  Die  Arbeiten  der  botanischen  Abtheilung.    Dieselbe  entbillt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bobmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I.  Theil.) 
Preis fl.  r— 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Verzeichniss  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj. 

h)  Monographie   der   Land-   und  Silsswassermollusken  Bohmens   vom   Assi- 

stenten  Alfred  Slavik. 
c)  Verzeichniss    der   Spinnen    des    nordlichen   Bohmen    vom  Real-Lehrer 

Emanuel   Bart  a.    Preis fl-  2' — 

V.  Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann.    Preis 25    kr. 

Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I.  bis  V.)  geb fl.  9  — 

X  W  E  I  T  E  R,    BAND. 

Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

«)  Das  Terrain  und  die  HOhenverhaltnisse  des  Iser-  und  des  Riesen- 
gebirges  und  seiner  siidlichen  und  bstlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr.  Karl 
Kofistka. 

b)  Zweite  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III.)  von  Prof. 
Dr.  Kofistka. 

c)  Hohenschichtenkarte,  Section  III.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka. 

a!)  Hohenschichtenkarte  des  Ri  esengebirges  von  Prof.  Dr.  Kofistka  Preis 
dioser  Abtheilung fl-  4-50 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischen  Abtheilung.    I.  Theil  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S  teinkohlenformation  Bohmens. 

b)  Karl  Feistmantel:  Die  Steinkohlenbecken  bei  Klein-Pf ilep,  Lisek,  Stile c, 
Holoubkow,   Mireschau  und  Lctkow. 

c)  Jos.  Vala  und  R.  Helmhacker:  Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gegend 
von  Prag  und  Beraun. 

d)  R.  Helmhacker:  Geognostische  Beschreibung  cines  Thciles  der  Gegend 
zwischen   Beneschau  und  der  Sazava.    Preis .   .    .    fl.  4" — 


0   / 

V 


.     STUDIEN 


im  Gebiete  der 


BOHMISCHEN  KREIDEFORMATION. 


tologischo  Mersiicliip 


V. 


Priesener  Schichten. 


Von 


I=rof.    X5r.    -A.NT.    FKl6. 


Mit  vielen  Textfiguren. 


Archiv  der  naturw.  Landesdurchforschung  von  Bohmen. 
(Baud  IX.  Nro.  1.1 


PR  AG. 

In  Commission  bei  Fr.  Rivnad  —  Druck  von  Dr.  Ed.  Grfigr. 

1893. 


HHHH 


VORWORT. 


Die  vorliegende  Studio  ist  die  fiinfte,  welche  ich  nach  dem  im  Jahre 
1864  entworfenen  Plane  hiemit  der  Offentliehkeit  tibergebe.  Sie  betrifft 
die  Priesener  Scliicliten,  welcbc  friihcr  als  Planermergel  und  Bacu- 
litenthone  angeftthrt  wurden. 

Audi  diesmal  ist  der  Zwcck  der  Arbeit,  die  Fauna  dieser  Scliicliten 
genau  zu  pracisiren,  alles  zwcifelhafte  und  aus  anderen  alteren  Schichten 
von  bier  angefuhrtc  zu  entfernen. 

Ausserdem  soil  darauf  bingewiesen  werden,  dass  auch  innerbalb 
dem  palaeontologiscb  sicher  als  Priesener  Schichten  aufgefassten  Complexe 
noch  niehrere  Horizontc  unterschieden  werden  miissen,  deren  kleine  Ab- 
weichungen  in  faunistischer  Beziebung  auf  verschiedene  Faciesverhiiltnisse 
Je  nach  der  Zeit  und  Localitat  hindeuten. 

Die  grosse  Menge  von  Petrefacten,  die  hier  zur  Aufzahlung  gclangen, 
©nthftlt  viele  Formen,  die  neu  sind  und  die  hier  nur  vorlaufig  crwahnt 
werden.  Hire  definitive  kritische  Bestinimung  wird  namcntlich  bei  den  Ce- 
Plialopoden,  Gastropoden  und  Bivalven  die  Aufgabc  specieller  Monographcn 
Meiben,  welche  sic  sorgfaltig  mit  den  aus  alteren  Schichten  stammenden 
zu  vcrgiciclien  haben  werden. 

Die  auf  secundiirem  Lager  in  den  Pyropenconglomeraten  vorkommen- 
den  Arten,  die  walirscheinlich  moist  den  Priesener  Schichten  entstammen, 
lasse  ich  unberiicksichtigt,  da  in  neuercr  Zeit  zu  deren  selbst&ndiger  Ver- 
arbeitung    cin    kuhner  Anlauf  von  jungeren  Kraften   unternommen  wurde. 

Tn  Bezug  auf  erschdpfende  Vollstiindigkeit  kann   das   in   dem  Ver- 

zeichniss    der  Arten   aufgefiihrte    keinen  Anspruch   machen,    denn   es    sind 

Viele  Arten,   die  nicht  angefubrt  wurden,  in  mangelhaften  PJxemplaren  vor- 

h&nden  und  fast  jede  Excursion  lieferte  neues.  Audi  ist  es  walirscheinlich, 

ass    vicles    durch  Handel    in    auswiirtige  Sammlungen  gelangte,    was   mir 

1* 


unbekannt  blicb  und  wird  sich  demnach  mit  der  Zeit  die  Zahl  dcr  in  den 
Priesener  Schichten  vorkommendeu  Arten  gewiss  vermehren.  Zur  Orienti- 
rung  iiber  den  Charakter  der  Priesener  Schichten  wird  wohl  das  in  nach- 
folgendem  Gebotene  hinreichen. 

Es  ist  zu  hedauern,  dass  die  vorbercitetcn  Monographien  liber  die 
Gastropoden  und  Echinodermen  ausserer  Umstandc  wegen,  noch  nicht  pu- 
blicirt  werden  konnten  und  ich  mich  darauf  nicht  berufen  kann. 

Ftir  nahere  Angaben  und  fur  Zeichnungen  der  Echinodermen  bin 
ich  Herrn  Prof.  Dr.  Ot.  Novak,  fur  die  Gastropoden  Herrn  Prof.  W.  Wein- 
zettl,  ftir  die  Pracisirung  der  Foraminiferen  und  Anfertigung  der  sehr 
schwierig  herzustellenden  Diinnschliffe  aus  murben  Mergcln  Herrn  Museums- 
assistenten  Jarosl.  Perncr,  zu  Dank  verpflichtet. 

Diese  Praparate  sowie  die  zahlreichen  Schlammproben  konnten  in  dcr 
nachfolgenden  Arbeit  nicht  erschopfend  ausgenutzt  werden  und  werden  wohl 
in  der  Zukunft  den  Gegenstand  eingehenden  Studiums  jungerer  Krafte 
bilden.  Die  Darstellung  mancher  dieser  Priiparate  in  Earben  wiirde  sehr 
belehrende  Bilder  gebcn. 

Bei  Anfertigung  dcr  Zeicbnungen  waren  mir  die  ITerren  F.  Blazka 
und  Ph.  C.  Neidl  behiMich. 

Beziiglich  der  Motivirung  des  in  diescm  Buclie  befolgten  Planes, 
verweise  ich  auf  das  in  dem  Bande  uber  die  Teplitzer  Schichten  im  Vor- 

worte  Gesagte. 

Die  altere  Litcratur  tibcr  unscre  Krcideformation  wurde  schon  von 
Prof.  Krejci  im  ersten  Bande  des  Archivs  pag.  172  angefuhrt  und  gewurdigt, 
wesshalb  ich  hier  die  Sachc  nicht  wiederholen  muss. 

Beziiglich  der  ungunstigen  Verhaltnissc,  unter  denen  ich  nur  mit 
gt-(")sster  Anstrengung  diese  Arbeit  zu  vollendcn  liattc,  sei  bemcrkt,  dass  die 
Ucbersiedelung  der  Sammlungen  in  das  neuc  Museumsgebaude,  wo  noch 
keine  Schrankc  sind  und  alles  in  Kisten  gepackt  werden  musstc,  die  Sache 
sehr  erschwert  hat. 


PRAG,  im  Februar  1893. 


Plot:  Dr.  Ant.  Kric 


I.  Charakteristik  und  Gliederung  der  Priesener  Schichten. 


Die  Priesener  Schichten  wurden  urspriinglich  von  Prof. Reuss*)  unter 
dem  Namen  Planer  Mergel  beschrieben,  spater  auch  als  Baculitenthone  bezeichnet. 
Ein  Theil  desscn,  was  Prof.  Reuss  Pliinermergel  nanntc,  gehort  den  schon  beschrie- 
benen  Teplitzer  Schichten  an.**) 

Da  der  auf  die  petrographische  Beschaffenheit  sich  beziehende  Ausdruck 
Pliinermergel  in  dor  Schichtenfolge  unserer  Kreideformation  fur  zwei  palaeon- 
tologisch  verschiedene  Horizonte  gebraucht  wurde  und  leicht  noch  auf  mehrere  den 
cenonianen  und  turonen  Schichten  angehorende  Lagerungen  Anwendung  finden 
fcmnte,  entschlossen  wir  uns,  Prof.  Krejci  und  ich,  diejenigen  Pliinermergel,  welche 
Jiinger  sind  als  die  Teplitzer  Schichten  nach  der  schon  durch  Reuss  klassisch  ge- 
Wordenen  Localitiit  Priesen  (beiLaun)  als  Priesener  Schichten  zu  bezeichnen, 
weil  an  dem  Fundorte  Priesen,  zwischen  Postelberg  und  Laun,  die  meisten  be- 
zeichnenden  Arten  gefunden  werden. 

Die  Verzeichnisse  von  Petrefacten  ***),  welche  Reuss  aus  dem  Pliinermergel 
anfllhrt,  enthalten  ausser  den  zu  den  wahren  Priesener  Schichten  gehorigen  Arten 
Y°n  Luschitz  bei  Bilin,  von  Priesen,  Leneschitz,  Grabern  und  Wollenitz  auch  sehr 
viele,  welche  aus  den  tieferen  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  von  Kystra,  Patek, 
Brozan,  Hofenz,  Kautz  stammen  und  sind  demnach  mit  Vorsicht  zu  benutzen. 

Die  Priesener  Schichten  sind  graue  oder  gelbliche  Mergel,  die  in  den  tie- 
feren  Lagen  mehr  planrige  Platten  bilden,  in  den  hoheren  dagegen  immer  mehr 
Plastisch  werden. 

Die  graue  und  ockergelbliche  Fiirbung  wechselt  zuweilen  von  Meter  zu  Meter, 
0}ae  dass  man  die  Ursache  wahrzunehmen  im  Standc  ist  (Wunitzer  Berg).  Die 
graue  Farbe  ist  jedenfalls  die  vorherrschende,  namentlich  wo  die  Schichten  nass 
llogen  und  frisch  in  gehorige  Tiefe  aufgeschlossen  sind,  die  ockergelbe  Farbe  scheint 
8ecundar  durch  Luftzutritt  entstanden  zu  sein. 

Die  Spaltfliichen  sind  oft  ockergelb  bis  rostroth  gefarbt. 

Wo  die  tiefen  Lagen  hoch  und  trocken  liegen,  wie  auf  dem  Plateau  zwi- 
sclion  Meluik  und  Slivno,  da  nehmen  sie  die  Gestalt  von  weisslichen,  klingenden 
harten  PUinern  an. 

*)  Reuss  Geogn.  Skizzen  aus  Behraen.  Kreidegebilde  des  westl.  Bohmen.  1844. 
**)  Teplitzer  Schichten  pag.  5. 
***)  Reuss  Geognostische  Skizzen  aus  Bohmen  pag.  43. 


6 

Als  Seltenheit  treten  in  den  hoheren  plastischen  Scliichten  Lagen  von 
Sphiirosiderit-Concretionen  auf,  die  entweder  Petrefacten  enthalten  (Priesen)  Oder 
ganz  leer  sind  (beim  Orte  Cas  zwischen  Pavdubic  und  Holic). 

Verwitterte  Brauneisensteine  mit  Gypskrystallen  umgeben,  zcigen  ofters  auf 
vollkommen  vernichtete  Organismen  bin. 

Die  weissen  klingenden  Inoceramen-Pliiner  zeigen  an  den  Spaltfiiichen  oft 
eigenthiimlichc,  verzweigte,  in  das  Gestein  vertiefte  Figuren,  welcbe  von  Pflanzen- 
wurzeln  herriihren,  die  man  aucb  zuweilen  nocb  am  Orte  ihrer  Thiitigkcit  antrifft. 


Fig.  I.    Wurzelabdriicke  auf  den  Spaltfl&chen  des   weissen  klingenden 

Planers  der  tieftten  Lagen  der  Priesener  Schichten. 

Von  Vysokd,  bei  Melnik.    Natfirl.  Grosse. 


Im  Contact  mit  Pasalt  werden  die  Priesener  Scliichten  hart  wie  Feuerstein, 
zum  Beispiel  am  Kuneticer  Berge  bei  Pardubic  und  am  Kozelberge  bei  Laun,  wo 
Prof.  Kusta  daraus  verfertigte  vorhistorische  Werkzeuge  vorfand. 

Viele  von  den  Basalt-  und  Phonolit-Kuppen  sind  ringsum  an  ibrer  Basis 
mit  einem  Mantel  von  Mergeln  umgeben,  die  den  Priesener  Schichten  angehoren, 
aber  wenig  Versteinerungen  fuhren.  Es  scheinen  dies  Reste  der  einst  zusammen- 
hinigendeu  Decke  der  Priesener  Schichten  zu  sein,  die  durch  die  Wirkung  des 
Basaltes  fester  wurden    mid  daher   sich   von    der  Abscbwemuumg   bewahrt   haben. 

Diese  Mergellager  sind  meist  durch  Wald  oder  Felder  ganz  verdeckt  und 
werden  erst  spater  einer  eingehenden  Untersuchung  unterzogen  werden. 

Das  Liegende  der  Priesener  Schichten  bilden  die  Teplitzer  Schichten 
und  an  vielen  Orten  kann  man  den  allmahligen  Uebergang  in  dieselben  beobachtcn. 
Das  Verscbwinden  der  fur  die  Teplitzer  Schichten  cbarakteristischen  Brnchiopoden 
und  Echinodermen  gibt  einen  Anhaltspunkt  fur  die  beiliiufige  Bestimmung  der 
(irenze.  (Am  Weissen  Weg  bei  Teplitz,  Wunic,  am  Wolfsberg  bei  Podiebrad,  Mi- 
kulovic  bei  Chrudim,  Leitomischl  etc.) 

Oestlich  von  Melnik,  wo  die  Teplitzer  Schichten  nur  durch  eine,  etwa  1  m 
miichtige,  Terebratula  semiglobosa  und  Haplophragmium  irregulare  fuhrende  Scbiclite 
von  miirbem,  grauem  Mergel  vcrtreten  sind,  bilden  diese  die  unmittelbare  Unter- 
lage  der  weissen  klingenden  Inoceramenplaner. 

Das  Hangende  sind  die  Quadersande  der  Chlomeker  Schichten,  wie  man 
es  bei  Waldek  unweit  Munchengriitz  und  bei  Grossskal  unweit  Turnau  beobacliten 
kann,  wo  aus  den  Priesener  Schichten  am  Fusse  der  malerischen  Sandsteinfelsen 
eine  Reilie  von  Quellen  bervorkommt. 


Der  pa  1  aeon  to  log  is  che  Charakter  weicht  ausgesprochen  von  doni 
der  Teplitzer  Schichten  ab,  denn  es  treten  hier,  abgesehen  von  Foraminiferen  und 
Radiolarien,  liberal  00  neue  Arten  auf. 

Charakteristisch  ist  vor  AUem  die  Haufigkeit  von  Radiolarien  in  den 
tieferen  Schichten  und  die  verhiiltnissmassige  Armuth  an  Foraminiferen 
gegeniiber  den  Teplitzer  Kalken,  denn  diese  sind  aus  50— 70%  Foraminiferen  be- 
stehend,  wahrend  die  Priesener  an  Schliffen  kaum  20°/0  erkennen  lassen.  Bei  den 
Teplitzer  Schichten  gewahrt  man  bei  starkerer  Vergrosserung,  dass  das  Magma 
fast  aus  lauter  kleinen  Foraminiferen  und  deren  Bruchstiicken  besteht,  wahrend  das- 
selbe  bei  den  Priesener  Schichten  nichts  organisches  zeigt.  Spongien  sind  spar- 
Sam  vertreten  und  entweder  durch  lose  Nadeln  angedeutet  oder  in  ganzen  ver- 
kiesten,  zum  Studium  wenig  geeigneten  Exemplaren  vertreten.  Polypen  sind  sehr 
wenige,  aber  darunter  ein  Zweig  einer  mit  Oculina  verwandten  Gattung.  Echino- 
dernien  sind  durch  Hemiaster  regulusanus  vertreten,  wahrend  die  Vertreter  der 
Gattungen  Holaster  und  Micraster  wegen  der  schlechten  Erhaltung  kaum  je  ganz 
sicher  werden  bestimmt  werden  kiinnen. 

Auffallend  ist  die  Armuth  an  Brachiopoden,  denn  in  der  Regel  ist  es 
die  einzige  Art  Terebratulina  chrysalis,  die  hier  gefunden  wird,  alles  andere  ist 
sehr  selten  und  trftgt  den  Charakter  von  Verkiimmerung.  Bryozoen  sind  sehr 
sparsam  vorhanden  und  schlecht  erhaltcn.  Crustaceen  sind  durch  auffallend 
viele  Krabben  vertreten  und  durch  Gattungen  Enoploclytia ,  Paraclytia,  Haplo- 
paria  und  Palinurus,  die  schon  in  den  Weissenberger  Schichten  anfangen,  vertreten. 
Die  Gattung  Stenocheles  bezeichnet  die  weissen  Inoceramenplaner. 

Von  B  i  v  a  1  v  e  n  sind  nur  wenige  bezeichnend  und  der  Eeichthum  an  Arten 
und  Individuen  der  Nucula  auffallend. 

Die  Gastropoden  sind  auffallend  in  den  hoheren  Lagen  hiiufig  und 
namentlich  Aporrhais  durch  viele  Arten  vertreten. 

Von  Cephalopoden  ist  es  Ammonites  D'Orbignyanus,  Ammonites  den- 
tatocarinatus,  Ammonites  Alexandri  etc.,  welche  hier  zuerst  auftreten. 

Von  Fischen  sind  ausser  Haifischziilmen  nur  Schuppen  zu  finden,  aber 
die  auf  dem  Lepidenteron  sich  vorfindenden  Knochen  deuten  darauf  hin,  dass  die 
Anzahl  kleiner  Arten  eine  viel  grossere  war,   als  man  bisher  ahnen  konnte. 


In  den  Priesener  Schichten  zum  erstenmale  auftretende  Arten. 

Ich  gebe  nun  eine  Uebersicht  der  Arten,  welche  in  den  Priesener  Schichten 
Zu<'rst  auftreten,  liess  aber  in  derselben  alle  zweifelhaften  Arten  aus,  so  dass  mit 
der  Zeit,  bis  das  vorliegende  Material  noch  vervollstiindigt  und  specieller  durch- 
gearbeitet  sein  wird,  die  Keihe  der  hier  zuerst  vorkommenden  Arten  eine  noch 
grossere  sein  wird. 

fguanodon  ?  sp.  Electrolepis  horrida,  Fr. 

Dipnolepis  Jahni,  Fr.  6  ungenugend  bekannte  Arten  von 

Squatina  lobata,  Reuss.  Knochenfischen. 

Notidanus  simplex,  Fr.  Nautilus  Reussi,  Fr. 


Ammonites  Texanus,  Rom. 
Ammonites  Germari,  Reuss. 
Ammonites  dentatocarinatus,  Rom. 
Ammonites  Schlonbachi,  Fr. 
Ammonites  D'Orbignyanus,  Gein. 
Ammonites  Alexandri  Fr. 
Scaphites  auritus,  Fr.  et  Schl. 
Scaphites  Geinitzi  var.  binodosa. 
Hamites  bohemicus,  Fr.  et  Schl. 
Hamites  verus,  Fr.  et  Schl. 
Hamites  Geinitzi,  D'Orb. 
Hamites  consobrinus,  D'Orb. 
Crioceras  membranaceum,  Fr. 
Turritella  acicularis,  Reuss. 
Trochus  Engelhardti,  Gein. 
Trochus  amatus. 
Guilfordia  acanthochila  (Weinz). 
Alvania,  n.  sp. 
Alvania,  n.  sp. 
Rissoa,  n.  sp. 
Aporrhais  Reussi  Gein. 
Aporrhais  papillionacea,  Goldf. 
Aporrhais  coarctata,  Gein. 
Aporrhais  subulata,  Reuss. 
Aporrhais  arachnoides,  Mull. 
Tritonium  Proserpinae. 
Cancellaria  sculpta,  Reuss. 
Neptunea  carinata,  Weinz  in  lit. 
Cerithium  Luschitzianum,  Gein. 
Cerithiuni  fasciatum,  Reuss. 
Cerithium  binodosum,  Rom. 
Cychlina  cylindracea,  Gein. 
Acteon  doliolum,  Mull. 
Acteonina  lineolata,  Reuss. 
Avellana  Humboldti,  Mull. 
Scaphander  cretaceus,  Fr.  n.  sp. 
Acmaea  depressa,  Gein. 
Dentalium  polygonum,  Reuss. 
Dentalium  ellipticum,  Sow. 
Dentalium  laticostatum,  Reuss. 
Nucula  ovata,  Mant. 
Pectunculus  insculptus,  Reuss. 


Pectunculus  arcaceus,  Reuss. 

Area  bifida,  Reuss. 

Area  pygmaea,  Reuss. 

Area  projringua,  Reuss. 

Pholas  reticulata,  Miiller. 

Teredo,  n.  sp. 

Lyonsia  carinifera,  D'Orb. 

Modiola  tetragona,  Reuss. 

Pholadomya  decussata,  Reuss. 

Venus  laminosa,  Reuss. 

Venus  parva,  Sow. 

Venus  pentagona,  Reuss. 

Avicula  Geinitzi,  Reuss. 

Avicula  pectinoides,  Reuss. 

Avicula  minuta,  Reuss. 

Avicula  neglecta,  Reuss. 

Avicula  paucilineata,  Reuss. 

Pecten  cicatrisatus,  Goldfuss. 

Pecten  denticulatus,  Ilagen. 

Pecten  subaratus,  Nilss. 

Pecten  trigemminatus,  Gein. 

Terebratula  ?  transversa,  Fr. 

Polycnemidium  pustulosum  (Reuss). 

Etyus  Buchi  (Zittel). 

Necrocarcinus  perlatus,  Fr. 

Palaeocorystes,  sp. 

Microcorystes  parvulus,  Fr. 

Callianassa  brevis,  Fr. 

Stenocheles  esocinus,  Fr. 

Cythere  semiplicata,  Reuss. 

Cy there  Kar stein,  Reuss. 

Cythere  concentrica,  Reuss. 

Serpula  tetragona,  Sow. 

Serpula  subtorquata,  v.  Miinster. 

Serpula  subinvoluta,  Reuss. 

Cidaris  sceptrifera,  Mant. 

Micraster  cf.  Lorioli,  Nov. 

Holaster  cf.  placenta,  Agass. 

Hemiaster  regulusanus,  D'Orb. 

Trochocyathus  Harveyanus,  M.  E.  et  11. 

Trochocyathus  conulus  (Phil). 

Geodia  gigantea,  Pocta. 


Von  den  in  den  Priesener  Schichten   nachgewiesenen  91  Arten  von  Fora- 
miniferen  treten  50  zum  erstenmale  auf,  aber  da  die  Weissenbergcr  und  Teplitzer 


9 


Schichten  in  neuerer  Zeit  noch  nicht  speciell  auf  Foraminiferen  revidirt  wurden, 
so  ist  es  nicht  sicher,  ob  die  oben  angefiihrten  50  Arten  nicht  zum  Theil  schon 
friiher  bei  uns  aufgetreten  sind.  Ich  fiihre  daher  hier  nur  einige  ganz  typische 
Arten  auf,  welche  nach  der  Meinung  des  Herrn  Perner  fur  die  Priesener  Schichten 
bezeichnend  sind. 


Cornuspira  cretacea,  Reuss. 
Haplostiche  clavulina,  Reuss. 
Valvulina  spicula,  Reuss. 
Nodosaria  Mayeri,  Perner. 


Frondicularia  angulosa,  D'Orb. 
Frondicularia  mucronata,  Reuss. 
Marginulina  Nilssoni,  Romer. 
Polymorphina  lacrima,  Reuss. 


Die  Radiolarien  wurden  hier  in  12  Arten  nachgewiesen,  aber  es  gilt  hier 
dasselbe,  wie  bei  den  Foraminiferen,  dass  fruher  alle  alteren  Schichten  werden 
nach  Radiolarien  untersuchtwerden  mussen,  bevor  man  diejenigen  Radiolariea  wird 
bezeichnen  konnen,  die  fiir  die  Priesener  Schichten  charakteristisch  sind. 


II.   Beschreibung  der  im  Bezirke  der  Priesener  Schichten 
untersuchten  Localitaten. 


Die  Untersuchung    der  Priesener   Schichten   begann    im  Jahre    18(54    und 
wurde  mit  Unterbrechungen  bis  zu  diesem  Jahre  fortgesetzt. 
1864  wurde  ein  neuer  Fundort   bei  Waldek   unweit  Benson   ausgebeutet   und    in 

Bohmisch  Kamnitz    die   vom   Petrefactensammler  Grohmann    daselbst   aufge- 

fundenen  Arten  acquirirt. 
18G5  bis  1869   wurden   folgende    Localitaten   studiert:    Vinafic   bei   Jungbunzlau, 

Turnau,  Dneboh,   Wolfsberg   bei   Podiebrad,    der  Berg  Sovice,    Oinoves    und 

Konigstadtl,  Bohmisch  Leipa,  Smiric,  Leitomischl. 
1870  wohnte  ich  liingere  Zeit  in  Laun  und   arbeitete  in  Triesen,   Leneschitz  und 

Cemodol. 
1879 — 82  wohnte  ich  langcre  Zeit  in  Chotzen  und  studierte  eingehend  die  Locali- 
taten Ssutiny.  Besuchte  Smojcd  bei  Pardubic. 
1883  untersuchte  ich  abermals  den  Wofsberg  bei  Podiebrad. 
1889  wurde  das  genaue  Profil  von  Priesen  bei  Laun   aufgenommen   und  Luschitz 

bei  Bilin  besucht. 

Im  Ganzen  wurden  an  50  Localitaten  besucht  und  uber  300  Arten  in 
vielen  Hundert  Exemplaren  den  Museums-Sammlungen  eingereiht. 

Bei  der  Einsammlung  der  Petrefacten  wurde  ich  vielfach  in  ausgiebiger 
Weise  von  vielen  Localsammlern  unterstutzt.  Vor  allem  wurde  unsere  Sammlung 
durch  den  Nachlass  des  Dr.  Curda  in  Postelberg  wesentlich  bereichert,  denn  er 
sammelte  seinerzeit  sehr  emsig  bei  Priesen  und  Lenesic.  In  Priesen  sammelte  in 
den  letzten  Jahren  mit  grossem  Eifer  und  VerstiLndniss  Herr  J.  Mayer,  Schulleiter 
in  Mallnitz,  dem  ich  fiir  eine  ganze  Eeihe  neuer  Arten  zu  grossem  Dankc  ver- 
pflichtet  bin.  Daselbst  wurde  auch  von  Prof.  Weinzettl,  vom  Museumszeichner 
Herrn  Blazka  sowie  vom  Herrn  Feigel,  Lehrer  in  Laun,   eifrig  fiir  uns  gesammelt. 

In  der  Gegend  von  Melnik,  Vysoka  und  ftepin  sammelte  Herr  Bukovsky 
und  Lehrer  Herr  Jansa  aus  Pepin.  Aus  Unterbauzen  erbielten  wir  vom  Veteranen 
der  Naturwissenschaften  in  Bohmen  Herrn  Apotheker  Fierlinger,  cine  namhafte 
Keihe  von  Petrefacten  und  vom  Wolfsberg  bei  Podiebrad  durch  Herrn  Apotheker 
Hellich.  Sehr  wesentlich  wurde  die  Kenntniss  der  Priesener  Schichten  im  ostlichen 
Bohmen  durch  die  Forscliun^en  des  Dr.  Jaroslav  Jahn  in  der  Umgegend  von  Par- 
dubic gefordert,  die  Fundorte  Srnojed,  Holic  und  Noinosic  wurden  von  ihm  ent- 
deckt  und  ausgebeutet. 


11 

Fur  die  Gegend  von  Chotzen  bin  icli  Hemi  Fr.  Illav.ic,  Apothekor  da- 
selbst  und  fur  die  Gegend  von  Leitomischl  Herrn  Prof.  Barta  Mr  manche  schone 
Fuade  zu  Dank  jerpflichtet. 

Auf  den  Excursionen  begleitete  mich  offers  Dr.  Ph.  Pocta,  Jarosl.  Perner 
und  Dr.  Jarosl.  Jahn  und  manche  der  weiter  oben  als  Sammler  genannten  Herren. 

Allen  diesen  Herren  sei  im  Nainen  der  Landesdurchforschung  und  des  Mu- 
seums der  beste  Dank  ausgesprochen. 


1.    Umgebung  von  Teplitz  und  Bilin. 

Am  Fusse  des  Erzgebirges,  nordlich  von  Teplitz  sind  die  Priesener  Schichten 
nirgends  deutlich  aufgescldossen  und  werden  in  der  Regel  bei  Bohrungen  nach  Braun- 
kohle  angetroffen,  in  welchem  Falle  es  von  grSsster  praktischer  Wichtigkeit  ist, 
dieselben  zu  erkennen. 

Dem  Aussehen  nach,  ahneln  die  Priesener  Schichten  aulfallend  den  Braun- 
kolden-Letten  dieser  Gegend  und  man  muss  (lurch  Schlammeu  der  Bohrprobe  sich 
iiberzeugen,  ob  in  derselben  Foraminiferen  vorhanden  sind  oder  nicht.  Gehort  die 
Bohrprobe  den  Priesener  Schichten  an,  so  findct  man  in  der  Hegel  die  mit  freiem 
Auge  erkennbare  Oris  tell  aria  im  Schliimmruckstaude  auf,  wiihreud  man  unter 
dem  Microscope  eine  Menge  von  kleinen  Arten  der  Gattungen  Textullaria,  Globi- 
gerina  etc.  wahrnimmt.  Darnach  erkennt  man,  dass  dies  eine  Meeresablagerung 
ist,  welche  der  Kreideformation  angehort,  die  sich  viel  fruher  abgelagert  hat,  bevor 
es  bei  mis  zur  Bildung  der  Braunkohle  gekommen  ist  und  es  ist  hochste  Zeit, 
von  weiterem  Bohren  abzustehen.  Zeigt  die  Schlammprobe  keine  Foraminiferen, 
dann  ist  es  wahrscheinlich,    dass  sie  den  Braunkohlen-Letten  angehiirt. 

Wo  man  beim  Suchen  nach  Braunkohle  gleich  einen  Schacht  tauft  und 
yich  im  Bereiche  der  Priesener  Schichten  befmdet,  da  fmdet  man  auch  grossere 
Petrefacten,  am  haufigsten  Scaphiten  und  die  kleine  Muschel  Nucula  mit  gezahn- 
tem  Schlossrand.  Bei  einer  ahnlichen  Gelegenheit  erhielt  Professor  Laube  eine 
Partie  von  Petrefacten  aus  der  Gegend  nordlich  von  Teplitz.*) 

In  der  Gegend  von  Teplitz  kann  man  auf  dem  sogenannten  Wei s sen  We g, 
der  nach  dem  Schlossberge  fuhrt,  den  Uebergang  der  Teplitzer  Schichten  in  die 
tiefsten  Lagen  der  Priesener  Schichten  beobachten.  Die  normalen  Kalke  der 
Teplitzer  Schichten  mit  Terebratula  semiglobosa  und  Micraster  cor  testudinarium 
gehen  allmahlig  in  diinne  klingende  Inoceramen-Pliiner  uber,  die  nur  noch  die 
Terebratulina  chrysalis  in  verkiimmerten  Exemplaren  fiihren.  Die  Zugehorigkeit 
dieser  Inoceramen-Pliiner  zu  den  Priesener  Schichten  werden  wir  weiter  unten  auf 
dem  Melniker  Hochplateau  und  am  Wolfsberge  bei  Podiebrad  erkennen  und  ist 
diesolbe  auch  durch  die  Aufflndung  der  Scheere  des  Krebses  Stenocheles  bestiirkt. 

In  der  Gegend  von  Bilin  besuchte  ich  den  durch  Reuss  classisch  gewor- 
denen  Fundort  Luschitz,  fand  aber  die  Priesener  Schichten  sehr  ungeniigend 
a>ifgeschlossen.     Die  Stelle,  wo  Reuss  jahrelang  sammelte,    sind  zwei  kleine  Hiigel 


*)  Verhandlungen  der  geol.  Beichsanstalt  1872,  pag.  23-2. 


12 

am  Bache,  welclie  durch  Basaltadern  vor  dem  Wegschwemmen  bewahrt  wurden. 
Die  tiefsten  am  Bache  zuganglichen  Schichten  sind  von  ockergelblicher  Farbe  und 
fiihren  das  fiir  diese Localitat  sehr  charakteristische  Cerithium  Luschitzianum. 

Reuss  fand  hier  an  226  Arten*),  welche  fast  sammtlich  audi  in  Pricsen 
bei  Postelberg  vorkamen  und  weil  die  Originale  zu  seinen  Arten  nirgend  bezeichnet 
aufzufinden  sind,  so  stehe  ich  vor  der  Aufzahlung  derselben  ab. 

Siidlich  von  Luschitz  sind  die  Priesener  Schichten  an  dem  Thalabhange 
„in  den  Kopten"  genannt,  gut  aufgeschlossen,  aber  arm  an  Petrefacten,  doch  diirfte 
hier  ein  Localsammler  Gelegenheit  finden,  die  Vertheilung  der  Arten  nach  ver- 
schiedenen  Niveaus  (auf  Grundlage  des  weiter  unten  folgenden  Priesener  Profils) 
zu  beobachten. 

2.     Umgebung  von  Postelberg  und  Lauu. 

Am  rechten  Egerufer  beim  Orte  Priesen,  zwischen  Postelberg  und  Lauu, 
orhebt  sich  eine  steile  Wand  der  mergligen  Priesener  Schichten,  welche  schon  Reuss 
einen  grossen  Reichthum  an  Arten  lieferte.  Da  hier  der  gegenwiirtig  reichste  und 
zuglcich  zugiinglichste  Fundort  von  Petrefacten  der  Priesener  Schichten  ist  und 
man  in  der  Lage  ist,  die  betreffenden  Fundschichten  genau  zu  priicisiren,  so  ent- 
schlossen  wir  uns,  diesen  Horizont  nach  diesem  Fundort  „Priesener  Schich- 
ten" zu  benennen. 


',  st't.;-, 


Fig.  2.    Profil  am  rechten  Egerufer  bei  Priesen  zwischen  Postelberg  und  Laun. 

E.  Egerfiuss.   0.  Nuculaschiebten,  nur  bei  niedrigom  Wasserstand  ztigftnglich.    1.  Geodiaschichten, 

glauconitisch.     2.   Radiolarienscbichten.     8.    Gaatropodcnschichten.     4.   Sphaerosiderite    mit   Am. 

dentatocarinatns.    5.  Krabbonschichte.    c.  Teraaere  Erdbrandschichten.    7.  Aokerkrume. 


*)  Reuss:  VerstRinerungen  der  bohm.  Kroideformation. 


13 


Ini  Jahre  1889  nahm  ich  eine  genaue  Untersucbung  dieses  Aufschlusses 
vor  und  lernte  ftinferlei  Lagen  zu  unterscheiden,  von  welclien  jede  einen  eigen- 
thumlichen  palaeontologischen  Charakter  besitzt.  Dies  sind  folgende  am  Profile 
Fig.  2.  dargestellte  Schichten. 

0.  Nuculaschichte.  Diese  ist  die  tiefste,  in  der  Regel  nur  bei  niedri- 
gem  Wasserstande  zugangliche  Scbicbte.  Die  Farbe  ist  dunkel  aschgrau  und  die 
Schalen  der  Petrefacten  sind  weiss,  welcher  Umstand  Eeuss  bewogen  haben  mag, 
diese  Schichten  ihrer  grossen  Aehnlichkeit  mit  dem  Gault  von  Folkston  als  Gault 
zu  bezeichnen,  zu  einer  Zeit,  wo  ihr  Lagenmgsverhaltniss  zu  den  alteren  Schichten 
vom  turonen  Alter  noch  nicht  bekannt  war. 


F'fl-  3.  Schlammung  der  Nuculaschichte  (Nr.  0.) 
des  Priesener  Profils. 

Vergr.  60mal.   (Nr.  29.  des  Priiparates.) 

!•  Glauconit.    2.  Schwefelkies.    3.  Spongien- 
nadeln.    4.  Foraminiferen-Schalen. 


Fig.  4.  Schlitf  der  Nuculaschichte  (Nr.  o.)  des 
Priesener  Profils.  Vergr.  40mal.  (Nr.  d.  Orig.  9.) 
I.  Spongiennadel.  2.  Brauneisenstein-Ausful- 
lujigcn  von  Globigerinen-Kammern.  3.  Schwe- 
felkies. 4.  Glauconit.  5.  Vivianit.  6.  Forainini- 
ieren,  dariiber  eine  Eadiolarie  Lithodiscia 
discus  Per. 


Diese  Nuculaschichte  ist  auch  weiter  stromaufwarts  zuganglich  und  die 
meisten  Arten,  die  Eeuss  als  vom  Zollhaus  bei  Postelberg  vorkommend  an- 
gibt,  mogen  dieser  Schichte  entstammen,  wodurch  sich  auch  erklart,  warum  manche 
Arten  nur  hier  und  nicht  in  den  hoheron  Lagen  vorkamen. 

Die  microscopische  Untersucbung  ergab  viel  Schwefelkies  und  Glauconit, 
dann  schon  blaue  Kornchen  von  Vivianit  (?).  Eunde  Brauneisensteinkorner  staimuen 
von  Ausfiillung  der  Kammern  von  Globigerrina.  Sparliche  Foraminiferen,  die  Ea- 
diolarie Lithodiscia  discus  und  Spongiennadeln. 

Von  grosseren  Versteinerungen  fanden  sich  in  der  Nuculaschichte  folgende  : 


Otodus  sulcatus. 
Corax  heterodon. 
Nautilus  Eeussi. 
Am.  D'Orbignyanus. 
Scaphites  auritus. 
Turritella  acicularis. 
Turritella  Noegerathiana. 
Pleurotomaria  linearis. 


Aporrhais  stenoptera. 
Aporrhais  subulata. 
Cerithium  binodosum. 
Dentalium  glabrum. 
Dentalium  polygonum. 
Cardita  tenuicosta. 
Nucula  pectinata. 
Nucula  semilunaris. 


14 


Nucula  sp.  Avicula  poctinoides. 

Leda  siliqua.  Pecten  Nilssoni. 

Area  pygmaea.  Ostrea  frons. 

Leguminaria  Petersi.  Terebratulina  chrysalis. 

Venus  pentagon  a.  Paraclytia. 

Aus  diesera  Verzeiclinisse  ersieht  man,  dass  diese  Schichte  schon  eine 
Reihe  von  Petrefacten  fuhrt,  welche  zum  erstenmale  in  den  Priesener  Scliichten 
auftreten.  Nur  die  Pleurotoraaria  linearis  erinnert  an  die  Teplitzer  Schichten. 

1.  Die  Geodiaschichte  im  Niveau  des  Fahrweges  ist  sehr  stark  glau- 
conitisch,    so    dass  am  Schliff  (Pig.  5.)   die  griinen  grossen  Korper   auffallend   er- 

scheinen.  Ausser  Spongiennadeln  trifft  man  Braun- 
eisenstein  und  Vivianit  -  Korner ,  dann  intensive 
schwarze  Korner  und  rundo  Gruppen  von  kleinen 
Quarzkornern,  die  vielleicht  einem  Rhizopoden  an- 
gehoren.  Von  Radiolarien  ist  Lithocyclia  dis- 
cus haufig. 

In  der  Schlammung  sind  50°/,,  Glauconit- 
korner  und  etwa  10%  Foraminiferen :  Textullaria, 
Cristellaria,  Nodosaria  mit  hellen  Kammern,  scltcn 
mit  schwarzer  Fiillung. 

Eigentkumlich  fiir  diese  Schichte  sind  rie- 
sige,  schon  mit  freiem  Auge  wahrnehmbare  Nadcln 
von  Geodia  gigantea  Pocta,  welche  Prof.  Wein- 
zettel  zuerst  entdeckte. 

Von  grosseren  Petrefacten  ist  fast  gar 
nichts  aufznfinden,  doch  durfte  ein  Localsanimler 
sich  ein  Verdienst  erwerben,  bei  giinstigem  Auf- 
schluss  besonders  seine  Aufmerksamkeit  dieser  Ge- 
odienschiclite  zu  widmen. 

2.   Radiolarienschichte.     Diese  tritt 

oberhalb  des  Fahrweges  in  einer  Reihe  von  festc- 

ren  Banken  auf,    so    dass    es  noting  erschien,    dieselben   mit  a — 0  zu  bezeichnen. 

Das  Gestein  ist  fest,  glauconitisch,  bildet  harte  Banke  und  unterschcidct  sich  deut- 

lich  von  der  folgendcn  feinmassigen  weichen  Gastropodenschi elite. 

In  der  tiefsten  Lage  2a  zeigte  die  Schlemmung  Rindenkorpor  von  Geodia 
gigantea,  Globigerinen  und  Radiolarien  ahnliche  Kugeln  (Fig.  6.) 

Dieselbe  entliielt  25%  Foraminiferen,  15%  Glauconit  und  etwa  8°/0  Ra- 
diolarien. 

Der  Schliff  ist  reich  an  Radiolarien,  zeigt  auch  etwas  Glauconit  und  eigen- 
thiimlich  grosse  Brocken  eines  intensiv  schwarzen  Kiirpers  (2).     [Fig.  7.| 

Die  Lage  2b  lieferte  nichts  abweichendes,  dafiir  erwies  sich  die  Lage  2c 
ids  Fundort  von  Dictyomitra  regularis  und  Porodiscus  glauconitarum. 

Am  reichsten  an  Radiolarien  erwies  sich  die  Lage  2d,  welche  die  Gattun- 


Fifl.  5.  Schliff  der  Geodiaschichte 

(Nr.  1.)  des  Priesener  Proflls. 
Vergr,  40mal.  (Hi:  d.  Prftpar.  7.) 

1.  Glauconit.    2.  Kalkspath? 
i!.  Brauneisenstein.    4.  Int(!nsivo 

blaue  Korner  (Vivianit?) 

6.  Gruppo  von  Quarzkornern.    6. 

Spongiennadel.    7.  Intensive 

schwarze  Korner. 


15 


gen  Stylodictla  Porodiscus,  Dictyomitra  fiihrt  und  in  der  ich  jiiugst  auch  die  Gat- 
tung  Ropa  last  rum  entdeckte.  (Fig.  9.  und  10.) 


Fig.  6.    Schlammung   der   Radiolarienschichte. 

Vergr.  40mal.  (Nr.  dos  Praparates  25.) 

1.  Bindenkorper  von  Geodia  gigantea.  2.  Ra- 
diolarien.   3.  Glauconit.    4.  Globigerina. 


Fig.  7.  Schliff  der  Radiolarienschichte  (Nr.  2a). 

Vergr.  40mal.   (Nr.  dos  Praparates  10.) 

1.  Glauconit.  2.  Intcnsiv  sehwarzer  Kbrper. 

3.  Kadiolaria.    4.  Kammer  einer  Globigerrine. 

5.  Radiolarie.  G.  Forammiferen-Kainmern. 


^f^'N 


w. 


3 


mm 


M*3* 


F|B-  8.  Schliff  der  Radiolarienschichte  (Nr.  2c). 

Vergr.  Gonial.    (Nr.  des  Praparates  21.) 

'■  Glauconit.  2,  Schwarze  Horner.   8.  Forami- 

aiferen-Kammern.  4.  Dictyomitra  regularis. 

6-  Porodiscus  glauconitarum.    0.  Eckige  telle 

Horner. 


Mr  ■.™'W',',i/!;*i.>,i  ■;       -    '".0' 


■*.&* 


O' 


Fig.  9.  Schliff  der  Radiolarienschichte  (Nr.  2d), 

urn  die  Haufigkeit  der  Radiolarien  zu 
zeigen. 

Vergr.  40mal.    (Nr.  des  Praparates  16.) 


Auffallend  ist,    dass   es   niclit   gelungeu  ist,    in   der   Schlammung   irgend 
Welche  Spur  von  Radiolarien  aufzufinden. 

Von  grosseren  Versteinerungen  wurden  nach  langem  Suchen  bloss  wenige 
gefunden,  yon  denen  ich  folgende  anfiihre: 

Aptychus  radiatus. 
Trochus  Engelhardti. 
Voluta  elongata. 


Notidanus  sp. 
Corax  heterodon. 
Saurocephalus  marginatum. 
Lepidenteron  mit  Resten  vielcr 

unbekannter  Fische. 
Nautilus  sublaevigatus. 
Ilelicoceras  Reussianum. 


Nucula  pectinata. 
Corbula  caudata. 
Lima  Hoperi. 
Ostrea  (Wegmanniana  ?) 


16 


Fig.  10.    Schliff  der  Radiolarienschlchte  (Nr.  2d)  des  Priesener  Profils. 

Vergr.  175mal.    (Nr.  des  Praparates  1G.) 
1.  Glauconit.  2.  Kalkspath.  3.  Foraminiferen-Kammer.  4.  Stylodyctia  Ilaeckeli,  Zittel. 
5.  Porodiscus  glauconitarum,  Pern.  0.  Dictyomitra  multicostata  Zitt.    7.  Ropalastrum  sp. 


3.  Gas tropo dens chichte.  Diese  nimmt  die  Mitte  des  ganzen  Profiles 
ein  und  ist  der  eigentliche  Sitz  der  reichen  Fauna  der  Priesener  Schichten,  die 
bcsonders  reich  an  Cephalopoden  und  Gastropoden  ist  und  deren  VerzeichniKS 
weiter  unten  folgt. 

Die  Diinnschliffe  sind  etwas  reicher  an  Foraminiferen  als  die  der  voran- 
gehenden  aber  im  Vergleich  zu  den  Teplitzer  Schichten  dennoch  als  arm  zu  be- 
zeiclinen.    Radiolarien  scheinen  ganz  zu  fehlen. 

1 


Fig.  II.    Schliff  einer  festen  Kugel   der  Gastro- 
poden8chichte  (Nr.  8.)  des  Priesener  Profils. 

Vergr.  40mal.    (Nr.  des  Prftparates  3.) 

1.  Schwarze  Korper.    2.  Helle  eckige  Korner. 

3.  Foraminiferen  mit  intensiv  schwarzer 

Kammerausfullung. 


Fig.  12.  Schliff  der  Gastropodenschichte  (Nr.  3.) 
des  Priesener  Profils. 

Vergr.  40mal.    (Nr.  des  Pniparates  4.) 
1.  Glauconit.    2.  Helle  eckige  KOrncr.    3.  Cri- 
stellaria.    4.  Gruppe  heller  Korner.    5.  Kalk- 
spath. 


Da  diese  Schichte  am  zuganglichsten  ist  und  fur  den  Sammler  am  dank- 
barsten,  so  gelangten  in  die  verschiedenen  Sammlungen  hauptsachlich  Arten  aus 
derselben.  Es  ist  der  Reichthum  an  Individuen  und  Arten  in  der  That  erstaunlich 
und  damit  sich  der  Leser  davon  eine  Vorstellung  machen  kann,  gebe  ich  das  Bild 


17 


oines  Stuckes,   das  auf  20  Quadratcentimeter    iiber   zwanzig   Individueu  von  fast 
ebensoviel  Arten  zeigt.     (Fig.  13.) 


/        a     ,J^s      i       o       7 


Fig.  13.    Fragment  aus  der  Sastropodensohlchte  (Nr.  8.)  des  Frlesener   Proflls. 

In   natiirlicher  Griisse  dargeatellt,   um   den  stellenweise  auftrctenden  Reiehthum  an 

Petrefacten  daraistellen. 

I.   Krabbenfragmente.     2.  Aponhais.     3.  Fischschuppe.    4.  Cylichna.     5.  Holaster. 

<>.  Rissoa.    7.  Venus.  8.  Turritella.    9.  Antedon.    10   Avellana.    11.  Cardium.    12.  Ba- 

culites.    13.  Turbo.    14.  Nucula.    15.  Cidaris?     16.  Fusus.    17.  Dontalium.    18.  Apor- 

rhais.     19.  Cristellaria.     20.  Micraster.  _  21.  Aporrhais. 

(Die  Bestimmungen  sind  nur  beiliiufig.) 


In  nachfolgendem  Verzeichniss  findet  man  aus  dieser  Schichte: 


Crustacean 5 

Echinodermen 8 

Polypen 5 

Foriferen 4 

Foraminiferen 45  Zusammen  143. 


Fische 13 

Cephalopoden 11 

Gastropoden 43 

Brachiopoden 5 

Bryozoen 4 

4.   S  phii  r  o  si  do  rit  schichte.    In  den  hochsten  Lagen  der  Gastropoden- 
8chichte  liegt  eine  wenig  milchtige  Lage  von  runden  oder  nachen  Concretionen  von 
Nuss-,  Faust-  und  Kopfgrosse;  manche  erreichen  sogar  bis  50  cm  an  Lihige.    Der 
gesunde  Kern   besteht   aus   grauem   sehr  hartem 
kpharosiderit,  die  denselben  umgebenden  Krusten 
Jeisen   verschiedene  Stadien    von   Oxydation  auf, 
die  sich  durch  rostrothe  bis  ockergelbe  Farben  in 
verscbiedenen  Nuancen  kund  geben. 

Der  Schliff  des  unoxydirten  Spharosiderites 
Zeigt  eine  Zusammensetzung  aus  ziemlich  gleich 
grossen,  unregelmassig  viereckigen  Theilen,  von 
(I('nen  jeder  in  der  Mitte  einen  dunlden  Punkt 
zeigt.  Von  kleineren  organischen  Resten  ist  hier 
eiue  Spur  wahrzunehinen.    (Fig.  14.) 

Von  grosseren  Petrefacten  ist  hier  am  hau- 
ngsten  Ammonites  subtricarinatus  und    dentatocarinatus.     Scaphiten  treten  in  der 
a  .  binodosus   angefuhrten  Varietiit   in    kraftigen  Exemplaren   auf.    Die  Exemplare 
^igcn  unverdriickte  Form  und  die  Negative    sehr  sclione  fur  Ausgfisse   geeignete 
oerflache,  namentlich  von  Bivalven  und  Gasteropoden. 


Fig.  14.    Schliff  durch   eine  feste 
graue  Kugel  aus  der  Spharoside 
ritschichtc  (Nr.  4.)  des  Priesener 
Proflls.     (Nr.   des  Priiparates   5.) 
Vergr.  60mal. 


18 


Von  Fischen  wurde  blows  oin  I'rachtexemplar  etnes  mit  Elopopsis  vei'wandten 
Fisches  in  einer  an  70  cm  langen  flachen  Geode  vorgefunden,  von  Cephalopoden 
3  Arten,  Gastropoden  8,  Bivalven  5. 

5.  K  r  a  b  b  e  n  s  ch  i  ch  t  e.  Als  solche  bezeichne  ich  die  gelblichen  und  grauen, 

ziemlich  plastischen  Lagen,  welche  oberhalb  der 
Spharosiderite  liegen,  schwer  zuganglich  sind  und 
sich  durch  auffallenden  Ueichthum  an  Crustacoen 
auszeichnen. 

Der  Schliff  zeigt  otwas  Glauconit,  dann 
braune  Korner  mit  rostfarbenem  Saum,  ziegelrotlie 
kleine  Kerne  und  intensiv  schwarze  Foraminiferen- 
Kerne.  Die  Schliimmung  zeigte  Spongiennadeln  und 
nur  etwa  2°/0  von  Foraminiferen.    (Fig.  15.) 

Von  grossercn  Petrefacten  wurde  ein  Fisch- 
zahn,  von  Cephalopoden  Ammonites  dentatocari- 
natus  und  die  fur  Bohmen  neue  Gattung  Crioceras 
gefunden. 

Von  Gastropoden  nur  4,  von  Bivalven  3 
Arten.  Auffallend  ist  der  lleichthum  an  Crustaceen, 
von  denen  8  Arten  gefunden  wurden. 


Fig.  15.    Schliff  der    Krabben 
schichte  (Nr.  6.)  des  Priesener 

Profile.    (Nr.  des  Prilparates  8.) 
Vergr  40mal. 

1.  Glauconit.  2.  Baueisensteinkor- 

ner    mit    hellrostgelliem   Saume. 

8.  Kothe  Korner.    4.  Kalkspath. 
5.  Braune  feinkornige  Grund- 

maase.  9.  Intens.  schwarze  Koruiir. 


Callianassa  brevis. 
Paraclytia,  ein  ganzes  Exemplar. 
Hoploparia,  ein  gauzes  Exemplar. 
Pollicipes  elongatus. 


Polycnemidium  pustulosum. 

Polycnemidium,  n.  sp. 

Palaeocorystes. 

Ein  Fragment  einer  grossen  Krabbe. 

Fiir  das  emsige  Suchen  in  dieser  Schichte  bin  ich  Herrn  Schulleiter  Meyer 
aus  Mallnitz  zu  grossem  Danke  verpHichtet.  Die  von  ihm  gesammelten  Stftcke 
sind  mit  OS.  =  Oberhalb  des  Spharosiderits  bezeichnet. 

Auf  diese  letzte  den  Priesener  Schichten  angehorige  Schichte  folgen  dann 
tertiaere  Erdbrandschichten  und  Ackerkrume. 

Ich  lasse  nun  ein  Verzeichniss  der  an  diesem  Fuudorte  von  Reuss  und 
mir  sichergestellten  Arten  je  nach  ihrer  Vertheiluug  in  den  6  bezeicbncteu 
Lagen  folgen. 


19 

Verzeiclmiss  der  in  Priesen  bei  Laun  aufgefundenen  Arten 
mit  genauer  Bezeichnung  der  Fundschichte. 

*  (Vergleiche  Seite  12,  Profll  Fig.  2.) 

fie  mit  E.  bezoichneten  Arten  Bind   auf  die  Autoritat  von  Keuss  in  dieses  Verzeichniss   aufge- 
genommen,  fehlen  aber  unserer  Sammlung. 


0 


Oxyrhina  angustidens,  Reuss II 

Lamna  raphiodon,  Ag E. 

Lamina  acuminata,  Ag 

Notidanus  simplex,  Fr 

Otodus  appcndiculatus,  Ag 

Otodus  sulcatus,  Gein.  =  Hybodus  gracilis   .     .  R. 

Squatina  lobata,  Reuss R. 

Corax  heterodon,  Reuss 

Pycnodus      

Osmeroides  Lewesiensis,  Ag 

Osmeroides  divaricatus,  Gein 

Oyclolepis  Agassizi,  Gein 

Aspidolepis  Steinlai?  Gein 

Saurocepkalus  marginatum,  Reuss 

Elopopsis,  sp 

Cladocyclus  Strehlensis       

Operculum  A.  (radiatum) 

Operculum  B.  (altum) 

Operculum  C.  (quadrangulum) 

Praeoperculum  I),  (spiniferum) 

Praeoperculum  E.  (serratum) 

Operculum  F.  (liistrix) 

Electrolepis  horrida,  Fr 

Spinacites  radiatus,  Fr 

Nautilus  sublaevigatus,  D'Orb 

Nautilus  rugatus,  Fr.  et  Schl 

Nautilus  Reussi,  Fr 

Ammonites  (Sclilonbachia)  subtricarinatus,  D'Orb. 
Ammonites  (Acanthoceras)  dentatocarinatus,  Rom. 
Ammonites  (Placenticeras)  D'Orbignyanus,  Gein.   . 

Ammonites  (Lytoceras)  Alexaudri,  Fr 

Ammonites  polyopsis?  Duj 

Scaphites  Geinitzi,    D'Orb 

wapliites  Geinitzi  var.  binodosus,  Rom 

^capbites  auritus,  Fr 

Hamites  bobemicus,  Fr 

Hamites  verus,  Fr 

Hamites  consobrinus  D'Orb & 

Hamites  Geinitzi,  D'Orb R. 

webcoceras  Reussianum,  Fr 

^rioceras  membranaceum,  Fr 

Uaculites  Faujassi,  Lam 


+ 


1 


2 


3 


+ 


+ 


+ 


+ 

+ 


? 

? 
+ 

+ 

? 


+  + 


+ 


f 
+ 

+ 
+ 

I 
+ 


+ 


-f 


+ 


+ 
+ 

+ 

+ 

+ 

+ 


2* 


20 


Aptychus  radiatus,  Fr 

Turritella  multistriata,  Reuss  .  . 
Turritella  acicularis,  Keuss  .  .  . 
Turritella  Noeggerathiana,  Goldf.     . 

Scala,  sp 

Scala  decorata,  Gein 

Natica  vulgaris,  Reuss 

Natica  Genti,  Sow 

Turbo  decemcostatus,  v.  Bach.  .  . 
Trochus  Engelhardti,  Gein.  .  .  . 
Guilfordtia  acanthochila,  Gein.     .     . 

Rissoa  Reussi,  Gein 

Rissoa,  sp 

Alvania,  sp 

Alvania,  sp 

Pleurotomaria  linearis,  Mant.  .  . 
Solarium  baculitarum,  Gein.  .  .  . 
Aporrhais  megaloptera,  Reuss     .     . 

Aporrhais  Reussi,  Gein 

Aporrhais  coartata,  Gein 

Aporrhais  stenoptera,  Goldf.  .  .  . 
Aporrhais  arachnoides,  Mull.  .  .  , 
Aporrhais  subulata,  Reuss       .     . 

Rapa  cancellata,  Sow 

Fusus  (cf.  Fleuressianus),  D'Orb. 
Fusus  Nereidis,  Miinst.       .     .     . 

Fusus?  n.  sp 

Fusus,  sp 

Fusus  requienianus,  D'Orb.     .     . 
Cerithium  binodosum,  Rom.    .     . 
Cerithium  fasciatum,  Reuss     .     . 
Cerithium  pseudoclathratum,  D'Orb 
Cerithium  provinciale,  D'Orb. 
Cerithium  cf.  Dupinianum,  D'Orb. 

Cerithium  sp 

Voluta  elongata,  D'Orb.  .  .  . 
Mitra  Roemeri,  Reuss  .... 
Cylichna  cylindracea,  Gein.  .  . 
(Acteon  ovum,  Duj.  ?  ?)     .    .     . 

Acteon,  sp 

Acteon  doliolum,  Mull 

Acteonina  lineolata,  Reuss.  .  . 
Avellana  Humboldti,  Mull.       .     . 

Avellana? 

Scaphander  cretaceus,  Fr.  .  .  . 
Acmaea  depressa,  Gein.  .  .  . 
Patella?  inconstans,  Gein.  .  .  . 
Dentalium  glabrum,  Gein.  .  .  . 
Dentalium  medium,  Sow.    .     .     . 


+ 


+ 


4- 


+ 


+ 

+ 
+ 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 
4- 


+ 

+ 


+ 


+ 

+ 
+ 
+ 


+ 


+ 


+ 


21 


0 


R. 


Dentalium  polygonum,  Reuss 

Cardium  semipapillatum,  Reuss  .... 

Carditta  teuuicosta,  Sow 

Isocardia  cretacea,  Goldf 

Astarte  acuta,  Reuss 

Astarte  nana,  Reuss 

Eriphyla  lenticularis,  Goldf.  sp 

Nucula  pectinata,  Sow 

Nucula  semilunaris,  v.  Buch 

Nucula  ovata,  Mant 

Leda  siliqua,   Goldf.  sp ■ 

Leda  producta,  Nils ■** 

Pectunculus  insculptus,  Reuss ■ 

Pectunculus  reticulatus,  Reuss R 

Area  truncata,  Reuss 

Area  striatula,  Reuss 

Area  undulata,  Reuss • 

Area  pygmaea,  Reuss "■ 

Area  bifida,  Reuss 

Pinna  decussata,  Goldf • 

Mytilus  Neptuni,  Goldf.  (Pinna  nodulosa,  Reuss)  . 

Lithodomus  rostratus,  D'Orb 

Lithodomus  spathulatus,  Reuss 

Modiola  capitata,  Zittel      .     • 

Gastrochaena  amphisbaena,  Gein • 

Corbula  bifrons  Reuss -"• 

Corbula  caudata,  Nils 

Thracia? 

Lyonsia  carinifera  D'Orb.  .     • 

Leguminaria  (truncatula  Reuss)?     .... 

Leguminaria  Petersi,  Zittel 

Pholadomya  decussata,  Phill 

Pholadomya,  sp 

Tellina  concentrica,  Reuss       

Venus  laminosa?  Reuss 

Venus  concentrica,  Reuss 

Venus  parva  Sow ■ 

Venus  pentagona,  Reuss «■ 

Avicula  Geinitzi,  Reuss 

Avicula  pectinoides,  Reuss • 

Avicula  glabra,  Reuss R< 

Gervillia  solenoides,  Defr 

Inoceramus  Cuvieri,    Sow 

luoceramus  planus,  v.  Miinst 

Lima  septemcostata,  Reuss R 

lama  cf.  elongata,  Sow 

Lima  granulata,  Desh 

Luna  Hoped,  Mant ■ 

Lima  cf.  semisulcata,  Nilss < 


+ 
+ 


+ 
+ 

+ 


+ 


I  — 


+ 


E. 


+ 


+ 


+ 
+ 

+ 

+ 
+ 

+ 
+ 
+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


* 


+ 


22 


Pecten  Nilssoni,  Goldf 

Pecten  curvatus,  Gein 

Pecten  Dujardini,  Rom 

Pecten  squammula,  Lain 

Pecten  serratus,  Nilss 

Pecten  cicatrisatus,  Goldf R. 

Pecten  trigemminatus,   Goldf. R. 

Spondylus,  sp 

Ostrea  semiplana,  Sow 

Ostrea  hippopodium,  Nilss 

Ostrea  frons,  Park 

Ostrea  cf.  Wegmanniana,  D'Orb 

Anomia  subradiata,  Reuss       

Anomia  subtruncata,  D'Orb 

Magas  Geinitzi,  Schlon 

Argiope? 

Terebratulina  chrysalis,  Schlott 

lUiynchonclla  pisum,  Reuss 

Entalophora  ?  solitaria,  Fr 

Mypothoa,  sp 

Polycnemidium  pustulosum,  Reuss 

?         n.  sp 

Palaeocorystes,  sp 

Palaeocorystes,  sp 

Microcorystes  parvulus,  Fr 

Callianassa  brevis,  Fr 

Callianassa  elongata  Fr 

Callianassa  gracilis  Fr 

Stcnocheles  parvulus?  Fr 

Paraclytia,  sp 

Hoploparia,  sp 

Enoploclytia 

Palinurus 

Pollicipes  elongatus,  Steenstr 

Pairdia  subdeltoidea,  v.  Miinst 

Bairdia  arcuata  var.  faba,  Reuss 

Cythere  concentrica,  Reuss 

Oy there  semiplicata,  Reuss 

Cytheridea  perforata,  Rom 

Oytherella  ovata  (R8m.) 

Antedon  

(Maris  sceptrifera 

Cidaris  subvesiculosa,  D'Orb. 

I'hymosoma 

Micraster  Lorioli,  Novak 

Holaster  cf.  placenta,  Ag . 

Hemiaster  regulusanus,  D'Orb 

Goniaster 

Stellaster 

Ophiothrix? 


+ 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 


f 


+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


-r- 


+ 


+ 

+ 

_   + 


+ 

+ 
■f 
+ 
+ 

+ 

+ 
+ 


+ 
+ 


+ 


+ 

+ 
+ 


23 


» 

Parasmilia 

Trochosmilia,  II 

Micrabatia  coronula,  Goldf.     . 

Trochocyathus  Harweyanus,  M.  E.  et,  H 

Trochocyatlius  ? 

Oculina 

Ventriculites  radiatus,  Mant 

Ventriculites  angustatus,  R5m 

Geodia  gigantea,  Poc 

Ohondrillopsis  asterias 

Stylocordyla  radix,  Fr 

Clione?  ovalis 

Nodosaria  oligostegia,  Reuss 

Nodosaria  aculeata,  D'Orb 

Nodosaria  annulata,  Reuss 

Nodosaria  Lorueiana,  D'Orl) 

Nodosaria  Zippei,  Reuss      

Nodosaria  gracilis,   D'Orb.  ...        

Nodosaria  multilineata,  Gein 

Nodosaria  Maycri,  n.  sp 

Frondicularia  striatula,  Reuss 

Frondicularia  mucronata,  Reuss 

Frondicularia  angusta,  Nils 

Frondicularia  Archiacina,  D'Orb 

Frondicularia  Cordai,  Reuss 

Frondicularia  inversa,  Reuss •    • 

Flabellina  rugosa,  D'Orb.  var.  Baudouiniana  D  Orb. 

Flabellina  ornata,  Reuss     

Elabellina  cordata,  Reuss 

(=  Flabellina  elliptica,  Nils.) 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb 

Cristellaria  intermedia,  Reuss 

Cristellaria  ovalis,  Reuss 

Cristellaria  lepida,  Reuss 

Marginulina  elongata,  D'Orb 

(=  Cristellaria  elongata,  D'Orb.) 

Marginulina  Nilssoni,  Rom 

Marginulina  bacillum,  Reuss 

Textillaria  globulosa,  Reuss 

(==  Textillaria  globifera,  Reuss) 

Tritaxia  tricarinata,  Reuss 

(=  Textillaria  tricarinata,   Reuss  =  Vernemllma 

dubia,  Reuss) 

Verneuillina  Miinsteri,  Reuss 

(=  Textillaria  triquetra,  v.  Miinst )      

Guttulina  trigonula,  Reuss      

(==  Polymorphina  trigonula,  Reuss) 

Guttulina  elliptica,  Reuss    .    .    ■ 

(=  Polymorphina  elliptica,  Reuss) 

Clobulina  lacrima,  Reuss 


4- 


+ 


+ 

+ 
+ 
+ 


+ 
+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 

+ 


+ 

+ 
+ 
+ 


24 


(=  Polymorphina  lacrima,  Reuss)     .    .    . 

Polymorphina  globosa,  v.  Mllnst 

(=  Globulina  globosa,  v.  Miinst.)     .    .    . 

Globigerina  cretacea,  D'Orb 

Globigerina  marginata,  Reuss 

(=  Rosalina  marginata,  Reuss)  .... 
Planorbulina  ammonoides,  Reuss  .... 
(=  Rotalina  ammonoides,  Reuss)  .... 
Planorbulina  polyraphes,  Reuss  .... 
(=  Rotalina  polyraphes,  Reuss,     .... 

Bulimina  variabilis,  D'Orb 

(=  Ataxophragmium  variabile,  D'Orb.)    . 

Bulimina  intermedia,  Reuss 

Gaudryina  rugosa,  D'Orb 

Nonionina  compressa,  Rom 

Cornuspira  cretacea,  Reuss 

(=  Operculina  cretacea,  Reuss)  .... 
Trochammina  irregularis,  Park  and  Jones 

Haplosticbe  constricta,  Reuss 

(=  Nodosaria  constricta,  Reuss)  .... 
Haplosticbe  dentalinoides,  Reuss    .... 

Haplostiche  clavulina,  Reuss 

Haplostiche  foedissima,  Reuss 

(=='  Dentalina  foedissima,  Reuss)  .... 
Dictyomitra  multicostata,  Zittel     .... 

Dictyomitra  regularis,  Perner 

Lithocyclia  discus,  Perner 

Stylodyctia  Haekeli,   Zittel 

Porodiscus  glauconitarum,  Perner     .    .    . 

Ropalastrum,  sp 

Frenelopsis  bohemica,  Vol 

Araucaria  Fricii,  Vel 

Araucaria  brachyphylla,  n.  sp 

Araucaria  epactridifolia,  n.  sp 

Sequoia  lepidota,  n.  sp 

Sequoia  Reicbenbacbi  (Gein.) 

Sequoia,  spec 

Widdringtonia  ? 

Frenelopsis  bohemica?  Vel 

Quercus  Charpentieri,  Heer 

Ficus  Cecropiae-lobus,  n.  sp 

Rhus  densmortis,  n.  sp 

Ericophyllum  Gaylussaciae,  n.  sp.    .    .    . 

Myrsine  manifesta,  n.  sp 

Myrsine  coloneura,  n.  sp 

Ardisia  glossa,  n.  sp 

Diospyros  primaeva,  Heer 

Phyllites  Perneri,  n.  sp.      ....... 

Anthocepliale  bohemica,  n.  sp 


+ 

+ 


+ 
+ 


+ 
+ 


+ 


d 
o 

-d 

-cd 
-d 


26 


5  I  24 


+ 

+ 
+ 

+ 

+ 
+ 
+ 


+ 
+ 
+ 
+ 

206 


+ 
+ 

+ 

+ 

+ 
+ 


21 


27 


25 


Ueberblicken  wir  die  aus  vorstehendem  erlangten  llesultate,  so  ist  in  Bezug 
auf  die  petrographische  Beschaffenheit  der  mergligen  Planer  vorerst  das 
haufige  Auftreten  von.  Glauconitkornern  zu  erwahnen,  welche  in  den  tieferen  Lagen 
sehr  haufig  sind  und  nacli  oben  immer  mehr  abnehmen. 

Es  ist  wahrscheinlich,  dass  die  Niihe  der  Eruptionserscheinungen  des  Mittel- 
gebirges  damit  zusammenh&ngt,  deren  Thatigkeit  (vielleicht  in  kleinen  unterseei- 
schen  Erruptionen)  wahrend  der  Ablagerung  der  Priesener  Schichten  nach  und  nacli 

abgenommen  bat. 

Die  ubrigen  mineralogischen  Einscbliisse  sind  mit  organischen  Ueberresten 
im  Zusamnienhange.  Runde,  braune  und  schwarze  Korner  stammen  nieist  von 
Ausfullungen  von  Forauiiniferen-Kammern  her.  Die  feine  Grundmasse  zeigt  bei 
starker  Vergrosserung  keinen  organischen  Charakter. 

Die  Untersuchung  der  Diinnschliffe  in  Bezug  auf  thierische  Reste  zeigte, 
dass  Radiolarion  in  Schichten  vorkamen,  die  arm  an  Foraminiferen  sind,  wahrend 
die  an  die,  letzteren  reichereu  Schichten  wenige  oder  keine  Radiolanen  enthalten. 
Im  Ganzen  ist  der  Reichthum  an  Foraminiferen  ein  viel  geringerer  ala  in  den 
Teplitzer  Schichten  und  wenn  man  hie  und  da  eine  Anhiiufung  kleinerer  und 
grosserer  Arten  findet,    dann   ist   das  wohl   der  Darminhalt   eines  Echinodermen 

oder  Wurmes.  ,  ..    ..         , 

Die  Schlammungen  erwiesen  sich  fur  das  Studium  viel  mangelhafter  als 
die  Schliffe,  denn  es  geht  dabei  gewiss  viel  verloren.  So  fanden  wir  zuni l  Beiepel 
i«  dor  Schiammung  einer  Schichte  keine  Radiolarien,  wahrend  der  Schllff  der- 
selben  Schichte  daran  reich  war. 

Die  Vertheilung  der  griisseren  Arten  betreffend,  so  zeigen  sich  die  tieferen 
Lagen  arm  an  Arten  und  Individuen  und  enthalten  noch  hie  und  da  Ueberbleibsel 
aus  der  Fauna  der  Teplitzer  Schichten.  Der  Hauptsitz  der  fur  die  Priesener 
Schichten  bezeichnenden  Arten  ist  die  Ga  strop  ode  n  schichte ,  worauf  wieder 
eine  Abnahme  in  den  Spharosideritschichten  wahrnehmbar  ist,  die  sich  noch  stei- 
gert  in  der  an  Crustaceen  reichen  Krabbenschichte. 

Das  Priesener  Profil  scheint  fur  alle  ubrigen  gleichalterigen  Ablagerungen 
am  rechten  Egerufer  massgebend  zu  sein  und  diirfte  iiberall,  wo  gute  Aufschlusse 
voi-lmnden  sind  und  wo  griindlich  untersucht  wird,  bestatigt  worden. 

Manche  Abweichungen  zeigt  das  linke  Egerufer,  zu  dessen  Betrachtung 
Wu*  uns  nun  wenden. 

Makes  Egerufer  in  der  (legend  von  Leneschitz,  Vrsovic  und  Wimie. 

Am  linken  Egerufer  findet  sich  keine  so  giinstige  Gelegenheit  die  Priesener 
Schichten  zu  untersuchen,  wie  wir  es  am  rechten  Ufer  fanden,  und  man  muss  mit 
dw  Ausbeute  einzelner  an  Petrefacten  reichen  Localitiiten  sich  begniigen.  Durch 
d'e  Reihe  von  Basaltkuppen  gehoben  und  von  Vegetation  meist  ganz  verdeckt, 
l;«sen  Hie  ein  Studium  beziiglich  der  Vertheilung  der  Arten  nac1' 
kagen  nicht  zu.    Es  ware  dies  urn  so  interessanter,  da  am  linken 


nach    den    einzelnen 
Ufer  Arten  auf- 


20 


treten,  die  in  Priesen  nie  zu  fimden  waren,  zum  Beispiel  A.  German,  der  dann  erst 
wieder  in  der  Gegend  von  Pardubic  erscheint. 

Die  dankbarste  Sammellocalitat  war  in  dem  Jahre  1870  die  von  der  Le- 
neschitzer  Ziegelei  nordostlich  nach  dem  Fusse  des  Rannaiberges  sich  hin- 
ziehende  Lehne,  wo  die  Priesener  Scbichten  zum  Thale  abfallend,  die  Teplitzer 
decken.  Ein  Wolkenbruch,  der  vor  meiner  Ankunft  fiber  die  Launer  Gegend  nieder- 
ging,  bildete  an  der  genannten  Lebne  tiefe  Furchen  und  wuscb  die  verkiesten  Petre- 
facten  aus  dem  miirben  Mergel,  so  dass  Tausende  von  Exemplaren  gesammelt  werden 
konnten.  Gegenwartig  ist  die  Localitat  durcb  Waldcultur  ziemlich  unzuganglich 
geworden. 

Verzeichniss  der  am  Fusse  des  Berges  Rannai,  oberhalb  der 
Leneschitzer  Ziegelei  aufgefundenen  Petrefacten. 


Belemnites  sp.  (Pliragmaconus  und 
I'Yagmente). 

Nautilus  Reussi,  Fr. 

Ammonites  (Schlonbachia)  Germ  a  r  i 
Reuss,  sp. 

Ammonites   (Placenticeras)   D'Orbig- 
nyanus,  Gein. 

Ammonites  (Phylloceras)bizonatus,  Fr. 

Ammonites  (Pachydiscus)  peraniplus, 
Mant.  juv. 

Scapbites  auritus,  Fr. 

Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 

Hamites  verus,  Fr. 

Hamites  Geinitzi,  Fr. 

Ilclicoceras  Keussianum,  Fr. 

Baculites  Faujassi  Lamk.  (var.  bo- 
hem.),  Fr. 

Turritella  Leneschicensis,  Weinz. 

Turritella  multistriata,  Reuss. 

Turritella  acicularis,  Reuss. 

Turritella  Noeggeratbiana,  Goblf. 

Scala  decorata,  Gein. 

Scala  Pbilippi,  Reuss. 

Natica  Genti,  Sow. 

Natica  vulgaris,  Reuss. 

Natica  acutimargo,  Rom. 

Rissoa  Reussi,  Geinitz. 

Turbo  decemcostatus,  v.  Bucb. 

Trochus  Engelhardti,  Gein. 


Solarium  baculitarum,  Gein. 
Xenophora  onusta,  Nils. 
Aporrbais  stenoptera,  Goldf. 
Aporrhais  Reussi,  Gein. 
Rapa  cancellata,  Sow. 
Fusus  Nereidis,  v.  Miinst. 
Cerithium  pseudoclatbratum,  D'Orb. 
Gerithium  fasciatum,  Reuss. 
Cerithium  binodosum,  Riim. 
Cancellaria  sculpta,  Reuss,  sp. 
Neptunea  Leneschicensis,  Weinz. 
Mitra  Roemeri,  Reuss. 
Oylicbna  cylindracea,  Gein. 
Acteon  ovum,  Duj. 
Acteon  doliolum,  Mull. 
Acteonina  lineolata,  Reuss. 
Dentalium  polygonum,  Reuss. 
Carditta  tenuicosta,  Sow. 
Astarte  acuta,  Reuss. 
Nucula  semilunaris,  v.  Bucb. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Area  striatula,  Reuss. 
Modiola  tetragonus,  Reuss. 
Tell ina  concentrica,  Reuss. 
Ostrea  Frons,  Park. 
Exogyra  lateralis,  Nils. 
Parasmilia  centralis,  Mant. 
Trochocyathus  Harveyanus,  M. 
Ventriculites  angustatus,  R5m. 


27 

Ausser  diesen  sicher  aus  den  Priesener  Schichten  eingesammelten  Arten, 
fanden  sich  in  dem  eingesammelten  Materiale  auch  Arten,  die  den  tiefer  liegenden 
Teplitzer  Schichten  angehoren: 

Ostrea  semiplana.  Magas  Geinitzi. 

Terebratulina  rigida  Rhynchonella  Cuvieri. 

Die  in  Leneschitz  eingesammelten  Arten  stammen  aus  dem  Niveau  der 
Gastropodenschichte  des  Priesener  Profits.  Die  Verkiesung  trifft  man  auch  dort 
z'iweilen  an,  wiilirend  sie  hier  zur  Ilegel  wurde.  Der  Kern  der  Leneschitzer  Petre- 
facten ist  noch  uuversehrter  Schwefelkies,  wahrend  die  Aussenfliiche  in  Braun- 
eisenstein  umwandelt  ist  und  zuweilen  prachtvoll  irrisirt. 

Einen  giinstigen  Einblick  in  die  Gliederuug  der  Priesener  Schichten  ver- 
sPi-ach  der  „Abhang  des  Berges  Chlum  oberhalb  des  Maierhofes  Zajezi"  der 
•lurch  tiefe  Wasserrisse  aufgeschlossen  ist,  der  aber  der  Armut  an  Petrefactcn 
wegen  wenig  Belehrung  brachte. 

Auf  die  gut  als  untersten  Absatz  sichtbaren  Teplitzer  Schichten  folgen 
Zl|wst  schwarzliche  Mergel,  die  wohl  der  Nuculaschichte  des  Priesener  Profils  ent- 
sPrechen  diirften,  dann  folgen  ockrige  Schichten  mit  zahlreichen,  ganz  verwitterten 
Kiesconcretionen  von  Nuss-  bis  Faustgrosse.  (Auf  diesen  gedeihen  Weichselbiiume.) 
Nun  folgen  graue,  petrefactenleere  Lagen,  bei  denen  man  keinen  Anhaltspunkt  zur 
Ahersbestimmung  findet.     (In  halber  Hohe  derselben  gedeihen  Nussbaume.) 

Die  hochsten  Schichten,  die  mit  Agatbiiuinen  bepfianzt  sind,  zeigten  an  den 
aDgeregneten  Flachen  sparsame  Reste  von  verkiesten  Petrefacten,  welche  man  von 
}li«-  dann  bis  zu  dem  reichen  Leneschitzer  Fundort  verfolgen  kann.  Von  der  Sphiiro- 
s'dei'itschichte  ist  nichts  wahrzunehmen. 

Die  microscopische  Untersuchung  dieser  an  grosseren  Petrefacten  armen 
Schichten,  diirfte  urn  so  wiinschenswerther  erscheinen,  musste  aber  der  Zukunft 
uWlassen  werden. 

Weiter  ostwarts  am  Fusse  des  Iloblik  und  der  folgonden  kleinen  Basalt- 
kllPpen  wurde  offers  nach  Braunkohle  geschiirft  und  ich  erhielt  aus  einem  Versuch- 
feau  Scaphites  Geinitzi. 

Erst  weiter  oberhalb  Vrsovic  fanden  wir  an  einer  „Cornodol"  genannton 
Localitat  einen  tiel'en  Wasserriss,  welcher  interessante  Versteinerungen  lieferte.  Das 
Gestein  ist  hell  ockergelb  und  entspricht  im  Alter  der  Gastropodenschichte  des 
inesener  Profils. 

verzeichniss  der  in  der  Sehlucht  „Cernodoly"  oberhalb  Vrgovic  bei 
Laun  gesammelten  Petrefacten 

•Aim  Theil  gesammelt  vom  Lelirer  Herrn  Feigel. 

smeroides  Lewesiensis,  Ag.  Ammonites  (Acanthoceras)  dentatocari- 
ycnodus  cretaceus?  Ag.  natus,  Romer. 

lado°yclus  Strehlensis,  Gein.  Ammonites  (Cosmocoras) Schlonbachi, 

Alnmonites  (Schlonbachia)  Germari,  Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 

<>IIKS-  Scaphites  auritus,  Fr. 


T, 


28 


Hainites  bohemicus,  Fr. 
Helicoceras  Beussianum,  Gein. 
Turritella  acicularis,  Reuss. 
Turritella  multistriata,  Reuss. 
Turritella  Noeggerathiana,  Goldf. 
Natica  vulgaris,  Reuss. 
Rissoa  Reussi,  Gein. 
Trochus  Engelhardti,  Gein. 
Guilfordia  acantliochila,  (Weinz), 
Solarium  baculitarum,  Gein. 
Aporrhais  stenoptera,  Goldf. 
Aporrhais  megaloptera,  Reuss. 
Aporrhais  subulata,  Reuss. 
Cerithium  pseudoclathratum,  D'Orb. 
Cerithium  binodosum,  Rom. 
Cerithium  fasciatum,  Reuss. 
Mitra  Roemeri,  Reuss. 
Cylichna  cylindracea,  Gein. 
Acteon  doliolum,  Mull. 
Capulus  ? 

Dentalium  polygonum,  Reuss. 
Dentalium  glabrum,  Gein. 
Cai'dium  semipapillatum,  Reuss. 


Oarditta  tenuicosta,  Sow. 
Eriphyla  lenticularis,  Goldf. 
Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Pectunculus  insculptus,  Reuss. 
Area  undulata,  Reuss. 
Area  striatula,  Reuss. 
Modiola  tetragonus?  Reuss. 
Pholadomya  ? 

Gastrochaena  amphisbaena.  Gein. 
Tellina  concentrica,  Reuss. 
Venus  subdecussata,  Rom. 
Venus  laminosa,  Reuss. 
Corbula  caudata,  Nils. 
Gervillia  solenoides,  Defr. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
Pecten  Dujardini,  Rom. 
Lima  (granulata  ?)  D'Orb. 
Exogyra  lateralis,  Sow. 
Ostrea  semiplana,  Sow. 
Haplostiche. 
Trochamina  irregularis,  P.  et  J. 


3.    Umgebung  von  Wunic. 

Eine  weitere  Gelegeuheit  zum  Einblick  in  den  Bau  der  Priesener  Schichten 
am  linken  Egerufer  bietet  der  Weinberg  bei  Wunic,  unweit  von  Kostic.  Ueber  den 
am  Egerufer  zu  Tage  tretenden  Teplitzer  Schichten  sieht  man  am  Siidabhange  des 
genannten  Berges  entblosste  Priesener  Schichten,  an  denen  man  von  weitem  eine  Ab- 
wechslung  von  grauen  und  gelblichen  Lagen  wahrnimmt,  die  bei  niiherer  Unter- 
suehung  keine  Spur   von  deutlichen  Petrefacten  wahrnehmen  lassen. 

Erst  am  Gipfel  des  Berges  sind  die  Rander  einer  festeren  Schichte  zugiing- 
lich,  die  weissliche  spaltige  Platten  liefert,  in  denen  viele  Eischschuppen  und  mehrere 
fiir  die  Gastropoden-  und  Spharosideritschichte  des  Priesener  Profits  bezeiehnende 
Arten  vorkamen.  (Einige  Arten,  welche  Reuss  aus  Wunic  anfuhrt,  stammen  aus  dem 
Orte  selbst,  in  welchem  die  Teplitzer  Schichten  zuganglich  siud.) 


Verzeichniss  der  am  Weinberg  bei  Wunic  vorgefundenen  Petrefacten. 


Coprolith. 

Cyclolepis  Agassizi,  Gein. 
Osmeroides  (Lewesiensis),  Ag. 
Osmeroides  divaricatus,  Gein. 


Cladocyclus  Strehlensis,  Gein. 
Amm.  (Acanthoceras)   dentatocarinatus, 
Romer.  [Gein. 

Amm.  (Placenticeras)  D'Orbignyanus, 


29 


Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 

dosus,  Rom. 
Baculites.  , 

Voluta  Roemeri,  Gein. 
Dentalium  glabrum,  Gein. 
Dentalium  medium,  Sow. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Pinna  decussata,  Goldf. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
Pecten  Dujardini,  Rom. 
Ostrea  juv. 
Annomia  immitans,  Fr. 


var,  bino-  Terebratulina  chrysalis,  Schlott. 

Ventriculites  angustatus,  Rom.     Haufig 
mit  Radiolarien  an  Diinnschliffen. 

Ventriculites  sp. 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 

Frondicularia  angustata,  Nils. 

Flabellina  cordata,  Reuss. 

Trochamina  irregularis,  P.  et  Jon. 

Thocosphaera  spongiarum,  Perner. 

Dictyomitra  conulus,  Perner. 

Dictyomitra  multicostata,  Zittel. 

Druppula  convoluta,  Perner. 
Stylodictya  Haekeli,  Zittel. 


4.    Umgebnng  von  Bohm.  Kamnitz  und  Bohm.  Leipa. 

Wir  gehen  nun  zur  Betrachtung  der  am  rechten  Elbeufer,  in  der  ostlichon 
llalfte  Bohmens  entwickelten  Reste  der  Priesener  Schichten  liber.  In  der  That 
sind  es  nur  kleine  Reste  der  ehemaligen,  iiber  einen  grossen  Theil  des  nordlichen 
Bohmens  ausgedehnten  zusammenhangenden  Decke  der  Ablagerungen,  mit  deren 
Betrachtung  wir  uns  befassen. 

Die  Hebung  der  Basalt-  und  Phonolitmassen  zerriss  das  einst  zusammen- 
hangende  Complex  in  zahlreiche  kleine  Triimmer,  verdeckte  dieselben  oder  gab 
sie  der  Abschwemmuug  preis.  Es  kann  nicht  Aufgabe  der  vorliegenden  Arbeit 
sein,  alle  diese  Reste  aufzuziihlen,  die  meist  correkt  auf  den  Karten  der  k.  k. 
geol.  Reichsanstalt  bezeichnet  sind,  sondern  man  muss  sich  auf  Beachtung  einzelner 
guter  Aufschliisse  beschranken,  welche  den  palaeontologischen  Charakter  dieser 
Schichten  erkennen  lassen. 

Zu  der  Erhaltung  der  Priesener  Schichten  trug  deren  Ueberlagerung  mit 
Quadorn  der  Chlomeker  Schichten  bei,  unter  deren  Randern  sie  in  der  Gegend 
zwischen  Bohm.  Kamnitz  und  Bohm.  Leipa  hervortrcten. 

So  findet  man  in  der  Umgebung  von  Bohm.  Kamnitz  unter  Resten  der 
Chlomeker  Schichten,  die  Priesener  Schichten  in  Wasserrissen  und  Bachbetten  an- 
stehen  und  solche  Stellen  beutete  seiner  Zeit  der  fleissige  Petrefacten-Sammler 
Grohmann  aus  und  versah  damit  das  Museum  zu  Dresden,  Prag  u.  s.  w. 

Zur  Zeit  des  Bahnbaues  wurden  in  der  Gegend  des  jetzigon  Bahnhofes 
die  uns  beschaftigenden  Schichten  in  grosserem  Umfange  aufgeschlossen  und  aus 
der  Zeit  stammen  die  in  nachstehendem  Verzeichnisse  angefiihrten  Petrefactenfunde. 

Verzeichniss  der  bei  Bohmisch  Kamnitz  vorgefundenen  Petrefacten. 

Zum  grosston  Theile  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Grohmann. 

Osmeroides  Lewesiensis,   Agass.  A.  (Placenticeras)  D'Orbignyanus,  Geiu. 

Otolith.  Ammonites. 

Scaphites  Geinitzi,  D'Orb.  Hamites. 


30 


Helicoceras. 

Baculites. 

Turritella  multistriata,  Reuss. 

Natica  vulgaris,    Reuss. 

Turbo  decemcostatus,  Reuss. 

Trochus  Engelhardti,  Gein. 

Solarium  baculitarum,  Gein. 

Aporrhais  megaloptera,  Reuss, 

Aporrhais  subulata,  Reuss. 

Aporrbais  coarctata,  Gein. 

Ceritbium. 

Voluta  elongata,  Sow. 

Mitra  .Roemeri,  D'Orb. 

Cylicbna  cylindracea,   Gein, 

Acteonina  lineolata,  Reuss. 

Avellana  Humboldti,  Muller. 

Dcntalium  glabrum,  Gein. 

Dentalium  medium,  Sow. 

Isocardia. 


Nucula  semilunaris,  v.  Bucb. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Leda  siliqua,  Goldf. 
Pectunculus  insculptus,  Reuss. 
Area  undulata,  Reuss. 
Area  striatula,  Reuss. 
Tellina  concentrica,  Reuss, 
Tellina  tenuistriata,  Reuss. 
Venus  laminosa,  Reuss. 
Avicula  pectinata,  Sow. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Pecten  squamula,  Lam. 
Ostrea  Wegmaniana,  D'Orb. 
Brachiopod. 
Cytherella. 
Trochosmilia. 

Cristollaria  rotulata,  D'Orb. 
Flabellina  cordata,  Reuss. 
Platanus  laevis,  Velon. 


Einen  neuon  ausgicbigen  Fundort  eruirte  ich  beim  Orte  Waldek  unweit 
Bensen,  wo  das  stcile  Ufor  des  Baches  von  Baumwuchs  ganz  maskirt,  una  viele 
neue  Arten  lieferte  und  wohl  verdienen  wiirde,  von  einem  Localsammler  emsig 
ausgebeutct  zu  werden. 


Verzeichniss  der  am  Bache  bei  Waldek  unweit  Bensen 
aufgefundenen.  Petrefacten. 


Enchodus  Halocyon  Ag.,  Zahn. 
Osmeroides  Lewesiensis,  Ag. 
Cyclolepis  Agassizi,  Gein. 
Saurocepbalus  marginatus,  Reuss. 
Otolith? 
Nautilus  juv. 

Scaphites  Goinitzi,  D'Orb. 
Helicoceras  Reussianum,  Fr.  Grosses 

4  cm  breites  bedorntes  Fragment. 
Hamites  (Nr.  13). 
Baculites.  Sehr  grosse  20  mm  breite 

Wohnkammer. 
Natica  vulgaris,  Reuss. 
Solarium  baculitarum,  Gein.  V 
Turbo?  (Nr.  46). 
Turbo,  n.  sp. 

Trochus  Engelhardti,  Gein. 
Aporrhais  stenoptera,  Goldf. 


Aporrhais  Reussi,  Gein. 
Aporrhais  megaloptera,,  Reuss. 
Aporrhais  subulata,  Reuss. 
Ceritbium  fasciatum,  Reuss? 
Voluta  elongata,  D'Orb. 
Mitra  Roemeri,  D'Orb. 
Cylichna  cylindracea,  Gein. 
Acteonina  lineolata,  Reuss. 
Avellana  Humboldti,  Mull. 
Acmea  depressa,  Gein.  (laevis?) 
Dentalium  medium,  Sow. 
Isocardia  ? 

Astarte  nana,  Reuss. 
Eriphyla  lonticularis,  Goldf. 
Nucula  semilunaris,  v.  Ducli. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Leda?  n.  sp. 
Pectunculus  insculptus,  Reuss. 


31 


Area  Geinitzii,  Reuss. 
Area  undulata,  Keuss. 
Venus  laminosa,  Reuss. 
Corbula  caudata,  Nils. 
Gerwillia  solenoidos,  Defr. 
Mytilus,  n.  sp. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
Ostroa  hippop.  vat-,  vesical. 
Ostrea  Wegmaniana. 
Brachyopod.  n. 


Cytherella  ovata,  Rom. 
Ophioglypha,  sp. 
Hemiaster  regulusanus,  D'Orb. 
Trochosmilia. 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 
Dentalina  ? 
Nodosaria  Zippei. 
Chondrites. 
Erenelopsis  boliemica. 


Nach  diesem  Verzeiclmiss  sielit  man,  dass  die  Fauna  dieser  Gegend  mit 
deijeiiigen  der  Umgebung  von  Laun  ganz  iibereinstimmt  und  die  zugangliclieu 
Schichten  den  Gastropodeuschichten  des  Priesener  Profils  entsprechen. 

Auf  dem  Wege  von  Waldek  nach  Bohm.  Leipa  trafen  wir  bei  Straussnitz 
die  Schurfung  eines  Schachtes  in  voller  Thatigkeit,  der  auf  Kosteu  der  Burger  von 
Bohm.  Leipa  angelegt  wurde,  urn  Braunkohle  zu  finden.  Auf  der  Halde  lagen  viele 
Versteinerungen  der  Priesener  Schichten  als  klarer  Beweis,  dass  man  in  Schichten 
von  marinem  Ursprunge  schiirft,  die  sich  viel  friiher  als  die  Braunkohle  abgelagert 
habeu.    Ich  fand  daselbst: 

Aporrhais.  Nucula  semilunaris. 

Rissoa.  Area,  sp. 

Troehus  Engelbardti.  Cristellaria  rotulata. 

Cylichna.  Frondicularia  angusta. 

Meine  diesbeztiglichen  Erlauterungen  wurden  vom  Betriebsleiter  sehr  un- 
gnadig  aufgenommen  und  bemerkt :  „ u n d  was  denn,  w e n n  do ch  Braunkohle 
darunter  ist."  Als  ich  in  einigen  Wochen  die  Stelle  wieder  passirte,  waren  die 
Arbeiten  eingestellt. 

In  der  Gegend  von  Bohm.  Leipa  sind  in  neueror  Zeit  durch  die  Einsclmitte 
der  Tannenberger  Bahn  die  Priesener  Schichten  mehrfach  aufgeschlossen  worden, 
ohne  irgend  wo  Petrefacten  in  beaclitenswerther  Menge  zu  liefern.  Siidlich  vom 
geuannten  Orte  am  Eisenbahneinschnitte  bei  Aschendorf  gelang  es  auf  den  abge- 
I'egneten  Boschungen  eine  Partie  verkiester,  sehr  schlecht  erhaltener  Petrefacten 
zu  finden. 


Verzeiclmiss  der  im  Eisenbahneinschnitt  von  Aschendorf  bei 
Bohmisch  Leipa  aufgefundenen  Petrefacten. 


Scapliites  Geinitzi. 
Baculites. 
Natica  vulgaris. 
Natica  Genti. 
Aporrhais  stenoptera. 
Troehus  Engelbardti. 


Mitra  Roemeri. 
Rissoa  Reussi. 
Avellana  Humboldtiana. 
Ostrea  semiplana. 
Trochocyathus. 
Scyphia,  sp. 


32 


5.    Umgebung  von  Leitmeritz  and  Grabern. 

Am  Sudabhange  des  Mittelgebirges,  in  dcr  Gegend  von  Leitmeritz  Bind 
die  Triesener  Schichten  nur  in  der  Facies  der  weissen  klingenden  Inoceranaen- 
pliiner  entwickelt,  welche  den  tiefsten  Lagen  entsprechen.  Die  Teplitzer  Schichten 
gehen  ganz  allmfthlig  in  dieselben  iiber,  wie  man  am  Wege  von  den  Kalkbriicben 
am  Gaubenhofe  nach  Michelsberg  beobachten  kann.  Sie  nehmen  die  Gipfel  der 
Anhohen  urn  Leitmeritz  herum,  welche  mit  Weingarten  bedeckt  sind  ein  und  Bind 
nirgends  zum  Studium  giinstig  aufgeschlossen.  Die  Terassen  in  den  "Weingarten 
sind  aus  diesen  Inoceramenplanern  gebaut  und  die  schmalen  Gassen  mit  dercn 
Triimmern  bedeckt.  Nur  jemand,  der  langere  Zeit  in  der  Gegend  lebt,  diirftc 
gelegentlich  bei  Anlegung  oder  Aenderung  eines  Weingartens  in  die  Lage  kommen, 
bessere  Einsicht  in  die  Schichtenfolge  und  in  deren  Fauna  zu  gewinnen. 

Zwischen  Auscha  und  Bohm.  Leipa  fand  schon  Reuss  bei  Grabern  die 
Priesener  Schichten  in  der  Form  wie  bei  Luschitz  und  Priesen  entwickelt.  Sie 
sind  wenig  in  der  Niihe  des  Ortes  zuganglich  und  ich  fand  daselbst  im  Jahre  1865 
folgende  Arten: 


Scaphites.  Jugendstadien. 
Baculites  mit  Embrionalkammern. 
Natica  canaliculata. 
Solarium  baculitarum. 
Dentalium  glabrum. 


Venus  laminosa. 
Pholadomya  decussata. 
Nucula  semilunaris. 
Cristellaria  rotulata. 
Alles  sehr  schlecht  erhalten. 


Die  Schliimmung  zoigte  wenig  Foraminiferen,    etwas  Glauconit  und   rauhe 
Schwefelkieskugeln. 


Dcr  Soviceberg  und  die  (legend  von  Melnik,  Vysoka,  Repin, 
Chotetov  und  Bendtek. 

In  alinlicher  Facies  wie  in  der  Gegend  von  Leitmeritz  flnden  wir  die  Prie- 
sener Schichten  in  der  Gegend  von  Raudnitz  und  am  Soviceberg  *)  als  weisse  Ino- 
ccramenpliiner  auf  den  Teplitzer  Schichten. 

Da  Prof.  Zabalka  in  der  Gegend  lange  Jahre  sammelt  und  eine  ausfuhr- 
liche  Publication  daruber  vorbereitet,  so  will  ich  ihm  nicht  vorgreifen  und  gehe 
zur  Schilderung  der  auf  den  Anhohen  ostlich  von  Melnik  auftretenden  Partien,  der 
uns  beschaftigeuden  Schichten  iiber. 

Die  flache  Decke  der  Kreideablagerungen  tragt  bei  Vysoka,  Stfemy,  Hostin, 
Repin  und  Slivno  kleine  Schollcn  der  weissen  Inoceramenplaner.  Sie  liegon  auf 
lettigen,  etwa  1  m  machtigen  Mergeln,  die  (lurch  Haplopliragmium  irregulare  und 
Terebratula  semiglobosa  sich  als  Repriisentanten  der  Teplitzer  Schichten  erweisen. 
Hire  hochstcn  Lagen  sind  durch  Callianassa  brevis  und  Stenocheles  charakterisirt. 
Auf  den  Handstttcken  gewahrt  man  ausser  verdrilckten  Inoceramen  noch  Micraster, 
Holaster,  Fischschuppen  und  Aptyclien. 


*)  Vergloiche  Teplitzer  Schichten  pag.  44,  Profll  Nr.  15. 


Die  Dlinnschliffe  zeigen  eiiie  von  jener  der  Teplitzer  Schichten  ganz  abwei- 
chende  Structur.  Die  Grundmasse  ist  feinkornig  und  zeigt  am  senkrechten  Scldiff 
Reihen  liorizontaler  Korner.  Durch  die  Grundsubstanz  Ziehen  verzweigte  belle,  uncon- 
touvirte  Adorn,  welche  etwas  ganz  cliarakteristisches  siud,  da  wir  sie  viel  welter 
ostlich  bei  Ciiioves  auch  treffen  werden. 


3 


Fig.  16.    Senkrcchter  Schliff  riurch  die  weisscn  Inoceramenplaner  von  Hostin 
"•  1.    Hollo   unoontourirte  Adern.    2.  Horizontalo  Reihen    dunkler  Korner.    3.  Sohr  feinkOrnige 

Grundmasse.    Vergr.  40mal.    Nr.  dos  Orig.  89. 

''■  Eine  Partie  desselben   Schliffes    starker  vergrOssert.    1.  Horizontalo  Korncrreihe.    2.  Gruppe 

V0|i  SandkOrnern.    8.  Glauconit.   4.  Sckwarze  Kerne.   5.  und  6.  Foraminiferenkammern.    7.  Rost- 

rothe  Kerne  init  hell,  Saum.    8.  Prism  en  von  Inocoramenschalen?    9.  Vivianit. 


Fig.  17.    Flachenschnitt  durch  den  weissen  Inoceramenplaner  von  Stremy. 

"•■  i-  Radiolarie?  2.  Foraminlferen.   8.  Feine  Sandkflrner.  4.  Feine  Grundmasse.  6.  Globi- 

gerina.    Vergr.  40mal.    Nr.  des  Orig.  97. 
''■  Eine  Partie  desselben  starker  vergrOssert.    1.  QuarakOrner.    2.  Foraminiferonkammern. 

8.  Schwarze  Korner.     4.  Vivianit. 


Bei  schwacber  40maliger  Vergrosserung  sind  sebr  wenig  Foraminiferen 
waliniolunbar.  Bei  L40maliger  Vergrosserung  siebt  man  hie  und  da  Fragmente  und 
einzelne  Kammem  von  Foraminlferen,  dann  Glauconit,  Gruppen  von  feinen  Quarz- 
wrnern,;  Vivianit,  schwarze  Kerne  und  Brauneisensteinausilillungen  von  Kainniern 
n'it  hellem  Saume. 

Boi  Stremy  zeigt  die  Grundmasse  bei  starker  Vergrosserung  ungewohnlich 
Vlel<<  Quarzkorner. 

.  Die  Inoceramenplaner   sind   in   der  Begel  in   der  Nilbe  der  Ortschaften, 

)ebufs  Gewinnung  von  Bausteinen  aufgeschlosscn,    welche   ibre  tieferen  Lagen  in 

3 


34 

sehr  zweifelhafter  Qualitat  liefera,  derm  derselbe  halt  keinen  Anwurf.  Ich  sammelte 
wiederholt  an  verschiedenen  Localitaten,  sandte  audi  Herrn  Bukovsk^,  einen  sehr 


•■:  1          1 1 

t  _ 

Fig.  18.    Steinbruch  zwischen  Stremy  und  Jenichov. 
I.  Letten  der  Teplitzer  Schichten.    2.  Eiaensclrichto  1-CO  m.    8.   Graue  mitrbc   Schichte  1'60  m. 

4.  Flatten j)l  aner  50  cm.    5.  Ackerkrume, 


r. 


■^^Mtt^.^}dat&**dmalMiil^<*c*w^.m, 


*Jk,6 


i^^W^BB 


Fig.  19.    Profll  im  Steinbruche  des  Herrn  Pixa  (Nr.  85.)  in  Hostin  n'drdlich  von  Bischitz. 

I.  Lettige  Merge!  1  m  mit  Ilaplophragmium  irrcgulare.  Teplitzer  Schichten,  '•^^^."gP^i^f 

Terebratula 

gewonnen 

planer  mit 


e  Mergcl  1  m  mit  Ilaplophragmmm  irrcgulare.  Teplitzer  Hcmonten,  weiier  net  ciepiu  uio 
ula  semiglobosa  fiihrend.  2.  Blaulicho  l'lattenplaner.  8.  Feste  Bank,  die  als  Baustein 
n  wird.  4,  Hattcnplaner  „KridIak"  mit  Inocoramen.  5.  Die  diinnsten  weissen  Platten- 
lit  Callianassa  brevis   2—5.  Priesener  Schichten  3  m  machtig.    8.  Sehr  schwache  Acker- 


krume. 


strebsaraen  Palaeontologen  in  die  Gegend  und   erhielt  manches  vom  Herrn  Jansa, 
Lehrer  in  Repin,  aber  dennoch  ist  das  Verzeicbniss  der  Arten  sclir  klcin. 


Otodus  appendiculatus 
Oxyrluna  angustidens 
Osmeroides-Schuppen 
Cyclolepis  Agassizi  . 
Dercetis  ?  .  .  .  . 
Aptychus     .... 


Vysoka 

Hostin 

Repin 



— 

+ 

— 

+ 

— 

+ 

+ 

+ 

+ 

— 

+ 

— 

+ 

+ 

+ 

35 


t 
Inoceramus  Cuvieri  .    . 
Pecten  Nilssoni    .    .     . 

Anomia 

Ostrea  Mppopodium  .  . 
Rhynchonella  (cf.  pisum) 
Callianassa  brevis  .  . 
Stenocheles       .... 

Holaster 

Micraster 

Cristellaria  rotulata  .  . 
Sequoia  Reichenbachi  . 
Confervites  fasciculatus  . 


Ausser  den  in  dieser  Gegend  deutlich  zu  Tage  tretcnden  Resten  der  Prie- 
sener Schichten  gibt  es  in  der  Gegend  von  Kuttenthal  und  Bezno  kleine  von  Vege- 
tation ganz  verdeckte  Partien,  auf  welchen  in  der  Eegel  ein  Dorf  angelegt  ist,  weil 
die  nassen  Letten  die  Anlegung  von  Brunnen  begiinstigen,  wahrend  die,  solche  Inseln 
"Wgebenden  Tscrschicliten  zu  diesem  Zwecke  nicht  tauglich  sind  und  man  erst  tief 
unter  denselben  das  Wasser  erreichen  mochte. 

Diese  Ortschaften,  welche  auf  den  Priesener  Scliichten  in  dieser  Gegend 
angelegt  sind,  pflegen  zur  Zeit  von  Choleraepidemien  ganz  besonders  zu  leiden. 


Vysoka 

Ilostin 

Repin 

+ 

+ 

— 

+ 

— 

+ 

— 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

■ — 

— 

+ 

+ 

— 

+ 

+ 

+ 

6.     Umgebung  von  Sichrov,  TuFD.au  und  Grossskal. 

Nordwestlich  von  Turnau  liegen  fragliche  Scliichten  unbedeckt  oberhalb  des 

unels  von  Sichrov.    Sie  haben    da  eine  rauhe,    etwas  sandige,  miirbe  Beschaffen- 

leit,  die  ziemlich  von  dcm  gew51mlichen  Aussehen  der  Priesener  Scliichten  abweicht 

111,(1  wir  werden  dieselben  ganz  ahnlich  in  Turnau  selbst  finden.    Es  scheinen  dies 

Uebergangsschichten  zwischen  den  Teplitzer  und  den  Priesener  Scliichten  zu  sein, 

a°nn  man  begegnet  hier  Arten,  wie  Eryphila  lenticularis  und  Area  subglabra,  welche 

mau  gewohnt  ist,  in  viel  tieferen  Schichten  in  dieser  Grosse  und  Erhaltungsweise 

^zutreffen.     Es    mag   dies   mit   dem  Umstande  zusammenhangen,    dass  sich  diese 

chichten  nahe  am  ehemaligen  Meeresufer  abgelagert  haben. 

Der  Dunnschliff  zeigt  sparsame  Foraminiferen  und  Spongiennadeln,  etwas 
Glauconit  in  grossen  langlichen  Stiicken,  danu  grosse  Partien  von  schwarzem  De- 
j|  ''"s,  so  wie  auch  die  Kammern  der  grosseren  Foraminiferen  mit  schwarzer  Masse 
^billt  sind.  Stellcnwcise  sind  grossere  Partien  von  zusammenhangenden  Quarz- 
c°rnern  wahrzunehmen.    Von  grosseren  Petrefacten  wurden  folgende  gefunden. 

"erzeichniss  der  oberhalb  des  Tunels  bei  Sichrov  aufgefundenen 

Petrefacten. 
^oprolites.  Baculites,  sp. 

Fischschuppen  auf  Lepidenteron,  Fr.    Turritella  multistriata,  Reuss. 
Scaphitea  Geinitzi,  D'Orb.  Natica  vulgaris,  Reuss. 

8* 


36 


Trochus,  sp. 

Trochus  Engelhardti,  Gein. 

Aporrhais  stenoptera,  Goldf. 

Aporrhais  megaloptera,  Reuss. 

Papa  costata,  Rom, 

Cerithiuin,  sp. 

Voluta  elongata,  D'Orb. 

Acteon  ovum,  Duj. 

Dentalium  polygonum,  Eeuss. 

Cardium  lineolatum,  Reuss. 

Isocardia  sublunulata,  D'Orb. 

Cardium  lineolatum,  Reuss. 

Eriphyla  lenticular  is,  Goldf. 

Nucula  pectinata,  Sow. 

Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 

Nucula  Mantelli,  Gein.  ? 


Area  subglabra,  D'Orb. 

Area  undulata,  Reuss. 
Area  striatula,  Reuss. 
Venus  subdecussata,  Rom. 
Modiola  tctragonus,  Reuss. 
Gastrochaena  amphisbaena,  Gein. 
Leguminaria  truncatula,  Reuss. 
I'anopaea  gurgitis,  Brongn. 
Tellina  concentrica,  Reuss. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow, 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
Pecten  curvatus,   Gein. 
Lima  granulata  ?  D'Orb. 
Ostrea  semiplana,  Sow. 
Anomia  subtruncata,  D'Orb. 
Scalpellum  quadricarinatum,  Reuss. 


In  der  niichsteu  Umgebung  von  Turnau  Bind  die  Priesener  Schichten  auf 
tier  Anhohe  von  Ilrustic  unterhalb  der  Kirche  zu  beobachten,  abcr  ganz  verdeckt 
und  ibre  Gegenwart  vcrrath  sich  hauptsiiclilicb  (lurch  die  starke  Quelle,  welche 
cine,n  mit  Chara  verwachsenen  Tumpel  bildet,  von  wo  das  Wasser  auf  den  Markt- 
platz  in  Turnau  geleitet  wird.  Audi  oberhalb  des  Profils  von  Dolanek  (Iserschichton 
pag.  46)  sielvt  man  ganz  oben  an  unzuganglicher  Stellc  das  Wasser  durchsickern,  was 
damit  zusammenhangt,  dass  die  Priesener  Sehichtcn  von  Ilrustic  bis  hierher  reichen. 

In  der  Ziegelei  in  Turnau  wurden  im  Jalire  L876  beimTeufen  eines  Brun- 
nens  sandige  murbe  Mergel  zu  Tage  gefordert,  welche  denen  von  Sichrov  sowohl 
im  Aussehen,  sowie  auch  der  Fauna  nach  gleichen. 

Verzeichniss  der  aus  einem  Brunnen  in  der  Ziegelei  in  Turnau 

gesammelten  Arten. 


Lamna  raphiodon,  Ag. 

liCpidenteron,  Fr. 

Scaphites  (ieiuitzi,  D'Orb. 

Helicoceras  Reussianum,  Gein, 

Turritella  multistriata,   lieuss. 

Aporrhais. 

Avollana. 

Dentalium  polygonum,  Reuss. 

CJardium  scmipapillatum,  D'.ouss. 

Isocardia  gracilis  V  Fr. 

Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 

Leda  siliqua,  Goldf. 

Area. 

Area. 

Pinna  decussata,  Goldf. 

Solen. 


Leguminaria. 

Modiola  tctragonus,   Reuss. 

Pholadomya  aequivalvis  V  D'Orb. 

Venus? 

Tellina, 

Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 

Pecten  curvatus,  Gem. 

Ostrea  semiplana,  Sow. 

Ostr.  hyppopod.  var.  vesicul,  Nils. 

Anomia  subtruncata,,  D'Orb. 

Pollicipes  V 

Stell  aster. 

Frondicularia  angusta,  Nils. 

Frondicularia. 

Flabellina  elliptica,  Nils. 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 


37 


Der  Dunnschliff  zeigt  sehr 
viole  Spongiennadeln  unci  auch 
so  viel  schwarze  Masse#  wie  der 
von  Sichrov.  Von  Radiolarien 
fond  hier  Perner  Cromy  omma 
Perplexum  Stohr. 

In  grosserem  Umfange  lia- 
ben  sich  diePriesenerSchich- 
ten  unter  der  Decke  der  Chlo- 
meker  Quadersandsteine  erhal- 
ten,  welche  zwischen  Grossskal, 
Jicin  und  Sobotka  sich  ausbrei- 
tet  und  ihre  Erhaltung  den  Ba- 
saltstromen  verdankt ,  welche 
z-  B.  am  Berge  Muzsky  und 
Vysker  zu  Tage  treten.  (Vcrgl. 
Prof.  Krejcl  Archiv  ftir  Landes- 
durchf.  Band  I.  pag.  154.) 

Dieselben  sind  regelmassig 
von  dem  Sande  der  zerfallenden 
Chlomeker  Schichten  verdeckt 
und  verrathen  ihre  Gegenwart 
durch  machtige  Quellen,  welche 
z-  B.  das  Bad  Wartenberg  ver- 
Sorgen ,  oder  man  wird  nur 
durch  ttppigen  Baumwuchs  am 
"usse  der  Sandsteinfelsen  dar- 
auf  aufmerksam,  dass  hier  die 
feuchten  Priesener  Schichten  der 
Nahrboden  der  Vegetation  sind. 
Beim  ersten  Begehen  der  Ge- 
Sond  machte  es  auf  uns  den 
Eindruok,  als  wenn  diese  Letten 
ftn  die  machtigen  Sandsteinmas- 
S(/u  our  angelagert  waren,  denn 
vielfach  fehlen  sie  sicher  unter 
deii  Sandsteinen  und  sind  die- 
selben  dann  direkt  don  Iser- 
schichten  aufgejagert,  zum  Bei- 
Jpiel  beim  Tun'el  von  Kleinskal. 
pater  iiberzeugten  wir  uns,  dass 
®le  unter  don  Sandsteinen  der 
^nlomeker  Schichten  licgen. 
y:l,el1  HochBtetter  schrieb  fiber 
(iese  prage  und  Ver5jQent1iche 


<f\ 


P 
a. 

i 

* 
a 

P 
CD 

e! 

a 

h 

'--■::. 

io 

a 

"i 

o 

E 

C 

a 

"c 

o 

,2: 

M 

IS 

CD 

1 

03  tg 
S) 
%-      ■ 

XJ  i — i 
>    CD 

CD 

CD 

O 

P 

M 
CD 

d 

CD 

O 

CD  ^ 

n^OT 

N 

s 

CQ 

171 

03 

a 

CD 

O 

r  1 

M 

o 

IB 

> 

F^ 

c: 

E 

ti_ 

CD 

^ 

CD 

03 

CD 

o 

,-i 

"*~" 

,.- 

T3 

.  '."-J 

CJ 

CD 

_g 

JZ 

CD 

IS 

l> 

'? 

o 

o 

R 

B 

*S  C/3  ,j=J 
y        o 

pi 

O 

X)^4    a) 

CJ 

OQ 

'   ■ 

:i 

3 

o 

Pt 
CD 

O 

HI 

a 

Eh 

->-. 

cc 

o 

CD 

a 

tH 

H 

J  i 

feJC 

■o 

O 

Oi   o 

m 

oj 

0) 

OS 

a 

o 

CD 

■■-..' 

d 

03 

a3 

.a 

03 

o 

o 

i 

o 

CD  c3 
CD    M 

3? 

a 

Pn 

a 

CD 

89 

d 

n 

fe 

OS 

h 

Kr 
er  War 

H 
o 

CO 

to 

i 

CO 

CO 

o 

,■/..' 

CD 
■  1 

d 

CD 
b0 

X3 

t> 

u 

03 

ia 

03 

,h' 

\o 

i 

CD 

CQ 

cr1 

C. 

r-Berg 

COM 
-03 

CD 

s 

as 

s 

CD 

Q 

g 

03 

02 

NJ 

o 

o 

Jt 

O 

i 

CP 

'.1.1 

( 1 

>> 

> 

A 

Sh 

a 

E 

- 

—( 

!<§ 

■X         e 

03 
|4 

CD 

H^ 

d 

CD 

CD 

S. 

.     Profil 

Bad  Wa 

e 

03 

1 

s 

3 
a 

o 

CM 

£ 

1 

o 

CD 

03 

g 

>         £ 

X 

09 

r/> 

Ha 

CO 

o 

O 

).' 

ffl 

:2gc 

:> 

d 

1? 

$ 

^ 

o 

CD 

3 

03 

^1 

J 

03 

n 

CD 

q 

2Ph 

d 

p 

03 

^ 

i^ 

CD  ^3 

38 

im  Jabrbuch  der  geol.  Eeichsanstalt  18G8  pag.  247  erne  Abhandlung :  EinDurch- 
schnitt  durch  den  Nordrand  der  bohmischen  Kreideablagerungen 
bei  Wartenberg  unweit  Turnau  (im  Auszug  auch  in  einer  kleinen  Schrift 
iiber  Bad  Wartenberg  1871.  E.  Gregr),  in  welcher  er  die  Angaben  ftlterer  Geologen 
einer  Revision  imterzog  und  nach  dendamaligen  Anscbaunngen  ein  Profil  zu- 
sammenstellte. 

Dies  gescbab  zu  einer  Zeit,  wo  der  palaeontologiscbo  Cbarakter  der  ein- 
zelnen  Scbicbten  nocb  nicbt  so  genau  bekannt  war,  wie  er  es  seitdem  durch  die 
von  mir  im  Archiv  fur  Landcsdurcbforschung  veroffentlichten  Studien.  Dessbalb 
bedarf  sein  Profil  einer  Verbesserung  nach  unseren  neucren  Erfahrungen  und  ich 
stellte  daber  ein  neues  zusammen.  Auch  die  dort.  entworfene  Gliederung  unserer 
Kreideformation  hat  jetzt  keine  Giltigkeit  mehr. 

Auch  das  rrofil  dor  malerischen  Trosky-Felsen  (Fig.  21.)  zoigt  die  Lage- 
rung  der  Priesener  Schichten  (3),  die  Chlomekcr  Sandstcine  (2)  und  den  die  Trosky 


R.  J- 

Fig.  21.     Ideales  Profil  der  Trosky  gegen  Rovensko  (Ji.)  hin. 

,7.  Strasse  nach  Jiftn.  l.  Basalt.  2.  Quadcrsand  der  Ohlomeker  Schichten.  ?>.  Priesener  Schichten. 
8'.  Plastisolie  Thone  (1'riesener?)  am  Fusse  des  Basaltke^nls.   4.  Isorschichtcn-  5.  Weissenberger 

Schichten. 


bildenden  Basalt,  welcber  mit  der  Zeit  von  der  ihn  umhiillenden  Sandsteindockt1, 
durch  Abschwemmung  bofreit  wurde.  An  dom  frei  hervorragenden  Basaltfelsen  trifft 
man  am  Fusse  fette  Lctten  (3'),  welchc  ganz  den  obersten  plastischen  Lagen  der 
Priesener  Schichten  entsprochen,  aber  in  denen  es  nicht  golang,  grcissero  Verstei- 
nerungen  zu  finden  und  bei  denen  auch  die  Schlammung  kein  Resultat  ergab. 

In  abnlicber  Weise  sind  audi  die  Basaltkuppen  Muzsky  und  Vysko!-  von 
Letten  umgeben,  auch  doit  fand  ich  keine  Versteinerungen. 

Es  ist  schwer  zu  entsclieiden,  ob  diese  Letten  durch  den  Basalt  aus  der 
Tiefe  geboben  wurden  oder  ob  sich  diesclben  erst  nach  Ablagerung  der  Chlomeker 
Sandstcine  gebildet  haben. 

Es  gelang  nur  an  zwei  Localitiiten  Aufschliisse  mit  Petrefacten  zu  enliven, 


39 

welch  e  uns  fiber  den  p^acontologischen  Charaktor  dieser  unter  den  Chlorneker 
Sandsteinen  liegenden  Schichten  belehren.  Die  eine  Stelle  ist  der  kleine  Ort 
D  neb  oh,  der  von  Miii#chengratz  aus  erreichbar,  an  dem  Wege  zum  Muzsky  ge- 
Jegen  ist  und  eine  reiche  Ausbeute  an  Petrefacten  lieferte,  die  bewiesen,  dass  wir 
°s  hier  mit  echten  Priesener  Schichten  zu  thun  haben. 


Verzeichniss  der  in  Dneboh  bei  Miinchengratz  vorgefundenen 

Petrefacten. 


Schlechte  Fischreste. 

Ammonites  (Placenticeras)  D'Orbi- 

gnyanus  ?  Gein. 
Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 
Seaphites  auritus,  Fr. 
Baculites. 

Ilelicoceras  Reussianum,  Fr. 
Turritella  multistriata,  Reuss. 
Natica  vulgaris,  Reuss. 
Turbo  decemcostatus,  Reuss. 
Rissoa  Reussi,  Gein. 
Solarium  baculitarum,  Gein. 
Aporrhais  megaloptera,  Reuss. 
Aporrhais  subulata,  Reuss. 
Aporrhais  arachnoides,  Mlill. 
Rapa  cancellata,  Sow. 
Mitra  Roemeri,  Reuss. 
Cerithium  fasciatum,  Reuss. 
Acteonina  lineolata,  Reuss. 
Cylichna  cylindracea,   Gein. 
Dentalium  glabrum,  Gein. 
Isocardia,  sp. 
Cardium  semipapillatum,  Reuss. 


Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Astartc  nana,  Reuss. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Nucula  Mantelli,  Gein. 
Leda  siliqua,  Goldf. 
Corbula  caudata,  Nils. 
Area  undulata,  Rouss. 
Area  bifida,  Reuss. 
Leguminaria  truncatula,  Reuss. 
Venus  laminosa,  Reuss. 
Tellina  concentrica,  Reuss. 
Avicula  Geinitzi,  Reuss. 
Avicula  glabra,  Reuss. 
Avicula  pectinoides,  Reuss. 
Pinna  nodulosa,  Reuss. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
Hemiaster,  sp. 
Stelaster. 
Trochocyathus. 
Frondicularia  inversa,  Reuss. 
Frondicularia,  angustissima,  Reuss. 
Flabellina  elliptica,  Nils. 


Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 

Der  Dunnsckliff  zeigte  sehr  viel  schwarzen  Detritus,  aber  sehr  wenig 
Foraminiferen,  bei  denen  aber  die  Kammern  audi  schwarze  Fttlluag  batten. 

Die  andere  Localitat  ist  U  nterbautzen  bei  Sobotka,  wo  ich  vor  Jaliren 
0,»«n  Aufschluss  fand,  wo  jetzt  die  Zuckerfabrik  und  der  Bahnhof  steht.  Spftter 
©rhielt  ich  einige  Stficke  aus  einem  im  Bahnhof  angelegten  Bnmnen,  vom  Jlerrn 
APothoker  Fierlinger. 

Verzeichniss  der  bei  Unterbautzen  unweit  Sobotka  aufgefundenen 

Petrefacten. 

Osmeroides  Lewesiensis,  Ag.  Lamna. 

Beryx.  Turritella  multistriata,  Reuss. 

Otodus.  Fusus  ? 


40 


Aporrhais  Reussi,  Goin.  sp. 
Turbo  decemcostatus,  Reuss. 
Trochus  amatus,  Gein. 
Acmea  depressa,  Gein. 
Dentaliurn  medium,  Sow. 
Dentalium  glabrum,  Gein. 
Cardium  lineolatum,  Reuss. 
Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Eriphyla  lenticularis,  Goldf. 
Nucula  semilunaris  v.  Buch. 
Leda  siliqua,  Goldf. 
Corbula  caudata,  Nils. 
Leguminaria  truncata,  Reuss, 
Venus  subdecussata,  Rom. 


Venus  laminosa,  Reuss. 
Astarte  acuta,  Reuss. 
Tellina  concentrica,  Reuss. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
/Ynomia  subtruncata,  D'Orb. 
Ostrea  frons,  Park. 
Rliyncbonclla? 
Cytberella. 

Pollicipes  glaber,  Rom. 
Trochocyathus  ? 
Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 
Frond  icularia  inversa,  Reuss. 
Dentalina. 


Am  siidwestlichen  Rande  des  Grossskaler  Quadercomplexcs  Sind  die  Prie- 
sener  Schicbten  vom  Sande  der  zerfallenden  Quader  ganz  verdeckt,  docb  kann  man 
ihr  Vorkommen  langs  der  Strasse  von  Fiirstenbruck  nach  Oberbautzcn  an  dem 
iippigen  Baumwuchs  erkennen. 

Oestlicb  von  Bautzen  trifft  man  die  Priesener  Schicbten  in  einer  Wald- 
schlucbt  am  Fusswege  gegen  Sparenetz  am  Bache  ansteben,  wo  sie  zwiscben 
Iserschichten  und  Chlomeker  Sandsteinen  hervortvoten. 

Diese  Localitat  ist  aucb  aus  einer  anderen  Ursache  interessant,  denn  II  err 
Fierlinger  fand  hier  in  dem  von  der  Anhohe  herabgeschwemmten  Lebme,  Massen 
von  Echinodermen,  Hemiaster  plebeius  und  Micraster  Micbelini,  die  der  Bacli  aus 
einer  miirben  Scbicbte  der  Iserschichten  herausgeschwcmmt  und  herab  in  das  Thai 
gespiilt  hat. 


7.   Umgebmig  von  Jungbunzlau,  Podicbrad,  Chlumec  und  Pardubic. 

Siidostlicli  von  Jungbunzlau  finden  wir  die  Priesener  Schichten  in  bedeu- 
tender  Machtigkeit  entwickelt  den  Ohlomekberg  bildcn,  docb  sind  die  am  Nord- 
abhang  entblossten  Schichten  sehr  arm  an  Pctrefacten  und  nur  die  gewohnliclum 
grossen  Foraminiferen  der  Gattungen  Cristellaria  und  Frondicularia  trifft  man  an 
den  Spaltfliichen. 

Auch  der  Siidabliang  westlich  von  Winalvic,  wo  die  Priesener  Schichten 
schon  mit  den  tiefsten  I'.iinken  der  Chlomeker  Sandsteinc  wechsellagem,  ist  sehr 
arm,  aber  lieferte  doch  einige  sehr  interessante  Arten. 

Verzeichniss  der  bei  Vinaric  unweit  Doubravic  in  den  hochsten 
Lagen  der  Priesener  Schichten  anfgefundenen  Petrefacten. 

Ammonites  Tcxanus,  Pom.  Dentalium  polygonum,  Reuss. 

Aporrhais  stenoptcra,  Goldf.  Nucula  semilunaris,  Reuss. 

Acmea  depressa,  Gein.  Leda  siliqua,  Goldf. 


41 


Gastroehaena  amphisbaena,  Gein.         Pbymosoma  radiatum,  Sorign. 
Spondylus  asper,  Sow.  Plocoscyphia. 

Ostrea  proteus,  Reuss.  Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 

Serpula.  Dental  ina. 

Die  Schlammung  einer  der  hoebsten  Lagen  zeigte  eine  Meage  scharfkan- 
tiger  Quarzkorner,  deren  Innercs  vielfach  schwarzen  Detritus  enthielt,  daun  etwas 
Glauconitkorner  und  ganz  vereinzelnte  Foraminiferen. 

Weiter  sudlich  treffen  wir  die  Priesener  Scbicbten  in  Form  weissor  klin- 
gender  Inoceramenpliiner  auf  dem  Plateau  von  Konigstadtel. 

Eine  zum  Sammeln  giinstige  Stellc  fanden  wir  bei  Cinoves,  wo  wieder 
die  Callianassa  b  re  vis  ahnlich  wie  bei  Ilostin  auftritt. 

Verzeichniss  der  bei  Cinoves  aufgefundenen  Petrefacten. 


Aspidolepis. 

Cladocyclus. 

Osineroides. 

/arte  Fischknochen. 

Scaphites. 

Mytilus  Neptuni,  Goldf. 

Venus. 

Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 


Inoceramus. 

Pecten  Nilssoni,  Goldf. 

Ostrea  jnv. 

Terebratulina  gracilis,  Schlott. 

Callianassa  brevis,  Vv. 

Frondicularia. 

Cristellaria. 


Nodosaria. 
Cytherclla. 

Der  Diinnscbliff  zeigte  wieder  die  bellen  Adern  wie  bei  Ilostin  und  im  fein- 
kOrnigen  Magma  sparliche  Foraminiferen. 


"■    i.  Belli 
''■  Eine  Par 


■«0-~-, '. — - 

Fig   22.    Flachenschnitt  des  weissen  Inoccramenplaners  von  Cinoves. 
>  uncontourirte  Adern.    <2    Brauneisenstein  ah  FnUung  von  Globigerinen-Karamern. 

8.  Foraminiferen.    4.  Magma.    Vergr.  40mal.  Nr.  des  Ong.  101. 
tie  desselben  starker  rergrOiiat    1.  Sehwarzc  Kerne.    2.  Intensiv   ,-ostrothe  Kerne. 

8.  Magma. 


AmAbbange  dieses  Plateaus  kann  man  bei  II  a  can  das  Verhiiltniss  dieser 
Inoceramenplaner  zu  den  darunter  liegenden  Teplitzer  Scbicbten  studieren.  (Te- 
PHtzer  Scbicbten  pag.  49,  Profil  Nr.  18.) 

Eine  isolirte  Partie  dieser  Scbicbten  bildet  der  Wolfsberg,  an  dessen 
Fu8S6  die  typischen  Teplitzer  Scbicbten  mit  Terebratula  semiglobosa  zuganglich  Bind. 

Die  hoebsten  Lagen  lieferten  den  schonen  Krebs  Stenocbeles  eBOCi- 
,Uls  Fr.  und  Callianassa  brevis. 


42 


Verzeichniss  der  in   den  hochsten  Lagen   der  Inoceramenplaner  am 
Wolfsberg  bei  Podiebrad  aufgefundenen  Arten. 


Cladocyclus  Strehlcnsis,  Gein. 
Aspidolepis  Steinlai,  Gein. 
Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 
Aptychus. 

Pinna  nodulosa,  Reuss. 
Avicula  pectinoides,  Reuss. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 


Anomia  subtruncata,  D'Orb. 
Ostrea  hippopodium,  Nils. 
Terebratulina  chrysalis,  Schlott, 
Stenocheles  esocinus,  Fr, 
Callianassa  brevis,  Fr. 
Frondicularia  inversa,  Reuss. 
Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 


Chondrites. 
Sequoia  Reichcnbachi,  Gein.  sp. 

Weiter  siidlich  sind  Petrefacten  fiihrende  Aufschliisse  selten.  Kin  Ilandstiick, 
das  von  Prof.  Zippe  herriihrt  und  ausPasekbeiNeubydzov  stammt,  zeigtdenfiir 
die  Priesener  Schichten  sehr  charakteristischen  Seeigel  H  e  m  iasterEegulusan  u  s. 

Bei  Chlumec  sammelte  ich  : 


Osmeroides. 

Natica  vulgaris,  Reuss. 

Voluta. 

Dentalium  glabrum,  Gein. 


Corbula  caudata,  Nils. 
Nucula  semilunaris,  v.  Ruch. 
Area  striatula. 
Inoceramus. 
Cytherolla. 

Zwischen  Chlumec  und  Elbeteinitz  ergab  ein  Aufschluss  beim  Orte  Levin 
folgeude  Arten  : 


Osmeroides  divaricatus,  Gein. 

Cladocyclus  Strehlensis,  Gein. 

Beryx  omatus  Org.,  Agass. 

Dercetis  ? 

Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 

Aptychus. 

Raculites. 

Cerithium  pseudoclathratum,  Rom.  sp. 

Pinna  nodulosa,  Reuss. 


Tellina. 

Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 

Leda  siliqua,  Goldf. 

Pecten  Nilssoni,  Goldf. 

Stenocheles,  sp.  Fr. 

Cypris. 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 

Frondicularia  inversa,  Reuss. 

Frondicularia  angustata,  Nils. 


In  der  Llnie  Chlumec- Par dubic  sind  wir  am  Siidrande  der  Ausdehming 
der  Priesener  Schichten  angelangt.  So  diirftig  audi  die  bisher  gesammelten  Pclege 
sind,  so  reichen  sic  doch  lu'n  zu  beweisen,  dass  diese  Schichten  in  dieser  Gegend 
den  Priesener  angehoren. 

Es  sei  noch  erwiihnt,  dass  die  Schottevdecke,  welche  tiberall  in  dieser 
Gegend  auf  den  Priesener  Schichten  liegt,  vielleicht  zerfallenen  Quadersanden  der 
Chlomeker  Schichten  ihre  Entstehung  verdankt. 

Fur  die  Forderung  der  Kenntniss  der  Priesener  Schichten  in  der  Umgebung 
von  Pardubic,  ist  die  Landesdurchforschung  den  Herren  Jiljl  Jahn,  Director  der 
Realschule  in  Pardubic  und  dessen  Sohne  Dr.  Jar.  Jahn,  zu  grossem  Danke  ver- 
pflichtet,  denn  dieselben  entdeckten  mehrere  neue  Fundorte  und  lieferten  dem 
Museum  reiches  Untersuchungsmatcrial. 


43 

Ich  besuchte  iu  Begleitung  der  genannten  Herren  wiederkolt  die  neuen 
Localitateu  und  studierte  die  Profile  und  will  mm  iiber  die  Resultate  berichten. 
Von  besonderem  Interesee  ist  der  Fundort  Srnojcdy,  wo  die  Elbe  eine  der  nie- 
drigen  Wellen  durchschneidet,  welche  die  Priesener  Scliichten  in  der  Elbeniederung 
Widen.  (Fig.  23.) 


S. 


\       v\\ .-  f  '  ku  z"-C    T 


i&tjJM* 


,6 


•"  /■     ■*>  •■  "  '     ':   *■.'   '     ;  *-"'**' 


Rsawsgi 


Fig.  23.    Linkes  Elbeufer  bei  Srnojed,  westlich  von  Pardubic. 

Elbe.    S.  Srnojed.    1.  Schiefrige  feste  Lage  der  Priesener  Schichten.    2.  Plastischo  Scaphiten- 
Schicnte.    8.  Iguanodon  ?  Schichte.     4.  Losskindelscliichte.    5.  Schotter. 


Die  Stelle,  wo  am  steilen  linken  Elbeufer  die  plastischen  Morgel  verkieste 
versteinerungen  fiibren,  wurde  gelegentlich  beim  Baden  entdeckt  und  ist  nur  bei 
medrigem  Wasserstande  und  das  nicht  oline  Gefahr  zugiinglich. 

Die  tiefste  Lage  (1)  ist  fest  schiefrig  und  wir  werden  sie  weiter  unten  bei 
i)l 'liny  na  dulku"  genauer  kennen  lernen.  Die  mittlere  Lage  (2)  sind  plastische 
^srgel,  an  deren  Oberfiachc  die  verkiesten  Scaphiten  und  Baculiten  liegen.  Diese 
Vei'steinerungen  liaben  ein  prachtvolles  Aussohen,  in  dem  sie  Goldglanz  mit  Perl- 
iiuitterfarben  zeigem  In  der  hiichsten  Lage  (3)  kommen  sehr  viele  zersetzte  mit 
jyps  umhtlllte  Schwefelkiesstticke  vor  und  die  microskopische  Untersuchung  ergab, 
class  mehrere  flache  Stiicke  Knochengewebe  zeigen  und  wahrscheinlich  Reste  des 
ilutpanzers  eines  grossen  dem  Iguanodon  iihnlichen  Sauriers  darstellen,  von  dem  in 
t'eser  Schichte  auch  das  Fragment  eines  grossen  Knochens  von  Dr.  Jahn  aufge- 
•mden  wurde.     (Vergleiche  weiter  unten  im  illustrirten  Verzeichniss.) 

Ich  hiitte  gerne  Grabuugen  nach  weiteren  Resten  des  Sauriers  vorgenommen, 
aber  es  ist  ortlicher  Verhaltnisse  wegen  nicht  moglich.  Ueber  der  Iguanodonschichte 
l0Kt  oine  schwacho  Lossschichte,  an  deren  Basis  viele  Losskindeln  liegen  und  dann 
t(%  Ackerkrumo. 

"erzeichniss  der  am  linken  Elbeufer  bei  Srnojed  unweit  Pardubic 

gesammelten  Petrefacten. 
Gesammelt  von  Herrn  Dr.  J.  Jahn. 

Iguanodon? 
Coprolith. 

Ammonites  (Lytoceras)  Alexandri,  Fr. 
Ammonites  (cf.  latidorsatus)  D'Orb. 
Ammonites  (Placenticeras)  D'Orbigny- 
anus,  Gein. 


Scaphites  Geinitzi,  D'Orb. 

Scaphites  auritus,  Fr. 

Scaphites  var.  pinguis. 

Hamites  Bohemicus,  Fr. 

Ilamitos. 

Helicocoras  Roussi,  Fr. 


44 


Baculites. 

Natica  vulgaris,  Reuss. 

Tritonium,  sp. 

Ceritliium  fasciatuin,  Reuss. 


Cardita  tenuicosta,  Sow. 

Inoceramus, 

Nucula  pectinata,  Sow. 

Ostrea  frons,  Park, 


Argiope' 


Die  tiefste  Lage  des  Srnojeder  Profils  ist  am  Orte  „Lany  na  dftlku" 
(unweit  von  hier  weiter  stromab  warts),  ebenfalls  am  steilen  linken  Elbeufer  zu- 
ganglich  und  durch  merkwurdige  grosse  feste  Concretion  en  charakterisirt,  deron 
Entstehung  schwer  zu  erkliiren  ist.  Sie  durchsetzen  senkrecht,  die  Lagerung  der 
Schichten  oder  biegen  sich  wellenformig,  haben  eine  breite  Basis  und  zuweilen  die 
Soften  dachformig  abfallend. 

Im  Innern  bestehen  sie  aus  einer  sehr  festen  weissen  sandig-kalkigen  Masse 
und  entlialten  hier  (sowie  audi  im  Eacbbette  der  nalien  Ortscliaft  Krchleb), 
Versteinerungen ;  es  wurden  Turritella,  Cardita,  A  si  arte,  Nucula,  Magas  darin  gefunden 
und  der  Diinnschlilf  zeigte  viol  kleine  Quarzkdrnor,  etwas  Glauconit  und  einzelne 
Foraminifefen. 


Fig.  24.  Concretionen  aus  den  tiefsten  Lagen  der  Priesener  Schichten  „Lany  nadulku"  unweit  Parduhic 

14  cm  liocli.    a.  Seitenansicht.     6.  Die  Basis  dns  Kegels. 


Ich  vermuthe,  dass  diese  Concretionen  durch  am  Mecresgrundc  aufsteigende 
kleine  Strome  von  Quellwasser  eutstanden  sind.  Dass  die  Lage  mit  Concretionen 
wirklich  die  tiefste  der  Priesener  Schichten  in  dieser  Gegend  ist,  daniher  belehren 
mis  die  Aufschlusse  in  der  Mikulovicer  Ziegelei  (zwischen  Parduhic  und 
Chrudim),  wo  man  dieselben  den  Teplitzer  Schichten  mit  Rhynchonella  plicatilis 
var.  octoplicata  direkt  aufgelagert  findet.   (Fig.  25.) 

In  der  genannten  Ziegelei  werden  kraterformige  Gruben  zum  Ansammeln 
desWassers  angclegt  und  diese  gewiihren  einen  Einblick  in  die  Schichtenfolge,  wie 
sie  hier  untcr  der  machtigen  Lossdecke  gelagert  ist. 

Das  tiefste,  was  in  den  Gruben  entblosst  ist,  sind  Teplitzer  Schichten  von 
scliwiirzlich  grauer  Farbe,  mit  zahlreichen  Lima,  elongata,  darauf  lichtere  Lagen  mit 
Rliynchonellen  und  vielen  kleinen  losskindelariigen  weissen  Concretionen. 

Diese  beiden  Lagen  lieferten  folgende  Arten,  die  in  undaufden  aus  diesen 
Gruben  gehobenen  Mergeln  gesammelt  warden. 


45 


Verzeichniss  der  in  der  Mikulovicer  Ziegelei  bei  Pardubic  aufgefun- 
denen  Petrefacten  der  Teplitzer  Schichten  als  liegendes  der  Priesener 

»  Schichten. 

Otodus?  Lima  elongata,  Sow.    Sehr  hating. 

Coprolith.  Pecten  Nilssoni,  Goldf. 

Sauroceplialus  marginatum,  sp.  Reuss.     Auomia. 


Osmeroides  Lewesiensis,  Ag. 

Wirbel. 

Grosse  Schuppe  20  lmu  breit. 

Aptychus. 

Dentalium  cidaris,  Gein. 

Isocardia  gracilis,  Fr. 

Area  subglabra,  D'Orb. 

Area  Geinitzi,  Reuss. 

Modiola  capitata,  Zitt. 

Inoceramus  Brongniarti,  Park. 

Lima  Sowerbyi,  Gein. 


Auomia. 

Exogyra  lateralis,  Rouss. 

Ostrea  semiplana,  Sow. 

Rhynchonella  plicatilis,  Sow.,  var.  octo- 

plicata. 
Terebratulina  gracilis,  Scbl. 
Bairdia. 
Cristellaria  sp. 
Frondicularia. 
Nodosaria. 
Flabellina  elliptica,  Nils. 


Losslrindelartige  Concretionen. 


:■■:;::::::-  !::;,:"\'<*\V\T 


FiB.  25.    Profli   in  der  Ziegelei  bei  Mikutovic  bei  ciner  behufs   Wassergewinnung  angelegten  Grube. 

}■  Tiefere   Lase   der  Teplitzer  Bchichten   mit  Lima  elongata.    2.  HtShere  Lage  der  Teplitzer 

s°Mohten  mit  Rhvnchonelfa  octoplicata.  3.  Tiefste  Lage  der  Pnesener  Scluchten  mit  stammftamgen 

Concretionen.     i.  Gelber  Ziegellehm.    5.  Ackerkrume. 

Auf  diesen  Teplitzer  Schichten  liegen  nun  die  wenig  macbtigen  Lagen  mit 
Coiicretionon,   wie  wir  sie  bei  Lany   kennen  gelcrnt  haben;  was  dort  ganz  niedrig 
(209  SeehShe)  am  Flussbett  dor  Elbe  zu  Tage  kam,  ist  bier  bocli  auf  einem  Hiigel 
in   der  Ilobe  von  260  m  Seehohe.     Ueber    die  Lagerungsverhaltnisso   dioser 


etwa 


e  *a 


o  o'  Co 


^s 


M 


s  b  £  w  S 

S  b  Erg  g. 

a  EL     d  = 
Si"?!'0- 


V,.   o- 


•""sPgo 


CO 


hj 


to 


a 


V\ 


Schichten   in   der   Gegend   zwischen   Pardubic 
und  Lukavic  gibt  das  Profil  Fig.  26.   ein  Bild. 

Nordlich  von  Pardubic  erhebt  sich  aus  der 
Elbeniederung  der  malerische  Kuneticer  Berg, 
dessen  Basalt  eine  Partie  der  Priesener  Schichten 
in  die  Hohe  hob  und  bis  zur  Feuersteinharte  um- 
wandelte.  Diese  mineralogische  Veranderung  ver- 
nichtete  nicht  die  Petrefacten  und  man  findct  deren 
ziemlich  viele,  wenn  auch  in  mangelhafteni  Erbal- 
tungszustande. 

Verzeichniss  der  auf  dem  Kuneticer  Berge 
bei  Pardubic  gesammelten  Arten, 

Gesammelt  toii  Herrn  Direktor  Jilji  Jalm  unci  Dr.  Jaroel. 
Jalm. 

Cladocyclus  StreMensis,  Gein. 

Baculites. 

Hamites  bohemicus?  Fr. 

Cerithium. 

Mitra  Roemeri,  Gein. 

Aporrhais  Reussi,  Gein. 

Aporrhais  coartata,  Gein. 

Trochus  Engelhardti,  Gein. 

Voluta  (elongata)?  D'Orb. 

Avellana. 

Acmea  depressa,  Gein. 

Dentalium  medium,  Sow. 

Nucula  semilunaris,  Reuss. 

Inoceramus,  Mant. 

Plicatula. 

Nodosaria  Zippei,  Reuss. 

Scalpellum  maximum  var.  Sow. 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 

Frondicularia  (Cordai?),  Reuss. 

Flabellina  elliptica,  Nils. 

Die  Diinnschliffo  zeigou  dicbtkornige  foine 
Grundsubstanz,  Spongiennadeln  und  Foraminiferen 
der  Gattung  Globigerina  mit  schwarzer  Kammer- 
fullung,  schwarzer  Detritus  sparsam. 

In  der  Richtung  gegen  Koniggriitz  stehen 
die  Priesener  Schichten  am  linken  Elbeufer  in  be- 
deutender  Machtigkeit  von  mehr  als  10  m  an,  sind 
abcr  fast  ganz  ohne  Petrefacten.  Ich  untersuchte 
dieselben  genau  bei  der  hohen  Webre  bei  Op  a- 


47 

to  vie  an  dor  „Zeidels  Lehne",   konnte  aber  nur  constatiren,    dass  in  den  tiefereu 
Lagen  die  sonderbare  Pflanze  Frenelopsis  bohemica  haufig  vorkOmmt. 

Weiter  ostlich  bei  Ho  lie  an  dei"  Lehne  oberhalb  dor  Ziegelei  sind  die 
hochsten  plastiscben  Lagen  der  Priesener  Schichten  entwickelt,  an  dereu  abgereg- 
neten  Flachen  man  verkieste  Petrefacten  der  Priesener  Gastropoden-Sclrichte  findet, 
aber  leider  in  ziemlich  mangelhafter  Erbaltung. 

Verzeichniss  der  bei  Holic  gesammelten  Petrefacten. 

Gesammelt  von  Dr.  J.  Jahn. 

Cerithium  Luschitzianum,  Reuss. 
Mitra  Roemeri,  D'Orb. 
Dentalium  medium,  Sow. 
Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 


Hamites. 

Aimi  (Schlonbachia)  German  ?  Keuss 

Baoulites. 

Turritella  acicularis,  Reuss. 

Scala  deeorata,  Gein. 

Rissoa  Reussi,  Gein. 

Trochus  Engelhardti,  Gein. 

Turbo  decemcostatus,  Reuss. 

Turbo  Partschi? 

Turbo  amatus?  Gein. 

Aporrhais  megaloptera,  Reuss. 

Cerithium  fasciatum,  Reuss. 


Nucula  pectinata,  Sow. 

Inoceramus. 

Scalpellum  maximum,  Sow. 

Cidaris  sceptrifera,  Mant. 

G  Formen  nicbt  niiher  bestimmbarer 

Korallen. 
Scyphia  odontostoma. 


Siidlicb  von  Pardubic  sind  die  Priesener  Schichten  am  steilen  rechten  Ufer 
des  Chrudimkaflusses  von  dem  Orte  „Na  Vinici"  iiber  Pardubicka  bis  Nemosic  in 
einer  Mftchtigkeit  vou  10  bis  15  m  entblosst. 

Bei  Pardubicka  sind  sic  nicbt  zuganglich  und  nur  eine  der  hochsten 
Lagen  liefertc  ungewohnlicb  vielc  plattgedruckte  Kxemplare  von  Hamites  bobemicus. 

Bei  Nemosic  lassen  sich  an  einer  gut  aufgeschlossenen  Lehne  drei  Ni- 
v<-'-aus  uuterscbeiden  und  liefern  ziemlich  viel  Petrefacten. 


Verzeichniss  der  an  der  Berglehne  von  NemoSic  unweit  Pardubic 

gesammelten  Petrefacten. 

Gesammelt   you   Horrn   Dr.   Jar.   Jahn. 


Dipnolepis  Jabni,  Fr. 

Aspidolepis  Steinlai,  Gein. 

Cladocyclus  Strehlonsis,  Gein. 

Crioceras  ? 

Aptychus. 

Aptychus. 

Aptychus. 

Hamites  bohemicus,  Fr. 

Trochus?  Engelhardti,  Gein. 

Aporrhais  stenoptera,  Goldf. 

Voluta  (suturalisV). 

Cylichna  cylindracea,  Goin. 


Dentalium  glabrum,  Gein. 
Dentalium  medium,  Sow. 
Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Nucula  semilunaris,  v.  Bucli. 
Nucula  pectinata,  Sow. 
Area. 

Pinna  nodulosa,  Reuss. 
Ostrea  proteus,  Reuss. 
Corbula  caudata,  Nils. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf. 
Pecten  squamula,  Lamarck. 


48 

Micraster  Lorioli,  Nov.  Frondicularia  angusta,  Nils. 

Antedon.  Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 

Holothuria.  Trochamina  irregularis,  P.  et  J od. 

Frondicularia  invorsa,  Reuss.  Frenelopsis  bohemica,  Vel. 

Dio  Diinnschliffe  zeigen  in  feinkornigem  Magma  Tiele  braune  und  scbwarze 
Korner  und  einzelne  grosse  Foraminiferen  meist  mit  schwarzer  Fiillung  derKammern. 

Kleino  Aufschliisse  findet  man  noch  bei  Moravan  und  Zamrsk,  aber 
dieselben  liaben  keine  grosse  Wichtigkeit  fur  unsor  Studium  und  dcsshalb  wenden 
wir  uns  zu  dor  fur  unscre  Zwccke  sehr  giinstigen  Gegend  von  Chotzen. 


8.    Umgebimg  von  Chotzen  und  Hohenmauth. 

Westlich  von  Chotzen  erhebt  sich  am  linken  Ufer  der  Stillen  Adlor  eine 
schiefe  Wand,  welche  wogen  dem  immerwahrenden  Zerfall  der  Schicbten  „Su- 
tiny"  genannt  wird  und  welcher  entlang  gegenwiirtig  die  Balm  nach  Halbstadt 
fiihrt.  Wahrcnd  eines  liingeren  Aufentlialtes  in  Chotzen  versuchte  icb  bier  die 
nicht  seltenen  Petrefacten  gonau  nach  den  gut  markirten  einzelnen  Lagen  zu  sammeln 
und  gab  zu  diesem  Zwocke  den  einzelnen  Scbichten  Namen,  dio  wohl  in  der  Zu- 
kunft  fur  Localsammler  ein  Wink  zur  genauen  Pracisirung  der  Fundschicht 
sein  werden. 


t- 


SeeMH 


4  "1  •  i  - ,  *  f     )  i    •    '  I  "!         ,    )    \^j£lj 


B  V 

Fig.  27.     Profil  der  Berglehne  „8utiny"  bei  Chotzen. 

0.  Stillc  Adler.  B.  Bahnstrecke.   P.  St.  Prokop.    1.  Feste  Adlerschichte,    2.  Mtirbe  Adlerschiohte. 

8-  Feste  WeisssoMohte.  4.  Mtirbe  WeissscMchte.  5.  Feste  Bahnschichte.  6.  Mtlrbe  Bahnschichte 

(Foraminiferen).      7.  Feste  St.  Prokop-Schichte.    9.   Mtirbe   St.   Prokop-Schichte.    9.  Plastische 

Schichte.    10.  Schotterlager  der  AnhOhe  „Certovy  Dub". 

Vom  Flussbet  bis  zur  Schotterlagen  oberbalb  der  Priesener  Scbichten  niisst 
die  Lehne  etwa  5G  in.  Die  tiefste  Lago,  „die  Adlerschiohte"  (1)  ist  die  reichste 


49 

an  Petrcfacten  und  man  hat  Gelegenheit,  die  hier  anstehenden  Pfeiler  mil,  dor  I  land 
odor  eincm  kloinen  Hammer,  Schicht  fur  Scliichtc  von  oben  nach  imteu  durchzu- 
blattern.  Dentalium  medium,  Nucula  semilunaris  und  Biuchsttlcke  von  Micraster 
Lorioli  sind  die  gewolmlichsten  Erscheinungen,  wodurcli  diese  Schicliten  an  die 
tiefsten  Lagen,  die  weissen  Inocerameuplaner  erinnern.  Jedenfalls  liegen  sie  viel 
tiefer  als  die  Gastropodcnschichte  des  Priesener  Profils. 

Die  auf  die  festeren  schiefrigen  Lagen  dor  festen  Adlerschicht  folgendon 
„miirbon"  (2)  geben  wenig  Gelegenheit  zum  Auffinden  von  Petrefacten  und  sollten 
einmal  in  grosserem  Maasstabe  geschlammt  werden.  Die  niichstc  feste  Lage,  die 
als  weisse  Dank  am  Profil  sichtbar  wird,  bezeichnete  ich  als  feste  Wei  ssschichte 
(3),  in  der  ich  ein  ganzes  Exemplar  von  Enoploclytia  Leachi  sammelte,  die  aber 
sonst  arm  an  Petrefacten  ist,    auf  diese  folgt  eine  m  fir  be   Weissschicht  (4). 

Im  Niveau  des  Bahngeleises  liegt  noch  die  feste  Bahnschicht  (5)  und 
die  darauf  liogenden  miirben  Lagen  (6)  sind  reich  an   grossen  Foraminiferen. 

Die  nachste  festere  Dank  ist  im  Niveau  der  Prokopstatue,  die  feste  Pro- 
kopschichte  (7)  zeichnet  sich  durch  braunliche  Farbe  und  grosse  Exemplare  von 
Inoceramus  Ouvieri  aus,  die  folgendc  miirbe  Prokopschichte  (8)  ist  schon 
schwer  zuganglich  und  geht  nach  oben  in  plastische  gelbliche  Lagen  iiber,  welche 
denon  entsprechen,  die  bei  Holic  und  Srnojed  die  verkiesten  Petrefacten  der  Gastro- 
podcnschichte des  Priesener  Profils  fiihren.  Ich  bezeichnete  sie  als  plastische  Schicli- 
ten (9)  und  verfolgte  dieselben  langs  dor  Balm  nach  Norden  bis  Darebnic,  konnte 
aber  nirgend  auf  don  abgercgneten  Stellen  verkieste  Petrefacten  finden. 

Den  Gipfel  der  Anhohe  bilden  mit  Wald  bewachsene  Schotterlager,  welcho 
Wahrscheinlich  auch  hier  aus  zerfallenen  Chlomeker  Quadorn  entstanden  sind. 

Ich  lasse  nun  das  Verzcichniss  der  an  dieser  Localitiit  von  mir  und  vom 
Herrn  Apothekcr  Fr.  Hlavac  aufgefundenen  Arten  mit  genauer  Angabe  der  Fund- 
sehichte  folgen. 


Verzeichniss  der  in  den  „Sutiny"  bei  Chotzen  aufgefundenen 

Petrefacten. 


1 

2 

3 

4 

5 

6 

9 

Saurocephalus  marginatus,  Reuss  sp 

Ammonites  (Placenticeras)  D'Orbignyi  (?j  .    .    . 

+ 

+ 
+ 

— 

+ 
+ 

— 

— 

— 

50 


Aptychus  cretaccus  v  Miinst.  .    . 

Baculites  sp 

Turritella  multistriata,  Reuss.  .  . 
Aporrhais  megaloptera,  Gein.  .    . 

Acnica  dopressa,  Gein 

Dentalium  glabrum,  Gein.  .  .  . 
Dentalium  medium,  Sow.  .  .  . 
Dentalium  polygonum,  Reuss.  .  . 
Nucula  semilunaris,  v.  liuch.  .    . 

Nucula  pectinata,  Sow 

Corbula  caudata,  Nils 

Area  undulata,  Reuss 

Gastrochaena  amphisbaena,  Goiu. 
Pinna  nodulosa,  Goldf.  sp.   .    .    . 

Solen? 

Avicula 

Anomia  subtruncata,  D'Orb.  .  . 
Exogyra  lateralis,  Reuss  .    .    .    . 

Ostrea  frons,  Park 

Ostrea  hippopod.  juv.  Nils.      .    . 

Ostrea  semiplana,  Sow 

Scalpellum  sp 

Callianassa  brcvis,  Fr 

Enoploclytia  Leachi,  Mant.  .    .    . 

Hoploparia 

Cytheridae 

Phymosoma  radiatum,  Schl.     .    . 

Micraster  Lorioli,  Nov 

Frondicularia  angusta,  Nils.  .  . 
Frondicularia  inversa,  Reuss  .  . 
Cristellaria  rotulata,  Lam.    .    .    . 

Dentalina 

Abies  minor,  Velen 

Dicotyledonenblatter 

Chondrites  sp 


12     3 


+ 
+ 
+ 
+ 

+ 


+ 

+ 
+ 
+ 
+ 


+ 


+ 


+ 


+ 

+ 


+ 
+ 


+ 


5 

+ 


+ 


+ 


Die  DiinnscWiffe  zeigen  ein  dicbtes  i'einkoniiges  Magma  mit  schwarzen,  sebr 
kloinen  Kornern,  sehr  seltenem  Glauconit,  dann  einzelnen  grossen  Foraminiferen 
(Cristellarien  und  Globigerinen),  welche  nur  da  angehauft  sind,  wo  sie  den  Darm- 
iahalt  eines  Echinoderms  oder  Wurmes  bildeten. 


9.    Umgebung  von  Ilohcnmauth,  Leitomischel  und  Abtsdorf. 

Aus  der  Gegend  von  Chotzen  und  Zamrsk  lassen  sich  die  Priesener  Schichteu 
bis  in  die  Unigebung  von  Leitomischel  verfolgen,  theils  als  isolirte  Partien,  wie 
siidlich  vom  Chotzener  Bahnhofe,  bei  Chlum,  Worlow  und  am  Weinberge  bei  Hohen- 
mautb,  theils  als  die  Thalrichtung  begleitende  langere  Ziige. 


51 

Sie  sind  meist  durch  Vegetation  verdeckt  und  wo  sie  etwas  aufgeschlossen 
sind,  dort  liefern  sie  nur  spiirliclio  Petrefacten,  die  denen  der  tiefsten  Lage  des 
Chotzener  Profils  entsprechm. 

Am  Einsclmitte  der  Strasse  am  Weinberg  bei  Hohonmautli  sammelte  icb 
bios  Dentalium  medium  Sow.,  Cardita  tenuicosta  Sow.,  Nucula  semilunaris  v.  Bucb 
und  Corbula  caudata  Nils.  Ein  emsiger  Localsammler  durffce  Gelegenheit  finden,  die 
meisten  in  Cbotzen  koustatirten  Arten  hier  wiederzufinden. 

Bei  Leitomischel  ist  es  die  Lehne  oberhalb  Nedosfn,  wo  man  ein 
gutos  Profil  wabrnehmen  kann :  auf  den  petrefactenreichen  Iserschichten  folgen  graue 
Letten  mit  Terebratula  semiglobosa  (Prof.  Barta),  die  dann  nach  oben  allmahlig  in 
die  plattigen  Priesener  Schichten  ubergeben,  welcbe  durch  Micraster  Lorioli,  Hola- 
ster  planus,  Trocbus  Engelbardti  und  Scbuppen  von  Cladocyclus  cbarakterisirt  sind. 

Nordlich  von  Leitomischel  an  der  Strasse  uach  Cbotzen  ist  ein  Aufschluss 
bei  Boliouhovic,  wo  ungemein  viel  zarte  Fischresto  vorkommen,  die  demnacbst 
bearbeitot  werden  sollen. 

In  dieser  Gegend  werden  die  Planer  der  Priesener  Schichten  zur  Verbesse- 
I'ung  des  Ackerbodens  verwendet.  In  Zwischenraumcn  von  mehreren  Jahren  werden 
grosse  Stiicke  des  Gesteins  auf  die  Felder  gelegt  und  nachdem  sie]  durch  Frost 
und  Feuchtigkeit  zerfallen  sind,  cingeackert.  Eine  darauf  folgende  Diingung  sol 
•lusgozeichnet  wirken  und  auf  Jahre  aushalten,  was  die  Grundlage  des  Wohlstandes 
der  Bauern  dieser  Gegend  bilden  soil. 

Es  bleibt  noch  des  dunnpfattigen  weissen  Planers  der  Priesener  Schichten 
zu  erwfthnen,  welcher  bei  Abtsdorf  auf  den  grauen  Mergeln  mit  Terebratula  semi- 
globosa (Teplitzer  Schichten)  liegt  und  iiber  dessen  Lagerung  ich  das  Profil  bereits 
in  der  Schrift  iiber  die  Teplitzer  Schichten  pag.  52,  Fig.  19.  gegeben  habe. 

Versteinerungen  sind  hier  sehr  selten  und  schlecht  erhalten  und  der  ganze 
Habitus  der  hier  entwickelten  Priesener  Schichten  erinnert  an  diejenigen  von  Ilostin 
und  Pepin.  (Vergl.  Seite  34.) 


Ueber  die  Wasscrvcrtlieiluiig  in  den  Schichten  der  bolimischcn 

Kreideformation. 

Die  Priesener  Schichten  werden  nur  dort  ausgiebig  wasserfuhrend,  wo  sie 
v°u  grosseren  Complexen  des  Quaders  der  Chlomeker  Schichten  bedeckt  werden, 
dean  dort  sammelt  sich  das  durch  die  Quadersandsteinmassen  durchgesickerte  Wasser 
a'if  der  Oberfiache  der  wasserdichten  Mergel  der  Priesener  Schichten  und  tritt  am 
*usso  der  Quadersandsteine  in  Form  von  machtigen  Quellen  hervor. 

Wo  die  Priesener  Schichten  nur  von  Vegetation  bedeckt  sind,  erweisen  sie 
s'cli  nicht  als  wasserfuhrend,  ausgenommen  an  Stellen,  wo  sie  eine  kleine  Mulde 
widen.  Dennoch  wurden  die  Priesener  Schichten  in  den  letzten  Jahren  wiederholt 
Qehufg  Erlangung  von  Wasser  angebohrt  und  dabei  zwar  ibre  bedeutende  Machtig- 
*°it  c.onstatirt,  aber  die  kostspieligen  Arbeiten  fiihrten  zu  keinem  befriedigenden 
^Qsultate.    Icb  will  hier  otwas  naheres  iiber  diese  Wasserfrage  mittheilen. 

4* 


52 


In  <ler  Gegend  zwischeu  Chlumec,  Koniggratz  and  Pardubic  ist  an  vielen 
Orion  empfindlicher  Wassermangel  und  namentlich  die  Zuckerfabriken  batten  viel- 
fach  grosse  Noth,  die  nothige  Menge  von  Wasser  zum  Betriebe  ibrer  Etablisse- 
ments  zu  beschaffen.  In  Folge  dessen  wurden  in  ncuerer  Zeit  an  mcbroren  Stellen 
tiefe  Bohrungen  veranstaltet,  deren  Resultate  icb  mit  den  geologischen  Verhiiltnissen 
diescr  Gegend  in  Einklang  zu  bringen  vcrsuchen  will. 

Die  das  meiste  und  beste  Wasser  fiihrenden  Lagen  sind  die  an  der  Basis 
uuserer  Kreideformation  liegenden  Perutzer  Scbicbten,  welchc  liings  des  Sttd- 
rarides  des  ebemaligen  Kreidemeeres  noch  vor  dessen  Bildung  als  Siisswasserabla- 
gerungen  sicb  direkt  auf  dem  Urgebirge  abgelagert  baben,  wie  wir  dies  aus  der 
Gegend  von  Kolin  bis  gegen  Chrudira  bin  beobacbten  konnen. 

So  entspringen  die  ausgiebigen  Quellen,  welcbe  siidlicb  von  Kolin  bci 
bei  Ctitar  zu  Tage  treten,  den  Perutzer  Scbichten,  ebenso  die  Quellen  von  Set. 
Anna  bei  Luze  und  an  vielen  anderen  Orten  in  BShmen  und  Mabren. 

Diese  wasserfiihrenden  Schicliten  fallen  gegen  Norden  ein  und  wurden 
daber  in  Chrast  (Profil  Fig.  28.  Ch.)  erst  in  einer  Tiefe  von  36  m  angebobrt.  Weiter 
nach  Norden  bei  Holic  sind  sie  erst  in  der  Tiefe  von  300  m  angebobrt  worden  und 
das  Wasser  sprudelte  1  m  boch  iiber  die  Oberfliicbe.  Einc  fortgesetzte  Bobrung, 
vor  der  icb  recbtzeitig  gowarnt  habe,  hatte  zur  Folge,  dass  nun  das  Wasser  triige 
einen  8  m  tiefen  Brunnen  fflllt,  aus  dem  es  gepumpt  wird  und  weil  es  zu  warm 
ist  (10°  R),  als  Trinkwasser  nicbt  benutzt  wird. 

Die  Leiter  der  Bobrung  verzeiebneten  nacbstebendes  Profil,  zu  dem  aber 
Belegproben  erst  in  der  spateren  Zeit  gesammelt  wurden  und  nur  die  grossen 
Tiefen  betreffen. 

Ich  will  dazu  die  mutbmasslicben  Altersbestimiriungen  beifugen. 

1.  Brunnenteufe i)Af50m]  Briesener  und  Teplitzer  Scbicbten. 

2.  Planerkalk 201  •—  „  J 

3.  Planerkalk  fest 55-80  „  Trigonialagen  der  Iserscbicbton. 

4.  Fester  Kiesel 110  „  Oonglomerat  d.  ober.  KokoHnor  Quaders. 

5.  Fester  Sandstein     ....      310  „  Oberer  Kokofiner  Quader. 

6.  Kieselsandstein 6'-  ,  ]  Untcm.  Kokoi.iner  Quadci, 

7.  "Kieselsandstein 9' —  „  J 

8.  Grauer  Sandstein    ....    10'BO  „  Weissenberger  und  Korycaner  Scbicbten. 

9.  Kieselsandstein    .    .       .    .      4-5!)  „  Perutzer  Quader. 

299-50  in 

Nacb  diesen  Erfabrungen  ist  es  erklarlich,  dass  noch  weiter  nordlich  unzu- 
langlich  vorgenommene  Bobrversuche  zu  keinem  Besultate  fuhren  konnten. 

So  wurde  in  der  Zuckerfabrik  Siroviitka  bei  Dobf enic  bis  zu  einer  Tiefe 
von  110  m  gebobrt,  ohne  dass  Wasser  erreicbt  wurde,  dann  die  weitere  (sehr  pri- 
mitiv  vorgenommene)  Bohrung  auf  mein  Anrathen  eingestellt. 

Wollte  man  hier  die  wasserfiihrenden  Perutzer  Schicliten  erreichen,  niiisste 
man  mit  grossem  Aufwande  am  besten  mit  Diamantbohrung  in  einc  'liefe  von 
wenigstens  300  m  bohren,  miiglich  auch  noch  tiefer,  denn  die  Schicliten  unserer 
Kreideformation  nebmen  nacb  Norden  an  Miichtigkcit  zu. 


Fig.  28.    Schematisches  Profil  in  der  Richtung  von  Chrudim  gegen  Koniggratz,  das  Verhaltniss  der  wasserfiihrenden  Schichten 

der  Kreideformation  darstellend. 

Pr.  Urgebirgsanhohe  bei  Pracov.  Sk.  Skrovad.    Oh.  Chrudim  (Chrast)  36  m.    P.  Pardubic  (Elbe).  El.  Holic.    S.  Sirovatka.   Er,  Koniggratz  (150  m). 

1.  Urgebirge.     2.  Die  Perutzer  Schichten,  der  wichtigste  Horizont  in  Bezug  anf  Wasserftihrung.     3.  Korycaner  Schichten. 
■i.  AYeissenberger  nnd  Malnitzer  Schichten.    (An  der  Basis  die  schwach  -wasserfiihrenden  Semitzer  Mergel.)     5.  Teplitzer  Schichten.     6.  Priesener 

Schichten. 


54 

Einc  urn  weniges  ticfcre  Boluung  von  150  m  wurde  im  BriLuhause  in 
Koniggratz  durcligefiihrt,  ohnc  zu  einem  Kesultate  zu  fiihren. 

Diese  Verbal  tnisse  babe  ich  an  dem  Profil  Fig.  28.  sckematisch  darge- 
stollt,  glaube  abcr,  dass  diese  Frage  verdienen  mochto,  von  einem  tecbniscben 
Fachraanne  ins  Detail  studiert  zu  werden,  denn  schon  meine  Skizze  wird  niancben 
vor  kostspieligen  lioffnungslosen  Bohrversnchen  warnen. 


Nachtrag  zur  Umgcfoiing  von  Pardubic. 

(Seite  48.) 

In  der  Fortsetzung  der  Berglehne  von  Nemosic  liegt  noch  ein  zweiter 
interessanter  Fundort  bei  „Lhota  Ufeticka",  wo  Herr  Dr.  Jabn  folgende  Arten 
sammelte : 


Cladocyclus  Streblensis,  (Join. 
Osraeroides  Lewesiensis,  Ag. 
Osmerolepis  reticulata,  Fr. 
Scaphites  Geinitzi,  It. 
Aptychus  cretaceus,  v.  Miinst. 
Dentalium  glabruru,  Gein. 
Nucula  semilunaris, 


Tellina  concentrica,  Reuss. 

Pecten  Nilssoni,  Go! (If. 
Ostrea  frons,  Park. 
Terebratulina  chrysalis,  Schl. 
Rhynchonella  (pisum?) 
Pollicipes  i'allax,  Darw. 
Callianassa  brevis,  Fr. 


55 


III.  Tabellarisclie  Uebersicht 

der  in  den    Priesener    Schichten   aufgelundenen   Vcrsteincrungen. 


Reptilia. 

Iguanodou?  Albinus.  Fr. 

Pisces. 
Dipnoi. 
Dipnolepis  Jahni.  Fr,    • 

Selachii. 


Oxyrhina  angustidens.  Eeusa, 
Lamna  raphiodon.  Ag.  ■ 
Lamna  acuminata.  Hems. 
Notidanus  simplex.  jFh  . 
Otodus  appendiculatus  Ag, 

OtOdUS   SUlcatUS.    Gem.    . 

Squatina  lobata.  Eeuas.  . 
Corax  heterodon  Beuss. 
Ptychodus  mammillaris  Ag 


R*) 


Ganoidei. 
1'ycnodus  (complanatus  Ag.?)  ■ 

Teleostei. 

Osmeroides  Lewesiensis.  Ag.  ■ 
Osmeroidcs  divaricatus.  Gem.  ■ 
Cyclolepis  Agassizi.  Gem.  ■  • 
Aspidolepis  Stcinlai.  Gein,  •  • 
Enchodus  Halocyon.  Ag.  ■  •  • 
Saurocephalus  marginatus.  Beuss. 

Elopopsis?  sp 

Beryx  ornatus.  Ag 

Cladocyclus  Strenlensis.  Gem.  ■ 
Osmerolepis  reticulata  Fr.   •   • 


w 


+ 
+ 


+ 


+ 

+ 


* 


o 

a 

o 
DQ 


+ 
+ 


+ 

+ 


+ 


+ 


+ 


(_ 


+ 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 


+ 


fl 

a 

05 

a> 

rd 

rd 

O 

O 

'M 

,r) 

O 

S3 

CO 

OCJ 

Ui 

y 

CD 

(D 

a 

<D 

B 

CD 

© 

3 

PM 

U 

+ 


+ 


+ 


+ 


+  + 

+ 


+ 


*)  Die  mil;  u,  bezeichneten  Arten  sind  auf  die  Autoritiit  von  Eeusa  in  dieses  Verzeiclmiss 
aufgenommen,  fehlen  aber  unserer  Sammlung. 


56 


Operculum  A.  (radiatum).    .    . 
Operculum  B.  (altum).     .    .    . 
Operculum  C.  (quadrangulum). 
Praeoperculum  D.  (spiniferum). 
Praeoperculum  E.  (serratum). 
Operculum  F.  (histrix).    .    .    . 

Electrolepis  horrida.  Fr 

Spinacites  radiatus,  Fr.     .   .   . 

Mollusca. 


Cephalopoda. 

Pelemnites  ap 

Nautilus  sublaevigatus.  D'Orb.  .    .    . 

Nautilus  rugatus.  Fr.etSchl 

Nautilus  Reussi.  Fr 

Ammonites  (Schlonbacliia)  subtrica- 

rinatus.  D'Orb 

Ammonites  (Acanthoceras)   dentato- 

carinatus.  f.  Rom 

Ammonites   (Placenticeras)   D'Orbi- 

gnyanus.    Gem 

Ammonites  (Lytoceras)  Alexandri.  Fr, 
Ammonites  (Schlonbacliia)  Texanus. 

Iliim. 

Ammonites  (Schlonbacliia)  Germari. 

Mas. 

Ammonites    (Cosmoceras)    Schlon- 
bachi.  Fr 

Ammonites   polyopsis.  Duj 

Ammonites  (Phylloceras)  bizonatus.  Fr 

Ammonites     (Pachydiscus)     peram- 
plus.  Mant 

Ammonites  cf.  latidorsatus.  Miokelin. 

Scaphites  Geinitzi  jyorb 

var.  binodosus.  . 

Scaphites  auritus  Fr 

Hamites  bohemicus  Fr 

Hamites  verus.  f>- 

Hamites  Geinitzi.  jrori, 

Hamites  consobrinus.  B'Orh.      .    .    . 

Crioceras  membranaceum.  Fr.  ■   .   . 

llelicoceras  Reussianum.   (inn.     .   . 

Bacnlites  Faujassi  var.  bohemica,   . 


a 

u 

on 


Ph 


u 

ID 


o 

CO 


M 


+ 


a 


-a 


+ 


+ 
+ 


4- 


+ 
+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


Q 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+ 

4- 

+ 
+ 


+ 

+ 

+ 

+ 
-f 


4- 


+ 

+ 

f- 


+ 


57 


Gastropoda. 
Turritella  multistriata.  items.   . 
Turritella  acicularis.  Reims.    .   . 
Turritella  Noeggerathiana.  Goidf. 

Scala  decorata.  (Ma 

Scala.   n.  sp 

Natica  Gentii.  Sow 

Natica  Iloemeri.  Qein 

Natica  vulgaris.  Reims 

Turbo  decemcostatus.  v.  Bueh. 
Trochus  Engelhardti.  Gein.     .    ■ 
Trochus  amatus.  D'Orb.     .   .   . 
Guilfordia  acanthochila.  Weinz.  *p 

Ivissoa  Reussi.  Gein 

Rissoa  sp 

Alvania  sp 

Alvania  sp 

Rissoa? 

Nov.  Genus 

Pleurotomaria  linearis.  Mmt.    ■ 
Pleurotomaria  baculitatum.  Qein. 
Aporrhais  megaloptera.  Reuss. 
Aporrhais  Reussi.  Qein.     .    .    . 
Aporrhais  papillionacea.  Gold/. 
Aporrhais  coarctata.  Gein.     .    . 
Aporrhais  steuoptera  Goidf.  .    . 
Aporrhais  subulata.  Reus*.     .    . 
Aporrhais  arachnoides.  Mailer,  ■ 

Rapa  cancellata.  Sow 

Fusus  Nereidis.  Mmst 

Fusus  of.  Requienianus.  D'Orb. 

FUSUS.  sp 

Tritonium.  sp 

Cancellaria  sculpta.  Reuss.     .   . 
Neptunca  carinata  Weinz.    in  lit. 
CeritMum  Luschitzianum.  Gein. 
Ceritbium  fasciatum.  Reuss. 
Cerithium  binodosum.   B$m. 
Ceritbium  pseudoclathratum 
Cerithium  (cf.  Dupinianum) 
Ceritbium  (cf.  provinciale). 
Voluta  elongata.  D'Orb. 
Mitra  Roemeri.  D.<M    .   . 
Mitrn,  clathrata.  Bern*.   ■    • 


D'Orh 


Ph 


M 


-Q 

u 

d 
55 

GO 

1 

w 

e 

<v 

ti 

£ 

* 

+ 


+ 
+ 


a 


| 

03 


a 

o 

3 
5 


+ 


+ 


+ 


+ 

+ 
+ 
+ 


+ 


+ 


f 


r>8 


o 
o 

CO 

h 
CD 
g 

| 

p-l 


O 


a 


£ 


a 


o 
CO 


PW 


a 


Oylichna  cylindracea.  Gein. 
Acteon  doliolum.  Mull. 
Actcon  ovum.  Duj.      .   .    . 
Acteonina  lineolata.  Reus*. 
Avellana  Humboldti.  Mull. 
Scaphander  cretaceus.  m-. 
Aemaea  depressa.   Gein.     . 
Dentalium  glabrum.  (Mn. 
Dentalium  medium.  Sow.    . 
Dentalium  polygonum.  Reus*. 
Dentalium  laticostatum.  Reus. 
Dentalium  ellipticum.  Sow. 


Pelecypoda. 
Cardium  lineolatum.  Reuss.    ■ 
Cardium  semipapillatum.  Reust 
Cardita  tenuicosta.  iPOrb. 
Isocardia  cretacea.  Goidf. 
Astarte  acuta.  Beusa. 
Astarte  nana.  Reuss.   .    . 
Cyprina  Hiibleri.  GtinJ 
Eriphyla  lenticularis.  Gold/. 
Nucula  pectinata.    Sow. 
Nucula  semilunaris,  v.  Buck. 

NuCUla   OVata.   Mantel.       . 

Nucula.  Sp 

Leda  siliqua  (Reuss.)   .    . 

Leda   producta.   (Reuss.)    . 

Pectunculus  insculptus.  Re 
Pectunculus?  arcaceus.  r 
Area  truncata.  Reuss. 
Area  striatula.  Reuss. 
Area  undulata.  Reuss. 
Area  Geinitzi.  Reuss. 
Area  bifida.   Reuss.        .     . 
Area  pygmaea.  Reuss. 
Area  propingua.  Reuss.   . 
Pinna  decussata.  Gold/. 
Pinna  nodulosa.  Reuss.    . 
Pholas  reticulata.  Mailer. 
Lithodomus  spathulatus.  Gein. 
Lithodomus  cf.  lostratus.  iro 
Modiola  capitals.  zu/ei.     .    . 
Teredo  .  .  .  «.  sp.      .... 


+ 


+ 


+ 
+ 

+ 


4. 

+ 
+ 


_|_    __ 


R. 


+ 


+ 


+ 


+ 


t 

+ 
+ 
+ 
+ 


+ 


+     + 


59 


a 


a 

a 

P4 


M 


Gastrochaena  amphi sbaena, 
Corbula  bifrons.  items.     . 
Corbula   caudata.   wi/ss.     . 
Thracia? 


Gel. 


R. 


Lyonsia  carinifera.  vOri. 
Leguminaria  truncatula.  Reu. 
Modiola  tetragona.  Reuss. 
Leguminaria  Petersi.  zutei. 
Pholadomya  decussata.  .   . 
riioladomya.  n.  sp.      .    .    . 
Tellina  concentrica.  Reuss. 

VeilUS  lamillOSa.   Reuss.    .     . 

Venus  concentrica.  Reuss.   . 
Venus  subdecussata.  Rdmer 
Venus  parva.  Sow.      .    .    • 
Venus  pentagona.  Reuss.     ■ 
Avicula  Geinitzi.  Reuss. 
Avicula  pectinoides.  Reuss. 
Avicula  glabra.  Reuss.    .    . 
(Avicula  minuta.  Reuss.)  .    . 
(Avicula  neglecta.  Reuss.)    . 
(Avicula  paucilineata.    jBe«M.) 
Gervillia  solenoides.  Befr. 
Inoceramus  Cuvieri.  Sow. 
(Inoceramus  latus.   Momtell. ) 
Inoceramus  planus.  v.  Munst 
(Inoceramus  Brongniarti  ?  I 
Lima  septemcostata.  Reuss. 
Lima  elongata.  Sow.    •    •    • 
Lima  granulata.  Deshm/es. 
Lima  Hoped.   Deshayes.    .    • 
Lima  somisulcata.   Niks.    • 
Peoten  Nilssoni.  Gold/.  .   . 
Pecten    curvatus.    Gem. 
Pecten  Dujardinii.  Rem.     . 
Peoten  squamula.  Lanmark. 

Pecten  lac  vis.  miss.    .   .   . 
Pecten  scrratus.  Nils*.     .    . 
(Pecten  cicatrisatus.    Goldf.) 
(Pecten  denticulatus.  v.  Bagei 
(Pecten   subaratus.  Nils.  )  . 
(Pecten  trigemmatus .  Gein.) 

Spon dylus.  Sp 

Exogyra  lateralis.  Reuss. 


o 
CO 


& 


+ 


-3 


a 
-a 


+ 
+ 


a 


R. 


+ 


R. 


+ 


R. 
R. 


+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


B. 

R, 
R. 


+ 

+ 


+ 


+ 


+ 


+ 
+ 
+ 


+ 


+ 

+ 
+ 
+ 
+ 

+ 


a 


+ 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+  + 


+ 


60 


a 

a 

u 

<u 

pd 

& 

a 

1 

o 

on 

aa 

a 

a 

>> 

o 

Ph 

M 

S      -^t 


ss 


a 


/■I 

5 


Ostrea  semiplana.  Bow.       ■    .    . 
Ostrea  hippopodium.  miss.   .   . 

Ostrea  Proteus.  Beuss 

Ostrea  cf.  Wegmanniana.  D'Orb. 

Ostrea  irons.  Park 

Anomia  subradiata.  Beuss.  .    .    ■ 
Anoraia  subtruncata.  Gein.     .    . 

Brachiopoda. 
Magas  Geinitzi.  BehlBnb.     .    .    . 

Argiope? 

Terebratulina  chrysalis.  SoM.   . 
Rhynchonella  (var.  pisum)    .    . 

Bryozoa. 

Kschara  rhombifera.  Beuss.  .  . 

Entalophora?  solitaria.  Fr.  .  . 

Nuilipora  gracilis.  Beuss.    .  .  . 


/.'. 


Crustacea. 

Polycnemidium  pustulosum.  Beuss.   . 

Etyus  Buchi.  zntei B. 

Necrocarcinus  perlatus.  Fr.       .    .    . 

Palaeocorystes?  «P •    . 

Palaeocorystes  sp 

Microcorystes  parvulus.  Fr.      .    .    . 

Calliauassa  brevis.  Fr 

Callianassa  clongata.  Fr 

Callianassa  gracilis.  Fr 

Stenocheles  parvulus.  Fr 

Stenocheles  esocinus.  Fr 

Paraclytia  (nephropica  ?) 

Hoploparia 

Uoploparia 

Enoploclytia  Leachi.  Mant 

Palinurus 

N.  genus      

Cytherella  Miinsteri.  Beu*» 

Cytherella  ovata.  Bi>m 

Cytheridea  laevigata.  Bm»i.      ■    .    • 

Cytheridea  perforata.  BSm 

Cythere  serrulata.  Boiq 

Cythere  oraatissima.  Beuss.    .    .   .  b. 
Cythere  semiplicata.  Beuss.    .    .    .  B. 


+ 


+ 


+ 


+ 
+ 


+ 


+ 


+ 
+ 
+ 


+ 


+  + 
+  + 
-  + 
+ 


+ 
+ 

+ 


+ 


+ 
+ 


+ 
+ 


+ 


+ 


+ 
+ 


+ 
+ 

-I- 


-  h 
+ 

+ 


+ 

+ 
4. 


61 


W 


0 


£ 


1X1 


a 

■a 


3 

O 
CQ 


a 

o 
CQ 


a 

o 

3 
o 


Cythere  Karsteni.  Be«w».    .   •   . 
Cythere  concentric,;!,.  B««*«.    .    . 
Bairdia  arquata  var.  faba.  Retm.  u. 
Bairdia  subdeltoidea.  v.  Mumt.  .   .   ■ 

PollicipeS  falax.   Dane 

Pollicipes  glaber.  mm 

Scalpellum  maximum.  Sow 

Scalpellum  quadratum.  Done.  .   .  . 

Vermes. 

Serpula  gordialls.  Sehi R. 

Serpula  tetragona.  Sow 

Serpula  subtorquata,  v.  Munst,  .    .  n. 
Serpula  spinulosa.  Beuta.   ■   . 
Serpula  subinvoluta.  Beuis.    . 
Serpula?      ........ 


4- 

+ 


+ 


Echinodermata. 

Antedon      

Cidaris  sceptrifera.  Mmi.  •  .   . 
Cidaris  subvcsiculosa.  worb.    ■ 

Phymosoma 

Micraster  Ijorioli.  Nov 

Holaster  cf.  placenta.  Ag.     .    . 
Jlemiaster  regulusanus.  D'Orb. 

Goniaster? 

Stellaster ,    .    .    . 

()phiothrix? 

UolothuriaV  intest 


Anthozoa. 
Parasmilia  centralis.  Mmt.    .   . 

Trochosmilia.  «p.  i. 

irochosmilia.  >p.  n. 

Micrabatia  coronula.  GoUj:  .  .  .  . 
Trochocyathus  Harveyanu's.  M.Retii. 
■  ■  rocbocyatbus  conulus.  Phil.     .    .    . 

Irochoc'yatbus 

°culina? 

Porifera. 

Ventriculites  radiatus.  Mmt.  •  ■  ■ 
Ventriculites  angUStatus.  B6m.      ■    . 


+ 


+ 

+ 


+ 

+ 

4- 


+ 


+ 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 


+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+  1- 


+ 
+ 


G2 


Ah 


M 


t 


£ 


pi 

-a 


o 


Geodia  gigantea.  Bolt 

Ckondrillopsis  asterias.  j<y.  .    . 

Stylocordyla?      

Clione? 

Scypliia  odontostoma.  Reuse. 

Foraminifera. 

Cornuspira  cretacea.  Beuss.  .    . 
Trochammina  irregularis.  /'.  and 
(Haplostiche  constricta.    Beuss.) 
Haplostiche  clavulina.  Beuss.     . 
Haplostiche  dcntalinoidcs.  Beuss. 
Haplostiche  foedissima.  Beuss.  . 
Textularia  globulosa.  Beuss. 
Textularia  conulus.  Beuss. 
(Textularia  obtusangula.    Boem.) 
Textularia  obsoleta.  Beuss. 
(Textularia  anceps.  iteuss.) 
(Textularia  turris.  D'OJ.) 
Textularia  praelonga.  Beuss. 
Textularia  foeda.  Brush.     . 
Verneuillina  triquetra.  Beuss 
Verneuilliiui  Bronni.  Beuss. 
(Tritaxia  tricarinata.  Beuss. ) 
Gaudryina  rugosa.  D'Orh. 
Valvulina  spicula.  Beuss.    . 
(Bulimina  Preslii.  Beuss. ) 
(Bulimina  ovulum.  Beuss.)  . 
Bulimina  Murchisoniana.  iy 
Bulimina  variabilis.  D'Orb. 
Bulimina  intermedia.  Beuss. 
(Bulimina  truncata.  Beuss.) 
(Virgulina  Reussi.   Gein.)  . 
(Bolivina  tegulata.  Beuer.  ep.) 
Nodosaria  farcimen  Soldani 
Nodosaria  filiformis.  B'Ori,. 
(Nodosaria  innata.    Beuss.) 
Nodosaria  cylindracea.  Beuss 
Nodosaria  monile.  v.liag.  . 
Nodosaria  Zippoi.  Beuss.    . 
Nodosaria  Mayeri.  n.  ep.    . 
Nodosaria  affinis.  Beuss.    . 
(Nodosaria  (?)  conferta.    Beuss.) 
Nodosaria  aculeata.  v'Orij.    .    . 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 

+ 

+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
H- 
+ 


+  f 
+ 
+ 
+ 


+ 


+ 

+ 
+ 


+ 
+ 
+ 


+ 
+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
f 
+ 

4- 

+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


63 


j3 


Ph 


M 


£ 


•3 


■a 

o 


PM 


o 

o 


(Nodosaria  costellata.  2Ja««».)    . 

(Nodosaria  sulcata.    Nils.)      .    , 
Nodosaria  Lornoiana.  z>'0&.     , 
Nodosaria  multilineata.  e»i.     , 
Frondicularia  apioulata.  7JeM«s. 
(Frondicularia  bicuspidata.  Beuss.) 
Frondicularia  angusta.  Beuss.  . 
Frondicularia  angulosa.  jyori. 
(Frondicularia  peregrina.  Beuss.) 
(Frondicularia,  canaliculata.  Beuss. 
Frondicularia  raucronata.  Beuss. 
Frondicularia  margin a,ta.  Beuss. 
Frondicularia  turgida.  Beuss.     . 
Frondicularia  Cordai.  Beuss.     . 
Frondicularia  inversa.  Beuss.    . 
Frondicularia  Archiacina.  D'Orb. 
Frondicularia  bicornis.  Bams.  . 
Frondicularia  striatula.  Beuss.  . 
Marginulina  elongata.  D'Orb.    . 
(Marginulina  coraprossa.    D'Orb.) 
Marginulina  Nilssoni.  Boem. 
Marginulina  bacillum.  Beuss.     . 
Marginulina  ensis.  Beuss.  .    .    . 
Marginulina  Iioemeri.  Beuss.     . 
(Marginulina  bullata.  Beuss.)     . 
vaginulina  strigillata.  Beuss.    . 
(Cristellaria  limbata.    Beuss.)     . 
Cristellaria  lobata.  Beuss.       .    ■ 
(Cristellaria  lituola.  Beuss.)    .    . 
Cristellaria  navicula.  D'Orb. 
Cristellaria  lepida.  Beuss.      .    . 
Cristellaria  rotulata.  D'Orb.  .    . 
(Cristellaria  complanata.  Beuss.) 
(Cristellaria  triangularis.   D'Orb.) 
Flabellina  ornata.  Beuss.    .    .    . 
Flabellina  elliptica,  Nils.  sP. 
(Folymorphina  trigonula.  Beuss.) 
(Polymorphina  horrida.  Beuss.)  . 
Folymorphina  elliptica.  Beuss.  . 
(Folymorphina  damaecornis.  Beui 
U'olyniorphina  glomerata.  Boem.) 
folymorphina  lacrima,  Beuss,    . 
folymorphina  globosa.  v.  Munster. 
^lobigerina  cretacea.  D'Orb. 


) 


+ 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 


+ 


+ 
+ 
+ 


+ 

+ 
+ 

+ 

+ 


+  ? 
+ 


+? 


+ 


+  1  + 


+ 
+ 
+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 

-+--■ 

+ 

+ 

■f 
+ 

+ 
+ 


64 


P-, 


o 


£ 


a 

a 


CO 


P4 


JO 


a 


Globigerina  marginata.  Bwm.  •  • 
Globigerina  trocboidcs.  Bma.  ■  ■ 
(Discorbina  Micheliniana.  ifOrb.) 
Discorbina  umbilicata.    U0rh.   var 

nitida  Jieuss. 

Discorbina  leaticula.  Beuet,  .  . 
Discorbina  ammonoides.  Beuee. 
Discorbina  polyraplies.  Beuu.  ■ 
Anomalina  moniliformis.  Haute. 
Nonionina  compressa.  Boem, 

Radiolariae. 

Dictyomitra  multicostata.  zutd.  • 
Dictyomitra  regularis.  Pemcr.  .  . 
Dictyomitra  conulus.  rcmer.  .  .  . 
Litbocyclia  discus.  Pemer.  ■  ■  . 
Thecosphaera  spongiarum.  rtmev. 
Cromyomma  perplexum.  Stshr. 
Druppula  convoluta.  Pernor.  .  ■  . 
Stylodyctia  Haeckeli.  Zittel.  •  .  . 
Acrosphaera  hirsuta.  remer.  .  .  . 
Porodiscus  glauconitarum.  Perner. 
Ropalastrum  $$ 


Plantae. 

Araucaria  Frici.  Vei 

Araucaria  brachypbylla.  E.  Bayer. 
Araucaria  epactridifolia.  E.  Bayer. 
Sequoia  lepidota.  E,  Bayer.     ■    .    . 
Sequoia  Iteichenbachi.  (Gem.)    .    . 

Sequoia  Sj> 

Widdringtonia  ap 

Frenelopsis  bobemica.  Vei.  .  .  . 
Quercus  Charpentieri.  E.  B.  .  . 
Ficus  Cecropiaelobus.  e.  b.      .    . 

Rhus  dens  mortis.  E.  B 

Ericophyllum  Gaylussaciae.  e.  b 
Myrsine  manifesta.  E.  B.       .    .    . 
Myrsine  caloneura.  e.  b.       .    .    . 

Ardisia  glossa.  e.  b. 

Diospyros  primaeva-   Biter.    .    .    . 

Pbyllites  Perneri.  e.  b 

Acantbocepliale  bohemica.  e.  b. 


+ 


+ 


+ 
+ 


+ 


+ 

+ 
+ 

+ 
+ 

+ 
+ 

+ 

+ 


4- 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


f 
+• 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


IV.  Kritisches  illustrirtos  Verzoichniss  der  in  don  Priesener 
Schichten  vorkommenden  Versteinerungen. 

Dieses  Verzeichniss  ist  nach  den  in  der  Studie  iiber  die  Teplitzer 
ochichten  pag.  63  angefiihrten  Grundsiitzen  zusammengestellt  und  will  ich  die- 
selben  hier  nicht  wiederholen. 

Jguanodon?  Albinus,  Fr.  —  Fig.  29.  a—d. 

Von  der  Gegenwart  riesiger  Saurier  zur  Zeit  der  Ablagerung  der  Prie- 
sener Schichten  geben  mehrere  Reste  den  Nachweis,  wclche  am  steilen 
Elbeufer  bei  Srnojed  westlich  von  Pardubic  aufgefunden  wurden.  Herr 
Jaroslav  Jahn  fand  den  mittleren  Theil  eines  grossen  Phalangen,  an  dem 
beide  GelenlrfUichcu  durcli  Zersctzung  verscliwanden.  Der  Rest  ist  10  cm  lang 
und  in  der  Mitte  (5  cm  breit.  Ausserdem  fand  ich  an  derselben  Stelle  flache 


f'"g-  29. 

ft  aattlr] 


Iguanodon  ?  Albinus,  Fr.  von  Srnojed.    a.  Mittelsttlck   eines  Phalangen   in 
!.  wrflsse.    h.  HautknocJien  in  naturl.  GrOsse.   c  Querschliff  dessolben,  schwaeli 
vergrossert.    d.  Ein  Fragment  stark  vergrossert. 

5 


66 

viereckige  Knochenstucke,  welclie  jedonfalls  zum  Hautskelet  gehOrten  unci 
am  Querschliff  noch  die  Knochenstruktur  aufweisen  (c,  d.).  Nebstdeni  fand 
man  Stiicke,  die  auf  Rippen  und  andere  Skelettheile  liinwiesen,  aber  ganz 
aus  zersetztem  Schwcfelkies  und  Gyps  bestanden. 

Dipnolepis  Jahni,  Fr.  —  Fig.  30.  A.  und  B. 

Diese  Art  entdeckte  ich  zuerst  in  Chotzcn,  aber  die  betreffende  Schuppe 
war  zum  Studium  nicht  gunstig  erhalten.  Unter  dem  mir  von  Herrn  Jar. 
Jahn  aus  den  tiefsten  Lftgen  der  Priesener  Schichten  bei  Oernosic  (Pardubic) 
iibersandten  Materiale,  fand  ich  spater  unter  Schuppen  von  Osmeroides, 
Cyclolepis    und  Cladocyclus,    auch  eine  Schuppe   von    laiiglich   viereckigcr 


A. 


B. 


Fig.  30.    Dipnolepis  Jahni,  Fr.    A.  Schuppe  von  unten.   Smal   vergrossert.    a.  Unter- 
flachc  dor  Schuppe.  b.  Negativ  der  bezahn.  Oherflache.    B.  Fragment  des  Negatives 

der  bozahnten  Oberflaehe. 


Gestalt,  welche  im  oberen  Drittel  das  Centrum  in  Form  cines  kleinen  Ilockers 
aufwies,  um  welches  herum  sich  unregelmJissige  concentrische  Fatten  grup' 
pirten.  Die  Schuppe  liegt  mit  der  Innenseite  nach  oben,  die  Aussenseite 
ist  bloss  im  Negativabdruek  erhalten  und  zeigt  radial  geordnete,  dicht  nebeii 
einander  stehende  Eeihen  von  Griibchen,  die  von  einander  durch  undeutliche 
Leisten  getrennt  sind.  (Vergl.  Fig.  30.  B.)  Diese  Grubchen  ruhren  wohl  voD 
Zahnreihen  her,  mit  welchen  die  Schuppe  geziert  war.  Da  ich  mich  cbeD 
mit  dem  Studium  der  permischen  Dipnoer  beschaftigte,  so  erkannte  ich  leicht, 
dass  auch  diese  Schuppe  denselben  angehort.  (Vergl.  Fauna  der  Gaskohle 
Taf.  80.)  Es  ist  damit  der,  wie  ich  glaube,  erste  Beweis  geliefert,  dass  es 
auch  ceratodusartige  Ijurchfisclie  in  der  Kreideformation  gegeben  hat.    Die 


67 

selben  lebten  kaum  im  Moore,   sondern  olier  in  den  Fliissen  des  damaligen 
Contincntos,  von  wo  die  Schuppe  in  das  Meer  herabgeschwenimt  wurde. 

Ich  widmete  diase  hochinteressante  Art  der  Familie  Jahn,  wo  mich 
sowohl  Vater  als  Sohn  in  meinen  Arbeiten  auf  thatkriiftigste  unterstiitzten. 

Oxyrhina  angustidens,  Reuss.     (Fr.  Kept,  und  Fische,   pag.  8.  Fig.  13.) 

Fiihrt  Reuss  aus  den  Priesener  Schichten  von  Priesen  an,  wir  fanden 
daselbst  rnebrere  iibnliche  Ziihne,  die  sich  aber  durch  sebr  feine  Liingsstrei- 
fung  auszeichneten  und  nicht  sicher  zu  der  Art  zuzurecbnen  sind. 

lamna  raphiodon,  Ag.     (Fr.  Kept,  und  Fische  pag.  10.  Fig.  17.) 

Fiihrt  Reuss  von  Priesen,  Postelberg,  Kautz  und  Wollenic.  Wir  besitzen 
nichts  derartiges  aus  den  Priesener  Schichten. 

^anina  acuminata,  Reuss.    (Fr.  Rept.  und  Fische  pag.  9.) 

Die  Gattung  Lamna  ist  haufig  neben  Otodus  appendiculatus  in  den 
Priesener  Schichten,  was  dadurch  erklaxlich  ist,  dass  in  neuerer  Zeit  der 
Nachweis  geliefert  wurde,  dass  lamnaartige  Ziihne  den  vorderen  Theil  des 
Kiefers  von  Otodus  eingenommen  haben.  -Audi  wird  es  wenig  Bedeutung 
haben  einzelne  Arten  unterscheiden  zu  wollen  nach  dem,  ob  sie  weniger 
Oder  mehr  gebogen  sind,  denn  dies  wird  davon  abhangig  gewesen  sein,  an 
welcher  Stelle  des  Kiefers  der  Zahn  stand. 

N°tidanus  simplex,  Fr.  —  Fig.  31. 

In  der  glauconitischen  Schichte  2.  des  Priesener  Profils  fand  der  Mu- 
soumszeichner  Herr  F.  Blazka  einen  kleinen  Notidanus-Zahn,  der  sich  von 
Not.  microdon  aus  den  Teplitzer  Schichten  dadurch  unterscheidet,  dass  der 
crste  Zahn  am  Aussenrande  nicht  gekerbt  ist  und  dass  derselbe  doppelt  so 
gross  ist  als  der  nachfolgende.  Der  zweite  bis  vierte  nehmen  rasch  an 
Grtisse  ab  und  der  vierte  ist  nur  halb  so  lang  als  der  zweite. 


P*S;r'?S:J5!ir,»". 


Fig.  31.  Notidanus  simplex,  Fr.  von 

Priesen.     6mal  vergrossert. 


%}fUir'm*: 


Fig.  32.  Squatina  lobata,  Eeuss. 
VergrOssert.     Copie  nach  Reuss. 


0(,us  appendiculatus,  Ag.    (Rept.  und  Fische  pag.  5.  Fig.  5.) 

Mittelgrosse  Exemplare  kommen  in  Luschitz,    Priesen,  Postelberg  und 
anderen  gut  aufgeschlossenen  Localitaten  vor. 
t0^us  sulcatus,  Gein.     (Rept.  und  Fische  pag.  G.  Fig.  7.) 

Wurden  von  Reuss  uuter  dem  Namen  Hyb.  gracilis  von  Priesen  und 
Postelberg  angeMhrt. 


5* 


68 

Squatina  lobata,  Reuss.    (Rept.  u.  Fische  pag.  10.  Fig.  18)  —  Fig,  32. 

Reuss  fand  diesen  kleinen  nur  4  mm  breiten  Zahn  sehr  selten  in  Priesen. 

€orax  hetcrodon,  Reuss.     (Rept.  und  Fische  pag.  11.  Fig.  23.) 

Nicht  selten  bei  Postelberg.     Aus  Priesen  besitzen  wir  diese  Art   aus 
der  Nucula-Schichte  (Nr.  0.),  sowie  auch  aus  der  Schichtc  2. 
Ptyehodus  mammillaris,  Ag.    (Kept,  und  Fische  pag.  14.  Fig.  33.) 

Wird  von  Reuss  aus  den  Priesener  Schichten  von  Priesen  angefuhrt. 
Pycnodus  complanatiis,  Ag.  ?    (Fr.  Rept.   und  Fische  pag.  21.  Taf.  II.  Fig.  5. 
Textfigur  Nr.  47.) 

Pechschwarz  gefiirbte  Gaumenzahne  und  gekerbte  Schneideziihne  fanden 
sich  in  Priesen  in  den  stark  glauconitischen  Schichten  2a.  des  Profils  und 
in  der  Schichte  3.  Sie  erinnern  in  Form  am  meisten  an  den  P.  complana- 
tus Ag.,  doch  lasst  das  vorliegende  Material  an  isolirten  Ziilinen  koine 
sichere  Destimmung  zu.  Einen  hierher  gehorigen  Zahn  erhielten  wir  von 
Ilerrn  Lehrer  Feigl  von  Cernodol  bei  Laun. 
Osmeroides  Lewesiensis,  Ag.    (Rept.  und  Fische  pag.  34.  Fig.  55.) 

Isolirte  Schuppen  kommen  fast  iiberall  in  den  Priesener  Schichten  vor, 
namentlich  an  der  OberfULche  der  als  Lepidenteron  bezeichneten  Wurmrohron. 
Osmeroides  divaricatus,  Gein.  (Rept.  und  Fische  pag.  34.  Fig.  58.)  —  Fig.  33. 
Viele  und  schon  erhaltene  Schuppen  fand  ich  in  ciner  festen  Schiclite 
am  Gipfel  des  Wunicer  Weinberges,  welche  dem  Niveau  des  Ammon.  den- 
tatocarinatus  Nr.  4  des  Priesener  Profils  entspriclit.  Auch  in  Priesen  selhst 
fand  icli  in  der  Schichte  3  grosse  Exemplare,  die  ganz  mit  der  unten  gege- 
benen  Abbildung  iibereinstimmen.  Die  von  Strehlcn  citirten  Exemplare  diirften 
aus  den  dort  am  hochsten  liegenden  Scliichten  herstammen,  welche  unseren 
klingenden  Inoceramenpllinern  der  Priesener  Schichten  entsprechen  diirften. 


Fig.  33.    Osmeroides  divaricatus, 
Gein.  Aus  den  Priesener  Schich- 
ten bei  Wunic.  Vcrgrossert. 


Fij).  34.  Cyclolepis  Agassizi, 

(Jein.    Von  Waldek  bei 

Uensen. 


Fig.  35.  Aspiclolepis  Stelnlal,  GeinS 

Voin  Wolisberg  bei  Podiebrad, 

Vergrfissert. 


Gyclolepgis  Agassizi,  Gein.    (Rept.  u.  Fische  pag.  39.  Textfig.  59.)    —  Fig.  34. 
Haufig  auf  Lepidenteron  Iongissimum  in  Priesen,  Wunic,  Wolfsberg  bei 
Podiebrad,  Waldek  etc.  und  fast  uborall,  wo  diese  Schichten  gut  aufgeschlos- 
sen  sind. 
Aspidolepis  Steinlai,   Gein.   (Rept.  u.  Fische  pag.  34.  Fig.  60.)  —  Fig.  85. 

Diese  grossen  Schuppen  kommen  am  haufigsten  in  den  in  Form  weisser 
klingender  Flatten  auftretenden  tieferen  Lagen  der  Priesener  Schichten  vol', 
zum  Boispiel  am  Wolfsberge  bei  Podcbrad,  in  Cinoves  und  Nemosic. 


69 


Enchodus  Haloeyon,  Ag.  (Fr.  Rept.  u.  Fische  pag.  35.  Taf.  7.) 

Ein  schoner  Kiefer  aus  Priesen  befindet  sich  in  der  Sammlung  des  Hrn. 
Mayer  in  Malnitz.      * 

S&urocephalus  marginatum,  Reuss  sp.  —  Fig.  36. 

Dieser  interessante  Zahn  von  unsicherer  Zugehorigkeit  kam  wiederholt 
in  den  Priesener  Scbichten  vor.  Ich  gebe  eine  stark  vergrosserte  Abbildung 
von  einem  Exemplare  aus  der  Schiclite  3  von  Priesen,  an  dem  man  die 
Streifung  der  Basis  deutlich  wahrnimmt  und  zugleich  sieht,  dass  der  Zapfen, 
auf  dem  der  Zahn  aufsass,  von  knopfformiger  Gestalt  war.  Auch  fanden 
sich  Zahne  dieser  Art  in  Chotzen. 


Fig.  37.     Cladocyclus  Strehlensis,  Gein, 

Von  Wolfsliorg  bei  Podgbrad. 

2mal  vergrfissert. 


F'9-  36.   Sauroccphalus  marginatus,  Kmiss  sp 
J1"s  Priesen,    6mal  vergr.    Nr.  d.  Orig.  1942. 


^^Popsis  ? 


sp. 


Her 


In  der  letzten  Zeit  crhiolt  unser  Museum  von  Ilerrn  Mayer  ein  Pracht- 
exemplar  eines  fast  ganzen  in  Sphaerosiderit  umgewandelten  Fisches,  dessen 
Gesammtlange  etwa  70  cm  betragen  haben  mag.  Der  Kopf  iilinelt  sehr  der 
Gattung  Elopopsis,  doch  muss  die  niihere  Bestiminung  auf  spiiter  bolassen 
werden. 
yx  OPnatus,  Ag.    (Rept,  und  Fische  pag.  43.  Fig.  63.) 

Eine  Schuppe  von  Beryx  ornatus  fanden  wir  in  der  Schichte  2,  mehrere 
andere  an  der  Flache  des  Lepidenteron.  Andere  fanden  sich  in  den  Sutiny 
bei  Chotzen. 


70 


Cladocyclue  Strehleusis,  Gein.  (Fr.  Teplitzer  Schichten  p.  G9.  Fig.  39.)  —  Fig.  37. 
Haufig  in  den  tiefsten  Lagen  der  Priesener  Schichten  in  den  ldingenden 
weissen  Planern  von  Cinoves  und  Wolfsberg  bei  Podebrad,  dann  in  Priesen, 
Cernodol  und  Wunic  bei  Laun. 
Osmerolepis  reticulata,  Fr.  —  Fig.  38. 

Diese  Schuppe,  welche  im  ganzen  an  Osmeroides  erinnert,  ist  durch 
die  netzformige  Verzierung  des  Hinterrandes  ausgezeichnet.  Dieselbe  wurde 
von  Herrn  Dr.  Jar.  Jahn  gesammelt. 


I 


a.  t  b: 

Fig.  38.    Osmerolepis  reticulata,  Fr.  von  Lhota  Uretickii  bei  Pardubic. 
A.  flmal  vergrossert.    B.  Ein  Theil  der  genetzten  Partie  40mal  vergrossert. 

Ich  lasse  nun  die  Beschreibung  einer  Reihe  von  Fischresten  folgen,  die 
noch  ihre  Zugehorigkeit  zu  dieser  oder  jener  Fischgruppe  sehr  mangelhaft  nach- 
zuweisen  im  Stande  sind.  Die  meisten  finden  sich  auf  der  Oberflache  des  Lepi- 
denteron,  gehoren  kleinen  Knochenfischen  an  und  werden  in  der  Zukunft  gewiss 
noch  Gegenstand  fleissigen  Studiums  werden. 

Ich  fuhre  sie  trotz  ihrer  Unvollstandigkeit  hier  dennoch  an,  nm  auf  den 
Reichthum  an  Gattungen  und  Arten  von  Knochenfischen  in  den  Priesener  Schichten 
aufmerksam   zu  machen   und   zum   emsigen  Sammeln   ahnlicher  Reste    anzueifern. 

Operculum  A.  (radiatum).  —  Fig.  39. 

Dieses  radial  gestreifte  Operculum  erinnert  sehr  an  dasjenige,  welches  ich 


Fig.  39.  Operculum  A.  (radiatum)  aus  der  Schickte  3  von  Priesen.   Vergrossert  6mal. 

Nr.  des  Orig.  7. 


71 


provisorisch  als  zu  Semionotus  gekorig  abbildete.  (Fr.  Rept.  u.  Fische  Taf.  10. 
Fig.  9.)    Es  reicht  dieser  Rest  nicht  bin,  die  Gattung  zu  bestimmen. 
Operculum  B.  (altum).  -*  Fig.  40. 

Diese  sebr  hohen  sclimalen,  glatten  Opercula  kommen  wiederholt  auf 
den  Lepidenterons  vor.  Vom  Gelenkpunkte  ziebt  sick  eine  scbmale  Leiste 
zu  der  oberen  Spitze  des  Hinterrandes.  Das  obere  Ende  ist  quer  abgestutzt. 
Der  Vorderrand  ist  mit  einer  Doppelleiste  verseken.  Der  Hinterrand  zweimal 
ausgescknitten  und  dann  sckrag  gerade  zur  unteren  Spitze  sick  hinziekend. 


-;.:;:x 


W 


Fifl.  40.  Operculum  B.  (altum)  aus  der  Gastropoden- 

Schichte  von  Priesen.   Vergrossert  Cmal. 

Nr.  dea  Orig.  8. 


Fig.  41.    Operculum  ' '.  (quadran- 
gulum)  von  innen  gesehen.    Aus 

der  Schichte  1    von  Priesen. 

Vergr.  6mal.  Nr.  des  Orig.  9. 


Operculum  C.  (quadrangulum).  —  Fig.  41. 

Dieses  viereckige  Operculum  ist  an  der  oberen  vorderen  Ecke  mit, 
einem  Gelenknapf  verseken,  der  einem  scklanken  Stiele  aufsitzt.  Zur  nakeren 
Restimmung  dieser  Opercula  wird  eine  Vergleickssammlung  dieser  Skelet- 
tkeile  von  alien  recenten  Gattungen  notkwendig  sein. 


Fi9-  42.    Praeoperculum  7).  (spiniferum)  aus   der  Gastropoden-Schichte  von  Priesen. 

Vergrossert  6mal.    Nr.  des  Orig.  3. 

i-  Praeoperculum  mit  einem   grossen  Stachel   am   unteren   Ende.     8.  Parasphenoid  ? 

.'!.?     4.  Operculum  von  innen.     6.  Kieferfragment.     G.  Clavicula. 


12 


Praeoperculum  D.  (spiniferum).  —  Fig.  42. 

Dieser  Fischrest  zeigt  mehrere  wiclitige  Theile   des   Kopfskeletes,   ein 
gefaltetes,  hinten  in  eine  Spitze  auslaufendes  Operculum  und  eiu  mit  einein 
Doni  bewaffnetes  praeoperculum. 
Praeoperculum  E.  (serratum).  —  Fig.  43. 

Ein    sehr   holies   kurzes  Praeoperculum,    (lessen   Unterrand    grob,    der 
Hinterrand  fein  bedornt  ist. 
Operculum  F.  (histrix).  —  Fig.  44. 

Ein  am  Hinterrande  stark  unregelmiissig  bedorntes,  ziemlich  flaches 
Operculum  liegt  mit  der  Inncnflache  nach  oben.  Seine  Zugehorigkeit  zu 
Electrolepis  horrida  ist  sehr  wabrscheiulich. 


^rvvwv 


Fig.  43.    Praeoperculum  E.  (ser- 

ratum)  aus  der  Gastropoden- 

ScMchte  von  Priesen.  Vergr.  fimal. 

Nr.    des  Orig.  2284. 


Fig.  44.    Operculum  /'. 

(histrix)  aus  der  Gastro- 

poden-Schichte  t.  Priesen. 

VergrOssert  6mal.  Nr.  des 

Orig.  12. 


Fig.  46.   Spinacites  radiatus,  Fr. 

von  Priesen.    Vcrgriissort   (Jnial. 
Nr.  des  Orig.  \. 


Electrolepis  horrida,  Fr.  —  Fig.  45. 

An  einem  Lepidenteron  aus  dor  stark  glauconitischen  Schichte  2.  in 
Priesen  fand  ich  ungcwohnlich  stark  bezahnte  Schuppen,  die  wolil  einem 
beryxartigen  Fische  angehort  haben  miigen.  Die  lancettscbarfen  Zilhne,  in 
welche  der  hintere  Rand  der  Schuppe  ausliiuft,  nehmen  bei  der  Schuppe  t 
V8  der  Schuppenliinge  ein  und  sind  von  durchsichtiger  liernsteinartiger  Con- 
sisted, eben  so  wie  die  Schuppe  selbst,  welche  grob  concentrisch  gestreift 
ist.  Die  neben  den  Schuppen  liegenden  Skeletreste  werden  bei  der  deiinitiven 
Verarbeitung  der  neuen  Kreidefisclie  eingehende  Berucksichtigung  verdienen. 

Spinacites  radiatus,  Fr.  —  Eig.  4G. 

Ein  kriiftiger  kurzer  Stachel  einer  paarigen  Flosse  mit  rundem  gefurch- 
ten  Vorderrande  und  flachem  nach  iunen  gekrumintei)  hinteren  Rande. 


73 


B 


^' 


Fig.  45.  Electrolepis  horrida,  Fr.  von  Priesen.  A  a — c.  drei  Sohuppen  verschiedene 
Grfisse.  d.  Fragment  eines  Operculum,  VergrBssert  ISmal.  Nr.'  (Irs  Orig.  I88f 
B.  Di-ei  Spitzen  der  bei  6.  abgebildcten  Schnppe.    Vergr.  450mal.    Nr.  iles  Orig-  1 


Bemerkungen  uber  die  Cephalopoden. 

Das  Material  an  Cephalopoden,  das  in  neuerer  Zeit  in  Priesen  sowie  in 
Srnojed  bei  Pardubic  gefunden  wurde,  wiirde  verdienen  in  einer  selbstiindigen 
Monographic  verarbeitet  zu  werden,  doch  ist  ein  Versuch  eine  jiingere  Kraft  zur 
Losung  dieser  Aufgabe  zu  gewinnen  gesclieitert. 

In  den  nachfolgenden  Notizen  kann  nur  thcilweisc  auf  die  neuen  Funde 
^iicksicht  genonimen  werden  und  sind  die  dabei  gemachten  Bemerkungen  nur  als 
v°Haufige  Notiz  iiber  die  Existenz  der  betreffenden  Funde  aufzufassen. 

Belemintos,  sp.    (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  19.  Taf.  16.  Fig.  14.) 

Von  der  Existenz  der  Belemniten  zur  Zeit  der  Ablagerung  der  Priesener 
Schichten   gibt  bloss  eine  einzige    verkieste  Alveole   den    Beweis,    die   bei 
Leneschitz  gefunden  wurde. 
Nautilus  BublaeTlgatus,  D'Orb.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  21.  Taf.  12.  Fig.  1.) 
Ein  Exemplar  wurde  in  der  Schicbte  2b.  in  Priesen  gefunden  und  ein 
zweites  zweifelliaftes  in    einem  Sphaerosideritknollen    der  Schichte  4.    Das 
letztere  ist  bloss  ein  Steinkcrn,    13  cm  hoch   und   zeigt  einen  tiefen  Nabel, 
wessbalb  es  wohl  einer  neuen  Art  angehoren  wird. 
Nautilus  rugatus,  Fr.    (Fr.  et  Scbl.  Cephalop.  pag.  23.  Taf.   12.  Fig.  2.) 

Ein  grosses  verdriicktes  Exemplar   aus    Priesen   erhielt  unser  Museum 

von  Ilerrn  Lehrer  Feigl  in  Laun.     Dem  Gesteine  nach  stammt  es  aus  der 

Schichte  3. 

Stilus  Reussi,  Fr.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  25.  Taf.  12.  Fig.  4,  5.)  —  Fig.  47. 

Diesen  kleinen  fur  die  Priesener  Schichten  sehr  bezeichnenden  Nautilus 

fanden  wir  schon    in  der  Nuculaschichte  0.  des  Priesener  Profils,    claim    in 


74 


fler  Schichte  3,  sowie  im  Sphaerosiderit  der  Scliiclito  4,  wo  das  grossto 
Exemplar  6  cm  Hohe  besitzt.  Ausserdem  ist  sein  Vorkommen  bei  Leneschitz. 
und  Bolim.  Leipa  constatirt. 


Fig.  47.  Nautilus  Reussi,  Fr. 

Vergrossert  6mal. 


Fig.  48.    Schl'dnbachia  subtricarinata, 

D'Orb.  sp.    Aus  der  Schichte  8  des  Prie- 
sener  Profils  in  '/a  nattlrl.  GrOsse. 


Ammonites  (Schlonbachia)  snbtriearinatns,  D'Orb.    (Fr.  et  Schl.  Cephalop. 
pag.  26.  Taf.  1.  Fig.  1—3.)  —  Fig.  48. 

Dieser  schone  Ammonit  ist  hiiufig  in  der  Schichte  3  und  4  des  Prie- 
sener  Profils.  Das  grosste  in  Sphaerosiderit  erhaltene  Exemplar  hat  eine 
Hohe  von  23  cm  und  die  Knoten  der  Seiten  werden  am  letzten  Umgang 
undeutlich,  an  den  jiingeren  Windungon  sind  sie  aber  sehr  schon  ausgebildet. 

Ammonites  (ScWOnbachia)  Texanus,  Rfimer.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  28. 
Taf.  6.  Fig.  5.)  —  Fig.  49. 

Wurde  einmal   in  fragmentiirem  Zustande   in  den  hochsten  Lagen  der 
Priesener  Schichten  bei  Vinafic  (Jungbunzlau)  gefunden. 
Ammonites  (Schlonbachia)  Oermari,  Reuss.   (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  20. 
Taf.  14.  Fig.  1,  2.)  —  Fig.  50. 

Ziemlich  haufig  in  Lencschitz  und  in  der  Schlucht  Cernodoly  niichst, 
Vrsovic  bei  Laun.  (Merkwurdigerweise  nie  in  Priesen.)  Ein  Fragment  bei  Holic. 


Fig.  49.  Schlonbachia  Texana, 
Rflmer,  sp.  Aus  den  hochsten 
Ijagen  der  Priesener  Schichten 
von  Vinafic.     '/,  natiirl.   Grttsse. 


Fig.  50.  Schlonbachia  Germari,  Reuss  sp.  von 
Leneschitz.  «,.  Ein  kleines  Exemplar,  h.  Frag- 
ment ernes  grossen  Exemplars  von  der  Aussen- 
seite. 


Ammonites  (Acanthoccras)  dentatoearinatns,  F.  Rom,  (K.  et,  Schl.  Cephalop. 
pag.  32.  Taf.  16.)       Fig.  51. 


75 


Diese  ziemlich  variable  Art  wurde  in  Priesen  in  den  Schichten  3,  4 
und  5  ziemlich  lulling  vorgefunden ,  sonst  nur  noch  am  Weinberge  bei 
Wunic.  i 

Ammonites  (Cosmoceras)  ScMonbacui,  Fric.  (Fr.  et  Sclil.  Cephalop.  pag.  33. 
Taf.  16.  Fig.  5.)  —  Fig.  52. 

Wurde  ein  einzigesmal  in  einem  durch  einen  Wolkenbruch  entstandenen 
Wasserrisse  von  mir  in  Schichten,  welche  den  A.  Germari  sehr  hiiufig  ent- 
halten,  aufgefunden. 


F'fl.  51.  Acanthoceras  dcntatocarinatum,  Rflm,  sp.  aus 

der  Sphacrosideritschichte  yon  Priesen.  a.  Normales 

hl|H>ei'wachsenes  Exemplar,     b.  Wohnkftmmer  emeu 

"nvaehsenen    Exemplars    mil,    snlir    grossen   Seiten- 

Dornen. 


Fig.   52.    Cosmoceras  Schl'dnbachi,  Fr. 

Aus  der  Schlucht   Cernodoly  bei  Vrso- 
vic  (Lauu).    '/j  nattirl.  (irosse. 


Ammonites  (Plaeenticeras)  IVOrbigiiyanns,    Gein.    (Fr.  et  Schl.   Cephalop. 
pag.  36.  Taf.  11.  Fig.  2.)  —  Fig.  53. 

Die  Exemplare  aus  den  Priesener  Schichten  stimmen  nicht  so  mit 
D'Orbigny's  Abbildung  als  diejenigen  aus  den  Chlomeker  Schichten,  nament- 
lich  sind  die  Hocker  am  Nabelrande  nicht  ausgepriigt,  was  davon  abhangen 
kann,  dass  wir  es  mit  jungen  Individuen  zu  thun  haben.  Das  grosste  Exem- 


sflffi 


Fiq.  53.  Placcnticeras  D'Orbignyanum,  Gem.  aus  Lenesclutz. 

a.  Fragment  eines  jungen  Exemplars,     b.  Quersclmitt  ernes  jungen  Exemplars 

vergriissert.    e.  Lobenzeichnung. 


7(5 

plar  von  Priesen  ist  0  cm  1kk.1i  und  zeigt  Rpuren  der  Hocker.  Wir  besitzen 
Exemplare  von  Prioaen  aua  den  Schichten  0,  2,  3  und  4,  dann  von  Le- 
neachitz,  Bohm.  Kamnitz  und  von  Srnojed  bei  Pardubic  aowie  von  Ghotzen. 
Ammonites  (Lytoceras)  Alexandra,  FriS.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  SO. 
Taf.  16.  Fig.  0.)  —  Fig.  54. 

Das  urspriingliche  Exemplar  stammt  ans  der  Schichte  3  in  Priesen. 
Fin  achon  erhaltenes  in  Fig.  54.  dargestelltes,  erliielten  wir  von  Dr.  Jalin 
von  Srnojed  bei  Pardubic. 


Fig.  55.    Phylioceras  bizo- 
natum,  Fr.  sp.  von  Lene- 
schitz. Naturl.  Grosso. 


Fig.  56.  Fragment  von  Am. 

polyopsis  von  Waldek. 

7,  naturl.  Grflsse. 


Fig.  54.  Lytoceras  Alexandri,  Fr.  von  Srnojed  bei  Pardubic 

S'/^mal  vergrossort. 


Ammonites  (Phylioceras)  bizonatus,  Fr.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  40.  Taf. 
14.  Fig.  7.)  —  Fig.  55. 

Wurde  nur  in  zwei  Exemplaren  in  Leneschitz  gefunden. 

Ammonites  polyopsis,  Duj.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  .'55.  Taf.  G.  Fig.  3.)  — 
Fig.  56. 

Fin  Fragment,  das  auf  cine  iihnliche  Art  hinweist,  wurde  in  Waldek 
bei  Bohm.  Leipa  gefunden.  In  neuerer  Zeit  erliielten  wir  iihnliche  Fragments 
aus  den  Sphaerosiderit-Schichten  von  Prieaen,  welche  aber  zu  einer  aicheren 
Bestimmung  nicht  hinreichen.  Fin  ganzcs,  35  mm  holies  Exemplar  mit 
scharfer  Kante  stammt  aus  der  Schichte  5  und  hat  auch  einige  Kammern 
mit  IiOben,  so  dass  es  zu  eingehenderem  Studium  geeignet  ist.    (Nr.  1872.) 

Ammonites  (Pacliydiscns)  peramplns,  Maut.  (Fr.  et  Schl.  Cephalop.  pag.  38. 
Taf.  14.  Fig.  4.  und  5.) 

Jugendexemplare  fanden  wir  in  verkiestem  Zustande  in  Leneschitz  bei 
Laun. 

Ammonites  cf.  latidorsatus,  Michelin.   (Pal.  Franc,  pag.  270.  PI.  80.) 

Wir  besitzen  ein  halbes  Exemplar  mit  deutlichen  Lobenzeichnungen  von 

Srnojed  bei  Pardubic,  welches  aehr  an  D'Orbigny's  Fig.  4.  erinnert  und  mit 

der  Zeit  wird  eingehend  studiert  werden  miissen. 
S«-apliites  Geinitzi,  D'Orb.     (Kr.  et  Schl.   Cephalop.   pag.  42.   Taf.  II.  Fig.   II., 


Taf.   13.  Fig.  7,  8,  10,   12.) 


[Teplitzer  Schichten  pag.  71 


Fig.  43. 


77 

Hating  in  Priesen  in  der  ScMchte  8  und  4  in  verschiedenen  Variet&ten 
uud  Uebergftngen  von  einfach  berippten  bis  zu  geknoteten  Formen,  die  als 
„binodosus"  angefuhrt  werden  und  nainentlich  aus  der  Sphaerosiderit-Schiclite 
in  schonen  unverdriickten  Exemplaren  vorliegen.  Eines  derselben  zeigt  einen 
stark  gerippten  Aptychus.  Ausserdem  findet  man  diese  Art  liberal],  wo 
lunger  in  den  Priesener  Schichten  gearbeitet  wird :  Leneschitz,  Waldek,  Dne- 
boh,  Bobm.  Kamnitz,  Srnojed,  Nemosic,  Chotzen  etc.  etc. 
Scaphites  anritus,  Fr.  (Fr.  et  Scbl.  Cepbalop.  pag.  44.  Taf.  13.  und  14.)  — 
Fig.  57. 

Diese  zierliche  Art  (welche  vielleicht  das  Mannchcn  von  Sc.  Geinitzi  ist), 
fan  den  wir  in  der  Scliichte  0  und  3  in  Priesen,  dann  in  Dneboh  und  Bohni. 


Fig.  57.  Scaphites  auritus,  Fr.   aus  der  Krabbcnschichte  5  in  Priesen.  Vergr.  4mal. 
Nr.  des  Orig.  1626.    Gezeichnet  von  Herrn  Nejdl. 

Kamnitz.    In   verkiestem  Zustande   den   involuten  Tbeil   in  Lenescbitz   und 
Srnojed. 

Hamites  bohemicus,  Fr.    (Fr.  et  Schl.  Cepbalop.  pag.  44.  Taf.  13.  Fig.  20.)  - 
Fig.  58. 

Wir  besitzen  Fragmente  von  verschieden  alten  Individuen  aus  der  Schicbte 
3  und  4  in  Priesen,  dann  von  Bolim.  Kamnitz,  Nemosic,  bei  Pardubic  und 
in  verkiestem  Zustande  von  Srnojed  bei  Pardubic.  Alle  zeigen  das  fur  diese 
Art  charakteristische  Kennzeiclien,  dass  die  Rippen  in  gleicher  Starke  fiber 
die  ganze  Windung  verlaufen. 

Hamites  verus,  Fr.  (Fr.  et  Scbl.  Cepbalop.  pag.  45.  Taf.  18.  Fig.  13,   18  u.  26. 
Hamites  attenuatus  Sow.  bei  Reuss.)  —  Fig.  59. 

Ein  Fragment  aus  der  Scbicbte  3  von  Priesen,  ausgezeicb.net  durcb  die 
schiefe  Stellung  der  Rippen. 

Hamites  Geinitzi,  D'Orb    (Fr.  et  Scbl.  Cepbalop.  pag.  40.  Taf.  16.  Fig.  L6.) - 

Fig.  60. 

Wurde  von  Reuss  aus  Priesen  bescbrieben,  spater  von  uns  auch  in  ver- 
kiestem Zustande  in  Leneschitz  aufgefunden. 


78 


D. 


uiJ 


A,, 


l 


tm 


Fig.  58.    Hamites  bohemicus,   Fr.    A.  Fragment  aus  der  Schichte  3  von  Priesen  in  natflrlicher 

(Jtosse.  B.  Fragment  eines  alton  Exemplars  aus  Srnojed  boi  Pardubic  in  naturlieher  Grosse. 
0.  Dessen  Lobcnlinie  vergrossort.  I).  Fragment  aus  dem  diinnen  Thcile  von  Srnojed  in  gold- 
gliinzendem  Kies    erhalten.  6mal  vergrossert.    E.  Dasselbe  bei  vorderer  Ansicht  der  Kammer- 

scheidewand. 

Hamites  coiisobrinus,  D'Orb.  (Fr.  et  Schl.  Cophalop.  pag.  47.) 

Eine  fragliche  Art,   die  von  Reuss  aus  Priesen,  Wolenic   und  Meronic 
beschrieben,  aber  niclit  abgebildet  wurde. 
€rioceras?  mcmbranaceum,  Fr.  -   Fig.  61. 

In  Priesen  fand  Herr  Hans  Mayer,  Schulleiter  in  Malnitz,  zwei  Exeni- 
plare  eines  Cepbalopoden,  dessen  generische  Zugehorigkeit  noch  ungewiss 
ist,   denn   es  liegen  nur  junge  Individuen   vor,    welcbe    in   iliror  Form    die 


0 


Fig.  59.  Hamites  vcrus,  Fr. 


Fig.  60.    Hamites  Geinitzi,  D'Orb. 
Von  Leneschitz  '2mal  vergrossert. 


79 


Mitte  zwischen  Crioceras  iintl  Toxoceras  halten.  Das  grossere  Exemplar  A. 
zeigt  cine  schiefe  Berippung  iilinlich  wie  sie  bei  Aucyloceras  pulcherrimum 
D'Orb  zu  sehen  ist..  Das  kleinere  vergrossert  dargestellte  Exemplar  B.  ist 
glatt,  aber  ein  daneben  liegendes  Fragment  zeigt,  dass  die  starkeren  Theile 
der  Windung  audi  berippt  waren.  Die  Embrionalkammer,  welche  bei  C. 
stark  vergrossert  dargestellt  ist,  zeigt  keine  Kammerung  und  erst  ihr  ge- 
streckter  Theil  zeigt  eine  einfacb  gezackte  Lobenlinie,  (Bei  einem  Versuche 
dor  Reinigung  dieses  verkiosten  Theilos  ist  derselbe  bei  Beriihruug  mit  der 
Nadcl  leider  abgesprungen.) 


A.  R- 

Fig.  61.    Crioceras?  membranaceum,  Fr.  aus  der  Schichto  5.  von  Priesen. 

A.  Gauzes  Exemplar  in  natiirl.   Griisse.     B.  Anfangsthcil   eines   Exemplars   mit  tier 

Embryonalkammer,  links  davon  ein  Fragment  der  starkeren  Windung.   Vergr.  (.mal. 

0.  Embryonalkammer  und  Anfang  der  Kammer  40mal  vergrossert. 

Helicoceras  Reusslanum,  Gein.  (Helicoceras  armatum  D'Orb.  Fr.  et  Schl.  Cepha- 
lop.  pag.  47.  Taf.  14.  Fig.  14—19.  Taf.  16.  Fig.  9.)  [Teplitzer  Schichteu 
pag.  71.  Fig.  44.]  —  Fig.  62. 

Junge  Exemplare,  deren  Anfang  gerade  ist  (Fig.  61.;,  fanden  sicli  ver- 
kiest  in  Leneschitz  neben  verschieden  grossen  starkeren  Windungsstiicken. 
In  Priesen  ist  es  ausser  der  Schichte  8  hauptsiicblich  die  Sphaerosiderit- 
Schichte,  welche  Windungsfragmente  bis  zur  Breite  von  45  mm  liefert.  Sonst 
kommt  diese  Art  noch  bei  Vrsovic  (Laun),  bei  Dnebob,  Srnojed,  Holic  und 
Chotzen  etc.  vor. 


Fig.  62.  Helicoceras  Reussianum,  Gein.    Junges  verkiestes  Exemplar  von  Leneschitz. 

2mal  vergrossert. 


80 

Baculites  Faujassi.  var.  bohemica,  Fr.  (Fr.'etSchl.  Cephalop.  pag.  49.  Taf.  13. 
Fig.  29   und  30.)  —  Fig.  63. 

Von  der  iiberall  in  den  Priesener  Schichten  vorkommenden  Art,  gelang 
es  mir  neue  Daten  iiber  die  Embryonalkamnier  und  iiber  den  Aptychus  zu 
sammeln.  Unter  dem  neuen  Materiale  aus  der  Schichte  3  von  Priesen  fand 
ich  schon  im  Jahre  1889  sehr  kleine  Exemplare  mit  Embryonalkammern, 
zeichnete  dieselben,  trug  dariiber  in  zwei  Versamralungen  vor,  aber  sparte 
die  Publication  fur  diese  meine  Arbeit  auf.  *) 


I  A 


m  b 


Fig.  63.  Baculites  Faujassi  var.  bohemica  von  Priesen. 
A.  Junges  Exemplar  mit  eingerollter  Embryonalkammer.  Gmal  vergrdssert.     B.  Bio 
Embryonalkammer  4Smal  vergrflssert.  0.  Wohnkammer  mit  Aptychus  a  von  Chotzeu. 
Natttrl.  Grosse.   J).  Aptychua   stark  vergrossert,   a  gerippter  Theil,    b  Kuckculeiste, 

c  Nebenaptychus? 


Ueber  den  Aptychus  belehrte  uns  ein  Exemplar  von  Chotzen,  bei  dem 
von  der  Wobnkammer  beim  Formatisieren  eine  Schuppe  abgesprungen  ist, 
unter   welcher   Aptychus©   sichtbar  wurden  (Fig.  C.  a).     Bei   starkerer  Ver- 


*)  Qnterdessen  wurden  ahnllche  Embryonalkammern  von  Amerlka  besehrieben    die 
aber  eine  dichtere  Gruppirung  der  Schoidcwande  im  Anfange  des  Geniuses  aufweisen. 


81 

grosserung  gewabrt  man  zwei  gewolbte  ovale  Schalon  D,  a,  die  an  tier  hin- 
teren  lliilfte  mit  concentrischen  gekfirnten  Rippen  E.  versehen  sind.  Zwischeu 
beiden  Solution  liegt  gin  glattes  Feld  mit  vorspringender  medianer  Leiste  b. 
Hinter  dom  Aptycbus  liegt  eine  kleinere  riithselhafte  Scbale  mit  concentri- 
schen  Rippen  und  radialen  Streifen  und  mit  6  deutlicben  Ziihncken,  die  vor 
dom  Ilinterrande  auf  der  Scbale  liegcn  c.  Dies  mag  als  vorlaufige  Notiz 
binreichen. 
Al»tyelms  cretaceus,  Mtinst.    (Fr.  et  Scbl.  Cephalop.  Taf.  13.  Fig.  2.  und  3.) 

Diese  kleinen  Aptychuso  gehoren  dem  Scaphites  auritus  an,  woriiber  wir 
in  dor  neueren  Zeit  neue  Belegstlicke  crhalton  baben.  Wir  besitzen  sic  von 
Priesen,  Wunic,  Wolfsberg  bei  Podebrad,  Untorbautzeu  bei  Sobotka  und  von 
mehroren  Localitaten,  namentlicb  den  weissen  Plattcnkalken  des  Melniker 
Hochplateaus  und  aus  der  Gegend  von  Pardubic,  Nemosic  etc. 


Bemerkungen  uber  die  Gastropoden. 

Das  nacbfolgende  Verzeiclmiss  der  Gastropoden  der  Priesener  Scbichten 
kann  nicht  als  vollstlindig  betracbtet  werden,  da  in  dor  lotzten  Zeit  viele  Arten 
aus  Priesen  aquirirt  wurden,  welcbe  erst  eingebend  studiert  werden  miissen  und 
Zll,»i  Tbeile  nur  binreicben  auf  die  Existenz  mehrerer  Arten  hinzuweisen,  aber  der 
''"vollstiimiigkeit  wegon  nicht  genau  bestimmt  werden  konnten.  Die  bildliche  Dar- 
Stellung  orlitt  einen  grossen  Eiubrucb,  da  die  Cliches,  welcbe  fttr  eine  Monograpbie 
llor  Gastropoden  der  bohm.  Kreidoformation  von  Prof.  Woinzettl  vorbereitet  waren 
Und  bior  mjtbenutzt  werden  sollten,  durch  Oxydation  vornichtet  wurden  und  im 
letzten  Augenblicke  nicht  alle  von  neucm  angefertigt  werden  konnten. 

r"l'i'itoll;i  multistrlata,  Reuss.  (Weissenb.  Schichten  pag.  103.  Fig.  38.) 

Selten  in  der  Gastropoden-Schichte  3  in  Priesen.  Reuss  fiibrt  sie  als 
haufig  von  Postelberg  und  Priesen  an.  Wir  besitzen  die  Art  audi  von 
Cornodol,  P.ohm.  Kainnitz,  Dneboh,  Unterbautzen  und  mehreren  anderen 
Localitaten. 
^ritella  acicularis,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  51.  Taf.  XI.  Fig.  17.)  — 
Fig.  64. 

Selten  in  Luschitz,  Priesen,  Lenoschitz,  Oernodol  und  Holic. 
T|U'i'itella  BToeggerathiana,   Goldf.   (Goldfuss  III.  pag.  107.  Taf.  197.  Fig.  1. 
W.  Sch.  Turr.  Fittouiana  pag.  103.  Fig.  89.) 

Selten  und  maugelhaft  erhalten  in  der  Gastropoden-Schichte  in  Priesen, 
daun  in  Lenoschitz  und  Cernodol. 
Scftla  decorata,  Gein.  (Fr.  W.  Sch.  pag.  105.  Fig.  41.) 
Selten  in  verkiestcm  Zustande  in  Leneschitz. 
scala,  sp.  —  Fig.  65. 

Ein  11  mm  langes,  zehn  abgorundetc  Windungen  ziiblendes  Exemplar 
mit  vorspringenden  Rippen.  Einmal  in  der  Scbichte  3  in  Priesen  yorgekommen. 

6 


82 


Natiea  Gentii,  Sow.  (Fr.  W.  Sch.  pag,  106.  Fig.  45.)  —  Fig.  66. 

Selten  in  Dneboh,  hiiufig  in  Priesen,   in  verkiestem  Zustandc  in  Lene- 
schitz  und  in  Aschendorf  bci  Bohin.  Leipa. 


Fig.  64.  Turritella  acicula- 
ris,  R.  Ganzes  Exemplar 
in  nat.  Grosse  v.  Priesen. 


Fig.  65.  Scala,  sp.  aus  der 

Gastropoden-Schichte  in 
Priesen.   Vergr.  4mal. 


Fig.  66.  Natica  Gentii,  Sow. 

aus  Priesen.    Nat.  Grosse. 

(Weinzcttl.) 


Natica  Roemeri,  Gein.    (Weissenb.  Schichten  pag.  106.  Fig.  44.) 

Ein  einziges  schones  Exemplar  besitzen  wir  aus  der  Krabbenschichte  5 
von  Priesen. 
Natica  vulgaris,  Reuss.   (Reuss  Verst.  pag.  50.  Taf.  X.  Fig.  22.  W.  Sell,  als  N- 
lamellosa  pag.  106.  Fig.  43.)  —  Fig.  67. 

Ueberall  hftufig,  wo  die  Priesener  Schichten  gut  aufgeschlossen  siiid- 
In  Priesen  in  der  Schichte  3  und  in  den  Spharosideritkriollen ;  ausserdem  iD 
Postelberg,  Wolenic,  Luschitz,  Lenescliitz,  Cernodol  bei  Laun,  Mecholupi 
Bohm.  Kamnitz,  Waldek,  Pohm.  Lei[)a,  Aschendorf,  Sychrov  etc. 


Fig.  67.    Natica  vulgaris,  Reuss.    Aus 

dem  Spharosiderit  von  Priesen.    2mal 

vergrossert. 


Fig.  68.  Trochus  Engelhardti,  Gein. 

Von  Lenescliitz.    Natttrliche  Grosse. 

(Weinz.). 


Turbo  decemcostatus,  v.  Buch.  (Teplitzer  Schichten  pag.  75.  Fig.  50.) 

Selten  in  Lencschitz  und  Holic,   Bohm.  Kamnitz,    Dneboh  und  Untei'- 
bautzen. 
Trochus  Engelhardti,  Gein.  (Elbethalgeb.  II.  pag.  163.  Taf.  29.  Fig.  5.)  —  Fig.  68. 
Kommt  verkiest  in  Lenescliitz  vor.  Dann  haben  wir  die  Art  von  Waldeki 
Bohm.  Kamnitz,  Straussnitz  und  Aschendorf  bei  Bohm.  Leipa. 
Trochus  amatus,  D'Orb.    (Gein.  Elbethalgeb.  II.  pag.  164.  Taf.  29.  Fig.  7.   ft- 
Basteroti  Iteuss  I.  pag.  48.)  —  Fig.  69. 

Nach  Reuss  nicht  selten  in  Priesen  und  Luschitz.  In  Holic  bei  Pard"' 
bic,  in  Lenescliitz  verkiest,  dann  in  Unterbautzen  bei  Sobotka. 


83 


Rissoa  Reussl,  Gein.  (Weissenb.  Schichten  pag.  106.  Fig.  46.) 

Selten  in  Priesen  in  der  ScliicMe  3  und  4,  verkiest  schon  erlmlten  in 
Lcneschitz,  dann  in  $ernodol,  Aschendorf  und  Dneboh. 
Rissoa  Blazkai,  Fr.  —  Fig.  70. 

Ein  l'/a  mm  grosses  Exemplar  mit  vier  Windungen,  von  welchen  die  zwei 
letzten  schmal  vorspringende  Eippen  tragen.  Ein  einziges  Exemplar  wurde 
vom  Museumszoichner  Herrn  Fr.  Blazka  in  Priesen  gefunden.  Es  sind  noch 
Steinkerne  sehr  kleiner  Gastropoden  vorhanden,  dcren  Gattungs-Zugehorigkeit 
jetzt  nicbt  sicbergestellt  werden  kaiin.  a  & 


Fig.  70.  Rissoa  Blaz- 
kai, Fr.   Aus  der 

Scliicht(!  8  von  Prie- 
sen. 20inal  vergr. 
%  69.    Trochus  amatus,  D'Orb. 
v     aus  Tlolic.   Vergr.  Cmal. 
Wf«eichnet  von  Prof.  Weinzettl. 

^vania  Wciuzettli,  Fr.  —  Fig.  71. 

Das  Exemplar  mit  erhaltener  Schale  (a)  i&t  2l/2  mm  lang,  zeigt  fiinf 
Windungen,  welche  gesebweifte  vorspringende  Rippen  tragen.  Die  Mundung 
ist  oval,  der  Mundsaum  verdickt.  Der  Steinkern  (&)  glatt.  Selten  in  der 
Gastropoden-Schichte  3  in  Priesen. 


Fig.  71.  Alvania  Weinzettli.  Fr.    Aus  der 

Scliiclitc  3  in  Priesen.  a.  Ganzes  Exem- 
plar mit  Schale.    &.  Steinkern?    20mal 
vergrossert. 


Fi9;  72.    Nov.   Genus, 

Poden-Schichte  v.  Pri 


aus  der  Gastro- 
iesen.  Nat.  Grosso. 


:V 


Fig.  73.  Pleurotomaria  Baculitarum,  Gein.  aus 
Leneschitz.  Cmal  vergr.  (Gez.  v.  Prof.  Weinzettl.) 


No 


v-  Genus.  —  Fig.  72. 

Der  vorliegende  Rest  ist  (lurch  sehr  zarte  Streifung  der  letzten  Rammer 
kusgezeichnet,   aber  sonst  sehr  fragmentar,   so  dass  die  Gattung  nicht  fest- 

6* 


84 


gestellt  worden   kann.     Ich   gebe    dennoch    die    Abbildung,    urn   die  Local- 
sammler  auf  dieses  interessante  Petrefact  aufmerksam  zu  machen. 

Pleurotomaria  linearis,  Mant.  ?  (Topi.  Sch.  pag.  74.  Fig.  48.) 

Aus  der  tiefsten  glauconitischon  Schichte  Nr.  0.  des  Priesener  ProfilS 
besitzen  wir  einen  1 1  cm.  breiten  Steinkern  einer  Pleurotomaria  vom  Habitus 
der  PI.  linearis  der  Teplitzer  Schichton.  Daraus  ist  zu  scbliessen,  dass  dieso 
tiefste  Schichte  einen  Uebergang  von  den  Teplitzer  zu  den  Priesener  Schichten 
darstellt. 

Pleurotomaria  Baculitarum,   Gein.    (Trochus  sublaovis  Reuss,   Pleui'otomaria 
sublaevis  Reuss.  —  Elbethalgeb.  pag.  167.  Taf.  81.)  —  Pig'-  7;5. 

Haufig  in  Luschitz,  Priesen,  Lencschitz,  Dneboh,  Cernodoly,  Waldek,  Bj 
Kamnitz  und  mehreren  anderen  Fundortcn.  Soil  nach  neuen  Untersuchungeu 
von  Prof.  Weinzettl  der  Gattung  Solarium  angehoren.  In  Priesen  fanden 
wir  sie  in  der  Gastropoden-  sowie  in  der  Krabbonschichto. 


/ 


Fig.  74.  Guilfordia  acanthochila,  Wcinz.  sp.  von  Priesen  in  naturl.  Grosse. 
a.  von  oben  und  5.  von  unten. 


Guilfordia  acanthochila,  Weinz.  sp.    (Vcsmfr  1884.  pag.  '62.  Pig.  2.  und  3.  — 
Guilfordia  Waageni  Jahn.)  —  Pig.  74. 

Diese  zierliche  Art  wurde  von  Prof.  Weinzettl  zuerst  als  Aporrhais 
acanthochila  in  der  Zeitschrift  „Vesmrrct  beschrieben  mid  abgebildet.  Pi'' 
Jahn  erkannte,  dass  die  Art  zur  Gattung  Guilfordia  gehort.  Selten  in  del' 
Gastropoden-Schichtc  in  Priesen. 

Aporrhais  megaloptera,  Reuss  sp.    (Rostellaria  megaloptcra,  Reuss.  Weissenb. 
Schichten,  pag.  108 )  —  Pig.  75. 

Haufig  in  Priesen  und  Woleuitz  vor  und  an  alien  gut  aiifgesclilossenen 
Localitaten  der  Priesener  Schichten.  In  Ccrnodol,  Waldek,  Dneboh,  Kunc' 
ticer  Berg,  Chotzen,  Bohm.  Kamnitz. 

Aporrhais  llcnssi,  Gein.  sp.    (Rostellaria  Reussi,  Gein.    Reuss  I.  Taf.  IX.    Fig- 
9.  a  b.)  —  Fig.  71!. 

Diese  scliim  verzierto  Form  kommt  constant  neben  der  A.  megaloptei'* 
auf  mehreren  Fundorten  in  den  Priesener  Schichten  vor  und  ist  wold  ills 
selbstandige  Art  zu  betrachtcn.  Reuss  fuhrt  sie  von  Priesen  und  Luschiti5 
an,  was  er  abor  von  dieser  Art  aus  Weberschan  und  Tissa  anfiihrt,  durftfl 
wohl  einer  Revision  benothigen.  Ausser  von  Priesen  besitzen  wir  die  Afl 
aus  Dneboh,  Ccrnodol,  Waldek,  B.  Kamnitz,  Sychrov  und  vom  KunSticer  Bei'I 


85 


Rostellaria  papillonacea,  Goldf.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  44.  Taf.  IX.  Fig.  6.)  — 

Fig.  77. 

Reuss  fiihrt  die  Art  als  sehr  selten  von  Luschitz  an.  Wir  besitzen  das 
schone  abgebildete  Exemplar  aus  Priesen. 


Fig.  75.   Aporrhaiss  megaloptcra, 
Eeuss  sp.  aus  dar  Gastropoden-Schichte 

von  Priesen. 


'"'•wfak.y 


Fig.  76.  Aporrhais  Reussi,  Gein  sp. 

von  Priesen.  Natilrl.  Grosso.   (Gezeich- 

net  von  Prof.  Wcinzettl.) 


Rostellaria  coarctata,  Gein.  (Reuss  Verst.  pag.  44.  Taf.  IX.  Fig.  1.)  —  Fig.  78. 
Reuss  fiihrt  die  Art  als  sehr  selten  von  Luschitz  an;   wir  besitzen  sie 
von  Priesen  und  von  Rohm.  Kamnitz. 
^POrrhais  stenoptera,  Golf.  (Teplitzer  Schichten  pag.  75.  Fig.  52.) 

liiiufig  in  Priesen.    Viele  verkiesto  Steinkerne  von  Leneschitz   diirften 
dieser  Art  angehoren.     Dann  ist  die  Art  bekannt  von  Wolenitz,  Postelberg, 
Cernodoly,  Waldek,  Sychrov  und  Ascliendorf. 
^Porrhais  subulate,   Reuss   sp.    (Rostellaria  subulata  Reuss  Verst.   I.  pag.  4G. 
Taf.  IX.  Fig.  8.  —  „Vesmfr"  XIII.  pag.  56.)  —  Fig.  79. 

Reuss  fiihrt  die  Art  von  Luschitz,   Wolenitz  und  Priesen  an,   wir  be- 
sitzen sie  von  Cemodol  bei  Laiin,  Rohm.  Kamnitz,  Waldek  und  Dnehoh. 


F|y.  78.  Rostellaria  coarc 

tata,  Gein.  von  B8hm. 

■Kamnitz.  Naturl  Griisse. 

''"'"'idliiet  V.  Prof.  Weill 

zettl.) 


Fig.  79.  Aporrhais  subulata 

(Rostellaria),  Reuss  von 

rriesen. 


F'fl-  77.    (Rostellaria)  Aporrhais  papilionacea,   Goldf.  aus   dor  SoMohte  3  in  Triesen. 
(Gezeichnet  von  Prof.  Weinzettl.) 


86 


Aporrhais  arachnoides,  Miiller.  —  Fig.  80. 

Wir  besitzen  zwei  Exemplare  aus  Priescn.  —  Reuss  ftlhrt  noch  aus  don 
Pricsener  Schichten  R.  divaricata  von  Priosen  (I.  pag.  46.  Taf.  IX.  Pig.  2.) 
und  R.  tenuistriata  von  Wolenitz  (I.  pag.  46.  Taf.  IX.  Fig.  4.)  an,  iiber  die 
wir  kein  richtiges  Urthoil  haben,  da  wir  die  Originate  nicht  vergleichen 
konnten. 
Iiapa  cancellata,  Sow.  (Weissenb.  Schichten  pag.  111.  Fig.  57.) 

Sclten  in  der  Gastropodcn-Schichto  in  Priesen,  dann  in  Leneschitz  und 
Dnehoh. 

Fiisus  Ncreidis,  v.  Munst.  —  Fig.  81. 

Sclten  in  Priesen  und  Leneschitz. 

Fusus  cf.  Bequieuianus,  D'Orb.    (Pal.  Fr.  pag.  225.  pi.  342.)  —  Fig.  82. 
Sclten  in  der  Gastropoden-Schichte  von  Priesen. 


Fig.  81.  Fusus  Ncreidis, 

v.  M. 


.oSi- 


Fig.  80.  Aporrhais  arachnoides 
(Rostellaria),  Miiller,  aus  Priesen. 
Nat.  On.  (Gez.  v.  Prof.  Weinzettl.) 


Fig.  82.    Fusus  cf.  Requienianus, 

D'Orb.  aus  der  Gastropoden-Sch. 

von  Priesen.  Natflrl.  Grosse. 


Fig.  83.  Fusus  depaupcratus, 

Reuss,    aus  der  Gastropoden- 
Schichte  von  Priesen.    Vergr. 
6mal. 


Fig.  84.    Tritonium  sp.  aus  Srnojed.  Vergr.  2'/,immI. 


Fusus  depaupcratus,  Reuss.    (Reuss  I.    pag.  44.   Taf.  XII.  Fig.  7.)  —  Fig.  83. 

Selten  in  Priesen. 
Tritonium,  sp.  —  Fig.  84. 

Ein  verkiestes  Exemplar   von  Srnojed    reicht,  eben   bin,    urn  das  Vor- 
kommcn  der  Gattung  Tritonium  zu  constatiren. 


87 


Cancellaria  sculpta,  sp.  Sow.   (Litorina  sculpta  Sow.,  Reuss  I.  pag.  49.  Taf.  X. 

Fig.  16.)  —  Fig.  85. 

Reuss  fiihrt  die  Art  als  seltcn  von  Priesen  an  und  wir  besitzen  sie  in 
verkiestcn  Zustande  von  Leneschitz. 

Neptunea  carinata,  Weinz.  in  lit. 
Leneschitz. 


Fig.  85.   Cancellaria  sculpta, 

Sow.  sp.  aus  Leneschitz.    Vergr. 
f>mal. 


Fin.  86.  Cerithium  Luschitzianum,  Oein.  von 

LuscMtz.    A.  natiirliclie  Urosse.    B.  eine 

Winching  vergrdssert. 


Cerithium  Luschitzianum,  Gein.  (Elbthalgeb.  II.  pag.  170.)  —  Fig.  86. 

Kommt  hftufig  in  Luschitz  bei  Bilin  vor  und  wurde    audi    in  Priesen, 
Dneboh  und  Levin  gefunden. 


Fig.  87.    Cerithium  binodosum, 

Rfimer.    Vergr.  2mal.  Gezeichnet 
von  1'rof.  Weinzettl. 


Fig.  88.  Cerithium  pseudoclathra- 
tum,  D'Orb.  nach  einera  verkies- 
tcn  Kxemplar  von  Leneschitz. 
(Gezeichnet  v.  Prof.  Weinzettl.) 


Cerithium  binodosum,  Rom.  (Elbthalgeb.  II.  pag.  176.  Taf.  81.  Fig.  4.)  —  Fig.  87. 

Selten  in  Priesen. 
lithium  fasciatlim,  Reuss.   (C.  subfasciatum  D'Orb.    Prodr.  II.   pag.  231.  — 
Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  175.  Taf.  31.  Fig.  3.) 

Mit  bloss  3  granulirten  Giirtellinien,  von  welchen  die  obere  in  der 
unraittelbaren  Nahe  der  Nath  die  feinsten  Korner  tragt.  —  Nach  Reuss  in 
Priesen,  Waldek,  Leneschitz,  Cernodol,  Dneboh. 


88 


CeritMum  pscurtoclathratnm,  D'Orb.  (Elbthalgeb.  II.  pag.  175.  Taf.  31.  Fig.  5.) 
—  Fig.  88. 

Selten  in  verkiestem  ZuBtan.de  in  Lencschitz. 
Cerithium  cf.  Dupinianum,  D'Orb.   (ral.  Fr.  pag.  354.  Taf.  227.)   —  Fig.  89. 
Zweimal  in  der  Gastropoden-Schichte  in  Priesen  vorgekommen,   ahnelt 
sehr  dem  C.  Dupinianum,  hat  aber  feinero  Quadrollirung. 

,a 


^a»«g*||iii-» 


Fig.  89.  Cerithium  cf.  Dupini- 
anum, D'Orb.  Aus  dor  Gastro- 
poden-Schiohte   von  Priesen. 

Nattlrl.  Grosse. 


Fig.  90.  Cerithium  cf.  pro- 
vincial,  D'Orb.    Aus  der 
Gastr.-Scb.icb.te  v.  Priesen. 
Natiirl.  Grflsse. 


Fig.  91.  Mitra  Roemeri,  D'Orb. 

.Natiirl.  Grflsse.  (Weinz.)    Mit 

deutlichen  drei  Falten  auf  der 

Spindel. 


Cerithium  cf.  provinciate,  D'Orb.  (Pal.  Fr.  pag.  380.  Taf.  233.  Fig.  3.)  —  Fig.  90. 
Unser  Exemplar,  das  setir  dem  von  D'Orbygni  abgeb  tide  ten  Fragments 
ahnelt,  zahlt  Ki  Windungen.  Die  Kfirnerlinie  an  der  Naht  1st  uiclit  deutlicli 
erhalten. 


Fig.  93.  Acteon  doliolum,  Muller. 

Nach  eincm  verkiesten  Exemplar 

gezeiohnet   von   Prof.  Weinzettl. 

Vergr.  8mal. 


Fig.   92.     Cylichna  cylindracea,  Loven. 

Nach   einern   verkies.ten  Exemplar  ge- 

zeiehnet  v.   Prof.   Weinzettl.    a  Vergr. 

mit  Sculptur.    I  o  Steinkerne. 


Fig.  94.  Acteon  ovum, 
Duj.,  aus  Priesen. 


Volllta  elomtata.  Sow.  sp.    (Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  172.  Taf.  SI.  Fig.  1.) 

Mit  Geinitz's  Abbildung  stimmt  ein  Exemplar  aus  Priesen  (CollectiQ 
Curda),  das  aber  uiclit  derart  erhalten  ist,  um  eine  sichere  Artbestimmun^ 
zuzulassen. 


89 

Mltra  Roemerl,  D'Orb.    (Plainotoma  Roemeri,  Reuss.  Weissenb.   Schichten  pag. 
110.  Fig.  58.)  —  Fig.  91. 

Nicht  seltcn  in*Priesen  und  Luschitz. 
Mitra  clathrata,  Reuss.  (Reuss  Vcrst.  I.  pag.  44.  Taf.  IX.  Fig.  13.) 

Nach  Reuss  selten  im  Pliinermergel  von  Friesen.    Die  Bestimmung  der 
Gattung  diirfte  noch  einer  Revision  benothigcn. 


Fl8-  95.  Actoon  elongatus,  Sow.? 

Aus  der  Gastropoden  Schichte  von 

Priesen.  VergrOssert  8mal> 


Fig.  96.  Avellana  Humboldti,  Mttller. 

a— (I  Natilrl.  Grosse.    a  8mal  vergr.  /  Sculptur  stark 

vergrOssert. 

cyliclina  cylindracea,  Lov6n.  (Elbthalgeb.  II.  Taf.  31.  Fig.  12.)  -  Fig.  92. 

Kommt  in   der  Gastropoden-Schichte   von  Friesen,  in  Leneschitz,  dann 
in  Cemodol,  Bohra.  Kamnitz,  Waldek  und  Dneboli  vor. 
A«t«oii  iloliolum,  Miiller.  —  Fig.  93. 

Selten  verkiest  in  Leneschitz ;  ein  kleines,  mangelhaft  erhaltenes  Exem- 
plar von  Priesen  (3).     Auch  in  Cornodol. 
^Cteou  ovum,  Dujard.    (Gein.  Elbthalgeb.  II.  pag.  176.  Taf.  29.  Fig.  16.  u.  17.) 
—  Fig.  94. 

Selten  und  schlecht  erhalten  von  Priesen  und  verkiest  von  Leneschitz. 

A:cteon  elongatus,  Sow.    (Reuss  I.  pag.  50.  Taf.  7.  Fig.  21.  -  Acteonina  lineo- 
lata  Weinz.  in  lit.)  —  Fig.  95. 

Reuss  fuhrt  ein  Acteon  unter  dem  Namcn  A.  elongatus  Sow.  von  Priesen 
'■ln,  aber  die  Abbildung  reicht  nicht  bin,  die  Exemplare,  die  wir  von  Priesen 
besitzen,  darait  zu  identificiren.  Noch  schwieriger  ist  es  bei  den  Stein- 
kernen  von  Leneschitz,  welche  Weinzettl  als  Acteonina  lineokta  bezeichnete. 
Wir  beschriinken  uns  darauf  ein  wohlerhaltenes  Exemplar  von  Priesen  3mal 
vergriissert  abzubilden.  Aehnliche  Formen  besitzen  wir  auch  von  Dneboh  und 
l!"hmisch-Kamnitz. 


90 

Avellaua  Humboldti,   Mflller.    (Mftller  Gastrop.   der  Aaohner  Kreide  pag.  12. 
Taf.  3.  Fig.  15.  a—c.)  —  Fig.  96. 

Kommt  in  Bohm.  Kaninitz,  Waldek  und  Aschendorf  bei  Bohm.  Leipa  vor, 
Scaphander  cretaceus,  Fr.  —  Fig.  97. 

Dieser  interessante  Reprasentant  der  jetzt  lebenden  Gattung  Scaphander 
wurde  von  mir  im  Jahre  1865  ein  eiazigesmal  gesammelt.  Die  Kerbung 
des  Randes  spricht  deutlich  fur  die  Zugehfirigkeit  zu  Scaphander. 


r- 


Fig.  97.  Scaphander  cretaceus,  Fig.  98.  Acmaea  depressa,  Fig.  99.  Dentalium  glabrum,  (iein 
au"L  Gastropoden-  (Weinz.  in  lit.)  Aus  Priesen.  Aus  der  Gastropoden-ScMchte 
Schichte  von  Priesen.  Vergr.  3mal.  von  Priesen.    (Gezeichnet  von 


Prof.  Weinzettl.) 


Fig.  100.  Dentalium  medium,  Sow.  von  P>ohm.  Kamnitz. 
a.  Naturlichc  Grflsse.    I>.  Ein  Theil  vorgrossert. 


Fig.  101.    Dentalium  polygonum, 

Reuss.  Fragment  vergr.  v.  Priesen. 


Acmaea  depressa,  (Weinz.  in  lit.)  (Fissurella  depressa  Goin.  Char.  pag.  75.  Taf.  18. 
Fig.  24.    Reuss  I.  pag.  41.)  —  Fig.  98. 

In  Chotzen  auf  grossen  Inoceramen,    dann    in   Luschitz,   Priesen   und 
Unterbautzen. 
Dentalium  glabrum,  Gein.  (Weinzettl,  „Vesmir"  1886  pag.  272.  Fig.  5.)  -  Fig.  99. 
Selten  in  der  Gastropodenschichte  von  I'riesen,  dann  in  Cernodol   Wu 
nic,  Bohm.  Kamnitz,  Graborn,  Dneboh  und  Unterbautzen. 


91 


Dentalium  medium,  Sow.  (Reuss  I.  pag.  40.   —  Weinzettl  „Vesmfr"  188G  pag. 
272.  Fig.  2.)  —  Fig.  100. 

Eine  fur  die  Priesener  Schichten  sehr  charakteristische  und  weit  ver- 
breitete  Art,  welcho  auf  alien  gut  aufgeschlossenen  Localitiiten  vorkommt. 
Dentalium  polygonum,  Reuss.  (Eeuss  I.  pag.  41.  Taf.  XI.  Fig.  5.   —  Weinzettl 
„Vcsmfr"   1886  pag.  272.  Fig.  3.)  —  Fig.  101. 

Reuss  fiihrt  die  Art  von  Priesen,  Wolenitz  und  Postelberg  an.  Wir 
besitzen  sie  aus  der  Gastropoden-Schiclite  und  aus  dem  Sphiirosiderit  von 
Priesen,  dann  aus  Lenescliitz  und  Cernodol. 


1.  Taf.  XXXV.  Fig.  17. 


'irdium  lincolatum,  Reuss.    (Reuss  Verst.  II.  pag. 
Teplitzer  Schichten  pag.  77.) 

Diese  Art  fanden  wir  bloss  in  den  zweifelhaften  Schichten  beiin  Tunell 

von  Sychrov  und  spricht  dieser  Fund  auch  fur  die  Ansicht,   dass  hier  eine 

Uebergangsschichtc  zwischen  den  Teplitzer  und  Priesener  Schichten  vorliegt. 

Cardtum  scmipapillatum,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  1.  Taf.  40.  Fig.  12.— 

Teplitzer  Schichten  pag.  77.  Fig.  59.) 

Diese  schon  in  den  Teplitzer  Schichten  auftretende  Art  ist  fur  die  Prie- 
sener Schichten  sehr  bezeichnend,   denn  wir  fanden  sie   in  der  Schichte  3, 
4  in  Priesen,  dann  in  Cernodol,  Bousov,   Dneboh  und  Reuss  fiihrt  sie  auch 
von  Postelberg  an. 
Car<Kta  tenuicosta,  D'Orb.   (Reuss  Verst.  II.  pag.  4.  Taf.  33.  Fig.  16.  —  Gein. 
Elbthalg.  II.  pag.  60.  Taf.  17.  Fig.  11—13.  —  Tepl.  Sch.  pag.  78.  Fig.  62.) 
Nach  Reuss  in  Luschitz  und  Horenc.  Haufig  in  Priesen  in  der^  Nucula- 
schicht  (0),   sowie  in  der  Gastropoden-Schiclite  3.    Ausserdem  in  Cernodol, 
Lenescliitz,  Holic,  Srnojed,  Dneboh  und  Unterbautzen. 
Is0Capdia  cretacea,  Goldfuss.  (Teplitzer  Schichten  pag.  76.  Fig.  54.) 
Steinkerne  von  unsicherer  Zugehorigkeit  in  Priesen. 
8tarte  acuta,  Reuss.  (Weissenberger  Schichten  pag.  115.  Fig.  73.) 
Selten  in  Priesen  (3),  Lenescliitz  und  Unterbautzen. 
As*arte  nana,  Reuss.  (Weissenberger  Schichten  pag.  115.  Fig.  74.) 
j,  Selten  in  Priesen  und  Waldek. 

yprina  Uiiblcri,  Gein.  (Weissenberger  Schichten  pag.  117.  Fig.  117.) 

Schalenlose  Steinkerne  iihneln  denen,  welche  wir  schon  aus  denWeissen- 
_      berger  Schichten  besitzen. 
^Phyla  lenticularis,  Goldf.  sp.    (Weissenberger  Schichten  pag.  117.  Fig.  78.) 
Haufig   in  Priesen   (Schichte  3  und  4),   dann   in  Dneboh    und   Untcr- 
bautzen.     Grosse  Excmplare  in  Sychrov. 
UCula  pectlnata,  Sow.    (Weissenberger  Schichten  pag.  117.  Fig.  79.) 

Ueberall  haufig  wo  die  Priesener  Schichten  gut  aufgeschlossen  sind.  In 
Pi'iesen  schon  in  der  Nucula-Schichte  0,  dann  in  den  Schichten  2,  3,  4. 
Ausserdem  in  Postelberg,  Lenescliitz,  Kosow,  Cernodol,  Luschitz,  Wunic, 
Waldek,  BShm.  Kamnitz,  Dneboh,  Srnojed,  Holic,  Chotzen,  Sychrov. 


92 

Niicula  semilunaris,  v.  Buch.   (Weissenb.  Sch.  pag.  118.  Fig.  80.)  —  Fig.  102. 
Sehr  haufig  in  alien  Lagcn  und  auf  alien  gut  aufgeschlossenen  Locali- 
taten. 
Nucula  ovata,  Mantell.  =  Mant.    (Reuss  Verst.  II.  pag.  8.  Taf.  34.  Fig.  25.  — 
Nucula  Mantelli  Gein.)  —  Fig.  103. 

Diese  zweifelhafte  Art  kommt  nach  Eeuss  in  Luschitz  und  Priesen  vor. 
Wir  besitzen  iihnliche  Stttcke  von  Cernodol,  Levfn  und  Sychrov.  Dieselbe 
ist  feiner  gestreift,  die  Zahl  der  Schlossziihnc  1st  auf  beiden  Seiten  9. 


B. 


A. 


0. 


■£^gj[gg&s&- 


Fig.  102.  Nucula  semilunaris,  v.  Buch.  A.  Steinkern  mit  gut  erhaltenen  Schlossz&hnen 
von  Priesen.  li.  Ganzes  Exemplar  von  der  Seite  mit  wohl  erlialtencr  Schale  von 
Priesen.  0,  Verkiester  Steinkern  mit  Schloasnatli  von  Leneschitz.  Vergrflssert  .'i'/.,mal. 


Nucula  transiens,  Fr.  —  Fig.  104. 

Diese  Art  stellt  einen  Uebergang  zwischen  den  Gattungen  Nucula  und 
Leda  dar,  ist  doppelt  so  lang  als  hoch,  derWirbel  steht  im  vorderen  Drittel 
Der  Vorderrand  triigt  7  und  der  Hinterrand  12  Xaline.  Die  Schale  ist  fein 
mit  ungleicli  starken  Rippen  geziert.  Wir  besitzen  diese  Art  von  Sycbrov, 
Priesen,  Hohenmauth,  Vinafic  und  Levin. 


Fig.  103.  Nucula  ovata,  Maut.  Fig.  104.    Nucula  transiens,  von  Sychrov. 

Aus  der  Gastropodenschichte      A.  Vergr.  2mal.    B.  Vergr.   4'/,.    0.  Schalenfragment   stark  ver- 
von  Priesen.  vergr. 4mal.  grOssert. 

Leda  siliqua,  Goldf.  sp.  (Nucula  siliqua  Reuse,  —    Fr.  Weissenb.  Sch.  pag    118. 

Fig.  81.) 

Nach   Reuse   nicbt   haufig    in   Luscbitz,    Priesen    und  Postelberg.     Wi>' 


93 


besitzen  Exemplare  von  Priesen  aus  (lev  Nucula-  and  aus  tier  Gastropoden- 
Schichte,  dann  aus  Cernodol,  Dneboh,  Waldek  und  Rohm.  Kamnitz. 
Lcda  producta,  D'Orb.   sp.  22.   Nro.  518.   Prodrom.     (Nucula  producta  Nils.  — 
Reuss  II.  pag.  7.  Taf.  XXXIV.  Fig.  17—20.)  —  Fig.  105. 

Ich  gebe  von  dieser  Art  eine  Abbildung  nach  eineni  Exemplare,  das 
init  der  eigenhandig  von  Reuss  geschriebenen  Etiquette  als  N.  producta  be- 
zeichnet  ist,  urn  einem  kiinftigcn  Monographen  der  Kreide-Nuculen  die  Arbeit 
zu  ci'leichtern.  Von  Zahnen  stehen  vorne  12,  hinten  15.  Reuss  ftthrt  die 
Art  von  Priesen  und  Luschitz  an,  sowie  von  einigen  Eundorten  der  Teplitzer 
Schichten,  ebenso  aus  den  Chlomeker  Schichten  von  Kreibitz,  doch  konnten 
wir  Exemplare  von  diesen  Eundorten  nicht  vergleicken. 


Fig.  105.    Leda  producta,  D'Orb.    AuslPrioson.    Vergr.  S'/^mal. 

Pe«tunculus  iusculptus,  Reuss.    (Reuss  Verst.  II.  pag.  8.  Taf.  35.  Pig.  5.)  — 
Fig.  lot;. 

Kommt  in  Luschitz,  Priesen,  Postelberg,  Cernodol,  Waldek  und  Bohm. 
Kamnitz  vor. 
Cctu»culus  arcaceus,  Reuss.    (Reuss  Verst.  II.  pag.  8.  Taf.  35.  Pig.  4.) 

Nach  Reuss  sehr  selten  in  Postelberg.  Gattungszugehorigkeit  zweil'elhaft. 


Flfl-  106.  Pectunculus  in-        Fig.  107.  Area  bifida,  Reuss.        Fig.  108.  Area  pygmaea, 

sculptus,  Reuss.  Von  Priesen.  Reuss. 

Aus  Priesou.    Vergr.  4mal.  VergrOssert  15inal.  Copic  naeb  Reuss. 


At 


L'ca  truncata,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  10.  Taf.  34.  Fig.  35.) 

Selten  in  Priesen. 

rca  (Cucullaea)  striatula,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  12.  Taf.  34.  Pig.  28. 
pr.  Teplitzer  Schichten  pag.  79.  Fig.  64). 

Nach  Reuss    nicht   selten    in  Luschitz  und  Priesen.     Wir   besitzen   sie 
auch  von  Cernodol,  Waldek,  Bohm.  Kamnitz,  Sychrov  und  Chlumec. 


94 

Area  (Cucilllaea)  uudulata,  Reuss.  (Eeuss  Verst.  II.  pag.  12.  Taf.  34.  Fig.  33. 
und  39.  —  Ft.  Teplitzer  Schichten  pag.  79.  Fig.  65. 

Nach  Reuss  sehr  hiiulig  in  Luschitz  und  Priesen.  Wir  besitzen  sie 
ausserdem  von  Cernodol,  Mecholup,  Waldek,  Bbhm.  Kamnitz,  Kosov,  Sy- 
chrov  und  Ghotzen. 

Area  Oeinitzii,  Reuss.    (Reuss  Verst.  II.  pag.  11.  Taf.  34.  Fig.  31.  —  Fr.  Tepl. 
Schichten  pag.  79.  Fig.  63) 

Einzeln  in  Luschitz,  Postelberg  und  Waldek. 
Area  bifida,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  10.  Taf.  34.  Fig.  40.)  —  Fig.  107. 

Selten  in  Priesen,  Postelberg  und  Dneboh. 
Area  pygmaea,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  11.  Taf.  34.  Fig.  38.)  —  Fig.  108. 

Nacli  Reuss  nicht  selten  in  Priesen,  Postelberg,  Luschitz  und  Wolenitz. 


Fig.  109.    Area  tlictyophora,  Rcuss.    Aus  Priesen.    Vergrossert  7mal. 


Area  dictyophora,  Reuss.    (Reuss  Verst.  II.  pag.  10.  Taf.  XXXIV.  Fig.  29.)  — 
Fig.  109. 

Nach  Reuss  sehr  selten  iin  Planermergol  von  Postelberg.    Wir  besitzeu 
ein  einziges  Exemplar  von  Priesen,  dessen  Abbildung  wir  bringen. 


sBfe6 


Fig.  110.    Area  propinqua,  Keuss.    Von  Priesen.    A.  Vergr.  Omul.    B.  Sehalenl'rag- 

ment  stark  vergrOssert. 

Area  (Cucullaea)  propinqua,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  12.  Taf.  34.  Fig.  34.) 
Fig.  110. 

Nach  Reuss  sehr  selten  in  Luschitz.    Wir  besitzen  drei  Exemplare  von 
Priesen. 

Pinna  decussata,  Goldf.  (Fr.  Weissenbcrger  Schichten  pag.  120.  Fig.  86.) 

Ein  Fragment  dieser  in   unserer  Kreideformation   sehr  verbreitcten  Art 
fanden  wir  einmal  in  der  Gastropoden-Schiclite  in  Priesen. 


95 

Pinna  uodulosa,  Reuss.     (Reuss  Verst.  II.   pag.  14.  —  Mytilus  Neptuni.    Goldf. 
Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  120.  Fig.  87.)  —  Fig.  111. 

Diose  schon  in  (Jen  Weissenberger  Schichten  auftretende  Art  findet  sich 
in  wohlerhaltenen  Exemplaren  in  Seitenlage   in  den  weissen  Inocerainenplii- 
nern  vom  Wolfsberg  bei  Podebrad.    In  den  mehr  plastischen  grauen  Lagen 
der  rriesener  Schichten  komint  sie  gcwohnlich  von  vorne   nach  hinten  ver- 
driickt,  so  dass  sie  einein  Mytilus   ahnlich  wird.    Reuss  ftthrt  die  Art  von 
Lusehitz  an.  Wir  besitzen  diesolbe  von  Priesen  (3),  Wunic,  Dneboh,  Levin, 
Wolfsberg  und  Chotzen. 
^holas   reticulata,   Miill.     (Miiller   Monographic    der   Petrefacten    der    Aachen. 
Kreideformation  pag.  15.  Taf.  7.  Fig.  17.) 
Eiu  verkiestes  Exemplar  von  Leneschitz. 
^itliodomus  spathulatus,  Reuss.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  122.  Fig.  92.) 
Wir  besitzen  ein  einziges  Exemplar  aus  der  Gastropoden-Schichte  von 
Priesen. 
^thodomus  cf.  rostratus,  D'Orb.  (Fr.  Iserschichten  pag.  105.  Fig.  72.) 

Selten  in  der  Gastropodenschichte  von  Priesen. 
^'odiola  capitata,  Zittel.  (Weissenberger  Schichten  pag.  124.  Fig.  97.) 

Selten  in  der  Gastropoden-  sowie  in  der  Krabben-Schichte  von  Priesen. 


FiB-  HI.     Pi„na  nodulosa,  Reuss.    A.  (ianzes  Exemplar  vou  vurue  iu  uatttrl.  Grosse. 
B.  Schaleufi-agment  vergrOssert. 


Teredo 


ornatissimus,  Fr.  —  Fig.  112. 

Eine  prachtvoll  verzierte  Bohrschale  aus  der  Gastropoden-Schichte  von 
IMesen,  welche  im  Gesammthabitus  an  den  Ter.  Requinianus  Matheron  (von 
dem  aber  nur  der  Steinkem  bekannt  ist)  erinnert.  Vielleicht  gehort,  diese 
l!°hrschale  zu  dem  Thiere,  welches  bisher  als  Gastrochaona  amphisbaena  ange- 
f*ihrt  wird  und  dessen  teredoartige  Rohren  audi  in  Priesen  nicht  selten  sind. 


96 

Gastroehaena  amphisbaena,  Gein.    (Fr.  Weissenb.  Scb.  pag.  122.  Fig.  93.)  — 
Fig.  113. 

Diese  Rohren  gehoren  wahrscheinlich  einem  Teredo  an.  Das  abgebildete 
Stitck  von  Priesen  stellt  einen  Baumzweig  dar,  der  auf  dem  Meere  sclvwim- 
uiend  von  dem  Tbiere  so  durchbobrt  wurde,  dass  von  der  Holzmasse  wenig  tibrig 
blieb.  Aebnlichc  Funde  sind  bekannt  von  Luscbitz,  Lencscbitz,  Ohotzen  etc. 


Fig.  112.  Teredo  ornatissi- 

mus.  Exemplar  mit  Schale 

aus  der  Gastropoden- 

Bchichte  von  Priesen. 

JJmal  vergrossert. 


t -\ 

Fit).  114.  Thracia  bicarinata,  Reuss.  sp> 
Aus  Priesen.    Vergr.  5mal, 


^f%t 


i  f  . 


Fig.  115.  Lyonsia  carinifera, 

D'Orb.  Von  Priesen. 

Vergr.  2mal. 


Fig.  113.  Gastroehaena  am- 

phisbacna,  (iein. 
Von  Priesen  in  nat.  GrOsse. 


Fig.  116.  Pholatlomya  decussata,  Phil. 
Aus  Priesen.     2mal  vergrossert. 


Corbula  bifrons,  Iteuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  20.) 

Reuss  bescbreibt  diese  Art,  ohne  cine  Abb ildung  zu  geben:  3'/s  Liniell 
lang,  etwas  niedriger  als  C.  caudata,  bauchig,  ungleichklappig,  vornc  abgc- 
ruudet,  binten  verliingert  und  fast  gerade  abgestutzt.  Oberflache  soharf  con- 
eentrisch  gestreift,  der  untere  Rand  innen  gekerbt.  Scltcn  in  Luschitz  und 
Priesen. 

Corbula  caudata,  Nilss.  (Fr.  Weissenberger  Schicbten  pag.  128.  Fig.  107.) 

Iteuss  fiihrt  die  Art  von  Priesen  und  von  Lenescliitz  an.  Wir  fandeu 
sie  in  der  Scbichte  2  und  4  des  Priesener  Profils  und  ausserdem  in  Oer- 
nodol,  Waldek,  Dnebob,  Bousov,  Cbotzen  und  Ilolienmauth. 

Thracia  bicarinata,  Reuss.  (Area  bicarinata  Reuse  II.  pag.  10.  Taf.  34.  Fig.  43.) 
Fig.  114. 

Diese  Muscbel  wurde  von  Reuss  zur  Gattung  Area  gereebnet,  ob/.wa1' 
von  der  lSescbal'fenlieit  des  Schlosses  nichts  erwahnt  wird.  Wir  besitzen  ein 


97 

ahnliches  Exemplar  von  Priesen,  an  dem  auch  vom  gekerbten  Sehloss  nichts 
zu  sehen  ist  und  welches  ich  als  zur  Gattung  Thracia  gehorig  betrachte 
nach  dem  EinschnitUdes  Unterrandes  und  don  zwei  vom  Wirtel  auslaufen- 
den  Falten.  Der  von  D'Orbigny  als  Thracia  gibba  beschriebene  und  abge- 
bildete  Steinkern  (Pal.  Fr.  PI.  374)  ist  viel  grosser,  kiirzer  und  hoher. 

lyonsia  carinifera,  D'Orb.  (Pal.  Fr.  Lamellibr.  pag.  385.  Taf.  373.)  —  Fig.  115. 
Ein  einziges  Exemplar  aus  der  Krabbenschichte  5  von  Priesen.    Unser 
Stuck  stimmt  ziemlich  mit  der  Abbildung  von  D'Orbigny,  aber  der  Vorder- 
theil  ist  kiirzer  und  die  Anwachsstreifen  unregelmassiger. 

^e8Uminaria  truncatula,  Ileuss.     (Siliqua  truncatula.  Weissenberger  Schichten 
pag.  123.  Fig.  95.) 

Selten  in  Priesen,  Dneboh  und  TJntcrbautzen. 

Bl°diola  tetragoua,  Reuss.    (Eeuss  Verst.  II.  pag.  15.   Taf.  33.   Fig.  6.   —  Fr. 
Teplitzcr  Schichten  pag.  80.  Fig.  68.) 

Selten  in  Priesen,  Cernodol  und  Sychrov. 

IjeSumiiiai'ia  Petersi,  Zittel.  (Siliqua  Petersi  Fr.  Weissenb.  Sch.  pag.  123.  Fig.  96.) 

Selten  in  der  Nuculaschichte  von  Priesen. 
'holadomya  decussata,  Phill.  (Eeuss  Verst.  II.  pag.  17.  —  Cardium  decussatum 
Goldfuss  II.  pag.  222.  Taf.  CXLV.  Fig.  2.)  —  Fig.  116. 

Nach  Eeuss  sehr  selten  in  Luschitz  und  Priesen.  Wir  fanden  scheme 
Exemplare  in  der  Gastropoden-  und  in  der  Krabben-Schichte  von  Priesen, 
dann  in  Waldek. 


.    F|fl-  117.   Venus  laminosa,  Reuss. 
,>l,s  Grabern.    A.  Smal  vergr.     />'.  Ein 
™gmeut  der  Schale  stark  vergrOssert 


P 


Tela 


Fig.  118.   Venus  parva,  Sow. 

Copic  nach  Reuss.    Naturliehe 

Grosse. 


Ul»a  concentrica,  Eeuss.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  127.  Fig.  103.) 
Nach  Eeuss  hiking  in  Luschitz  und  Postelberg.  Wir  fanden  sie  in  der 
Gastropodenschichte  in  Priesen,  dann  in  Cernodol,  Bohm.  Kamnitz,  Sychrov, 
Dneboh,  Unterbautzen  und  Chotzen. 

eilUs  iaminosa,  Eeuss.  (Eouss  Verst.  II.  Fig.  21.  Taf.  41.  Fig.  6.,  15.)  — Fig.  117. 

Eine  fur  die  Priesener  Schichten  sehr  bezeichnende  Art.    Eeuss  fiihrt 

sie  von  Priesen,  Postelberg,  Wallenitz  und  Johnsbach  an.    Wir  besitzen  sie 

•"isserdem  von  Cernodol,  Bohm.  Kamnitz,  Graberu,  Waldek,  Dneboh  und 

Unterbautzen. 

7 


98 

(Unter  dein  Nanien  Venus  concentrica  Reuss,   findet  sich  in  unserer  Sainnduiig 
ein  Exemplar  mit  der  Etiquette   von  Reuss.    Das  Exemplar  ist  eiue  Veuus 
laininosa.) 
Venus  subdeeussata,  Rom.  (Fr.  Weissenberger  Sch.  pag.  127.  Fig.  106.) 

Steinkerne  besitzeu  wir  von  Cernodol,  Sychrov  und  Unterbautzen,  welche 

mit  der  Figur  bei  Reuss  (II.  Taf.  XLI.  Fig.  13.)  ganz  uberoinstimineu. 

Venus  parva,  Sow.   (Reuss  Verst.  pag.  20.  Taf.  41.  Fig.  16.  und  17.)  —  Fig.  118. 

Reuss  fiihrt  die  Art  als  hiiufig  iu  Luscbitz,   Prieseu  uud  Wollenitz  an. 

Venus  pentagona,  Reuss.  (Verst.  II.  pag.  21.  Taf.  XLI.  Fig.  7.,  8.  —  Fig.  119. 

Reuss   fiibrt  die  Art  als  selten  von  Priosen  an.  —  Reuss   fulirt  nocli 

Venus  tenera  Sow.  von  Luscbitz  an.     Wir   besitzeu    eiue  Reibe   von  Stein- 

kernen  von  Priesen,  die  vielleicbt  zu  Venus  gehoren,  aber  wegcn  mangel- 

bafter  Erhaltung  nicht  sicber  gencrisch  bestimmt  werden  konnon. 


m\  ™ 


Fig.  119.  Venus    pentagona, 

Reuss.     Von  Priesen. 

Cunie  nach  Reuss.   Vergr. 

2'/.,m.al. 


\ 


Fig.  120.    Avicula  Geinitzi, 
lleuss.    Aus  Priesen, 

Vergr.  iinial. 


Fig.  121.    Avicula  pectinoides,  von  Priesen.    Vergr.  2inal. 


Avicula  Geinitzi,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  28.  Taf.  32.  Fig.  6.)  —  Fig.  120 

Einzeln  in  Luscbitz,  Priesen  und  Dnebob. 
Avicula  pcctinoides,  Reuss.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  23.  Taf.  32.  Fig.  8.  a  9.)  — 
Fig.  121. 

Selten  in  Luschitz,  Priesen,  Wollenitz,  Bohm.  Kamnitz,  Dnebob  und 
am  Wolfsberg  bei  Podebrad. 

Avicula  glabra,  Reuss    (Reuss  Verst.  II.  pag.  22.) 

Reuss  fuhrt  die  Art  von  Priesen  und  Postelberg  an.  Ich  balte  noch 
jetzt  die  Art  nur  fur  A.  anomala,  von  der  die  gerippte  OberHachenscbicbte 
der  Scbale  im  Negativ  des  Gesteines  geblieben  ist.  Jedenfalls  sollte  man 
beim  Sammeln  der  betreffenden  Exemplare  den  Negativ  en  besondere  Auf- 
merksamkeit  widmen. 
(Avicula  minuta,  Reuss.)   (Reuss  Verst.  pag.  23.) 

Reuss  gibt  folgonde  Beschreibung :  2,/2— 3  Linien  hoch,  schief  oval  kreis- 
formig,  massig  gewblbt.  Die  Fliigel  vom  lliicken  der  Schale  durch  keine 
Furchen  gesondert;  der  vordere  balb  so  lang,  als  die  ganze  Muschel  bocb 
ist.  Der  bintere  klein,  gerundet.  Die  dicke,  glanzend  weisse  Schale  glatt, 
mit  sehr  feinen  concentriscben  Linien.  Sehr  selten  mit  der  Av.  paucili- 
neata  in  Luscbitz.  Eine  Abbildung  gab  Reuss  nicht  und  wir  besitzeu  nicbts 
ahnliches. 


99 

(Avicula  negleota,  Reuss.)   (Reuss  Verst.  II.  pag.  23.  Taf.  32.  Fig.  10.) 

Selteu  nach  Reuss  in  Luschitz  unci  Priesen. 
(Avicula  paucilineata,  lieusf.)    (Reuss  Verst.  II.  pag.  23.  Taf.  32.  Fig.  11.) 

Nach  Reuss  sehr  vereinzelnt  in  Luschitz. 

Gervillia  solenoides,  Defr.    (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  129.  Fig.  109.) 
Nicht  selteu  in  Luschitz,  Priesen,  Cernodol  und  Waldek. 

Iuoceramus  Cuvleri,  Sow.  (Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  82.  Fig.  74.) 

Sowohl  in  Priesen  als  audi  auf  den  meisten  Localitaten  der  Priesener 
Schichten  fanden  wir  Exemplare,  wolche  init  der  aus  den  Tepl.  Schichten 
oben  citirten  Abbildung  ubereiustimmen.  In  Ckotzen  erreichen  die  Exem- 
plare die  grossten  Diinensionen  bis  20  cm. 

Inoceramus  latus,  Mantell.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  45.  Taf.  13.  Fig.  4.,  5. 
Reuss  Verst.  pag.  25.  —  Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  83.  Fig.  75.) 

Haufig  in  Luschitz  und  Priesen.  Auch  fanden  wir  die  Art  in  Unter- 
bautzen  und  in  der  Sphiirosideritschichte  (4)  in  Priesen.  Die  letzteren  zeigen 
vie!  griissere  Flugel  als  das  aus  den  Teplitzer  Schichten  abgebildete  Exem- 
plar und  gehoren  demnach  der  broiteren  Form  an.  Auch  liegen  aus  der 
Gastropoden-Sehichte  von  Priesen  Exemplare  vor,  welchc  an  das  als  Ino- 
ce  ramus  Crip  si  aus  den  Teplitzer  Schichten  (pag.  82.  Fig.  73.)  abge- 
bildete Stuck  erinnern,  aber  wieder  in  Bezug  auf  den  Flugel  abwoichen, 
indem  dessen  Rand  gerade  und  nicht  abgerundct  ist. 


II 


^^mP^i^f^T'" 


I 


F'fl.  122.     Inoceramus  planus,  von  Miinst. 
^onnale  Form  aus  l'rioson.  Natiirl.  Grossc. 


Fig.  123.    Inoceramus  planus,  von  Miinst. 
var.  costata.  Aus  Cornodol.  Nattirl.  Grossc. 


JllO 


ccramus  planus,  v.  Miinst.   (Reuss  Verst.  II.   pag.  25.  Taf.  37.  Fig.  H.)  — 
Fig.  122.  und  123. 

Die  Exemplare  von  Priesen  woichen  ziemlich  in  Bezug  auf  die  Stelhuig 
der  Wirbel  von  dem  bei  Reuss  abgebildeten  Stiicke  ab,  in  dem  sie  nicht 
fast  central  sondern  im  vorderen  Drittel  liegen.  Nach  der  Roschreibuug 
sind  die  Exemplare  von  Priesen  das,  was  Reuss  als  planus  auffasste,  und 
ich  gebe  davon  eine  neue  Abbildung  Fig.  122.  Ausserdem  sind  Exemplare 
von  Cernodol  und  von  Waldek  vorhanden,  welche  kantige  Radialrippen  tragen 
(Fig.  123.),  weshalb  ich  dieselben  als  var.  costata  bezeichne. 

7* 


100 


((Inoceramus  Bronguiarti,  Parkin.)     (Eeuss  II.  pag.  24.    —   Weissenb.    Schiohtcn 
pag.  130.  Fig.  111.) 

Wird  von  Eeuss  aus  Luschitz,  Postelberg  imd  Priesen  angeftlhrt,  aber 
wir  besitzen  nichts,  was  diese  selir  unwahrscheinliche  Angabe  bestfttigen 
inochte.  Auch  die  Angaben  Eeuss,  dass  In.  concentricus  und  striatus  Mant. 
in  Luschitz  und  Priesen  vorkommen  soil,  werden  der  Bevision  eines  Mono- 
graphcn  der  Inoceramen  bediirfen.  Wie  scbwer  es  ist,  die  Arten  zu  fixiren, 
ersieht  man  auch  aus  dem  Umstand,  dass  Giimbel  die  Inoceramen  von  Lu- 
scbitz als  eine  neue  Art  striatocostatus  anfiihrt.  (1868.  Geogn.  Beschrei- 
bung  d.  K6n.  Bayern  II.  pag.  766.) 
Lima  septemcostata,  Eeuss.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  132.  Fig.  114.) 
Sehr  selten  in  Priesen. 

Lima  elongata,  Sow.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  132.  Fig.  116.) 

Selten  in  der  Gastropoden-Schichte  in  Priesen  und  in  Bohm.  Kamnitz. 
Die  OberfHiche  zeigt  an  dem  Negativ  des  Exemplars  von  Bohm.  Kamnitz 
feine  Langsstreifung  an  den  Kippen,  wodurch  sie  der  L.  Astioriana  D'Orb. 
nahe  kommt.  D'Orbigny  trennt  in  Prodrom  die  Lima  elongata  aus  Bohmen 
von  der  Sowerbischen  und  gibt  ihr  den  Namen  Lima  Eeussi. 

Lima  granulata,  Deshayes.    (Eeuss  Verst.  II.   pag.  32.  Taf.  38.  Fig.  21.  —  Fr. 
Teplitzer  Schichten  pag.  83.  Fig.  76.) 

Selten  in  Priesen  (3,  4),  Wrschowitz  und  Sychrov. 
Lima  Hoperi,  Deshayes.  (Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  84.  Fig.  78.) 

Selten  in  den  Schichten  2  u.  3  in  Priesen.  Nach  Eeuss  auch  in  Luscbitz. 

Lima  semisulcata,  Eeuss.     (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  132.  Fig.  115.) 
Wir  besitzen  zwei  schalenlose  Exemplare  aus  der  Gastropoden-Schichte 
von  Priesen,   bei  denen   die  Eippen   und    deren  Knotung  viel  undeutliclior 
sind,  als  bei  den  Exemplaren  aus  den  Weissenberger  Schichten. 
Pecten  Nilssoni,  Goldf.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  134.  Fig.  124.) 

Hiiufig  in  Luschitz,  Priesen,  Cernodol,  Wunic,  am  Wolfsberg  bei  Pode- 
brad,    in  Dneboh,  Unterbautzen,  Waldek  etc.    In  Priesen  in  den  Schichten 
0,  1  und  3.    • 
Pecten  curvatus,  Gein.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  136.  Fig.  127.) 

Selten  in  der  Gastropoden-Schichte  in  Priesen  und  in  Sychrov.  Die  von 
Eeuss  aufgestellte  Art  P.  divaricatus  wird  von  Geinitz  zu  P.  curvatus  ge- 
rechnet. 
Pecten  Dnjardinii,  Eom.    (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  137.  Fig.  129.) 

Selten  in  der  Gastropoden-Schichte  in  Priesen,  bis  30  mm  breit.  Ausser- 
dem  auch  am  Weinberg  bei  Wunic. 

Pecten  squamula,  Lamarck.    (Eeuss  Verst.  II.  pag.  27.  Taf.  39.  Fig.  12.  —  Fr. 
Teplitzer  Schichten  pag.  84.  Fig.  79.) 

Nach  Eeuss  ziemlich  haufig  in  Luschitz.  Wir  fanden  die  Art  in  der 
Gastropoden-Schichte  in  Priesen,  dann  in  Bohm  Kamnitz  und  am  Kune- 
titzer  Berg. 


101 

Pecten  laevis,  Nilsson.  (Fr.  Weisscnberger  Schichten  pag.  134.  Fig.  135.) 
Das  Vorkommen  dieser  Art  in  Friesen  ist  fruglich. 

Pecten  serratttS,  Nilsson.  (Reuss  Verst.  II.  pag.  30.  Taf.39.  Fig.  19.)  —  Fig.  124. 
Diese  Art  variirt  in  der  Zahl  der  Rippen  zwischen  30—45.  Unsere 
Exemplare  von  Friesen  weichen  in  der  Form  und  Verzierung  der  Ohren 
von  der  Reussischen  Figur  ab,  aber  ich  glaube,  dass  die  Reussische  Figur 
nach  einern  mangelhaft  erbaltenen  Exemplar  gezeichnet  war,  denn  in  der 
Besclireibung  steht  ausdriicklich,  dass  die  Ohren  gesagte  Rippen  tragen,  von 
denen  auf  der  Abbildung  nichts  zu  sehen  ist. 


Fifl.  124.    Pecten  serratus,  Nilss.    Aus  Priesen.    A.  Natiirliche  Grosse. 
B.  Verzierung  der  Unterschale.    0.  Verzierung  der  Oberschale. 

(Pecten  cicatrisatus,  Goldf.)  (Reuss  Verst.  II.  pag.  31.  Goldfuss  Petref.  Germ.  II. 
pag.  56.  Taf.  XCIII.  Fig.  6.) 

Aehnelt  dem  P.  Dujardinii,  aber  die  Rippen  tragen  narbenformige 
Schnppen.  Durfte  die  wohlerhaltene  Aussonfliiche  von  P.  Dujardinii  vor- 
stellen.     Nach  Reuss  selten  in  Priesen. 

(Pecten  denticulatus,  v.  Hagenow.)    (Reuss  Verst.  II.  pag.  30.) 

Nach  Reuss  kommen  Fragmente  von  fraglicher  Zugehorigkeit  in  Lu- 
schitz  vor. 

(Pecten  subaratug,  Nilsson.)    (Reuss  Verst.  II.  pag.  29.   Taf.  39.  Fig.  1G.) 

Nach  Reuss  nicht  hiiufig  in  Luschitz.  Wir  besitzen  bloss  eiuen  Stein- 
kern,  welcher  dieser  Art  angehoren  durfte,  aus  der  Gastropoden-Schichte 
von  Priesen. 

(Pecten  trigcmiuatus,  Gcinitz.)  (Reuss  Verst.  II.  pag.  29.  —  Goldfuss  II.  pag.  52. 
Taf.  XCI.  Fig.  14.) 

Fine  dem  P.  Dujardinii  ahnliche  Art,  nach  Reuss  sehr  selten  im  Plauer- 
mergel  von  Priesen.  Reuss  gibt  weder  eine  Besclireibung  noch  eine  Abbil- 
dung dieser  Art. 

SP<>UdyI,ls,  sp. 

Wir  besitzen  bloss  Steinkerne  aus  Priesen,  die  nicht  sicher  bestimmt 
werden  kiinnen,  da  die  iiussere  Besohaffenheit  der  Schale  nicht  bekannt  ist. 
Die  Localsammler  sollten  sorgfiiltig  darauf  achten,  besonders  bei  Spondylus 
wenigstens  Bruchstflcke  des  Negative  der  Oberniiche  zu  sammeln. 


^te 


102 

Exogyra  lateralis,  Reuss.  (Fr.  Weisscnberger  Schichten  pag.  140.  Fig.  136.) 

Ueberall  aber  nur  yereinzelt  in  den  Priesener  Schichten. 
Ostrea  semiplana,  Sow.  (Fr.  Weisscnberger  Schichten  pag.  141.  Fig.   138.) 

Seltcn  in  der  Gastropoden-Schichte  in  Priesen,  dann  in  Cernodol,  Wnnic, 
Bohm.  Leipa,  Sychrov  und  Chotzen. 
Ostrea  hippopodium,  Nilss.    (Fr.  Weisscnberger  Schichten  pag.  140.    Fig.  137.) 
In  kleinen  meist  der  var.  vesicularis  angchorenden  Exemplaren  an  alien 
Localitiiten  der  Priesener  Schichten. 
Ostrea  Proteus,  Reuss.  (Reuss  Verst,  II.  pag.  41.  Taf.  27.  Fig.  12—27.) 

Diese  kleine  veranderliche  Austcr  stellt  wohl   die  Brut  von  verschiedo- 
nen  grosseren  Austern-Artcn  dar. 
Ostrea  cf.  Wcgmanniana,  D'Orb.  —  Fig.  125. 

Aus  der  Geodienschichte  (2)  von  Priesen  besitzen  wir  eine  Auster, 
welche  im  Gesammthabitus  an  die  Ostr.  Wcgmanniana  D'Orb.  erinnert,  hat 
aber  den  Wirbel  mehr  zu  einer  Soite  gelegen.  Sio  1st  flach,  15  mm  lang, 
7  mm  breit,  zeigt  schwache  Anwachsringc  und  audi  radiale  schwachc  Rippen. 
Der  Hinterrand  ist  verdickt  und  am  Anfang  gekerbt.  Das  untere  Ende  ist 
quer  abgestutzt. 


Fig.  125.    Ostrea  cf.  Wegmannlana,  D'Orb.    Von  Prioscn.    2mal  vergriissert. 

Ostrea  frons,  Park.  (Fr.  Iserschichten  pag.  121.  Fig.  96.) 

Selten   in   der  Nucula-Schichte  (0)  und  in  der  Gastropoden-Schichte  in 
Priesen  (3),  in  Lencschitz,  Untcrbautzen  und  Chotzen. 
Anomla  subradiata,  Reuss.    (Fr.  Weissenb.  Schichten  pag.  143.  Fig.  143.) 

Selten  in  Luschitz  und  Priesen  (3). 
Anomia  subtrnncata,  D'Orb.  (Fr.  Weissenb.  Schichten  pag.  142.  Fig.  139.) 

Nach  Reuss  selten  in  Luschitz;  wir  fanden  sie  in  der  Gastropoden- 
Schichte  in  Priesen,  dann  amWolfsberg  bei  Podebrad,  in  Untcrbautzen  und 
Chotzen. 


Argiope?  sp.  —  Fig.  127. 

Wir  besitzon  einige  mangolhafte  Schalen  aus  der  Gastropoden-Schichte 
von  Priesen,  welche  erst  griindlich  studiert  wcrden  uiusson. 
Magas  Geitlitzi,  Schlonb.  (Fr.  Weissenberger  Schichten  pag.  144.  Fig.  148.) 

Sehr  selten,  wurde  nur  zweimal,  und  zwar  in  Priesen  (.3)  und  in  Wal- 
dek  vorgefunden,  und  es  ist  cine  Fragc,  ob  dicse  Exemplare  nicht  aus  iilteicn 
Schichten  stammend,  hier  auf  secundiirer  Lagerstiitte  liegen. 


103 


Terebratula?  transversa,  Fr.  —  Figur  128. 

Von  diesem  interossanten  kleinen  Brachiopoden  wurde  nur  ein  einziges 
Exemplar  in  der  Schichte  8  dos  Priesener  Profils  vorgefunden.  In  der  Ge- 
stalt  ei'innert  es  an  Megerlia,    aber  so  lange  nicht  Exomplare  mit  innorem 


Geriist,  vorgefunden  werdon, 


asst  sich  die  Gattung  nicht  sicherstellen. 


Fifl.  127. 


Argiope?  sp.  Von  Priesen, 
vergr.  Omal. 


%  129.  Rhynchonella  pisum  ? 

T"s  der  Gastropoden-Schichte 

°n  Priesen.  Omal  vertrrOssert. 


Fig.  128.  Terebratula?  transversa.    Aus   der  Gastropoden- 
Schichte  von  Priesen.   A.  Gauzes  Exemplar  von  olicn. 
Omal  vorgr.     B.  SchalcntVagment  stark  vergrtissert. 


Fig.  130.    Entalophora?  solitaria,  Fr. 

a  Ganzes  Exemplar  auf  ciner  Natica  angewachscn. 

Omal  vergriissert.  b  c  Stark  vergr.  Partien  der  Ober- 

flache. 

Aerebratulina  chrysalis,  Sclil.  [T.  striatula  Mant.]  (Fr.  Teplitzer  Schichten  pag. 
88.  Fig.  90.)  ' 

1st  der  Mufigste  Brachiopode  in  den  Triesener  Schichten.  In  Priesen 
fanden  wir  ihn  in  den  Schichten  0,  3  und  5.  Reuss  fiihrt  die  Art  von  Lu- 
schitz  und  Kautz  an.  Die  klingenden  Inoceramenpliiner  lieferten  sie  vom 
Weissen  Weg  bei  Teplitz. 


104 

Itliyuchonella  pisum  ?  sp.  —  Fig.  129. 

Von  Rkynckonellen   fanden    sick   bloss   iu    der   Priesener  Gastropoden- 
sckickte  einige  sehr  verktimmerte  Exemplare,  die  etwa  an  R.  pisum  (Sow.) 
erinnern.  Eine  genaue  Bestimmung  ist  unzuliissig. 
Eschara  rhombifera,  Reuss.  (Reuss  II.  pag.  07.  Taf.  XV.  Fig.  28.) 

Wird  von  Reuss  aus  Lusckitz  angefiikrt. 
Entalopkora?  solitaria,  Fr.  —  Fig.  130. 

Dies  ist  die  einzige,  etwas  besser  erhaltene  Art  von  Bryozoen  aus  den 
Priesener  Schickten.  Wir  besitzen  mekrere  Exemplare  aus  der  Gastropoden- 
Sckickte  von  Priesen,  welcke  sowokl  die  Oberflacke  als  auck  das  Innere 
zeigen. 

Nullipora  gracilis,  Reuss.  (Reuss  II.  pag.  66.  Taf.  XVI.  Fig.  4—6.) 

Wird  von  Reuss  als  selten  im  Planermergel  von  Lusckitz  angefiikrt. 
Ausserdem  sind  nock  mangelkafte  Exemplare  vorkanden  aus  den  Gat- 
tungen :  Hippotkoa,  Biflustra,  Proboscina  ?,  die  aber  eine  niikere  Bestimmung 
nickt  zulassen. 


Polycnemidium  pustulosum,  Reuss.    |Dromilites  pustulosus  R.]   (Fric  und  Kf. 
Crust,  pag.  45.  Fig.  68.)  —  Fig.  131. 

Fand  sick  urspriinglick  in  Hockpetsck  bei  Bflin,  neuerer  Zeit  in  melire- 
ren  pracktvoll  erkaltenen  Exemplaren  in  der  Sckielite  3  und  5  des  Priese- 
ner Profils.  Zugleick  wurden  Sckeeren  gefunden,  deren  Zugekorigkeit  aber 
scbwer  sickerzustellen  ist. 


Fig.  131.    Polycnemidium   pustulosum, 

Reuss.    Von  Hochpotsch.    Vergr.  8mal. 
Copie  nacli  Reuss. 


Fig.   132.    Etyus   Buchi,   Zittel.  (Maut.) 

Von  Hochpetsch.  2inal  vergrfissert. 

Copic  nach  Reuss. 


Fig.  133.  Palaeocorystes?  sp. 

Aus   der  Krabbensohichte  5   des  Prie- 
sener Proflls.    Vergr.  6mal. 


105 


Etyus  Buchi,  Zittel.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  48.  Fig.  70.)  —  Fig.  132. 

Wurde  nur  einmal  in  den  Priesener  Schichten  von  Hochpetsch  gefunden 
und  zuerst  von  Reuss  «ls  Podophtlialmus  Buchi  beschrieben. 
Necrocarcinus  perlatus,  Fr.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  47.  Taf.  10.  Fig.  14.) 

Scheeren  wurden  in  der  Schlucht  Cernodol  bei  Laun  nur  einmal   vor- 
gefunden  und  sind  durch  Tuberceln  kenntlich,  welche  wie  Schrottkorner  der 
Scliale  aufsitzen. 
Paliicocorystes  ?  sp.  —  Fig.  133.  Ein  einziges  Exemplar  aus  der  Krabbenschichte 
von  Priesen. 

Microeorystcs  parvulus,  Fr.  —  Fig.  134. 

'  Dies  ist  wohl  eine  der  kleinsten  bekanntcn  Krabben,  denn  ihre  Liiuge 
betriigt  bloss  5  mm.  Die  Rcgionen  sind  stark  angedeutet  und  weichen  von 
denen  der  bekannten  Gattungen  ziemlicli  ab.  Die  Schale  ist  fein  punktirt 
und  tragt  dunkle  Farbenflecke.    Aus  dor  Krabbenschichte  von  Priesen. 

Mb-  *. 


B. 


A. 


Fig.  134.    Microcorystes  parvulus,  Fr.  Ana  der  KrabbenscMchte  5  von  Priesen. 

Tergr.  (Smal. 

('a''t'iiius  ?  sp. 

Ein  Theil  des  Riickenschildes  einer  Krabbe  deutet  auf  eine  Lange  von 
35  mm  und  eine  Ereite  von  44  mm  bin.  Das  Rostrum  besitzt  eine  Langs- 
furche,  der  Stirnrand  tragt  jederseits  4  Spitzen.  Die  Regionen  sind  schwach 
angedeutet.  Die  Schale  punktirt,  am  Negativ  i'acettirt,  Stammt  aus  der 
Schichte  3  des  Priesener  Profits.  —  Scheint  zu  einem  Vorfahren  der  Gattung 
Carcinus  zu  gehoren. 

('alliaiiassa  brevis,  Fr.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  44.  Taf.  9.  Fig.  1-7.) 

Diese  Art  ist  fur  die  Priesener  Schichten  sehr  bezeiehnend,  namentlieh 
fiir  die  weissen  klingenden  Inoceramenplaner  bei  Vysoka,  am  Wolfsberg  bei 
I'odcbrad,  bei  Kcinigstadtl  etc.  Von  Priesen  erhielt  ich  neuerer  Zeit  em 
fast  ganzes  Exemplar,  an  dem  der  Cephalothorax  gut  als  ein  verkalktes 
glanzendes  Scbild  erhalten  ist. 


106 

Callianassa  elongata,  Fr.    (Fr.  and  Kf.  Orust.  pas.  45.  Fig.  66.)  —  Fig.  135. 
Diese  schmale  schlanke  Seheere  aus  den  Priesener  Schichten  am  Fuss 
des  Hobli'kbergos  bei  Laun  ist  in  Beziehung  auf  die  Gattung  von  zweifel- 
bafter  Zugehorigkeit. 

Callianassa  gracilis,  Fr.    (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  40.   Fig.  67.)  —  Fig.  136. 

Diese  kleine  Art  ist  durcb  die  scharfen,  nach  vorne  gerichteten  Zahne 
der  Seheere  kenntlich.     Kam  bisher  nur  in  Priesen  vor. 


Fig.  135.  Callianassa  elon- 
gata, Fr.  Aug  den  Priese- 
ner Schichten  am  Fnsse 
rtes  Hoblikberges  I>.  Lann. 
Natiirl.  GrOsse, 


"V 


4p  )ts 


Fig.  136.    Callianassa  gra- 
cilis, Fr.  Von  Priesen. 


Fig.  137.   Stenocheles  esocinus  vom  Wolfaberg  bei  PodSbrad. 

Natuiliche  GrOsse. 


Stenocheles  esocinus,  Fr.    (Fr.  und  Kf.  Crust,   pag.  40.  Taf.  4.  Fig.  7.  Textfig. 
Nro.  59.)  —  Fig.  137. 

Diese  schono  grosse  Art  fand  sich  einmal  in  don  weissen  Inoceramon- 
pliinern  am  Wolfsberg  bei  PodSbrad,  als  daselbst  die  festeren  Schichten  zu 
Bauzwecken  in  der  nahe  gelegenen  Muhle  gebrochen  wurden. 

Stenocheles  gracilis,  Fr.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  40.  Taf.  3.  Fig.  3.  und  4.) 
Ausser  den  normalen  Scheeren  fand  sich  auch  eine  kleine  Art  der  Gattung 
Stenocheles  wiederholt  in  Priesen  vor,  die  durch  den  kurzen,  dicken  rundlichen 
Propodit  ausgezeichnet  ist  und  wahrscheinlich  einer  anderen  Art  nngebort, 
far  die  ich  den  Namen  St.  parvulus  vorschlagen  mochto.  Fragmente  cler 
Finger  von  kleinen  Stenochelen  fanden  sich  an  mehreren  Localitiiten  in  den 
klingenden  Inocerainenpllinern :  am  Weissen  Weg  bei  Teplitz,  bei  Melnik  etc. 

Paraclytia  nephropica?    (Fr.  und  Kf.  Crust,  d.  bohm.  Kreideformat.   pas   37. 
Taf.  4.  Fig.  1—0.) 


J 


107 

Em  fast  gauzes  Exemplar  erhielten  wir  aus  dcr  Krabbenscbichto  Nr.  5. 
von  Priesen,  os  weicht  in  manchom  Detail  von  der  P.  nepliropica  aus  den 
Weissenbevger  Schichten,  ab  und  es  wird  Aufgabe  eiuer  spiiteren  Unter- 
suchung  sein,  die  Selbstiindigkeit  der  Art  zu  priifen. 

"opioparla,  sp. 

Ein  ganzes  Exemplar  aus  der  Gastropoden-Schichte  von  Priesen. 
Eivoploclytia  Leachi,  Mant.    (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  27.  Taf.  9.   Fig.  9.   Text- 
figuren  Nr.  46 — 52.) 

Ein  ganzes  Exemplar  fand  sich  in  einer  Spharosideritkugel  der  Schichte  4 
in  Priesen,  ein  anderes  in  der  Bahnschichte  des  Sutiny  Tronls  bei  Chotzen. 
Beide  Funde  zeigen  keine  auffallende  Abweichung  von  den  typischen  Exem- 
plaren  aus  den  Weisscnbcrger  Schicliten. 

''•'•liiuirus,  sp. 

Ein  Schalenfragment  des  Cephalothorax  aus  der  Schichte  3  der  Priese- 
ner  Schicliten  roicht  ebon  bin,  die  Existcnz  der  Gattung  in  den  uns  beschiif- 
tigenden  Schicliten  nachzuwoisen. 
Cytherella  Miinsteri,  Reuss.  (Fr.  und  Kf,  Crust,  pag.  18.  Fig.  41.  —  Teplitzer 
Schichten  pag.  91.  Fig.  99.) 
Nicht  soltcn  in  Luschitz. 
Cytherella  ovata,  Rom.  sp.   (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  18.   Fig.  40.   —  Teplitzer 
Schichten  pag.  91.  Fig.  98.) 

Hiking  in  Priesen  und  Leneschitz. 
Cytlierirtea  laevigata,  Reuss  sp.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  17.  Fig.  39.  —  Tepl. 
Schichten  pag.  93.  Fig.  111.) 

Hftufig  in  Leneschitz  und  Luschitz  etc. 


r%  138.    Cytherc  semipli- 

ua'«)  Reuss.    Nach  Reuss 

•r><>mal  vorgrosaort. 


Fig.  139.  Cytherc  Karsteni, 

Ucmss. 
Nach  Keuss. 


:.-■■.•■■ 

Fig.  140.    Cythere  concen- 
trica,  Reuss. 
Nach  Reuss. 


Cyttteridea  perforata,  Rfim.  sp.    (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  17.  Fig.  38.  —  Tepl. 
Schichten  pag.  93.  Fig.  110.) 

Nach  Reuss  bei  Kri'mdorf  und  Priesen. 
Where  scrrulata,  Bosquet.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  1 0.  Fig.  30.  —  Fr.  Tepl. 
Schichten  pag.  93.    Fig.  108. 

Nach  Reuss  in  Luschitz  und  Leneschitz. 


108 


Cythere  ornatissima,  Reuss.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  15.  Fig.  32. 
Schichten  pag.  92.  Fig.  102.) 

Nach  Reuss  in  Luschitz  und  Leneschitz. 

Cythcre  semiplicata,  Reuss.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  15.  Fig.  29.) 
Selten  in  Luschitz  und  Priosen. 


Fr.  Tepl. 

Fig.  133. 


■r 


Fig.  141.  Scalpellum  maximum,  Sow.  var.  bohemica  von  Holic.    6mal  vergrflssert. 

Cythere  Karsteui,  Reuss.   (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  14.  Fig.  28.)  —  Fig.  139. 

Nach  Reuss  selten  in  Luschitz  und  Leneschitz. 
Cythere  concentrica,  Reuss.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  14.  Fig.  27.)  —  Fig.  140. 

In  Luschitz,  Leneschitz  und  Priesen. 

Batrdia  arquata  var.  faba,  Reuss.    (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  13.  Fig.  25.  — 
Toplitzer  Schichten  pag.  94.  Fig.  114.) 
In  Luschitz  und  Priesen. 


gfesg? 


Fig.  142.    Scalpellum  quadratum,  Darw. 

Von  „Lany  na  Diilku"  bei  Pardubic. 

(Dr.  Jahn.)     4mal  vorgrosaert. 


Fig.  143.  Pollicipcs  fallax,  Darw. 

Von  Lhota  Ufeticka"  bei  Pardubic. 

8mal  vergroasert. 


Bairdia  siiMeltoidea,  von  Miinst.    (Fr.  und  Kf.  pag.  13.  —  Teplitzcr  Schichten 
pag.  93.  Fig.  112.    —    Reuss  Verst.  d.  bohm.  Kreidef.  I.   pag.  16.  T.  V.  V- 
38.  —  Reuss  Die  Ostr.  d.  siichs.  Planers  in  „Geinitz  Das  Elbthgb.  in  Sacli- 
sen"  II.  pag.  140.  Taf.  26.  Fig.  5.) 
In  Luschitz  und  Priesen. 

Pollicipcs  fallax,  Darw.  (Fr.  und  Kf.  Crust,  pag.  10.  Fig.  17.)  —  Fig.  143. 


109 

Diese  Art  tritt  schon  in  den  Korytzaner  Scliichten  auf  und  ist  wieder 
in  den  Priesener  hilling  in  Chotzen  und  in  Lhota  Ufeticka  bei  Pardubic. 

Pollicipes  glaber,  E8m.  (Fr.*und  Kf.  Crust,  pag.  8.  Fig.  13.  —  Tepl.  Scbichten 
pag.  94.  Fig.  117.) 

Diese  in  alien  Schichten  unserer  Kreideformation  auftretende  Art  be- 
sitzen  wir  aus  den  Priesener  Schichten  von  Luschitz,  „Lany  na  Dulku"  und 
Lhota  Ufetickd  bei  Pardubic,  Unterbautzen  und  Leitomischl. 
?calpellum  maximum,  Sow.  sp.  (F.  und  Kf.  Crust,  pag.  6.  Fig.  7.)  —  Fig.  141. 
Tritt  schon  in  den  Korytzaner  Schichten  in  Kamaik  auf  und  dann  wie- 
der in  den  Priesener  Schichten  in  Holic. 
SciilpeUiini  quadratum,  Darw.  (Fr  und  Kaf.  Crust,  pag.  5.  Fig.  3.)  —  Fig.  142. 
Wurdo  von  Dr.  Jahn  in  den  Priesener  Schichten  von  „Lany  naD&lku" 
bei  Pardubic  gefunden. 

k<H'pula  gordialis,  Schl.  var.  tuba  Sow.  (Reuss  Verst.  pag.  19.) 

Von  Luschitz  und  Priesen. 
Serpula  tetragoua,  Sow.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  18.  Taf.  XII.  Fig.  26.) 

Mit  viereckiger  Rohre  selten  und  fragmenttir  in  Luschitz. 
Serpula  subtorquata,  von  Miinst.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  18.  Taf.  V.  Fig.  24. 

Mit  fiinfseitiger  Rohre  fragmentar  von  Luschitz. 
"eppula  spinulosa,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  19.) 

Mit  sechs  schwachen  Kielen.    Einzelne  Bruchstiicke  von  Luschitz. 
Serpula  subinvolata,  Reuss.  (Reuss  Verst.  pag.  19.  Taf.  5.  Fig.  27.) 

Nach  Reuss  sclteu  im  Pliinermergel  von  Priesen. 


^Itedon  Fischcri,  Gein.    [Bourgueticrinus  ellipticus  D'Orb.  bei  Reuss.]  —  (Reuss 
Verst.  II.  pag.  59.  Taf.  XX.  Fig.  28—33.)  —  Fig.  143. 

Von  dieser  Art  kommen  zahlreiche  Siiulen-  und  Armglieder  in  Luschitz 
und  Priesen  vor.    Ich  bilde  einen  unregeluiiissig  verzweigten  Theil  ab,   der 
wohl  der  Basis  des  Stangels  angehort. 
*i<l;u'is  sccptrifera,  Mantell.     (Cotteau  Palaeont.   franc.  Echinides  pag.  251.  PI. 
1056.  —  58.)  —  Fig.  144.  A.  und  B. 

Ausser  einzelnen  Stacheln  wurde   auch  ein   ganzes    Exemplar  in   der 
Krabbenschichte  von  Priesen  vorgefunden. 
0l(laii8  subvcsiculosa,  D'Orb.    (Geinitz  Elbthalgebirge  II.   pag.  6.  Taf.  2.   Fig. 
1—4.  —  Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  97.  Fig.  124.) 

Selten  in  Priesen,  von  wo  ihn  auch  Geinitz  nach  Giimbel  im  Elbthal- 
gebirge  anfiihrt. 
Phymosoma  radlatum,  Schl.  (Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  98.  Fig.  125.) 

Verdickte   Exemplare   und  Stacheln  aus   der  Gastropoden-Schichte  (3) 
des  Priesener  Profils. 


110 


Fig.  143.    Antedon   Fischeri,  (Join.    Fragment 
von  der  Basis  des  Stiels.  Cmal  vorgr.  v.  Prlesen. 


Fiy.  '44.  li.  Ciclaris  sceptrifera,  Mantell. 

Ein   Stacliel    dor  kurzstaohligen   VarieUit  iu 

ii,i I  tit  liclior  Grosse  von  Prlesen.    Links  davon 

dio  Basis  desselben  lOmal  vergrOssert. 

Gezeichnct  von  Dr.  Novak. 


Fig.  144.  A.    Cidarls  sceptrifera,    Mantell.  der  langsstachligcn  Varietat.    Gauzes  Exemplar  aUS 

der  Schiclite  5  von  Priesen. 

Micraster  dc  Lorioli,  Now.  —  Fig.  145. 

Nach   den  von  Prof  Novak  zu  seinem  Werke  liber  die  EchinodermeD 
der  bohmischen  Kreideformation  gemachten  Studien,  ist  der  in  den  Priesen^ 


Ill 


Schichten  vorkommende  Micraster  eine  neue  Art  M.  Lorioli,  obzwar  wegen 
dor  Verdrllckung  der  Exemplars  die  Bestimmung  uasicher  bleibt.  Derartige 
immer  fast  ganz  flach  gsdrttckte  Micrastereii  komwen  in  Priesen,  Cliolzen, 
Leitoniisckl  etc.  vor. 


:■■    ;■ 


Fifl.  145.  Micraster  de  Lorioli,  Nov.  von  Leitomischl.    Natiirl.  Grosse.  Gezeich.  v.  Prof. 
0-  Nov;ik.  A.  Gauzes  Exemplar  in  natiirl.    B,  Staohel  vergr.    C.  ScJiale  stark  vergr. 


Fig.  146.  Holaster  placenta?  Ag. 

4.  Fragmentftres  Exemplar  von  oben  in  natiirl.  Grosse.    B.  Desgleichen  von  unten. 

Aus  Leitoinisehl.    Gezeichnet  von  Prof.  0.  Novak. 


112 

Ilolaster  placenta?  Ag.  —  Fig.  146. 

Stammen  aus  der  Gastropoden-Schichte  von  Priesen.  Die  abgebildeten 
Originate  wurden  von  Reuss  als  Ananchytes  ovata  Lam.  von  Luschitz  und 
Priesen  angefuhrt  und  von  Giimbel  als  Anancliytes  gibba  bestimmt.  Sic 
gehbren  aber  nach  Dr.  0.  Novak  der  Gattung  Ilolaster  an,  in  die  Verwandt- 
schaft  von  II.  placenta  Ag. 

Hemlaeter  Itegulusamis,  D'Orb.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  15.  Taf.  5.  Fig.  2.) 
Fig.  147. 

Diese  Art  gehort  zu  den  fiir  die  Priesener  Scliichten  sehr  bezeichnen- 
den  Petrefacten.  In  Priesen  ist  sie  in  der  Gastropoden-Schichte  8  und  der 
K  rabbenschichte  zu  linden.  Ausserdem  besitzen  wir  sie  von  Waldek  mid 
Pasek  bei  Neubydzov. 


Ai'.^od&p  ■■■' 


„'*:'■  *!£?j: . 


Fig.  147.    Hemiaster  Regulusanus,  D'Orb.     A.  Gauzes  Exemplar  in  naturl.  Grosae 

von  unten.  Von  Priesen  bei  Laun.     />'.  Ein  anderes  Exemplar  von  untcn. 

0.  Vergrosscrte  Oberfliiche. 

Cupulastcr  pauper,  Fr.  —  Fig.  148. 

In  Priesen  fanden  wir  in  der  Gastropoden-Schichte  (3)  einen  Seestern 
von  bloss  3  mm  Durchmesser,  so  dass  man  daran,  denkt  nur  ein  Jugend- 
individuum  vor  sich  zu  haben.  Die  Anne  tragen  oben  am  Ende  ein  unpaares 


, 


*•    ,/"'■'.... 

■'  ■■"■■■  •  -v'  ■'"  '%    ■ 

[  wM--  '■■■'■ 

■■ 


'>.;;,.'■  J-'', 

"X 


Fig.  148.    Cupulaster  pauper,  Vr.    A.  von  Oben.    B.  von  Unten.   Nach  einem  verkiesten  (jetzt 
in  Canadabalsam  cingeschlossenen)  Exemplar  von  Priesen.    SJOmal  vergrOssert. 


„(„„,^ **  "'— "-' 


113 

sattelformiges  Stuck,  das  wohl  hinreicht  zur  Cliarakteristik  der  neu  vorge- 
schlagenen  Gattung  Oupulaster.  Die  Anne  tragen  unten  am  Rande  jederseits 
bloss  6  Schilder,  eben  so  viele  liings  der  Ambulacralfurche.  Die  Oberseite 
der  Arme  trilgt  jederseits  nur  2  Schilder  und  der  Mitte  des  Arms  entlang 
6  gegen  innen  grosser  werdenden  Schilder.  Alle  Schilder  sind  deutlich 
punktirt.  Die  Abbildung  zeichnete  ich  vor  dem  Einschluss  in  Canadabalsain, 
nachher  iinderte  sich  etwas  das  Aussehen. 
blaster  Coombii?  Forbes.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  17.  Taf.  6.  Fig.  4— 6.) 
Ein  fast  ganzes  aber  verdriicktes  Exemplar  von  10  cm  Durchmesser 
besitzen  wir  aus  der  Krabbenschichte  (5)  von  Priesen.  Nach  der  groben 
Punktirung  der  Randplatten  ist  es  wahrsclieinlich,  dass  das  Exemplar  zu 
St.  Coombii  Forbes  gehort.  Der  kleiuc  Radius  war  30,  der  grosse  etwa  55. 


P$ 


'""'""-: 


^Mpfv 


>  ":■    V, 


.....    'isi'ii.:....'/:,  ,^  :''V  ::.;;.■ 


A.  B. 

Fig-  149.  Ophioglypha?  pulcherrima,  Pr.    A.  Fast  ganzes  Exemplar  2mal  vergrossert. 
von  Waldek  bei  Benseu.    B.  Zwei  Annglieder  you  unten    45mal  vergrossert. 


A.  B. 

A       Fig.  150.    Holothurla?    Darm  einer  Holothuria  mit  Foraminiferon  gefflllt. 
■  ^atiirliclie  Grosse.     H.  6mal  vergrossert.   Von  Nemosic  bei  Pardubic.  (Dr.  Jalin.) 


114 


OpMoglypha?  pulcherrima,  Fr.  —  Fig.  149. 

Das  Exemplar  zeigt  drei  Arme  und  einen  undoutlichen  Abdruck  der 
Korperscheibe.  Die  Armglieder  liegen  zum  grossten  Theilo  mit  der  Unter- 
seite  naeh  oben. 

Holotlmria?  intest.  —  Fig.  150. 

Dieses  wurmformige  Gebilde  ist  ganz  mit  Foramimferoii  erfullt  und  ist 
wold  ein  Darm  einer  Holotkurie  oder  ernes  Wurmes. 


Parasmilia  centralis,   [Reuss].    (Dr.  Pocta  die  Anthozoen  der  bolim.  Kreidef. 
pag.  43.  Fig.  19.  und  20.) 

Findet  sich  verkiest  in  den  Priesener  Schichten  von  Leneschitz.  Watar- 
scheinlich  gehort  dazu  auch  ein  vcrdriicktes  Exemplar  von  Priesen,  das  die 
Lange  von  37  mm  und  eine  Breite  von  22  mm  besitzt  und  aus  der  Sehichte 
2  des  Priesener  Profils  stammt. 

Trochosmilia,  sp.  I.    (Pocta  Anthozoen  pag.  41.) 

Dr.  Pocta  fiihrt  diese  ungeniigend  erbaltene  Koralle  als  sp.  I.  an,  well 
sie  nicht  sicher  bestimmbar  ist  und  gibt  folgende  Beschreibung :  Korallen- 
stock  kegelformig,  zuweilen  niedergedriickt  kreiselformig,  etwa  3—10  mm 
hoch,  4— 11  mm  breit.  Septen  meist  in  4  Cyclen,  diinn  und  seitlicli  mit 
feine'n  Kornchen  bedeckt ;  die  der  primaren  Cyclen  tiberragend.  Die  nackte 
Wand  tragt  ziemlich  gleiche  und  fein  gekornte  Rippen.  Das  Siiulchen  feldt 
Die  Excmplare  von  Bolim.  Kamnitz  und  von  Waldek  bei  Bensen. 


Fig.  151.    Mlcrabatia  coro- 

nula,  Goldf.  sp. 
Von  Priesen.    6mal  vergr. 


Fig.  153.  Oculina?  Aus  dor 

Oastropoden-Schichte  (3) 
von   Priesen.     8mal  vergr. 


Fig.  152.   Trochocyathus 
Harveyanus,    M.  E.   et  H. 
Von  Priesen.    6mal  vergr. 


Trochosmilia,  sp.  II.    (Pocta  Anth.  pag.  42.) 

Koralle  kegelformig,  etwa  15  mm  hoch,  zusammengodruckt,  15— 16  m'11 
in  der  liingeren  und  etwa  8 — 10  mm  in  der  kiirzeren  Axe  messend  und  nad1 
unten  ohne  Bildung  eincs  Strunkes   sich   allmiihlig  zuspitzend.    Stammt 
der  Gastropoden-Sehichtc  3  des  Priesener  Profils. 


115 

Micrabatia  coronnla,  Goldf.  sp.   (Pocta  die  Anthozoen  der  bolun.  Kreideformat 

pag.  32.)  —  Fig.  151. 

Das  Exemplar  zeigte  an  der  Periferie  deutliche  Spitzen,  welche  bei 
einem  Reinigungsversuch  mit  Saure  verschwanden.    Von  Priesen. 

Trochocyathus  Harveyanus,  M.  Ed.  et  H.    (Pocta  Anthozoen  pag.  54.   Taf.  1. 
Fig.  9.  a,  b.)  —  Fig.  152. 

Findet  sich  selten  in  Priesen  und  Leneschitz. 
Trochocyatkus  cormlus,  Phil.  sp.  (Pocta  Anthozoen  pag.  53.  Taf.  1.  Fig.  8.  a -c) 

Findet  sich  in  Luschitz,  Priesen  und  Postelberg. 
°culina?  —  Fig.  153. 

Bin  kleines,  mit  Gypsluystallen  umhulltes  Zweigchen,  dessen  genauere 
Bestimmung  auf  spatef  versclioben  werden  musste,  fand  sich  einmal  in  der 
Gastropodcn-Schichte  von  Priesen. 


Ventriculites  odontostoma,  Reuss. 

Ein  verldestes  Exemplar  aus  Holic  sah  ich  in  einer  Privatsammlung 
daselbst. 

♦Ventriculites  augustatus,  Rom.  (Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  104.  Fig.  141.) 
In  der  Schichte  2  in  Priesen,  als  Ueberbleibsel  der  Fauna  der  Teplitzer 
Schichten. 

e»trlculttes  radlatus,  Mant.  (Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  105.  Fig.  142. 
In  verkiestem  Zustande  selten  in  Luschitz  und  Priesen. 


^ 


8ti.?i-  Geodia  gigantea,  Pocta.    a.  Eine  vier- 

6(>.n  I  E°  Nade]  aus  der  Geodienschichte  in  Priesen. 
,lal  vergrOssert.    6.  Rundkugel,  wahrschelnlich  der- 
ocn  Art  angehflrig  l75maJ  vergr.    Aus  der  glau- 
conitischen  Geodiaschichte  von  Priesen. 


Fig.  155.   Chondrillopsis  asterias, 

Fr.  Aus  der  Gastropodenschichtc 

(3)  des  Priesener  Profils. 

lOnial  yergrossert. 


(»<> 


l°rtia  gigftntea,  Pocta.  (Pocta  Beitriige  zur  Kenntniss  der  Spongien  III.  pag.  (i. 
Taf.  1.  Fig.  2-13.)  —  Fig.  154. 

Haufig  und  wegen  der  milcbweissen  Farbe  der  Nadeln  schon  mit  freieni 

8* 


116 

Auge  sichtbar  in  der  Geodiaschichte  (2)  des  Priesener  Profils.    Wurde  z  ti- 
er st  von  Prof.  Weinzettl  gefunden. 
Chondrillopsis  asterias,  Fr.  —  Fig.  155. 

Dieses  rathselhafte  kieselige  Gebilde  halte  ich  als  zu  ciner  Spongia 
gehorig,  obzwar  die  fiinfstrahlige  Anordnung  in  dieser  Classe  auffallend  ist. 
Ein  einziges  Exemplar  fand  sicb  in  der  Gastropodenscb.icb.te  3  des  Priese- 
ner  Profils.  a 


Fig.  156.  Stylocordyla  radix,  Fr.    Wurzeltheil      Fig.  157.    Clione?  ovalis,  Fr.  auf  der  Schale 
einer  Spongie   auf  der   Schale   einer  Bivalve.  von  Inoceramus  Cuvieri  von  Priesen. 

6mal  vergr.  Aua  der  Gastrop.-Sch.  von  Priesen.  a.  Nattirliche  Groase.    b.  Vcrgrossert. 

Stylocordyla  radix,  Fr.  —  Fig.  156. 

Auf  Schalen  von  Bivalven  fand  ich  wiederholt  feine  wurzelartige  Ver- 
zweigungen,  die  den  Wurzeln  der  Spongiengattung  Stylocordyla  ahneln. 
(Bronn  Classen  und  Ord.  der  Spongien  1857.  Taf.  IV.  Fig.  1.) 

€lione  ovalis,  Fr.  —  Fig.  157. 

In  der  Schale  eines  grossen  Exemplars  des  Inoceramus  Cuvieri  aus  der 
Spharosiderit-Schichte  (4)  des  Priesener  Profils  sind  zahlreiche  ovale  Griib- 
chen,  welche  wahrscheinlich  eincm  Bohrschwamme  angehoren.  Es  ist  nicht 
gelungen,  in  der  Ausfiillung  dieser  Grubchcn  Kieselnadeln  aufzufinden  und 
es  ist  die  Moglicbkeit  nicht  ausgeschlossen,  dass  sie  von  einem  anderen 
Thiere  gebohrt  wurden. 


Bemerkungen  uber  die  Foraminiferen. 

Ueber  die  Foraminiferen  der  Fricsener  Schichten  veroffentlicbte  jftngst 
Herr  Jar.  Pernor  ein  kritiscb.es  vorliiufiges  Verzeichniss  in  den  Sitzungsberichton 
der  konigl.  bohm.  Gesellschaft  der  Wissenschaften  in  Prag,  November  1892  und 
nach  demselben  ist  die  mtchfolgendc  Uebersicht  zusammengestellt.  Die  eingeklatti' 
merten  Arten  sind  auf  Grund  Beuss's  Angaben  citiert. 


117 


Cornuspira  cretacea,  Kcuss.  [Syn.  Operculina  cretacea  Reuss.]  (Reuss  I.  pag.  35. 
Taf.  XIII.  Fig.  64.  u.  65.  —  Gein.  Elbthalgeb.  2/2  pag.  117.  —  Reuss 
Sitzungsber.  d.  Akad.  tl.  Wiss.  in  Wien  Bd.  40.  pag.  177.  Taf.  I.  Fig.  1. 
Bd.  46.  Taf.  I.  Fig.  10-12.)  —  Fig.  158.) 

Eine  fur  die  Priesener  Schichten  sehr  bezeiclinende  Art,  welche  selten 
in  Priesen  und  Dneboh  vorkommt. 

*rochammina  irregularis,  Park  and  Jon.  —  Fig.  159. 

Selten,  auf  anderen  Petrefacten  aufgewachsen  in  Priesen  und  Dueboh. 


Fig.  158.    Cornuspira  cretacea, 

Reuss. 
Aus  Dneboh.    45nial  vergr. 


Fig.  159.   Trochammina  irregularis,  P.  and  J.    Auf  einer 
Schale  von  Cardita  aufgewachsen.  Von  Priesen.  20mal  vergr. 

(Haplostiche  constricta,  Reuss.)   [Syn.  Nodosaria  constricta.]  (Reuss  Verst.  II.  pag. 
26.  Taf.  XIII.  Fig.  12.  und  13.) 
Selten  in  Luschitz  und  Priesen. 

haplostiche  elavulina,  Reuss.    (Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  121.  Taf  II.  24.  Fig. 
7.  und  8.)  —  Fig.  160. 

In  Priesen  haufig.    Nach  Reuss  sehr  haufig  in  den  Priesener  Schichten 
nnd  fur  dieselben  sehr  bezeichnend. 
haplostiche  dcntalinoides,  Reuss.    (Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  121.  Taf.  II.  24. 
Fig.  4—6.)  —  Fig.  161. 

Sehr  selten  in  Priesen  (nur  in  der  Schichte  3). 

1IaPlostiche  foedissima,  Reuss.  [Syn.  Dentalina  foedissima  Reuss.]  (Geinitz  Elb- 
thalgeb. pag.  121.  Taf.  II.  24.  Fig.  1—3.  —  Reuss  Sitzungsber.  Akad.  der 
Wiss.  Wien.  Bd.  40.  pag.  189.  Taf.  III.  Fig.  2.  und  3.)  —  Fig.  162. 
Selten  in  Priesen. 

TeXtiHaiia  glolmlosa,  Reuss  (non.  Ehrbg.)    [=  Text,  globifera  Reuss.J    (Reuss 


118 


I.  pag.  39.    Taf.  XII.    Fig.  23.    —   Reuss    Sitzungsber.   W.  Akad.    Bd.   40. 
pag.  232.  Taf.  XIII.  Fig.  7.  und  8.) 

la  Luschitz,  Priesen,  Dneboh,  Sychrov,  Turnau  und  Bohm.  Kamnitz. 


Fig.    160.    Haplostiche  clavulina,  Eeuss.    Von  Priesen.    a.   Ganzes  Exemplar   Omal 
vergrossert.    b.  Angescliliffenes  Exemplar,    c  Fragment  starker  vergrossert. 

Textillaria  conulus,  Eeuss.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  39.   Taf.  8.  Fig.  59.    Taf.  13. 
Fig.  75.    —   Reuss   Denkschr.   der   Akad.    der   Wiss.  7.    pag.  72.    Taf.  26. 
Fig.  7.  —  Reuss  Sitzungsber.  Akad.  Wiss.  Bd.  40.  pag.  37.  Taf.  13.  Fig.  3.) 
In  Luschitz,  Chotzon  und  Nemosic  bei  Pardubic. 


Fig.  161.  Haplostiche  dentalinoides, 

Reuss. 
Aus  Priesen.    12mal  vergrossert. 


Fig.  162.   Haplostiche  foedissima, 

Reuss. 
Aus  Priesen.    12mal  vergrossert. 


(Textillaria  olttusangula,  Rom.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.   Taf.  VIII.  Fig.  58.) 
In  Luschitz. 

(Textillaria  obsoleta,   Reuss.)   (Reuss  I.  pag.  39.  Taf.  13.  Fig.  79.) 

In  Luschitz,  Brozan,  Leneschitz,  Stremy,  Ilostln  und  Chotzen. 

(Textillaria  aneeps,  Reuss.)    (Rouss  Verst.  I.  pag.  39.  Taf.  VIII.  Fig.  79.  Taf.  13. 
Fig.  78.) 

In  Luschitz,  Brozan. 


119 


(Textillaria  turris,  D'Orb.)  (Beuss  I.  pag.  89.  Taf.  XIII.  Fig.  76.  -  D'Orb.  Mem. 
Soc.  geol.  de  France  pag.  46.  Taf.  4.  Fig.  27—28.) 
In  Luschitz  selten, 
Tt'xtillaria  praclonga,  Reuss.     (Reuss  Verst.  I.  pag.  39.  Taf.  XII.    Fig.  14.  — 
Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  111.   Taf.  II.  23.  Fig.  7.,  8.  Reuss  Denkschr. 

Bd.  VII.  pag.  72.  Taf.  XXVI.  Fig.  8.) 

In  Dneboh  seltcn.   Nach  Reuss  auch  in  Luschitz,  Brozan  u.  Leneschitz. 

(Xextillaria  foerta,  Reuss.)   (Reuss  Verst.  II.  pag.  109.  Taf.  43.  Fig.  12.  und  13.) 

Nach  Reuss  in  Luschitz  nicht  selten. 
(VcmeuiUina  M.insteri,  Reuss.  (=  Textullaria  triquetra  von  Miinst.  =  Verneuillina 
triquetra  Reuss.]    (Reuss  Verst.  I.  pag.  39.  Taf.  XIII.  Fig.  77.  —   Gemitz 
Elbthalgeb.  2/2  pag.  124.) 
Selten  in  Luschitz. 
v«rneuillina  Bronnl,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  12.  Fig.  5.  -  Reuss 
Foram.  und  Entomostr.  von  Leinberg  pag.  40.  Taf.  4.  Fig.  2.  -  Haidingers 
naturwiss.  Abhandlungen  IV.  1.  pag.  40.   Taf.  IV.  Fig.  2.)  . 
In  Luschitz,  Brozan  und  Nemosic. 
(Tritaxia,  tricarinata,  Reuss.)    [=  Textullaria  tricarinata,  Reuss.  =  Verneuillina 
dubia,  Reuss].    (Reuss  Verst  I.  pag.  39.  Taf.  VIII.  Fig.  60.  -  Reuss  Foram. 
und  Entomostrac.  von  Lemberg  pag.  40.  Taf.  4.  Fig.  3.  sub  Verneuillina  dubia.) 
In  Leneschitz  sehr  selten. 
♦iaudryina  rugosa,  D'Orb.    (Reuss  Verst,  pag.  38.  Taf.  12.  Fig.  lb.  und  24.  - 
D'Orb.  Foram.  de  la  craie  blanche.  Mem.  Soc.  geol.  France  IV.  1.  pag.  44. 
Taf.  IV.  Fig.  20.  und  21.) 

In  Dneboh  und  Priesen  selten.  Nach  Reuss  auch  in  Luschitz. 

(Valvuliua  spicula,  Reuss.)     (Reuss  Verst.  I.  pag.  37.  Taf.  XIII.  Fig.  69.) 

Selten  in  Luschitz,  Patek,  Leneschitz. 
(Balimina  Preslii,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  AIL  Jig.  72    -  Reuss 
Foram.  und  Entomostr.  von  Leinberg  pag.  23.  Taf.  III.  Fig.  10.) 
In  Luschitz,  Leneschitz  und  Brozan. 
B'Uimina  ovnlum,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  37.  Taf.  VIII.  Fig.  57.  Taf.  XIII. 
Fig.  73.  -  Reuss  Foraminiferen  von  Leinberg  pag.  22.  Taf.  III.    Fig.  9.) 
'  In  Dneboh  und  Nemosic.  Nach  Reuss  auch  in  Luschitz,  Rannay  u.  Brozan. 
B«limiua  Mnrchisoniana,  D'Orb.  [Bulimina  tumida,  Reuss.]  (Reuss  Verst.  pag. 
37.  Taf.  8.  Fig.  69.  und  72.  Taf.  13.  Fig.  70.  -  D'Orb.  Mem.  de  la  Soc. 
geol.  de  France  IV.  pag.  41.  Taf.  IV.  Fig.  15.,  15a. 
Selten  in  Dneboh.    Nach  Reuss  auch  in  Luschitz. 
,{,'iimina   variabilis,  D'Orb.     [Syn.   Ataxophragmium  variabile  D'Orb.]     (Reuss 
Verst.  I.  pag.  37.  Taf.  VIII.  Fig.  56,  76,  77.  -  D'Orbigny  Mem.  de  la  Soc. 
g<§ol.  de  France  IV.  pag.  40.  Taf.  IV.  Fig.  9—12.)  -  Fig.  163. 

Haufig  in  Priesen,   Dneboh,   Luschitz   und  Bohm.   Kamnitz.    Ubrigens 
auch  haufig  in  den  Teplitzer  Schichten. 


120 


Bulimina  intermedia,  Reuss.  (Eeuss  Verst.  I.  pag.  -37.  Taf.  13.  Fig.  71.  —  Reuss 
Foram.  und  Entomostr.  von  Lemberg  pag.  39.  Taf.  3.  Fig.  11.) 
Ilaufig  in  Luschitz,  Brozan,  Priesen,  Dneboh. 

(Bulimina  truncata,  Eenss.)    (Reuss  Verst.  pag.  37.  Taf.  8.  Fig.  73.) 

In  Luschitz  selten. 
(Virgulina  Reussi,  Gein.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  40.  Taf.  VIII.  Fig.  61.  —  Geinitz 
Charakt.  d.  Sch.  pag.  70.  Taf.  XVII.  Fig.  23.) 

Nacb  Reuss  selten  in  Luschitz. 


Fig.  163.  Bulimina  variabilis,  D'Orb.   Aua  Priesen.    31mal  vergrflssert. 

(Bolivina  tegulata,  Eeuss.)  [=  Virgulina  tegulata,  Reuss.]  (Reuss  Verst.  I.  pag.  40 
Taf.  XIII.  Fig.  81.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  2/2  pag.  109.  Taf.  II.  23.  Fig.  6. 
Reuss  Foram.  und  Entomostrac.  von  Lemberg  pag.  29.  Taf.  IV.  Fig.  12.) 
In  Luschitz,  Leneschitz. 

Nodosaria  farcimen,  Soldani.  [Nodosaria  legumen,  Reuss.  =  Dental  ina  legumen, 
Reuss.]  (Reuss  Verst.  I.  pag.  28.  Taf.  13.  Fig.  23,  24.  —   Geinitz  Elbthal 
II.  pag.  88.  Taf.  II.  20.  Fig.  22.   —  Reuss  Sitzungsber.  Band  40.  pag.  140. 
Taf.  IU.  Fig.  5.) 
In  Leneschitz. 

Nodosaria  filiformis,  Reuss.  [=  Nod.  gracilis  D'Orb.]   (Reuss  Verst.  I.  pag.  28. 
Taf.  12.  Fig.  28.  —  Reuss  Sitzungsber.  Band  40.  Taf.  III.  Fig.  8.) 
In  Luschitz,  Leneschitz. 
(Nodosaria  inflata,  Eeuss.)  (Reuss  I.  pag.  25.  Taf.  13.  Fig.  3.  und  4.  —    Geinitz 
Zeitschr.  der  deutsch.  geol.  Gesell.  1855  pag.  269.  Taf.  8.  Fig.  2—4.) 
In  Luschitz. 

Nodosaria  cyllndracea,  Reuss.  [Glandulina  cylindracea  Reuss.  =  Nod.  oligostegia 

Reuss.]  (Reuss  Verst.  pag.  27.  Taf.  13.   Fig:  1,  2,  19,  20.  —  Reuss  Foram. 

und  Entomostrac.  von  Lemberg  pag.  23.  Taf.  I.  Fig.  5.  —  Reuss  Sitzungsber. 

der  kaiserl.  Akademie  der  Wisseiisch.  in  Wien.  Band  46.  pag.  190.  Taf.  4. 

Fig.  1.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  84,  89.  Taf.  20.  Fig.  15—18.) 
In  Luschitz,  Kystra,  Priesen. 
Nodosaria  monile,  von  Hag.  [=  Nod.  annulata,  Reuss.]   (Reuss  I.  pag.  27.  Taf 

VIII.  Fig.  4,  7,  67.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  85.  Taf.  II.  20.  Fig.  19,  VQ. 

Reuss  Foram.  und  Entomostr.  pag.  10.  Taf.  I.  Fig.  13.) 
In  Luschitz,  Brozan,  Priesen. 
Nodosaria  Zippei,  Reuss.  (Reuss  Verst.  25.  Taf.  8.  Fig.  1—3.  —  Geinitz  Charakt. 

d.  Sch.  pag.  69.  Taf.  17.  Fig.  19,  20.      -   Fr.  Tepl.  Sch.  pag.  110.  Fig.  15(1. 


121 


Haufig  in  Bruchstiicken  in  Priesen,    Luscliitz,    Leneschitz,    Horzenetz, 
Brozan. 
Nodosaria  Mayeri,  Perner,*)  —  Fig.  164. 

Das  Gehause  ist   in  tier  Grosse   und  Form   kaum  von   der  N.  Zippei 

Reuss  verschieden.  Aber  jede  Kanimer  tragt  im  ganzen  nur  8  sehr  erhabene 

Rippen,  welche  sich  iiber  das  ganze  Gehiiuse  und  dessen  Einschniirungen 

fortsetzen,  und  in  ihrem  Yerlaufe  eine  sehr  evolute  Spirale  bilden.  DieMiindung 

der  letzten  Kanimer  tragt  einen  stumpfen  Schnabel.    In  Priesen  haufig. 

Nodosaria  afliuis,  Reuss.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  26.   —   Geinitz 

Elbthalgeb.  II/2  pag.  83.  Taf.  II.  20.  Fig.  12.) 

Nicht  selten  in  Luschitz,  Leneschitz. 

(Nodosaria  [Ilaplostiche?]  conferta,  Reuss.)  (Reuss  Verst.  I.  pag. 

26.  Taf.  8.  Fig.  10.) 

In  Luschitz. 

Nodosaria  aculeata,  D'Orb.  (=  Dentalina  aculeata,  D'Orb.)  Reuss 

Verst.  II.  pag.  28.  Taf.  12.  Fig.  29.  —  D'Orb.  1.  c.  pag.  13. 

Taf.  I.  Fig.  2,  3. 

Nicht  selten  in  Priesen,  Luschitz,  Leneschitz,  Kystra, 

Brozan. 
(Nodosaria  costellata,  Reuss.)   [=  Nod.  lineolata,  Reuss.]    (Reuss 
I.  pag.  27.  Taf.  13.  Fig.  18.  Taf.  8.  Fig.  8.) 
In  Kystra,  Luschitz. 
(Nodosaria  sulcata,  Nils.)  (Reuss  II.  pag.  26.  Taf.  13.  Fig.  17.) 
In  Luschitz  selten. 
Nodosaria  Lorneiana,  D'Orb.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  27.  Taf.  8. 
Fig.  5.  _  D'Orb.  1.  c.  pag.  14.  Taf.  I.  Fig.  8,  9.) 

Haufig  in  Priesen,  Luschitz,  Leneschitz,  Brozan,  Kystra, 
Volenitz. 
Nodosaria  inultilincata,    Gein.   [=  Dentalina  multilineata  Bor- 
nem.  |    (Geinitz  Elbthalgeb.   2/2   pag.   83.  Taf.  20.   Fig.  13. 
Borneman   Foramin.    des   Septarienthones     von    Hemsdorf. 
Zeitschr.  deut.  geol.  Gesell.  1855.  Taf.  13.  Fig.  12.) 
Sehr  selten  in  Priesen. 
Pr°ndicularia  aplCUlata,  Reuss.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  30.  Taf. 
VIII.  Fig.  24.  —  Reuss  Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  der  Wiss. 
Band  46.  pag.  192.  Taf.  V.  Fig.  2.) 
In  Luschitz,  Priesen  und  Nemosic. 
Wronaicularia  bicuspidata,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  32.  Taf. 
XIII.  Fig.  46.) 

In  Kystra  und  diirfte  wohl  den  Teplitzer  Schichten  entstammeu 


Fig.  164.  Nodosa- 
ria Mayeri,  n.  sp. 

Aus  Priesen. 

Gmal  vergr. 


•lurch 


*)  Diese  Art  ist  dem  Herrn  II.  Mayer,   Schulleiter  in  Malnitz   gewidmct,   welcher   sich 
fl'^issigcis  Sammeln  in  Priesen  sehr  verdient  gemacht  hat. 


122 

Frondicularia  angusta,  Nils.  (Reuss  Verst.  I.  pap;.  29.  Taf.  VIII.  Fig.  13,  14. 
Reuss  Sitzungsber.  Rand  40.  pag.  196.  Taf.  IV.  Fig.  5.  —  Ft.  Weissenb. 
Sch.  pag.  149.  Fig.  153.) 

In  Priesen,  Dneboh,  Luschitz,  Leneschitz,  Kystra,  Ilochpetsch;   iiborall 
ziemlich  selten. 

Frondicularia  angulosa,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  3 1 .  Taf.  13.  Fig.  40.  Taf.  8. 
Fig.  78.  Taf.  24.  Fig.  42.  —  D'Orb.  Mem.  IV.  pag.  22.  Taf.  I.  Fig.  39.) 
In  Priesen,  Luschitz,  Leneschitz,  Rrozan. 

(Frondicularia  peregrina,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  II.  pag.  108.  Taf.  24.  Fig.  45.) 
In  Leneschitz. 

(Frondicularia  canalicnlata,  Reuss.)    (Reuss  I.  pag.  30.  Taf.  VIII.  Fig.  20.  —  Reuss 
Sitzungsber.  Akad.  Wiss.  Band  46.  pag.  194.  Taf.  VI.  Fig.  1.) 
In  Luschitz. 
Frondicularia  mucronata,  Reuss.  (Reuss  Verst,  I.  pag.  31.  Taf.  13.  Fig.  43— 44. 
Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  95.  Taf.  II.  21.    Fig.  14-16.) 
Nicht  hiiufig  in  Priesen,  Dneboh,  Leneschitz,  Luschitz. 
Frondicularia  marginata,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  30.  Taf.  12.  Fig.  9.  Taf. 
24.   Fig.   39 — 40.    —    Reuss  Sitzungsber.    Akad.  Wiss.   Rand  46.  pag.  193. 
Taf.  V.  Fig.  3.) 

In  Luschitz,  Leneschitz,  Rrozan. 
Frondicularia  turgida,  Reuss.   (Reuss  Verst.  II.  pag.  107.  Taf.  24.  Fig.  41,  44. 
Geinitz  Elbthalgeb.  2/2  pag.  97.  Taf.  II.  21.  Fig.  17,  18. 
In  Luschitz  selten. 


Fig.  165.  Frondicularia  Cordai,  Reuss. 
Aus  rriesen.     20raal  vergr. 


Fig.  166.    Frondicularia  inversa,  Reuss. 
Aus  Priesen.    20mal  vergr. 


Frondicularia  (Jordai,  Reuss.  (Reuss  Verst.  pag.  31.  Taf.  VIII.  Fig.  26—28. 
Taf.  XIII.  Fig.  41.  Taf.  XXIV.  Fig.  38.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  95- 
Taf.  II.  21.  Fig.  8-10,  12,  13.)  —  Fig.  165. 

Hiiufig  in  Priesen;  selten  in  Dneboh,  Bohm.  Kaninitz.  Nach  Reuss  auch 
in  Luschitz,  Rannay  und  Brozan. 


123 

Pi'oiidicularia  inversa,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  31.  Taf.  VIII.  Fig.  15—19. 
Taf.  XIII.  Fig.  42.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  94.  Taf.  II.  21.  Fig.  5—7.) 
—  Fig.  166. 

Iliktfig  in  Priesen,  Dneboh,  Bohm.  Kamnitz.  * 

Frondicularia  Archiacina,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  31.  Taf.  13.  Fig.  39. 
D'Orb.  Mem.  de  la  Soc.  g<5ol.  de  France.  Taf.  IV.  pag.  20—21.  Taf.  I.  Fig. 
34—36.) 

In  Luschitz,  Priesen,  Rohm.  Kamnitz. 
(Frondicularia  bicoruis,  Reuss.)  (Reuss  Verst.  I.  pag.  32.  Taf.  13.  Fig.  45.  Taf.  24. 
Fig.  37.) 

In  Luschitz. 
Frondiciiaria  striatnla,  Reuss.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  30—31.  Taf.  8.  Fig.  23. 
Taf.  43.  Fig.  11.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  2.  Taf.  21.  Fig.  2.) 
Sehr  selten  in  Priesen  und  Luschitz. 
Marghnilina  elon^ata,  D'Orb.    [Cristellaria  elongata,  D'Orb.]    (Reuss  Verst.  I. 
pag.  29.  Taf.  13.  Fig.  28-32.  Taf.  24.  Fig.  31—36.  —  Reuss  Foramin.  und 
Entomostr.  pag.  12.  Taf.  I.  Fig.  17.) 

Hiiufig  in  Luschitz,  Leneschitz,  Priesen,  Kystra,  Brozan. 
(Marginulina  compressa,  D'Orb.)  [=  Cristellaria  compressa,  D'Orb.]  (Reuss  Verst- 
I.  pag.  29.  Taf.  13.  Fig.  33.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  2/2  pag.  101.  Taf.  II.  23. 
Fig.  5. 

In  Leneschitz. 
^argimilina  Nilssoni,  Romer.     (Reuss   I.   pag.  28.  —  Nilsson  Petref.  suecanea 
pag.  8.  Taf.  IX.  Fig.  20.  [sub  Nodosaria  laevigata].  )  —  Fig.  167. 

Haufig  in  Priesen,  Dneboh;  seltener  in  Bohmisch  Kamnitz.  Eine  sehr 
charakteristische  Foraminifere  fur  die  Priesener  Schichten.  Reuss  fiihrt  sie 
nur  aus  Priesen  an. 


»la: 


Fig.  167.  Marginulina  Nilssoni,  Reuss.  Fig.  168.    Marginulina  bacillum,  Reuss. 

Aus  Priesen.    (imal  vergrOssert.  Aus  Priesen.    20mal  vergrbssert. 

rS»iulina  bacillum,  Reuss.     (Reuss  Verst.  I.   pag.  29.    Taf.  VIII.  Fig.  11. 
Reuss  Sitzungsber.  Band  40.  pag.  208.  Taf.  VI.  Fig.  8.)  —  Fig.  168. 
Hiiufig  in  Priesen,  Dneboh.    Selten  in  Nemoschitz. 


124 


Marginnlina  cnsis,  Reuss.     (Reuss  I.  pag.  29.   Taf.  XII.  pag.  13.   Taf.  XIII.  Fig. 
26,  27.  Taf.  XXIV.  Fig.  30.) 

In  Luschitz,  Kystra,  Leneschitz,  Brozan. 
Marginnlina  Roemeri,  Reuss.  [=  Vaginulina  elongata,  Roemer.]  (Reuss  Verst.  I. 
pag.  28.  Taf.  8.  Fig.  10.) 
In  Luschitz,  Priesen. 
(Margiiiulina  bullata,  Reuss.)   (Reuss  Verst.  I.  pag.  29.  Taf.  XIII.  Fig.  34—38.  — 
Reuss  Sitzungsber.  Band  40.  pag.  105.  Taf.  VI.  Fig.  4 — 6.) 
In  Luschitz,  Brozan. 

(Vaginulina  strigillata,  Reuss.)  [Citharina  strigillata,  Reuss.]  (Reuss  Verst.  II.  pag. 
106.  Taf.  24.  Fig.  29.) 

In  Luschitz. 
(Cristellaria  limbata,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  33.  Taf.  13.  Fig.  56.) 

In  Luschitz. 

Cristellaria  lobata,  Reuss.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  34.  Taf.  13.  Fig.  59.  —  Geinitz 
Elbthalgcb.  2/2.  pag.  104.  Taf.  II.  22.  Fig.  12.  Taf.  II.  23.  Fig.  1. 
In  Luschitz,  Leneschitz,  Brozan. 
(Cristellaria  lituola,  Rnuss.)   (Reuss  Verst.  II.  pag.  109.  Taf.  24.  Fig.  47.) 
In  Luschitz. 


Fig.  169.  Cristellaria  lepida, 

Reuss.    Aus  Priesen. 
yomal  vergrossert. 


Fig.  170.   Cristellaria  rotu- 

lata,  D'Orb.    Aus  Priesen. 

20mal  Torgr.  gespalten. 


■^*&S 


Fig.  171.  Flabellina  ornata, 

Reuss.    Aus  Priesen. 
30mal  vergrossert. 


Cristellaria  clavicula,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  34.  Taf.  12.  Fig.  34.  —  D'Orb. 
M6m.  pag.  27.  Taf.  II.  Fig.  19,  20.) 
In  Luschitz,  Brozan. 

Cristellaria  lepida,  Reuss.  |=Cr.  intermedia,  Reuss.  |  (Reuss  Verst.  II.  pag.  109. 
Taf.  XXIV.  Fig.  46.  —  Geinitz  Elbthalgcb.  2/2  pag.  106.  Taf.  II.  23.  Fig.  4.) 
—  Fig.  169. 

In  Priesen,  Dneboh  (selten). 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  34.  Taf.  8.  Fig.  50,  70.  Taf. 
XIII.  Fig.  25.  II.  pag.  109.  Taf.  24.  Fig.  48,  49.)  —  Fig.  170. 

Sehr  haufig  in  Priesen,  namcntlich  in  der  Schichte  3 ;  dann  in  Duebohi 
Bohmisch  Kamnitz,  Turnau,  Waldek,   Nemoschitz;  spaltet  oft  in   der  Mitte- 
(Cristellaria  eomnlauata,  Reuss.)     (Reuss  Verst.  I.    pag.  33.    Taf.   13.    Fig.  54.  -" 
Reuss  Sitzungsber.  Band  46.  Taf.  XII.  Fig.  13.) 
In  Luschitz. 


125 


(Cristellarla  triangularis,  D'Orb.)  (Reuss  Verst.  I.  pag.  34.  Taf.  8.  Fig.  48.  —  D'Orb. 
1.  c.  pag.  27.  Taf.  II.  Fig.  21,  22.) 
In  Luschitz,  LenesChitz,  P>rozan. 

Flabelllna  ornata,  Eeuss.  [=  Fl.  rugosa  D'Orb.  =  Flab.  Baudoniniana  D'Orb.]  — 
(Reuss  Verst.  I.  pag.  32.  Taf  XIII.  Fig.  48.  Taf.  24.  Fig.  43.  —  Geinitz  Elb- 
tbalgeb.  2/2  pag.  99.  Taf.  II.  22.  Fig.  1.)  —  Fig.  171. 

Selten  in  Priesen,  Dneboh.  Nach  Reuss  soil  diese  Species  aucb  in  Lu- 
scbitz  und  audi  in  den  Teplitzer  Scbichten  vorkonunen. 

J'labelUna  cordata,  Reuss.  [=  Flabellina  elliptica,  Nils.  sp.|  (Reuss  Verst.  I. 
pag.  32.  Taf.  VIII.  Fig.  37— 46,  78.  —  Reuss  Denkschr.  der  kais.  Akad.  der 
Wiss.  Band  7.  pag.  67.  Taf.  25.  Fig.  6—8.) 

Nicht  hiiufig  in  Priesen,  Dneboh;  nach  Reuss  auch  in  Lenescbitz,  Ky- 
stra  und  Hochpetsch. 
(tluttulina  trigonula.  Reuss.)    |  =  Polymorphina  trigonula,  Reuss.]    (Reuss  I.  pag. 
40.  und  110.  Taf.  13.  Fig."  84.) 

Selten  in  Luschitz  und  Priesen. 
(Glolmlina  horrida,  Eeuss.)    | '=  Polymorphina  horrida,  Reuss.]     (Reuss  Verst.  II. 
pag.  110.  Taf.  43.  Fig.  14. —  Reuss  Foramin.  und  Entomostr.  von  Lemberg, 
pag.  43.  Taf.  IV.  Fig.  8. 

Nach  Reuss  selten  in  Luschitz. 
wiittulina  elliptica,  Reuss.  [Polymorphina  elliptica,  Reuss.]   (Reuss  II.  pag.  110. 
Taf.  24,  Fig.  55.) 

Selten  in  Luschitz,  Dneboh,  Priesen. 
(Guttulina  damaecornis,  Reuss.)  [=  Polymorphina  damaecornis,  Reuss.]  (Reuss  I. 
pag.  40.  und  110.  Taf.  XIII.   Fig.  85.) 
Selten  in  Luschitz. 
d'olymorplima  glomerata,  Roem.)    (Renss  Verst.  I.  pag.  40.  Taf.  XII.  Fig.  32.  — 
Roemer  1.  c.  pag.  97.  Taf.  XV.  Fig.  19. 
Nach  Reuss  selten  in  Luschitz. 

"lobttllna  lacrima,  Reuss.  |  =  Polymorphina  lacrima,  Reuss.]  (Reuss  Verst.  pag. 
40.  Taf.  XIII.  Fig.  83.  Taf.  XII.  Fig.  6.   —  Reuss  Foramin.  und  Entomostr. 
von  Lemberg  pag.  43.  Taf.  4.  Fig.  9.) 
In  Priesen,  Luschitz,  Dneboh  selten. 
Olymorphina  globosa,  von  Miinst.  [=  Globulina  globosa,  v.  Miinster.]    (Reuss 
Verst.  I.  pag.  40.  Taf.  XIII.  Fig.  82.  pag.  110.  —  Reuss  Sitzungsber.  der  k. 
Akad.  der  Wiss.  in  Wien,  Band  44.  Taf.  III.  Fig.  3.  pag.  338.)  —  Fig.  172. 
In  Priesen,  Dneboh,  Luschitz  immer  selten. 
(»lobigerina  cretacea,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  36.  Taf.  VIII.  Fig.  55.  —  Fric 
Teplitzer  Scbichten  pag.  115.  Fig.  164.)  —  Fig.  173. 

Fast  alle  Exemplare  aus  diesem  Horizonte  zeigen  eine  glatte  Oberflache, 
wogegen  bei  derselben  Species  aus  Teplitzer  Schichten  die  Oberflache  rauh 
ist  und  dabei  mekr  glasig  erscheint.  In  Priesen,  Dneboh,  Bohmisch  Kam- 
r'itz,  Nemoschitz,  Turnau,  Sychrov  iiberall  hiiufig. 


126 

Globigerina  marginata,  Reuss.  |  Syn.  Rosalina  marginata,  Reuss.]  (Reuss  I.  pag- 
36.  Taf.  VIII.  Fig.  54,  74.  Taf.  XIII.  Fig.  68.  —  Gein.  Elbthalgeh.  2/2  pag. 
112.  —  Reuss  Denkschr.  der  Akad.  der  Wissensch.  Band  7.  pag.  69.  Taf.  26. 
Fig.  1.  —  Fig.  174.     In  Priesen,  Dneboh  selten. 


Fig.  172.    Polymorphina 

globosa,  v.  Miinster. 

aus  Dneboh.  45mal  vergr. 


Fig.  173.    Globigerina  cre- 
tacea,  D'Orb. 

Aus  Dneboh.  45mal  vergr. 


Fig.  174.  Globigerina  mar- 
ginata, ReUBS.  Vond.Seite. 
Aus  Priesen.  40mal  vergr. 


(Reuss 


(Globigerina  trochoides,  Reuss.)  Reuss  Verst.  I.  pag.  36.  Taf.  XII.  Fig.  22.  - 
Foramin.  und  Entomostrac.  von  Lemberg  pag.  21.  Taf.  III.  Fig.  5.) 
In  Luschitz,  Priesen. 
(Rotalina  MicUeliniana,  D'Orb.)    [=  Discorbina  Micheliniaria  D'Orb.]  (Reuss  Verst. 
I.  pag.  36.  Taf.  12.  Fig.  31.  —  D'Orb.  1.  c.  pag.  31.  Taf.  III.  Fig.  1—3.) 
In  Luschitz,  Brozan. 
Planorbulina  nitida,  Reuss.     |  =  Rotulina  nitida,   Reuss.  =  Rotalia  umbilicata, 
D'Orb.,  var   nitida  Reuss.  =  Discorbina  nitida  Reuss.]  (Reuss  Verst.  I.  pag. 
35.  Taf.  VIII.  Fig.  52.  Taf.  XII.  Fig.  8,  20.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  pag.  116. 
Taf.H.  23.  Fig.  12.) 

In  Dneboh  selten.    Nach  Reuss  auch  in  Luschitz. 


Fig.  175.    Planorbulina  polyraphes,  Reuss.    Aus  Dneboh.    e7,  vergrossert. 

(Planorbulina  lenticula.)  [=  Rotalina  lenticula.  =  Discorbina  lenticula.]    (Reuss 

Verst.  I.  pag.  35.  Taf.  12.  Fig.  17.  —  Geinitz  Elbthalgeb.  2,2  pag.  115.  Taf. 

II.  23.  Fig.  11.)  —  In  Luschitz,  Brozan. 

Planorbulina  ammonoides,  Reuss.    |=  Rotalina  aininonoides.  =  Rosalina  am- 

monoides,  Reuss.  =  Discorbina  ammonoides,  Reuss.]    (Reuss  Verst.  I.  pag. 

36.  Taf.  VIII.  Fig.  53.  Taf.  XIII.  Fig.  66.  —  GeinitzElbthalgeb.il.  pag.  114 

Taf.  II.  23.  Fig.  9.  -  Reuss  Foramin.  von  Lemberg  pag.  30.  Taf.  III.  Fig.  2) 

In  Priesen  Schichte  3,  in  Dneboh  selten.  Nach  Reuss  auch  in  Luschitz. 

Planorbulina  polyrapbes,  Reuss.  [=  Rotaliua  polyraphes,  Reuss.  =  Discorbina 

polyraphes,  Reuss.]    (Reuss  Verst  I.  pag.  35.  Taf.  XII.  Fig.  18.  —  Geinitz 

Elbthalgeb.  2/2  pag.  114.  Taf.  II.  2:5.  Fig.  10.)  —  Fig.  175. 

In  Priesen,  Dneboh,  Bohm.  Kamnitz.  Nach  Reuss  auch  in  Brozan. 


127 


(Anomallna  moniliformis,  Reuss.)  [— Eosaliaa  moniliformis,  Beuss.J  (Reuss  Verst. 
I.  pag.36.  Taf.  12.  Fig.  30.  Taf.  13.  Fig.  G7.) 
In  Luschitz,  BrozaJh. 

Nonionina  compressa,  Eoem.  (Reuss  I.  pag.  35.  Taf.  VIII.  Fig.  51.) 
Selten  in  Priesen.    Nach  Reuss  aucli  in  Ilorzenec. 


Die  Radiolarien   wurden   von   Jar.  Perner   in    den   Sitzungsberichten   der 
^onigl.  bohm.  Gesellschaft  der  Wissenscliaften  am  17.  April  1891  beschriebeu. 


Fig.  176.    Radiolarien  aus  den  Prlesener  Schlchten 

Nro.  1,  Dictyomitra  multicostata,  Zifctel 
„     2.  Dictyomitra  regularis,  Perner. 
„     .'i.  Dictyomitra  conulus,   Perner. 
„    5.  Lithocyclia  discus.  Perner. 
„     6,  Thecosphaera  spongiarum,  Perner. 


Nro.  7.  Cromioma  perplexum,  Stohr. 
„     8.  Acrosphaera  hirsuta,  Perner. 
„     9.  Druppula  convoluta,  Perner. 
„  lo.  Stylodyotia  Haeckeli,  Zittel. 
„  11.  Porodiscus  glauconitarum,  Perner. 


Nro.  4.  Conoaphaera  artesiaca  ist  aus  den  Weissenberger  Schichten. 
Ropalastrum  sp.  siehe  Textfigur  Nro.  10.  7.    Vergr.  100 — 250mal. 

1)ictyomitra  multicostata,  Zittel.   (Perner  pag.  265.)  —  Fig.  176.  Nro.  1. 

Selten  in  Priesen,  Vunic,  Stfem  und  Postelberg. 
'totyomitra  regularis,  Perner.  (Perner  pag.  265.)  —  Fig.  176.  Nro.  2. 

Selten  in  Priesen  (Scbicbte  2c). 
ictyomitra  conulus,  Perner.  (Perner  pag.  266.)  —  Fig.  176.  Nro.  3. 

Selten  in  Vunic  und  1'ostelberg. 


128 

Lithocyclia  discus,  Perner.  (Perner  pag.  266.)  —  Fig.  176.  Nro.  5. 

In  der  Schichte  in  Priesen, 
Thceosphaera  spongiarum,  Perner.  (Perner  pag.  267.)  —  Fig.  176.  Nro.  6. 

Haufig  in  den  Schliffen  des  Ventriculites  radiatus  in  Wunic. 
Cromyomma  perplexum,  Stohr.   (Perner  pag.  267.)  —  Tig.  176.  Nro.  7. 

Ein  einziges  Exemplar  aus  der  Ziegelei  in  Turnau. 
Acrosphacra  hirsuta,  Perner.  (Perner  pag.  267.)   —  Fig.  176.  Nro.  8. 

Selten  in  Postelberg. 
Druppula  convoluta,  Perner.   (Perner  pag.  268.)  —  Fig.  176.  Nro.  9. 

Haufig  in  Wunic. 
Stylodyetia  Haeckeli,  Zittel.  (Perner  pag.  268.)  —  Fig.  176.  Nro.  10. 

Sehr  haufig  in  Wunic,  selten  in  Priesen,  Schichte  2d. 
Porodiscus  glauconitarum,  Perner.    (Perner  pag.  269.)  —  Fig.  176.  Nro.  11. 

Haufig  in  der  glauconitischen  Schichten  2c  und  2d  in  Priesen. 
Ropalastrum,  sp.  —  Siehe  Textfigur  Nro.  10. 

Einmal  gefunden  in  der  Schichte  2d  in  Priesen. 


Bemerkungen  zu  den  Pflanzenresten, 

Pflanzenresto  sind  in  den  Priesener  Schichten  sehr  selten  und  wir  ver- 
danken  die  meisten  Herrn  H.  Mayer,  Schulleiter  in  Malnitz.  Dr.  Edwin  Bayer 
hatte  die  Giite  dieselben  zu  bearbeiten  und  wird  dieselben  demnachst  in  einer 
selbstiindigen  Arbeit  publiciren.  Das  hier  Mitgetheilte  ist  als  eine  vorlaufige  Notiz 
zu  betrachten. 


Fig.  177.    Araucaria  Frici,  Vol.  Von  Meson. 
Schuppe  mit  Samen  vergrossert. 


Fig.  178.  Araucaria  brachyphylla,  Von  Priesen. 
2mal  vergrossert. 


L29 

Araucaria  Frici,  Velen.  n.  sp.  —  Fig.  177. 

Einmal  in  der  Gastropoden-Schichte  von  Priesen.     Die  Schuppe  zeigt 
die  deutliche  Ligula  und  Jtrligt  nocli  den  Samen  auf  der  urspriinglicken  Stelle. 
Araucaria  brachypliylla,  Bayer.  —  Fig.  178. 

Einmal   in  der  Krabbenschichte  in  Priesen  vorgekoinmen.  Ein  iilterer 
Zweig  mit  dieken  kurzen  Blattern. 
Sequoia  Reichenbaclii,  Gein.  sp.  (Velenovsky  Gymnospermen  pag.  19.  Taf.  VIII. 
und  IX.)  —  Fig.  179. 

Kommt  in  schonen  Zweigen  am  Wolfsberg  bei  Podebrad  vor,  von  wo  unser 
Museum  ein  Prachtexemplar  vom  Herrn  Apotheker  Hellich  erhielt.  Ausser- 
dem  in  Priesen,  Lany  bei  Pardubic,  Chotzen  u.  melireren  anderen  Localitaten- 


5  iU ' 


r 


f-<7^Tr~ 


Fifl.  179.    Sequoia  Reichenbachi,  Gein.  sp. 

■«•  Aug  der  Krabbenschichte  von  Priesen 

in  natilrl.  Grftsse. 

S'  von  Ldny  bei  Pardubic  in  natlirl.  GrOsse. 


Fig.  180.   Sequoia  lepidota,  Bayer. 

A.  Zweig  mit  Fruchtzapfen  in  natilrl.  Grosse. 

Ans  der  Gastropodenschichte  von  Priesen. 

/>'.  Der  Zapfen  vergrossert. 


Sequoia  lepidota,  Bayer.  —  Fig.  180. 
Drei  Exemplare  von  Priesen. 
('eratostrobus   echinatUS,  Vel.    (Velenovsky  Gymnospermen  pag.  25.  Taf.  XI. 

Fig.  7.— 15.)  —  Fig.  181. 

Aus  den  klingenden  InoceramenpUinern  von  Hostin. 

Wlddrlngtonla  parvivalvis,  Bayer.  —  Fig.  182. 
Selten  in  Priesen. 

9 


130 

(Juercus  Char  pent  ieri,  Heer  (an  Celtis  spec.)-  —  Fig-   183. 
Aus  der  Gastropodeu-Schichte  von  Priesen. 

Ficus  Cecropiae-lohus,  Bayer.  —  Fig.  184. 

Aus  der  Krabben-Schichte  von  Priesen. 

Rhus  dens  mortis,  Bayer.  —  Fig.  185. 

Aus    der   Gastropoden-Schichte    von   Priesen.     Etwa    ein    Viertel    dcs 
Blattes  ohne  Spitze. 


Fig.  181.    Ceratostrobus  echi-      Fig.  182.    Widdringtonia  parvival-      Fig.  183.  Quercus  Charpentieri, 

natus,  Vel.  vis,  Bayer.  Heer  (an  Celtis  spec.) 

Von  Hostin.  3mal  vergrossert.       Von  Priesen.    lOmal  vergrossert.      Von  Priesen.   Naturl.  Grosse. 


|\^f;\!>|| 


Fig.  184.    Ficus  Cecropiae-lobus,  Bayer.  Fig.  185.    Rhus  dens        Fig.  186.  Diospyros  pri 

Von  Priesen.  mortis, Bayer.  Von Prie-      maeva,  Heer.  VonPric- 

Nattirliche  Grosse.  sen.    2mal  vergrossert.        sen.    Natttrl.  Grfisse. 


Diospyros  prlmaeva,  Heer.  —  Fig.  186. 

Aus  der  Gastropoden-Schichte  von  Priesen. 

Myrsine  manifesta,  Bayer.  —  Fig.  187. 

Aus  der  Krabben-Schichte  in  Priesen.  Drei  Blattreste  auf  einem  St&ngel. 


Myrsinc  caloneura,  Bayer.  —  Fig.  188. 

Aus  der  Gastropoden-Schiclite  von  Priesen. 
Ardisia  glossa,  Bayer.  —  Fig.  189. 

Aus  der  Gastropoden-Scliicbte  von  Priesen. 
Hex  Perneri,  Bayer.  —  Fig.  190. 

Aus  der  Krabben-Schichte  von  Priesen. 


131 


(1TV^  ■'■■'■■" 


■■■ 


Fig.  187.  Myrsinc  manifesta, 
Bayer.  Von  Priesen. 

Natiirl.  Griisse. 


Fig.  188.  Myrsine  caloneura,        Fig.  189.  Ardisia  glossa, 

Bayer.   Von  Priesen.  Bayer.    Von  Priesen. 

.'final  vorgrossert.  Natiirl.  Griisse. 


/ 

F'g.  190.   Ilex  Perneri, 

Payer.  Von  Priesen. 

2raal  vergrOssert. 


L- — - — s*-— ^ 


Fig.  192.    Rubiaephyllum 

(Ericophyllum). 

Gaylussaciae,  Dayer. 

Aus  Priesen.     a.  natiirl. 

GrOsse.     b.  c.  vergrossert. 


Fig.  191.    Frenclopsis?  bohemica,  Vol.    Von  Priesen. 
Natiirl.  Griisse. 


9* 


132 

Frenelopsis?  bohemica,  Vel.  —  Fig.  .191. 

In  einigen  Exemplaren  von  Priesen,  Waldek,  Hostln,  Opatovic,  Cliotzen 
und  Nemosic. 


.vflpKf 


\— «fi ., 


Fig.  193.    Anthocephale  bohemica,  Bayer.  Von  Priesen.    3mal  vergrossert. 


Rubiaephyllum  (Ericophyllum)  Gaylussaciac,  Bayer.  —  Fig.  192. 
Selten  in  Priesen  in  der  Krabbenscliichte  (5). 

Anthocephale  bohemica,  Bayer.  —  Fig.  193. 

Eimnal   in   Priesen   gefunden.    Wahrscheinlich  ein   1 5  hi  then  rest,  zu  '% 
erhalten. 


Fig.  194.    Chondrites  furcillatus,  A.  ROmer.  Auf  der  abgoregneton  Flaclie 
des  weissen  Inoceramenplaners  von  Vysoka  bei  Melnik.    Natttrl.  GrOsse. 

Chondrites  furcillatus,  A.  Romer.  (Geinitz   Elbtlialgeb.   II.  Taf.  46.  Fig.  5.  — " 
Fr.  Teplitzer  Schichten  pag.  118.  Fig.  166.)  —  Fig.  194. 

Diese  rilthselhaften  Gebilde,  von  denen  nocb  nicbt  sichergestcllt  ist, 
ob  sie  pflanzlichen  Ursprungs  sind  oder  Bohrgange  von  Wiirmern  im  Sclilamrne 
vorstellen,  sind  ausserst  haufig  in  den  weissen  klingenden  Inoceramenplanern 
des  Plateaus  von  Meluik  ostwiirts  und  treten  auf  abgeregneten  Flachen  pl»' 
stisch  auf  der  Oberfliiche  des  Gesteines  auf,  von  der  sie  durch  dunklere 
Farbe  abstechen. 

oOOggooo 


133 


Sclilusswort. 


Blicken  wir  auf  das  Resultat  der  an  den  Priesener  Schichten  vorgenommenen 
tfatersuchungen  zurttck,  so  finden  wir,  dass  sammt  Foraminiferen  und  Radiolarien 
38t  Aiten  sichergestellt  wurden,  von  denen  232  Arten  zum  erstenmale  hier  auf- 
freten,  was  wohl  die  Auffassung  der  Priesener  Schichten  als  selbstiindiges  Glied 
in  der  Itcihenfolge  unserer  Kreideablagerungen  geniigend  rechtfertigt. 

Von  den  Pflanzenresten  kommen  2  schon  in  den  Perutzer  Schichten  vor. 
V°n  den  Thierresten  26  in  den  Korycaner  Schichten,  02  in  den  Weissenberger, 
3(i  in  den  Malnitzer,  35  in  den  Iser  und  118  in  den  Teplitzer  Schichten  vor. 

Dass  die  Priesener  Schichten  zum  unteren  Senon  gehoren,  wurde  kaum 
j(i  bezweifelt,  aber  ihre  genauere  Stellung,  welche  sie  dort  einnehmen,  wird  erst 
nach  Verarbeitung  der  jiingeren  Chlomeker  Schichten  deutlich  hervortreten. 

Zu  Folge  des  im  Jahre  1864  entworfenen  Planes  verbleiben  nun  noch  nur 
diese  Chlomeker  Schichten  zur  Verarbeitung  in  einer  ahnlichen  Studie,  wie  es  die 
vorliegende  ist, 

His  das  geschehen  sein  wird,  dann  wird  es  an  der  Zeit  sein,  alle  bisher 
in  unserer  Kreideformation  sichergestellten  Arten  tabellarisch  zusammenzustellen, 
das  Verhaltniss  der  cinzelnen  Faunen  zu  einander  zu  prufen  und  ihr  Verhiiltniss 
2U  fremden  Kreideablagerungen  sicherzustellen. 


134 


Alphabetisches  Verzeichniss  der  untersuchten  Localitaten. 


Seile 

Abtsdorf 51 

Aschendorf 31 

Bezno 35 

Bohmisch  Kamnitz       29 

Bohmisch  Leipa .31 

Botioufiovic 51 

Chlomekberg       40 

Chlum 27 

Chlumec 42 

Chotzen 48 

Cernodol 27 

Cinoves 41 

Dneboh 39 

Jenicbov 34 

Grabern 32 

Ilohenmauth 50 

Holic 47 

Ilostfn 32 

HruStic 36 

Konigsstadtl 41 

Kopten 12 

Kuneticer  Berg 46 

Kuttenthal 35 

Lany  na  D&lku 43 

Leitomischl 50 

Leitmeritz 32 

Lenescbitz 26 

Levin 42 

Luscbitz 41 

Mikulovic 44 

Moravan 48 

Muzskyberg 37 


Seite 

Nedo§in 51 

Nemosic 47 

Opatovic 47 

Pardubicka 47 

Pasek  (Neubydschov) 42 

Priesen 12 

Racan 41 

ftepfn 31 

Siclirov 36 

Slivno 32 

Soviceberg 32 

Sparenetz       40 

Srnojedy 43 

Straussnitz 31 

Stferay       32 

Teplitz      11 

Trosky        38 

Turnau So 

Unterbautzen 39 

Vyskef 38 

Vysokd,       32 

Vrsovic 27 

Waldek 30 

Bad  Wallenberg 37 

Weinberg  (Wunitz) 28 

Weisser  Weg 1* 

Winafic 40 

Wolfsberg       41 

Zajezf    . 27 

Zamrsk 48 

Zollhaus 12 


INHALT. 


i. 

n. 


Hi. 

iv. 


*r  Scitc 

Vorwort „ 

Charakteristik  und  Gliederung  der  Priesener  Schichten 5 

Beschreibung  der  im  Bezirke  der  Priesener  Schicliten  untersuchten  Localitiiten   ...    10 

Umgebung  von  Teplitz  und  Bilin 11 

Umgebung  von  Postelberg  und  Laun 12 

Linkes  Egerufer  in  der  Gegend   yon  Lencschitz,  Vrsovic  und  Wunie    .     .    .    25 

Umgebung  von  Wunio gg 

Umgebung  von  Bohmisch  Kamnitz  und  BoMimisch  Leipa   .    . gg 

Umgebung  von  Leitmeritz  und  Grabern 32 

Der  Soviceberg  und   die  Gegend  von  Melnik,  Vysoka,   Kepi'n,  Chotetov  und 

Beniltek 32 

Umgebung  von  Sicbrov,  Turnau  und  Grossskal 35 

Umgebung  von  Jungbunzlau,  Podiebrad,  Chlumec  und  Pardubic do 

Umgebung  von  Chotzen  und  Hohenmauth 48 

Umgebung  von  Hohenmauth,  Leitomischel  und  Abtsdorf 50 

Uebor  die  Wasservertheilung  in  den  Schichten  der  bohmischen  Kreideformation      .    .51 

Nachtrag  zur  Umgebung  von  Pardubic 54 

J-aoellarische  Uebersicht  der  in  den  Priesener  Schichten  aufgefundenen  Versteineruugen    55 
"ritisches  illustrirtes  Verzeichniss  der  in  den  Priesener  Schichten  vorkommcnden  Ver- 
steinerungen       65 

Bemerkungen  (iber  die  Cephalopoden       73 

Bemerkungen  fiber  die  Gastropoden 84 

Bemerkungen  fiber  die  Foraminifcren ug 

Bemerkungen  zu  den  Pflanzenresteu 128 

schlusswoit ,33 

A'lmabetisehes  Verzeichniss  der  untersuchten  Localitiiten 134 


II.  Theil  enthalt: 

Dr.  Km.   Boficky:  Petrographische   Studien  an   den  Basaltgea teinen  Bohmens 
Preis        fl.    3-50 

Preis  der  ganzen  ersten  Halfte  des  zweiten  Bandes  (I.  und  II.  Abtheilung  zusammen)  geb.  fl.  10-— 

^  W  tSITER,     BAND. 

Zweiter  Theil. 

III.  Botanische  Abtheilung.     Diesclbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladialav  Celakovsky  (II.  Theil) 
Preis fl.  2-60 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:     Die  Wirbelthiere  Bohmens. 

*J       „  „         „  „         Die  Flussfischerci  in  Bohmen. 

c)      „         „        „  p         Die  Krustenthiere  Bohmens.   Preis fl.  3- — 

V.  Chemische  Abtheilung. 

Prof.  Dr.  Em.  Boficky:  tiber  die  Verbreitung  des  Kali  und  der  Phosphorsaure 

p    .     in  den  Gesteinen  Bohmens.    Preis 60  kr. 

Preis  dor  ganzen  zweiten  Halfte  des  zweiten  Bandes  (III.,  IV.  u.  V.  Abth.  zusammen)  geb.  fl.  5*— 


DFtlTTErt    BAND. 

I.  Topographische  Abtheilung. 

^ei'zeichniss  der  in  den  J.  1877—1879  vom  k.  k.  mil.-geogr.  Institut  trigonometrisch 
bestimmten  Hohen  von  Bohmen  herausgegeben  von  Prof  Dr.  Karl  Kofistka  und 
Major  R.  Daublebsky  von  Sterneck fl.  180 

II.  Geologische  Abtheilung. 

I-  Heft.    Petrographische   Studien    an    den   Ph  onolithgcsteinen    Bohmens    von 

TT  Prof.  Dr.  Em.  Boficky.  Preis fl.  1  — 

u-  Heft.    Petrographische   Studien    an    don   Melaphyrgesteinen    Bohmens    von 

n  Prof.  Dr.  Em.  Boficky.    Preis fl.  1  — 

U1-  Heft.    Die    Geologie    des    bbhmischen    Erzgebirges    (I.   Theil)    von    Prof.    Dr. 
Gustav  Laube.    Preis fl-  2- — 

III.  Botanische  Abtheilung. 

^Cdromus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky.  (III.  Theil 
Schluss.)  Preis fl-  2"40 

IV.  Zoologische  Abtheilung. 

J- Heft.    Die  Myriopoden  Bohmens  von  F.  V.  llosicky.    Preis 60  kr. 

"•Heft.    Die  Cladoceren  Bohmens  von  Bohuslav  Hellich.    Preia fl.  1-60 

V.  Chemisch-petrologische  Abtheilung. 

^Jemente  einerneuen  chemisch-mikroskopischen  Mineral- und  Gesteinsanalyse 
von  Prof.  Dr.  Boficky.    Preis  .    • fl-  140 

V  I  E  rt  T  E  3FC    J3AND. 

^°-  1.    Studien    im    Gebiete    der    bbhmischen    Kre  ideformation.     Die    Weissen- 

N  bcrger  und  Malnitzer  Schichten  von  Dr.  Anton  Fric.    Preis fl.  .'{•— 

m-  2.  Erl  iiuterungen   zur   geologischen   Karte   der   Umgebungen   von  Prag  von 

jj  J.  Krejci  und  R.  Ilelmhacker *   •   •    A-  450 

"l0-  8.  Prodromus    der    Flora    von    Bohmen    von    Prof.  Dr.    Ladislav    Celakovsky. 

N  (IV.  Theil.)     Nachtrage  bis  1880.     Verzeichniss  und  Register fl.  2-40 

,0-  4.   Petro  logische    Studien    an  den  Porphyrgesteinen   Bohmens   von  Prof.   Dr. 

Nn         Em.  Boficky         fl-  1"80 

"•  5-   Flora  des  Flussgebietes  der  Cidlina  und  Mrdhna  von  Prof.  Ed.  Pospichal. 

N  fL  1,_ 

°-  6-   Der  Hangendflbtzzug  im  Schlan-Rakonitzer  Steinkohlenbecken  von  Carl 

Peiatmantel fl.  2  — 


F  U  N  P  T  B  II     13  A  1ST  D. 

No.  1.  Erlauterungen  zur  geologischen  Karte  des  Eisengebirges  (Zlelezne  hory) 
und  der  angrenzcndon  Gegenden  im  ostlichen  Bohmen  von  J.  Krejci  und 

R.  Helmhacker fl.  2-— 

No.  2.   Studien    im    Gebiete    der    bohmischen    Kroideformation.     III.   Die    Iser- 

schichten.    Von  Dr.  Anton  Fric fl.  3P — 

No.  3.  Die  mittelbohm.  Stcinko hlenablag  ern  rig  von  C  arl  Feistmantel  .  .  fl.  1*20 
No.  4.  Die  Lebermoose  (Musci  II  efpatici)  Bohmens  von  Prof.  Jos.  Dcdecek.  fl.  V — 
No.  5.  Orographi  scb  -go  o  toktonis  ehe  Ubersioht  des  silurischen  Gebietes  im 
mittleren  Bohmen.  Von  Johann  Krejci  und  Karl  Feistmantel.  .  .  .  fl.  2"— 
No.  6.  Prodromus  der  Algonflora  von  liohrnen.    I.  Th.  Von  Dr.  A.  Ilansgirg.   fl.  1:40 

S  E  O  II  S  T  E  R    BAND. 

No.  1.  Uber  die  Torfmoore  Bohmens  in  naturwissenschaftlich  er  und  national- 
okonomischer  Beziehung  mit  Berilcksichtigung  der  Moore  der  Nachbar- 
lander.  Von  Dr.  Pr.  Sitensky.  I.  Abth.  Naturwissenschaftlicher  Theil.    .    .    .  fl.    2-80 

No.  2.  Die  Stisswasserbryozoen  Bohmen s.   Von  Josef  Kafka fl.    1/20 

No.  3.  G-rundziige  einer  Ilyetograph  ie  des  Ko'nigrelcbe  s  Bohmen.  Von  Dr.  F.  J. 
Studnicka     .... fl     150 

No.  4.   Geologie  dos  bohmischen  Erzgebirges.   II.  Theil.   Von  Dr.  Gustav  C.  Laube. 

fl.    250 

No.  6.  Untersuchungen  iiber  die  Fauna  der  Gewasser  Bohmens.  I.  Metamorphose 
der  Trichopteren.  I.  Serio.  Von  Pr.  Klapalek .  fl.    120 

No.  6.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.  I.  Th.  Forts.  Von  Prof.  Dr.  Anton 
II  a  n  s  g  i  r  g fl.    3' — 


SIEBETSTTEFt     BAND. 

Die  Flechten  der  Umgebung  von  Deutschbrod  von  Jos.  Novak  .   .   .  fl.    1. — 
Studien  im  Gebiete   der  bohmischen  Kreideformation.  IV.  Die  Teplitzer. 

Schichten.   Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric fl.    3'— 

No.  8.  fiber  die   chemische  Zusammense tzung  verschiodener  Ackererden  und 
Gesteine  Bohmen' s   und  iiber  ihren  agronomischen  Werth.    Von  Dr.  Jos. 

Hanamann fl.    2' — 

Die  tertiaren  Land-  und  Sasswasser-Conchylien  des  nordw.   Bohmen  von 

Gottlieb  Klika fl.    240 

Die  Myxomyceten  Bohmens  von  Dr.  Lad.  Celakovsky  (Sohn) fl.     P20 

Geologische  Karte   von   Bohmen.    Section  VI.    Entworfen  von  Prof.  Joh.  Krejci. 
Mit  Erlauterung  von  Prof.  Dr.  A.  Fric.   Preis fl.  2'20 


No.  1. 
No.  2. 


No.  4. 

No.  5. 
No.  6. 


A  C  II  T  E  B      BAND. 

No.  1.  tibersicht  der  Thatigkeit  der  naturw.  Landesdurchforschung  v.  J.   1804 

bis  1890  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka fl.  —30 

No.  2.  Untersuchungen  der  Fauna  d.  bohm.  Gewasser.  II.  Fauna  d.  biihm.  Teiche 

von  Jos.  Kafka fl.     1'20 

No.  8;  Monographic  der  Ostracoden  Bohmens.  Von  Wenzel  Vavra  .  .  .  .  fl.  2(J0 
No.  4.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.    Zweiter  Theil.    Von  Prof.  Dr.  Anton 

Ila,  nsgirg fl.    3-— 

No.  6.  Untersuchungen  iiber   die  Fauna  der  Gewasser   Bohmens.    I.  Metamorphose 

der  Trichopteren.  II.  Serie.     Von  Prof.  Fr.  Klapalek fl.  — — 

NEONTEB      BAND. 

No.  1.   Studien    im    Gebiete  der    bohmischen    Kreideformation.    V.    Priesener 
Schichten.     Von  Prof.  Dr.  Ant.  Frio 11.     3'  — 


Dnick  von   Dr.   I'M.  (irr^r  In   I'rtii^  1893.   —   Solbstverlag. 


MUS.  COMP.  ZOOL. 


ml 


UNTERSUCHUNGEN 


OIE  TH1ERWELT  DES  UNTERP0CERN1TZER  UNO  GATTERSCHLAGER  TEICHES 

ALS  RESTJLTAT  DER  ARBEITEN 

fc,   AN  DER  UBERTRAGBAREN  ZOOLOG1SCHEN  STATION 


9> 


rv, 


VERFASST  VON 
Prof.  Dr.  ANT.  FRlC  und  Dr.  V.  VAVRA. 

MIT  TDELEH  AltBIIJJUKGEN  IM  IEXTE. 

ARCHIV  DER  NATURWISSENSCHAFTL.  LANDESDURCHFORSCHUNG  VON  BOHMEN 

IX.  Band,  Nro.  2. 


*#Wtf* 


FRAG. 

In    Commission   bei    PR.    RIVNAC. 
1894. 


fe 


DAS  ARCH  IV 

fur  die 

naturwissenschaftliche  Landesdiirchforschung  von  Bohmen 

I.  bis  V.  Band :   Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  J.  Krejei, 
VI.  Band  u.  s.  w. :   Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  Dr.  A.  Fric, 

enlMlt  foigende  Arbeiten : 

ERST  En     BAND. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

(jsjDas   Terrain  und  die  H  o  h  e  n  v  e  r  h  altni  s  s  e   des  Mittelgebirges  und  des 
Sandsteingebirges    im   nSrdlichen   Bohmen   von   Prof.   Dr.   Karl   Kofistka 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte   in  B6hmen  (Sect-Blatt  II.)  von  Prof- 
Dr.  Kofistka. 

c)  Hohenschichtenkarte,    Section    II.,    von    Prof.    Dr.    Kofistka.    Preis   fl.   4-— 
Preis  der  Karte  app fl.  i-fio 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen    oder    allgemeine    geologische   Verhaltnisse    des   nSrd- 
lichen   Bohmen  von   Prof.   Johann   Krejei. 

b)  Studien   im   Gebiete  der  bohm.  Kr  e  i  d  e  f  o  rm  a  ti  on  von  Prof.  J.Kre.jci. 

c)  Palaontologische    Untersuchungen    der    einzelnen    Schicbten    der    bshm. 
Kreideformation   u.  s.  w.  von  Dr.   Anton  Fric. 

d)  DieSteinkohlenbecken  von  Radnic,  vomHiittenmeisterKarlFeistmantel. 
Preis fl.  4-r.o 


III.    Die  Arbeiten  der  botanischen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I. 
Preis 


Theil.) 
fl.  1-- 


IV.   Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Verzeichniss  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj. 

b)  Monographic   der   Land-   und  Siiss wassermollusken  Bohmens   vom   Assi 
stenten  Alfred  Slavik. 

c)  Verzeichniss    der   Spinnen    des    n6rdlichen   Bohmen    vom  Real-L 
Emanuel  Bart  a.    Preis 


elirer 
fl.  2  — 


V.    Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 
Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann. 
Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I,  bis  V.)  geb 


Preis 


25    kr. 
fl.  9-— 


Z  W  EITER,     BAND. 

Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das  Terrain  und  die  Hohenverhaltnisse  des  Iser-  und  des  Riescn- 
gebirges  und  seiner  stidlichen  und  ostlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr  Karl 
Kofistka. 

b)  Zweite  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III)  von  Prof 
D  r.  K  o  f  i  s  t  k  a. 

c)  HQhenschichtenkarte,  Section  III.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka. 

d)  Hohenschichtenkarte  des  Rie  sengebirges  von  Prof.  Dr.  Kofistka  Preis 
dieser  Abtheilung g    4r>() 

II.  Die  Arbeiten  der  geologisehen  Abtheilung.    I.  Theil  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S  teinkohlenf  o  rmation  B6hmens 

b)  Karl  Feist  mantel:  DieSteinkohlenbecken  beiKlein-Pfilep  Lisek  Stilec 
Holoubkow,  Miresch.au  und  Le  tkow. 

c)  Jos.  Vala  und  R.  Helmhacker:  Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gegend 
von  Prag  und  Beraun.  8 

d)  R.  Helmhacker:  Geognostische  Beschreibung  eines  Theiles  der  Geeend 
zwischen   Beneschau   und   dor  Sazava.    Preis ,    fl,  a.-— 


UNTCRSUCHUNGEN 


UI5ER  DIE 


FAUNA  DER  GEWASSER  BOHMENS 


IY. 


DIE  IIIELT  DES 1TEMCEITZER  DID  GATTERSCHLAGER IEIK 


ALS  RESULAT  DEll  A11BE1TEN 


AN   DER   IJBERTRAGBAREN  ZOOLOGISCHEN  STATION. 


VEBFA8ST  VON 


Prof.  Dr.  ANT.  FRIC  und  Dr.  V.  VAVRA. 


MIT  VIELEN   ABBILDUNGEN   IM  TEXTE. 


ARCHIV  DER  NATURWISSENSCHAFTUCHEN  LANDESDURCHFORSCHUNG  VUN  BOHMEN. 

(IX.  Band,  Nr.  2.) 


P  R  A  G. 

KOMMISSIONS-VERLAG  VON  FR.  RIVNAt.  —  DRUCK  VON  Dr.  EDV.  GREGR. 

is»;i. 


VORWORT. 


Motto:  Faunon  miissen  gesehrieben'werdeji,  ehe  alio  Eigen- 
schafteii  dor  gefundenen  Arten  befeannt  sind.  Sio 
sollen  die  ersten  sicheren  und  anrcgendon  Grund- 
lagon  fiir  weitoro  UntorsucTumgen  darbieten.  Wcr 
faunistische  Arbeiten  anfangt,  hat  viol  Zeit  auf 
das  Dnrchsucben  des  Gebietes,  auf  Bestimmun- 
gen  tmd  Litorarstudien  zu  verwendon.  Doch  sind 
dieso  Vorarbeiten  unerlasslich  fiir  alio  woi- 
tereu  morpbol.  crabryologisclicu  und  biocoonoti- 
scbeu  Studien. 

Karl  Moebius 

(Bruchstiicke  der  Rhizopodcnfauna 

dcr  Kieler  Bucnt), 

oeit  dor  Grundung  des  Comity's  fiir  Landesdurchforschnng  von  Bohmen 
111  Jahre  1864  war  es  eine  der  Hauptaufgaben  dor  zoologisohen  Section,  die  Thier- 
elt  unserer  Seen,  Teiche  und  Fliisse  zu  studiren.  Die  Mitglieder  der  zoologischen, 

'.  °*ie  auch  der  geologischen  Section  sammelten  bei  Gelegenheit  Material,  das  dann 
111  Museum  in  Prag  verarbeitet  wurde.     Im  2.  Bande  des  „  Archives    fiir  Landes- 

_  Ur('hforschung"  ersehien  ira  J.  1871   von  mir  eine  kleine  Arbeit :    „Die  Krusten- 

^  u°re  Bohmens",  welcbe  den   Zweck  liatte,    das  weitere  Studiura  dieses  Zweiges 

Parogen. 

Im  Jahre  1871  wurde  die  Untersucliung  der  Bolnnerwaldseen  in  Angriff 
>|e"ommen  und  am  17.  Juni  der  Schwarze  See  mit  Biicksicht  auf  die  Vertbcilung 
c  er  Thiere  je  nacb  der  Tiefe,   dem  Ufer  und  der  Mitte  des   Sees  befisclit.     Dies 

ar  das  crste  Mai,  dass  man  bei  uns  ein  Siisswasser  systematise]!  nacb  denjenigen 

eSebi  untersuchtc,  welclie  bisber  nur  bei  Erforscbuug  der  Meeresfauna  beobachtct 
o,Ur<*en-  In  den  folgenden  Tagen  wurde  dann  dor  Teufelssee,  der  Lakasee,  der 
br°sse  und  kleine    Arbersee  und  der  Stubeubacber  See  untersucht.  Dariiber  wurde 

111  vortrag  in  dor  k.  bohni.  Gesellschaft  der  Wissenscbafteu  am  15.  Juli  gehalten. 

I  hi  Jahre  1872  wurde  die  Untersucbuug  dcr  Teiclie  in  Angriff  genommen, 

(U(I  zwar   am  16.  Juli   mit   dem  Jordanteich   bei  Tdbor  begonnen,    dann   in  der 

rT'gend  von  Wittingau  der  Rosenberger  Teich,    der  Svet,    Lipic,  Bestrev   und  der 

Patowitzor  Teich  untersucht. 


fc 


Am  21.  Jul  L  1872  Melt  ieh  in  Wittingau  einen  Vortragj  bei  welchem  ich  die 
Wichtigkeit   der   kleinen  Crustaceen   als   Nahrung   fur   die   Jungfische  hervorhob. 

In  demselben  Jahre  wurden  nocli  ira  Bohmerwalde  der  Filzsee  bei  Ferchen- 
haid,  der  Rachelsee  und  der  Plockensteiner  See  untersucht  und  daruber  am 
21.  Miirz  1873  in  Prag  ein  Vortrag  gehalten.  (Sitzungsberichte  der  k.  bohm.  Ge- 
sellschaft  der  Wissenscbaften.) 

Ein  Theil  ties  durch  diese  Arbeiten  gewonnenen  Materiales  wurde  von 
meinem  Assistenten,  Herrn  Bohuslaw  Hellicb,  verarbeitct.  (Die  Gladoceren  Bohtnens, 
Arcbiv  fur  Landesdurchforscbung,  Band  III.) 

Alle  diese  austrengendon  Arbeiten  fanden  wenig  Anerkennung  und  gar 
keine  Unterstiitzung.  Antrage  auf  systematische  Untersuchung  wichtiger  Teich- 
complexe  wurden  abgelehnt.  Jiingere  Kriifte  untersuchten  dann  hier  und  dfl 
mancben  Teicb  und  namentlicb  der  Museumsassistent,  Hr.  Josef  Kafka,  etwas  ein- 
gelionder  einige  Teiche  ini  nordlichen,  westlichen  und  sudlichen  B6hmen,  woriiber 
eine  grossere  Publication  eben  im  Archiv  fiir  Landesdurcbforschung  Bd.  VII.  erschieu.*) 

Diese  Untersuchungen  gaben  aber  ein  unvollstandiges  Bild  der  heimischen 
Siisswasserfauna  und  dies  aus  zwei  Ursacben,  erstens  weil  die  Untersuchungen 
nicbt  am  frischen  Materiale  an  Out  und  Stelle  vorgenommen  werdon  konnten,  und 
zweitons  weil  sie  an  jeder  Localitiit  allzu  kurzc  Zeit  gemacbt  wurden.  Den  ersten 
Punkt  betreffcnd,  fordert  die  moderne  Wissenscbaft  die  Bearbeitung  der  im  Wasser 
sicb  auflialtenden  Tbiere  in  friscliem,  lebenden  Zustande  oder  deren  sorgfaltige 
Conserviruug  mittelst  Reagention  und  bei  bestimmten  Verbiiltnissen  der  Temperatur 
und  des  Li  elites.  Dies  ist  unter  freiom  Himmel  undurebfiihrbar  und  in  der  Nah° 
der  zu  untersucbenden  Gewiisser  sind  kauni  so  leicbt  Rauinlichkeiten  aufzufinden, 
welcbe  eine  rubige  Beobachtungs-  und  Praparationsthiitigkeit  zulassou  wurden.  Don 
zweiten  Umstand  betreffend,  zeigto  es  sich  bald,  dass  ein  einmaliger  Besuch  eines 
Sees  oder  Teicbes  nicbt  hinreicht,  um  seine  Fauna  kennen  zu  lernen,  da  fast  l*1 
jedem  Monate  andere  Thierformeu  erscheinen.  Beide  diese  Umstando  liessen  den 
Wunsch  entsteben,  es  moge  ein  kleines  iibertiagbaros  Hiiuschen  zur  Hand  selBi 
das,  mit  alien  nothigen  (xerathschaften  verseben,  abwechselnd  bei  diesem  oder 
jenem  Teiche  oder  See  fiir  ein  oder  zwei  Jabre  auigesfcelt  werden  konnte. 

Eine  iihnlicbe  iibertragbare  Station  orriehteten  die  Hollander  an  \\tfe* 
Meereskuste,  weil  eine  stabile  Anstalt  an  deni  flachen  Ufer  im  Winter  nicht  be- 
stehen  konnte  und  im  Winter  tamer  zerlegt  und  in  einer  Hauptstadt  dopouier 
wurde.  (Fig.  1.) 

Spiiter  hatte  der  um  die  Untersuchung    der   norddeutsclien  Gewasser   nn11 
um  die  Fiscbzucbt    verdientc    f   Prof.   Benecke    ein   iibertragbares   Hiiuscben    %n 
Untersuchung  der  Wasserfauna  beschafft,  aber  leider  nicbt  orleben  sollen    in  do"1' 
selben  ausgiebig  arbeiten  zu  konnen.  **) 

Diese  Boispielo  regten  von  ncuem  meinen  Wunsch  nacli  einer  solchei)  St»' 
tion  an  und  ich  hielt  dosshalb  im  Naturhistorischen  Club  in  Prag  am  81.  Mai  188° 


*)  J.  Kafka,  Fauna  der  bohm.  Teiche. 
**)  Berichte  des   Fiseliereivereins    der  I'rovinz    Ost- 


Juni  Nr.  1. 


und  Westpreussen.   Kouigsberg  l* 


einon  Vortrag  dariiber  uud  bewog  bald  darauf  meiaea  Frecmd,  Herru  Ferdiaaad 
Pernor  in  Elbeteinitz,  dass  or  eine  iibertragbare  zoologische  Station  in  seiner  Ma- 
schinenfabrik  anfertigen  liess  uml  dieselbe  dem  Corait6  fiir  Landesdurchfoischung 
widmete.  Das  kleine  Gebiuide  ist  aus  Holz,  besteht  aus  etwa  80  Theilen,  welche 
ein  Gesammtgewicht  von  1000  kg.  haben  und  ist  in  Fig.  2  dargestellt.  Zum  Auf- 
stetlen  reichen  2r/a  Stunden  hin,  zum  Auseiuandernehmen  172  Stunde.  Es  bietet 
12  ma  Fliicbe,  hat  zwei  gegen  Norden  gelegene  Feuster,  deren  Fensterladen,  auf- 
gemacht,  zwei  gerSumige  Arbeitstische  darstellen.  An  den  Wiindeu  siud  Stellagen 
augebraclit    uud   ein  kleiner  Chamotteofen  dient    zur  Kegulirung    der  Temperatur 


•"  ■    .:.' 


Pig.  l.  Die  iibertragbare  zoologische  Station 
zur  Erforsclmiig  der  Meeresfatma  an  der  Kttste  Hollands. 


Die  Station  wurde  am  2.  Jinii  1888  am  Uuter-Pocernicer  Teiche  bei  BS- 
Gfiowic,  drei  Stunden  von  Prag,  aufgestellt  uud  am  15.  Juni  mit  den  Arbeiten  be- 
Soaaen.  Fflr  die  innere  Eiurichtung  bewilligte  das  Comit6  fiir  LandesduroMorsdmng 
(^'i  Betrag  von  fi.  100.  Mikroskope  wurden  aus  dem  zoologischeu  Laboratorium 
(ler  biihmischen  Universitiit  und  dem  Museum  ausgelieben.  Spiiter  wurden  die- 
^lben  auf  Kosten  der  bijhmischen  Akademie  angeschafft. 

Zwei  Jahre  hindurcli  wurde  die  Station  in  Zwischenriiumen  von  8,  14  und 
°0  Tagen,  imGauzen  etwa  30mal  besucht.  Nach  Ankuuft  wurde  die  Temperatur  der 
^uft  und  des  Wassers  in  verscluedenen  Tiefen  gemesscn  und  Notizen  iiber  Witterung 
^n(l  Windrichtung  gemacht.  Dann  wurde  mit  einem  pelagischen  Netze  (Fig.  5,  1. 
* l&  4.  links)  die  Oberflache  in  einer  Strecke  von  25— 30  m  abgefiscbt;  ferner  wurde 


0 


rait  dem  an  eineiu  Bauibusrohre  befestigtcn  Netze  (Fig.  5,  2)  in  1  m  Tiefe  auf 
eine  iihnliche  Strecke  gefischt.  Die  Tiefe  von  2  m  wurdo  mittelst  ekes  mit  Ge- 
wichten  beschwerten  Netzes  befischt  (Fig.  5,  3),  welches  beiin  Heraufziehen  durch 
eine  zweite  Schnur  strangulirt  wurde,  damit  das  Gefangene  sich  nicht  mit  den  in 
hoheren  Schichten  lebenden  Thieren  mische.  Aehnlich  wurde  in  der  Tiefe  von 
3  und  4  m  gefischt.  Die  Eeute  wurde  nach  der  Station  gebracht,  zuerst  iiiichtig 
auf  lebendes  Material  untersucht  und  darfiber  Notizen  verzeichuet,  dann  der 
grosste  Theil  mittelst  einer  Mischung  von  Chrom-  und  Osraiumsiiure  gctodtet  und 
in  starkem  Alkohol  conservirt.    Die  iibrige  Zeit   wurde  der  Beobachtung  des   let 

bcnden  Materiales  gewidmet. 

Ausser  diesen  Untersuchungen  wurde    audi  am  Strande  im  Schilfe  und  in 

mittelst    eines    grobou    Kescliers 


Bodenschlainm 


8)  gewaschen,  dann  das  Erlaugte 


Binsen   gefischt    und    dann    der 

(Fig.  5,  7)  gehobeu  und  in  Metallsiebcn  (Fig.  0, 

untersucht  und  conservirt. 

Aehnliche  Untersuchungen  wurdeu  auch  einige  Male  bei  Nacht  und  im 
Winter  unter  dem  Eise  durehgeffihrt. 

Besondere  Aufraerksamkeit  wurde  der  Nahrung  der  Karpfen  zugewendet, 
welche  in  der  Nacht,  wiihrend  der  Aesuug  gefangen,  gleich  in  der  Station  unter- 
sucht wurden  uud  der  Magen-  und  Darmiuhalt,  bevor  er  noch  durch  Verdauung 
stark  gelitten  hat,  conservirt.  Das  so  erlangtc,  fiber  1.00  Glaser  fiillende  Mato- 
riale  aus  dem  untersuchten  Teiche  diente  zur  Untersuchuug,  deren  Resultate  in 
uachfolgendem  enthalten  sind. 

Der  Unter-Pocernicer  Teich  gehort  zu  der  Kategorie,  fur  welche  der  sehr 
durchsichtige  Krebs  Leptodora  Kindtii  bezeiebnend  ist. 

Es  erschien  wiinscheuswerth,  behufs  der  Vergleichung  eine  ahnliche  Durch- 
forschung  eines  Teiches  der  zweiten  Kategorie,  fur  welche  der  Krebs  IMopedium 
gibberum  bezeichneud  ist,  durchzuffihren  und  im  Monate  April  1890  wurde  die 
nfliegende"  Station  nach  dem  Gatterschlager  Holopedium-Teiclie  bei  Neuhaus  im 
sudlichen  Bohmen  fibersiedelt  und  dort  seit  der  Zeit  gearbeitet. 

Da  aber  die  Arbeiten  an  dem  ersteu  Teiche  nicht  als  abgeschlossen  zu  be- 
trachten  sind  und  das  Bestehen  einer  zoologischen  Station  in  der  Nahe  Prags  als 
sehr  wunschenswerth  erschien,  so  ersuchte  ich  den  Besitzer  der  Herrschaft  Unter- 
Pocernic,  Herrn  Beda  Freiherrn  von  Dercs6nyi,  er  m6ge  an  der  Stelle,  wo  die  frii- 
here  Station  stand,  ein  stabiles  Hauschen  erbauen  lasson,  welches  dem  Studiuiu 
der  Susswasserfauna  dienen  sollte.  Diesem  Wunsche  wurde  mit  der  grosston  Be- 
reitwilligkeit  willfahrt  uud  es  steht  bereits  ein  festgebautes,  nettes  Hauschen  da- 
selbst,  das  ausser  des  Arbeitszimmers  von  12  ml  noch  ein  kleines  Wohnziiniuer 
von  (5  m'z  bietet  (Fig.  8). 

Zur  Beschaffung  der  inneren  Einrichtung  steuerte  das  Comite"  fur  Landes- 
durchforschung,  die  Herren  Tempsky  uud  Direktor  Schlesinger  bei. 

Unterdessen  wurde  am  Gatterschlager  Teiche  von  mir  und  meinem  Assi* 
stenten,  Hrn.  Dr.  V.  VAvra,  in  den  Monaten  April  bis  August  fiber  30  Tage  g(V 
arbeitet  und  ein  vorliiufiger  kurzer  Bericht  im  „Zoologischen  Aazeiger"  Nr.  w 
veroffentlicht.  Die  Fauna  des  geuaunten  Teiches  wurde  von  Tag  zu  Tag  intereS" 
santer,  und  es  war  noting,    die  Station  daselbst    noch   ein  .lalir    stehen   zil  lasso"- 


Das  dritte  Jahr  wiire  noeh  interessanter  gewesen,  da  wir  schon  gehorig 
ttber  die  Fundorte  dor  einzelnen  Arteu  instiuirt  waren  —  da  wurde  aber  der 
Teich  abgelassen  und  wird  erst  yi  2 — 3  Jahren  vollig  gefiillt  sein,  wodurch  unsere 
Weitere  Arbeit  unmfiglich  wurde.  Die  Station  wurde  im  Ilerbste  1892  zum 
schwarzen  See  ira  Bohmerwalde  ttbertragen. 

Aus  dem  Dargestellten  ist  zu  ersehen,  dass  das  Studium  der  Siisswasser- 
Fauna,  welches  man  in  Deutschlaud  auf  Anregung  des  Dr.  Zacharias  in  neuester 
Zeit  anstrebt  und  das  in  der  zoologischen  Station  Plon  ein  Centrum  hat,  bei  uns 
in  Bohinen  im  kleinen  Massstabe  und  mit  geringeu  Mitteln  bereits  seit  Jahren  im 
&ange  ist. 

Wahrend  abei  in  Deutschland  dem  Unternehmen  Tausende  zur  Disposition 
Stehen,  sind  bei  uns  die  aus  Liebe  zur  Wissenschaft  und  aus  Patriotismus  arbei- 
tenden  Kriifte  auf  einen  kargen  Ersatz  der  Baarauslagen  angewiesen.  Wiederholte 
Versuche,  den  Grossgruudbesitz  zur  Forderung  dieses  gemeinniitzigen  Vorgeliens 
'Uifzuiriuiitern,  fuhrten  zu  keinem  Kesultate.  Und  dock  hat  die  Beruchsichtigung 
der  kleinen  Silsswasserfauna  in  den  letzten  Jahren  einen  tjrossen  Aufschwung  in 
der  Tcicliwiriiischaft  zur  Folgc  gehabt,  tvie  dies  die  Resultate  des  Directors  Susta 
deutlich  beweisen. 

Eine  genaue  Kcnntniss  desscn,  was  der  Teich  in  seinem  Wasser  enthtilt, 
l$t  die  Grundbedingung  fiir  dessen  rationelle  Bewirthschaftung.  Es  ist  zu  erwarten, 
'I'lss  die  Ilichtigkeit  des  ausgesprocheuen  Satzes  in  immer  weiteren  Kreisen  aner- 
kannt  und  dass  audi  von  massgebender  Seite  das  Streben  der  Naturforscher  ge- 
Wttrdigt  und  unterstiitzt  werden  wird. 

Prasr,  in  M&rz   IS1.);!. 


Die   Verfasser. 


Die  iibertragbare  „fliegende"  zoologische  Station  des  Comites 
fiir  Landesdurchforschung  von  Bflhmen. 

Die  fliegende  Station  ist  aus  weichem  Holze  gebaut  and  iiusserlich  mit 
cementgrauer  Oelfarbe  angestrichen,  welcher  Austrich  jedes  2.  Jalir  erneuert  wird. 
Auf  einem  gut  planirteu  Terrain  wird  auf  6  Pfeiler  aus  Ziegeln,  der  aus  4  Theilen 
bestehende  Grundrahmen  gelegt  und  mit  Wasserwage  genau  nivelirt.  Dieser  RahmeB 
leidet  am  meisten  und  sollte  urspriinglich  mit  Tlieer  eingetriinkt  werden,  indem 
er  durch  Schwamm  leidet,    den  wir   nur  mittelst  Petroleum  in  Zauin  halteii. 

Die  Seitenwiinde  greifen  falzartig  in  einander  und  werden  oben  durch 
einen  zweiten  zerlegbaren  Rahmen  zusammengehalten.  Das  Dacli  besteht  aus 
10  Theilen,  die  mit  gefirnisster  starker  Leinwaud  iiberzogon  sind  und  jiihrlich  frisch 
gefirnisst  werden.  Das  2.  und  4.  Blatt  jeder  Seite  deckt  mit  seinen  Riindern  die 
angrenzenden  und  der  Kirste  entlang  werden  die  oberen  Riinder  der  Blatter  (lurch 
einen  unten  ausgehohlton  Langsbalken  zusaminen  gehalten.  Dieses  Dach  ist  voll- 
kommen  undurchliissig  und  selbst  bei  starkstem  Platzregen  koinmt  nicht  ein  Tropfen 
Wasser  in  die  Anstalt.  *) 

Die  innere  Einrichtung  betreffend  di'irfte  zu  erwiihnen  sein,  dass  die 
Pensterladen  geofFnet  als  Arbeitstische  dienen,  wie  es  auch  bei  der  stabilen  weite) 
unten  zu  erwahnenden  Station  der  Fall  ist.  (Fig.  3.) 

Dies  ist  eine  sehr  wichtige  Einrichtung,  denn  sonst  ware  kein  Platz  fiir 
die  Herrichtung  des  Nachtlagers,  das  aus  sehr  primitiven  Theilen  besteht  und 
tagsttber  auf  einem  unter  dein  Dache  iinprovisirtcn  Bodenraum  deponirt  ist. 

tibcr  die  Anbringung  der  Stellagen  und  die  iibrige  innere  Einrichtung 
giebt  das  oben  citirte  Bild  gem'igende  Belehrung. 

Die  Fangapparate  sind  folgende: 

1.  Das  pelagische  Oberflachennetz  (Fig.  4.  links)  Dies  ist  auf  2  Eingen  von 

20  cm  Durchmesser  gefertigt  und  ein  dritter  kleiner  Ring  von  10  cm  Durchniesser 
ist  am  konischen  Innentheil  befestigt.  Der  grosse  erste  Ring  ist  aus  Messing,  der 
zweite  aus  Rohrstab,  damit  das  Netz  nicht  zu  schwer  wird.  Der  erste  Rint>-  ist  mit 


*)  fiber  das  nahere  Detail  der   Construction  theilt  gefalligst    din   Masohinenfabrik   Qe 
hrlider  Pernor  in  Rllietoinitz  mit.  Der  Wertli  des  Hauschens  ist  etwa  800  II. 


Fig.  2.   Die  fliegende  zoologische  Station  des  Comite's  fiir  Landesdurohforschung  von  Bijhmen 

wahrend  ihrer  Aufstellung  am  Unterpocernitzer  Teiche  bei  Bechcmc. 


5© 


10 

einem  festen  Zwirnband  umniiht,  ebenso  die  ubrigen.     Das  Netz  ist  aus  dem  dich- 
testen  schweizerischen  Seidengaze"  Nro.  12  (von  Herrn  Wendler  am  Brttckel  in  Prag). 


!; 

*^^B 

W/   ^*BH                  Wmj^B 

I^B 

hi 

HH  - ! 

BIH  ■■'. 

m  ! 

HfinH 

Wf.. 
\    -  • 

1 

HhN 

' 

§p :      'jBFfB 

||   pa^p 

,  ■ 

'' '  M             Rfc   ftie*"SBS3 

Fig.  8.    Einblick  in  das  Innere  der  Station 

nacli  einer  PhotograpMe  des  Assistenten  Herrn  J.  Kafka. 


Der  konisclie  Hintertheil  ist  aus  Seidengaz£  und  sein  liinteres  offencs  Ende 
triigt   die  Doppclung   fiir   die  Schnur,    mittels   welcher  das   Glas    befestigt   wird. 

Der  innere  kouiscbe  Theil  leiclit  vom  ersteu  Ringe  bis  in  die  Hiilfte  des 
ersten  Theiles  und  hat  den  Zweck  die  Fortschwemnumg  der  Beute  durch  den  Riick- 
strom  zu  verhindern. 

Am  ersten  Ringe  sind  i3  verzinnte  Eiscnringe  mit  2  cm  breitcn  festen 
Zwirabftndern  zur  Befestigung  der  8cb.nfl.re  angebracht.  Die  Schntlre  sind  soge- 
nannten  Rebsclinflro,  die  vor  dera  Gebraucho  mit  Talg  eingelassen  werdeu. 

2.  Das  Stabnetz  (Fig.  5.  2.)  zum  Fischen  am  lifer  und  in  1  m  Tiefe  ist  an 
einem  Bambusrohr  von  1  m  60  cm  L&nge  befestigt,  das   an  seinem  vorderen  Ende 


Die  Notzn  wurdnii  in  eigener  Rngio  rerfertigt,  die  Stoffe  und  Ringe  von  verschiedenen 
Firmen  beschafft;  die  N&harbeit  besorgte  Herr  Wister,  Sattlermeister  (Jungmanngasse)  mit  grosser 
Gefalligkeit  und  Gewissenhaftigkeit. 


11 


Fig.  4. 


12 

durch  Einsehiebung  eines  Holzstabes  in  seine  Hohlc  verstiirkt  und  zur  Anbringung 
des  Beschlages  tauglich  gemacht  wurde. 


Fig.  5.    Geriithschaften  zur  Untersuchung  der  Siisswasserfauna  bei  derfliegenden  zoologischen  Station- 

l.  I'elagisches  Netz  aus  Seidenstoff.  2.  Stabnetz  aus  MuUertuch  zum  Fischen  in  1  m  Tiefe.  8.  Bfi* 
Gevrichien  beschwertes  Netz  zum  Fischen  in  verschiedenen  Tiefen,  zum  Stranguliren  eingerichtet. 
4,  Grober  Rescuer  zur  Ilebung  des  Bodenschlammes.  5.  0-5  m  =  Massstab.  6.  Thermometer. 
7.,  8.  Metallsiebe  zum  Waschen  des  Schlammes.  9.  Gewicht  zur  Tiefenmessung.  10.  Drathstellage 
f'iir  die  Glftser.    11.   Kleines  Aquarium.    L2.,  18.  Wasserkanne.    14  Links  unten  Bteht  der  l'l«" 

des  Teiches. 

Der  erste  Ring  ist  von  Schmiedeisen,  lackirt;  in  einer  Rinne  an  der 
Aussenflache  sind  24  Locher;  der  an  die  Innenflache  angelegte  Hack  win!  mittels* 
gepechtem  Schusterdraht  durch  die  24  Locher  angenaht.  Die  Rinne  dient  dazU-i 
diesen  Faden  zu  bergen  und  vor  baldiger  Beschadigung  zu  sichern.  An  den  Ring 
ist  die  Schraiibe  eingenietet,  welche  in  den  Beschlag  des  Bambusrohres  passt. 

Das  librige  ist  wie  beim  pelagischen  Netz,  nur  ist  der  gesammte  Sin1* 
bios  das  sog.  Wollbeuteltucli.  (Nr.  386.) 


13 

8.  Das  Tiefennetz  init  Straugiiliriiiigsvorridituiig  (Fig.  4.  rechts).  Dies  hat 
zwei  Abtlieilungen  von  je  30  cm  Lftnge  und  einen  hinteren,  sowie  einen  inneren  ko- 
nischen  Theil.  Der  Eisenring  am  Eingange  ist  wie  beim  Stabnetz  gebaut,  triigt  aber 
am  Vorderrand  drei  angeschmiedete  Hinge  fur  die  Schnttre,  In  der  Mitte  des  ersten 
AJbsatzes  1st  ein  Ring  fiir  die  Strangulirungsschnur  angebracht. 

Alle  ubrigen  Ringe  sind  von  Messing  und  mit  Zwirnbiindern  uinnaht. 

Die  Befestigung  der  Gliiser  gescbiebt  mit  ledernen  oder  zwirnenen  Schuh- 
schnuren. 

Die  Beschwerung  geschieht  mittelst  Anbringung  von  Bleikugeln  oder  Sttlcken 
V(,»  Bleirfihren  an  den  Eisenring.  Audi  konnen  Gewiclite  1  m  vor  das  Netz 
an  die  Hauptschnur  angebracht  werden. 

Der  Bodenkescher  (Fig.  5,  4.)  hat  einen  zusammenlegbaren  Ring  von 
30  cm  Durchinesser,  an  dem  ein  Bcutel  aus  Sackleinwand  von  55  cm  Lange  ange- 
hracht  ist.    Er  dient  zur  Ilebung  des  Bodenschlammes. 

Audi  erbielten  wir  von  Herrn  Pernor  ein  grosses  Bodennetz  nach  Art  von 
'''■u  Amtemlcratsem  gebaut,  das  aber  ordentlich  gefiillt  schwer  in  den  kleinen  Kalui 
zu  heben  ist. 

Das  kleine  Handnetz  (Tig.  7.)  wird  folgendermassen  angefertigt.  Gebrannter 
Messingdrath  90  cm  lang  wird  uni  einen  10  cm  starken  Cylinder  (Kisentopf) 
gewunden  und  (hum  zum  Stiel  gedreht  und  am  Ende  ein  .">  cm  weiter  Ring  ange- 
bracht. in  diesen  Ring  kann  gelegentlich  ein  Stab  beliebiger  Lange  gesteckt 
werden,  den  man  dann  knapp  am  Netze  anbindet  und  so  in  ziemlicher  Entfernung 
ftschen  kann. 


—— — — — i — — — — 


Fig.  7.  Das  kleine  Handnetz. 

Dieses  Netz  benutzten  wir  viclfach  zur  Ooncentrirung  verschiedener  amler- 
weitig  geiuacliten  Fang©. 

Eine  selir  wesentliche  Sadie  fur  die  Arbeiten  der  Teichdurchforschung  ist 
,lu«  riehtig  gebaute  Boot,  wesshalb  wir  glauben,  dass  (lessen  niihere  Beschreibung 
V0n  Nutzen  fur  manche  L'achgenosscn  sein  wird. 

Das  Boot  wurdc  von  Herrn  Mayer  in  Smichov  (unweit  der  Arena)  gebaut. 
Vs  lst  480  cm  lang,  in  der  Mitte  109  cm  breit,  die  Seiten  30  cm  liocli. 


14 


Die  Ruder  230  cm  lang,  aui  distalcn  Ende 
man  am  Bilde  Fig.  7. 


U)  cm  breit.    Die  Bauart  sieht 


■S^  **'?***> 

j^jgii  m lUiii'iuji 

Jjfesis® 

^^      ^MMgl 

m     \ 

^^ 

<tf_u.'i3alnftiEBK&u 

^ 

^„., 

■IS 

:-r                    ' 

fii?f 

Fig.  7.  Das  Boot  der  zoologischen  Station. 

In  7si>  aat,  GrOsse. 


Die  stabile  zoologische  Station  am  Unterpocernitzer  Tcicho 

bci  Bechovic. 


Als  die  Zeit  herannahte,  wo  die  fliegende  Station  nach  dem  sildlichen 
Bfthmen  iibertragen  werden  sollte,  saben  wir  iramer  mohr  ein,  dass  die  Arbeiten 
an  dem  genannten  Teiche  niclit  als  abgeschlossen  und  mir  als  eine  vorbereitende 
Orientation  zu  betracliten  seien,  die  dem  eingehendcron  Studium  dieses  Susswasser- 
beckens  vorangehen  musste.  Audi  verscliwand  mit  der  fliegenden  Station  aus  der 
Nahe  von  Prag  die  Gelegenheit  angehende  Naturforscher  in  der  Untersucbung 
der  Thierwelt  am  Wasscr  selbst  zu  instruiren.  Aus  diesen  Ursacben  machte  ich 
im  Februar  1892  dem  Herrn  Baron  B<5la  Dercsenyi,  Besitzer  der  Herrscliaft  Unter- 
pocernitz,  den  Antrag,  er  miige  ein  ahnliches  (lebaude,  wie  es  unsere  Station  war, 
gemaucrt  auf  demselben  Orte  aufbauon  lasscn.  Meiu  Antrag  wurde  angonommeii, 
am  8.  April  verfertigte  icb  den  Plan,  der  dann  von  meinem  Freunde  Ilerrn  Fer- 
dinand Pernor  rein  ausgearbeitet  wurde  und  im  Juli  stand  das  Gebaude  fertig  da 
(Fig.  8.)  und  wurde  vein  Besitzer  dem  Comite"  fiir  Landesdurchforschung  zur  freien 
Disposition  (bis  auf  Wiedorruf)  iibergeben. 

Als  bedeutende  Verbesserung  gegen  die  Verbaltnisse  der  fliegenden  Station 
ist  das  2.  kleine  Zhnmer  hervorzuheben,  das  zum  Schlafen  und  Essen  dient  und 
man  die   Arbeitstisclie  niclit  abzuriiumen  hat,  wie  es  frtiher  gescliab. 

Die  Moglicbkeit  des  Uebcrnachtens  bat  audi  grosse  Vortbeile,  denn  nach 
einer  ruhigen  Nacht  arbeitet  es  sicb  viel  schoner,  als  wenn  man  den  Tag  erst  per 
Bahn  ziemlich  spilt  aus  der  Hauptstadt  ankommt  und  wiedcr  bald  Nachmittag  zu- 
riickzukebren  gezwungen  ist. 

Die  schonen  Abcnde  am  Ufer   des  Teicbes,  welcho   dem  Naturfreunde  zu 


15 

yielen  interessanten  BeobacMungen  Gelegenheit  geben,  gehoren  zu  don  angenehmsten 
Ktyllischen  Genussen. 

tiber  die  innere  Einridhtung  giebt  unser  Bild  Fig.  9.  ziemlich  viel  Be- 
lehruiif.-,  docli  diirfte  nacbfolgendo  Schilderung  nicbt  obne  Nutzen  fiir  inancho  Fach- 
geuossen  sein. 

Links  von  der  Thiire  stehen  an  der  Wand,  zur  linken  Hand  des  Arbei- 
tenden  zwei  Stellagen:  die  untere  triigt  die  notbigste  Literatur  und  Kiistcben  fiir 
die  mikroskopischen  Praparate,  die  obere  die  Reagentien.    Am  ersten  Tisehe  steht 


Fig.  8.    Die  stabile  zoologischc  Station  am  Unterpocernitzer  Teiche  bei  Bechovic 
Erbaut  von  Ilerrn  Baron  Bila  Derotinyi, 

!"'  Mikroskop  und  ein  Arbeitsmikroskop  von  Zeiss  in  Jena.  Recbts  liegt  das  Tage- 
'lc"  und  Aquarellfarben.  Auf  dor  Stellage  zwischen  beiden  Fenstern,  die  gegen 
ordon  gerichtet  sind,  befinden  sicb:  Gummi  arabicum,  Tinte-Scbreibzeug,  Secierzeug, 
lr*el  etc.,  darunter  das  Thermometer,  Lineal,  Scheere  und  Blockpapier. 

y„         Auf  (jer  stellage  hinter  dem  2.  Arbeitstische   ist  dor  Ort  fiir  die  Wa&ge, 
'Uiidlujizchon,  Kerze,  Lampe  und  Spagat. 

^         An  der  Wand  zu  beiden  Seiten  der  Tliiire  hangen   die   Fangapparate  und 
t8  Maximal-,  Minimalthermometer,  rechts  vom  Ofen  (iie  Siebe  zum  Waschen  des 


von  f 


eu 


(Tn  ttbergrossem  Eifer  richteten  mir  das  Innere  allzufrtth  cin  und  erlitten  don  Winter  tiber 
■©it  grosson  Schaden  an  GerSrthschaften  und  Instrumenten.) 


^ 


Fig.  9.  Das  Innere  der  stabilen  zoologischen  Station  am  Unterpocernitzer  Teiche  bei  Bechovic. 

I'Xack  einer  Photographic  des  Herrn  Mulac,  Exposition  3/4  Stunden,  Cliche  von  Angerer  et  Goschd  in  Wien) 


17 

jjrundseldannnes.  Von  don  SteHagen   an  dor   rechtcn  Wand  wird  die  erste  links  zur 

JJbnngung  von  Glasern,  Scljalen,  unci  einem  kleinen  Schrank  verwendet,  rechts 

ag    dieselbe   eine    Cassette   mit   Papier   und   Zeichenrequisiten,    daneben    die 

otiugston   werkzeuge:   Hammer,   Zange,    Stemmeisen,   Nagel,   Biirste,   Handsftge 

Fan^i1-        n,  ge  triigt  links  Gewichte>  Aquarien,  Alkoholflaschen,  rechts  die 

^ggaser  Glas-  und  Porzellanschalen.  Ausser  diesen  zwei  Stellagen  istnocb  unter 

kol,^.      "    °"'  lang6S  Brett  anSebracht>  welches  folgcnde  Gege'nstftnde  tragt:  Al- 
"ouampe,  kleme  Wasserkanne,  Zeichentischchen,  Wasche  etc. 

ein  Sn;  A?  df  Wfld  rechts  von  der  ™ro  ]l;ln«t  (las  Waschbecken  und  daruber 
Bodl    g   ",  Aufbewahrung  der  Mikroskope  dient  ein    Schrank,    welcher  am 

Ull^n  an  der  rechten  Wand  steht. 


Baron  Bela  Dercsenyi. 

Erbauer  der  staliilen  zoologischen  Station. 

w,|,l  ein  n      DrehstttMe'  zwei  ,!;i"k(''  ein  grSsseres  Waschbecken,   Kanne,    Besen 
^namotteofen  erganzen  die  Einrichtung  des  Axbeitsraumes.  Im  kleinen  Wohn- 


wna  links  vom  Fenster  die  Kleiderhaken  angebracht,  rechts  ein  Speise 


sch 


Cf,I'ai.ik   a  f    •       ™ra   U1D  "■^lUDiuojs.ou  wigBUfttuuc,  rectus  ein  speise- 

^asserfl.  ?  6mem  1>,rettc  El,g,s  derganzen  hintercn  Wand  steht  das  Kochgeschirr 
"masche,  Glaser,  Laterne  etc. 

Rechts  von  der  Thiire  1st  ein  Eisenbett  untcrgebracht. 


18 


Lage,  Grosse,  Zuflusse  und  Temperaturverhaltnisse  ties  Teiches. 


Dcr  TJntcrpoccrnitzer  Teich  licgt  in  dcr  Seehohe  von  etwa  220  m  im  Gebiete 
der  untersilurischen  Schicfcr  der  Etage  D,  die  aber  bier  koine  deutlichen  Petrefacten 
aufweisen,  sondern  nur  in  den  festen  Geodcn  fucoidenahnliche  Gebilde  erkcmiei) 
lassen,  die  wohl  Bohrgiinge  von  Wiirmern  sind,  die  nun  von  dunklcrer  Gesteins- 
masse  erfttllt  sind.  (Bohrgiinge  von  Tubifcx,  die  im  ausgetrockneten  Schlanmie 
des  Teiches  in  einera  G-lasgef&ss  sichtbar  wurden,  boten  zu  obiger  Dcutung  ein 
interessantcs  Verglcichsobjekt.) 

Der  Teich  entstand  durch  Abdammung  eines  seicbten  Thales,  das  eincr 
Verwerfungspalte  der  Silurschicbtcn  cntspricht.  In  der  Fortsetzung  desselben, 
unterhalb  des  Dammes,  ist  ein  netter  Park  angelegt,  (lessen  iippige  Vegetation  mit 
deiu  nalien  Wasserbecken  wohl  im  Zusammenkange  ist. 

Die  Speisung  des  Teiches  geschieht  durch  zwei  kleine  Biiclic,  von  dencn 
der  einc,  der  Eicaner,  von  der  Aufinowescr  Zuckerfabrik  liber  Dubec  geflossen 
kommt,  der  andere,  der  Rolcetnittser,  der  von  der  Anliohe  bei  Mnicbovic,  EolodJJ 
und  B6chovic,  von  dcr  Wasserscheide   zwischen  der  Moldau  und  der  Sdzava  fliesst. 

Die  Ausmass,  wenn  voll  gespannt,  betriigt  20  Jocli,  572  Kl.  und  es  biete* 
diescr  Teich  cine  besondere  Eigenthumlichkeit,  dass  or  wegen  Servitut  gegen  tiefer 
gclcgcne  Miihien  seit  niehr  als  40  Jahren  nicht  abgelassen  wurde  und  demnach  atf 
cine  Art  Scetcich  angesehen  werden  kann.  (Fig.  10.) 

Der  Abfluss  gcht  iiber  Kej  und  Lieben  in  die  Moldau. 

In  Bezug  auf  Fische  wird  er  nicht  bewirthschaftet,  sondern  cr  dient  nul 
als  Fischbebllter  fur  den  Prager  Markt. 

Bei  den  Herbstfischereien  werden  von  anderen  Teicben  die  Karpfcn  hieihd 
iiberfulirt  und  dann  je  nach  Bedarf  in  der  Nacbt  mit  Zugnetzen  ausgefischt,  u"1 
frisch  und  wohlgenabrt  am  nachsten  Morgen  in  Prag  feilgeboten  zu  werden. 

Die  nachfolgcnde  Tabelle  (Soite  20.)  der  Temperaturverhaltnisse  hat  Mr  d^ 
Jabr  1888  einen  beschrankten  Werth,    weil    damals   nodi  die  Messungen  durcli  cu| 
gewohnlicbes  Thermometer  gemacbt  wurden.  Im  Jahre  1889  bedienten  wir  uns  ei»e 
Maximal-  und  Minimalthermometers  des  Systems  Casella-Mliller. 

Die  Liicken,  die  in  den  Tabellen  bemerkt  werden,    wurden  vielfach  durc^ 
Pegcngiisse,  Stttrme  odor  audi  Zeitmangel  veranlasst  und   es   wird  Aufgabe  de 
stabilcn  Station  sein,  diese  Beobachtung  fortzusetzen. 

Von  besonderem  Intcresse  sind  die  Messungen  unter  Eis,   welclie  die  Ztt- 
nahme  der  Temperatur  nach  der  Tiefe  liin  aufweisen  und  das  rege  thierische  Lebe 
das  zur  Winterszeit  nahe  am  Grunde  konstatirt  wurde,  erkliiren. 


19 


Situation  und  Tiefenverhaltnisse  des  Unterpocernitzer  Teiches. 


310  cm. 


20 


Temperaturmessungen  am  Unterpocernitzer  Teiche  (nach  Celsius). 


22 

7 
21 

24 
28 

6 
28 

7 
14 
2!) 
26 
29 


3 

29 
14 
29 
10 

7 
21 
2H 

5 
13 
25 
12 


17 


1 888 


Juni    .    . 
Juli     .    . 
Juli     .   . 
Juli     .    . 
Juli     .    . 
A  ugust    . 
August    . 
September 
September 
September 
October 
November 


L889 


Janner    . 
Marz  .   . 
April 
April 
Mai     .    . 
Juni    .    . 
Juni    .    . 
Juni    .    . 
Juli    .    . 
September 
October  . 
November 


L890 


Luft 


Oborfliioho 


1  m  Tiefe 


2  m  Tiefe 


3  m  Tiefe 


Fcbcr 


26-0 
19-8 

18-8 

21-2 

18-6 

I-  28-0 

27-0 

-28-0 

-13-6 

13-0 

5-4 

7-0 


—  4-2 
+    3-4 

— 10-4 

—  23-4 
-f  26-0 

4-24-8 
+  23.0 


+  20-0 

+  V>-o 

+    C-0 


24-0 
19-4 

UK 

20-2 

21-8 

■20-8 

■22-1 

■  20-8 

■  15-5 
•  12-8 

■  5-4 
3-8 


-  1-3 

-  3-1 
-10-2 
-18.4 

-  19-0 
4-  24-2 
+  21-5 
+  22-8 
4-  20-6 
4-  16>8 
4-  9-2 
+    5-0 


+    20 


-4-22-0 
4  18-6 


-  L6-8 

18-4 
16-8 
15-4 
f-12*4 

+    5-0 


2-4 
3-0 
10-1 
17-6 
18-8 
23-4 


22-2 
20-6 
17-0 
4  LO'O 


4 


+ 184 


4- 15-0 

4-  i.5-0 
4  16-0 

4-  12-2 
+   5-3 

4-   4-2 


+ 


4-    4-0 


2-8 
10-0 
14-2 
17-8 
23-0 


21 
■  2C 


4-    3-2 


4-  17-8 
4  18'6 


14:0 

17-2 

14-0 

f-14fl 

hl2-0 

*4-3 


4-  3-2 
4-  3-2 
4-  9-6 
|-  L2-6 
4- 174 


-f-20-1 
4-  '9-4 


Die  Fauna  der  TJmgebung  des  Unterpocernitzer  Teiches, 
dessen  Fische  und  Mollusken. 

Von  S&ugethieren  hum  wenig  erwalmt  werden,  was  mit  dem  Teiche  i'H 
Zusammenhange  ware;  bloss  die  Fledermause,  welcho  oberhalb  der  Wasserflacbe 
nacli  Insekten  jagen,  vordieneu  Beachtung.  Es  1st  wahrscheinlich  vor  allem  dn1 
Waldfledermaus,  Vesperugo  noctula,  was  daraus  zu  SChliessen  ist,  (lass  sie  gleich 
nacb  Sonnenuntergang  erscnien,  was  zu  den  Eigenthumlichkeiten  dieser  Art  gehSrt 
Das  Vorkommen  der  Fischottern  konnte  aicht  koustatirt  werden. 

Viol  reicldiclier  und  interessanter  ist  die  Vogelwelt,*)  Unser  Teich  ist  IB 
Bezug   auf  seine  Vogelwelt  der  Reprasentant   von  einer  bedeutenden  Anzahl  von 


*)  Vergleiche  oniithologisches  Jahrbuch  von  Baron  Tsohusi  von  Schmidthafen,  1892  p-  30- 


21 


kleinen  Tcichcn  im  mittlereii  B6hmen,  deren  Vogelwelt  von  Jahr  zu  Jahr  fi.rmlich.er 
wird,  da  nicht  nur  ihre  Umgebung  immer  tnehr  und  mehr  civilisirt  wird,  sondern 
auch  die  Ziiflusswasser  von  Tag  zu  Tag  Srgere  Stoffe  aus  Fabriken  aller  Art  zu- 
ffthren,  so  dass  der  Schlamm  an  don  Ufern  bei  niedrigem  Wasserstande  Unite  ent- 
sendet,  welche  geeignet  sind,  die  Vogelwelt  eher  zu  verjagen  ala  anzulocken. 

Der  genannte  Teich  1st  seit  vielon  Decennien  gespannt,  am  oberen  Ende 
>uit  etwas  Rohr  und  Scbilf  bewachsen,  und  die  Ufer  sind  hie  and  da  mit  Gruppen 
V(»n  Binsen  besetzt.  Knapp  am  linken  Ufer  zieht  sich  der  Eisenbahndamm  hin,  auf 
dem  tfiglich  circa  50  Zlige  daainbrausen,  und  der  Teichdamm  grenzt  an  einen 
schfinen  Park  des  Herrn  Baron  Deresenyi,  von  wo  im  Fruhjahre  das  IVohliche  Lied 
der  Drossel,  Amsel  etc.  erschallt.  Folgende  interessante  Beobachtungen  aus  der 
Vogelwelt  hatten  wir  Gelegenheit  zu  machen. 

Mit  der  Balm  von  Prag  angelangt,  ignorirten  wir  in  der  Regel  das  dreiste 
Sperlingsrolk  am  Bahnhofe  und  wurden  von  der  Haubenlercbe  (Gahrita  cristata) 
freundlich  begrusst  Die  Bahnstrecke  entlang  zum  Teiclie  wandelnd,  nahmen  wir 
das  uninelodisclie  (iczirpe  des  Grauanuners  (Emberiza  miliaria),  welche  auf  den 
Felegraphendrahten  ruhten,  wahr. 

Spater  im  Sommer  trafen  wir  audi  Lanius  collurio  und  Pratincola  rubetra 
auf  den  Drahten  sitzend. 

Bei  Annaherung  an  den  Teich  erschallte  der  ungestttme  Gesang  des  Teich- 
rohrsfingers  (Acrocephalus  arundinaeeusj,  von  dem  hier  etwa  3  Paare  brtiten.  Die 
weisse  Bachstelze  (Motacilla  alba)  belebt  die  kahlen  sandigen  Uferstellen  und  der 
Ammerling  (Emberiza  citrinella)  hatte  sein  Nest  an  der  BahnbBschung.  Interessant 
War  das  Benehmen  eines  Thurmfalken  (Ealco  tinnunculus),  welcher  von  den  Obst- 
''aumen  der  an  den  Teich  grenzenden  Berglehne  die  Maikafer  durch  einen  Stoss 
Vo"  den  Asten  waif,  urn  sie  dann  im  Fluge  zu  fangen. 

Ganz  nahe  bei  der  Station  nistete  der  braune  Wiesenschmfitzer  (Pratincola 
rube,tra)  und  die  Grauammer  (Emberiza  miliaria). 

Im  Hochsommer  erschienen  hoch  in  der  Luft  mehrere  Lachmoven  (Lams 
ri<libundus),  oliue  sich  jedoch  herabzttlassen.  Dafiir  jagte  einige  Male  die  schwarze 
^^ch\i;\\U\(Uydrochelidon  nigra)  emsig  nach  den  Gelsen  (Chironomus),  welche  auf 
,ler  Oberfliiche  des  Wassers  auf  ihren  Emwien,  wie  auf  einem  Kalm  schwimmend, 
(la«  Steifwerdeu  ihrer  Flugel  abwarteten.  Na,ch  Sonnenuntergtog  werden  in  dieser 
Ja8d  die  Seesclrwalben  durch  die  Waldfledermaus  abgeiest. 

Ausser  einigen  Paaren  Blassenten  (Fulica  atra),  die  sich  sehr  vorsichtig 
und  ruhig  verhielten,  nisten  hier  audi  Stockenten  (Anas  boschas),  welche  dann,  so- 
bal<l  man  anfieng  auf  sie  Jagd  zu  machen,  ganz  verscfrwanden,  Im  Sommer  traf 
icl>  die  Stockenten  an  einer  kleinen  Pflitze  im  Unter-Pofiernitzer  Walde,  wo  sie 
8ich  an  den  zahlreichen  Gelsenlarven  und  kleinen  Mollusken  labten. 

Wenn  ich  noch  die  Feldlerche  (Alauda  arvensis)  erwiihne,  die  hoch  in  den 
Ltiften  liber  dem  Teiche  ihr  Lied  erschallen  lasst,  die  Rauch-  und  Dorfschwalbe 
(Chelidonaria  urbica),  die  von  Zeit  zu  Zeit  den  Was'serspiegel  absucht,  den  Eis- 
y°8el  (Alcedo  ispida),  der  nur  selten  sich  durch  seine  helle  Stimme  meldet,  dann 
^  alles,  was  ich  von  der  Vogelwelt  dieses  Teiches  zu  erwahnen  habe,  angefuhrt. 
Wie  arm  erscheint  die  Fauna,   und  cs  ist  doch  zu  wundern,  dass  tiberhaupt  Vogel 


22 


hicr  bleiben,  denn  bei  Westwind  kommt  bis  hierher  der  penetrant  riechende  Qualm 
aus  der  Melassenspiritus-Fabrik  in  Lieben  bei  Prag,  welcher  selbst  dem  Menschen 
das  Leben  zu  verleiden  geeignet  ist  und  gewiss  an  der  Verminderung  der  Vogel- 
welt  in  der  ganzen  Umgegend  von  Prag  die  Schuld  triigt. 

Der  Kampf  der  idyllischen  Natur  mit  der  habgierigen,  riicksichtslosen  In- 
dustrie wird  von  Tag  zu  Tag  fiir  die  erstere  hoffnungsloser. 

Von  Reptilien  beobacliteten  wir  nur  die  Ringelnatter  Tropidonolus  natrix, 
die  thoils  im  Teiclie  sowie  in  den  denselben  begrenzenden  Graben  angetroffen  wurde. 
Die  Amphibien  sind  durch  Frosche  und  Kriiten  vertreten.  Die  I  tana  esculenta  ist 
sparsam  vorhanden,  aber  die  Materialgriiben  zwischen  dem  Teicho  und  dem  Bahn- 
damm  bieten  den  Kriiten,  Bufo  vulgaris,  variabilis,  und  dem  Bombinator  igneus 
Gelegenheit  zum  Absatz  des  Laiches. 

Die  Aufzalilung  der  hier  vorkommenden  Fische  hatte  einen  problematischen 
Worth,  denn  dieselben  werden  von  vcrschicdenen  Teichen  hierher  ttberftlhrt.  Ausser 
Karpfen,  Hechten,  Schielen,  Barschen,  Karauschen,  Dobeln  und  verschiedenen  Weiss- 
fischen  wurden  audi  Welse  eingesetzt.  (Im  Jahre  1892  setzte  ich  4  Stucke  ameri- 
lcanischer  Welse  Amiurus  nebulosus  in  den  Teich.)  Ganz  charakteristisch  ist  aber 
fiir  den  Teich  der  kleine  Leucaspius  abruptus. 

Von  Mollusken  wurden  im  Teiche  und  dessen  Zufltissen  folgende  Arten 
konstatirt  und  von  Herrn  Blazka  bestiinmt: 


Succinea  putris,  L.  (Im  Ufergras). 
Succinea  Pfeifferi,  Rsm. 
Limnaeus  stagnalis,  Lin. 
Limnaeus  auricularius,  Lin. 
Limnaeus  ampins,  Hartm. 
Limnaeus  pallustris,  Miill. 
Limnaeus  truncatulus,  Miill. 
Planorbis  rotundatus,  Loir. 
Planorbis  spirorbis,  Lin. 
Planorbis  marginatus,  Drap. 
Planorbis  albus,  Miill. 


Planorbis  vortex,  Lin. 
Planorbis  crista,  Lin. 
Paludina  vivipara,  Frauenf. 
Ancylus  lacustris,  I -in. 
Unio  pictorum,  Lin. 
Anodonta  cygnea,  Lin. 
Anodonta  piscinalis,  Nils. 
Sphacrium  (Calycnlina)  lacustre,  Miill. 
Sphaeriurn  corneuin,  Lin. 
Pisidium  casertanum  Poli   var.  fossariniiin 
Cless. 


In  Bezug  auf  die  Insckten  beschriinken  wir  una  auf  die  Trichopteren,  veil 
deren  Larven  zu  den  standigen  Bewohnern  des  Teiches  gehoren.  Prof.  Klapalek 
hatte  die  Giite  dieselben  zu  bestinimen. 


Phryganea  grandis,  L. 
Phryganea  striata,  L. 
Agrypnia  page  tana,  Curt. 
Liumophilus  flavicornis,  F. 
Limuophilus  decijuens,  Eolti. 
Limnophilus  vittatus,  F. 


Limuophilus  griseus,  L. 
Limnaeus  bipunctatus,  Curt. 
Limnophilus  extricatus,   McLachl. 
Anabolia  laevis,  Zctt. 
Notidobia  ciliaris,  L. 
Oecetis  ochracea,  Curt. 


I 


23 


Die  Mora  des  Unterpoeernitzer  Teiches  und  dor  Umgebung. 

Gtesohildert  von  Karl  Poldk. 

Der  Unter-Pocernitzer  Teich  hat  eine  sebr  armliche  Flora  mid  man  kann 
fast  behaupten,  dass  hier  tiberhaupt  Wasserpflanzen  nicht  vorkommen.  Die  fiir 
andere  Toiche  Bohmens  bezeichnende  Nyraphaea,  Nuphar,  Potamogeton  und  Cera- 
tophylura  felilen  hier  ganzlich.  Bios  Polygonium  amphibium  var.  nataus  bildct 
sp'arsame  Haufen  am  freien  Wasserspiegel  und  Lemna  trisulca  findet  sich  zwischen 
dichtem  Schilfe. 

Vielleicht  sind  die  Abfallwiisser  mehrerer  Fabriken,  welche  die  sick  her 
ergiessenden  Bache  mitbringen,  daran  Schuld,  dass  selbst  Potamogeton  nataus  hier 
niclit  zu  finden  ist. 

Die  Ufervegetation  ist  am  ostlichen  Ende  an  der  Einmiindungsstelle  der 
Biiche  am  uppigsten,  abcr  monoton:  man  findet  Phragmitis  communis,  Glyceria 
aquatica,  Baldingeria  arundinacea,  Typha  angustifolia,  Scirpus  lacustris  und  Acorus 
calamus. 

Alle  diese  Pflanzen  bilden  hohe,  zusammenhiingende  Bestande.  Zwischen 
den  genannten  Arten  trifl't  man  Equisetum  limosum,  Scirpus  maritimus,  Sc.  pa- 
lttstrls,  Sc.  acicularis,  Sparganium  simplex,  Sp.  ramosura,  Glyceria  fluitans,  Alisma 
plantago,  Polygonum  amphibium,  Polygonum  persicaria  var.  terrestris,  Oeuanthe 
I'hellandrium,  Myosotis  palustris,  Veronica  scutellata,  Bidens  tripartitus,  Nasturtium 
palustre,  Ranunculus  flammula,  R.  sceleratns,  Lythrum  salicaria  und  ahnliche  uberall 
haufige  Pflanzen.     Seltener  ist  Iris  pseudoacorus,  Myosotis  cespitosa. 

Am  Ufer  wachst  Carex  acuta  und  C.  vesicaria,  an  feuckten  Stellen  Juncus 
bufonis,  Gnaphalium  uliginosum,  Trifolium  hybridum  u.  a.  n. 

Epilobium  hirsutum  ist  sparsam  und  auffallonder  Weiso  vermissen  wir 
Mentka-Arten,  Sagittaria,  Butomus  und  Scirpus  silvaticus,  die  sonst  an  Teicken 
regelmiissig  anzutreffen  sind. 

In  kleiueu  fumpeln  am  Teickrande  wachst  Juncus  congloraeratus  und 
effusus.  Von  Weiden  wachst  am  Ufer  Salix  viminalis,  alba,  fragilis  und  purpurea, 
Ul*d  sind  hier  wakrsckeinlick  gepflatizt,  iiknlick  wie  andere  Gestraucker,  Ligustrum, 
«obiuia,  Spirea  etc. 

Von  Algen  katte  Prof.  Dr.  Hausgirg  die  Giite  folgende  Arten  zu  bestimmon : 

Oladopbora  glomerata  L.  (im  Badekaus) 

„  crispata  Roth. 

„  fracta  Valk. 

Conferva  globulifera  Ktz. 
Oedogonium  sterile. 


24 


Uibersichi  der  Arbeitstage  und  der  Fangresultate  am 
Unterpocernitzer  Teiche 

Troxn  J-u.nl  isae  "bis  .A^pril  1893. 

Fttr  die  Beurtheilung  der  bei  der  Untersuchung  der  Teiche  entwickelten 
Thfitigkeit  mag  bier  eine  kurze  Aufzahlung  der  Arbeitstage  folgen. 

Es  muss  dabei  bemerkt  werden,  dass  das  Jahr  1888  ein  Versuchsjahr  war, 
wo  mit  ungeniigenden  Instruinenten  gearbeitet  wurde  und  erst  nacli  und  nacli 
Metlioden  zur  richtigen  Beschaffung  der  Tliierwelt  erprobt  werden  mussten.  Na- 
mentlich  fur  die  Beobachtung  der  Grundfauna  iiberzeugten  wir  uns  erst  am  Gatter- 
schlager  Teiche,  dass  ein  mehrtagiger  ununterbrochener  Aufenthalt  auf  der  Station 
noting  ist,  um  die  in  kleinen  Aquarien  gebalteneu  Proben  des  Bodenschlammes, 
die  daselbst  erst  nach  und  nach  zum  Vorschein  kommende  Thierwelt  kennen  zu 
lernon.  In  dieser  Beziehung  wird  es  Aufgabe  der  stabilen  zool.  Station  am  Unter- 
pocernitzer Teiche  sein,  die  Beobachtungen  fortzusetzen. 

Folgcnde  Uibersicht  wird  ein  gutes  Hilfsmittel  fur  spatere  Arbeiten  sein, 
nulem  sie  die  Liicken  in  vieler  Beziehung  in  Evidenz  halten  und  als  eine  Art 
Pegulativ  gelten  wird,  wann  und  wo  man  in  Zukunft  gewisse  Thierformen  zu  suchen 
baben  wird,  um  zur  rechten  Zeit  sich  auf  ihr  Studium  vorbereiten  zu  konrien 


1887. 


1885.  31.  Mai.     Vortrag  des  Dr.  A.  Eric  im  naturhistoriscben  Club  iiber  die  Noth- 
wendigkeit  einer  iibertragbaren  zoologischen  Station. 
Schreiben  des  Dr.  A.  Fric  an  Herni   Ferdinand  Pernor,    Fabri- 
kiinten  in  Elbeteinitz   mit  der  Ditto   um  Anfertigung  dor  Station. 
Anfortigung  des  Modells  in  710  Nat.-Gr6sse. 
Besichtigung  des  fertigen  Hauschens  in  Elbeteinitz. 
Schreiben  an  Herrn  Baron  1561a  Dercsenyi. 
Eruirung  des  Platzes. 
Planirung  des  Bauplatzes. 
Aufstellung  der  Station  in  21/,  Stunden. 

Keierliche  Eroffuuug  der  Station.  Besuch  des  Dr.  Ot.  Feistmantel, 
Vorstand  der  naturhist.  Section  des  Museums,  Prof.  Pause.  Vor- 
stand  des  naturh.  Clubs  und  19  Mitglieder  des  Clubs. 
(Dr.  Kullianek,  F.  Pavlis,  E.  Novy,  B.  Klika,  A.  Nosok,  II.  Sigmond, 
II.  Uzel,  E.  Bayer,  J.  Matousek,  Josef  Babor,  Er.  Jandecka  J. 
Stverak,  K.  Polak,  Prof.  F.  Nekut,  L.  Zelenka,  Dr.  Pocta,  V.  Vavra, 
J.  M.  Podhorsky,   Prof.  J.  0.  Prazak.) 


1888.  2.  Juni. 


17.  Juni. 


22.  Jrnii  188S. 


Oberflache.  : 

Temp.  24°  C. 


90%  des  Fanges  bilden  Rftderthiere. 


Asplancb na  Bright- 

we]  I  i  i 
r.racbionus  pala 
Schizocerca    diversi- 

cornis 


Anuraea  aculeata 
Triarthra  longiseta 
Polyarthra  platyptera. 


25 

10°/0  Krusteiithiere 

Daphnia  Kalil  ber- 

Daphnella  brachyura. 

g  c  n  s  i  s 

1  Meter  Tiefe,: 

G0°/0  Daphnia  Kahlbergensis  und  einzelne 

Temp.  21°  C. 

Leptodora. 

40°/0  Rftderthiere,   dieselben  wie  auf  der 

Oberflaclie. 

Litorale : 

(Im  Binsen  und  Schilfe) 

B  o  s  m  i  n  a  c  o  r  n  u  t  a 

Polyarthra  platyptera 

Sida  crystallina 

Brachionus  pala 

■ 

Daphnella  brachyura 

Triarthra  longiseta 

Scapholeberis   mucro- 

Stylaria  lacustris 

nata 

Alcyonella  (Statoblast) 

Ceriodaphnia  pulchella 

Arcella  vulgaris 

Aloiia  rostrata 

Larven    und    Exuvien 

Alona  affinis 

von  Chironoiuus  und 

Chydorus  sphaericus 

CloS 

Cyclops  serrulatus 

Massen    von    kleinen 

Cyclops    oithonoidcs 

Eischen   bis    1   cm 

var.  hyaliuus  Kbg. 

Liinge 

Cypridopsis  Newtoni 

Diatoma  vulgare 

Cypridopsis  vidua 

Encyonema  prostratum 

30.  Jmii. 

Oberflaclie : 

40%  des  Fanges  bilden  Rftderthiere  (dieselben 
wie  am  22.  Juni). 

Das  iibrige  Daphnia 

Daphnella  brachyura 

Kahlbergensis 

Bosmina  cornuta 

Ausserdem  einzeln: 

Leptodora  Kindtii 

1  Meter  Tiefe: 

10%  Il&derthiere 
20%  Leptodora  Kindtii 

Das  iibrige  D  a  p  h  u  i  a 

Einzeln :     Daphnella 

K  a  h  1  b  e  r  g  e  n  s  i  s. 

brachyura 
Bosmina  cornuta. 

2  Meter  Tiefe: 

Daphnia  Kahlber- 

zelne  Rftderthiere 

gensis 

(hauptsachlich    Bra- 

Einzelne   Leptodora, 

chionus  pala). 

Daphnella  und  ein- 

3  Meter  Tiefe : 

Daphnia  Kahlber- 

Diaptonus gracilis 

gensis 

Cyclops   strenuus   var. 

Einzelne  junge  Lepto- 

vicinus 

doren,  dann 

Rftderthiere   spftrlich 

Daphnella  und  Bosmina 

(hauptsachlich    Bra- 

longirostris 

chionus  pala). 

^■^^■^■B 


20 


3.  Juli. 


Litorale :    (am 
sandigen  Ufer) 


7.  Juli. 


Oberflache. 

Temp.  19°  C. 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  L8-6°C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  18-4°  C. 


Bosmina  cor  nut  a 
Sida  crystalline 
Daphnella  bracliyura 
Scapholeberis    mucro- 

natft 
Ceriodaphnia  pulchclla 
Alona  rostrata 
Chydorus  sphaericus 
Cypria  ophtkalmica 


Cyclocypris  laevis 
Cyclops  viridis 
Cyclops  serrulatus 
Cyclops  fimbriatus 
Stylaria  lacustris 
Raderthiere   (haupt- 

siichlich  Brachionus 

pala)  spiirlich 


Uutersucliung  der  Nahrung  zweier  Karpfcn 
um  2  TJhr  fruh. 

A.  Junger  Karpfen  45  cm  lang,  Gewicht  0-75  Ttg. 


Alona  Leydigii  in  Mas- 
sen 
Daphnia  Kahlbergensis 
Bosmina 


Chironomus-Larven 
Ephippien,   Statoblast 

von  Alcyonella,  No- 

stoc. 


B.  Karpfcn  52  cm  lang,  Gewicht  2  kg. 

Mageninhalt  mit  viel  Sand  gemischt. 
Grosse  Menge  von  C  o  r  e  t  h  r  a-  u  n  d  Chiro- 
nomus-Larven, 
Larven  und  Kfipfe  von  Wasserkiifern, 
Daphnia  Kahlbergensis,  Daphnella,  Bosmina, 
Ceriodaphnia  und  Cypria  ophthalmica, 
Difflugia  pyriformis  und  acuminata. 

Fang  sehr  arm.  Raderthiere  sind  verschwunden. 


Daphnia  Kahlber- 

g  e  n  s  i  s 
1  )aphuella  bracliyura 


Fast  ausschliesslich 
Daphnia  Kahlber- 
gensis 
Daphnella  bracliyura 
Leptodora  Kindtii  (ein- 
zeln) 

Daphn ia  Kahlber- 
gensis 
Daphnella  bracliyura 
Bosmina  longirostris 


Leptodora  Kindtii  (ein- 

zeln) 
Bosmina  longirostris 
Asplanclma  (einzeln). 

Bosmina  longirostris 
Diaptomus  gracilis 
Cyclops   strenuus   var. 
vicinus. 


Leptodora  (selten) 

Cyclops   strenuus    var. 
vicinus. 


27 


12.  Juli. 


21.  Juli. 
25.  Juli. 


3  Meter  Tiefe.       D  a  p  h  n  i  a  K  a  li  1  b  e  r  ge  u  s  i  s  (die  Hiilfte  des 
Temp.  17-8°  C.      Fanges). 

Cyclops    strenuus    var.    vicinus    (die 

Hiilfte  des  Fanges). 
Einzeln:    Leptodora   Kindtii,    Alona    Leydigii, 
Daplinella  brachyura  und  Cyclops  oithonoides 
var.  hyalinus. 


Litorale. 


Oberftiiche. 


1  Meter  Tiefe. 


2  Meter  Tiefe. 


Bosmina  cornuta  (bildet  die  Hauptiuasse 
des  Fanges). 

Einzeln:  Sida  crystalliua,  DaphniaKahlbergensis, 
Ceriodaphnia  pulchella,  Chydorus  spliaericus, 
Cypria  ophthalmica  und  Cypridopsis  West- 
woodii,  Difflugia  acuminata,  Nostoc  commune. 


D  a  p  h  n  i  a  K  a  li  1  b  e  r- 

g  e  n  s  i  s 
Leptodora    Kindtii 

(hiiufig) 
Daphnella  brachyura 

Daphnia  Kahlber- 

gensis 
Leptodora   Kindtii 

(viele  Jugendstadien) 

Daphnia  Kahlber- 

g  e  n  s  i  s 
Cyclops  strenuus 

var.  vicinus 


Bosmina  lougirostris 
Diaptomus  gracilis 
Einzeln:  Anuraea  acu- 

leata  und  Polyarthra 

platyptera. 

Daphnella  brachyura 
Diaptomus  gracilis 
Cyclops   strenuus   var. 
vicinus 

Alona  Leydigii 
Daplinella  brachyura 
Diaptomus  gracilis. 


Ziemlich  diesolben  Fangresultate  wio  am 
12.  Juli. 

Untersuchung  dcr  Karpfennahrung 
an  gegon  Mitternacht  gefangenen  Exemplaren. 

C.  Liinge  42  cm.  Gewicht  1  leg. 

Die  Iiauptmasse  des  Darmiuhaltes  bilden  Larven 

von  Wasserkiifern  und  Larven  von  Corethra, 

dann : 
Daphnia   Kahlbergensis,    Alona  Leydigii,   Ilyo- 

cryptus  sordidus,  Cypria  ophthalmica,  Cyclops 

var.  vicinus. 


28 


28.  Juli. 


<>.  August. 


Oberfliiclie. 


1  Meter  Tiei'e. 


2  Meter  Tiefe. 


3  Meter  Tiei'e. 


Oberfliiclie. 
Temp.  20-8°  C. 


1  Meter  Tiei'e. 
Temp.  L6-8°C. 


3  Meter  Tiefe. 
Temp.  14°  C. 


D.  Liinge  53  cm.  Gcwicht  1-5  hg. 

DieHSlfte  des  Darminhaltes  bilden  leere  Schalen 
von  Daphnia  Kahlbergensis,  die  stellenweise 
ruudlicho  Klumpen  bilden.  Audi  finden  .sicli 
darin  unvcrdautc  So m m e r e i e r  dcr- 
selben.  (Weiter  Larven  von  Chironomus  und 
von  Corethra,  Leptodora,  Cyclops.) 


Daphnia  Kahlber- 
gensis 

Leptodora  (Jugendsta- 
dion  h&ufig) 

I  laphnella  brachyura 

Diaptomus  gracilis 


Cyclops  strenuus  var. 
vicinus 


Anuraea  aculeata 
Polyarthra  platyptera 
Schizocerca   diversi- 

cornis. 


Dasselbe   wie  auf  dor   OberflUche,    Leptodora 
sparlich. 


Cyclops  strenuus 

var.  vicious 
Daphnia  Kahlbergensis 
Daphnella  brachyura 

Cyclops   strenuus 

var.  vicinus 
A  Ion  a  Loydigii 
Daphnia  Kahlbergensis 

Leptodora  Kindtii 
Cyclops   strenuus 

var.  vicinus 
Daphnia  Kahlbergensis 

Cyclops    strenuus 

v  a  r.  vicinus 
Daphnia  Khalber- 


Cyclops  strenuus 
var.  vicinus 

Daphnia  Kahlber- 
g  c  n  s  i  s 


Leptodora  (einzeln) 
Diaptomus  gracilis 
Koine  Raderthiere. 


Diaptomus  gracilis 
Cyclops  oithonoides 

var.  hyalina 
Cypria  ophthalmica. 

Daphnia   longispina 
(einzeln) 

Diaptomus  gracilis. 


Leptodora  (einzeln) 
Daphnella  brachyura. 


Leptodora  (einzeln) 
Alona  Loydigii  (liaulig) 
Diaptomus  gracilis. 


■i 


29 


28.  August 


7.  September. 


Oberflache. 


1  Muter  Tiefe. 
Temp.  18-4°  0. 


3  Meter  Tiefe. 
Temp.  17-2°  0. 


Oberflache. 
Temp.  20-8°  C. 


Cyclops  strenuus 

var.  vicinus 
Daphnia  Kahlber- 

g  e  n  s  i  s    (vorher- 


Cy clops  strenuus 
var.  vicinus 
(masscnhaft) 

Leptodora  (haling) 


scbend  Jugendsta- 

dien) 
Leptodora  (einzeln) 
Daphnella  bracbyura 
Diaptomus  gracilis. 

(Einzeln:    Daphnia 
Kablbergensis,    lon- 
gispina,    Daphnella). 


14.  September. 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  16-8°  C. 

2  Meter  Tiefe. 
Temp.  15-0°  C. 

3  Meter  Tiefe. 
Temp.  14-0°  C. 


Oberflaohe. 

Temp.  20°  C. 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  16-8°  C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  15°  C. 


Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
(Einzeln:    Leptodora,    Daphnia    Kablbergensis, 
Dapbnella). 

Reiches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 
Daphnia  Kablbergensis  (Viele  J ugondstadien). 
(Einzeln:  Leptodora,  Daphnella,  Diaptomus  gra- 
cilis). 

(In  1  u.  2  Meter  Tiefe  spfilflicb.es  Material,  sonst 
fast  dieselben  Eangresultate  wic  auf  der  Ober- 
flache). 


Cyclops  strenuns  var.  vicinus 

Alona  Loydigii  (haufig). 

(Einzeln:  Daphnia  Kablbergensis,  longispina. 

Daphnella,    Diaptomus  gracilis, 

Chironomus-Larven.) 

Reiches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Nauplius-Stadien  (massenhaft). 
(Einzeln:  Daphnia  Kablbergensis,  Daphnella). 

Spiirliches  Material. 

Cycle  [is  strenuus   var.  vicinus. 
(Einzeln:  Daphnia  Kablbergensis,  longispina. 
Leptodora). 

Eeicbes  Material. 
(Dasselbe  Fangresultat  wie  in  1  Meter). 


30 


3  Meter  Tiei'e. 
Temp.  14"  C. 


Litorale. 


Bodensclilamm 
vor  der  Station. 

NachtlicherFang. 
Oberflaclxe. 


1  Meter  Tiefe. 


Reiches  Material. 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Alona  Leydigii 
Ilyocryptus  sordidus 
Daphnia  Kahlbergensis  (einzeln) 


Sida  crystalina 
Daplmella  brachyura 
Simocephalus  vetulus 
Scapholeberis     mucro- 

nata 
Gcriodaplmia  pulchella 

Ilyocryptus  sordidus 
Ephippien  (zahlreieh) 
Cyclocypris  laevis 


Alona  affinis,  rostrata 
Pleuroxus    trigonellus, 

personatus 
Cyclops  serrulatus 
Cypridopsis  Newtoni. 


Difflugia  pyriformis 
Chironomus-Larven 


2  Meter  Tiefe. 


3  Meter  Tiefe. 


14.  September. 


Spiirliches  Material, 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 
(Einzeln:  Leptodora,  Daphnia,  Kahlbergensis). 

Spiirliches  Material.; 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Leptodora  Kindtii. 

(Einzeln:  Daphnia  Kahlbergensis,  Daphnia  lon- 
gispina). 

Spiirliches  Material. 
Dasselbe  wie  in  1  Meter  Tiefe. 

Verhaltnissmassig  reichlichos  Material. 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Alona  Leydigii 
Daphnia  Kahlbergensis  (selton). 

Karpfennahrung  (urn  11  Uhr  Nachts). 

E.  Kleiner  Karpfen. 
Ilauptsiichlich  Chironoinus-Larven 
Ilyocryptus  sordidus        Cypria  ophthalmica. 
Alona  Leydigii 

F.  Grosser  Karpfen. 

Viel  Schlamni.   Nur  Chironomus-Larven. 


31 


2!>.  September. 


8.  October. 


Oberilache. 
Temp.  i2'8°C. 


1  Meter  Tiet'e. 
Temp.  12-4°  C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  12-2°  C. 

3  Meter  Tiei'e. 
Temp.  12-0°  C. 


OberfUiche. 


2  Meter  Tiefe. 


3  Meter  Tiefe. 


26.  October.        Oberflache. 

Temp.  5-4°  C. 


1  Meter  Tiefe. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  5-3°  C. 


Sparliches  Material. 

Cyclops  stronuus  var.  vicinus. 
Daplmia  Kalilbergensis  |  Nauplius  (sehr  haufig). 

Reiches  Material. 
Cyclops  stronuus  var.  vicinus  (massen- 

liaft). 
(Einzeln:  Leptodora,  Daphnia  Kalilberg.). 

Dasselbe  wie  in  1  Meter  Tiefe. 


Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Leptodora  Kindtii 
Daphnia  Kalilbergensis 
Chironomus-Larven. 

Sparliches  Material. 
Cyclops    strenuus    var.    vicinus    (viele 

Nauplius-  nnd  Jugend-Stadien). 
(Einzeln:    Leptodora,    Daphnia   Kalilbergensis, 

longispina). 

Reichliclieres  Material. 
Dasselbe  wie  auf  der  Oberflache. 

Reiches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 
(Einzeln:    Daphnia    Kalilbergensis,    longispina, 
Diaptomus  gracilis). 

Reiches  Material. 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 
Einzeln:  Daphnia  Kalilbergensis,  longispina. 

Reiches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia   Kalilbergensis    (mit   in   Entwicklung 

befmdlichen  Ephippien). 
(Einzeln:  Daphnia  longispina,  Leptodora). 

Sparliches  Material. 
Dasselbe  wie  in  1  Meter  Tiefe. 


32 


2!>.  November. 


3.  Jiinnerl88!>. 


3  Meter  Tiefe. 


Oberflache. 

Temp.  3-8°  C. 


1  Meter  Tiefe. 


Bodenschlamm. 

Temp.  4-2°  C. 
(S  Motor  Tiefe) 


Litorale. 


Oberflache. 

Temp.  1-3°  C. 
(Luft  —  4-2°  C.) 

3  Meter  Tiefe. 
Grund probe. 
Temp.  3-2°  C. 


Spar] icbes  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Dapbnia  longispina  (haufiger) 
Daphnia  Kahlbergensis 
Cliironomus-Larven. 

Sohr  sparsames  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Dapbnia  Kahlbergensis,  longispina. 

Ileichliches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  longispina 
Dapbnia  Kahlbergensis. 


Cyclop.s  strenuus 
var.  vicinus 

Alona  Leydigii 

Limnodrilus  II  of- 
meisteri 

Daphnia  longispina 

Cyclops  viridis 
Cyclops  serrulatus 

Sida  cristallina 
Daphnia  longispina 
Simocephalus  vetulus 
Alona  affinis 


I  )aphnia  Kablbergonsis 
Alona  affinis 
Diaptomus  gracilis 
Stylaria  lacustris 
Candona  fabaeformis 
(viele  leere  Schalon). 

Chydorus  sphaoricus 
Chydorus  punctatus 
Cristatella-  und  Alcyo- 
nella-Statoblasten 

Ascllus  aquaticus. 


Unter  dem  Eise.  Sohr  spiirlichos  Material. 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  longispina. 

Eeichlichos  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Alona   Leydigii    (und   Masson   von    loeren 

Schalen  derselben) 
Ilyocryptus  sordidus 
Diaptomus  gracilis 
Limnodrilus  Hofineisteri 
Tubifex  rivulorum 
Difflugia  corona 
Chironomus-Larven. 


33 


21).  Mftrz. 


14.  April. 


29.  April. 


Oberflaclie. 
Temp.  3-1°  G. 

1  Meter  Tiefff. 
Temp.  3-0°  C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  2-8°  C. 

3  Meter  Tiefe. 
Bodenschlamm. 


Oberflaclie. 
Temp.  10-2°  C. 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  10-1°  C, 


2  Meter  Tiefe. 

Temp.  10-0°  C, 
Grundprobe. 
Temp.  9-6°  C. 

Oberflaclie. 
Temp.  18-4°C. 

1  Meter  Tiefe. 
Temp.  17-6°  0. 


Selir  spftrliches  Material. 
Cyclops  strenuus  var.  viciuus. 

Selir  spiirliches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  viciuus 

Daphnia  longispina  (einzeln,  mit  Epliippien). 

Spiirliches  Material. 
Dasselbe  wie  in  1  M.  Tiefe. 


Alona  Leydigii  (Massen 
von  leeren  Schalen) 

Ilyocryptus  sordidus 

Cyclops  strenuus  var. 
vicinus 

Ephippien  von  Daphnia 
Kahlbergensis 


Cyclocypris  laevis 
Cypria  opthalmica 

Candona  fabaeformis 
(leere  Schalen) 

Limnodrilus    Hotline  i- 
steri 

Chironomus-Larven. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  14.2°  C. 


Selir  sparsames  Material. 

Cyclops    strenuus    var.    vicinus.    (Viele 
Jugend-  und  Nauplius-Stadien). 

Rcichliches  Material. 

Cyclops    strenuus    var.    vicinus    (viele 

Nauplien) 
Daplmia  longispina  (selten). 

Dasselbe  wie  in  1  Meter  Tiefe. 


Alona  Leydigii 
Ilyocryptus  sordidus 


Macrothrix  birsuti- 
cornis 


Spftrlieb.es  Material. 
Cyclops  stren.  var.  vicinus. 

Reich.es  Material. 

Cyclops    strenuus    var.    vicinus    (viele 

Nauplien  desselben) 
Daphnia  longispina  einzeln 
Alona  Leydigii  (nur  Jugendstadien). 

Dasselbe  wie  in  1  M.  Tiefe. 


34 


10.  Mai. 


25.  Mai. 


3  Meter  Tiefe. 

(Grand.) 


Oberflache. 
Temp.  19-0°  C. 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  18-8°  C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  17-8°  C. 

3  Meter  Tiefe. 

(Grund.) 
Temp.  17-4°  C. 


Oberflache. 


1  Meter  Tiefe. 

2  Meter  Tiefe. 

3  Meter  Tiefe. 


Oyclops  strenuus  var.  vicinus 
Alona   Leydigii   (vielc  leere  Schalen   der- 

selben) 
Ilyocryptus  sordidus 
Limnodrilus  Hoffmoisteri 
Chironomus-Larven. 

Reiches  Material. 
Cyclops    strenuus    var.   vicinus    (viele 

(Nauplien) 
Daphnia  longispina  (mit  Sommereiern) 
(Einzeln:    Leptodora,    Daphnia   Kahlbergensis, 

Diaptomus  gracilis). 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis. 

Sparsames  Material. 
Dasselbe,  wie  in  1  Meter  Tiefe. 

Reiches  Material. 


Alona  Leydigii 
Ilyocryptus    sor- 
didus 
Cypria  ophthalmica 


1)  orylaimns  stagn  alis 
Limnodrilus    Hoffmei- 

steri 
Chironomus-Larven 


Sehr  reiches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  Kahlbergensis 
Daphnia  galeata  (auch  $) 
Leptodora  Kindtii  (einzeln) 
Asplanchna  Brightwollii. 


Cyclops   strenuus 

var.  vicinus 
Daphnia  Kahlbergensis 


Daphnia  galeata 
Asplanchna.    Bright- 
wellii. 


Dasselbe  Material  wie  in  1  Meter. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  Kahlbergensis 
Daphnia  galeata 
A-splanchna  Brightwellii 

Polyarthra  platyptera. 


• 

■ 

85 

7.  Juni. 

Oberflache. 

80%  Rftderthiere. 

Temp.  24-2°  C. 

Brachionus  pal  a 

Polyarthra  platyptera 

A  s  p  1  a  n  ch  n  a 

Daphnia  Kahlbergensis 

* 

Brightwellii 

(viele  Jugendstadien) 

Triartlira  longiseta 

Daphnella  brachyura 

Schizocerca    divcrsi- 

cornis 

1  Meter  Tiefe. 

(50%  Raderthiore.  (Dieselben  wie  auf  der 

Temp.  23-4°  C. 

Oberfliiche.) 
Daphnia  Kahlbergensis 
Leptodora  (sparliche  Jugendindividuen) 
Cyclops  stren.  var.  vicinus  (einzeln) 

2  Meter  Tiefe. 

40°/0  Rftderthiere. 

Temp.  28-0°  0. 

(Dieselben  wie  auf  der  Oberflache.) 
Leptodora  (zahlrciche  junge  Individuen) 
Daphnia  Kahlbergensis 
Cyclops  stren.  var.  vicinus 
Diaptomus  gracilis. 

3  Meter  Tiefe. 

10%  Rftderthiere. 
Daphnia  Kahlbergensis 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  longispina  (audi  tf) 
Diaptomus  gracilis. 

Litorale. 

Bosmina  cornuta 

Pleuroxus  truueatus 

Ceriodaphnia  pul- 

Daphnella  brachyura 

ch  c  1 1  a 

Bosmina  cornuta 

Chydorus    sphae- 

Cyclocypris  laevis 

r  i  c  u  s 

Brachionus  pala 

Scapholeberis   mucro- 

Triartlira  longiseta. 

nata 

H.  Juni. 

Oberflache. 

Reichliches  Material.  (10%  Riiderthiere.) 

A  s  p  1  a  n  ch  n  a 

Leptodora  Kindtii 

Brightwellii 

Daphnia  Kahlber- 

Brachionus pal  a 

gensis    ( Vorherr- 

Anuraea  aculeata 

schend  junge  Indivi- 

Polyarthra platyptera 

duen). 

1  Meter  Tiefe. 

Sehr  reichliches  Material. 

Leptodora  Kindtii 

Daphnia  Kahlbergensis  (erwachsene  In- 
dividuen mit  Sommereiern) 

Cyclops  str.  var.  vicinus  (einzeln).  (5%  Rader- 
thiere,  dieselben  Artcn,  wie  auf  der  Oberfliiche.) 

3* 

36 


21.  Juni. 


28.  Juni. 


2  Meter  Tiel'e. 


3  Meter  Tiei'e. 

(Grand) 


Oberfliiche. 
Temp.  21-5°  0. 


1  Meter  Tiefe. 


2  Meter  Tiefe. 

3  Meter  Tiefe. 

(Grand) 


Litorale. 


Oberflache. 
Temp.  22.8°  G. 


I) a p h n i a  K ahlbergensis 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
(Einzeln :  Leptodora,  Diaptomus  gracilis,  Itader- 
thiere). 


Daphnia  Kahlber- 

gensis 
Cyclops   strenuus 

var.  vicinus 
Alona  Leydigil 


(Einzeln :  Daphnia  lon- 
gispina,  Leptodora, 
Diaptomus  gracilis) 

Corethra-Larven 


Sparliches  Material. 

Leptodora  Kindtii 
Daphnia  longispina 
Daphnia  Kahlbergensis 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 
Diaptomus  gracilis. 

Daphnia  longispina 
Daphnia  Kahlbergensis 
(Einzeln:    Leptodora,  Cyclops  str.  var.  vicinus, 
Diaptomus  gracilis). 

Sehr  sparliches  Material.  Dasselbe  wie  in  1  M. 
Tiefe. 

Ilyocryptus  sordidus 

Alona  Leydigii 

(Viele  leere  Schalen  von  Alona  und  Daphnia) 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 

Statoblaste  von  Alcyon  ella 

Chironomus-  und  Corethra-Larven. 

Reich.licb.es  Material. 


Bosmina  cornuta 
CypridopsisWest- 

woodii 
Sida  cristallina 
Ceriodaphnia  pulcbella 
Pleuroxus  truncatus 

Cyclops   strenuus 
var.  vicinus 

Leptodora   Kindtii 
(hiking) 


Chydorus  spbaericus 
Cyclops  viridis 
Cyclops  serrulatus 
Argulus  foliaceus 
Chironomus-,  Corethra- 
und  Cloe-Larven. 

Daphnella  brachyura 
Daphnia  Kahlbergensis. 


37 


•r>,  Juli. 


]2.  u.  18.  Juli. 


'•*•  September, 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  22-2°  C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  21-2°  C. 


Oberfliiche. 
Temp.  20-6°  C. 


1  Meter  Tiefe. 
Temp.  20-6°  C. 


2  Meter  Tiefe. 
Temp.  20-0°  C. 

3  Meter  Tiefe. 

(Grimd) 

Litorale. 


In  alien  Zonen 


Oberilache. 


1  Meter  Tiefe. 


Leptodora  Kindtii 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus  (Mufig) 
Daplmia  longispina  (Mufig) 
Daphnia  Kahlbergensis. 

Leptodora  Kindtii 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 

Daphnia  Kahlbergensis  (hiking) 

Daphnia  longispina 

Diaptomus  gracilis 

Asplanchna  Brightwellii 

Anuraea  aculeata. 


Cyclops    strenuus 

var.  vicinus 
Leptodora    Kindtii 


Daphnia  Kablbergensis 
Daphnella  brachyura 


Leptodora  Kindtii 
Daphnia  Kahlbergensis 
Cyclops  stren.  var.  vicinus. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 

Daphnia  Kahlbergensis 

(Einzeln:  Leptodora,  Daphnia  galeata). 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  Kahlbergensis 

Reichliches  Material. 


Bosmina  cornuta 
Ceriodaplmia  pulchella 


Scapholeberis    mucro- 

nata 
Cyclops  serrulatus. 


Leptodora  Kindtii 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
(Einzeln:     Daphnia    Kahlbergensis,    Daphnella 
brachyura). 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
(Einzeln:    Daphnia    Kahlbergensis,    longispina, 
Daphnella  brachyura,  Diaptomus  gracilis). 

Leptodora  Kindtii 
Cyclops  stren.  var.  vicinus 
(Einzeln:    Daphnia   Kahlbergensis,    longispina, 
Daphnella  brachyura,  Diaptomus  gracilis). 


38 


21.  September. 


25.  October, 


12.  November. 


1890. 
17.  Peber. 


2  Meter  Tiefe. 


3  Meter  Tiefe. 

(Grund) 


Litorale. 


Oberflache. 


1  Meter  Tiefe. 


2  Meter  Tiefe  und 

3  Meter  Tiefe 

(Grund) 

Litorale. 


Oberflache. 

Temp.     2°  C. 

1  Meter  Tiefe. 

Temp.  4"  C. 
3  Meter  Tiefe. 

(Grund) 
Temp.  3-2°  C. 


Cyclops  strenuus  var.  vicinus. 
Leptodora  Kindtii  uud  Diaptomus  gracilis  haufig 
(Einzeln:  Daphnia  Kahlbergensis,  longispina). 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Daphnia  longispina,  haufig 
(Einzeln:    Leptodora,    Daphnia    Kahlbergensis, 
Diaptomus  gracilis). 

Scapholeberi's    mucronata   (massenhaft, 

fast  alle  mit  Ephippien) 
Ceriodaphnia  pulchella. 

Die  Eangresultate   ziemlich   dieselben   wie   am 
13.  September. 

Daphnia  longispina 

Diaptomus  gracilis 

(Einzeln:  Cyclops  stren.  var.  vicinus). 

Daphnia  longispina  (viele  Miinnchen) 

Asplanchna  Brightwellii,  haufig 

(Einzeln:   Cyclops  str.  var.  vicinus,  Diaptomus 

gracilis). 

Dasselbe  wie  in  1  Meter  Tiefe,    nur  keine  As- 
planchna mehr. 


Sida  crystallina 
Ceriodaphnia  pulchella 
Eurycercus  lamellate 
Pleuroxus  truncatus, 
personatus 


Chydorus  glabosus 
Cyclops  albidus 
Diaptomus  gracilis 
Cypridopsis  NewtoniJ 
vidua. 


Die  Eangresultate  ziemlich  dieselben  wie  am 
25.  October,  mit  vorhorrschender  Daphnia  lon- 
gispina und  auf  dor  Oberflache  mit  blufiger 
Asplanchna. 


Cyclops    strenuus 
var.  vici  uus 


Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis 


Dasselbe  wie  auf  der  Oberflache. 


39 


28.  Mftrz. 


1891. 
2(5.  April. 


21.  Mai. 


September, 


1S<>2. 
W.  Mai. 


17.  Juni. 


24.  Juii. 


In  alien  Zonen. 


Oberflache. 

1  Meter  Tiefe. 

3  Meter  Tiefe. 

(Grand) 

Oberflache. 


In  1  Meter  und 
2  Meter  Tiefe, 

Oberflache. 


Oberfliiche. 


Oberflaclie. 


Oberflache. 


1  Meter  Tiefe. 


Cyclops  strenuus  var.  vicinus  (auf  der 
Oberflaclie   viele  Nauplius-Stadien  desselben) 

(Einzeln:  Daphnia  longispina,  Diaptomus  gra- 
cilis). 

Sehr  spiirliches  Material. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus  (viele 
Nauplius-Stadien  desselben). 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Diaptomus  gracilis. 


Cyclops   strenuus   var. 

vicinus 
Daphnia  longispina 
Alona  Leydigii 


Limnodrillus   Hoffinei- 

steri 
Chironomus-Larven. 


Cyclops  strenuus  var.  vicinus 

Daphnia  longispina 

Asplanchna  Brightwellii  (hiiufig). 

Dasselbe  wie  auf  der  Oberflache. 


Cyclops    strenuus   var.    vicinus.     Viele 

Nauplius-Stadien  desselben 
Daphnia  Kahlbergensis  (hiiufig) 
(Einzeln:    Daphnia  longispina,  Daphnella  bra- 

chyura,  Leptodora,  Diaptomus  gracilis), 

40°/0  Kaderthiere  (Asplanchna  Brightwellii,  To- 

lyarthra  platyptera,  Brachionus  angularis) 
Cyclops  strenuus  var.  vicinus 

Daphnia  Kahlbergensis 
Cyclops  str.  var.  vicinus.    (Viele  Jugendstadien 
derselben.) 

Daphnella  brachyura 
Diaptomus  gracilis 
(Einzeln:    Daphnia  Kahlbergensis,   Cyclops  str. 
var.  vicinus,  Leptodora) 

Leptodora  Kindtii 

(Hiiufig:    Diaptomus    gracilis,    Cyclops  vicinus, 
Daphnella  brachyura,  Daphnia,  Kahlbergensis). 


40 

3  Meter  Tiefe. 

Hiiufig:    Cyclops    vicinus,    Diaptomus    gracilis, 

Daphnella  bracbyura 
Einzeln:  Daphnia  Kahlbergensis. 

1({.  October. 

Oberfl&che. 

I)  iaptom  ii  s  gracilis 
Daphnella  bracbyura  (biiufig) 
Cyclops  str.  var.  vicinus  (viele  Nauplius-Stadien 
desselben). 

1  Meter  Tiefe. 

Diaptomus  gracilis 
(Loptodora,  Daphnella  |  h&ufig],  Cyclops  str.  var. 
vicinus  (einzeln). 

2  Meter  Tiefe. 

Diaptomus   gracilis 
Cyclops  str.  var.  vicinus  (biiufig) 
Leptodora,  Daphnella  (einzeln). 

18!>3. 

Oberflache. 

Nauplius  (massenhaft) 

7.  April. 

Cyclops  strenuus  var.  vicinus 
Diaptomus  gracilis  (einzeln) 
Syncbaeta  tremula 
Bracbionus  angularis. 

Das  Jahr  1893  war  fur  die  weiteren  Beobacbtungon  am  Unterpocernicer 
Teieho  sebr  ungiinstig,  denn  der  Wasserstand  fiel  um  1  m  unter  das  Normale, 
und  eine  Menge  von  Thieren,  die  sonst  im  Sommcr  biiufig  sind,  blieb  aus.  Die 
Alge  Apbanizoraenon  flos  aquae  nabm  im  August  so  iiberhand,  dass  sie  die  Hiilfte 
des  Gesaramtfanges  auf  der  Oberfi&che  sowie  in  1  m  Tiefe  betrug  und  die  Thier- 
welt  fast  ganz  maskirte.  Die  Algen  erschienen  massenhaft.  Ein  Fang  auf  der  Ober- 
flftche  mit  dein  pellagischen  Netze  auf  140  m  Liinge  enthielt  C'72  gr  Aphanizo- 
menon  und  7*50  gr  Itaderthiere  und  Crustaceen.  Daphnia  Khalenbergensis  blieb 
fast  ganz  aus,  was  wir  dem  Umstande  zuschreiben,  dass  ihre  Ephippien  in  der 
Uferregion  liegen,  welche  gegenwiirtig  trocken  ist. 

Die  tabellarischen  Uebersichten  der  in  Vorstehendem  gesamnielten  Daten 
folgen  in  der  systematischen  Uebersicbt  der  Fauna. 


tllustrirtes  Verzcichniss  der  im  tTnterpoCernicer  Teiche 
aufgefundenen  Arten. 

Dieses  Verzcichniss  entbiilt  bei  jeder  Art  die  im  Laufe  der  Untersucbungs- 
daucr  constatirten  Beobachtuugen  in  Beziehung  auf  die  Form  oder  Varietat,  in 
wclcbcr  die  betroffenden  Arten  auftreten,  iiber  die  Zeit  des  Erscheinens  sowie 
Bemerkungen  iiber  die  dasselbe  beglcitendcn  biologischen  VerbJltnisse. 


41 

Die  tllustrationen  betreffend  haben  wir  ausser  eincr  lleihe  von  Original- 
zeichuungen  audi  mehrere  mis  zur  Disposition  stehenden  Bilder  aus  Hellich's  01a- 
doceren,  Dr.  Vavra's  Ostracoden  und  aus  den  Publicationen  des  Dr.  Tartaek  etc- 
benutzt  und  das  mit  Rucksicbt  auf  unsere  Teichwirthe,  denen  wir  dadurcli  das 
Erkennen  der  am  hiiufigsten  vorkommenden  Thierarten  ermogliclicn  wollen,  denn 
dieselben  shid  kaum  in  der  Lage  sick  die  in  der  Literatur  zerstreuten  Abbildungen 
in  oft  selir  unzug&nglichen  und  kostspiejigen  Werken  zu  verscbaffen. 


TTrthiere    (Protozoa). 

Wurzeli'iissler  (Rhizopoda). 

Die  Rbizopodenarten  kamen  regelmftssig  am  Grande  und  Litoral,  an  mit 
Pflanzendetritus  bedeckten  Stelleu,  vor.  Besonders  biiufig  fand  man  dieselben, 
Wt'nn  man  das  Knie  dcs  Schilfes  brach  und  auf  das  Objectglas  ausdriickte. 

Interessant  ist  die  Thatsaclie,  dass  einige  Arton  zuweilen  auch  pcllagisch 
lebend  auf  der  Oberfi&che  angetroffen  wurden. 

Sebr  artenreich  an  Rhizopoden  erwiesen  sich  die  kleinen  Pftttzen  und  Ma- 
terialgriibeu  in  der  Umgebung  des  Teicbes,  die  aber  in  dieser  Arbeit  nicht  be- 
rncksichtigt  wurden,  weil  dieselben  uur  selten  bei  Hochwiissern  auf  kurze  Zeit 
"iit  demselben  in  Verbindung  steben. 


^ffgfev 


FiS-   11.     Arcella  vulgaris  Ehrenb.     A.  Von  antra   mit   zwei 

Kernen  »  und  ev  oontraotilen  Vacuolon,  pa  Pseudopodira,  *  Sohale, 

PNahrung  (Vergr.  300mal).   -    R.  Von  der  Seite  ('"%).  -  0.  V. 

Schalenstructur  looomal  vergrossert.  (Nach  Taranek.) 


Fig.  18.     Difflugia  pyrifor- 

mis  Porti.    Vergr.   8O0mal. 

(Nach  Taranek.) 


Arcella  vulgaris  Ehbg.  (Fig.  11.)  Typische  Form.  Nicht  Mufig  im  Litorale. 
difflugia   pyriformis    Party.    (Fig.  12.)    Die  haufigste  Art  im  Litorale  und 

am  Boden. 
Difflugia    acuminata    EKbg.    (Fig.   18.)    Litoral  und  zuweilen   audi  pellagiscb 

auf  der  Oberfl&che. 


42 


Fig.    18,    Difflugia   acumi- 
nata Ehbg.  Vergr.  SOOmal. 
(Nach  Taranek.) 


A 

Fig.    15.    Difflugia   corona    Vejd. 

A  von  Obcn,  D  von  der  Seite  mit 

dem   Mutid    naeh    untnn.    Vergr. 

■SOOmal.   (Naeh  Taranek.) 


Fig.  14.  Difflugia  urceolata 
( larter.    Originalzeichnung 

nach  einem  pellagisch  anf 

der  Oberfliiche  lebend  ge- 

flscbten  Exemplar, 


Difflugia  urceolata  Carter.  (Fig.  14.)  Ira  Litorale  und  pellagisch  auf  der 
Oberfliiche.  Tritt  in  einigen  Varietaten  auf,  hauptsiichlich  in  der  kugeligen 
(Leidy,  Fresh-water  Rhizopods,  PL  XIV.  fig.  5)  und  in  der  ovalen  Form, 
die  regelmiissig  in  den  Knieen  des  Schilfes  vorkommt. 

Difflugia  corona  (Fig.  15).  Im  Litorale  zieralich  hiiufig  lebend  angetroffen. 


Aufgussthierchen  (Infusoria). 

Die  Infusorien  tragen  im  Unterpocernitzer  Teichc  zur  Zusararaensetzung 
desFlanktons  nur  in  geringem  Masse  hei,  und  kamen  nur  an  todten  Fischen,  die 
mit  Saprolegnia  bedeckt  waren,  in  grosserer  Menge  vor  (Stylonychia,  Euplotes, 
Glaucoma,  Paramecium,  Halteria  etc.),  sowie  auch  im  Badehause  auf  den  Cri- 
statellen. 

Die  Vertreter  der  Infusorien  werden  regelmassig  das 
ganze  Jahr  hindurch  pellagisch  und  litoral  beohachtet. 

Die  Flagellaten,  welche  freischwimmend  in  der 
pellagischen  Zone  leben,  gehoren  uberwiegend  zu  den  Eu- 
glenoidinon. 

Die  nackten  Formen  sind  durch  E  u  g  1  e  n  a  o  x  y  u  r  i .  s 
Schmarda  vcrtreten. 

Regelmiissig  kommen    auf  der  Oberflaclie  die  leb- 
haften,  eine  braun.  bis  schwarz  gefftrbte  Schalo  tragendeD 
winzigen  Trachelomonas  volvocina  Ehg.  und  P  li  i  a- 
loneraa  cyclostomum  Stein  vor.  (Fig.  16.) 

Eine  regelmassige  Erscheinung  ist  die  an  den  Cyclops-  und  Daphnia-Arten 
festsitzende  Form  Colacium  vesiculosum  Ehg.,  die  oft  in  ansehnlicher  An- 
zahl  die  Dorsten  und  den  Korper  der  erwahnten  Krustenthiere  bedeckt. 

Freischwimmende  Flagellaten  sind  noch  durch  die  hiiufigo  Peri  din  iuffl 
tab  n  latum  Ehg.  und  Eudorina  eleg'ans  Ehg.  vertreten. 


Fig.  1C.  Phialonema  cyclo- 
stomum. Originalzeichnung 
390mal  vergrossert. 


43 

Dinobryon  sertullaria  Ehrcnb.  (Fig.  17.)  Nach  dicser  fiir  die  pella- 
gischen  Siisswasser  Europas  so  charakteristischen  Art  habeu  wir  lange  urasonst  ge- 
fahndet,  erst  am  1.  Juli  1893  trafen  wir  einige  Individuen  pellagisch  auf  der  Ober- 
fl^che  an. 

Die  Cilia ta  bieten  *nur  wenige  Formen,  welche  freischwiramend  pella- 
gisch,  vorkommen  und  ist  vor  allem  die  interessantc  Codonella  lacustris 
Entz.  zu  erwahnen.  (Fig.  18.) 

Das  Thier  bewohnt  eine  regelmiissige,  cbitinige  Schale,  die  mit  Sandkorn- 
cnen  bedeckt  ist.  Ilir  Aufenthaltsort  ist  vorzugswoise  die  Oberfliiche,  aber  sie  siukt 
auch  bis  zu  1  Meter  Tiefe. 

Sie  ist  nicht  stets  haufig  vorhanden,  am  hiiufigsten  ersclicint  sie  im  Friili- 
J8ir,  und  man  ftndet  sie  bis  zum  October. 

Ein  Bewohner  dcs  Litorale  ist  Stent  or  polymorphus  Ehg.  und  coe- 
r  ileus  Ehg.,   der  am  Scliilfe  und  an  Wasserpflanzen  angelieftet  angetroffen  wird. 


*?•  17.    Dinobryon  sertullaria  Ehrenb. 

'K'innJy.niolinung    350w;il    Yergrdssert. 


Pig.  18.  Codonella  lacustris 
Entz.  Originalzeichnung 

500mal  vergriissnrt. 


Oric 


Fig   19.  Acineta?  crassipes  Fr.  Original- 
zeichnung.   VergrOssert   I85mal. 


Die  Gattung  Trichodina  pedi cuius  Ebg.  fcrifft  man  haufig  schmaro- 
tzend  auf  der  Oberfliiche  des  Ilydra-Korpers.  Im  August  1888  haben  wir  sie  in 
emer  enormen  Anzahl  auf  den  Cristatella-Colouien  angetroffen,  die  von  den  Tri- 
chodinen  fast  bedeckt  waren. 

Es  sind  nocli  die  Infusorien  zu  erwahnen,  die  sich  auf  verschiedene  Orga- 


44 


nismen  festsetzen.  Hire  Triiger  sind  hauptsttchlich  die  Crustaceen  and  dann  audi 
die  Algen.  Es  sind  die  peritrichen  Gattungen  Bpisty lis,  Zoothamnium  und 
Vorticella,  die  somit  zu  den  sogenaunten  passiv-pellagischen  Formen  gehoren, 
wenn  sic  sich  an  pellagischcn  Bewohnern  festsetzen.  Zuweilen  findet  man  an 
den  Cyclops-Arten  auch  die,  cine  chitinige  Hiilse  bewohnonde  Cothurniopsis 
vaga  Schrk. 

Von  Suctorien    kara  Podoplirya   cyclopum   CI.  auf  Cyclopsarten  vor. 

Ausserdem  trafen  wir  einraal  eiu  acinetenartiges  Thier  mit  dicken  spar- 
samen  Pseudopodien  an.     Wir  wiirden  davon  keine  Erwahnung  machen,  da  nur  in 

Eile  cine  fliichtige  Skizze  verfertigt 
werden  konnte,  aber  wir  fanden  es 
heuer  audi  im  schwarzen  See  und 
hoffen  daruber  spater  griindlicheren 
Bericht  zu  geben.  Ich  benenne  es  vor- 
derhand  Acineta?  crassipes.  (Fig. 
19.) 


k.        v 


■ 


::• 


Fig.  20.    Hydra  vulgaris. 


Pflanzenthiere  (Ooelenterata). 

Die  Weiclithiere  sind  im  Unter- 
pocernitzer  Teiclie  durch  zwei  Gattun- 
gen vertreten,  niimlich  durch  Hydra 
und  Spongilla. 

Hydra  vulgaris  Pall.  (Fig.  20.) 
Siisswasserpolyp  setzt  sich  mit 
Vorliebe  auf  die  Stengel  des  Schil- 
fes,  WO  sie  fast  das  ganze  Jabr 
hindurch  angetroffen  wird. 

E3  pliydatia  fluviati  1  i s  Lk.  Siiss- 
wasscrschwamra.  Wird  regelni.:is- 
sig  im  Sommer  auf  den  Steinen 
dcs  Dammes  angetrofen,  wo  sie 
kleinere  Colonien  bildct. 


Warmer  (Vermes). 

Vortex  truncatus  Osc.  Schmidt.  (Fig.  21.)  Im  Juni  in  litoralen  Binsen. 
Steno stoma  lcucops  Osc.  Schmidt.  (Fig.  22.)  Ira  Juni  bei  Ephydatift  fluviatilis- 

Mesostomum.    Zwei  Arten   wurdcn  im  Juni   an   den  Wurzeln   des  Schilfes    ge- 

funden. 
Planaria.  Dendr  ocoel  urn  und  Polycol  is,  deren  specifische  Bestimraung  noch 

niiher  gepruft  werden  muss,  fanden  sich  rcgelmiissig  unter  den  Steinen  deS 

Teichdammes. 
Dorylaimua  stagnalis.  Im  litoralen  Schlamme. 


45 

Limnodrillus  Hoffmeisteri  Clap.  Regelmassig  das  gauze  Jahr  hindurch  im 
Bodenschlamme  ziemlich  hftuflg.  Im  Juni  1892  fand  Dr.  Stolz  bei  eiuem 
Besuche  der  Station  den  Bandwurm  Archigetes  Sieboldi  darin. 

Tubifex  rivulorum.  Viel  ^cltener  als  der  vorige  im  Bodenschlamme.  Das  Hin- 
terende  ofters  mit  Vorticellideu  bewachsen. 


— 3 


Pig.  81,  Vortex  truncatus  0.  Schm.  Ge-  Fig.  22.    Stenostoma  leucops  0.  Schm. 

zeiohnet  vou  Dr.  Sekera.  Gezeichnet  von  Dr.  Sekera. 

c  Qehirn,  ph  Pharynx,   g,  gl  Drttsen,  ex  Wassergefasssystem,   o  Geschlechtsoffnung,    »',  i,  Erstes 

und  zweites  Individium. 

Stylaria  lac  us  tr  is  L.     Im  Schilfe  des  Litorale  im  Sommer  hftufig,  wurde  zu- 

wcilen  auch  pellagisch  gefischt. 
Stylaria  paras  it  a  Dsc.  Schm.  Im  Litorale  haufig. 
Nais  e Unguis  Mull.  Im  Litorale  und  Bodenschlamra  haufig. 
Chaetog aster  diap nanus  Gruith.  Selten  im  Litorale. 
^•eolosoma  quaternarium  Ehbg.    Im  Schilfe. 
piscicola   geometra   J!  lair  v.     Haufig  an  Fischcn  und   auch  frei  im  Litorale. 

Legte  im  Glase  Gocone  ab,  aus  denen  die  jungcn  im  Juni  ausschliipften  und 

eine  grosse  Lebenszahigkeit  hatten. 
vlepsine  sexoculata  Bergm.  Am  Boden  des  Kalmes  und  am  Teichdamm. 


46 

Clepsine  bioculata  Sav.  Am  Teichdamm  unter  Steinen. 

Nephelis  vulgaris  Moq-Tand.  Haufig  im  Litorale  und  am  Teichdamm. 

Das  Vorkommen  der  Riiderthieie  (Rota  tori  a)  ist  hauptsachlich  damit  be- 
achtenswerth,  dass  dieselben  jedes  Jahr  zu  bestimmtcr  Zeit  und  zwar  in  dem  Mo- 
nate  Juli  in  solcher  Mengc  crscheincn,  dass  die  anderen  Thierformen  von  der 
Oberflache  verdriingt  und  das  Plankton  fast  ausschliesslich  aus  Raderthieren  zu- 
sammengesetzt  erscheint.  So  am  22.  Juni  1888  bilden  die  Radertbiere  90%  des 
auf  der  Oberflache  und  40%  des  in  1  Meter  Tiefe  gofischtcn  Materiales.  Aber 
schon  am  30.  Juni  desselben  Jahres  finden  wir  nur  40%  auf  der  Oberflache  und 
10%  in  1  Meter  Tiefe.  Am  7.  Juni  1889  bilden  sic  wieder  auf  der  Oberflache 
80%  und  in  1  Meter  Tiefe  60%  des  Materiales. 

Die  ganze  Masse  wird  hauptsachlich  von  Asplanchna  Brightwellii  und 
Brachionus  pala  gebildet,   zu  denen  noch  Schizocerca  diversicornis,    Anuraea  acu- 


Fig.  23.  Asplanchna  Brightwellii  Gossc.  a  Weibchen,  b  Mannchen.  Vergr.  65mal. 

leata,  Polyarthra  platyiitera  und  Triarthra  longiseta  aber  mit  viel  geringerer  Au- 
zahl  beitragen. 

Vor  und  nacb  dieser  kurzen  Dauer  finden  wir  diese  und  viele  andere 
Arten  mit  Ausnahme  der  Wintermonate  fast  das  ganze  Jahr  hindurch  nur  ganz 
einzeln. 

Es  scheint  dies  mit  der  Temperatur  des  Wassers  zusammenzubangen,  da 
dieselbe  immer  24—26°  C.  betrug. 

Melicerta  ring  ens  Ehbg.  Die  zierlichen  weisslichen  Httlsen  dieses  Rader- 
tbieres  finden  sich  haufig  von  Miirz  bis  Juli,  hauptsachlich  an  Steinen  des 
Teichdammes,  oft  in  solcher  Menge,  dass  diese  dem  blossen  Auge  weisslicb 
getupfelt  crscheinen.  Sie  bilden  nur  sparlicb  veriistelte  Colonien. 

Oecistes  stygis  Gosse.  Im  April  1893  an  den  Uferalgen  und  an  den  Coco- 
nen  der  Piscicola  geometra  festsitzend.  Die  Individuen  waren  nicht  mit 
dem  Ende  der  braunlichen  Hiilse,  sondcrn  seitlich  festgesetzt. 

Conochilus  vol  vox.  Ehbg.  Erscheint  in  den  Sommermonaten.  Die  Colonien 
sind   auffallend  schwach,  moist   aus   wenigen  Individuen  zusammengesetzt. 


47 

Auffallend  war,  dass  im  Juni  1893  nur  jo  ein  Individuum  in  der  gall.  Hiille 
sass,  auf  welcher  Vorticelliclen  und  grime  Algen  schmarotzten. 

Rotifer  vulgaris  Ehrenb.  Vom  Mlirz  bis  Juli  hiking  im  Litorale  zwischen 
Algen  und  auf  Wass#rasseln. 

A-Ctinurus  neptunius.  Ehbg.  Dieses  interessante  Raderthier  fandeu  wir  zwei- 
mal  im  April  1892  in  der  Ufcrregion  zwischen  Algen. 

A  s  P 1  a  n  c  h  n  a  Brightwellii  Gosse.  (Fig.  23.)  Im  Juli  kommt  dieselbe  massenliaft 
in  beiden  Geschlechtcrn  vor,  und  zwar  hauptsachlich  auf  der  Oberflache,  in 
der  Tiefe  in  betriiclitlicli  geringerer  Anzahl.  Sonst  wird  sie  vom  April 
bis  November  beobachtet,  aber  nur  die  Weibchen. 

Das  Weibchen  (Fig.  23.  a)  oval,  von  0*75  mm  Lange,  Kiefer  kraftig, 
mit  stumpfem  Zahn  eudigend,  unter  welchem  ein  breites  Plattchen  aufsitzt. 
Eierstock  mondformig. 

Das  Mannchen  (Fig.  23.  b)  kurz  sackformig,  von  0-38  mm  Lange, 
hinten  abgestutzt,  ohne  Fortsiitze,  darnach  von  anderen  Arten  leiclit 
kenntlich. 

Dieses  Raderthier  ist  sehr  gefrassig,  und  wir  fanden  in  dem  Magen 
neben  Krustenthieren  auch  Raderthiere  Anuraca  aculeata,  und  sogar  Tri- 
arthra  longiseta  und  Schizocerca  diversicornis. 


fWUlu 


Fi 


JS-  24.    Triarthra   longi 
seta.  Vergr.  120mal, 


Fig.  26,   Brachionus  pala  Ehbg.  a  Weibchen,  b  Mikmcheii. 
Vergr.  120mal. 


^ynchaeta  tremula  Ehrbg.  Vom  April  bis  November  vereinzelt,  im  Juni  haufig 

auf  der  Oberflache. 
'  ynchaeta  pec  tin  a  ta  Ehbg.     Vereinzelt  mit  der  vorigen. 
°'yarthra  platyptera  Ehbg.    Vom  April  bis  Juli  auf  der  Oberflache  ziem- 

Hch  haufig,  im  Juni  am  blufigsten  mit  Asplanchna  und  Brachionus. 
'''iartln-a   longiseta  Ehbg.    (Fig.  24.)    Kommt   mit  der  vorigen  Art  auf  der 

Oberflache  und  ziemlich  haufig  audi  in  der  Ufcrregion  vor. 


ft 


48 

Furcularia  aequalis  Ehbg.  In  den  Sommermonaten  in  der  Uferregion  ziem- 
lich  selten  angetroffcii. 

Brachionus  pala  Ehbg.  Diese  Art  ist  im  hochsten  Masse  veriinderlich.  Ehren- 
berg  bildet  diese  Art  ohne  hinteren  Seitenstacheln,  und  mit  vier  gleicb 
langen  Stacheln  des  Vorderrandes  ab.  Unsere  Art  nabert  sicb  der  Abbildung 
Hudson  und  Gosse's*)  PL  f.  XXVIII.  Fig.  3.  und  noch  inelir  der  Art 
Brachionus  Margoi  Daday**),  hauptsiichlich  in  der  Bewaffnung  des  Vorder- 
randes, doch  bildet  derselbe  die  hinteren  Seitenstacheln  nicht  als  beweg- 
lich  ab.    Hftufig  vom  April  bis  August,  im  Juli  raassenhaft. 

Brachionus  rubens  Ehbg.  Ist  uns  nur  vereinzelt  im  April  1892  auf  der 
Oberfliiche  vorgekommen. 

Brachionus  angularis  Gosse.  Ziemlich  liliufig  auf  der  Oberfliiche  und  in  der 
Uferregion  vom  Mai  bis  Juli.  Dessen  Oberfliiche  ist  stets  mit  Schmutz 
bedeckt  und  daher  das  Detail  scliwer  zu  beobachten. 


Fig.  27.  Anurea  aculcata.  120mal  vergr. 


Fig.   28.    Schlzocerca    diversicornis    120mal   vorgr. 

a   gowolmliche   Form,   b  eine    Varietilt  mit   gleich- 

langen   Hinterspitzen. 

Schizocerca  diversicornis  Daday  (Fig.  26.)  Diese  schone  Art  kommt  vom 
April  bis  Juli  vor.  In  diesem  Monate  ist  sie  ziemlich  hftufig  auf  der  Ober- 
flache,  dann  aber  verschwindet  sie  gftnzlich.  Sie  kommt  audi  in  einer 
Varietat  vor,  bei  der  die  Hinterstacheln  gleich  lang  sind,  von  denen  dor 
eine  bei  der  normal  en  Form  immer  sehr  klein  ist.  (Fig.  26.  b). 

A  niiraoa  a c u  1  e a t a  Ehbg.  ( Fig.  27.)  Hauptsiichlich  auf  der  Oberfliiche  und  in 
1  Meter  Tiefe,  vom  Mai  bis  November,  im  Juli  am  hiiufigsten. 


*)  Hudson  und  Gosse,  The  Rotifera.  2  Theile  mit  34  Tafeln.  1888. 
**)  Dr.  J.  Daday,  Oj  adatok  a  kerekesfdrgek  innereWhez.  In  Mathematikai  kozlomenyi'l'- 
(Magyar  Akademia)  Budapest  1884. 


49 

A.nuraea  squamula  Ehbg.    Nur  vereinzc.lt  im  Juli  1892  in  der  Dferregion. 

Anuraea  tecta  Gosse.  Selten  pellagisch  auf  der  Oberfliiche  (Juli,  1892.). 

Anuraea  stipitata.  Ehbg.  In  einigen  Exemplaren  (im  September  1892)  auf  der 
Oberfiache  mit  der  vo*igen  Art. 

Tabellarische  Uebersicht   des  Auftretens  der  wichtigsten  Raderthiere   nach  den 

einzelnen  Monaten. 


I 

II 

III 

IV 

V 

VI 

VII 

VIII 

IX 

X 

XI 

XII 

Conocbilus  volvox 

Asplancbna  Brigthwellii    .    . 
Synchaeta  tremula      .... 
Polyartbra  platyptera    .    .    . 
Triarthra  longiseta    .... 

■Brachionus  pala 

Schizocerca  diversicornis  .    . 
Anurea  aculeata 

• 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 

+ 

+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 

4- 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
-t- 

+ 

4- 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
4- 
4- 

+ 
+ 

■f 
+ 

h 

" 

h 

+ 

Es  erwies  sich,  dass  in  der  Periode  des  massenhaften  Auftretens  der  Rader- 
^ere  ein  permanentcr  Aufenthalt  auf  der  Station  nothwendig  ware,  was  aber  uns 
mcht  moglich  war. 


Krustenthiere  (Crustacea.) 

Wasserflohe  (Cladocera). 

8 1 d a  or y  s t  all i n a  0.  F.  Miiller.  Fig.  28.  (Fr.  Krust.*) 
p.  229.  Fig.  30.  Hellich,  Cladoc.**)  p.  15.)  Sie 
bewohnt  ausschliesslich  die  Uferzone,  wo  sie  sich 
meistens  an  den  Stengeln  der  Wasserpflanzen  mit- 
telst  eines  besonderen  Haftorganes  mit  demKopfe 
nach  unten  festhalt.  (Siehe  weiter  unten  das  Bild  der 
Litoralfauna  des  Gatterschlager  Teiches.  Fig.  4.). 
Sie  erscheint  im  Juni,  und  es  treten  nur  Weibchen  auf. 
Die  eingeschlechtliche  (parthenogenetische)  Fort- 
Pflanzung  dauert  bis  zum  October,  erst  dann  werden 
die  Mannchen  angetroffen  und  damit  beginnt  die 
zweigeschlechtliche  Fortpflauzuug,  die  also  bei  dieser 


Fig.  28. 

M. 


Sida  crystal  I 

aus  Frio,   Kr 
Vergr.  lOmal. 


ina  0.  F. 

ust. 


*)  Frio.,  Krustenthiere  Bohmens.  Archiv  fur  Landesdurchf.  II.  Hand  Abtli.  II. 
**)  Hellich,  Cladoeeren  Bohmens.  Archiv  fur  Landesdurchf.  III.  Band.  IV.  Abtheilung.  Heft  2. 

4 


50 

Art  nur  einmal  ini  Jahre  vorkommt,  (Weismann*)  nennt  solche  Arten 
„inonocyclische").  In  demselben  Monate  bilden  die  Weibchen  Winter-Eier 
und  die  Art  wird  zum  letzenmale  im  November  wahrgenommen. 
Daphne  11a  brachyura  (Liev)  Fig.  29.  (Sida  brachyura  Li6v.  Fr.  Krust.  p. 
229.  Fig.  31.  —  Hellich  Cladoc.  p.  16.)  Diese  Art  bewohnt  hauptsachlich 
die  Oberfiache,  wird  nebstdem  einzeln  auch  bis  2  m  Tiefe  angetroffen  und 
zeichnet  sich,  wie  alle  pclagische  Bewohner,  durch  den  glashellen  Korper 


A  b 

Fig.  29,  Daphnella  brachyura.  Liev.  A.  Vorder  Seite  uach  Fr.  Kr.  Vergr.  40mal. 
B  von  unten  nach  Sars. 


Fig.  30.  Daphnia  longispina.  Loyd.  Vergr.  BOmal. 

aus.  Ihre  Lebensperiode  erstreckt  sich  vom  Juni  bis  November.  Im  Juli 
bildet  sie  raanehmal  den  grossten  Theil  des  Oberflachenfanges,  im  Sep- 
tember trifft  man  sie  schon  mit  Wintereiern.  Diese  Art  tragt  auch  zur 
Nahrung  des  Karpfens  bei. 


*)  Dr.  A.  Weismann,  Bcitrage  zur  Naturgeschichte  der  Daphnoiden.  Leipzig.  1876—79. 


51 

Daphnia  longispina  Leydlg.  (Fr.  Kr.  p.  233.  Fig.  36.  —  Hellich  Cladocera 

p.  32.)  (Schalenstachel  lang.  Abdominalfortsatze   an  der  Basis  verwaclisen, 
der  erste  lftnger  als  der  zweite.  Endkrallen  olme  Nebenkamm). 

Gehort  zu  den  'pellagischen  Bewohnern.  Sie  wird  am  meisteu  auf  der 
Oberflache,  bei  kiihleror  Temperatur  bis  zu  3  m  Tiefe  angetroffen. 

Sie  kommt  das  ganze  Jahr  hindurch  vor.  In  dieser  Frist  werden 
immer  zwei  Geschlechtsperioden  beobachtet.  („Polycyclische  Art"  nach 
Weismann). 

Im  Unterpocernitzer  Teiche  erscheinen  die  Mannchen  zum  erstenmale 
im  Juni,  zura  zweitenmale  im  October.  Zu  dieser  Zeit  ist  immer  die  Zahl 
der  Individuen  betrllchtlich  grosser  als  in  anderen  Monaten.  Am  haufigsten 
erscheint  sie  also  im  October  und  November,  and  dann  im  Mai  und  Juni. 
In  anderen  Monaten  kommt  sie  sparlicher  vor  und  wird  audi  unter  dor 
Eisdecke  angetroffen. 


Fig.  81.  Daphnia  galeata.  Bars  (aus  Hellich,  Clad.). 
Vergr.  40mal. 


1)al»linia  galeata,  Sars  (Hellich  p.  36  Fig  10.)  Fig.  31.  (Korper  sehr  durcli- 
sichtig.  Kopf  hocb,  gehelmt.  Nebcnauge  klein  aber  deutlich.  Postabdomen 
mit  12  Dornen.  Endkrallen  ohne  Nebenkamm.) 

Eylmann  stellt  die  Arten  gracilis  Hellich  und  galeata  Sars  als  Syno- 
nyma  zu  der  D.  hyalina  Leydig,  weil  letzte  Art  sehr  stark  variirt.  im 
Unter-Pocernitzer  Teiche  kommt  nur  die  Form  D.  galeata.  vor.  Sie  lebt 
pelagisch  uud  wird  nur  im  Monate  Mai,  Juni  und  Juli  beobachtet.  Im 
Mai  sind  die  Mannchen  hauftg,  im  Juni  und  Juli  bilden  die  Weibchen 
sclion  Wintereier. 

Bei  Daphnia  hyalina  I^eydig  erscheinen  nach  Weismann  die  Mannchen 
erst  im  August. 

al>hnia  (Hyalodaphnia)  Kalilbergensis  Schoed.  (Hellich  p.  88.)  Fig.  32. 
Wegen  der  Abwesenheit  des  Nebenauges  wird  die  D.  Kahlbergensis  als 
besondere  Gattung  Hyalodaphnia  betrachtet.  Die  Form  des  Kopfes  variirt 
sehr  stark,  die  bei  den  jungen  Individuen   sich  durch  eine  sichelfSrmige 


Dj 


,,  *)  Eylmann,  Beitrag  zur  Systematik  der  europaischon  Daplmiden.  Im  Berichte  d.  Naturf. 

wess.  zu  Freiburg.  1887. 

4* 


52 


Form  auszeichnet,  welche  sich  als  D.  Cederstromii  Schoed.  unterscheidet.  I  in 
Sommer  bildet  sie  regelmiissig  den  Hauptbestandtheil  des  Oberftachen- 
fanges,  sinkt  aber  audi  bis  zu  3  m  Tiefe.  Sie  erscheint  im  April,  im  Juli 
ist  sie  massenhaft  vorhanden,  dann  nimmt  die  Individuenzahl  allmalig  ab. 
Triigt  auch  betriichtlich  zur  Karpfennahrung  bei. 


Fig.  32.  Daphnia  Kahlbergensis.  a  Weibchen  iron  dor  Seite.  50mal  vergr,  h,  o  Verschiedeno 

Kopfformen. 


Fig,  88.  Scapholeberis  mucronata.  0.  F.  M.  nach  Fr. 

Vergr.  40mal. 


Simocephalus  vetulus  0.  F.  Mull.  (Daphnia  sima  Fr.  Krust.  p.  234.  Fig. 37. 
—  Hellich  p.  41.  Fig.  12.)  Die  Art  wurdc  nur  im  Juni,  September  und 
November  in  der  Uferzone  im  Scbilfe  gefischt.  Da  sie  eigentlich  die  kleineren 
Ttimpel  im  Friibjabre  und  im  Sommer  bewohnt,  ist  es  wabrscheinlich,  dass 
sie  bei  hoherem  Wasserstande  aus  den  ober  dem  Teiche  gelegenen  Wasser- 
Tiimpeln  in  denselben  gerathen  ist. 

Scapholeberis  mucronata.  0.  F.  Mull.  (Fr.  Krust.  p.  237.  Fig.  41.  Hellich 
p.  45.  Fig.  15.)  Fig.  33.  Dieser  Bewohner  der  Uferzone  tritt  vom  Juni 
bis  September  auf.  In  diesem  Monate  kommt  er  massenhaft  vor  und  bildet 
Wintereier. 

Ceriodaphnia  pulchella  0.  G.  Sars.  (Hellich  p.  50.  Fig.  18.)  Gewohnlich  in 
der  Gesellschaft  der  vorigen  Art  in  der  Uferzone  vom  Juni  bis  September. 


53 


Bosmina  cornuta  Jur.  (Hellich  Cladoc.  p.  58.)  Im  Juni  und  Juli  in  der  Ufer- 

Zoiie  massenhaft.  Ausserdem  haben    wir  sie  noch   einzeln    im  August   und 

dann  im  Janner  unter  der  Eisdecke  und  im  April  beobachtet. 
Bosmina  longirostris  »0.   F.    Mull.    (Fr.   Kr.   p. 

238.  Fig.  43.  —  Hellich  p.  58.)  Fig.  34.  Diese 

Art   kommt    nur  sparlich   gemeinsam  mit  der 

vorigen  in  der  Uferzone  vor;   haufiger  fanden 

wir  sie  in    der   Tiefe    von    2  und  3  m,   nie 

aber   so  massenhaft   wie  die  vorige.    Im  Mai 

Juni  und  Juli  gefischt. 
Macrothrix  hirsuticornis  Norman.  (Hellich  p.  65. 

Fig.  25.)  Selten  im  Ufer-  und  Boden -Schlamine- 

Marz  und  October. 


1 
Fig.  84.  Bosmina  longirostris. 

0.  F.  M.  (nacli  Fric,  Krusten- 
thiere).  Vergr.  80mal. 


Fig,  35.  Ilyocryptus  sordidus.   Orig.   Vergr.  40mal.  Im  Boden  wiiMend,  mit 
Schmutz  und  Vorticellen  bedeckt. 

^yocryptus  sordidus  Li<Sv.  (Hellich  p.  71.)  Fig.  35.  Ausschliesslich  Boden- 
und  Uferschlammbewohner.  Die  Schale  ist  immer  mit  Schlamm  und  Algen 
bedeckt,  am  Hinterrande  siedeln  sich  oft  grosse  Colonien  von  Vorticellen 
an.  Seine  Bowegung  ist  ausserst  schwerfiillig  und  unbeholfen.  Vom  Janner 
bis  Juni. 

Eurycercus  lamellatus  0.  F.  Mail.  (Lynceus  lamellatus  Fr.  Kr.  p.  239.  Fig. 
45.  —  Hellich  p.  73.)  Kommt  nur  selten  in  der  Uferzone,  wahrscheinlich 
aus  den  Wiesentumpeln  beim  Hochwasser  herabgoschwemmt,  vor. 

Acroperus  leucocephalus  Koch.  (Lynceus  leucocephalus  Fr.  Krust.  p.  241. 
Fig.  47.  Hellich  p.  79.  Fig.  37.)  Gleichfalls  wie  Eurycercus  nur  sparlich 
im  Schilfe  gefischt. 

*lona  Ley  dig  ii  Schocdl.  (Lynceus  quadrangularis.  Leydig  Fr.  Kr.  p.  243.  Fig. 
51.  —  Hellich  p.  84.  Fig.  41.)  Fig.  36.  Wird  das  ganze  Jahr  hindurch 
am  Boden  angetroffen,  oft  in  ansehnlicher  Anzahl,  am  lmufigsten  im  Mo- 
nate  Juni  und  Juli.     Sie  bildet  audi   die  Nahrung  des  Karpfens.     Leere, 


54 

irisirende  Sclialen  trifft  man  bei  der  Schlcmmung  des  Bodenschlamraes 
immer  massenhaft  an. 
A  Ion  a  affinis  Leydig  (Lynceus  affinis  Fr.  Kr.  p.  242.  Fig.  50.  Hellich  p.  85. 
Fig.  42  und  43.)  Die  untere  Kante  des  Postabdomens  ist  einfach,  niclit 
gruppenweise  bedornt.  Sparlich  am  Boden  mit  der  vorigen  Art,  vertritt 
im  Gatterschlager  Teiche  die  A.  Leydigii. 


Fig.  37.  Alona  rostrata,  Koch.  (Au8  Hellich, 
Clad.). 


Fig.  30.  Alona  Leydigii,  Schoedl.  Weibchen.  Fig.  38.  Plcuroxus  trigonellns,   O.   F.  Mill. 

a  Tastantenne,  d  Kuderantenne,  md  Mandibcln,  (Aus  Hellich,  Clad.).  Vergr.  UOmal. 

or  Gehimganglion,  o  Auge,  mn  Nebenauge,  c  Herz, 
es  Schlund,  ip  Darm.eoecum,  an  After,    ov  Eier- 
Stook  (Aus  Hellich,  Clad.).  Vergr.  70mal. 

Alona  rostrata  Koch.  (Hellich  p.  93  Fig.  65.)  Fig.  37.  Hiking  in  der  Uferzone 

von  Juni  bis  September. 
I'lc.uroxuu  trig  on  el  Us,  0.  F.  Mull.  (Lynceus  trigonellus  Fr.  Kr.  p.  243.  Fig- 

52.  —  Hellich   p.   103.  Fig.   60.)   Fig.   38.     Haufig   in  der   Uferzone,   im 

Schilfe  und  Binsen. 
Plcuroxus  aduncus,  Jur.  (Hellich   p.   104.)     Mit   der   vorigen   Art,    aber   viol 

seltener. 
Pleuroxus  personatus  (Leyd.).  (Lynceus    personate  Leyd.   Fr.   Kr.   p.   246. 

Fig.  56.  _  Hellich  p.  106.)    Diese  seltene    Art   kommt  ebenfalls   in   der 

Uferzone  am  sandigen  Grunde  vor. 
Pleuroxus  truncatus  (0.  F.  Mull.).   (Lynceus  truncatus   0.  F.  M.  Fr.   Kr.  p. 

344.  Fig.  53.  —  Hellich  p.  L06.)  Manchmal  haufig  in  Binsen. 


55 


Ch yd  or us  globosus  (Baird.).  (Lynceus  glo- 
bosus,  Baird.  Fr.  Kr.  p.  245.  Fig.  57.  — 
Hellich  ]).  108.  Fig.  62,  63.)  In  der  Ufer- 
zone  im  Schilfe  und  Jttnsen.  Nicht  hiiufig. 

Chydorus  sphaericus  (0.  F.  Mull.).  (Lynceus 
sphaericus.  0.  F.  M.  Fr.  Kr.  p.  24G. 
Fig.  58.  —  Hellich  p.  111.  Fig.  67,  68.) 
Fig.  39.  Hiiufig  vom  Juni  bis  November 
in  der  Uferzone,  hauptsachlich  an  den 
von  Pflanzen  bewachsenen  Stellen. 

^hydorus  caelatus,  Schoedler  (Hellich  p.  117. 
Fig.  69.)  Sie  kommt  ziemlich  selten  vor 
in  der  Gesellschaft  mit  den  vorigen  Chy- 
dorus-Arten.  Wir  haben  sie  im  Miirz  und 
dann  im  November  in  grosserer  Anzahl 
gesammelt. 


^#S§f 


Fig.  89.  Chydorus  sphaericus.  oh  Ge- 

hirn,  al  Lippenanhang,  c  Herz.  (Aus 
Hellich,  Clad.).  Vergr.  80mal. 


Fig.  40.  Leptodora  Kindtii  Focke.  Orig.  Vergr.  20mal. 

LePtodora  Kindtii  Focke  (L.  hyalina  Liljb.)  (Fr.  Vesmlr.  Jahrg.  III.  p.  16. 
Fig.  4.  Hellich  p.  116.)  Fig.  40.  Diese  Art  ist  mit  Hyalodaphnia  Kahl- 
bergensis  fur  die  Teiche  im  Gegensatz  zu  den  Seen  bezeichnend.  Sie  er- 
scheint  zum  erstenmale  im  Monate  Mai,  und  diese  Generation  sohlupft 
aus  den  uberwinterten  Dauereiern  aus.  Die  Zahl  der  Individuen  ninaint 
allmahlich  zu,  am  grossten  ist  sie  im  Juli  und  August.  Sie  vermehrt  sich 
in  diesen  Monaten  parthenogenetisch.  Im  October  und  November  treten 
die  Miinnchen  auf  und  beginnt  die  geschlechtliche  Periode.  Die  Weibchen 
produciren  in  diesen  Monaten  fast  ausschliesslich  die  durch  stiirkere 
Schalen  erkennbaren  Wintereier.  Im  November  nimmt  die  Zahl  der  Lepto- 
doren  ab,    und  im  December  verschwindet  die  Art  giiiizlich.    Sie   gehort 


56 


also  zu  den  inonocyclischen  Arteu,  bei  denen  die  Miiunchen  nur  cinmal 
im  Jahre  zum  Vorschein  kommen.  Ihr  Aufeuthaltsort  ist  die  Tiefe  von  1  m 
in  der  Mitte  des  Teiches.  Bei  kiihler  Temperatur  steigt  sie  manchmal 
auch  bis  zur  Oberflache,  bei  warmerer  sinkt   sie  bis  zu  2  m  Tiefe  herab. 

Muschelkrebse  (Ostracoda). 
Notodromas  monacha  (0.  F.  Mull.)  (Vavra  Ostr.*)  p.  32.  Fig.  7.)  Kommt  uur 

sparlich  in  den  Sommermonaten  in  der  Uferzone  vor. 
Candona   fabaeformis   (Fischer).   (Vavra  Ostr.   p.  45.  Fig.  6,   12,   13.)    Im 

Bodenschlamme  findet  man  regelmassig  viele  leere  Schalen  von  dieser  Art, 

die   in   den    Wiesentiimpeln    oberhalb    des  Teiches  lebt,    von  wo  sie  bei 

Hochwassern  in  den  Teich    fortgeschwernmt  wird,    wo  sie   abstirbt,   denn 

niemals  wurde  die  Art  daselbst  lebend  beobachtet. 
Cypria  ophthalmica  (Jur.)  (Vavra  Osti.  p.  63.  Fig.  19,  20.)  Fig.  41.     Diese 

Art  kommt  vom  Miirz  bis  October  in  der   Uferzone  und  auch  am  Grunde 

zieml'ich  hiiufig  vor. 


Fig.  41.  Cypria  ophthalmica  (Jur.).    Die  Schale   des  Weibohena  von  dor 
Seite  und  von  oben.  Vergr.  50mal.  (Aus:  Vavra,  Ostr.). 

Gyclocypris  laevis  (0.  F.  Mull.)  (Vavra  Ostr.  p.  68.  Fig.  21.)  Fig.  42. 
Kommt  manchmal  in  grossen  Massen  in  der  Uferzone  und  am  Grunde  vor. 
Auch  findet  man  sie  in  der  Karpfennabrung. 


Fig.  42.  Cyclocypris  laevis  (0.  F.  Mull.).   Die  Schale  von  der  Seite  und 
von.  oben.  Vergr.  Gonial.  (Aus:  Vavra,  Ostr.). 

C  yp  rid  ops  is  vidua  (0.  F.  Miill.)  (Vavra  Ostr.  pag.  75.  Fig.  23.)  In  dor  Ufer- 
Zone  vom  Juni  bis  October  nicht  hiking. 

*)  Vftvra.  Monographic  der  Ostracodm  BOluaeiis.  (ArcMv  for  aaturw  Landeadurchf  von 
BiShmen.  V1I1.  Bd.  Nro.  8.) 


57 


*ypridopsis  Newtoni,  Brady  &    Rob.  (Vavra   Ostr.  p.  77.  Fig.  24.)  Fig.   43. 
Vora  Juni  bis  October  biking  an  den  Stcinen  des  Teichdammes. 


Fig.  48.  Cypridopsis  Newtoni,  Brady  &  Rob.    Von   der  Seite  und  von 
oben.  Vergr.  45mal.  (Aus:  Vavra,  Ostr.). 

Freilebende  Spaltfiissler  (Gopepoda). 

Cyclops  strenuus  Fisch.  var.  vicina  Ulj.  (Fig.  44.)  (Die  ersten  Anteunen 
17-gliederig.  Hintere  Ecken  der  zwei  letzten  Segmente  des  Vorderleibes 
in  eine  Spitze  verlangert.  Das  rudiraentiire  Fiisschen  zweigliedrig,  das 
zweite  Glied  tragt  am  E.nde  eine  lange,  befiederte  Borste  und  in  der  Mitte 
des  Innenrandes  einen  kurzen  Dorn.  Furka  sehr  verlangert,  am  Innen- 
rande  bewimpert,  auf  der  Riickenseite  mit  einer  Chitinleiste. 


b 
Fig.  44  a  Cyclops  strenuus,  Fisch.  var.  vicina  Ulj.  Vergr.  Steal, 
b  Rudimentares  Fiisschen.  Vergr.  180mal. 

Diese  Art  variirt  ausserordentlich.  Unsere  Form  ist  nur  eine  pelagische 
Varietat  von  C.  strenuus,  die  von  dieser  durch  stark  gestreckten  Leib 
verscbieden  ist. 

Die  Art  kommt  das  ganze  Jabr  vor.  Im  Milrz  und  April  erscbeiuen 
noben  wohlentwickelten  Thieren  auf  der  OberflJiche  die  Nauplius-Stadien 
in  grosser  Menge.  Im  Juli  und  August  niinmt  die  Zahl  dieses  Cyclops 
allmahlich  ab,   im  September  und  October  nimmt  sie   wieder  zu  und  ist 


58 


dann  in  der  Teichfauna  vorherrschend.  In  den  Wintermonaten,  und  unter 
der  Eisdecke  ist  dann  pelagisch  fast  nur  dieser  Cyclops  und  Daphnia 
longispina  vorhanden. 

Er  halt  sich  in  der  Mitte  des  Teiches  auf  der  Oberflache,  sinkt  auch 
zuweilen  bis  2  m  Tiefe. 
Cyclops  oithonoides  Sars  var.  hyalina  Rhg.  (Die  ersten  Antennen  17- 
gliederig.  Das  rudimentaxe  Fiisschen  wie  bei  der  vorigen  Art  zweigliedrig, 
die  Borste  am  Innenrande  fast  so  lang  wie  die  Endborste  und  neben 
dieser  befestigt.) 

Lebt  mit  der  vorigen  Art  in  der   pelagischen  Zone,  erscheint   aber 
nie  in  grosserer  Menge.  Vom  Juni  bis  September. 


Fig,  45  a  Cyclops  albldus  Jur.  Vergr.  25mal,  5  Rudimentttres  Fiisschen. 

Vergr.  ISOmal. 

Cyclops  viridis  Jur.  (Cyclops  gigas  Cls.  Fr.  Kr.  p.  220.  Fig.  14.)  (Die  ersten 
Antennen  17-gliederig,  kurz,  nur  den  Hinterrand  des  ersten  Segments  er- 
reichend.  Das  rudimcntare  Fiisschen  wie  bei  der  vorigen  Art  zweigliedrig, 
das  Basalglied  sehr  breit,  das  zweite  Griied  klein,  mit  langer  Borste  en- 
digend,  die  Borste  des  Innenraudes  verkiimmert,  dornartig.) 

Diese  Art  gehiirt  zu  den  grossten,  sie  erreicht  eine  Lange  von  2  bis 
5  mm.  Sie  halt  sich  nur  in  der  litoralen  Zone  auf,  manchmal  ziemlich 
hiiufig.  Vom  Feber  bis  November. 

Cyclops  albidus  Jur.  (Cyclops  tenuicornis   Cls.  Fr.  Kr.  p.  219.  Fig.  12.)  Fig. 

45.  (Die  ersten  Antennen  17-gliederig,  das  32.  Glied  mit  Riechkolben.  Das 

rudimentare   Fiisschen  zweigliedrig,    das  zweite   Glied  mit   drei  Borten.) 

Kommt  hauiig  mit  der  vorigen  Art  in  der  Uferzone  in  den  Fruhjabrs- 

und  Souuner-Monateii   vor. 


59 


Qyclops  fuscus  Jur.  (Cyclops  coronatus  Cls.  Fr.  Kr.  p.  218.  Fig.  11.)  (Die 
ersten  Antennen  17-gliederig,  das  12.  Grlied  ohne  Riechkolben.  Das  rudi- 
mentare Fiisschen  me  bei  Cyclops  fuscus.) 

Mit  der   vorigen  Art   haufig  in   dei    Uferzone   und   zuweilen    auch 
am  Boden. 
Cyclops  insignis  Cls.  (Fr.  Kr.  p.   222.   Fig.   17.)    (Die  ersten  Antennen   14- 
gliederig.    Das  rudimentare   Fiisschen   wie  bei   Cyclops  strenuus.    Furka 
sehr  lang.) 

Sehr  selten  in  der  Uferzone. 
Cyclops  serrulatus  Fisch.    (Fr.  Kr.   p.  222.  Fig.  18.)    (Die   ersten  Antennen 
12-gliederig.    Das  rudimentare  Fiisschen  eingliederig,   am  Ende  mit  drei 
Borsten.  Die  Aussenrander  der  langen  Furka  gesagt.) 
In  der  Uferzone  haufig  voni  Feber  bis  September. 
Cyclops  fimbriatus  Fisch.  (Cyclops  pauper,  Fr.  Kr.  p.  223.  Fig.  20.)  Fig.  46. 
(Die  ersten  Antennen  8-gliederig.    Das  rudimentare  Fiisschen  eingliederig, 
mit  einem  einseitig  grob  gesagtem  Dome  und  zwei  Borsten.) 

Kanu  wegen  der  Kiirze  der  Vorderfuhler  nur  schlecht  schwimmem 
kaun  aber  kricchen.  In  der  Uferzone  im  Schilfe  und  Binsen. 


%  46.  a  Cyclops  fimbriatus,  Fisch.  Vergr.  45mal,  b  Rudimen- 

tilros  Fiisschen.  Vergr.  400mal. 


Fig.  47.   Argulus  foliaceus  L. 

Weibcheii  von  unten  2mal 
vergr,  d  Saugnapf  am  vord. 
Kieferfnss,  rs  Samenbehalter. 


c 


I)i 


authocamptus  staphilinus  Jur.  (Fr.  Kr.  p.  224.  Fig.  21.)  Manchmal  sehr 
haufig  in  der  Uferzone,  zuweilen  auch  am  Boden.  Vom  Mai  bis  November, 
'aptomus  gracilis  Sars  Kommt  in  der  pelagischen  Zone  das  gauze  Jahr 
vor,  am  haufigsten  vom  Juli  bis  October. 
A,'gulus  foliaceus  L.  (Fr.  Kr.  p.  215.  Fig.  6.)  Fig.  47.  Auf  den  Fischenfest- 
sitzend.  Auch  in  der  Uferzone  manchmal  haufig,  und  gleichfalls  pelagisch 
freischwimmend. 

Die  Asseln  Qsopoda). 
Melius  aquatic  us,  (ieoffr.  (Fr.  Kr.  p.  254.  Fig.  72.)  Diese  fast  alio  stehenden 
Cewiisser  bewohneiide  Wasserassel   kommt  das  ganze  Jahr  am   Ufer,  am 
Damm  uml  besonders  haufig  beim  Einflusse  des  Baches  vor. 


GO 

Tabellarische  Uibersicht  der  Vertheilung  der  Crustaceen  des  Unter-Po6ernitzer 

Teiches  nach  den  Regionen. 


Cfadocera. 

Sida  crystallina  0.  F.  Miiller  .  . 
Daphnella  brachyura  Li6v.  ... 
Daphnia  loiigispina  Leydig.      .    .    . 

„        galeata  Sars.  .    .    •  .    .    . 

„         Kahlbergensis  Schoed.  .    . 
Simocephalus  vetulus  0.  P.  Miill.  . 
Scapholeberis  mucronata  0.  F.  Miill. 
Ceriodaphnia  pulchella  Sars     .    .    . 
Bosmina  cornuta  Jur 

„         longirostris  0.  F.  Miill.    . 
Macrothrix  hirsuticornis  Norm.  .    . 

Ilyocryptus  sordidus  Li6v 

Eurycercus  lamellatus  0.  F.  Miill. 
Acroperus  leucocephalus  Koch 

Alona  Leydigii  Schoed 

„      affinis  Leydig 

„      rostrata  Koch 

Pleuroxus  trigonellus  0.  F.  Miiller 

„  aduncus  Jur 

„  personatus  Leydig.  .    .    . 

„  truncatus  0.  F.  Miiller  . 

Chydorus  globosus  Baird         .    .    . 

„  sphaericus  0.  F.  Miill.    . 

„  caelatus  Schoed    .... 

Leptodora  Kindtii  Focke  .... 

Ostracoda. 

Candona  fabaeformis  Fisch.  .  .  . 
Notodroinas  monacha  0.  F.  Miill.  . 

Cypria  ophthalmica  Jur 

Cyclocypris  laevis  0.  F.  Mull.    . 
Cypridopris  Newtoni  Brady  &  Rob. 
„  vidua  0.  F.  Mull.    .    . 

Copepoda. 

Cyclops  strenuus  var.  vicina  Ulj.   .    . 

„        oithonoides  var.  hyalina  Rhg. 

„       viridis  Jur.   ...       .    .       . 

„        albidus  Jur 

„        fuscus  Jur 

„        insignis  Cls 

„       serrulatus  Fisch 

„        fimbriatus  Fisch 

Diaptomus  gracilis  Sars 

Canthocamptus  stapbylinus  Jur.  .    .    . 


Litoralc 

Region 


+ 


+ 
+ 
+ 
+ 


+ 
+ 


+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+ 

4- 
+ 
+ 

4- 

4- 


Pellagische  Itegion 


Oberflache    I  m   |  II  m  |  III  m 


+ 


+ 


Bodfin 


+ 
+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 


+ 
+ 


+ 

4 


+ 


+ 

+ 


+ 


+ 

+ 


+ 
+ 


+ 


+ 


61 


Tabellarische  Uibersicht  des  Auftretens  der  Crustaceen  nach  den  Monaten 


H»         l-» 


,0 

s 


bt) 


P 


Cladocera. 

Sida  crystallina    .    .    .  . 

Daphnella  bracbyura  .  . 

Dapbnia  longispina  .    .  . 

„        galeata  .    .    .  . 

„        Kablbergensis  . 
Simocephalus  vetulus  . 
Scapholeberis  raucronata 

Ceriodapbnia  pulchella  . 
Moina  brachiata  .    . 

Bosmina  cornuta     .    .  . 

»         longirostris  .  . 
Macrothrix  hirsuticornis 

I'yocryptus  sordidus   .  . 

Euryccrcus  lamellatus  . 
Acroperus  leucocepbalus 

Alona  Leydigii     .    .    .  . 

»      affinis 

i)      rostrata     .    .    .  . 

"leuroxus  truncatus    .  . 

,,         trigonellus 

»         aduncus      .  . 

p      »         personatus 

^hydorus  globosus  .    .  . 

n        sphaericus    ..  . 

r      »        caelatus    .   .  . 

^eptodora  Kindtii  .   .  . 

Ostracoda. 

Candona  fabaeforrais  .  . 
^otodromas  monacha 

J^ypria  ophthalmica    .  . 

^yclocypris  Iaevis    .   .  . 

°ypndopsis  Newtoni  .  . 

ii  vidua  .    .  . 


Copepoda. 

Cyclops  strenuus  var.  vicina     . 

»       oithonoides  var.  hyalina 

»       viridis     .    . 

"       albidus   .    . 

»       fuscus     .    . 

I!       insignia  .    . 

i!       serrulatus  . 
T    h       fimbriatus  . 
'^aptomus  gracilis  ... 
Un-thocamptu8  staphylinus 


+ 


+ 
+ 


h 


+ 


+ 
+ 


+ 


+ 


+ 
+ 


+ 


L 
4" 


f 


+ 

4- 


+ 


-h 


+ 


+ 
+ 


+ 


+  + 
+  + 


+ 
+ 


+ 

+ 


+ 
+ 

f 
+ 


+ 


+ 

+ 

+ 


+ 


+ 


+ 

+ 
+ 
+ 

-i- 

4- 

1+ 

!* 


4. 

4- 
+ 
4- 
+ 


+ 
+ 
+ 


+ 


+ 


+ 
■i- 
4- 


+ 

+ 
+ 
+ 


-+- 
+ 
+ 


+ 

+ 


+ 
+ 
+ 


+ 


+ 
+ 

4- 
+ 
+ 


+ 
+ 
+ 


+ 
4- 

V 


h 


+ 


+ 


f- 

4- 

4- 


+ 


+ 
+ 


+ 
4- 


+  + 

+  + 


+ 


H- 


+ 

+ 


1- 


+ 


+ 


62 

Die  vorstohenden  Tabellen  geben  einc  iibersichtliche  Darstellung  der  Ver- 
theilung  der  einzelnen  Arten  je  nach  den  Regionen  und  je  nach  der  Jahreszeit, 
wodurch  die  schon  friiher  theilweise  an  anderen  Teichen  Bohmens  gemachten  Be- 
obachtungen  theils  bestiitigt  theils  erganzt  wurden. 

Bei  der  Tabelle  der  Vertheilung  nach  den  Regionen,  wurde  vom  zufalligen 
Vorkommen  mancher  Art  in  einer  Region,  in  der  sie  nicht  regelmassig  lebt,  abge- 
sehen,  denn  dies  wird  oft  durch  Wind,  Wellengang  und  anderer  Zufalligkoiten 
verursacht. 

Auch  Temperaturverhiiltnisse  tragen  gewiss  dazu  bei,  dass  manche  Art  in 
einem  Jahre  ctwas  tiefer,  in  einem  anderen  etwas  weiter  oben  angetroffen  wird. 
Ebenso  wechselt  die  Zeit  des  Auftretens  und  des  Dauerns  einzelner  Arten  etwas 
in  verschiedenen  Jahren. 

Es  konnen  daber  unsere  Tabellen  nur  als  eine  Grundlage  fur  weitere  Be- 
obachtungen  angesehen  werden.  Manche  Llicken  werden  nur  dann  ausgefiillt  werden 
konnen,  bis  die  Arbeiten  auf  den  Stationen  permanent  sein  werden. 

Die  Versuche  iiber  die  Verschiodenheit  des  Aufhaltens  der  Crustaceen  bei 
Tag  und  Nacht  wurden  nur  wenige  gemacht  und  erlauben  noch  nicht  daraus 
Schliisse  zu  ziehen. 

Die  Wassermilben  (Hydrachnidae). 

Die  Wassermilben  linden  wir  zahlreich  in  der  Uferzone,  aber  nur  in  we* 
nigen  Arten.  Es  ist  vorwiegend  Nesaea  fuscata  Koch,  und  dann  die  kleinere 
Hygr.obates  longipalpis  Herm.,  dessen  Beine  der  Schwimmborsten  entbehreii, 
desswegen  sich  die  Art  zwischen  Pflanzen  halt. 

Von  einer  Hydrachniden-Art  fanden  wir  die  Larven  auf  Ephydatia  lacustris. 


Die  lnsekten  (Hexapoda). 

In  den  Sommermonaten  erscheinen  die  Springs  chwanze  (Poduridae) 
manchmal  in  grossen  Mengen,  so  dass  das  Ufer  schwarz  gesaumt  erschcint.  Es 
sind  da  (Nach  Hrn.  J.  Uzel's  Bestimmung)  vertreten: 

1'odura  aquatica  Lat.,  Isotoma  palustris  Lat. 

Sminthurus  aquaticus  Lat.,    Sminthurus  elegantulus  Reuter. 

Die  Larven  der  E  in  tags  f  lie  gen  (Eph  einer  id  ae),  die  nach  den  blatt- 
formigen  Tracheenkiemen  an  den  Seiten  des  Hintertheiles  erkenntlich  sind,  sitzen 
an  den  Stengeln  des  Schilfes  (Cloeon  dipterum). 

Die  Gehause  der  Kocherfliegen  (Phryganidae)  trifft  man  an  der 
Uferzone  sowohl  am  sandigen  Grunde  wie  zwischen  Wasserpfianzen  und  am  Boden 
manchmal  in  ansehnlicher  Menge  an.  (Fig.  48.) 

Prof.  Klapalek  hat  im  Unter-Pocernitzer  Toich  folgende  Arten  gefunden 
und  bestimmt: 


63 


Phryganea  grandis  L. 
Phryganea  striata  L. 
Agrypnia  pagetana  Curt. 
Limnophilus  flavicornis  F. 
Limnophilus  decipiens  Kol. 
Limnophilus  vittatus  L. 


Limnophilus  griseus  L. 
Limnophilus  bipunctatus  Curt. 
Limnophilus  extricatus  Me  Lachl. 
Anabolia  laevis  Zett. 
NotidoMa  ciliaris  L. 
Oecetis  ochracea  Curt. 


Die  Wasserwanzen  (Hydro  cores). 

'•alten  sich  hauptsiichlich  im  oberen  Theile  des  Teiches  im  Schilf  auf.  Es  sind  die 
fast  alle  Teiche  bewohnenden  Corisa  Fallenii  Fieb.,  Notonecta  glauca  L. 
Ul*d  Nepa  cinerea  L. 

Die  Miickenlarven  (Guliciformes). 

leben  vorwiegend  auf  dem  Boden,  wo  sie  aus  Sandkornchon  Rfihrchen  zusammen- 
kleben,  in  denen  sie  sich  aufhalten.  Die  Ch  i r o n  o m u s-Larven  (Fig.  49)  stellen 
111  dem  am  Grunde  gefischten  Materiale  und  im  Bodenschlamme  immer  neben  den 


Fig.  48.  Anabolia  laevis,  Zott. 
w-   Junges,   !).  vollkommenfts  Larvenge- 
httuse  »/„  (Aus  Klapalek,  Trich.*)  Fig.  8.) 


Fig.    49.     Chironomus-Larve  aus 
der  Uferregion,  (imal  vergrCssert. 


vv 


"irmern  den  Hauptbestandtheil  dar.  Der  Magen  und  die  Speiserohre  der  grosseren 
Karpfeu  war  oft  von  diesen  rothen  Larven  vollgestopft. 


Die  Weichthiere  (Mollusca). 

In  der  Fig.  50  geben  wir  unseren  Teichwirthen  eine  Ubersicht  der  im 
J'iter-Pocernitzer  Teiche  vorkommenden  Weichthiere,  die  aber  auch  fast  in  alien 
lichen  vorkommen. 


*)  Klapalek  F.,   Untersuchungen  ilber  die  Fauna   der  Gewiisser  Bohmens.  II.   Metamor- 
P  ose  d°r  Trichopteren.  (Archiv  der  natnrwiss.  Landesdurchforschung  von  Bohmen)  Prag  1893. 


64 


'  1 


u. 


10. 


12. 


:«v 


M  ■ 


0T 


'    ■■:.-■  ■■■■    :;■","■' 


i:t. 


Fig.  50.  1.  Succinoa  Pfeift'eri,  2.  Limnacus  stagnalis,  8.  Linmaeus  palustris,  4.  Limnanus  truncatnlns, 
5.  Flanorbis  spirorbis,  8.  Planorbis  margiuatus,  7.  Planorbis  albus  8.  Plan orbis  crista,  9.  Paludina 
vivipara,  10.  Aacylus  lacustris,  1 1.  Anodonta  piscinalis,  12.  Oalyculina  lacustris,  18.  Sphaerium  corneuifl! 

;imal  vergr. 


65 


I) 


An  den  Uferpflanzen,  gewohnlich  aufder  Unterseite  der  Blatter  sitzt  Suc- 
cinea  putris  L.  und  Succinea  Pfeifferi  (Fig.  50,  1.)  Rossm.,  die  auch  an 
den  Schilfstengeln  und  im  Wasser  selbst  sich  aufhalfc. 

Die  Schlaminschneckpn,  L  i  in  n  a  e  u  s  s  t  a  g  n  a  1  i  s  (Fig. 
50,  a.),  L.  auricularis  L.  und  L.  aniplus  Hartm.  bevor- 
zugen  den  Schlammboden  zwischen  Wasserpflanzcn.  Die  leeren 
Gehiiuse  finden  sich  oft  am  Ufer.  Limnaeus  palustris 
MtUl.  (Fig.  50,  3.)  und  L.  truncatulus  Mull.  (Fig.  50,  4.) 
sind  hiiufigere  Arten,  die  in  der  Gesellschaft  der  vorigen 
leben. 

Die  Tellerschnecken,  Planorbis  rotundatus,  Poir. 

und  PI.  spirorbis  L.  (Fig.  50,  5.)  sind  haufig,  Pla- 
norbis ma'rginatus,  Drap.  (Fig.  50,  <;.),  P.  albus, 

Mull.    (Fig.  50,    7.),  P.  vortex,  L.  und  P.  crista, 

L.  (Fig.  50,  8.)  kommen  nur  vereinzelt  vor,  sie  halten 

sich  mit  Vorliebe  zwischen  Wasserpflanzen  auf. 
ie  Sumpfschnecke,  Paludina  vivipara,  Lam.  (Fig. 

50,  9.)  lebt  nur  in  der  Mundung  des  Baches  Rokyt-        < 

nice  und  gerath  niemals  in  den  Teich. 
Dle  Teichnapfschnecke,  Ancylus  lacustris,  L.(Fig.    gs 

50.  10.)  findet  man  immer   vereinzelt   an  den  Schilf- 

stengeln. 
Dle  Flussmus  chela  siud  nicht  in  grosser  Menge  vertreten, 

gewohnlich   findet  man  nur  leere  Schalen   am  Ufer,        . 

die  den  Arten  Unio    pictorum,  L.,  Anodonta 

cygnea,    L.   und   Anodonta    piscinalis,    Nils. 

(Fig.  50,  11.)  gehoren.    In  den  Zufliissen  beherbergen 

im  Fruhjahr  die  Kiemen  von  Anodonta  piscinalis  die 

jungen  Fische  vom  Bitterling  (Bhodeus  amarus).   Im 

Herzbeutel  dieser   Muschel   findet  man  oft  den  in- 

teressanten  Saugwurin  Aspidogaster  conchicola,  Baer. 
*e  Kugelmuscheln  erscheinen  nur  hie  und  da,  nie  in 

grosserer  Menge,  es  sind    Sphaerium   lacustre, 

Mfill.  (Fig.  50,  12.),  Sph.  corneum,  L.  (Fig.  50,  is.) 

und  die  winzige  Pisidium  casertanum  Poli  var.         e 

fossarina,  Cless. 


I) 


* 


Die  Moosthierchen  (Bryozoa). 

Die    Moosthierchen    siud    in   drei    Arten 
jjanuich  Plumatella  fungosa,  Pull.,  P.repens 
m  Cristatella  ophiodoidea,  Hyatt.  (Fig.  51). 

Diese  letztere  Art  erscheint   an  den  Balken  des   Badehauses  immer  in 


Fig.  51.   Cristatella  ophio 
doidea,  Hyatt.  Einige  Colo- 
vertreten,  nien  am  Sebilfstengel  in 
Blainv  natflrl.  Grfisse. 

"  '    (Aus  Kafka  Bryoz.)*) 


*)  Kafka  J.,  Siisswasserbryozoen.  (Archiv  der  naturw.  Landesdurcbforsch.  von  Bobmen.) 


66 

grosser  Menge.    Auf  tier  Oberfliichc  der  Colonien  schmarotzt  Trichodina  pediculUS 

St.    Im  Mai  schliipfen  die  Jungen  aus 

den  Statoblasten  aus. 

Tabellarische   Ubersicht  der  im  Unterpocernltzer  Teiche  sichergestellten  Arten 

von 

Thieren. 

Arcella  vulgaris  Ehbg. 

Clepsine  soxoculata  Borgm. 

Difflugia  pyriformis  Pertz. 

Clepsine  bioculata  Sav. 

Difflugia  acuminata  Ehbg. 

Nephelis  vulgaris  M.  T. 

Difflugia  urceolata  Carter 

Melicerta  ringens  Ehbg. 

Difflugia  corona  Wall. 

Oecistes  stygis  Gosse 

Euglena  oxyuris  Schm. 

Conochilus  volvox  Ehbg. 

Trachelomonas  volvocina  Ehrnb. 

Eotifer  vulgaris  Ehbg. 

Phialonema  cyclostomura  Stein 

Actinurus  noptunius  Ehbg. 

Colatium  vesiculosuni  Ehrnb. 

Asplanchna  Brightwelli  Gosse 

Peridinium  tabulatum  Ehrnb. 

Synchaeta  tremula  Ehbg. 

Eudorina  elegans  Ehrenb. 

Syuchaeta  pectinata  Ehbg. 

Dinobryon  sertullaria  Ehrnb. 

Polyarthra  platyptera  Ehbg. 

Codonella  lacustris  Enz. 

Triarthra  longiseta  Ehbg. 

Stentor  polymorphus  Ehrnb. 

Furcularia  aequalis  Ehbg. 

Stentor  coeruleus  Ehrnb. 

Brachionus  pala  Ehbg. 

Paramecium 

Brachionus  rubens  Ehbg. 

Trichodina  pediculus  Ehrnb. 

Brachionus  angularis  Gosse 

Epistylis 

Schizocerca  diversicornis  Dad. 

Zoothamnium 

Anurea  aculeata  Ehbg. 

Vorticella 

Anurea  squamula  Ehbg. 

Cothurniopsis  vaga  Schr. 

Anurea  tecta  Gosse 

Podophrya  cyclopum  CI. 
Acineta?  crassipes. 
Ephidatia  fluviatilis  Lmk. 
Hydra  vulgaris  Pall. 
Vortex  truncatus  Schm. 
Steuostoma  leucops  Schm. 
Planaria 
Dendrocoelum 
Polycelis 

Dorylaimus  stagnalis  Duj. 
Limnodrilus  Hofmeisteri  Clap. 
Tubifex  rivulorum  L. 
Stylaria  lacustris  L. 
Stylaria  parasita  Osc.  Schm. 
Nais  elinguis  Mull. 
Chaetogaster  diaphanus  Gruith 
Aelosoma  quaternarium  Ehbg. 
Piscicola  geometra  P>lain. 


Anurea  stipitata  Ehbg. 
Sida  crystallina  0.  F.  Muller 
Daphnella  brachyura  Li6v. 
Daphnia  longispina  Leydig 

„        galeata  Sars. 

„         Kahlbergensis  Sclroed. 
Simocephalus  votulus  0.  F.  MiiH- 
Scapholeberis  mucronata  0.  F.  Mull- 
Ceriodaphnia  pulchella  Sars. 
Bosmina  cornuta  Jur. 

„        longirostris  0.  F.  Mull- 
Macrothrix  hirsuticornis  Norm, 
llyocryptus  sordid  us  Li6v. 
Eurycercus  lamellatus  0.  V.  Mull- 
Acroperus  leucocephalus  Koch 
Alona  Leydigii  Schoed. 
„      affinis  Leydig 
rostrata  Koch 


67 


Pleuroxus  trigonellus  O.  F.  Mull. 
„  aduncus  Jur. 

„  personatus  Leydig 

„         truncatus  0.  F., Miill. 
Chydorus  globosus  Baird. 

„        sphaericus  0.  F.  Mull. 
»        caelatus  Sckoed. 
Leptodora  Kindtii  Focke 
Notodromas  monacha  0.  F.  Miill. 
Candona  fabaeformis  Fisch. 
Cypria  ophthalmica  Jur. 
cyclocypris  laevis  0.  F.  Mull, 
^ypridopsis  Newtoni  Brady  &  Rob. 

vidua  0.  F.  Miill. 
Cyclops  strenuus  var.  vicina  Ulj. 

»        oithonoides  var.  hyalina  Rhg. 

.,        viridis  Jur. 

i,        albidus  Jur. 

«        fuscus  Jur. 

»        insignis  Cls. 

i)        serrulatus  Fisch. 

»        firabriatus  Fisch. 
^iaptomus  gracilis  Sars 
^nthocaniptus  staphylinus  Jur. 
Argulus  foliaceus  L. 
A»elus  aquaticus  Geotfr. 
Podura  aquatica  L. 
Jfotoma  palustris  Lat. 
miiitliurus  elegantulus  Reuter. 
Olouon  dipterum  L. 
j3hryganea  grail(iis  L. 
1>hryganea  striata  L. 
^grypnia  pagetana  Curt, 
^nmophilus  flavicornis  F. 
Llmnopbilus  decipiens  Kol. 


Limnophilus  vittatus  F. 
„  griseus  L. 

„  bipunctatus  Curt. 

M  extricatus  Mc  Lachl. 

Anabolia  laevis  Zett. 
Notidobia  ciliaris  L. 
Oecetis  ochracea  Curt. 
Corisa  Fallenii,  Fab. 
Notonecta  glauca  L. 
Nepa  cinerea  L. 
Chironomus  (Larvae) 
Succinea  putris  L. 

„         Pfeifferi  Rossm. 
Limnaeus  stagnalis  Lam. 

„         auricularis  Drap. 

„         amplus  Hartin. 

„         palustris  Miill. 

„         truncatulus  Miill. 
Planorbis  rotundatus  Poir. 

„         spirorbis  L. 

„         marginatus  Drap. 

„         albus  Miill. 

„         vortex  L. 

„         crista  L. 
Paludina  vivipara  Lam. 
Aucylus  lacustris  L. 
Unio  pictorum  L. 
Anodonta  cyguea  L. 

„         piscinalis  Nils. 
Sphaerium  lacustre  (Miill.) 
Sphaerium  corneum  L. 
I'isidium  casertanum  var.  fossarina  Cls. 
Plumatella  fungosa,  Pall. 
Plumatella  repens,  Blainw. 
Cristatella  opbiodoidea,  Hyatt. 


Die  Analyse 

des  Teicbwassers,   dessen  Probe  bei   ungetriibtem  Zustand  genommen,  wurde 
von  Herrn  Dr.  J.  Hanamann  in  Lobositz  gefalligst  durchgefiihrt. 

Der  Ruckstand  von  1  Liter  Wasser  vom  Unterpocernitzer  Teiche  bei  Prag 

betrug  215  Milligramms  mineraliscber  und  32  Milligramms  organischer  Stoffe.    In 

Jiesen  215  Milligramms  waren  62  Milligramm  Kalk  gebunden  an  48  Milligramm 

^°lilensaure,  11  Milligramm  Magnesia  gebunden  an  12-1  Milligramm  Kohlensiiure, 

2    Milligramm   Kieselsiiure.    Zusammen    145   Milligramm,    verbleiben   noch   auf 

G* 


68 

Schwefelsiiure,  Chlor,  Kali,  Natron,  Eisenoxyd  etc.  70  Milligramm.  In  diescr  ge- 
ringen  Wassermenge  konnten  nur  die  bei  dem  Gewichte  noch  in  grosster  Menge 
euthaltenen  Mineralstoffe  bestimrat  werden. 

Der  durch  viele  Jabre  bedeutend  angesammelte  Bodenschlamm,  welcbcr 
gewiss  als  Dungmittel  einmal  Verwertung  linden  wird,  erwies  folgende  Zusammen- 
setzung : 

In  100  Gewichtstheilen  lufttrockenen  Scblammes: 


Thon  und  Thonsilicate 61-90% 

Quarz 24-25% 

Gluhverlust 13-85% 


100-00 


Kohlenstoff l-98°/0 

Humusstoffe 3-89°/0 

Stickstoff 0-28"/,, 

Hydratwasser .      5-78% 

Hygrosbopisches  Wasser    .    .    .  4-18% 

13-85% 


In  Flusssaure 
loslich  49-24°/„ 


Gluhverlust 13-85% 

Eisenoxyd 5'15% 

Thonerde 4-16% 

Kalk 0-93% 

Magnesia 0-27%, 

Manganoxyd 0-84'70 

Natron      0-58% 

Kali 0-36% 

Phosphorsaure 0*28% 

Schwefelsaure 0-14% 

Chlor Spur 

Kieselsaure      30-39  ] 

Quarz 24-25  J 

Thonerde  . 16-16 

'  Kalk 0-59 

Magnesia 0-85 

Kali  und  Natron .  1-25*) 

100-00 

Gluhverlust      13-85 

Leicht  zersetzbare  Silibate    ....  12-66 

Schwer  zersetzbare  Silikate  ....  49-24 

Quarz 24-25 


100-00 


In  concentrirter 

Salzsiiure  loslich 

12-66% 


Gesamnit-  Kiesel- 
siiure  54-64% 


tJbersichtlich 


*)  Aus  der  Differenz  bereclmet. 


09 


Die  Priifung  der  Durchsicktigkeit  des  Wassers  wurde  unterlassen,  weil 
die  hiiungcn  Triibungen  sowie  das  starkere  oder  schwiicliere  Auftreten  des  Planktons 
und  der  Wasserbliithe  immerwiihrenden  Einfluss  auf  die  Durchsichtigkeit  und  Farbe 
des  Wassers  ausiiben.  » 

Charakteristik  des  Unter-Pocernitzer  Teiches.  Dieser  Teicb  gebort  zu 
den  im  raittleren  Bohmen  verbreiteten  Teichen,  fur  welche  in  der  pelagischeu 
Region  Daphnia  Kahlbergensis,  Leptodora  Kindtii  und  Cyclops  strenuus  bezeicbnend 
suid  und  in  deuen  keine  Holopedien   vorkommen. 

Durcb  das  iiber  den  Unter-Pocernitzer  Teich  Bericbtete  ist  dessen  Untersu- 
chung  nicht  als  abgeschlossen  zu  betracliten  und  die  dort  bestebende  stabile  Station 
wird  vielfacb  Gelegenheit  linden,  das  entworfene  Bild  zu  vervollstandigen,  detailirtere 
Arbeiten  zu  vollfiibren  und  nacb  den  Ursacben  verscbiedener  biologiscber  Erschei- 
uungen  zu  forschen. 

Dies  wird  aber  erst  nuiglicb  sein,  bis  audi  die  Mittel  dieses  Unternebmens 
aiisgiebiger  sein  werden. 


Der  (jatterschlager  Teich  bei  Neuhaus. 

Wiihrend  der  Arbeiten  am  Unter-Poccrnitzer  Tciche  erweckte  sich  in  uns 
der  Wunsch  zum  Vergleiche  auch  einen  Teich  der  zweiten  Kategorie,  fur  welclie 
Holopedium  gibberum  charakteristisch  ist,  zu  untersuchen.  liber  Antrag 
des  Museumsassistenten  Herrn  Jos.  Kafka,  welcher  sich  mit  Untersuchungen  meh- 
rerer  Teiche  im  sMUchen  Bohmen  befasste,  wurde  zu  diesem  Behufe  der  Gatter- 
schlager  Teich  gewahlt,  iiber  dessen  Voruutersuchung  Herr  Kaflia  einen  kurzen 
Bericht  bereits  ira  Jahre  1891  publicirte.*) 


Fig.  52.    Die  fliegende  zoologische  Station  auf  der  Halbinsel  des 
Gatterschlager  Teiches  im  Jahre  1891. 


Im  April  1890  wurde  die  Station  dorthin  iibersiedelt,  was  mit  grossefl 
Schwierigkeiten  verbunden  war  und  nur  durch  die  freundliche  ausgiebige  Hilfe  der 
Domainendirektion  der  Herrschaft  Neuhaus  ermiiglicht  wurde.  Herrn  Central- 
direktor  Dr.  Karl  Jicinsky  und  Herrn  Otak.  Vojta,  Verwalter  der  Teichwirthschaft, 
sagen  wir  hiemit  den  warmsten  Dank. 


*)  ITntorsuchungon  dor  Fauna  der  bohra.  Gewasser  II.  Fauna  der  bolim.  Teiche.  Archi' 
fttr  iiandesdurohforschung  Band  VIII.  Nro.  2.  pag.  61. 


71 


Daten  liber  die  Arbeitstage. 

Am  15.  April  1890  wurde  rait  den  Arbeiten  begonuen,  und  dann  in  fol- 
genden  Monatcn  fortgesetzt.  Vora  13.  bis  81.  Mai,  vom  23.  bis  28.  Juni,  vom  25. 
bis  31.  Juli,  vom  1.  bis  19"!  August,  vom  24.  bis  30.  September,  vom  18.  bis  21. 
December.  Im  Jahre  1891  bat  im  Feber  und  Marz  der  Fischhcger  einige  Proben 
conservirt.  Die  Arbeiten  wurden  wieder  fortgesetzt,  wie  folgt.  Vom  9.  bis  12.  April, 
Vom  27.  bis  31.  Mai,  vom  10.  bis  28.  Juli,  vom  19.  bis  22.  September  und  vom 
22.  bis.  25.  November,  wann  der  Teicb  wegen  der  Abfiscbung  wieder  trockcn 
gelegt  wurde. 

Der  Besuch  der  Station  war  jedesmal  rait  grossem  Zeitverlust  und  bedeu- 
tenden  Kosten  verbundcn,  weil  ausser  der  langen  Bahnfabrt  nocb  tbeuere  Fahr- 
gelegenheiten  benutzt  werden  mussten  und  selten  ein  Tag  binreicbte,  um  an  Ort 
und  Stelle  zu  komnien. 

liber  8  km  von  der  Stadt  Neuhaus  entfernt,  waren  wir  beziiglich  der  Ver- 
kostigung  fast  ausscbliesslicb  auf  Conserven  angewiesen  und  das  Ubernachten  in 
dem  kleinen  Kaume  der  Station  war  selten  etwas  angenehmes.  Unsere  Verbindung 
lr>it  der  Welt  besorgte  ein  Fisclibeger  von  Unterbaumgarten  4  7cm  weit  entfernt, 
lessen  Besucbe  aber  unregelmassig  waren.  Die  idylliscbe  Lage  und  die  Ruhe  bei 
der  Arbeit  entschadigte  uns  reichlicb  fur  den  Abgang  aller  Bequemlichkeit. 

Lage,  Grosse,  Tiefe,  Zufliisse  und  Beschaffenheit  des  Wassers. 

Der  Gatterschlager  Teich  liegt  siidostlich  von  Neuhaus  in  der  Seehohe 
V(>n  530  m  an  der  Wasserscbeide  zwischen  Bohmen  und  Oesterreich.  Er  liegt 
in  einem  seichten  Tbale,  durcb  dessen  Abdammung  das  Wasser  angestaut  wurde. 
Die  Ufer  sowie  die  angrenzenden  Anhohen  bestehen  aus  Gneiss  und  nur  stellen- 
Weise  an  den  Niederungen  finden  sicli  sandige  Ablagerungen,  welcbe  zu  jiingeren 
tertiiiren  Siisswasserbildungen  gerecbnet  werden. 

Das  Ausmaas  betriigt  196-70  Ha. 

tiber  die  Beschaffenheit  des  Teichbodens  belehrt  uns  der  Umstand,  dass 
der  Teich  im  Herbste  1891  abgelassen  wurde,  und  Dr.  Vavra  fand  damals  Ge- 
legenheit  folgende  Aufnahme  zu  machen,  die  theilweise  auf  der  Abbildung  Fig.  53. 
dargestellt  ist. 

Von  der  Uferlinie  bei  voller  Spannung  in  der  Richtung  von  der  Station 
zur  Insel  zieht  sich  auf  dem  sehr  allmiilig  sich  neigenden  Ufer  etwa  80  Schritt 
die  Zone  der  Birken,  die  da  in  Form  von  dichten,  niedrigen  Strauchen  im  ersten 
Jahre  der  Spannung  des  Teiches  ausser  dem  Wasser  stehen  und  iippig  gedeihen. 
Irn  zweiten  Jahre  geriith  diese  Zone  unter  das  Wasser,  die  Blatter  der  Birken 
faUen  ab  und  nur  die  Spitzen  der  kahlen  Zweige  ragen  aus  dem  Wasser  empor. 
Der  sandige  Boden  ist  da  mit  schwacher  Schicht  von  pflanzlichem  Detritus  bedeckt. 
Der  Boden  ist  weiter  auf  eine  Entfemung  von  etwa  180  Schritt  kahl,  sandig,  ohne 
jeden  Pflanzenwuchs,  rait  zerstreuten  Granitblocken  bedeckt.  In  der  Entfernung 
v°n  etwa  300  Schritt  findet  man  keine  Steine  am  Boden,  der  Sand  ist  da  schon 
stark  mit  dem  pflanzlichen  Detritus  vermischt,  der  weiter  bis  zur  Insel  den  Boden 
°bue  Beiraischung  von  Sand  bedeckt.    Dieser  Detritus  stammt  von  den  Uberresten 


72 


N. 


Tiefen  verbal tnisse    bei    g< 
spanntem   Teiche. 

a 2-00  m 

h 3-30  m 

c 4-20  m 

d 5-20  m 

Am  Danim 6'20  m 


Zoologische    Station  auf  dor 

bewaldeten  Halbinsel. 

Schilfpartic    unterhalb    der 

Quelle;.     Nistplatz   von  Podi- 

ceps  cristatus. 

Kahle    Ufer   unterhalb    der 

kleinen  Teiche. 

Carex  auf  Torfgrund. 

Torfgrund. 

TJtricularien  Localitat. 

Oberer  Abzugsgraben. 

Bewaldete   fusel.     Nistplatz 

von  Birkhiihnern  und  Stock- 

enten. 

Rechen  des  Forellenbaches. 

Standplatz    von    Sterna    hi- 

rundo. 

Unterer  Abzugsgraben. 

12.  Zapfenhaus. 

18.  Seichte  Bucht. 

14.  Nistplatz  von  Kibitzcn. 

15.  Nistplatz    von    Totanus   ca- 
lidris. 
Bei    15.   Zufliiss    vom  Roth- 

wehrteiche. 

Die  weissen  Stellen  bei  dund  cdeuten  Sandboden.  Die  dunklc  Partie  bei  h  Schlamm.  Die  gctfipfelte 
Partie    bei    a    Torfgrund.     D.   Tomandelhof.    11.    Teichheger.    T.    Kleine   Teiche.    Q.   Wiesen- 

quelle. 

Fig.  58,   Situation  und  Tiefenverhalttiisse  des  Gatterschlager  Teiches. 


73 


des  Scirpus  maritimus,  (lessen  Wurzelknollen  den  Boden  bedecken,  und  ana  Ufer 
vom  Wasser  herausgeworfen  in  breiten  Streifen  liegen.  Dieser  Detritus  in  der 
Mitte  des  Teiches  stammt  ans  der  Periode,  wo  der  Teich  wegen  der  Torfgewinnung 
viele  Jahre  trocken  lag  und, die  torflose  Halfte  als  Wiese  beniitzt  wurde. 

Etwa  von  der  Mitte  der  Insel  angefangen,  besteht  der  Boden  bis  zum 
niirdlichen  Eande  aus  einem  machtigen,  zusaminenhangenden  Torflager.  Der  sfld- 
licbe  Theil  des  Teiches  zwischen  der  Halbinsel  und  dem  Teichdainme  ist  mit  feinem, 
loekerem  schwarzlichem  Schlamme  bedeckt. 

Etwa  in  der  Mitte  zwischen  der  Insel  und  der  Halbinsel  findet  sich  in  dem 
Abzugs-Graben  ein  Lager  von  weisslichem  Letten. 

Eine  graphische  Darstellung  der  Beschaffenheit  des  Bodens  eines  Teiches 
sollte  immer  die  Grundlage  zu  verschiedenen  Schritteu  zur  Melioration  des  Grundes 
bieten  und  auch  jeder  Teichwirth  sollte  nach  der  Ablassuug  des  Teiches  die  Be- 
schaffenheit des  Bodens  auf  hinreichend  grossen  Pliinen  verzeichnen. 

Die  Tiefe  des  Teiches  variirte  wahrend  unserer  Arbeiten  bedeutend,  je 
nachdem  der  Teich  mehr  oder  weniger  aus  Rucksicht  auf  Fischzucht  gespannt 
Wurde,  was  uns  sehr  unangenehm  war,  weil  sich  das  Bild  der  Fauna  neuerdings 
iinderte  und  wir  sogar  gezwungen  waren  im  Juui  die  Station  auf  einen  hoheren 
i  unlet  zu  iibertragen. 

Bei  voller  Spannung  betriigt  die  Tiefe  des  Teiches 

°eim  Damm  (bei  12.) 6-20  m 

Siidlich  von  der  Halbinsel  (bei  d.) 5*20  „ 

Nordlich  von  dei  Halbinsel  (bei  c.) 4-20  „ 

Bei  der  Insel  (b.) 3-30  „ 

^  der  Torfpartie  (a.) 2"00  » 

Bis  zum  Jahre  1889  war  das  obere  Drittel  des  Teiches  wahrend  SOJahren 
behufs  Torfgewinnung  trocken.  Nachdem  seit  des  Zustandekommens  der  Bohm.- 
Mahrisch&n  Transversalbahu  die  Torfgewinnung  nicht  mehr  rentable  war,  wurde 
,ler  Teich  1890  theilweise,  im  Jahre  1891  vollig  gespannt. 

Die  Zuflusse.  Das  Wasser,  das  den  untersuchten  Teich  fiillt,  ist  sehr 
verschiedenen  Ursprungs.  Das  Hauptquantum  kommt  aus  dem  holier  oben  gele- 
geuen  Rothwehrteiche. 

Der  zweite  nahmhaftere  Zufluss  ist  der  Forellenbach,  der  von  der  Anhohe 
(1es  Kunasberges  (683  m  Seehohe)  herabkommt.    (Fig.  53.  Nr.  9.) 

Ausserdem  speisen  den  Teich  zahlreiche  kleine  Quellen,  die  am  westlichen 
Abhange  zerstreut  sind  und  sparsam  aber  constant  ihre  Wasser  nach  dem  Teiche 
abfliessen  lassen.  Nur  wenige  fungiren  als  Trinkquellen,  viele  versickem  auf 
feuchten  Wiesen,  noch  andere  speisen  kleine  Teiche  am  westl.  Abhange  des  Thales. 

Die  atmospharischen  Niederschliige  tragen  theils  direkt  zur  Wassermasse 
des  Teiches  bei,  theils  verstiirken  sie  alle  oben  genannten  Zullusse. 

Da  alle  diese  Zuflusse  unaufhorlich  verschiedene  lebende  Wesen  dem  Teicl(e 
^ufiihren,  so  sind  sie  auf  die  Gesammtfauua  von  wesentlichem  Einfluss  und  ihre 
Beschaffenheit  und  specielle  Fauna  wird  weiter  unten  betrachtet  werden. 


74 


Beschaffenheit  des  Wassers.  Das  Wasser  hat  eine  dunkelbraune  Farbe, 
was  von  dem  Torflager  am  nordl.  Ende  herriihrt.  Die  Durchsichtigkeit  ist  daher 
sehr  gering  und  wurde  mittelst  eines  weissen  Tellers  auf  1*30  m  sichcrgestellt. 

Bei  ruhigem  Wasserspiegel  liessen  sich  nach  dem  irisirenden  Coniferen" 
Bluthenstaub  und  nach  dem  Schaume  der  friiheren  Wellengiinge  verschiedene  im 
Teicho  bestehende  Stromungen  beobachten. 

Die  Temperaturvorhaltnisse  sind  auf  beifolgender  Tabelle  verzeichnet.  (S.  75.) 

Die  chemische  Beschaffenheit  des  Wassers  konnte  vom  Herrn  Dr.  Hana- 
mann  nur  nach  1  Liter  der  eingesandten  Probe  untersucht  werden. 

Der  Buckstand  von  1  Liter  Wasser  betrug  10-2  Milligramms  mineralischer 
und  19-2  Milligr.  organischer  Stoffe. 

Der  Bodenschlamm  wurde  auch  vom  Herrn  Dr.  Hanaraann  untersucht  und 
ist  seine  Analyse  folgende: 

In  100  Gewichtstheilen  lufttrockeuen  Schlammes  waren  eutlialten: 

Hygroskopisches  Wasser      ....    16-15% 

Hydratwasser 5-39% 

Humusstoffe 14-42% 

wwf0 

Kohlenstoff 8-74"/0 

Stickstoff 0-49% 

Gluhverlust 35-96% 

Thonsilicate 26-75% 

Quarz  und  Glimmer 37-29°/0 

ioo-oo0/,, 

Gliihverlust 35-96°/0 

Eisenoxyd  und  Thonerde     .    .    2-35°/0  Ein  Theil   Eiseuoxydes   als 


Oxydhydrat  zugegen,  ein 
anderer  als  Oxydulcar- 
l)ou  at. 


Kalk 0.72% 

n  Salzsaure   I  Magnesia 0-47% 

loslich        I  Kali  und  Natron 0-58% 

Schwefelsiiure Spur 

Chlor Spur 

Phosphorsiiure 0-22% 

Kieselsiiure 44*97% 

Kisenoxyd 8*40% 

Thonerde 10-73% 

Mauganoxyd Spur 

Kali  und  Natron 1*60%  *) 

IWol) 

Veranderungen  des  Wasserspiegels  Selten  war  der  Wasserspiegel  des  Teiches 
ruhig,  urn  eine  ungestorte  Arbeit  zu  gestatten.  In  einer  IUchtung  anhaltender  Wind 
trieb  oft  die  pelagische  Thierwelt  zu  eiriem  Ufer  und  mischte  dieselbe  rait  der 
litoralen.  Grosserer  Wellengang,  der  sich  oft  zu  einem  Sturm  steigerte,  wurde  sogar 


In  Flusssauro 
loslich 


*)  Ans  der  Dift'ernnz  bestimmt. 


75 


Temperaturmessungen  am  Gatterschlager   Teiche  in  den  Jahren  1890—91. 

(nach  Celsius). 


Luft 


Ober- 
flache 


1  m 


2  m 


3  m 


4  m 


15 

15 
15 
16 
19 
20 
21 
28 
23 
26 
26 
27 
I 
U 
1)5 
17 
25 
19 

U 

28 

no 

12 
15 


1890 


April 
Mai 


Juni 


Juli 

August 


September 
December 


1891 


April 
Mai   . 


Juli 


+ 

+ 
+ 
+ 

f 

■f 
+ 

+ 
+ 

+ 
+ 

i- 


13-0 
13-0 
12-0 
15-4 
18-8 
Kr2 
17-2 
12-2 
14-5 
39-0 
16-8 
22-0 
32-2 
23-2 
29-0 
28-5 
22-0 
8-0 


+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+  3-0 
+  15-0 
4-19-5 
4-18-0 
-(-22-0 


10-0 
14-8 
15-2 
17-0 
18-4 
18-5 
19-0 
18-5 
17-6 
21-0 
20-0 
19-4 
28-6 
22-0 
23-0 
23-2 
16-8 
0-8 


+  3-2 
-1-17-0 
-f- 19-5 
-|-18-2 
4-19-0 


-f-  9-2 
+  13-6 
+  15-1 

+  15-8 
+  18-1 
+  17-4 
4-18-2 
+  17-2 
+  17-0 
+ 17-6 
4-  18-5 
+ 18-5 
4-21-0 
+  21-5 
+  22-5 
4-  22-4 
4-15-4 
4-    1-6 


4-    8-4 


4-16-0 
4-  19-5 
4-  18-0 
4-  18-6 


+ 
+ 
+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 

+ 

+ 
+ 


15-0 
14-5 
17-5 

18-0 
17-0 
16-8 
17-0 
17-4 
17-0 
18-5 
18-8 
22-5 
21-2 
14-0 
3-0 


17-5 
17-0 
15-5 


+ 
+ 


18-0 
18-0 


4-  5-0 
4-  17-0 
4-18-8 

4- 18-5 


4-  15-0 
4-  14-5 
4-17-5 

4-16-4 
4-  16-8 
4-  15-5 

+  17-4 
4-17-0 
-f-17-2 

4-  21-2 

4-13-8 
+    2 

4-  5-0 
4-16-2 

4-16-2 
4-18-0 
4-  18-0 


Abends 


Mittag 
Naclits 


Nachts 


76 


clem  Bote  gefahrlich  und  es  kam  vor,  class  raehr  als  eine  Stunde  nfithig  war,  urn 
vom  Tomandelhofe  zur  Station  zu  gelangen. 

Die  vorherrschende  uordwestliche  Windrichtung  verursachte  zuweilen  iin 
Mai  eine  Ansammlung  von  Ephippien,  Statoblasteu,  todten  Thieren  und  Pflanzen- 
samen  an  dem  Strand,  sowie  die  Bildung  eines  breiten  Saumes  von  Pflanzendetritus, 
unter  dem  die  Knollen  von  Scirpus  maritimus  eine  charakteristische  Stelle  einnahmen. 

Bei  der  Prtifung  der  Durchsichtigkeit  des  Wassers  benutzten  wir  Oel  zur 
Beruliigung  der  kleinen  Wellen  und  dasselbe  liess  sich  clann  mehrcre  Tage  als 
glattes  Band  auf  dem  Wasserspiegel  beobachten. 


Fauna  der  Umgebung  des  Gatterschlager  Teiches  und  dessen  Fische. 

Von  Saugethieren  ist  bloss  zu  erwahnen,  dass  sudlich  vom  Teiche  noch 
das  Wildscliwein  im  freien,  nicht  eingeziiumten  Walde  im  Rudolfirevier  vorkommt. 
Auf  der  Halbinsel  hielt  sich  ein  Paar  von  Eichhornchen  auf.  Mliuse  und  Fleder- 
miiuse  machten  sich  nicht  bemerkbar  und  ware  ein  liingerer  ununterbrocbener 
Aufeuthalt  auf  der  Station  nothig  um  in  dieser  Hinsicht  Beobachtungen  machen 
zu  konnen. 

Sehr  interessant  ist  dagegen  die  Vo  gel  welt,  liber  welche  ich  im  Ornitbo- 
logischeu  Jahrbuch  1892  folgende  Notizen  veroffentlicbte. 

Von  Tagraubvogeln  machte  sich  bloss  ein  mit  hellem  Geschrei  den  Teich 
uberfliegender  Finkensperber  (Accipiter  nisus)  bemerkbar,  ein  andermal  ein  Ler- 
chenfalke  (Falco  subbuteo)  und  einige  Male  zog  ein  den  Teich  revidierender  Fluss- 
adler  (Pandion  haliaiitus)  dahin.  Eulen  verriethen  ihre  Gegenwart  durch  im  Walde 
hinterlassene  Fedem  (Asio  otus)  und  abends  durch  seine  Stimme  der  Steinkauss 
(Carine  noctua).  Der  Eisvogel  (Alcedo  ispida)  liess  sich  bloss  einmal  sehen,  der 
Griinspecht  (Picus  viridis),  der  Kukuk  (Cuculus  canorus)  und  der  Wendehals  (Jynx 
torquilla)  verriethen  ihre  Gegenwart  in  den  an  den  Teich  grenzonden  Waldern 
und  Gebuschen.  Der  Pirol  (Oriolus  galbula)  nistete  unweit  der  Halbinsel  und 
seine  Jungen  trieben  sicli  lange  im  Waldchen  umber.  Von  Singvogeln  ist  der 
Buchfink  (Fringilla  coelebs)  und  der  Ammerling  (Kmberiza  citrinella)  am  haufigsten 
und  beide  sehr  zutraulich.  Der  Girlitz  (Serinus  serinus)  belebt  die  grossen  Biiunie 
am  Teichdamm.  Das  Schleussenhaus  dient  den  Dorfschwalben  (Hirundo  rustica) 
dem  Hausrothschwanz  (Ruticilla  titis),  sowie  der  weissen  Bachstelze  (Motacilla 
alba)  zur  Brutstatte.  Der  Grunling  (Chlotis  chloris),  der  Stieglitz  (Carduelis  car- 
duelis)  lassen  sich  auch  auf  der  Insel  horen.  Eine  grossere  Grasmiicke  briitete 
iin  niederen  Nadelwalde  unweit  der  Station,  die  Dorugrasmiicke  (Sylvia  sylvia) 
einige  Schritte  von  derselben.  Meisenzuge  streiften  ofters  voriiber.  Da  ich  mich 
mit  dem  Erlegen  der  kleinen  Sanger  nicht  befassen  konnte,  blieben  mehrere  der 
Art  noch  unsicher. 

Am  interessantesten  fur  mich  war  das  Vorkommen  der  Wachholderdrossel 
(Turdus  pilaris),  deren  Geschrei  ich  gleich  beim  ersten  Besuche  Mitte  April  war- 
nahm.  Spiiter  entdeckten  wir  das  Nest  30  Schritte  von  unserem  Iliiuschen  auf 
eiuer  Kiefer,  ganz  ungedecld  in  der  vierfacben  Gabelung  des  Stammes.  Dasselbe 
enthielt  am  26.  Mai  fiinf  halb  flugge  Junge  und  ein  schlechtes  Ei.  Das  vom  Heger 


77 


uiuthwillig  getodtete  Weibchen  hatte  im  Magen  die  Excreinente  der  Jungeu, 
sonst  nur  etwas  am  Teicbrande  gesarameltes  vcgetabiliscbes  Zeug.  Ira  Danne  be- 
fanden  sich  zwei  Aiten  von  Eingeweidewurmern,  von  denen  man  voraussetzen  kann, 
•bass  deren  Embryoiien  durcji  die  am  Teichrande  verschluckten  kleinen  Krebse  in 
die  Wachholderdrossel  gelangten.  In  diesem  Jabre  briiteten  die  Vogel  an  derselben 
Stelle  und  ftihrten  am  12.  Juli  die  Jungen  aus.  Dieselben  niihrten  sich  am  Boden 
des  Waldes  von  den  Heidelbeeren  und  flogen  auf  den  Warnungsruf  der  Mutter 
in  die  Hohe,  um  sich  dann  ganz  stille  zu  verhalten,  wiihrend  das  Weibchen  stets 
mit  grossem  Geschrei  den  Eindringling  umflog.  Eine  junge  Kriihe  wurde  an  einem 
Abende  von  der  ganzen  Farailie  in  die  Flucht  getrieben. 

Die  grauen  Nebelkriihen  (Corvus  comix)  sind  Brutvogel  in  der  ganzen 
Umgebung  des  Teiches  und  werden  vom  Forstpersonale  eifrig  verfolgt,  was  nicht 
zu  wundern  ist,  da  wir  selbst  wiederholt  Eier  von  Birkhuhnern  und  Wildenten 
von  Krahen  ausgeleert  im  Walde  liegen  fanden.  An  einem  anderen  Orte  im  sud- 
bchen  Bdhmen,  bei  Bechin,  fand  ich  in  einem  Walde  iiberall  die  Schaleu  von  Teich- 
muscheln  zerstreut  und  erfuhr,  dass  ein  in  der  Nahe  halb  abgelasseuer  Teich  den 
Krahen  eine  giinstige  Gelegenheit  bot,  diese  Leckerbissen  dort  zu  holen. 

Bohlen  (Colaeus  monedula)  kamen  vom  Neuhauser  Schlosse  in  grossen 
Scliaren  von  Zeit  zu  Zeit  zum  Besuch  des  Teichdammes  und  viele  scheinen  auf 
einem  hohen  Baume  auf  dem  Kamme  gegen  Kinschwart  hin  zu  iibernachten. 

Elstern  (Pica  pica)  sind  nur  seltene  Giiste  hier,  constant  aber  an  der 
Strasse  nach  Neuhaus,  am  sogenannten  Fiederbusch,  zu  treffen.  Stare  (Sturnus  vul- 
garis) besuchen  im  Herbste  die  nassen  Wiesen  beim  Teiche,  halten  sich  aber  wegeu 
Mangel  an  reichem  Rohrwuchse  nicht  lange  hier  auf. 

Von  Tauben  nistet  hier  uberall  die  Hohltaube  (Columba  oenas)  und  auch 
einige  Ringeltauben  (Columba  palumbus)  wurden  beobachtet. 

Birkhuhner  (Tetrao  tetrix)  nisten  sowohl  auf  der  Halbinsel,  wo  unsere 
Station  steht,  wie  auch  an  der  grossen  Insel  im  nordlichen  Theile  des  Teiches 
u"d  hatten  heuer  dort  von  Menschen  Rube,  da  bei  vollig  gespanntem  Teiche  die 
Insel  ohne  Kahn  unzugiinglich  ist.  Dafur  scheinen  Kffihen  die  Brut  gestort  zu 
haben,  denn  ich  fand  wiederholt  daselbst  das  alte  Parchen  ohne  Junge.  Wachteln 
(Coturnix  cotumix)  und  Rebhuhner  (Perdix  cinerea)  sind  auf  den  den  Teich  um- 
gebenden  Feldern  haufig  und  lassen  fruh  und  abends  ihren  Ruf  horen.  Von  Blass- 
cnten  (Fulica  atra)  nisteten  bloss  etwa  6  Paare  auf  dem  Teiche,  aber  ihre  Brut 
scbeint  auch  vernichtet  worden  zu  sein,  denn  nirgends  bekamen  wir  Junge  zu  Ge- 
sichte.  Auf  einem  Neste  fanden  wir  noch  ganz  frisch  die  wohl  von  einem  Raub- 
v°gel  rein  skelettierten  hinteren  Extremitaten  beider  Gatten.  Kleinere  Wasserhiihner 
sahen  wir  hie  und  da  auffliegen,   konnten   aber  die  Arten    nicht   genau  erkennen. 

Zur  stiindigen  Staffage  der  Teichriinder  gehoren  die  Kiebitze  (Vanellm 
vanellus)  und  Totanus  calidris,  welch'  letzterer  an  mehreren  Stellen  der  u  liter 
Wasser  stehenden  Wieseuufer  briitet  und  namentlich  im  April  und  Mai  den  ganzen 
r*g  hindurch  sich  horen  lasst  und  besonders,  wenn  man  sich  seinem  Brutplatze 
^Wt,  entsetzlichen  Liirm  schlagt. 

Am  26.  September  kam  ein  Trupp  von  grossen  Brachschnepfen  (Numenius 
ar<Matus)  mit  hellem  Geschrei,    kehrte  dann  alltaglicb  wieder  zuruck   und  sollen 


78 


sich  diese  Vogel  hier  bis  zum  Eintritte  der  ersten  Froste  heruragetrieben  haben- 
Das  zweite  Jahr  crschienen  sie  abermals  auf  denselben  Stellcn.  Actitis  hjpoleucus 
besuchte  ofters  die  sandigen  Stellen  des  Ufers  und  eine  Eeiherfamilie  trieb  sich 
im  Juli  und  August  von  einem  Orte  des  Teichufers  zum  anderen  herum.  Storche 
(Ciconia  ciconia)  bekamen  wir  nicht  zu  Gesichte,  konnten  aber  constatieren,  dass 
noch  ein  Paar  am  Holnauer  Meierhofe  bei  Kardasch  Recic,   unweit  Neuhaus  niste. 

Die  Lachmove  (Lams  ridibundus)  belebt  im  Friihjahre  den  Teich  den 
ganzen  Tag.  Mitte  April  vorigen  Jahres  veranstalteten  etwa  100  Stuck  in  langer 
Reihe  eine  Streifjagd  iiber  den  Wasserspiegel  nach  einer  massenhaft  vorhandenen 
schwarzen  Gelse  (Chironomus).  Spiitcr  verschwanden  sie  nach  der  am  nahe  gele- 
genen  Rothwehrteiche  befindlichen  Brutcolonie.  Wir  schickten  uns  heuer  an,  die 
Krustcnthiere  aus  der  Umgebung  der  Brutcolonie  nach  Embryonen  von  Band 
wurmern  zu  untersuchen,  welche  im  geschlechtsreifen  Zustande  im  Darmcanale  der 
Lachmoven  vorkommen,  fanden  aber  den  Teich  trocken  gelegt  und  die  Brutinsel 
verlassen.  Wahrscheinlich  verdankt  mein  Assistent,  Herr  Dr.  V.  Vavra,  den  Lach- 
moven die  Entdeclumg  eines  Muschelkrebses  (Limnicythure  stationis),  wolcher  seine 
Verwandten  auch  im  Brackwasser  hat  und  wahrscheinlich  hierher  durch  Moven 
oder  Wildenten  verschleppt  wurde. 

Die  Flussschwalbe  (Sterna  hirundo)  halt  sich  constant  in  zwei  Paaren  am 
Teiche  auf  und  hat  auf  einem  scharfspitzigen  Steine  am  ostlichen  Ufer  ihren  Lieblings- 
platz.  Sie  scheint  hier  genistet  zu  haben,  da  sie  auch  zur  Brutzeit  den  Teich  nicht 
verliess  und  schliesslich  die  ersten  Flugversuche  der  Jungen  leitete. 

Die  Wildenten  sollen  vor  Jahren  hier  sehr  haung  gewesen  sein,  nachdein 
aber  der  Teich  wegen  Torfgewinnung  langere  Zeit  zum  grossen  Theile  trocken  lag, 
blieben  sie  aus. 

Es  nisteten  hier  noch  Knack  (Anas  querguedula)  und  Krikenten  (Anas 
crecca)  in  einigen  Paaren,  sowie  die  Stockente  (Anas  boscas).  Das  eine  Stockenten- 
paar  hatte  das  Nest  auf  der  von  uns  bewohnten  Halbinsel,  etwa  40  Schritte  voin 
Ufer,  in  niedrigem  Kiefernwalde  auf  der  Erde  zwischen  Heidelbeeren.  Mehrere 
Stockentenpaare  nisteten  auch  an  der  im  nordlichen  Theile  des  Teiches  gelegenen 
Insel.  Als  ich  eine  solche  noch  sehr  unvollkommen  flugfiihige  Familie  auf  der  Insel 
im  dichten  Gestrflppe  antraf,  stellte  sich  das  Weibchen  hugellahm  und  floh  in  ent- 
gegengesetzter  Richtung  dem  Wasscr  zu,  wiihrend  die  Jungen  tiefer  in  den 
Wald  flatterten.  Unweit  der  Station  trafen  wir  im  halberwachsenen  Schilfe  nebon 
einem  bereits  verlassenen  Bliissentenneste  ein  mit  3  Eiern  besetztes  Nest  von  Po- 
diceps  cristatus.  Die  Eier  waren  an  der  Seite,  wo  sie  dem  Sonnenlichte  ausgesetzt 
standen,  mit  feuchten  Wasserpflanzen  bedeckt.  Der  Lappentaucher  selbst  erschien 
von  der  entgegengesetzten  Seite  und  verrieth  grosse  Unruhe,  als  er  uns  in  der 
Nahe  des  Nestes  bemerkte.  Eine  Woche  spiitcr  fanden  wir  die  Eier  nicht  mehr 
mit  nassen  Algen,  sondern  nur  mit  lose  liegenden  Wasserpflanzen  bedeckt,  was  mit 
der  vorgeschritteneren  Entwicklung  der  Embryonen  zusammenhangen  kann,  die 
schon  mehr  Luft  bedurfen. 

An  der  Insel  nistet  auch  Podiceps  nigricollis. 

Im  Ganzen  haben  wir  hier  ein  viol  iirmeres  Bild  der  Vogelfauna  vor  uns, 
als  man  es  gewohnt  ist  an  den  Teichen  der  Niederung  von  Wittingau  und  Frauen- 


79 

berg  zu  finden,  wo  hunderte  von  nahe  aneinander  gelegcncn  Teichen  das  Gedeihen 
der  Vogelwelt  fordern,  obzwar  audi  da  wegen  der  Siimerung  der  Teiche  die  Vogel- 
fauna  jetzt  bei  weitera  iirmer  1st,  als  sio  vor  40  Jahren  war,  wo  ich  diese  Gegend 
zum  ersten  Male  besuchte.  * 

Von  Eeptilien  benierken  wir  nur  wenige  Exemplare  der  Ringelnatter  (Tro- 
pidonotus  natrix). 

Von  Amphibien  bloss  sparsarae  Exemplare  des  griinen  Grasfrosches  (Rana 
osculenta). 

Die  Fischfauna  ist  die  gewohuliche,  welchc  in  vom  Mensclien  besetzten 
Teichen  zu  finden  ist. 

Ausser  Karpfcn,  Schleien,  Hechten,  Zandern,  Barschen,  Aale  und  Aalruppen 
kommen  verschiedene  Weissfisclie  vor,  die  wir  niclit  niiher  untersuchen  konnten, 
da  wir  bei  der  Abfischuug  nicht  zugegen  waren.  Auffallend  war  der  Zug  kleiner 
Barsche  vor  einem  Gewitter  ira  Juli  1890.  Sie  zogen  in  dicbten  Schaaren  kings 
des  Ufers  einem  Rohrbestande  zu  und  kehrten,  nachdem  das  Gewitter  voruber  war, 
in  entgegengesetzter  Richtung  zuriick. 

Wir  konnten  vom  Ufor  aus  etwa  ein  Dutzcnd  in  den  Ketscher  fangen  und 
beuutzten  die  Gelegenheit  zur  Untersuchung  des  Darminhaltes. 

In  einem  dieser  6  cm  langen  Barsche  fanden  wir  im  Magen  und  Darm 
e^wa  500  Bosmina  curvirostris,  50  Leptodora  Kindtii,  Daphnia  longispina,  kein 
Holopedium,  dann  Larven  von  Chironomus,    Corixa   und  mebrere  Hydrachnen. 

Das  Wachsthum  des  Karpfen  erwies  sich  nach  der  Abfischung  als  gering, 
was  durch  die  Armuth  der  Fauna  an  Chironomen  und  Wurinern  eiklarlich  ist. 

Es  gingen  nach  2  Jahren  33  Stuck  auf  50  kg. 

Hechte  hatten  an  den  Kiemen  zahlreiche  Gyrodactylen. 


Flora  des  Teiches  und  der  nachsten  Umgebung. 
Nach  Beobachtungen   d.   P.   Anton  Rundensteiner  in  Neuhaus. 
tiber  die  Flora  der  Umgebung  des  Gatterschlager  Teiches  ist  es  uns  moglich 
einen  sehr  vollstandigen  Bericht  zu  bringen,  den  wir  der  Giitc  des  Herrn  P.  Anton 
Rundensteiner  verdanken,   welcher  in   den  Jahren  1871—83  mehrfach  Gelegenheit 
"and,  hier  botauische  Aufsammlungen  zu  machen.  Derselbe  saminelte  thoils  im  Teiche 
selbst    nach  den  Abfischungen ,    theils   auf  den    spater    unter    Wasser   gesetzten 
Wiesen,  sowie  an  den  Abhiingen  in  der  Umgebung  des  Teiches  folgende  Arten. 
kquisetum  limosum  L.    Im  Teichwasser. 

»         palustre  L.    Auf  fcuchten  Uferstellen. 
Botrychium  matricariaefolium  All.  Br.    Nicht  weit  von  der  zool.  Station. 
Polystichium  filix  mas  Roth.     In  den  Steinspalten  des  Ufers. 
Lycopodium  inundatum  L.     Nasse  Stelle  links  vom  Damme. 
P'nus  sylvestris  L.     Gopferschlager  Wald. 
Abies  picea  Mill. 

Lemna  minor  L.    Torfstichgraben. 
^corus  calamus  L.     Im  Teiche. 
UHa  palustris  L.    In  einem  Grabon,  der  in  den  Teich  fliesst. 


80 


Sparganium  ramosum  Iluds.    Im  Teichspitz  im  Wasser. 
Agrostis  stolonifera  L.    Am  Ufer. 

„         caniiia  L.     Am  Torfmoore. 
Calamagrostis  sylvatica  Cel.    Sandboden  um  die  Insel. 
Alopccurus  geniculatus  L.     Am  oberen  Teichrande. 

„  fulvus  Smith.     Nach  der  Abfischung  im  Teiche. 

Anthoxanthum  odoratum  L.     Uferwiesen. 
Holcus  lanatus  L.     Am  Torfmoore. 
Deschampsia  caespitosa  Beauv.   Teichrand. 

„  flexuosa  Gris.    Teichrand. 

Danthonia  decumbens  DC.     Torfwiese  beirn  Gopferschl.  Walde. 
Cynosurus  cristatus  L.    Uferwiesen. 
Poa  nemoralis  L.     Gopferschlager  Wald. 
Poa  pratensis.     Uferwiesen. 
Briza  media  L.  „ 

Molinia  varia  Schrk.    Torfmoor. 
Glyceria  fluitans  R.  Br.    Im  Wasser. 

„        aquatica  Wahl.  „ 

Ecstuca  ovina  L.     Am  sandigen  Ufer. 
Garex  echinata  Murr.    Torfmoor. 

„       canescens  L.    Torfmoor. 

„       remota  L.     Waldgraben,  der  in  den  Teich  fliesst. 

„       cyperoides  L.    Torfmoor  und  Teich. 

„       acuta  L.     Am  Rande  im  Wasser. 

„       caespitosa  L.    Nasse  Randwiese. 

„       pallescens  L.        „  „ 

fiava  L.  „  b 

„       vesicaria  L.     Im  Wasser. 

„      hirta.     Im  nassen  Sande  des  rechten  Ufers. 
Rhynchospora  alba  Vahl.    Torfwiese  beim  Gopferschlager  Walde. 
Scirpus  sylvat,  L.     Uferwiesen. 

„        lacustris  L.    Im  oberen  Teiche. 

„        setaceus  L.    Nasser  Rand  am  ostlichen  Teichrande. 

„        pal ustris  Link.     Im  Wasser. 

„        ovatus  Roth.    Nach  dem  Abfischen  im  Teiche. 

„        maritimus  L. 
Eriophorum  polystachium  Roth.    Nasser  Uferrand 

„  angustifolium     „  „  „ 

Juncus  communis,  effusus  &  conglomeratus  L,     Nahe  dem  Wasser. 

„         filiformis  L      Nasses  Ufer. 

„         lamprocarpns  Ehr.     Nach  der  Abfischung  im  Teiche. 

„         supinus  Monch.     Torfmoor. 

„        buffonius  L.     Nach  dem  Al)fischen. 

„        tenageja  Ehr.    Niichst  dem  Damme  links. 
Luzula  vernalis  DC.    Gopferschlager  Wald. 


81 


Luzula  campestris  DC.    Uferwiesen. 

Alisma  plantago  L.    Ira  Wasser  des  Teiches,  soichte  Stcllen. 
Orchis  latifolia  L.    Uferwiesen. 
Callitriche  vernalis  L.     Torfrnoorgriiben. 
Alnus  glutinosa  Gartn.  Uferrand. 
Betula  alba  L.     Uferrand. 
salix  cinerea  L.        „ 
»      capraea  L.        „ 
n      aurita  L.  „ 

Rumex  acetosella  L.    Nach  dem  Abfischen. 

»       acetosa  L.    Eandwiesen. 
Polygonum  amphibium  L.  Im  Teiche. 

,,  hydropiper  L.  Teichrand  und  einmiindende  Graben. 

Urtica  dioica  L.    Zwischen  Steinen  des  Dainmes. 
Campanula  patula  L.     Uferwiesen. 

,,  rotundifolia  L.    Uferwiesen. 

Uicracium  murorum  L.    Auf  der  Insel. 

j,         sylvaticum  Link.    Auf  der  Insel. 
Leontodon  hastilis  L.    Auf  der  Insel  und  am  Ufer. 

,1         autumnalis  L.    Nach  der  Fischerei. 
^rigeron  acris  L.    Nach  der  Fischerei. 

i)         canadensis  L.    Nach  der  Fischerei. 
Mollis  perennis  L.    Am  Ufer. 

*»idens  cernuus  L.    Im  Wasser.    Am  Torfmoor  in  Miniatur. 
__  »       tripartitus  L.    Kaum  2 — 3"  hoch.     Gilt  von  Beiden. 
*ilago  minima  Fries.    Nach  der  Fischerei. 
Qnaphalium  sylvatic.  L.    Am  Ufer. 

»  uliginosum  L.    Nach  der  Fischerei  im  Teiche. 

Senecio  sylvaticus  L.     Gopferschlager  Wald. 
jacobaea  L.    Am  Ufer. 


Cin 


Cent 


eraria  crispa  L. 


Cirsi 


aurea  jacea  L. 


Gopferschlager  Wald. 
Uferwiesen. 


Jiim  palustre  Scop.    Sumpfwiesen. 
aleriana  dioica  L.    Nasse  Uferwiesen. 
Galium  uliginosum  L.     „ 

»       palustre  L.    Im  Wasser. 
^'rythraea  centaurium  Pers.    Uferwiese  an  Teichspitze  3  Ex. 
%osotis  palustris  L.    Feuchtc  Uferwiesen. 
^ophularia  nodosa  L.     Unmittelbar  am  Wasser. 
Monica  scutellata  L.    Nach  der  Fischerei. 

»        officinalis  L.     Waldstellen  am  Ufer. 
^(licularis  palustris  L.    Sumpfige  Uferwiesen. 
''"nanthus  minor  Ehrh.     Uferwiesen. 
Euphrasia  officinalis  L. 
»  odontites  L. 


82 


Mentha  aquatica  L.  var.  verticillata.     Am  Wasser. 

Lycopus  europaeus  L.    Nachst  dera  Wasser. 

Galeopsis  pubescens  Bes.  Beim  Damme. 

Stachys  palustris  L.    Am  Ufer. 

Scutellaria  galericulata  L.    Am  Ufer. 

Prunella  vulgaris  L.    Nach  der  Fischerei.     Ostlichos  Ufer. 

Utricularia  vulgaris  L.    Im  Teiche  und  Torfmoor. 

Lysimacliia  vulgaris  L.     Oben  beim  Walde,  ostliche  Scite. 

Calluna  vulgaris  Salisb.    Torfboden. 

Vaccinium  uliginosum  L.     Ostliche  Seite  am  Walde. 

Vaccinium  myrtillus  L.  u.  Vaccin.  vitis  Idea  L.     Auf  der  Insel. 

Ranunculus  flammula  L.    Uberall  am  Wasser. 

Cardamine  pratensis  L.    Feuchte  Uferstellen. 

„  amara  L.    An  Quellen,  die  in  den  Teich  fliessen. 

Roripa  palustris  Besser.    Am  Wasser. 
Parnassia  palustris  L.    Am  Sumpfufer. 
Viola  palustris  L.    Im  Gopferschlager  Wald. 
„      canina  L.     Ostliches  Ufer  nach  der  Fischerei;   audi  zwischen   den  Steinen. 
weiter  im  Teiche. 
Illecebrum  verticillatum  L.    Einigos  um  die  Insel,  mehrores  bei  der  Beobachtungs- 

station. 
Spcrgularia  rubra  Presl.    Am  Torfmoor,  nicht  viel. 
Spergula  arvensis  L.    Nach  der  Fischerei  im  Teiche. 
Sagina  procumbens  L.    I„        „  „  »        » 

Stellaria  Frieseana  Ser.     Im   Gopferschlager  Walde   an    einem   modernden  Bauffl- 

strunke  von  Dr.  Celakovsky  gefunden. 
Stellaria  graminea  L.    Am  Teichufer. 
Gypsophila  muralis  L.    Nach  der  Fischerei. 
Lychnis  fios  cuculi  L.    Teichrandwicsen. 
Linum  catharticum  L.  „ 

Polygala  vulgaris  L.  Nach  der  Fischerei,  vereinzelt. 
Rhamnus  frangula  L.     Oben  beim  Walde.     Ostliche  Seite. 
Lythrum  salicaria  L.     Am  Wasser. 

Epilobium  palustre  L.    Links  nachst  dem  Damme  mit  Lycopodium  inundatum. 
Peucedanum  palustre  Monch.    Torfmoor. 
Angelica  sylvestris  L.    Am  Teichrande  und  nassen  Wiesen. 
Alchemilla  vulgaris  L.    Am  Teichrande. 
Potentilla  tormentilla  Schrank.    Nach  der  Fischerei  und  Torfmoor. 

„         norvegica  L.    Nach  der  Fischerei  hftufig.  Torfmoor. 
Fragaria  vesca  L.     Gopferschlager  Wald. 
Rubus  suberrectus  Anderson.    Gopferschlager  Wald,  hiiufig. 
Trifolium  filiforme  Ant.    Uferwiesen. 

„  campestre  Schreb.  Nach  der  Fischerei. 

n  procumbens  L.  „        „  „ 

„  spadiceum.    Nachst  dem  Ufer. 


83 


■Trifolium  arvense  L.    Nach  der  Fischerei. 

,,  repens  L.     Nach  der  Fischerei  und  am  Torfmoore. 

>,  medium  L.     Im  Gopforschlager  Walde. 

n  pratense  L.     Am  lifer  angeflogen. 

Lotus  corniculatus  L.    Nach  der  Fischerei;  ostliche  Seite. 
Lathyrus  pratensis  L.     Uferwiesen. 

Mit  Moosen  habe  ich  mich  nicht  viel  abgegebeu,  jedoch  im  Vorbeigehen 
bemerkt : 
Sphagnum  cymbifolium.  Am  Torfmoore. 

i!         acutifolium.        „  „ 

n         squarrosum,  mit  Friichten.    Am  Torfmoore, 
Hypnum  cuspidatum.    Am  Torfmoore. 
Climacium  dendroides.    „  „ 

1'olytrichum  commune.    „  „ 

Milium  palustre. 

^'unaiia  hygrometrica.     Auf  alten  Hirtonfeuerstellen. 
^eratodon  purpureus.    Torfmoor. 

Von  niederen  pflanzlichen  Organismen   beobachteten  wir  gelegentlich   fol- 

gende,  deren  Bestimmung  wir  theilweise  Hcrrn  Prof.  Hansgirg  verdanken: 

StjgeocIonium    tenue     l         ,      B. '.         1T.  DA    .    n, 

MdTin-a^+;  /  x    -i  \  >  an  den  Steinen  des  Dammes.     30.  5.  91. 

«iongeotia  sp.  (stenl.)  J 

i'atrachospermum  moniliforme.    Forellenbach. 

JPirogyra  sp.  (steril.).    Forellenbach. 

"Pirogyra  sp.  (steril).    Forellenbach. 

,julbochaete  sp.  l  T     rsx     , 

Oogonium       J  Im  Lltorale" 

Oscilaria  leptotricha.    Aus  2  m  Tiefe  in  der  seichten  Bucht.    30.  5.  91. 

Anabaena  flos  aquae.     12.  7.  91. 

^aurastrum.    Im  Litorale. 

^smarium.    Im  Litorale. 

b°smocladium.    Pellagisch.    28.  5.  91. 

Zum  Studium  der  Desmidiaccen  und  Diatomeen  wiire  hier  eine  sehr  giin- 
stl£o  Gclegenheit,  denn  das  Material  aus  dem  Rohrbestande  unter  der  Wiesenquelle 
War  sehr  reich. 


ubersicht  der  pclagischen  Fangresultate   nach.  den 

einzelnen  Monaten. 

15   April  1890.  Oberflache.  Holopedium  gibber  urn 

Heterocope  saliens 
Daphnia  longispina 
Leptodora  Kindtii. 

G* 


Oberflache. 
Temp.  10-0°  C. 


84 


15.  Mai. 


18.  Mai 


26.  Juni. 
Mittags. 


Nachts. 


Oberflache. 
Temp.  15-0°  C. 


1  Meter  Tiefe: 
Temp.  15-1°  C. 


2  Meter  Tiefe: 

Temp.  15-0°  C. 
Grundprobe. 


Oberflache. 
Temp.  19-0°  C. 


1  Meter  Tiefe : 
Temp.  16-8°  C. 


2  Meter  Tiete: 
Temp.  15-4°  C. 


Luft  39-0°  C. 
Oberflache  des 
Wassers  21-0°  C. 

1  Meter  Tiefe: 
Temp.  17-6°  C. 

2  Meter  Tiefe : 
Temp.  17-0°  C. 

Luft  16-8°  C. 
Oberflache  des 
Wassers  20-0°  C. 


Spiirliches  Material. 

Holopedium  gibberum 
Heterocope  saliens 
Leptodora  Kindtii,   einzelne  grosse  Exemplars 
Daphnia  longispina. 

Reichliches  Material. 
Holopedium  gibberum 
Heterocope  saliens 
Leptodora  Kindtii.  Einzelne  riesige  Exemplare. 
Conochilus  volvox,  sparsam. 

Holopedium  gibberum,  sparsam. 

Leptodora  Kindtii.    Haufig   in  grossen  Exein- 

plaren. 
Eurycercus  lamellatus 
Cyclocypris  ovum. 

Massenhaftes  Material. 
Holopedium  gibberum  (viele  junge) 
Heterocope  saliens 
Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis. 

Spiirliches  Material. 


Holopedium  gibberum 
Leptodora  Kindtii 


Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis. 


Sehr  spiirliches  Material. 


Holopedium  gibberum 
Leptodora  Kindtii 


Diaptomus  gracilis 


Spiirliches  Material. 
Holopedium  gibberum 
Conochilus  volvox. 

Holopedium  gibberum.  Masseuhaft. 

Diaptomus  gracilis 
Daphnia  longispina. 

Reiches  Material. 
Holopedium  gibberum 
Conochilus  volvox 
Diaptomus  gracilis. 


85 


1.  August. 
Mittags. 


Nachts. 


1  Meter  Tiefe: 
Temp.  18-5°  C. 

2  Meter  TiSfe : 
Temp.  17-4°  C. 

Luft  32-2°  C.  (im 

Schatten). 

Oberfliiche  des 

Wassers  28-6°  C. 

1  Meter  Tiefe : 
Temp.  21-0°  C. 


2  Meter  Tiefe : 
Temp.  18-5°  C. 


3  Meter  Tiefe : 
Temp.  18-0°  C. 


Grundprobe. 
Temp.  17-2°  C. 


Luft  23-2°  C. 
Oberfliiche. 
Temp.  22-0°  C. 


1  Meter  Tiefe  . 
Temp.  21-5°  C. 

2  Meter  Tiefe : 
Temp.  18-8°  C. 


Holopedium  gibberum 
Diaptomus  gracilis. 

Holopedium  gibberum,  einzelu. 
Diaptomus  gracilis. 

Holopedium  gibberum,  sparsam. 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 
Dapbnia  longispina. 

Sehr  spfirliches  Material. 
Holopedium  gibberum 
Leptodora  Kindtii,  einzelu. 
Diaptomus  gracilis. 

Diaptomus  gracilis 
Leptodora  Kindtii,  einzelu. 
Daphnia  longispina. 

Leptodora  Kindtii,  hiiufig. 
Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis. 

Leptodora  Kindtii 

Dapbnia  longispina 

Ilyocryptus  acutifrons 

Diaptomus  gracilis 

Leere  Kugeln  von  Holopedien.  Chaetogaster. 

Holopedium  gibberum,  hiiufig. 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 
Diaptomus  gracilis 
Conochilus  volvox,  einzeln. 
Oorethra  plumicornis.  Larve 
Triaenodes  bicolor.  Larve. 

Dasselbe,  aber  Conochilus  hiiufiger. 


Sparliches  Material. 
Holopedium  gibberum,  sparsam. 
Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis. 


86 


17.  August. 


25.  September. 


3  Meter  Tiefe  : 
Grand  probe. 
Temp.  18-0°  C. 


Luft  28-5°  C. 
Oberfliiche. 
Temp.  23-2°  C. 


1  Meter  Tiefe  : 
Temp.  22-4°  C. 


25  Meter  Tiefe: 
Temp.  21-2°  C. 
Grand  probe. 


Luft  220° C. 
Oberfliiche. 
Temp.  16-8°  C. 


1  Meter  Tiefe  : 
Temp,  15-4°  C. 


2  Meter  Tiefe : 
Temp.  14-0°  C. 


3  Meter  Tiefe  : 


Grosse  Menge  leerer  Kugeln   von   Holopedien 

Diaptomus  gracilis 

Alona  affinis 

Ilyocryptus  acutifrons,  haufig. 

Reich.es  Material. 

Holopedium  gibberum,   haufig,    20%  in" 

ficirt. 
Diaptomus  gracilis  bildet  die  Hauptmasse. 
Conochilus  volvox 

Daphnella  brachyura,  ziemlich  liiiufig. 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 

Spiirliches  Material. 

Holopedium  gibberum,  sparlicher. 
Leptodora  Kindtii. 
Asplanchua  priodonta. 

Diaptomus  gracilis 
Holopedium,  einzeln,  rneist  todt. 
Leptodora,  einzeln. 
Stylaria  lacustris 
Stylaria  parasita. 

Spiirliches  Material. 

Holopedium  gibberum,  sparsam. 
Daphnella  brachyura 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 
Diaptomus  gracilis 
Conochilus  volvox. 

Holopedium  gibberum  (mit  viel  Sommereiern)- 
Daphnia  longispina,  haufig. 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 
Diaptomus  gracilis. 

Leptodora  Kindtii,  hiiung. 
Daphnia  longispina. 
Diaptomus  gracilis. 

Leptodora  Kindtii,  haufig. 
Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis. 


87 


19.  December. 


23-  Feber  1891. 


12.  Marz. 


*<>•  April. 


Luft  — 11-0°  0. 
Oberffiiche  unter 

dem  Eise 
Temp.  +t>-8°C. 


1  Meter  Tiefe : 
Temp.  +1-6°G. 


2  Meter  Tiefe: 
Temp.  +  3-0°C. 


3  Meter  Tiefe: 
Temp.  4-2-8°C. 


Reichliches  Material. 

Daphnia  longispina  (sehr  hiiufig  mit   Sommer- 

eiern). 
Bosmina  cornuta 
Diaptomus  gracilis,  hiiufig. 
Asplanchna  priodonta. 
Stentor  viridis. 

Spiirliches  Material. 


Daphnia  longispina 
Bosmina  cornuta 


Diaptomus  gracilis. 


Spiirliches  Material. 

Daphnia  longispina        |  Conochilus  volvox 
Diaptomus  gracilis        |       1  Ex. 

Hydra  fusca,  hiiufig. 
Daphnia  longispina,  sparsam. 
Alona  affinis 
Ilyocryptus  acutifrons 
Cyclops  Leuckarti 
Mesostomum  Ehrenhergii 
Difflugia  acuminata 
Difflugia  corona. 


Grundprobe. 


Luft  3-0° C. 
Oberfliiche. 
Temp.  3-2°  C. 


Daphnia  longispina 
Alona  affinis 
Bosmina  cornuta 


Candona  Candida 
Viele  Difflugien  und 
Arcellen. 


Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis 
Cyclops  strenuus. 

Daphnia  longispina 
Diaptomus  gracilis 
Cyclops  strenuus 
Bosmina  longirostris. 

Diaptomus  gracilis 
Holopedium  gibberum,  einzelne  Junge. 
Daphnia  longispina,  spftrlich. 
Bosmina  longirostris,  hiiufig. 
Daphnella  brachyura 
Synchaeta  mordax. 


If   5 


■    ■ 


j^~ 


* 


X 


\w 


:*t»  1 


- 


¥ 


^p. 


CO 
CO 


Fig.  54.  Pelagische  Thierwelt  in  der  Mitte  des  Gatterschlager  Teiches.  (Etwa  5mal  vergrossert.) 
1.  Conochilus   volvox  Ehrenb.    2.    Holopedium  gibberum  Zaddacb,    3.   Dapbnia   longispina    Leydig,   4  Leptodora  Kindtii   Focke 

5.  Diaptomus  gracilis  Sars,  6.  Limnesia  histrionica  Mull. 


89 


18.  Mai. 


28.  Mai. 


16.  Juli. 


1  Meter  Tiefe . 
Temp.  5-0°  0. 


2  Meter  Tiei'e: 
Temp.  5-0°  C. 


Luft  ir>-onc. 

Oberflache. 

Temp.  17-0°C. 


1  Meter  Tiefe: 
Temp.  1(!-S<'C. 


2  Meter  Tiefe: 
Temp.  16-5°  C. 

Grundprobe 
(zwischen  der 
Halbinsel   und 
dem  Damme.) 


Daphnia  longispina  (Junge) 
Holopedium  gibberum  (Juuge) 
Losmina  longirostris 
Diaptomus  gracilis. 


Daphnia    Ion  g  i- 

spina 
Diaptomus  gracilis 
Holopedium  gibberum, 

selten 

Daphnia    longi- 

s  j)  i  n  a 


Bosmina  longirostris 
Cyclops  strenims 
Synchaeta  mordax. 


Diaptomus  gracilis 
Dinobryon  sertularia. 


Daphnia  longispina  (viele  Mannchen) 
Diaptomus  gracilis  (Junge) 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 
Holopedium  gibberum,  einzeln. 

Daphnia  longispin a 
Diaptomus  gracilis  (Junge) 
Leptodora  Kindtii,  einzeln. 

Dasselbe,  wie  in  1  Meter. 

Der  Schlamm  bestand  aus  lauter  kleinen 
Kiigelchen,  Excrementen  von  Cbironomuslarven 
und  Wurmern. 


Luft  18-0°  C. 
Oberflftche. 

Tom]).   1,S-2°C. 


Eury  cercus  lame  I  latus 
Alona  aflinis 
Simocephalus  vetulus 
Cyclops  albidus 
Cyclops  viridis 
Cyclocypris  laevis 
Cypridopsis  vidua 
Mesostommn    Ehren- 
bergii 


Diaptomus  gracilis 
Leptodora  Kindtii 
Holopedium  gibberum,  einzeln 
Daphnia  longispina,  einzeln 
Daphnella  brachyura,  einzeln 
Cyclops  Leuckarti 
Conochilus,  sehr  sparlich. 


Chaetogaster  diapha- 

nus 
Stylaria  lacustris 
Eylai's  exteudens 
Limnesia  undulata 
Phryganeen-Larven. 


90 


19.  September. 


1  Meter  Tiefe : 
Temp.  18-0°  C. 


2  Meter  Tiefe: 
Temp.  18-0°  C. 


4  Meter  Tiefe: 
Grundprobe. 


Luft  18-5°  C. 
Oberfliiche. 
Temp.  15-6°  C. 


1  Meter  Tiefe: 


2  Meter  Tiefe: 


Spiirlicheres  Material. 

Diaptomus  gracilis 
Leptodora  Kindtii 
Holopedium  gibberum,  einzeln. 

Diaptomus  gracilis 

Daphnia  longispina 

Leptodora  Kindtii,  Mufig,  grosse  Exompl. 

Daphnella  brachyura 

Holopedium  gibberum,  sparlich. 

Cyclops  serrulatus. 


Daphnella  brachyura 
Leptodora  Kindtii 
Holopedium  gibberum 
Cyclops  albidus. 


sel  toner. 


Holopedium  gibberum,  spiirlich. 
Daphnia  Kahlbergensis,  sparlich. 
Daphnella  brachyura,  sparlich. 
Daphnia  longispina 
Leptodora  Kindtii,  haufig. 
Ceriodaphnia  quadrangula 
Cyclops  albidus 
Diaptomus  gracilis. 

Leptodora  Kindtii,  sehr  hiking. 

Daphnia  Kahlbergensis 

Daphnia  longispina,  einzeln 

Daphnella  brachyura 

Holopedium  gibberum,    bloss  cinige  kleine 

Exemplare. 
Ceriodaphnia  quadrangula 
Cyclops  albidus 
Diaptomus  gracilis. 

Reichliches  Material. 
Leptodora  Kindtii,  sehr  haufig. 
Cyclops,    weniger  haufig  als  in  den  hoheron 

Schichten. 
Diaptomus  gracilis 
Daphnia  Kahlbergensis,  haufig 
Ceriodaphnia  quadrangula,  haufig 
Daphnella  brachyura,  haufig 
Bosmina  longicornis 
Holopedium  gibberum,  sehr  sparlich. 


3  Meter  Tiefe : 
Grundprobe. 


Cyclops  a  I  b  i  d  u  s 
Ceriodaphnia  qua- 

drangula 
Alona  affinis 


91 


Candona  Candida 
Limnesia  histrionica 
Nesaea  coccinea 
Hydra  fusca. 


Litoral-  und  Bodenfaiina  des  Gatterschlager  Teiches. 

Die  Fauna  des  Litorale  ist  am  Gatterschlager  Teiche  sehr  mannigfaltig, 
je  nach  den  an  den  verschiedenen  Ufern  obwaltenden  Verhiiltnissen.  Die  sandigen 
vegetationsarmen  Stellen  sind  entsprecliend  arm,  die  mit  Schilf  und  Rohr  bewach- 
senen  reich,  die  Stelle,  wo  der  quellwasserige  Forellenbach  einmiindet,  hat  eine 
abweichende  Fauna  und  die  seichten  Ufer  am  oberen  Ende  des  Teiches,  welche 
Torfgrund  haben,  liefern  eine  ganz  eigenthihnliche  Gruppierung  der  Arten.  Auch 
die  seichten  Stellen  zwischen  der  Insel  und  dem  ostlichen  Ufer,  wo  die  Utricularia 
mit  ihren  buntgefiirbten  Niipfen  auf  Beute  lauert,  beherbergen  Crustaceen  und 
Infusorien,  die  anderwiirts  nicht  zu  eruiren  sind. 

Der  Steindainm  bietet  zahlreichen  Thryganidenlarven  und  Mollusken 
giinstige  Aufenthaltsorte. 

Gewiss  iindern  sich  auch  diese  Thierlebenfacien  im  Verlaufe  des  Jahres 
mannigfach  und  es  ware  dazu  langjahrige  Arbeit  nothig,  urn  dies  genauer  festzu- 
stellen,  doch  sind  sie  im  ganzen  viel  stabiler  als  die  pelagische  Fauna,  wesshalb 
wir  uns  darauf  beschriinken  werden  nur  die  oben  angedeuteten  Hauptkategorien 
jo  nach  ihrer  Thierwelt  zu  schildern.  Grosse  Storung  bringt  in  das  normale  Bild 
gar  oft  der  Wind,  welcher  pelagische  Formen  an  das  Ufer  treibt  und  hier  mit 
der  eigentlichen  litoralen  Fauna  mischt. 

Westliches  Ufer  unter  der  Wiesen-Quelle.  (September).  (Fig.  53.  2.) 


Acanthocystis  turfacea 
Stentor  coeruleus 
Mesostomum  lingua 
Vortex  viridis 
Chaetogaster  diaphanus 
Stylaria  lacustris 
Sida  crystallina,  sehr  hiiufig 
Daphnella  brachyura 
Ceriodaphnia  quadrangula 
Bosmina  longirostris 


Eurycercus  lamellatus 
Cyclops  albidus 
Cyclops  serrulatus 
Canthocamptus  staphylinus 
Notodromas  monacha 
Nesaea  coccinea 
Limnesia  histrionica 
Eylais  extendens 
Cloeon  dipterum  (Larven). 


Westliches  Ufer  bei  den  Birken.  (Fig.  53.  oberhalb  2). 


Bequereusia  spiralis 
Melicerta  pilula 
Sida  crystalina 


Ceriodaphnia  tiuadrangula 
Simocephalus  vetulus 
Scapholeberis  mucronata 


to 


93 


=3 


"  1 

OS 

ffl 

a 

CD 

<1> 

tin 

a 

<) 


o 


rCt     M       p 


f 


a    bo  « 

Ph  CD 

5*1 

bfl    CO      H 


■—      T3    .bp   oS 


33  fc>  a 


a  .i 


i-i 


^ 


s  "I 


.3   & 

^p      CD 

bo  « 


co  03 

r2  a 

'O  § 

CD 

£  H 

©  Ph 

CD  ^ 

(3  Cl 


CD      o5 


o3     O     wj 

"B  .a  i 
"3 


a, 


ft.3 


CO       M 


fill 

P-t  H  Ph  fe 


»0     CX5     t-     QD     05     O 
Al  tH     tH     iH     tH     tH     (M 


d 
•it 

13  os 

g  m 

*3  °^ 

o  e! 

cu  co 


d 


tiri-M 


•<a  -a  js 


§  .2 

<D      CO 
&  t3 


o 

os  a 

a  oj 

-  o« 


cS     in 


.2  "^ 

*co  P< 

°  s 

rc3  O 


S  eel 


,    I*. 

03     rd 

O  O 


5h 

o  W 


ft  -S    o 


d     c_)     co 

Ss   (^  <° 

O  O  |Z5 


CO     OS     ©     *H     G>1    CO    -r*< 


1 

j      d 


is 

eg  ^ 

*  w 

"i  -s 

•  8  » 

CD  ^ 

1  a  b 

I  JS  o 


O  p. 

03  -S 

.9  g 

1  -° 

to  03 

tn  CD 

M  ft 


J 


I 

CO 

_    o 
o  pq 


H     ^1    CO     t((    10    ©    b- 


Bosmina  longirostris 
Bosmina  comuta 
Acroperus  leucoceplialus 
Eurycercus  lamellatus,  sehr  hiiutig. 
Pleuroxus  truncatus,  hiiufig. 
Cyclops  serrulatus 
Cyclops  albidus 
Cyclocypris  laevis 

Litorale  im  Schilf  und  Rohr. 

Westliches  Ufer  der  Insel  (Mai). 

Difflugia  pyriformis 
Dinocharis  tetractis 
Kattulus  luuaris 
Eurycercus  lamellatus. 

Nordliches  Ufer  der  Halbinsel  (Juli). 

Arcella  vulgaris 

Difflugia  corona 

Difflugia  urceolata 

Lequereusia  spiralis 

Rhipidodendron  splendidum 

Peridinium 

Conochilus  volvox 

Brachionus  Bakeri 

Mesostoma  lingua 

Mesostoraa  rostratuni 

Aeolosoma  quaternarium  (uiit  ro- 

then  Oeltropfen) 

Stylaria  lacustris 

Daphnella  brachyura 

Eurycercus  lamellatus,  sehr  hiiufig. 

Ceriodaplmia  quadraugula 

Scapholeberis  mucronata 

Bosmina  longirostris 

Pleuroxus  trigonellus 

Pleuroxus  truncatus 

Cyclops  albidus 

Cyclops  serrulatus 

Diaptomus  gracilis 

Notodromas  monacha 

Triaenodes  bicolor 

Nesaea  coccinea 


94 


Litorale  am  Einflusse  des  Forellenbaches.  (Fig.  53.  9). 


Arcella  vulgaris 
Difflugia  corona 
Difflugia  acuminata 
Difflugia  pyriformis 
Difflugia  urceolata 
Difflugia  globosa 
Rhaphidiophrys  pallida 
Volvox  minor 
Peridinium 
Ceratiuiu  macroceros 
Rhipidodendron  splendidum 
Ephydatia  fluviatilis 
Hydra  vulgaris 
Vortex  truncatus 
Mesostoma  Ehrenborgii 
Polycelis  nigra 
Acolosoma  quaternarium 
Chaetogaster  diaphanus 
Nais  elinguis 
Stylaria  parasita 
Stylaria  lacustris 
Nephelis  vulgaris 
Clepsine  bioculata 
Monocerca  rattus 
Brachionus  Bakeri 
Daphnella  brachyura 
Ceriodaphnia  quadrangula 
Simocephalus  vetulus 


Simocephalus  serrulatus 

Bosmina  cornuta 

Ilyocryptus  acutifrons 

Eurycercus  lamellatus 

Camptocercus  rectirostris 

Acroperus  leucoccphalus 

Pleuroxus  nanus 

Tleuroxus  trigonellus 

Tleuroxus  truncatus 

Chydorus  globosus 

Cyclops  albidus 

Cyclops  Leuckarti 

Diaptomus  gracilis 

Cypridopsis  vidua 

Cypris  fasciata 

Clocion  (Larve) 

Perla  (Larve) 

Agrion  (Larve) 

Triaenodes  bicolor  (Larve) 

Lageno psyche  costalis  (Larve) 

Corisa  distincta 

Naucoris  cimicoides 

Chironomus  (Larve) 

Physa  hyj»norum 

Planorbis  complanatus 

limnaoa  peregra  var.  pacliygastra 

Cristatella  opModoidea. 


Litorale  der  Utricularia-Zone.  (Fig.  53.  <;.) 


Centropyxis  aculeata 
Acanthocystis  turfacea 
Acanthocystis  spinifera 
Rhaphidiophrys  pallida 
Peridinium 
Stentor  igneus 
Vorticella 

Mesostoma  viridatum 
Vortex  truncatus 
Stylaria  lacustris 
Chaetogaster  diaphanus 
Scaridium  longicaudatum 


Melicerta  pilula 
Taphrocampa  annulosa 
Sida  crystallina 
Daphnia  longispina 
Simocephalus  vetulus 
Scapholeberis  mucronata 
Ceriodaphnia  quadrangula 
Bosmina  cornuta 
Macrothrix  rosea 
Chydorus  sphaericus 
Polyphemus  oculus  (im  J.  1889) 
Cyclops  albidus 


95 

Cyclops  (imbriatus 

Notodromas  monacha 

Diaptomus  gracilis 

Eylais  extendens 

Cypridopsis  vidua 

Agrion  (Larve) 

Cyclocypris  ovum 

*                                   Triaenodes  bicolor. 

Litorale  am  Steindamm. 

Salpina  redunca 

Phryganiden  und  Libelluliden-Lar- 

Monocerca  rattus 

ven  in  grosser  Menge 

Aeolosoma  quaternarii 

im                                 Limnaea  peregra 

Chaotonotus  brevispinosus  Zell.                      Planorbis  albus. 

Langs    des   Ufers 

sind    zuweilen   Statoblasten  und  Ephippien  in  solcher 

Masse  angeh&uft,  dass  sie 

einen  zusaimnenhiiugenden  dunklen  Streifen  bilden. 

Litorale  am  Torfgrunde 

am  oberen  Ende  des  Teiches.  Mai  (1890).  (Fig.  53.  5.) 

Arcella  vulgaris 

Alona  rostrata 

Centropyxis  aculeata 

Notodromas  monacha 

Difflugia  corona 

Candona  Candida 

Difflugia  globosa 

Candona  rostrata 

Difflugia  pyriformis 

Oypria  ophtkalmica 

Difflugia  acuminata 

Cyclocypris  ovum 

Euglypha  alveolata 

Cypridopsis  vidua 

Cyphoderia  ampulla 

Cypris  fasciata 

Hydra  vulgaris 

Cyclops  serrulatus 

Stenostoma  leucops 

Cyclops  albidus 

Mesostoma  Ehrenberj. 

;ii                                  Cyclops  viridis 

Stylaria  lacustris 

Cauthocamptus  stapkylinus 

Sida  crystalline 

Diaptomus  gracilis 

Simoccphalus  vetulus 

Heterocope  saliens 

Scapholeberis  mucronata                                 Agrion-,  Corisa-  und  Chironomus- 

Macrothrix  rosea 

Larven 

Eurycercus  lamellatus 

Triaenodes  bicolor  (Larve). 

Alona  affinis 

Fauna  des  Teichbodens. 

Die  Grundproben 

lieferten  ueben  den  gewohnlichen  Arten  der  Litoralfauna 

hauptsiichlich  viele  Arten 

7on  Wurmern  und  Chironomuslarven,  dann  kleine  Collo- 

nien  von  Cristatellen  und 

Pbryganeaenlarven. 

96 


97 


IHustrirtes  Verzeichniss  der  im  Gatterschlager 
Teiche  auigefimdenen  Arten. 


°>    3 


o 

I- 

E 


■a 


fin 


OS 


3 


1  ^  o  a 


so 


i 


,0  CD     ^ 

■^  ^  m 
Ed 

s  i  - 

.a  §<■ 


60 

w 

of 


1 

so  2 

d 

"3 

rrl     cr1 

*  s 


§*'§> 
So 


<X)       l0    o 


f-H 


CD 


O    ^     O 


ft    Ml 


CD        r} 

a  .-a 


<n'  «5  ^i 


la  diesein  Verzeichnisse  werden  nach  den  auf  pag.  40. 
angefiihrten  Gruiidsiitzen  die  besonders  charakteristischen  Arten 
audi  bildlich  dargestellt.  Auf  die  schon  bei  deni  Unterpocer- 
nitzer  Teiche  abgebildeten,  sich  wiederholendcn  Arten  wird  nur 
auf  das  dortige  Verzeichniss  hingewiesen. 

Es  geschieht  diess  besonders  mit  Kiicksicht  auf  die  ein- 
heiraischen  Teichwirthe,  welchen  vorliegeudes  Buch  als  ein  leicht 
zugangliches  Hilfsmittel  zur  Bestiinmung  der  gewohnlichsten 
Arten  der  Teichfauna  dienen  soil. 

Wurzellussler  (Rhizopoda). 

Amoeba   proteus   Aut.    (Fig.  56.  1).     In   verhaltnissmassig 

riesigcn  Exemplaren   in   der   Uferregion  der  Torfpartie. 

Die   Bewegungen  der  Protoplasma    und   die   Anderungen 

der  Gesammtform  gingen  rapid  vor  sich. 
Arcella   vulgaris    Ehbg.    (Pag.    41.    Fig.    11).     Haufig  im 

Litorale. 
Arcella  in itrat a.  (Leidy.  p.  175.   Taf.  29).  Selten  im  Torf- 

litorale. 
Difflugia    pyriformis    Perty.     (Pag.    41.    Fig.    12.,    Fig. 

56.  3.).    Haufig  im  ganzen  Litorale,  fast  stets  lebend. 
Difflugia  acuminata  Ehbg.  (Pag.  42.  Fig.  13.,  Fig.  56.  5.). 
■     Haufig  an  den  Torfufern  und   am  Einflusse    des  Forellen- 

baches. 


Fig.  57.  Difflugia  corona  Wall.    Vergr.  300mal. 

Difflugia  corona  Wall.  (Fig.  57.).  In  grossen  schonen  Exem- 
plaren mit  grosser  Mundung,  die  mit  gelblichen  starken 
Ziihnen  versehen  ist.  Lebende  Exemplare,  die  sich  ener- 
gisch  bewegten,  stammten  aus  dem  Litorale  der  Torfpartie. 

7 


98 

Difflugia  globulosa  Duj.  (Taranek  52.  Fig.  25.).  (Fig.  58.)  Selten  im  Torflito- 
ralo  und  am  Einflusse  des  Forellenbaches.  Diese  kleine  Art  trat  in  uiehreren 
Varictaten  auf. 

Difflugia  urceolata  Cor.  (Pag.  42.  Fig.  14.).  Selten  im  Litorale  und  am  Ein- 
fiusse  des  Forellenbaches. 

Diffugia  constricta  Eh.bg.  (Fig.  56.  8).  Am  Torfgrunde. 

Lecquereusia  spiralis  Lee.  (Fig.  56.  6.,  Fig.  59.).  Haufig  im  Litorale  der 
Torfregion.  Diese  fur  die  Torfgrunde  charakteristische  Art  war  haufig  am 
oberen  Ende  des  Teiches,  wo  sie  weiter  unten  auf  sandigem  oder  schlam- 
migem  Grunde  angetroffen  wurde,  scheint  sie  nur  von  ihrem  eigentlicken 
Aufenthaltsorte  herabgeschwemmt  worden  zu  sein. 


Fig.  58.   Difflugia  globulosa  Duj. 
Nach  Tarsinek.  Vergr.  400inal. 


Fig.  60.  Centropyxis  aculeata  Stein. 
Nacli  Tar.  Vergr.  500mal. 


Fig.  59.  Lecquereusia  spiralis  Lee. 
Nach  TarAnek.  Vergr.  SOOmal. 


Fig.  61.   Microgromia  soclaJis  Ilertwig. 
Vergr.  50()mal. 


Centropyxis   aculeata  Stein.    (Fig.  60.).    Sehr  Mufig  im  ganzen  Litorale  in 

ziemlich  constanter  Form. 
Microgromia  socialia  Ilertwig.  Arcbiv  f.  Micr.  Anatomie. Supplement.  (Fig.  61.)' 

Wurde  auf  der  Scliale  einer  Alona  im  Schilf  des  Litorale  ein  einzigesmal 

gefunden,   zeigt  aber  einc  mehr  langlicb  birnformige  Gestalt  als  die  von 

Hertwig  abgebildete. 
Euglypha  alveolata  Duj.  (Pag.  64.  Fig.  36.)    Ein  einzigesmal  im  Torflitorale 

vorgekommen. 
Cyphoderia    ampulla  Leidy.  Im  Scldainme   des   Grundes  bei  der  Insel. 


99 

Rhaphidiophrys  pallida  Sell.  (Tarauek  p.  87.  Fig.  51.).   Ein  einzigesmal  im 

Torflitoralc.  September. 
Acanthocystis  turfacea  Carter.  (Fig.  62.  Fig.  56.  9.).    Hiking  im  Torf-    uod 

Scliilflitorale  auffailend  durch  den  griinen  runden  Korper. 
Acanthocystis    spin  if  era    Greeff.  Mit  kurzen  nieht  gegabelten  Stacheln;   in 

der  Utriculariazone  einmal  im  September  beobachtet. 

Aufgussthierchen  (Infusoria). 

^eratium  macroceros  Schrauch.   (Fig.  63.).   Selten  pellagisch  auf  der  Ober- 

fliiclie  im  Mai. 
Peridinium  sp.  Haufig  im  Litorale. 
Rhipidodendron   splendidum   Stein.  (Fig.  64.)  Aus  dem  Torfmoos  und  aus 

dem  Carex-Litorale. 


Fig.  6->.  Acanthocystis  turfacea  Oartor.  Nach  Tarauek. 
Vorgr.  600mal 


Fig.  63.  Ceratium  macroceros 

Schr.  Vergr.  ISOmal. 


I)i 


v«l vox  globator  Ehbg.  (Fig.  (58.  2.).  Selten  am  Boden  und  im  Litorale  am 
Einflusse  des  Forellenbaches.  Pellagisch  im  Mai. 
Hiobryon  sertullaria  Ehg.  (Pag.  43. Fig.  17.).  Diose  Art  haben  wir  nur  in 
dem  Materialc,  das  der  Waschler  am  18.  Mai  1891  im  sudlichen  Theile 
des  Teiches  gefischt  hat,  konstatiert.  Sonst  konnten  wir  dieselbe  niclit 
auffiuden,  trotzdem  wir  darnach  sehr  fahndeten. 
1  'en  t  o  r  i  g  n  e  u  s  Ehbg.  In  Hiilsen  auf  den  lasurblauen  Napfen  der  Utricularia  minor. 
Bei  auffallendem  lnchte  mennigroth:  bei  durchfallendem  briiunlich  mit 
grftnom  und  rothlichem  Schillern,  nach   Zusatz  von  Alkohol  einfach  griin. 

7* 


100 

Stentor  viridis  Ehbg.  Unter  dem  Eise  iin  Dezember. 

Zoothamnium  und  Vorticella  auf  den  Antennen  und   der  Korperoberfl&che 

von  verschiedenen  Krustenthieren. 
Acineta  mystaeina.  Auf  Cyclops. 

Pflanzenthiere  (Coelenterata). 

Hydra  vulgaris  L.  (Fig.  69.  3.).  Am  Grunde  kain  das  ganze  Jahr  eine  rothlich 
gefiirbte  stammige  achtarmige  Form  vor.  Selbst  unter  dem  Eise  geholtes 
Material  enthielt  sie  haufig  im  Dezember.  In  der  Litoralregion  des  Fo- 
rellenbacbes  trafen  wir  auf  Spirogira  eine  belle  durchsicbtige  schlanke  sechs- 
armige  Form  an. 

Wiirmer  (Vermes). 

Stenostoma  leucops  0.  Scb.  (Pag.  45.  Fig.  22.).  Am  Torfgrund  im  Mai. 
Microstoma  lineare  Oerst.  (Fig.  55.  1.).  Am  Grunde  im  August. 


<g=£^- 


Fig,  64.  Rhipidodendron  splendidum  Steia. 
Yergr.  400mal. 


Fig.  85.  Aeolosoma  quaternarium 

Ehbg.  Vergr.  45inal. 


Mesostoma  Ehrenbergii  0.  Schm.  (Fig.  68.  4.).  Viele  riesige  Exemplare  im 

Graben,  dann  in  dem  Torflitorale  und  an  der  Utriculariazone.  Im  August 

September. 
Mesostoma  rostratum  Ehbg.  Im  Schilflitorale  im  Mi. 
Mesostoma  pro  due  turn  Leuck.  Ebcndaselbst. 
Mesostoma  lingua  0.  Schm.   In  der   Utriculariazone  im  September  mit  vielen 

Embryonen.  Im  Schilflitorale  im  Juli. 
Mesostoma  viridiatum  0.  Schm.  In  der  Utriculariazone  im  Juli.  Im  Schilf' 

litorale  im  September. 
Vortex  truncatus  Ehbg.  (Pag.  49.  Fig.  21.).  Litoral  am  Einflusse  des  Forellen- 

baches  im  Mai. 


101 


Poly  eel  is  nigra  Ehbg.  Am  Einfiusse  des  Forellenbaches. 
^orylaimus  stagnalis  Ehbg.  Am  Grunde  im  Schlamme. 
Aeolosoma  quatemarium  Ehbg.  Im  Schlamme  in  Bohrchen  im  ganzen  Lito- 

rale,  im  Mai  und  Juni  am  haufigsten.   Neben  den  Exemplaren  mit  rotheu 

auch  hiiufig  solohe  mit  gelbeu  Oeltropfen. 
^ohemilla  comata  Vejd.  (Fig.  68.  8.).   Im  Schlamme  vor  der  Halbinsel.   Baut 

zarte  Rohrchen.  Im  Juni  und  September. 
Nais  elinguis  Mull.  Hiiufig  im  Litorale  im  Mai  und  am  Grunde  im  August. 
St.ylaria  lacustris  L.   (Fig.  68.  6.).   Hiiufig  im  Litorale  und  am  Grunde  vom 

Mai  bis  September. 
Stylaria  parasita  0.  Schm.   (Fig.  68.  7.).  In  der  Nacht  wiederholt  pellagisch 

gefischt.  Bei  Tag  im  Litorale  und  am  Boden.  Im  December  unter  dem  Eise. 


%•  86.   Floscularia  appendiculata  Fig.  (17.  Conochilus  volvox  Ehbg.  Vorgr.  45mal. 

Loydig.  Vnrgr.  186mal. 

chaetogaster  diaphanus  Gruith.  (Fig.  68.  9.)  Im  Boden  schlamme  und  im 
Litorale  immer  in  Theilung  begriffen.  Sehr  gefriissig.  Ein  Exemplar  aus 
der  Utriculariazone  hatte  eine  ganze  Sammlung  von  Crustaceen  wie  Bos- 
mina,  Ceriodaphnia,  Cyclops  etc.  in  den  einzelnen  Darmabsclmitten. 

Aulastomum  gulo  Moqu.-Tand.  Bei  der  Mundung  des  Forellenbaches. 

^°Phelis  vulgaris  Moqu.-Tand.  Im  Litorale  einzeln. 

pepsin e  bioculata  Sav.  (Fig.  55.  2.).  Im  Schilflitorale. 

Floscul,a,ri  a  appendiculata  Ley  dig.  (Fig.  66.).  Zwischen  Pflanzendetritus 
vor  der  Insel  im  September. 

Me  li  cert  a  pilula  Cub.  Im  Juli  an  faulen  Bliittern  von  Potamogeton. 


103 


& 


03 


^      -r^         M 


a  «  s 

a   a   «    g 


13 
■      S      ^ 

c«    oj    g 


I' 3 


ftp? 

CD      O 

3  g 
•pi 

o  o 


i>   oi  »   d   J   -■ 

H    rt     W    M    ™     « 


Oi 

w 

•e 

73    v-i 

o 

00 

'a  ^< 

ri 

c 

a 

id 

•X) 

&  £ 

o5 

5 

« 

a 

rd 

CD 

3  o 

CO 

Ph" 

! r  3 

OB 

CO 

13 

■Q 

9  "i 

-a  -3 

:•  1 
o 

IS 
m 

d 

s 

■ 

■a 

o 

o.  a 

j 

a 

Qfi 

s 

i 

CO 

en 
3 

*-> 

.2 

3    '03 
ftp   «, 

m 

a 

i 
g 

y 

O 

o    qj1 

K 

P . 

o 

r« 

■3  a 

h 

ri 

o 

o 

C 

■o 
CB 

..J 

°   a 

o 

p  3 

CD 

H 

o 
o 

«»  d 

J5 

71 

«S 

Conochilus  vol  vox  Ehbg.   (Fig.  54.  1.).  (Fig.  67.) 

Erscheint  in  tier  pelagische  Region  bis  2  Meter 

im  April,  ist  danu  im  Juni  und  Juli  am  haufigsten, 

,  nachdom   nimmt    die   Zahl   allmiilig   ab,    bis    im 

September  giiuzlich  verschwindet. 

Rotifer  vulgaris  Ebbg.  (Fig.  55.  3.).  Im  Litorale 
und  am  Boden  bei  der  Iusel. 

Asplanchna  priodonta,  Gosse.  Pelagisch  an  der 
Oberflacbe  mid  iu  1  Meter  Tiefe  im  August  und 
dann  unter  dem  Eise  im  December. 

Synchaeta  mordax  Ebbg.  Gosse.  Pellagiscb  im 
April  und  September. 

Taphrocampa  annulosa  Gosse.  Im  Litorale  im 
September. 

Scaridium  longicaudatuin  Ehbg.  Im  Mai  hiiufig 
zwischen  den  Utricularien. 

Mo  no  cere  a  rattus  Ehbg.     Im  Litorale  am  Dainm 

vereinzelt. 
Rat  tul  us  lunar  is   Ehbg.     Im  Schilflitorale  bei  der 

Insel. 
Dinocharis  tetractis  Ehbg.   Ziemlich  regelmiissig 

im  Litorale  beim  Forellenbache  und  bei  der  Insel. 
Salpina  re  dune  a  Ehbg.  Vereinzelt  im  Litorale. 
Brachionus  polyacanthus   Ehbg.     Vom  Mai  bis 

September  im  Litorale. 
Brachionus  Bakeri  Ehbg.  Im  Juli  im  Litorale. 
Anuraeastipitata  Ehbg.  Pelagisch  im  September. 
Chaetonotus  brevispinosus  Zel.  Ziemlich  haufig 

im  Litorale  im  Mai. 


a 

3 

o 

t» 

rQ 

d 

§ 

■j  a 

CD 

g 

0 

.-; 

"3    m 

0 

i 

GO 

GO 

d 

"5? 

>- 

«     O 

o   +e 

•a  M 

aw 

.i 

tn 
p3 

it 

1 
p 

cj    o 
Go  H 

:-] 
0 

■4J 

•  2 

0 
■a 

a    o 

c3    tn 

(/l 

11 

J*»    CD 

O 

5^ 

4j 

■1 
0 

fl 

n 

GO 

M 

Wasserflohe  (Oladocera). 

Sid  a  crystallina,  0.  F.  Mull.  (Fig.  28.),  (Fig.  55. 
Nr.  4).  Dieser  typische  Bewohner  der  Uferzone, 
welcher  fast  in  alien  unseren  Teichen  an  mit 
Schilf  bewachsenen  Ufern  vorkommt,  fehlt  audi 
bier  nicht.  Sie  erscheint  in  denselben  Monaten 
wie  im  Unter-Pocernitzer  Teiche.  Es  wmden  audi 
einige  rosenfarbige  Exemplare  beobachtet. 

Daphnella  brachyura  Lie  v.  (Fig.  29.)  (Fig.  55. 
Nr.  5).  Halt  sich  vorwiegend  pelagisch  auf  der 
Oberfliiche,  wird  aber  auch  zuweilen  in  der  Ufer- 
zone  angetroffen.  Vom  April  bis  October  be- 
obachtet. Im  September  fanden  wir  auch  die 
Miinnchen,  und  die  Art  blieb  bald  giiuzlich  aus. 


1U4 


Holopedium  gibberum,  Zad.  (Fig.  69.)  (Fig.  54.  Nr.  2.).  Dieses  Thier 
gehort  zu  den  eigentlicben  pelagiscben  Seebewohnern.  Es  fiihrt  dieselbe 
Lebensweise  wie  die  Leptodora  in  den  Teichen,  halt  sich  an  der  Ober- 
fliicbe  des  Wassers  und  sinkt  zuweilen  bis  zu  2  M.  Tiefe.  Das  Schwimmen 
erfolgt  immer  in  der  mit  dem  Ruckeu  nach  unten  gerichteten  Lage.  Die 
galertige  Hulle,  die  den  Leib  dieses  Krusters  einschliesst,  ist  sehr  wider- 
standsfiihig.  Die  Grundproben  entbielten  immer  leere  mit  Sdimutz  be- 
deckte  Hiillen,  die  audi  beim  Kocheu  im  Wasser  unveriindert  blieben. 
Daraus  kann  man  schliessen,  dass  diese  Hiillen  audi  sdiwer  verdaulidi 
sind  und  deshalb  vom  Karpfen  verschmabt  werden,  denn  wir  fanden  sie 
nie  in  der  Nahrung  der  Karpfen. 


Fig.  <;'.».  Holopedium  gibberum,  Zadd.  Vergr.  20mal.  Das  Thier  ohue  die  gallertige  Ilillle. 

Im  Marz  erscbeinen  im  Plankton  die  ersten  Jungen,  die  des  Buckels  am 
Rucken  noch  Tollstiindig  cntbehren.  Im  April,  Mai  und  Juni  sind  die  entwickelten 
Thiere  massenbaft  vorbanden,  in  den  folgenden  Monaten  wird  in  der  Zahl  allmalig 
eine  Abnahme  bemerkt  und  Ende  September  kommen  die  Maunchen  zum  Vorscbein, 
worauf  die  Art  bald  verschwindet.  Demuach  gehort  das  Holopedium  zu  den  „mo- 
nocydiscben"  Arten,   bei  denen  die  Manncben  nur  einmal  im  Jahre  vorkommen. 


105 


Wir  wandten  unsere  Aufmerksamkeit  audi  den  Schmuckfarben  des  Holo- 
Pediums  zu,  welche  Weissmann  in  seiner  Schrift  „Die  Schmuckfarben  der 
Daphnoiden"  p.  236  den  Beobacbtern  in  BiShmen  empfahl. 

Die  ersten  Spuren  Ton  hunter  Fiirbung  gewabrte  icli  Ende  Mai  an  einem 
Individuum,  das  diffus  rosa  gefiirbt  war  und  in  der  Mundgegend  blaue  Farbe  zeigte 
ind  auch  zu  beiden  Seiten  des  Abdomens  ,je  einen  scbmalen  blauen  Streifen  aufwies. 
Die  diffus  rosa  Fiirbung  trafen  wir  meist  an  Individuen,  welche  am  Grunde  des 
Teiches  matt  oder  todt  lagen,  bemerkten  dieselbe  aber  auch  bei  lebensfrisclien, 
Pelagisch  gefischten  Individuen.  Die  Fiirbung  riihrte  von  ciner  sehr  feinkornigen 
Masse  her,  die  lebhafte  Molecularbewegung  zeigte  und  bei  lOOOfacher  Vergrosse- 
rung  sich  als  aus  sehr  Id  einen  Stabchen  von  Bacterien  zusammengesetzt  er- 
kennen  liess. 

Ende  Juli  traten  buntgefiirbte  Individuen  in  grosser  Anzahl  auf,  bei  denen 
unterhalb  des  Darmkanals  eine  Reihe  von  blauen  Zellen  vom  Munde  bis  zur  Basis 
des  Abdomens  sich  hinzog,  nur  die  Zelle  an  der  Basis  des  dritten  Fusspaares  war 
8ehr  constant  schon  karminroth  gefarbt.  Rothc  Schalenfleckc  traf  ich  nur  bei  3 
Procent  der  untersuchten  Individuen  an. 

An  fangs  August  waren  die  Scbalenflecke  ganz  verschwunden,  aber  die 
blaue  Fiirbung  unter  dem  Darmkanale  dauerte  fort  und  war  ziemlich  bei  der 
grosston  Zahl  zu  finden.  Wo  dieselbe  schwach  war,  da  fand  sich  die  karminrothe 
Zelle  am  dritten  Fusspaare  immer  noch  sehr  deutlich. 

Mitte  August  war  schon  der  grosste  Theil  der  Holopedien  farblos.  Im 
September  waren  die  gefiirbten  noch  seltener,  aber  bei  denselben  waren  die  zwei 
Streifen  am  Abdomen  griinblau  und  auch  die  Fiisse  waren  an  ihrer  Basis  grunlich 
angeflogen. 

Die  oben  erwiihnten  Schalenfleckc,  von  welchen  in  jeder  Schale  im  vor- 
deren  Drittel  ein  grosser  entwickelt  war,  bestanden  aus  circa  30  verzweigten,  mit 
deutlichen  Kernen  versehenen  karminrothen  Zellen,  die  bei  auffallendem  Lichte 
gelblich  mennigroth  aussahen;  zwischen  denselben  waren  kleine  blaue  Zellen  ein- 
gestreut. 

Bei  den  buntgefarbtcn  Holopedien  war  immer  auch  die  Lippe  und  das 
El"le  des  erweiterten  Hauptdarmes  gelbbraun  gefarbt. 

Da  zur  Zeit  der  schonsten  Farbenentwicklung  im  Juli  und  August  von 
Miinnchen  keine  Spur  zu  finden  war  und  das  Mannchen  erst  Ende  September  ge- 
f&agen  wurde,  wo  die  Weibchen  schon  farblos  waren,  so  ist  kaum  anzunehmen, 
dass  die  Schmuckfarben   mit  sexuellen  Verhiiltnissen    in  Zusammenhange    stehen. 

Eine  ausfiihrliche  illustrierte  Arbeit  iiber  diese  Schmuckfarben  wird  dem- 
lachst  vtiroffentlicbt  werden. 

Im  ,luli  und  den  spiitercn  Mouaten  fanden  wir  in  den  Holopedien  eine 
I'arisitische  Bildung,  welche  bei  auffallendem  Lichte  kreideweis  crschien,  bei  durch- 
fabendem  scliwiirzlich.  Diese  Masse  erschien  meist  in  der  Umgebung  des  Herzens, 
sowie  in  der  des  Darmkanals  und  sandte  Ausliiufer  iu  den  Kopf,  die  Antennen  und 
111  die  Extremitiiten  (Fig.  70).   Die  vorliiufige  mikroskopische  Untersuchung  zeigte, 


106 


Fie.  70.  Holopedium  von  Microsporidium  Qberfallen. 
Vergr.  20mal. 


dass  dies  Microsporidien  sind, 
welche  wir  in  verschiedener 
Vergrfisserung  auf  Fig.  71  brin- 
gen  und  provisorisch  als  Micr. 
Ilolopedii  bezeichnen.  Uebcr 
diese  Parasiten,  von  denen  wir 
mehrere  bei  verschiedenen  Cru- 
staceen  ira  Gatterschlager  Tei- 
che  beobachteten,  wird  eine 
selbstandige  Publication  vorbe- 
reitet. 

I)  a  p  h  n  i  a  1  o  n  g  i  s  p  i  n  a,  Ley- 
dig.  (Fig.  30.)  (Fig.  54 
Nr.  3.)  Im  Gatterschlager 
Teiche  wird  sie  ebenfalls 
wie  ira  Unterpocernitzer 
das  ganze  Jahr  hindurch 
beobachtet.  Ira  December 
war  sie  unter  dern  Eisc 
hiking  vorhanden. 

Die  Mannchen  komnien 
zweimal  im  Jahre.  vor.  Im 
Unterpocernitzer     Teiche 
treten   sie    im    Juni    und 
October  auf,  wahrend  wir 
sie  im  Gatterschlager  Tei- 
che  im  Jahro  1891  schon 
im   Mai,    im    Jahro    1892 
sogar  ira  April  und  dann 
im  December  antrafei),  was 
vielleicht  mit  der  hohen   Lage   des  Teichcs   ii.  d.  M.  zusaramenhangt.    Im 
August  wurden  bei  dieser  Art  die  bunten  Farben  beobachtet. 
Daphnia  (Hy alodaphnia)    Kahlbergensis,    Schoed.    (Fig.  32.)     Das  Vor- 
kommcn  dieser  Daphnia  ira  Gatterschlager  Teiche  liisst  sich  nur  durch  das 
Verschleppen   erklaren.     Man   trifft  sie   sonst  nie  in  der  Gesellschaft  von 
Holopedium,  was  hier  der  Fall  ist  und  wir  haben  sie  nur  ira  August  1890 
und  dann  im  September  des  folgenden  Jahres,  wo  die  Mannchen  derselben 
Art  haufig   waren,    beobachtet.     Herr   J.  Kafka,    der   den  Teich  im  Jahre 
1889   untersuchtc,    fand  sie  nicht,    so  dass   man   audi   nach   dem  unregel- 
miissigen  Erscheinen  annehmen  kann,  dass  sie  erst  in  diesen  zwei  Jahren 
ira  Teiche  erschien. 
Simocephalus  vetulus,  0.  F.  Mfl.ll.   (p.  52.)     Ira  Schilflitoralc   bei  der  Halb- 

insel  zieralich  haufig.     Voin  Mai  bis  August. 
Simocephalus  exs pi nos us,  Koch.  (Ilellich,  p.  42.  Fig.  13.)  Am  Boden  zwischen 
der  Insel  und  der  Halbinsel  im  August. 


a 


o 


& 


Fig.  71.  Microsporidium  holopedii  Fr. 

c  900inul  vergr. 


400mal,  b  700mal, 


107 


Simocephalus   serrulatus,   Koch.  (Hellich,   p.  43.  Fig.  14.)    Diese  Art,  die 

sonst  seltener  als  die  zwei  vorigen  vorkommt,  ist  beim  Forellenbache  vom 

Juni  bis  August  zieinlich  hilling. 
Scapholeberis  mucrowata,  0.  F.  Miill.  (p.  52.  Fig.  33.)  Im  ganzen  Litorale 

gewohnlich  in  der  (iesellschaft  der  vorigen  Gattung  gemeiu.    Vom  Mai  bis 

August. 
Ceriodaphnia  quadrangula,  0.  F.  Miill.  (Fig.  55.  Nr.  6.)  (Fig.  75.)  Hellich 

macht  von  dieser  Art  bios  eine  Erwiihnung  bei  C.  laticaudata,  P.  E.  Miill. 

Von  dieser  weicht  sie  so  ab,  dass  sie  als  eine  selbstandige  Art  betrachtet 

werden  muss. 


i™^- X^ 


%■  72.  Ceriodaphnia  quadrangula  P.  E. 

Miill.  80mal  vm-gr. 


Fig.  78.  Camptocercus  rectirostris  Schoed.  Nach 
Hell.  80mal  vorgr. 


Bos 

Bos 
Ma, 
H  yo 


Das  Postabdomen  ist  verhaltnismassig  schmal,   sein  dorsaler  Rand  ist 

eingebucktet.  _     „    ,     , 

Vom  Mai  bis  September  hliufig  bei  der  Miindung  des  Forellenbacb.es. 
mina  cornuta,   Jur.  (Fig.  55.  Nr.  7.)  Pag-  33.     Im  Mi  kommt  sie  in  der 

Uferzone   massenhaft   vor.     Im  December  fanden  wir  sie   auch  unter  dem 

Eise.     Vom  Miirz  bis  December. 
mina  longirostris,  0.  F.  Miill.  (Fig.  34.  p.  53.)  Von  dieser  Art  gilt  das 

schon  bei  der  Art  im  Unterpocernitzer  Teiche  gesagte.    S.e   halt  sich  in 

der  (Iesellschaft  der  vorigen  in  der  Uferzone,  erscheint  aber  auch  pelagisch. 
rothrix    rosea,   Jur.    (Hellich,    p.   65.    Fig-  25.)     Diese   sonst  seltene  Art 

lebt  in  verhaltnissmiissig  grosser  Anzahl  regelmiissig  bei  der  Miindung  des 

Forellenbaches.     Von  Mai  bis  Juli.  .  , 

cryptus  acutifrons,  Sars  (Hellich  p.  71.  Fig.  31.)     Die  Schale  wml  bei 


108 


der  Hautung  abgeworfen,   so  dass   sic  von  Algen  und  Vorticellen-Colonien 
nie  so  bedeckt  wird,    wie  bei  J.  sordidus.     Zwischen  der  Insel  und  der 
Halbinsel  hn  Bodenschlamme  oft  massenhaft.     Vom  April  bis  December. 
Eurycercus  lamellatus,  0.  F.  Mull.  (Pag.  53.)    Im  ganzen   Litorale  hiiufig, 

oft  in  grossen  Exemplaren,  vom  Mai  bis  September. 
Camptocercus  rectir ostris,  Schoed.  (Fig.  55.  Nr.  8.  Fig.  76.)   Nur  an  dem 
nordlichen  Ufer  der  Halbinsel  in  der  Uferregion  im  Sehilfe  ziemlich  haufig. 
Acroperus    leucocephalus,    Koch.    (Pag.  53.)    Im  ganzen  Litorale  ziemlich 

hiiufig. 
Alona  affinis,  Leyd.  (Fig.  74.)  Dire  Lebensweise  ist   dieselbe  wie  der  A.  Leydigii 
im  Unterpocernitzer  Teiche.    Sic  lebt  im  Bodenschlamme  und  jede  Grund- 

probe  enthalt  regolmiissig  mehrere  Exem- 
plare   dieser  Art.     Man   findet  sie  auch 
deshalb   in   der   Nahrung    der   grosseren 
Karpfen.  Vom  April  bis  September. 
Alona  rostrata,    Koch.    (Fig.   37.)    In  der 

Uferregion  ziemlich  selten. 
Pleuroxus  nanus,    Baird.   (Fr.  Kr.  p.  246. 
Fig.  59.  —  Hell.  p.  100.)  Bei  der  Miin- 
dung  des  Forellenbaches  selten. 
Pleuroxus  trigonellus,  0.  F.  Mull.  (Fig. 
38.)     In  der  Gesellschaft  der  vorigen  in 
der  Uferregion. 
Pleuroxus    truncatus,   0.  F.  Mull,   (pag- 
54.)   Ziemlich  hiiufig  bei  der  Miindung  des 
Forellenbaches  und  in   der  Utricularien- 
Zone. 
Ch  y  d  o  r  u  s  g  1  o  b  o  s  u  s  (Baird).  (Pag.  55.)  Nicht 

hiiufig  in  der  Uferregion. 
Chydorus  sphaericus  (0.  F.  Mull.)   (Fig. 
39.)  Nur  einzeln  im  Schilflitorale. 
Bei  der  Miindung  des  Forellenbaches  einzeln  mi* 


Fig.  74.  Alona  affinis  Leyd.  Nach 
Hell.  GOmal  vorgr. 


Chydorus  punctatus,  Hell 
den  vorigen. 

Leptodora  Kindtii,  Focke.  (Fig.  40.  Fig.  54.  Nr.  4.)  Bei  der  Untersuchung 
des  Teiches  im  Jahre  1889  wurde  diese  Art  iihnlich  wie  Daplmia  Kahl- 
bergensis  nicht  gcfundcn  und  man  kann  annehmen,  dass  sie  ebenso  erst 
nach  dieser  Period  e  im  Teiche  erschien.  Wiihrend  aber  die  letztgenannte 
sehr  unregelmiissig  vorkam,  fanden  wir  Leptodora  constant  vom  April  bis 
September  in  1  m  Tiefe  pelagisch. 

Polyphemus  pedi cuius,  De  Geer.  Wurde  vom  Ilerrn  Kafka  im  Jahre  1889 
im  Litorale  zwischen  der  Insel  und  dem  ostl.  lifer  unweit  unserer  Utri- 
cularienlocalitat  im  Mai  gefundcn. 

Trotz  wiederlioIteTn  Suchen  an  dieser  Localitiit  konnten  wir  dieselbe 
nicht  wieder  finden.  Es  mag  dies  auch  eine  verschleppte  Art  sein,  die 
dann  ausstarb,  als  ihr  die  localen  Verhiiltnisse  nicht  giinstig  waren. 


109 

Mnschelkrebse  (Ostracoda). 

Notodromas  monacha  (0.  F.  Mull.)  p.  56.  Haufig  in  der  Uferregion,  zwischen 
Schilf,  Utricularien  und  bei  der  Miindung  des  Forellenbaches. 

Candona  Candida  (0.  F.  Mull.).  (Fig.  75.)  Auf  torfigem  Grunde  des  nordlichen 
Theiles  sehr  haufig.     Es  wurden  auch  Miinnchen  gefunden. 

Can  don  a  rostrata  Br.  &  Norm.  (Vavra,  Ostr.  p.  40.  Fig.  10.)  Mit  del  vorigen 
in  beiden  Geschlechtern,  aber  in  beschrankter  Anzahl. 

Can  do  n  a  elongata  Br.  &  Norm.  (Vavra,  Ostr.  p.  111.  Fig.  39.)  Es  wurden 
einige  Exemplare,  Mannchen  und  Weibchen,  an  dem  nordlichen  torfigen 
Ufer  erbeutet.    Die  Art  war  bisber  nocb  nur  in  Irrland  gefunden. 

Cypris  ophthalmic  a  (Jur.)  (Fig.  41.)  Haufig  in  der  ganzen  Ufergegend. 

Cyclocypris  laevis  (0.  F.  Mull.)  Fig.  42.  (Fig.  69.  13.)  Mit  der  vorigen 
ebenso  haufig. 


3. 


Fi&  75.  Candona  Candida,  0.  F.  Miill.  1.  Die  Schale  dea  Weibchens,  2.  des  Mannekens.  Vergr. 
45mal.  Cypridop8is  vidua,  0.  F.  Mull.  3.  Von  der  Seite,  4.  von  oben.  45inal  vergr.  (Nacli  Vavra.) 


Cypridopsis  vidua  (0.  F.  Miill.)  (Fig.  55. 10.)  Bei  der  Miindung  des  Forellen- 

baches  und  im  Schilflitorale. 
Cypris   fasciata  (0.  F.  Miill.)  (Fig.  56.  Nr.  10.)    Bei  den  torfigen  Ufern  den 

nordlichen  Theiles  ziemlich  haufig. 
Limnicythere   sUtionis,   Vavra.   (Fig.  56.  Nr.  11.)    Diese  interessante  Art 

wurde  in  der  Mitte  des  Teiches  zwischen  Insel  und  Halbinsel   gedredget. 

Wie  schon  friiher  erwilhnt  wurde,  vormuthen  wir,  dass  sie  von  den  Moven, 

die  eine    Insel   im   benachbarten   Rothwehrteiche   bewohnen,   verschleppt 

wurde. 


110 


Freilebende  Spalti'iissler  (Gopepoda.) 


Cyclops  strenuus  Fisch.  (Pag.  57.)     Typische   Form.    Bei   der  Miindung  des 

ForelLenbaches  und  im  Schilflitorale.    Nicht  biiufig. 
Cyclops  Leuckarti  Sars.     [Die   ersten  Anteunen  17gliodrig.    Das  rudimeotare 

Fiisschen  iihnlich  wie  bei  C.  oithonoides.  (Pag.  58.)     Die  inneren  Furcal- 

borsten  kiirzer  als  die  zwei  seitlichen.] 

Ziemlich  hiiufig  am  Bodeu  zwischen  der  Insel  und  der  Halbinsel  und 

zuweilen  auch  an  der  Oberflache. 
Cyclops  viridis,  Jur.  (Pag.  58.)    Haufig  bei  der  Miindung  des  Forellenbaches. 
Cyclops  albidus,    Jur.  (Pag.  58.  Fig.  45.)    Hiiufig  sowohl  im  Litorale  als  am 

Bodeu  zwischen  der  Insel  und  der  Halbinsel  mit  dem  C.  Leuckarti. 


Fig.  76.  Diaptomus  gracilis    Sars.    a.  Mannchen   von  der  rechten  Seite.  46mal  vorgr.    h.  Fuss  des 

funften  Paares  vom  Weibchen.   c.  Das  fttnfto  Fusspaar   vom  Mannchen.    d.  Die  drei  letzten  Eud- 

glieder  der  rechten  mannlichen  Antennc.  Vergr.  b—d  150mal. 

Cyclops  serrulatus  Fisch.  (Pag.  59.)    Im  Schilflitorale  bei  der  Halbinsel. 

Cyclops  fimbriatus,  Fisch.  (Pag.  59.  Fig.  46.)    Manchmal  ziemlich  haufig  im 
Litorale  und  auch  am  Bodes. 

Canthocamptus  staphilinus,  Jur.  (Pag.  59.)    Nicht  haufig  im  Litorale. 

Diaptomus  gracilis,  Sars.  (Fig.  54.  Nr.  5.  Fig.  76.)  (Der  inn  ere  Ast  des 
funften  Fuss  paares  des  Weibchens  erreicht  die  Mitte  des  drittletzten  Gliedes 
des  iiusseren  Astes.  Das  drittletzte  Glied  der  rechten  mannlichen  Antenne 
tragt  am  Ende  eine  stumpfe  Verliingerung.  Der  innere  Ast  des  rechten 
funften  Fusses  ist  beim  Mannchen  eingliedrig,  in  der  Mitte  verbreitet  und 
erreicht  die  Mitte  des  letzten  Gliedes  des  aussereu  Astes.) 

Das  ganze  Jahr  hindurch  in  der  pelagischen  Region  von  der  Ober- 
fliiche  bis  3  M.  Tiefe  meist  hiiufig  vorhanden.  Audi  im  Dezendier  unter 
dem  Eise  gefisclit. 


Ill 

^iaptoinus  coeruleus,  Fisch.  (Fig.  77.)  (Der  inuere  Ast  des  fiinften  Fuss- 
paares  des  Weibehens  fast  so  lang  als  das  drittletzte  Glied  des  iiusseren 
Astes.  Das  drittletzte  Glied  der  rechten  mlinnlichcn  Antenne  triigt  am 
Ende  einen  zahnfoynigon  Vorsprung  und  ist  schmal  hyalin  berandet.  Der 
innere  Ast  des  rechten  fiinften  Fusses  ist  beim  Miinnchen  schmal  und  etwas 
langer  als  das  vorletzte  Glied  des  iiusseren  Astes.) 

Diese  schone  Art  komnit  sparlich  in  den  Gruudproben   und    im  Lito- 
ralean  Steindanun  vor. 


"ii^C^cWiailsi* 


Fi8-  77.  Diaptomii8  coeruleus,  Fisch.    a.  Weibchen.  20mal  vergr.    b.  Die  drei  letzten  Glieder  der 
rechten  miuinliclieu  Auteune.  lOOmal  vergr. 


"Ig-  78.  Heterocope  saliens,  Lilj.  a.  Weibchen.  lfimal  vergr.  h.  Fuss  des  fiinften  Paares  vom 
Weibchen.  75aal  vergr.  <■,.  Das  fttnfte  Fusspaar  vom  Mannchen.  75mal  vergr. 

"e-terocope  saliens,    Lillj.     Diese   bis  3  mm  grosse  Art  ist  fur  die  Gebirgs 
seen  charakteristisch.    Bei  uns  kommt  sie  in  den  Bohmerwaldseen  eben- 
falls  in  der  Gesellschaft  des  Holopediuin    und  Conchilus  volvox  vor.     Das 
Thier  lebt  pelagisch  an  der  Oberflache  und  war  bei  unserer  ersten  Ankunft 
zum  Gatterschlager  Teiche  im  April  1890ungemein  hiiufig  und  zeigte  audi 


112 


Tabellarische  Uibersicht  des  Auftretens  der  Crustaceen  nach  den  Monaten. 


h 


,a 


l 


1 


Cladocera. 

Sida  crystallina     .    .    . 
Daphnella  brachyura    . 
Ilolopcdium  gibberum 
Daphnia  longispina 

„        Kablbergensis 
Siniocephalus  vetulus   . 
„  exspinosus 

„  serrulatus 

Scapholeberis  mucronata 
Ceriodapbnia  quadrangula 
Bosmina  cornuta  .    . 

„         longirostris 
Macrotbrix  rosea  .    . 
Ilyocryptus  acutifrons 
Eurycercus  lamellatus 
Camptocercus  rectirostris 
Acroperus  leucocephalus 

Alona  afrlnis 

„       rostrata  .... 
Pleuroxus  trigonellus  . 

„         truncatus     . 

„         nanus  .    .    . 
Chydorus  globosus    .    . 

„        sphaericus     . 

„        punctatus  .    . 
Leptodora  Kindtii    .    . 

Ostracoda. 

Notodromas  monacha  .  . 
Candona  Candida  .... 

„         rostrata  .... 

„  elongata  .  .  . 
Cypria  ophtbahnica  .  .  . 
Cyclocypris  laevis  .  .  . 
Cypridopsis  vidua     .    .    . 

Cypris  fasciata 

Limnicytherc  stationis  .    . 

Copepoda. 

Cyclops  strenuus  .... 
„        Leuckarti    .    .    . 
„        albidus     .    .    .    .    , 
„       viridis      .    .    .    .    , 
„       serrulatus    .    .    . 
„       fimbriates    ... 

Canthocamptus  stapbylinus 

Diaptomus  gracilis   .    .    .    , 
„        coeruleus    .   .   , 

Heterocope  saliens   .    .    .    . 


+ 


+ 
+ 


+ 


+ 

i 


H 


+ 


+ 


+ 


+ 
+ 
+ 

+ 


+ 
+ 


+ 

+ 
+ 
+ 
+ 

+ 


+ 


~r      t 


+ 

+ 

+ 

+ 
+ 


+ 

4- 

I 

+ 

4- 
+ 
+ 

+ 


+ 

L 

!- 
+ 


+ 


+ 

I- 
+ 
+ 
+ 


+ 

-! 

+ 
+ 


+ 

+ 

! 

■I- 
+ 


+ 


+  + 


!■ 


4 

+ 

+ 
f 

+ 

+ 

+ 
r- 


d 

■if 


+ 
+ 


+ 
+ 


+ 


+ 

+ 
+ 
+ 


+ 


+ 


+ 

+ 


+6 


+ 

4- 


+ 


+ 


+ 


113 

prachtige  bunte  Fiirbung.  Im  Mai  dessolben  Jahres  war  es  noch  zugleich  mit 
Holopedium  vorherrschend,  aber  schon  im  Juni  ist  es  ganzlich  verschwunden 
und  ist  in  einer  noch  unerklarlicher  Weise  audi  das  nachste  Jahr  1891 
ganzlich  ausgeblieben,  obwohl  wir  bei  der  Durchsuchung  der  am  westlichen 
Ufer  gelegenen  Tumpeln  in  einem  derselben  auch  Heterocope  fanden- 
Vielleicht  tragt  die  Schuld  der  Umstand,  dass  der  Teich  in  diesem  zweiten 
Jahre  hochgespaunt  war,  was  die  Ursache  sein  kann,  dass  die  Eiern  sich 
nicht  entwickeln  konnten. 

Die  Spinnenthiere  (Arachnoidea). 

Im  Gatterschlager  Teiche  sind  die  Wassermilben  (Hydrachnidae) 
in  der  Uferzone  ziemlich  haufig  vertreten.  Die  hiiufigste  Art  ist  Nesaea  eoc- 
ene a,  Bruz  (Fig.  55,  Nr.  14),  Arrhenurus  glob  at  or,  Mull,  und  Limnesia 
histrionic  a,  Mull.  (Fig.  54,  Nr.  6).  Diese  letztgeuannte  Art  haben  wir  mehr- 
Tllfils  auch  in  der  pelagischen  Region  wahrgenommen.  Limnesia  maculata 
(Mull.)  kommt  mit  den  vorigen  in  der  Uferregion  und  auch  am  Boden  vor.  II  y- 
drachna  glob  OS  a,  de  Geer  und  Eylais  extend  ens,  Mull.  (Fig.  68,  Nr.  1G) 
S11'd  stete  Bewohner  der  mit  reicher  Vegetation  bedeckten  Stellen. 

Die  Tardigraden  erscheinen  hie  und  da  im  Litorale,  und  waren  (lurch 
die  Art  Macrobiotus  macronyx,  Duj.  vertreten. 

Die  Spinnen,  die  direct  das  Wasser  bewohnen,  sind  durch  Argyroneta 
Huatica,  L.  reprasentirt.  Am  nordlichen  Ufer  der  Halbinsel  waren  die  aus  dem 
Wasser  herausragenden,  abgestorbenen  Birken&ste  von  den  kunstvollen  Radnetzen 
der  Kreuzspinnen,  Epeira  cor  nut  a,  CI.  umsponnen,  welche  mit  diittenformigen 
Verstecken  in  Verbindung  sind  (Fig.  55,  Nr.  15).  Fine  blunge  Erscheinung  ist  da 
ail(,h  Tetragnatha  Solandrii,  L.  C.  Koch. 


Die  Insecten  (Hexapoda). 

An  den  Ufern  waren  die  S  pr  ingsc  hwiinz  e  (Poduridae)  an  den  mit 
iaulem  IIolz  und  Blattern  bedeckten  Stellen  haufig.  Nach  Urn.  J.  Uzel's  Bestim- 
mungsiudes:  Orchesella  rufescens,  Tomocerus  vulgaris  und  Lepido- 
cyrUs  paradoxus. 

Die  Larven  der  Eintagsfliegen  (Ephemeridae),  Afterfriihlings- 
^iegen  (Perlidae)  und  der  Wasserjungfern  (Libellulidae)  beleben 
"auptsachlich  das  Scliilflitorale.  Cloe  diptera  bedeckte  im  Monate  August  massen- 
haft  die  beleuchteten  Fensterscheiben  der  Station,   an  welchen  sic  sich  festklebte. 

Im  Schilfe  sowie  an  den  sandigcn  Ufern  und  am  Steindamme  fanden 
^r  zahlreiche  Arten  von  Kocherfliegen  (Phrygani  dae)  meist  als  Larven. 
Berr  prof.  F>  Klapalek  hat  folgende  Arten  bestimmt: 


Dhryganea  grandis  L. 
Dbryganea  striata  L. 


Agrypnia  pagetana  Curt. 
Limnophilus  stigma  Curt. 


114 


Limnophilus  subcentralis  Brauer. 

Notidobia  ciliaris  Kol. 

Molanna  angustata  Curt.  (Fig.  79.) 
Leptocerus  senilis  Burm. 

Mystacides  longicornis  L. 

Triaenodes  bicolor  Curt.  (Fig.  55, 
Nr.  18).  Frei  ira  Wasser  schwimmend. 


Occetis  furva  Rarab. 
Holocentropus  dubius  Ramb. 
Holocentropus  picicornis  Stcph. 
Hydropsyche  guttata  Pict. 
Cyrnus  flavidus  Mc.  Lcl. 
Oxyethira  costalis  Curt.   (Fig.  80.) 
An  der  Miiudung  des  Forellenbacbcs. 


Fig.    79.    Molanna   angustata, 

Curt.     1.    1).    Larvengehause. 

2.  D.  NyinphengehiUise  in  na- 

tllrl.  Grosse. 

(Nach  pcof.  Klapalek.) 


Fig,  80.   Oxyethira  costalis,  Curt  l.  Larve  ixa  Geh&use. 

11.  Die  Nymphengeliause  auf  einem   Stttcke  des  Blattes 

von  Nymphaea  befestigt.  (Nach  prof.  Klapdlek.) 


Die  Wasserwanzen  ( II y d r o c o r e s)  sind  nur  spar] icb  vertreten  in  den 
Arten:  Corisa  distinc ta Fieb.,  Notonecta  glauca  L.  undNepa  einerea  L, 

Die  Miickenlarven  (Culiciformes)  finden hier  auch  keinen  gtastigen 
Boden  und  kommen  nirgends  in  grosserer  Menge  vor.  Wir  fanden  da  Chiro- 
iiomus  dispar  Staeg.,  Chiron  om  us  aprilinus  Meig.  und  T  any  pus  m°" 
nilis  Meig.,  deren  Larven  auch  in  aus  Schlamm  gebauten  Bohrchen  leben.  (Fig- 
68,  20,  21'.) 

Von  den  Kiifern  beobachtet  man  Me  und  da  kleinere  Scharen  von  T au- 
ra elk  iifern  (Gyrinus  opacus  var.  mar  in  us  I).). 


Die  Weicbtliiere  (Mollusca). 

Die  Fauna  1st  hier,  was  die  Weiebthicre  anbelangt,  sehr  arm.  Bei  der 
Miiudung  des  Forellenbaches  baben  wir  nur  l'l  an  orbis  albus  Mull.,  Planorbis 
complauatus  L.,  Limnaea  percgra  Miill.  var.  pachygastra  und  Phys*1 
fontinalis  L.  gefunden. 

Als  der  Teich  trockon  gelegt  war,  fanden  wir  in  dem  Abzugsgraben  einig6 
leere  Schaleu  von  Unio  pictorum  L.  und  Anodonta  piscinalis  Nils. 


115 


Die  Moosthierchen  (Bryozoa). 


Die  Grundproben  zwischen  der  Insel  und  der  Halbinsel  lieferteu  haufig 
kleine  Kolonien  von  Oris  patella  ophiodoidea  Cur.  (Fig.  61),  die  an  faulen 
otengeln  festsitzen.  Bei  der  Miindung  des  Forellenbaches  trifft  man  an  den  Pota- 
mogeton-Stengeln  schwacbe  Kolonien  von  riumatella  fungosa  Pall. 

Statoblasten  beider  Gattuugen  haufig  am  Strande  angeschwemnit. 


Tabellarische  Ubersicht  der  im  Gatterschlager  Teiche  sichergestellten  Arten 

von  Thieren. 


Amoeba  proteus  Aut. 
Arcella  vulgaris  Ebg. 
Arcella  mitrata  Leidy 
Difflugia  pyriformis  Perty. 
Difflugia  acuminata  Ebg. 
Difflugia  corona  Wall. 
Difflugia  globulosa  Duj. 
Difflugia  urceolata  Cor. 
Difflugia  constricta  Ehg. 
Decquereusia  spiralis  Lee. 
Centropyxis  aculeata  Stein 
Microgromia  socialis  Wert. 
Euglypha  alveolata  Duj. 
Cypboderia  ampulla  Leydy 
Rhapbidiophrys  pallida  Sch. 
Acauthocystis  turfacea  Cart. 
Acauthocystis  spinifera  Greef. 
Ceratium  macroceros  Scbr. 
Peridinium 

lihipidodendron  splendidum  St. 
Volvox  globator  Ebg. 
Dinobryon  sertullaria  Ebg. 
Stentor  igneus  Ebg. 
Stentor  viridis  Ehg. 
Zoothamnium 
Vorticella 

Acineta  mystacina  Ehg. 
Hydra  vulgaris  L. 
Stenostoma  leucops  0.  Schm. 
Microstoma  lineare  Oerst. 
Mesostoma  Ehrenbergii  0.  Sclm 
Mesostoma  rostratum  Ehg. 
Mesostoma  productum  Leuck. 


Mesostoma  lingua  0.  Schm. 

Mesostoma  viridatum  0.  Schm. 

Vortex  truncatus  Ehg. 

Polycelis  nigra  Ehg. 

Dorylaimus  stagnalis  Ehg. 

Aelosoma  quaternarium  Ehg. 

Bohemilla  comata  Vejd. 

Nais  elinguis  Mull. 

Stylaria  lacustris  L. 

Stylaria  parasita  0.  Schm. 

Chaetogaster  diapbanus  Gr. 

Aulastomum  gulo  Moq.-Tand. 

Nephelis  vulgaris  Moq.-Tand. 

Clepsine  bioculata  Sav. 

Floscularia  appendiculata  Leydig 

Melicerta  pilula  Cub. 

Conocbilus  volvox  Ehg. 

Rotifer  vulgaris  Ehg. 

Asplanchna  priodonta  Gosse 
Synchaeta  mordax  Ehg. 

Taphrocampa  annul osa  Gosse 
Scaridium  longicaudatum  Ehg. 
Monocerca  rattus  Ehg. 
Rattulus  lunaris   Ebg. 
Dinocbaris  tetractis  Ehg. 
Salpina  redunca  Ehg. 
Brachionus  polyacanthus  Ehg. 
Brachionus  Bakeri  Ebg. 
Anuraea  stipitata  Ehg. 
Chaetonotus  brevispinosus  Zet. 
Sida  crystallina  0.  E.  Mull. 
Daphnella  brachyura  Li6v. 
Holopedium  gibberum  Zadd. 


116 


Daphnia  longispina  Leydig 
Daphnia  Kahlbergensis  Schoedl. 
Simocephalus    vetulus   0.  F.  Miill. 
Simocephalus  exspinosus  Koch 
Simocephalus  serrulatus  Koch 
Scapholeberis  inucronata  0.  F.  Mull. 
Ceriodaphnia    quadrangula    0.    F. 

Mull. 
Bosmina  cornuta  Jur. 
Bosmina  longirostris  0.  F.  Miill. 
Macrothrix  rosea  Jur. 
Uyocryptus  acutifrons  Sars. 
Eurycercus  lamellatus  0.  F.  Miill. 
Camptocercus  rectirostris  Schoedl. 
Acroperus  leucocephalus  Koch 
Alona  affinis  Leyd. 
Alona  rostrata  Koch. 
Pleuroxus  trigonellus   0.   F.  Mull. 
Pleuroxus  truncatus  0.  F.  Miill. 
Pleuroxus  nanus  Baird. 
Chydorus  globosus  Baird. 
Chydorus  sphaericus  0.  F.  Miill. 
Chydorus  punctatus  Hell. 
Leptodora  Kindtii  Focke. 
Polyphemus  pediculus  De  Geer. 
Notodromas  monacha  0.  F.  Miill. 
Candona  Candida  0.  F.  Miill. 
Candona  rostrata  Br.  &  Norm. 
Candona  elongata  Br.  &  Norm. 
Cypria  ophthalmica  Jur. 
Cyclocypris  laevis  0.  F.  Miill. 
Cypridopsis  vidua  0.  F.  Miill. 
Cypris  fasciata  0.  F.  Miill. 
Limnicythere  stationis  Vavra 
Cyclops  strenuus  Fisch. 
Cyclops  Leuckarti  Sars. 
Cyclops  albidus  Jur. 
Cyclops  viridis  Jur. 
Cyclops  serrulatus  Fisch. 
Cyclops  fimbriatus  Fisch. 
Canthocamptus  staphylinus   Jur. 
Diaptomus  gracilis  Sars. 
Diaptomus  coeruleus  Fisch. 
Heterocope  saliens  Lillj. 
Nesaea  coccinea  Bruz. 


Arrhenurus  globator  Miill. 
Limnesia  histrionica  Mull. 
Limnesia  maculata  Miill. 
Ilydrachna  globosa  De  Geer. 
Eylais  extendens  Mull. 
Macrobiotus  macronyx  Duj. 
Argyroneta  aquatica  L. 
Epeira  cornuta  CI. 
Tetragnatha  Solandrii  L.  Koch 
Orchesella  rufescens 
Toraocerus  vulgaris 
Lepidocyrtus  paradoxus 
Cloc  diptera 
Phryganea  grandis  L. 
Phryganea  striata  L. 
Agrypnia  pagetana  Curt. 
Limnophilus  stigma  Curt. 
Limnophilus  subccntralis  Br. 
Notidobia  ciliaris  Kol. 
Molanna  angustata  Curt. 
Leptocerus  senilis  Burm. 
Mystacides  longicornis  L. 
Triaenodes  bicolor  Curt. 
Oecetis  furva  Ramb. 
Holocentropus  dubius  Ramb. 
Holocentropus  picicornis  Steph- 
Hydropsyche  guttata  Pict. 
Cyrnus  flavidus  An.  L. 
Oxyethira  costalis  Curt. 
Corisa  distincta  Fieb. 
Notonccta  glauca  L. 
Nopa  cinerea  L. 
Chironomus  dispar  St. 
Chironomus  aprilinus  Meig. 
Tauypus  monilis  Meig. 
Gyrinus  opacus  var.  marinus  L. 
Plauorbis  albus  Miill. 
Planorbis  complanatus  L. 
Limnaea  peregra  var.  pachygastra 

Miill. 
Physa  fontinalis  L. 
Unio  pictorum  L. 
Anodonta  piscinalis  Nils. 
Cristatella  ophiodoidca  Cuv. 
Plumatclla  fungosa  Pall. 


117 


Charakteristik  des  Gatterschlager  Teiches. 

Der  Gatterschlager  Teich  ist  einer  von  den  wenigen  Teichen  Bohmens,  in 
welchem  Holopedium  gibbSrum  vorkommt,  wodurch  es  wahrscbeinlich  wird,  dass 
dies  urspriinglich  eine  seeartige  Wasseransammlung  war,  almlich  denen  der  Bohmer- 
Waldseen,  die  erst?  spliter  den  Charakter  der  gewob.nlicb.en  Teiche  annahm. 


Von  Crustaceen  sind  eigentbumlich : 

Caniptocercus  rectirostris 
Holopedium  gibberum 
Macrothrix  rosea 
Uyocryptus  acutifrons 
Candona  rostrata 


Candona  elongata 
Cypris  fasciata 
Limnicythere  stationis 
Heterocope  salions. 


Das  Auftreten  von  Leptodora  muss   als  spatere  Einschleppung  betrachtet 


werden. 


Auffallend  ist  die  verhaltnismassige  Armuth  an  Wtlrmern  und  Chironomus- 
larven  besonders  was  die  Individueuanzabl  anbelangt,  was  mit  der  hohen,  demnacb 
kiilteren  Lage  des  Teiches  im  Zusammenhange  sein  mag. 

Dadurch  erklart  sich,  warum  die  Karpfen  bier  in  der  Jugend,  wo  sic  sich 
V(>»  pellagischer  Cmstaceenfauna  ernahren,  genug  wachsen,  wahrend  sie  spater, 
W(>  sie  auf  die  am  Boden  lebenden  Larven  und  Wurmer  angewiesen  waren,  der 
Seltenbeit  derselben  wegeu  im  Wachsthum  zuriiekbleiben. 


Uber  Abschatzung  des  Planctons. 

Die  Abschatzung  des  Blanctons  nach  Gewicht  und  Zabl  bat  bei  unsereu 
Teichen  nur  einen  sehr  beschrankten  Werth  und  bietet  nur  dem  Teichwirthe  zur 
^iirdigung  der  Teichnahrung  einen  zeitweisen  Anhaltspunkt. 

Das  Plancton  variirt  in  sehr  vieler  Hinsicht,  je  nach  Jahreszeit,  Tiefe,  Tem- 
Peratur,  Teichregion  u.  s.  w.  Vor  Allem  ist  die  Zahl  der  vorhandenen  Thiere 
jeden  Monat,  zuwoilen  jede  Woche  eine  andere,  nimmt  im  Allgemeinen  im  Sonuuer 
zu,  im  Winter  ab. 

Ausserdem  ist  die  Zahl  der  vorhandenen  Thiere  wechselnd,  je  nach  der 
Tiefe  oft  sehr  bedeutend  verschieden  zu  je  50—60  cm. 

Das  hochste  Quantum  nimmt  aber  auch  an  demselben  Tage  eine  verschie- 
dene  Stellung  ein,  steigt  oder  sinkt  je  nach  der  Starke  des  Lichtes  oder  nach  der 
Ternperatur  des  Wassers  sowie  nach  der  Tageszeit, 

Wir  haben  wiederholt  Versuche  mit  der  Wagung  des  Planctons,  das  auf 
ei"er  bestimmten  Strecke  mit  dem  pellagischen  Netze  gefischt  war,  vorgenommen 
Ull(l  Bestattigung  fiir  die  oben  ausgesprochonen  Ansichten  gefanden. 


118 


Tabelle  der  Plancton  Abwagungen. 


Unter  PoCernitzer 
Teich. 


7.  April  (1893) 
20.  April  (1893)  . 

14.  Mai  (1892)     . 

15.  Mai  (1894)     . 

4.  Juni  (1892)    . 

2.  Juli  (1893)     . 
13.  Mi  (1893)     . 

8.  August  (1893) 


Planetonfang  von 
der  Oberflache 
bis  1  m  Tiefe  anf 
160  m  mit  einem 
Netze  von  20  cm 
Durcnmesser 

=  4-71   ma 


Im   Gatterschlatier 

Teiche   wurden   Holo 

pedien  gewogen  im 

Monate  Juni. 


0-25  gr 

4-89  gr 

0-70  gr 
105-00  gr 

27-00  gr 

14-22  gr 
17-30  gr 

15-00  gr 


Von  der  Tiefe 

von   I   in.   anf 

150  m, 

436-20  gr 


Planctonfangvon 

1  bis  2  to   Tiefe 

1*80  m  mit  einem 

Netze  von  20  cm 

Durckmcssei- 

=  4-082    m8. 


Auf  m3  umge- 
rechnet 


165  gr 


2-50  « 


1270  gr 


0-053  pr 
0.404  'gr 

1-038  grr 
0-(i24//r 

0-148  gr 
0-612  £rr 

22-293  //r 

5-732  gr 

3-111  }/r 

3-019  ,yr 

3-673  v'- 
3-184  //r 


Annahernd 

wahrscheinliobei 

(iewicht   des 

Planctons   in 

Killogrammen 

bei  169-000  m« 

Teicbfliiebe. 


8-957  % 
68-270  Ay/ 

175-338  kg 
105-456  % 

25-012  Av/ 
103.427  kg 

3.7(17-517  Ay/ 

968-708  kg 

525-759  % 

510-211  % 
620-737  % 
538-096  % 


92-011 


l!ei    oinei-    Wan 

serlliicbo   von 

L967.000    m2 

naeh  A  breohnung 

von  '/e  auf  (lie 

Uierzone 
145.732-430  kg 
- 1.457  Mr  « 


Im  pellagischen  Theile  schienen  in  einer  Tiefe  unci  einer  bestimuiten  Zeit 
die  einzelnen  Arten  ziemlich  gleichmassig  vertheilt  zu  sein,  denn,  aoweit  sich  dies 
beobacbten  lasst,  babcn  wir  bei  klarern  Wasser  kein  Auftreten  in  Haufen  walir- 
aehmen  konnen. 

Verschiedene  an  verschiedenen  Orten  gemachte  Abfischungen  zeigten  audi 
eine  ziemlich  gleiche  Procentzahl  dor  einzelnen  Arten. 


119 


Schlussbemerkungen. 

Blicken  wir  auf  die  vollbrachte  Arbeit  an  beiden  Teichen  zuriick,  so  miissen 
wir  gestehen,  das  uns  ein^neuer  Umstand,  die  Veranderlichkeit  der  Teich- 
faunen  iiberraschte  und  storend  der  Schilderung  eines  einheitlichen  Bildes  der 
irntersuchten  Teiche  entgegentrat. 

Polyphemus  oculus  den  Herr  Kafka  im  Jahre  1889  im  Gatterschlager 
Teiche  fand,  war  in  den  folgenden  Jahren  versehwunden.  Heterocope  fand  Herr 
Kafka  pellagisch  im  J.  1889  noeh  im  ,luni.  Wir  nnr  im  Jahre  1890  im  April 
Und  Mai,  dann  niomehr. 

Leptodora  Kindtii  fand  Herr  Kafka  nicht,  wir  2  Jahre  spftter  haufig. 

Es  ist  zu  erwagen,  was  diese  Unregelinassigkeiten  im  Erscheinen  einzelner 
Alton  bewirkt.  Einen  Theil  der  Veranlassung  konnte  die  Temperatur  des  Wassers 
sein,  welche  jedenfalls  auf  das  fruhere  oder  spatere  Auftreten  von  Arten  Einfluss  hat. 

Einen  anderen  Theil  kann  die  Tr ockenlegung  gewisser  Partien  des 
Ufers,  wo  die  Keime  deponirt  waren  verursachen,  und  das  Ausbleiben  mancher  Art 
erklaren.  Falls  diese  trockenen  Stellen  wieder  unter  Wasser  kommen,  kann  das 
Erscheinen  friiher  vcrmisster  Arten  begreiflich  werden. 

Verschleppung  fremder  Arten  durch  Wasservogel  kann  das  Auftreten  einer 
neuen  Art  mSglich  tnachen,  welche  dann  im  Teiche  cinige  Zeit  vegetirt  und  ent- 
wedor  bei  zusagenden  Verhaltnissen  sich  verraehrt  und  dauernd  einbiirgert  oder  bei 
licht  zusagenden  nach  ein  paar  (xenerationen  ausstirbt. 

Beantwortung  ahnlicher  Fragen  konnte  nur  eine  wohldotirte  permanente 
Station  iibernehmen,  welche  einen  Teich  durch  mehrere  Jahre  hindurch  ununter- 
'"'"I'lien  zu  beobachten  Gelegenheit  hiitte.  . 

Die  obon  geschilderte  Untersuchung  der  zwei  Teiche  wurde  liauptsiichlich 
illl«  faunistichen  Rucksichten  durchgefuhrt,  wenn  auch  gelegentlieh  auf  die  prak- 
nschen  Fragen  Rilcksicht  genommen  wurde. 

A.ber  keiner  von  den  Teichen  reprasentirt  einen  regelmiissig  bewirthschaf- 
teten,  der  durch  Diingung  und  Samerung  meliorirt,  dann  als  Abwachsteich  be- 
ihttzt  wird. 

Die  intensive  Beobachtung  der  nach  der  Diingung  und  abermaligen  Span- 
nu"g  erschoinenden  Thierwelt  sollte  nun  im  Interesse  der  Teichwirthschaft  durch- 
gefuhrt werden  und  zwar  regelmiissig  Woche  fur  Woche  bis  zur  abermaligen  Ab- 
lassung  und  Abfischung  des  Teichcs. 

Bei  Sicherstellung  genauer  Daten  tiber  Eiasatz-  und  Fangresultate,  wiirde 
(l'«  Vergleichung  mit  einem  armseligen  nach  alter  Methode  behandelten  Teiche 
derselben  (legend  ausserst  belehrend  sein. 

Abschatzung  des  Planctongowichtes  jeden  Monat  miisste  bei  beiden  Teichen 
s°rgfaltig  durchgefuhrt  und  verglichen  werden. 

Zur  Durchfuhrung  solcher  Aufgaben  sollten  gediegene  Kriifte  engagiert 
Werden,  welche  sich  der  Aufgabo  ganz  widmen  konnten. 

In  einem    Lande,   wo  es  Ilunderte  von  Teichen  gibt,    diirften  die  gebrachten 
Opfer  gewiss  durch  lohnende  llesultate  gekront  werden. 


120 


tiber  Nahrung  des  Karpfens. 

Es  ist  kauni  glaublich,  dass  der  Mensch  seit  mehreren  Jahrhunderten  ein 
Thier  ziichtcte,  ohne  einea  riclitigen  liegriff  davon  gchabt  zu  haben,  wovon  das- 
selbe  lebt. 

Dass  selbst  in  der  neueren  Zelt,  wo  schon  mit  dem  Microskope  gearbeitet 
wird,  die  Losung  dieser  Frage  auf  sich  warten  liess,  das  begreift  nur  derjenige, 
der  es  versucht  hat,  einea  vollgefressenen  Karpfens  behufs  Untersuchung  seines 
Darminhaltes  habhaft  zu  werden. 

In  der  Hauptstadt  haben  die  Karpfen  in  den  Behiiltern  im  Flusse  reich- 
liche  Muse  Mies  zu  verdauen,  was  sie  aus  dem  Teiche  mitgebracht  haben  und 
deshalb  findet  man  ihren  Darmkanal  in  der  Kegel  ganz  leer. 

Bei  der  Abfischung  des  Teiches  ist  audi  koine  gute  Gelegenheit  zu  solchen 
Untersuchungen,  denn  die  Fische  sind  da  mohrere  Tage  durch  das  Abfallen  des 
Wassers  beunruhigt  und  es  fallt  die  Abfischung  audi  nieist  in  die  ktthle  Jahreszeit, 
wo  der  Karpfen  nicht  eifrig  nach  Nahrung  sucht. 

Selbst  der  Herr  Direktor  Schusta,  welcher  zuerst  die  Untersuchung  der 
Karpfennahrung  in  Angriff  nahm,  hatte  mit  viel  Schwierigkciten  zu  kampfen,  denn 
die  in  diesem  odor  jenem  Teich  gefangenen  Fische  verdauten  ihre  Nahrung  meist 
zur  Unkenntlichkeit,  bcvor  sie  in  Wittingau  untersucht  werden  konnten. 

Diesen  Schwierigkeiten  half  nun  ausgezeicb.net  die  Errichtung  der  fliegenden 
zoologischen  Station,  welche  es  ermoglicht  den  Karpfen  in  der  Nacht  oder  zcitlich 
friih,  wenn  er  ganz  vollgefressen  ist,  sogleicb  nach  dem  Fange  zu  untersuchen  und 
den  Darminhalt  regelrecht  fiir  die   spatere   genaue  Untersuchung   zu   conscrviren. 

Aber  selbst  bei  dem  Aufenthalt  am  Teiche  ist  es  gar  nicht  so  leicht  eines 
Karpfens  habhaft  zu  werden,  wenn  man  nicht  ein  erfahrener  Sportsmann  in  der 
Fischerei  ist  und  auch  von  Berufsfischern  wiederholt  angestelltc  Versuche  mit  der 
Angel  und  dem  Regenwurm  blieben  oft  erfolglos,  denn  bei  der  Menge  von  Nahrung 
am  Ufer  blieben  einmal  die  Aufstellungen  unberiicksichtigt,  ein  andermal  war  das 
Wetter  ungunstig  und  schliesslich  wenn  ein  grosser  Fisch  anbiss,  riss  er  Alles 
entzwei. 

Schliesslich  musste  das  Zughetz  herbeiholt  werden,  um  das  ndthige  Mate- 
riale  zur  Untersuchung  zu  beschaffen  und  die  gunstige  Gelegenheit  der  Station 
nicht  unbeniitzt  vorbcigehen  zu  lassen. 

Es  gelang  uns  an  beiden  Teichen  die  Untersuchung  der  Karpfennahrung 
vorzunehmen  und  es  sollen  hier  die  Resultate  mitgetheilt  werden. 


I.  Unterpocernitzer  Teich  bei  Bechowitz. 

Dieser  Teich  ist  seit  etwa  40  ,1'ahren  gespannt,  darf  Servituten  halber  nicht 
abgelassen  werden  und  wurde  vom  Fischhiindler  Karl  Podhorsky  als  Depot  fur 
Verkaufskarpfen  beniitzt,  Ein-  oder  zweiinal  dor  Woche  wurde  da  in  der  Nacht 
gefischt  und  die  Waare  Fruh  nach  der  Hauptstadt  gebracht. 

Dies  war  eine  sehr  gflnstige  Gelegenheit  zur  Untersuchung   der  Karpfen- 


121 


nahrung  und  es  warden   uns  wiederholt  in  der  Nacht   frisch  gefangene  Exemplare 
iibergeben,  welche  wir  sogleich  in  der  Station  untersuchten. 
Im  Ganzen  wurden  folgende  Stiicke  untersucht. 

a)  14.  Mai  10  Uhr  Vormittags.  Kleiner  Karpfen  von  33  cm  etwa  l/a  K. 
chwer.    Weibchen. 

Der  Magen  fast  leer,  da  die  Verdauung  um  10  Uhr  schon  vorbei  war. 

Im  Darme  fast  lauter  Crustaceen  Alona,  Cyclops  nebst  einigen  Chi- 
ronomus-Larven  und  etwas  Pflanzendetritus. 

Dies  ist  ein  Beispiel,  wo  die  jungen  Karpfen  hauptsachlich  Crustaceen 
fressen.  — 

b)  14.  Mai  10  Uhr  Vormittags.  Grosser  Karpfen,  48  cm  lang,  etwa  llft  K. 
schwer.  Weibchen.  Der  Magen  leer,  auch  der  Dunndarm  zum  Theil  leer.  Im 
iibrigen  Darm  olivengriine  Masse,  im  Euddarm  Sand  (von  Phryganaeenrdhren). 

Der  Darminhalt  bestand  zu  70%  aus  Chironomus-Larven,  von  welchen 
mehrere  noch  lebten.  Fast  keine  Crustaceen,  dann  einige  Fischeier,  Sphaerium 
corneum,  ein  Pakett  Chironomuseier  mit  Embryonen. 

(An  Parasiten  Caryophylaeus  mutabilis  und   ein  Ascarid  von  5  cm  Lange.) 
Dies  ist  ein  Beispiel,    wo  der  iiltere  schwerere  Karpfen  die  Nahrung  nur 
v°m  Boden  nimmt. 

c)  4.  Juni.  9  Uhr  Vorm.  Kleiner  Karpfen  von  37  cm  Lange.  Miinnchen. 
Larm  fast  leer,  nur  einige  Cyclopse  und  Chironomus-Larven.  (Wegen  der  Laichzei 
vielleicht  kein  Hunger.) 

d)  4.  Juni.  9  Uhr  Vorm.  Grosser  Karpfen,  55  cm  lang,  3  K.  schwer. 
Weibchen.  Der  Magen  leer,  im  Darin  155  gr  Pflanzendetritus  80°/0,  Chironomus- 
Larven  18%,  das  iibrige  2%  (Cyclops,  Daphnia  etc.) 

e)  4.  Juli.    2  Uhr  friih.    Karpfen  45  cm  lang,    %  K.  schwer. 

Ganz  frische  Larven  von  Chironomus  im  Magen.  Alona  Leidigii  in  Menge. 
D&phnia  Kahlbergensis.  Bosmina.    Epbippien  und  Statoblasten  von  Alcyonella. 

f)  4.  Juli.  2  Uhr  Friih.  Karpfen  52  cm  lang,  2  K.  schwer.  Mageninhalt 
mit  viel  Sand  gemischt.  Eine  grosse  Menge  von  Chironomus-Larven.  Kopfe  und 
Larven  von  Wasserkafern,  D.  Kahlbergensis,  Daphnella  Bosmina,  Ceriodaphnia  und 
Cypria  ophthalmica,  Diflugia  pyriformis  und  acuminata. 

gj  25.  Juli.  Va12  uhr  Nachts.  Karpfen  42  cm  Liinge,  1  K.  schwer.  Die 
Hauptmasse  des  Magen-  und  Darminhalts  bilden  Larven  von  Wasserkafern  und 
v°n  Corethra  plumicornis.  Von  Crustenthieren :  Daphnia  Kahlb.,  Alona  Leydigii, 
Il.y<>cryptus  sordidus,  Cypria  ophthalmica,  Cyclops  vicinus. 

Der  Ilyocryptus  und  Alona  beweisen,  dass  der  Karpfen  seine  Nahrung  am 
Boden  gcnommen  hat. 

h)  25.  Juli.  xl,212  Uhr  Nachts.  Karpfen  von  53  cm  Liinge,  1-5  K.  schwer. 
Lie  Halfte  des  Magen-  und  Darminhalts  bilden  leere  Schalen  von  Daphnia  Kahl- 
Dergensis,  welche,  weil  unverdaulich,  sich  stellenweise  in  Klumpen  angehauft  haben. 
-^•uch  fanden  wir  unverdaute  Sommereier,  was  von  grosser  Bedeutung  ist 
Uad  des  Versuches  Werth  wiire,  ob  diese  Eier  wiihrend  des  Passirens  des  Darmes 


122 

ihre  Lebenskraft  nicht  verloren  haben.     Falls  nicbt,    dann  ware  dadurch  fiir  die 
Erhaltung  der  Generation  der  verspeisten  Daphnien  gesorgt. 

i)  14.  September.  11  Uhr  Naclits.  Kleiner  Karpfen.  Magen  und  Darm 
hauptsachlich  mit  Chironomus-Larven  gefiillt.  Ausserdem  Ilyocryptus  sordidus, 
Alona  Leydigii,  Cyclops,  Cypria  ophthalmica  und  viele  leere  Schalen  von  Crustaceen. 

j)  14.  September.  11  Uhr  Nachts.  Grosser  Karpfen.  Im  Darme  viel 
Schlamin,  der  wohl  beim  Fangen  der  Cliironomus-Larven  dahin  gelangte,  welcbe 
fast  den  alleinigen  Bestandtheil  des  Darmes  bildeten.  Crustaceenschalen  waren 
nur  sparlich  vorhanden. 

Seit  diesen  Untersuchungen  ist  der  Pacht  des  Unterpocernitzer  Teiches  in 
andere  Hande  iibergangen  und  die  Erlangung  von  Untersuchungsmaterial  unmog'lich 
geworden. 

II.  Gatterschlager  Teich. 

Hier  war  die  Erlangung  der  Karpfen  rait  grossen  Schwierigkeiten  ver- 
bunden  und  wahrend  unseres  Aufenthaltes  daselbst  gelang  es  nur  drei  Karpfen  zu 
untersuchen. 

h)  17.  August.  Karpfen  von  36  cm  Lange  im  Litoralschilfe  bei  Tag  auf 
die  Angel  gefangen  hatte  den  Magen  und  Darm  fast  ausschliesslich  mit  Pfianzeu- 
samen  gefiillt. 

i)  31.  Mai.  Karpfen  40  cm  lang,  bei  Tag  gefangen.  Darrainhalt  44  gr  bestand 
zu  60%  aus  Phryganaeenlarven,  zu  20"/0  unverdauten  Algen.  Von  den  erstereu 
waren  kenntlicb : 

Mystacides  longicornis,  Oecetis  furva 

Oecetis  lacustris,  Triaenodes  bicolor. 

Ausserdem  waren  vorhanden:  Chironoinus-Larven,  Eurycercus  lamellatus, 
Alona  affinis  und  andere  gewohnliche  Crustaceen  der  Litoralzone. 

Jc)  31.  Mai.  Karpfen  38  cm  lang,  bei  Tag  gefangen.  Darrainhalt  24  fff 
bestand  aus  40%  Daphnien  mit  unverdauten  Eiern.  Keine  Phryganaeenlarven, 
Alona  affinis  und  Bosmina  vorhanden. 


Fig.  80.  Einige  Tage  altes  karpfenartoges  Fischchen  vou  9  mm  Liinge  mit  zwei  Httpferlingei1 

im  Darm. 


Wie  wichtig  die  kleinen  Crustaceen  fiir  die  N aiming  der  ganz  jungen 
Fische  sind,  erkennt  man  aus  dem  auf  Fig.  80)  skizirten  karpfenartigen  Fischchen 
von  9  mm  Lange,  das  schon  im  Magen  zwei  Cyclops  zeigte. 


123 

(Gelegentlich  wurde  auch  ein  6l/2  cm,  langer  Barsch  untersucht,  in  dessen 
Magen  an  500  Stuck  Bosraina,  dann  50  Leptodora  Kindtii  unverdaute  Daphnieu- 
eier,  Chironomus-  und  Corixa-Larven  vorgefunden  wurden.) 

Aus  den  nur  in  oescheidenem  Masse  durchgefiihrten  Untersuchungen  der 
Karpfennahrung  lassen  sich  folgende  Thatsachen  feststellen: 

1.  Junge  Karpfen  bis  zu  x/2  K.  Gewicht  nehmen  ihre  Nahrung  mehr  im 
freien  Wasser  auf  und  besteht  dieselbe  fast  ausscbliesslich  aus  pellagisch  lebenden 
Crustaceen. 

2.  Altere  Karpfen  von  1 — 2  K.  nehmen  ihre  Nahrung  votn  Boden  und 
dieselbe  hauptsiichlich  aus  Chironomus-Larven. 

3.  Die  Verdauung  der  in  der  Nacht  aufgenonnnenen  Nahrung  gebt  rasch 
v<«'  sich,  so  dass  schon  in  den  eisten  Vorniittagsstunden  der  Magen  leer  ist  und 
die  Nahrung  nur  im  Darme  vorgefunden  wird. 


IN  HALT. 


Seite. 

Vorwort 3 

Die  ttbertragbare  „niegende"  zoologische   Station  des  Comit6s  fiir  Londesdnrchforschung  8 

Die  stabile  zoologische  Station  am  Unterpofiernitzer  Teiche  bei  Bechovic H 

Lage,  Grosse,  Zufliisse  und    Temperaturverhaltnisse  des  Teiches 18 

Die  Fauna  der  Umgebung  des  Unterpocernitzer  Teiches,  dessen  Fische  und  Mollusken  20 

Flora  des  Unterpocernitzer    Teiches  und  der  Umgebung 23 

Ubersicht    iler    Arbeitstage  und  der  Fangresnitate  am  Unterpocernitzer  Teiche      ....  24 

Illustrirtes  Verzeichniss  der  im  Unterpocernitzer  Teiche  aufgefundenen   Arten 40 

Tabellarische  Ubersicht  der  Vertheilung  der  Crustaceen  des  Unterpocernitzer  Teiches  nach 

den  Regionen      00 

Tabellarische  Ubersicht  des  Auftretens  der  Crustaceen  nach  den   Monaten 01 

Tabellarische  Ubersicht  der  im  Unterpocernitzer  Teiche  sichergestollten  Arten  von  Thieren  68 

Analyse  des  Wassers  und  des  Bodonschlammes      57 

Der  Gatterschlager  Teich  bei  Neuhaus 70 

Daten  ttber  die  Arbeitstage 74 

Lage,  Grosse,  Tiefe,  Zufliisse  und  Beschaffenheit  des  Wassers    • 71 

Fauna  der  Umgebung  des  Gatterschlager  Teiches  und  dessen  Fische 70 

Flora  des  Teiches  und  der  nachsten    Umgebung 79 

Ubersicht  der  pellagischen  Fangresultate  nach  den  einzelnen  Monaten     83 

Litorale  und  Bodenfauna  des  Gatterschlager  Teiches 91 

Illustrirtes  Verzeichniss  der  im  Gatterschlager  Teiche  aufgefundenen  Arten 97 

Tabellarische  Ubersicht  des  Auftretens  der  Crustaceen  nach  den  Monaten LIS 

Tabellarische  Ubersicht  der  im  Satterschlager  Teiche  sichergestellten  Arten  von  Thieren  110 

Charakteristik  des  Gatterschlager  Teiches • H^ 

tiber  Abschatzung  des  Planctons     117 

Tabelle  der  Plancton  Abwiigungen 118 

Schlussbemerkimgen no 

Uber  Nahrung  des  Karpfens 120 


II.  Theil  enthalt: 

Dr.  Em.   Boficky:  Petrogr aphische   Studien  an   den  Basaltges teinen  Bohmens 

r,    .     Preis        fl.    3-50 

r reis  der  ganzen  ersten  Hiilfte  des  zweiten  Bandes  (I.  und  II.  Abtheilung  zusammen)  geb.  fl.  10"— 

X  "W  E  I  T  E  B    BAND. 

f 

Zweiter  Theil. 

III.   Botanische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky  (II.  Theil) 
Preis fl.  260 

rv.    Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:    Die  Wirbelthiere  Bohmens. 

i>)       „         „         „  „         Die  Flussfischerei  in  Bohmen. 

c)      „         „        „         „         Die  Krustenthiere  Bohmens.   Preis fl.  3-— 

V.  Chemische  Abtheilung. 

Prof.  Dr.  Em.  Boficky:  Uber  die  Verbreitung  des  Kali  und  der  Phosphorsaure 
in  den  Gesteinen  Bohmens.    Preis 60  kr. 

I  reis  der  ganzen  zweiten  Hiilfte  des  zweiten  Bandes  (III.,  IV.  u.  V.  Abth.  zusammen)  geb.  fl.  ,V— 


r>  rt  i  t  t  e  rt   b  a.  is  r>. 

I.  Topograph]  sche  Abtheilung. 

Verzeichniss  der  in  den  J.  1877—1879  vom  k.  k.  mil.-geogr.  Institut  trigonometrisch 
bestimmten  Ildhen  von  Bohmen  herausgegeben  von  Prof  Dr.  Karl  Kofistka  und 
Major  K.  Daublehsky  von  Sterneck fl.  1-80 

II.  Geologische  Abtheilung. 

I-  Heft.    Petrographi  sche   Studien    an    den   Ph  onolithges  teinen    Bohmens    von 

Prof.  Dr.  Em.  Boficky.  Preis fl.  1" — 

II.  Heft.    Petrographische   Studien    an    den   Melaphyrges teinen    Bohmens    von 

T  Prof.  Dr.  Em.  Boficky.    Preis fl.  1* — 

HI.  Heft.    Die   Geologie    des    bohmischen    Erzgebirges    (I.   Theil)    von    Prof.    Dr. 
Gustav  Laube.    Preis fl.  2"— 

III.  Botanische  Abtheilung. 

Prodromus  dor  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky.  (III.  Theil 
Schluss.)  Preis fl.  2-40 

IV.  Zoologische  Abtheilung. 

I.  Heft.    Die  Myriopoden  Bohmens  von  F.  V.  Rosicky.    Preis 60  kr. 

II.  Heft.    Die  Cladoceren  Bohmens  von  Bohuslav  Hellich.    Preis fl.  160 

V.  Chemisch-petrologische  Abtheilung. 

El  em  en  te  einerneuen  chemisch-mikroskopischen  Mineral- und  Gesteins analyse 
von  Prof.   Dr.  Boficky.    Preis  .    • fi.  1-40 

V  I  E  B  T  E  B    B  A  N  B. 

No.  1.    Studien    im    Gebiete    der    bohmischen    Kre  ideformation.     Die   Weissen- 

^  berger  und  Malnitzer  Schichten  von  Dr.  Anton  Fric.    Preis fl.  3'— 

■"0.  2.  Erl  au  terungen    zur    geologischen    Karte    der    Umgebungen    von   Prag   von 

j.  J.  Krejci  und  R.  Helm  hacker fl.  4-50 

iN°.  3.  Prodromus    der    Flora    von   Bohmen    von    Prof.  Dr.    Ladislav    Celakovsky. 

N  (IV.  Theil.)    Nachtriige  bis  1880.    Verzeichniss  und  Register fl.  240 

iN°.  4.   Petro  logische    Studien    an  den  For phyrgesteinen   Bohmens  von  Prof.   Dr 

N  Em.  Boficky .    .    .  fl.  1-80 

iNo-  -r>.   Flora  des  Flussgebietes  der  Cidlina  und  Mrdlina  von  Prof.  Ed.  Pospichal 

N°.  6.  Der  Hangcndflotzzug  im  Schlan-Rakonitzer  S teinkohlenbecken  von  Carl 
Feistmantel fl.  2-  — 


F  XJ  N  F  T  E  R     B  A  N  D. 

No.  1.  Erlauterungen  zur  geologischen  Karte  des  Eisengebirges  (2elezn6  hory) 
und  der  angrenzenden  Gegenden  im  ostlichen  Bohmen  von  J.  Krejci  und 

R.  Helmhacker fl-  2' — 

No.  2.   Studien    im    Gebiete    der    bohmischen    Kreidef ormation.     III.   Die    Iser- 

achichten.    Von  Dr.  Anton  Frio .    .    .    .  fl.  3' — 

No.  3.  Die  mittelbohm.  Steinkohlenablagerung  von  Carl  Feistmantel  .  .  fl.  1/20 
No.  4.  Die  Lebermoose  (Musci  Hepatici)  Bohmens  von  Prof.  Jos.  Dedecek.  fl.  1" — 
No.  5.  Orographi sch -geotektonis che  Ubersicht  des  silurischen  Gebietes  im 
mittleren  Bohmen.  Von  Johann  Krej  ci  und  Karl  Feistmantel.  .  .  .  fl.  2 — 
No.  6.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.    I.  Th.  Von  Dr.  A.  Hansgirg.   fl.  1*40 

S  E  O  II  S  T  E  R    B  A  N  E>. 

No.  1.  Uber  die  Torfmoore  Bohmens  in  naturwissenschaftlicher  und  national- 
okonomischer  Beziehung  mit  Beriicksichtigung  der  Moore  der  Nachbar- 
lander.  Von  Dr.  Fr.  Sitensky.  I.  Abth.  Naturwissenschaftlicher  Theil.   .    .   .  fl.    2"80 

No.  2.  Die  Susswasserbryozoen  Bohmens.   Von  Josef  Kafka fl.    1/20 

No.  3.  Grundziige  einer  Hyfitographie  des  Konigreiches  Bohmen.  Von  Dr.  F.  J. 
Studnicka     .    .        .  fl     1'50 

No.  4.   Geologie  des  bohmischen  Erzgebirges.   II.  Theil.   Von  Dr.  Gustav  C.  Laube. 

fl.    2-50 

No.  5.  Untersuchungen  iiber  die  Fauna  der  Gewasser  Bohmens.  I.  Metamorphose 
der  Trichopteren.  I.  Serie.  Von  Fr.  Klapalek fl.    1*20 

No.  6.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.  I.  Th.  Forts.  Von  Prof.  Dr.  Anton 
Hansgirg fl.    3* — 

SIEBENTEFt     BATVB. 

No.  1.  Die  Flechten  der  Umgebung  von  Deutschbrod  von  Jos.  Novak.  .  .  fl.  1. — 
No.  2.  Studien  im  Gebiete   der  bohmischen  Kreideformation.  IV.  Die  Teplitzer. 

Schichten.    Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric fl.    8*— 

No.  3.  Uber   die    chemische   Xusammen  se  tzung   verschiedener  Ackererden  und 

Gesteine  Bohmen' s   und  ilber  ihren  agronomischen  Werth.    Von  Dr.  Jos. 

Hanamann fl.    2"— 

No.  4.  Die  tertiaren  Land-  und  Susswasser-Conchylien  des  nordw.  Bohmen  von 

Gottlieb  Klika v fl.    2'40 

No.  5.  Die  Myxomyceten  Bohmens  von  Dr.  Lad.  Celakovsky  (Sohn) fl.    1'20 

No.  6.  Geologische  Karte  von  B6hmen.   Section  VI.    Entworfen  von  Prof.  Joh.  Krejci. 

Mit  Erlauterung  von  Prof.  Dr.  A.  Fric.   Preis fl.  2"20 

A  O  II  T  E  R.      BAND. 

No.  1.  Ubersicht  der  Thatigkeit  der  naturw.  Landesdurchforschung  v.  J.   1804 

bis  1890  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka         fl.  —•.'!() 

No.  2.  Untersuchungen  der  Fauna  d.  bohm.  Gewasser.  II.  Fauna  d.  bohm.  Teiche 

von  Jos.  Kafka fl.     1'20 

No.  3.  Monographie  der  Ostracoden  Bohmens.  Von  Wenzel  Vavra  .  .  .  .  fl.  2'fiO 
No.  4.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.    Zweiter  Theil.    Von  Prof.  Dr.  Anton 

Hansgirg   .        fl.    8'— 

No.  5.  Recente  und  fossile  Nagethiere  Bohmens.  Verfasst  von  Josef  Kafka,  fl.  2.20 
No.  6.  Untersuchungen  tlber   die  Fauna  der  Gewasser   Bohmens.    I.  Metamorphose 

der  Trichopteren.  H.  Serie.    Von  Prof.  Fr.  Klapalek fl.  — — 

NEUNTER      BAND. 

No.  1.  Studien  im  Gebiete  der  bohmischen  Kreideformation.  V.  Priesener 
Schichten.     Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric fl.    3  — 

No.  2.  Untersuchungen  tlber  die  Fauna  der  Gewasser  Bohmens.  IV.  Die  Thierwelt 
des  Unterpocerni tzer  und  Gatterschlager  Teiches  als  Resultat  der  Ar- 
beiten  an  der  ubertragbaren  zoologischen  Station.  Verfasst  von  Prof.  Dr. 
Ant.  Fric  und  Dr.  V.  Vavra fl.  —  ■— 


Druck  von  Dr.  Ed.  Qr£gr  In  Prag  1804.  —  Solbstyerlag. 


miTNKI'    IiIKKAK: 
MUS  COMP.  200L 


b- 


DAS  MOLDADTHAL 

ZW1SCHEN  PRAG  UND  KRALUP. 


EINE  PETROGRAPHISCHE  STUDIE 


JOSEF  KLVANA, 

alprofessor   in   Ungalisch   Ht»di»oh 


li.    k.    Gymnasialp 


(Mit  vielen  zinkographischen  Abbildungeii.) 
Veroffentlicht   mit  der  Unterstiitzung  der  bohm.  Kaiser  Franz  Josef  Akademie 


ARCHIV  DER  NATURWISSENSCHAFTL.  LANDESDURCHFORSCHUNG 
VON  BOHMEN 


IX.   Band,    Nro.    3. 


P  It  A  G. 

In    Commission   bei    FE.    RIVNAC 
1895. 


^fl    b 


DAS  ARC  HIV 


fur   die 


naturwissensckaftliche  Landesdurchforschunff  von  BOhmen 


o 

I.  bis  V.  Band :   Redaction  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  J.  Krejcf, 
VI.  Band  u.  s.  w.:  Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  Dr.  A.  Fric, 

enth9.lt  folgende  Arbeiten : 

E  Ft  S  T  E  F&     BAND. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

aj  Das  Terrain  und  die  Hohenverhaltnisse  desMittelgebirgesunddes 
Sandsteingebirges    im   nordlichen   Bohmen   von   Prof.   Dr.   Karl   Kofistka. 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect-Blatt  II.)  von  Prof. 
Dr.  Kofistka. 

cJHohenschichtenkarte,  Section  II.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka.  Preis  fl.  4-— 
Preis  der  Karte  app .    .    fl.  1"60 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischen  Abtbeilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen  oder  allgemeine  geologische  Verhaltnissc  des  nord- 
lichen Bohmen  von  Prof.  Johann  Krejci. 

b)  Studien   im  Gebiete  der  bohm.  Kreideformation  von  Prof.  J.  Kre.ici. 
e)  Paliiontologische    Untersuchungen    der    einzelnen    Schichten    der    bohm. 

Kreideformation   u.  s.  w.   von  Dr.   Anton  Fric. 
d)  DieSteinkohlenbecken  von  Radnic,  vomHuttenmeisterKarlFeistmantel. 
Preis A.  4-50 

III.  Die  Arbeiten  der  botanischen  Abtbeilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Behmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I.  Theil.) 
(Vergriffen.)  Preis fl-  1'— 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Verzeichniss  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj. 

b)  M  onographie  der  Land-  und  Siisswassermollusken  Bohmens  vom  Assi- 
stenten  Alfred  Slavfk. 

c)  V  erzeichniss  der  Spinnen  des  nordlichen  Bohmen  vom  Real-Lehrer 
Emanuel  Bart  a.     Treis fl.  2- — 


V.    Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 
Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann. 
Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I.  bis  V.)  geb 


Preis 


25    kr. 
fl.  <)■— 


Z  -\\r  EITEH    BAND. 
Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

oJDas  Terrain  und  die  H6henverhaltnisse  des  Iser-  und  des  Riesen- 
gebirges  und  seiner  stidlichen  und  ostlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr.  Karl 
Kofistka. 

b)  Zweite  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III.)  von  Prof. 
Dr.   Kofistka. 

c)  II  6  h  e  n  s  chi  ch  t  e  n  k  a  r  t  e,  Section  III.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka. 

d)  Hohenschichtenkarte  des  Riesengebirges  von  Prof.  Dr.  Kofistka  Preis 
dieser  Abtheilung fi.  450 

II.  Die  Arbeiten  der  geologisclien  Abtlieilung.    I.  Theil  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S  teinkohlenf  o  rmation  Bohmens. 

b)  KarlFeistmantel:  DieSteinkohlenbecken  bei  Klein-Pf  flep,  Li  sole,  Stile  c, 
Holoubkow,   Mireschau  und  Letkow. 

c)  Jos.  Vala  und  R.  Helmhacker:  Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gegend 
von   Prag   und   Beraun. 

d)  R.  H  elmhacker:  Geogno  stische  Beschreibung  eines  Theiles  der  Gegend 
zwischen  Beneschau  und  der  Sazava.     Preis ...    fl.  4-— 

II.  Theil  enthalt: 
Dr.  Em.    Boficky:   Pe trogr aphische   Studien   an   den  Basaltges teinen  Bohmens 
Preis        fl.    8*50 

Preis  der  ganzen  ersten  Halfte  des  zweiten  Bandes  (I.  und  II.  Abtheilung  zusammen)  geb.  fi.  10-— 


DAS'  MOLDAUTHAL 


ZWISCHEN  PRAG  UND  KRALUP. 


EINE  PETROGRAPHISCHE  STUDIE 


VON 


JOSEF  KLVANA, 


k,   k.    G-ymn*»ialproflsMor   in    Ungarinoh    Hradl»oh. 


(Mit  vielen  zinkographischen  Abbildiingen,) 


Veroff'entlicht,  mit  dor  Unterstiitzung  der  bohm.  Kaiser  Franz  Josef  Akadomie. 


(Archiv  der  naturwiasenschaftlichen   Landeadurchforschung  von  ISOlimen.) 
Band  IX.  Nro.  3. 


PRAG. 

DRUCK  VON  Dr.  EDV.  GREGR.  -  ICOMMISSIONS-VERLAG  VON  FR.  RTVNAC, 

18»S. 


Vorwort. 


Nach  dcin  unerwarteten  und  plotzlichen  Ableben  meioes  unvergesslicheri 
Lehrera  Prof.  Dr.  l'.oficky's,  wurde  mir  das  Zuendearbeiten  seiner  wichtigen 
Arbeit  iiber  die  Porphyrgesteine  Bohinens,  die  gerade  im  Druck  begriffen  war, 
anvertraut  (Archiv  der  naturwissenschaftl.  Landesdurchforsch.  v.  Bobmei) 
V.  Bd.,  Nro.  1,  Geol.  Abth.  S.  133—177).  Bei  dieser  Gelegenheit  kamen  in 
meine  Hande  drei  Notizbucher  des  Verstorbenen,  in  denen  einerseits  eine 
ganze  Reihe  von  Gesteinsanalysen  bobmischer  Gesteine  —  bereits  von  den 
Basalten  augefangen  —  eingetragen  war,  nebstdem  aber  audi  zahlreiche 
Skizzen  von  Profilen  und  geologischen  Formationen  vorkamen.  Im  Museum 
des  KSnigreicb.es  Bohmen  hatte  ich  spater,  theils  zur  Zeit  meiner  einj&hrigen 
provisorischen  Leitung  der  mineralogischen  Abtheilung  uach  dem  Tode  Bo- 
ficky's,  theils  infolge  des  ausgezeichneten  Entgegenkommens  seitens  des  Gustos 
der  Abtheilung  Herrn  Dr.  Karl  Vrba,  den  besten  Zutritt  zu  alien  mikrosko- 
pischen  Praparaten,  die  fur  das  Museum  aus  der  Hinterlassenschaft  Bofickf  s 
erworben  wurden,  sowie  auch  zu  alien  Gesteinsstiicken,  die  von  Boficky"  behufs 
petrographischer  Durchforschung  bbhmischer  Eruptivgesteine  in  den  Sanim- 
lungen  des  Museums  niedergelegt  wurden. 

Und  da  ich  als  langjahriger  Assistent  am  Museum  viel,  wenn  gleicli  nur 
in  tecbnischer  und  mechanischer  Hinsicht  an  alien  Arbeiten  Bofickfs  be- 
theiligt  war,  indem  ich  denselben  auf  seinen  Durchforschungsreisen  begleitete, 
mikroskopische  Praparate  und  Zeichnungen  derselben  fiir  ihn  Iieferte,  che- 
mische  Analysen,  theils  mikroskopische  mittels  Kieselfluorwasserstoffsaure, 
theils  quantitative,  sowie  auch  Dichtebestimmungen  durchfiihrte:  alles  dies 
war  Ursache,  dass  ich  bald  nacli  seinem  Tode  dun  Entschluss  fasste,  nach 
Moglichkeit  alle  die  Arbeiten  zu  vollfiihren,  welclie  er  im  Sinne  hatte,  insbe- 
sondere  aber  und  vor  Allem  die,  welche  er  zuerst  zu  veroffentlichen  gedachte 
und  zu  der  schon  so  viel  vorbereitet  war,  namlich  die  Petrograpbie  des 
ausserst  interessanten  Moldauthales  zwischen  Stechovic  und  Kralup.  Die  pe- 
trographische  Bearbeitung  der  Silurschichten  zwischen  Radotin  und  ['rag 
sollte  in  dieser  Petrograpbie  von  mir  geliefert  werden.*) 

Der  Wille  war  von  meiner  Seite  gewiss  gut,  ja  der  beste,  aber  die 
Durchftihrung  der  beabsichtigten  Arbeit  verzogerte  sich  aus  verschiedenen 
Griinden  ungemein.  Am  moisten  dadurcb,  dass  meiu  Wirkungskreis  dauernd 
nach  Mahren  verlegt  wurde,  nebstdem  aber  auch  deshalb,  weil  in  dem  Mate- 
Hale,  das  ich  bereits  zusammengetragen  und  aus  den  von  Boficky  hinter- 
lassenen  Praparaten  zusammengestellt  babe,  viele  Liickcn  zurttckblieben.  Audi 


*)  Vergl.  Verhandl.  d.  k.  k.  geol.  Reichsaustalt  1888,  Nro.  8. 


war  die  zwei  bis  dreifache  Numerimng  and  Bezeichnung  der  Handstucke  und 
Praparate  Boficky's,  nicht  so  lciclit  zu  entrathseln. 

Und  so  wurdc  die  bereits  angefangene  Arbeit  bei  Seite  gelegt.  Erst  als 
zum  erstenmale  der  Preis  der  Bofickystiftung  fiir  petrographisch-mineralo- 
gische  Arbeiten  ausgeschrieben  wurde,  zog  ich  die  bereits  bearbeiteten  Partien 
an's  Tageslicht,  vervollstandigte  sie  bis  auf  das  sehr  complicirte  Profi] 
gegenuber  von  Roztok,  bewarb  mich  damit  urn  den  Preis  und  dieser  wurde 
der  Arbeit  zutheil.  Das  besagte  Profll  von  Roztok,  welches  in  der  Preisschrift 
vorderbaud  ausgclassen  wurde,  bearbeitete  ich  erst  spater  auf  Grundlage 
eingehender  und  wiederholter  Begehungen  desselben  in  den  Ferien  d.  J. 
L890  u.  1891. 

Dabei  stellten  sich  einige  Differonzon  zwischen  nieinen  Beobachtiingen 
und  den  Einzeichuungen  und  Notizen  Boficky's  heraus.  Doch  audi  nach  dieser 
Vervollstiindigung  blieb  die  Arbeit  im  Schreibpulte  und  erst  nach  uichr  als 
zelm  Jahren  nach  ihrer  ersten  Skizzirung  lege  ich  sie  der  Offentlichkeit  vor, 
ohne  dass  ich  viel  an  ihrer  ursprunglichen  Form  geiindert  hiitte.  Bios  (Midge 
neue  Abbildungen  fugte  ich  meinen  alteren  Zeichnungen  hiezu. 

Das  grosste  Verdienst  um  die  Publikation  der  Arbeit  hat  ineiu  hoch- 
verehrter  Lehrer  Hen:  Dr.  Ant.  Eric,  welcher  mich  zu  ihr  aufforderte,  animirte 
und  in  jeglicher  Hinsicht  unterstiitzte,  weiters  der  hochgeehrte  Herr  Dr.  K. 
Vrba,  welcher  mir  audi  nach  meinor  Abreise  von  Prag  alle  Praparate  Bo- 
ficky's so  wie  audi  die  Durehforschungs- liandstiicke,  welche  sich  auf  das 
Moldauthal  beziehen  und  im  Museum  niedergelegt  waren,  bereitwilligst  durch- 
tnustern  liess.  Fiir  all'  das  Entgegenkommen  und  fur  all'  die  Unterstutzung 
erlaube  ich  mir  beiden  meinen  warmsten  Dank  auszusprechen. 

Das  Ziel  meiner  Arbeit  ist  kein  anderes,  als  das,  welches  gewiss  ihr 
geistiger  (Jrheber  im  Sinne  geliabt  liatte,  damit  sic;  namlich  wenigstens  ein 
kleiner  Beitrag  sei  zur  Kenntniss  der  petrographischen  Beschaffenlieit  der 
ungemein  interessanten  Moldaufurche  zwischen  Prag  und  Kralup.  Die  Partie 
zwischen  Stechovic  bis  Prag  bleibt  der  Zukunft  vorbehalten,  Auf  dass  in  der 
Arbeit  das  petrognvpliische  Bild  des  Thales  vollstiindig  sei,  wurden  in  ihr 
wenigstens  kurz  die  Beschreibungen  jener  Porphyr-  und  anderer  Gesteine 
angef'iihrt,  welche  b(!reits  in  den  Arbeiten  Boficky's  vorkommen.  Die  meisten 
Zeichnungen  wurden  von  mir  bereits  im  J.  1879  fiir  Boficky's  Porpliyrge- 
steine  geliefert,  nur  era  vier  zeichnete  ich  vor  der  biihuiisclien  Ausgabe  dieser 
Arbeit.  Naturlich  hat  sicli  das  Relief  der  Moldaugeliiinge  seit  dem  Jahr  1879, 
so  wie  die  Formation  vieler  Felsen  hie  und  da  etwas  veriindert,  sei  es  durch 
Menschenhand  oder  durch  elementare  Einwirkungen ;  das  Hauptsachlichste, 
der  Kern,  ist  aber  gebliehen  und  ist  des  Durchseliens  Wertli.  Die  ganze  Arbeit 
moge  dem  Andenken  an  meinen  unvergesslichen  Lehrer  Prof.  Dr.  E.  ISoficky 
geweiht  seiu. 


Uugarisch  Ilradiscii  im  Monate  Miirz   1895. 

Josef  Klvana. 


Das  Moldauthal  von  Prag  nach  Kralup. 


Das  Moldauthal,  wenigstens  das  zwischen  Stechovic  und  Roztok,  ist  wie 
bekannt  die  Folge  einer  grossen  nordstldlichen  Verwerfung,  welche  ganz 
bestimmt  jilnger  ist  als  das  Carbon,  alter  aber  als  die  Schichten  der  Kreide- 
formation,  wie  dies  audi  der  Fall  ist  bei  den  iibrigen  Verwerfungsklfiften  in 
der  Qmgebung  von  Prag. 

Dort,  wo  unter  der  Letna  (Belveder)  der  Moldaustrom  nach  Osten  um- 
biegt  und  hinter  Lieben  wieder  nach  Westen,  dort  folgt  die  Moldau  einem 
zweiten  Verwerfangssystem,  das  als  der  Prag-Hyskovor  Bruch  mehr  bekannt 
ist  und  bildet  dadurch  jene  interessante  Biegung,  durch  welche  die  weicheren 
Silurschichten  zum  anmuthigen  Thalkessel  zwischen  Lieben  und  Podbaba 
ftusgehfilt  wnrden.  Ein  etwas  ahnliches  Analogon  bildet  weiter  nordwarts  die 
Moldaubiegung  zwischen  Klecanky  und  Letky,  von  welchem  Orte  die 
Moldau  weiter  gegen  Kralup  in  einer  fast  nordwestlichen  Richtung  dahinstrflmt. 

Die  felsigen  und  steilen  G-ehange  des  engen,  romantischen  Moldauthales 
zwischen  Stechovio  und  Kit  nigs  sal,  weiters  zwischen  Podbaba  und 
Kralup,  zeigten  schon  durch  ihr  Relief,  welch'  grossen  Widerstand  ihr  Gesteins- 
material  dem  reissenden,  stellenweise  sogar  wilden  Strome  der  Hauptwasser- 
ader  des  Konigreiches  Bohmen  legte. 

Es  ist  zwar  gewiss,  dass  stellenweise  audi  die  sedimentiiren  Schichten 
der  Moldauufer  dor  Stromst&rke  des  Wassers  trotzten,  zumeist  und  haupt- 
sachlich  ist  es  aber  jene  grosse  Anzahl  dor  Erupivgesteinsgange,  welche  wie 
ein  festes  Skelet  die  Sedimentschichten  der  Moldaugehiinge  durchziehen,  die- 
selben  vor  dor  Zertrummerung  und  Wegschwemmung  bewahrten,  und  dadurch 
die  [Jrsache  jener  stellenweise  bis  ilundert  Meter  holieu  und  oft  fast  senk- 
rechten  Qferabsturze  geworden  sind. 

Und  eben  dieso  Stoilheit  der  lifer  hat  wieder  zu  Folge,  dass  jene  grosse 
A.nzahJ  dor  Eruptivgesteinsadern,  welche  in  ihnen  vorkommen,*)  so  Avie  audi 
'be  gauze  Constitution  der  Ufer  ungemein  deutlich  sicli  dem  Forscher  pWi- 
sentirt  und  denselben  dadurch  zu  einer  grundlicheren  Dntersuchung  auffordert 
und  anspornt. 

*)  Der  Umstand,  dags  der  weitgrfisste  Theil  der  Gtage,  obzwar  dieselbeii  oft  ziemlich 
steil  stehen,  nnr  auf  einem  Ufer  ansteht  und  nicht  auf  das  andere  hinuberreicht,  zeigt 
ungemein  deutlici  auf  die  grossen  Bruche  bin,  in  deren  Spuren  die  Moldau  ihr  Bett  sich 
hindurchwllblte. 


6 


Die  Untersuchung  selbst  aber  hat  ihre  Schwierigkeiten,  ja  sie  wird 
stellenweise  sehr  undankbar,  weil  die  Gesteine  mancher  Eruptivadern  so  vcr- 
wittert  sind,  dass  die  eigentliche  mid  walire  Beschaffenheit  derselben  weder 
habituell  noch  mikroskopisch  petrographisch  festgesetzt  werden  kann  und  nur 
die  chemische  Untersuchung  zu  Schltissen  flihrt,  welche  aber  immerhiii 
nur  mit  annahernder  Bestimmtheit  gemacht  werden  kdnnen. 

Da  es  aber  nicht  immer  mdglich,  ja  oft  nicht  vortheilhaft  1st,  abzu- 
warten,  bis  dieses  oder  jenes  Gestein  wis  in  seinem  unzersetzten  Zustande 
in  die  Hande  gelangt,  so  mag  audi  diese  Arbeit,  welche  die  Beobach- 
tungen  an  Handstucken  enthalt,  wie  sie  gerade  zu  gebote  standen,  aicht 
zweck-  and  nutzlos  sein.  Audi  die  chemischen  Analysen,  deren  Mehrzahl  im 
chemischen  Laboratorium  des  Herra  Prof.  Karl  Preis  am  bohm.  Polytech 
nikum    durchgefuhrt    wurde,    werden    zur   besseren  Kenntniss   nicht   nur  dor 

Mi 'alconstitution,   sondern    audi    des    Verwitterungsstadiums    ihr    Bestes 

beitragen.. 

Was  die  Determination  der  Gesteine  im  Moldauthale  anbelangt,  so  be- 
trutzte  ich  naturlicher  Weise  diejenige,  welche  Boficky"  eingefiihrt  hatte  und 
gegen  welche,  besonders  was  die  Grtinsteine  anbelangt,  von  vielen  Seiten  Ein- 
wendungen  gemacht  wurden.  Da  aber  der  modern  petrographische  Standpunkt 
nothwendiger  Weise  von  so  variablen  Kriterien  absehen  muss,  wie  es  z.  B. 
das  Vorhandensein  oder  das  Fehlen  des  Quarzes  in  den  Gesteinen  ist  oder 
das  Auftreten  der  triklinen  Feldspatharten  neben  don  monoklinen,  welches 
bekanntermassen  sehr  oft  vorkommt,  so  glaube  ich,  dass  gerade  die  Termi- 
nologie  Boricky's  fur  die  aamentliche  Benennung  dor  Gesteine  viele  Vor- 
ziige  besitzt,  ja  sogar  wenn  wir  ins  Vornehinein  andeuten,  dass  es  bei 
den  Diabas-Diorit-  und  Syenitarten  alio  mdglidien  Ubergiinge  giebt,  wobei 
manche  Arten  audi  Quarz  wenn  auch  oft  sekundaren  enthalten  konnen  — 
audi  ihre  Begriindung  hat,  da  sie  diese  Uberg&nge  sehr  gut  mid 
prazis  charakterisirt.  Der  Umstand,  dass  in  den  alteren  Grlinsteinen  der 
Augitbestandtheil  viol  frischer  sich  erhalten  hat,  als  der  Amphibol,  erkl&rt 
uns,  warum  in  den  Fallen,  wo  auf  Grand  der  chloritischen  und  serpenti- 
nischen  Verwitterungsprodukte  das  ursprtlngliche  Gestein  determiniert  werden 
sollte,  dasselbe  immer  dim-  als  dioritiscb  odor  syenitisch  und  aicht  als  dia- 
basisch  gedeutet  wurde,  natiirlich  wenn  gerade  aicht  besondere  Umstiinde  eine 
andere  Deutung  bewirkten. 

In  der  nachfolgenden  Abhandlung  wird  zuerst  das  linke  und  dann  das 
rechte  Moldauufer  zwischen  Prag  und  Kralup  beschrieben  werden.  Die  Nu- 
merierung  der  Eraptivgange  wurde  so  beibehalten,  wie  ich  dieselbe  einst  in 
das  Kartchen  des  Moldauthales  eingetragen,  welches  ich  fur  die  „Porphyr- 
gesteine"  Boficky's  gezeichnet  habe  und  welches  eben  so  wie  die  entspre- 
chenden  Profile  aus  jener  Arbeit  dieser  meiner  Abhandlung  einverleibt 
werden.  Das  I'roiil,  welches  gegenuber  Roztok  so  interessant  sich  hinzieht, 
musste  von  neuem  gezeichnet  werden,  u.  z.  deshalb,  weil  bei  der  Revision 
einige  none  Adern  entdeckt  wurden.  Diese  wurden  nun  so  zwischen  die  von 
Boficky"  vorgefundenen   eingeschaltet,  dass  in  der  weiteren  Numerirung  keine 


Anderung  unternommen  werden  musste.  Sie  wurden  niimlicli  mit  bestimmten 
Indexon  versehen  wie  z.  B.  27b,  27c  and  die  niichstgelegene,  von  Boficky 
bestimmte  Ad  or  wurde  mit  27a,  cine  andere  mit  31a  u.  d.  g.  signiert. 

Auf  die  von  mir  besehriebenen  Gesteinsarten  beziehen  sicb  audi  einige 
andere  Abhandlungen.  Es  sind  dies  besonders  die  Arbeiten  Helmhackers, 
welehe  sich  mit  den  Eruptivadern  im  Moldauthale  stellenweise  sehr  eingehend 
befassen.  Weil  in  ihnen  aber  die  Gange  in  Hinsicht  ihres  Ortes  nicht  genug 
pr&zis  bestimmt  sind,  kann  aattirlich  nicht  konstatiert  werden,  welehe  von 
'ten  duiT.h  Boficky'  bestimmten  and  eingezeichneten  Giingen  mit  jenen  von 
Helmhacker  beschriebeneia  identisch  sind. 

Die  hauptsachlichste  einschlagige  d.  i.  mit  den  Eruptivgesteinen  beider 
Moldauufer  zwischen  Prag  und  Kralup  sich  befassende  petrographisohe  Lite- 
I'atur  ist,  folgende: 

Dr.  E.  Boficky  und  Jos.  Klvafia;   Petrologische  Studien  an   den   Por- 

phyrgesteinen    Bohmens.    (Archiv   der   naturwissensch.    Landesdurch- 

forschung  v.  Bohmen,  V.  Bd.,  Nr.  I.  Geol.  Abth.). 
Rud.  Helmhacker  in  dm  Erlauternngen  zur  geologischen  Karte  der  Um- 

gebungen  v.  Prag  v.  J.  Erej6i  u.  R.  Helmhacker  (Archiv  d.  naturw. 

Landesdurchforsch.  v.  Bohmen  Bd  IV.,  Nro.  2.). 
Rud.  Helmhacker:  liber  einige  Quarzporphyre  u.  Diorite  aus  dem  Silur 

v.   I'.ohnien.  Tscherm.  mineral,  u.  petrogr.  Mitth.  1877,  S.  179  u.  f. 
E.   Boficky:     Dei-   Glimmerpikrophyr   cine    aeue    Gesteinsart   u.   die 

Libschitzer     Felswand.    Tscherm.    miner,    u.    petrogr.    Mitth,    1878, 

S.  493  u.  IT. 
E.  Boficky:  ttber  den   dioritisclien    Quarzsyenit  v.  Dolanky.   Tscherm. 

miner,  u.  petrogr.   Mitth.   1879,  S.  78  u.  11. 
R-  II el  nib  acker:    P.einerkungoii    zu    dem  Aufsatze   d.  Dr.  E.  Boficky:  Der 

Glimmerpikrophyr,  cine  aeue  Gesteinsart  u.  die  Libschitzer  Felswand. 

Tscherm.  miner,  u.  petrogr.  Mittheil.  1879,  S.  83  u.  ff. 
Jos.  Klvafia:  Petrographisohe  Notizen  liber  einige  (lesteinsarten  Bohmens. 

Sitzber.  d.  kon.  bohm.  Gesellsch.  d.  Wissensch.  v.  8.  Dez.  1881. 


I* 


I) 


A.  Das  linke  Moldauufer  zwischen  Prag  und  Kralup. 

Der  langliche  HQhenriicken,  der  von  Bfevnov  aufs  Belvedere  und  nach 
Bubenc  oberhalb  der  Prager  Moldaukrummung  sich  hinzieht,  gehort  wie 
bekannt  Barrande's  Siluretage  Dd,,,  in  welehe  auch  <lie  Moldau  zwischen  Ho- 
'eschowitz  und  Troja  zum  grossten  Theil  ihr  Bett  einfurcht.  Dei  der  „Kaiser- 
mtihle"  und  beim  Bubencer  Bahnhof  treten  last  die  letzten  Auslaufer  der 
schwarzen  glimmerhaltigen  Schiefer  der  Et.  Dd,  auf  und  in  der  Umgebung 
(i('s  besagten  Bahnhofes  wenigstens  in  Spuren  auch  einige  Felsiiberreste  der 
Et.  Dd„. 


8 

Nicht  weit  hinter  der  sogenannten  „Majorka"  treten  uns  Felsmassen 
entgegen,  welche  sich  bis  zu  dor  Eisenbahnstation  Podbaba  hinziehen  und 
einen  felsigen  Abhang,  stellenweise  sogar  Absturz  von  betriichtliclier  Holte 
bilden.  Das  gauze  Grnndgestein  des  linken  Moldauufers,  von  hier  angefangen 
bis  nach  Krakp  gehtfrt  allem  nach  der  Barrandeschen  Etage  C  an  und 
besteht  zuineist  aus  weicheren  oder  festeren  Grauwaeken  von  dunkelgrauer 
bis  schwarzer  Farbe,  welche  hie  und  da  schieferig  sind,  an  anderen  Stellen 
blockartig  zerfallen.  Der  Eruptivgange,  welche  verschiedenen  Grttnsteinen, 
dann  verschiedenartigen  Porpbyren  und  in  der  Libiicer  Felswand  audi  einem 
Glimmergestein  angehoren,  gibt  es  im  linken  Moldauufer  nicht  so  viel,  wie 
iin  rechten,  was  sich,  wie  sfchon  ongeftthrt  wurde,  leicht  mit  dem  grossen 
Uracil  erklitren  lasst,  in  welehem  gei-a.de  der  Moldauflnss  sein  Bett  SO  grihid- 
lich  eingegraben  hat. 


Linkes 
Moldau- 
ufer 

(=L.U.) 
Podbaba 

Die  Gran 
wacke. 


I.  Der  Felsabhang  bei  Podbaba. 

(Siehe  Fig.  l  n.  2.) 

Die  Felsmassen  dieses  Abhanges,  der  ehedem  ohne  Zweifel  bis  zum 
Flnsse  hinreichte,  sind  jetzt  durcli  den  Eisenbahneinschnitt  in  zwei  Theile 
getheilt,  wodurch  auf  der  Westseite  eine  steile  Felswand  entsteht,  welche 
durcli  Uberreste  (lev  altertliuuiliclien  St.   Wenzelskapelle  gekront  ist. 

Das  Profil  der  Felswand  bei  Podbaba  (Fig.  1.)  zeigt  audi  die  Fels- 
partien  zwischen  der  Eisenbalm  und  zwischen  der  Strasse,  nordlidi  voni 
Wachterhauschen. 

Das  Hauptgestein  <\or  Felsen  bildet  eine  sehr  femkornige  Grauwacke 
von  schwarzgrauer  Farbe,  in  welcher  nur  stellenweise  schmale  Mittel  einer 
dichten  und  lichtgefarbten  Wacko  vorkomnien.  Aber  andi  die  dunkle  Wacke 
ist  nicht  iiberall  gleichartig,  sondern  variirt  an  verschiedenen  Stellen  nicht  nur 
betreffs  der  QuarzkSrnchenanzahl,  sondern  audi  der  Feldspathfragmente  und 
des  Bindemittels,  ja  sogar  audi  im  Habitus  dieses  letzteren,  was  aber  alles 
regelmassig  bei  Sedimentgesteinen  vorkommt. 

Die  Grauwacke  besteht  sttdlich  von  der  mit  Nro.  1  bezeichneten  Ader 
bei  LOO  X  VergrSss.  haupts&chlich  aus  abgerundeten  braunlichgrauen  und 
griinliclien  aber  durchwegs  triibeii  Kornchcn,  welche  Tlieils  Feldspathfrag- 
menten,  tlieils  Bruchstlicken  von  ganz  verwitterten  Grttnsteinen  angehoren. 
Umrisse  von  Feldspathleistcheii  sind  nur  hie  und  da  bemerkbar.  Nebstdeni 
besteht  cca  ein  Drittel  der  Gesammtmasse  aus  abgerundeten  oder  eckigen  farb- 
losen  Quarzkornchen.  Ms  Bindemittel  dienen  brannliche,  trttbe  Flasern,  welche 
aber  oft  fehlen,  so  dass  die  Quarz-  und  Feldspathkbrnchen  unmittelbar  anein- 
anderstossen.  Wie  in  alien  ahnlichen  Grauwacken  kommeii  audi  in  diesen  vide 
Aderchen  und  Kornchen  vor,  welche  dem  Eisenkies  und  seinen  VerwitterungS- 
produkten  angehoren. 

Etwas  andersartig  ist  die  Grauwacke  nordlich  von  dem  2.  Gauge.  In  ihr 
bilden  Quarzkornchen  ebenfalls  ein  Drittel  der  Gesammtmasse,  aber  ein  kaoli- 
nisches,  9ockigk8rniges,  trttbes,  grttnliches,  seltener  gelblichgraues  Bindemittel 


ist  im  tTbergewicht.  Das  Bindemittel  ist  im  polarisirten  Lichte  hell.  In  ihni 
liegen  die  erwahnten  Quarzkornchen  eigebettet,  nebstdem.  aber  auch  zahlreiche 
ganz  triibe  Feldspathfragmeute  und  seltene  bl&ubxhgrune  oder  grasgrttne  Siiul- 
chen,  nebstdem  grttne  und  griinlichc^  ebloritische  Partikelchen  und  grauweisse 
Doloraitkornchen,  welche  sich  dnrch  Aufbrausen  in  Sauren,  so  wie  auch  durch 
die  dem  Dolomit  eigenthtimliche  Polarisation  verrathen.  Audi  Pyrit  tritt  hie 
und  da,  auf.  in  einigen  Partien  sieht  man  ein  Gewirr  von  trttben  Feldspath-  g^i. 
leistchen,  woraus  hervorgoht,  dass  in  der  Wacke  Fragmente  von  Grttnsteinen 
sich  befinden,  welche  aber  an  ihren  Randern  in  einen  feineren  Detritus,  in 
•las  Bindemittel  ubergeheh. 

Ahnlich  ist  audi  jene  Wacke,  welche  noch  weiter  gegen  Notden  als  cine. 
gangformige  Einlage  vor  dem  ersten  vermauerten  Wasserrisse  eingetragen  ist. 
In  ill t  bemerkt  man  auch  Qmrisse  grosserer  Feldspathindividuen. 


JJU 


Fig.  t.    Dor  FelSflbhang  bei  Podbaba  hoi  dor  Eisonbalmstatioa   I'odbaba   hoi   l'nu>\  Dor 
ganze  Felsen  besteht  aus  silurisclier  Grauwacke  (Han'.   Et.  C).    Dor  mit  Nro    I    bezeich 
Gang  eehert    einem  an  Kalifeldspath  reichen  Diabas  an;  Nro  2.  ist  ein  feldspath 

^  ..  ..  ■  •,,       .  i.      .     fa U „*„;.,.     V««      A      /.J,,      Tli'nl.nc.       Ni.„      K     Q1T1      Bull  S 


nete 


freier  Porphyr;  Nro  8  ein  wwittertes  Syenitgestein ;  Nro   I  ein  Diabas;    Nro  5  em  bpba 

rolithporphyr,  welcher  von  zwei  mit  Nro  6  bezeichneten   und  ein  verwittertes  unbestunm 

bares  Gestein  ftthrenden  Adern  durchdrungen  ist. 


Bei  LOOX  Vergr.  ist  sic,  aber  gleiclifdrmiger  kornig  und  mehr  quarz- 
reich. 

Die  Grauwacke  der  Felsen  rechts  von  der  Eisenbahn,  zwischen  dieser 
uhd  der  Strasse  u.  zw.  von  ihrem  siidlichen,  beim  W&chterhause  sich  befin- 
denden  Ende,  gleicht  der  Wacke,  welche  zu  allererst  beschrieben  wurde.  Sie 
enth&lt  neben  Quarzk5rnchen  und  dunklen  Aderchen  audi  kleine  Fragmente 
f>ines  Grttnsteines  mit  Quarz,  der  ohne  Zweifel  sekundar  ist.  Das  Bindemittel 
ist  aber  zumeist  apolar  und  reich  an  grunliche  Fetzen  und  schwarze  Korner. 

Wie  aus  der  mineralogischen  Beschaffenheit  der  angeftthrten  und  im 
Ganzen  feinkornigen  bis  sehr  feinkornigen  Grauwackenabanderungen  hervor- 
geht,  kann  man  sie  alle  als  ein  Gemenge  von  mehr  oder  weniger  verwitterten 
Fragmenten  von  Quarz  und  gewiss  audi  von  Porphyren,  welche  in  dem  wei- 
teren  Moldauthale  eine  ziemlich  grosse  Rolle  spielen,  und  von  Grttnsteinen 
betrachten,  welche  Fragmente;  durch  ein  kaoliniscb.es  Mittel  verbunden  sind. 

Die  chemische  Analyse  eines  sehr  feinkornigen  Grauwackens-tttckchens 
Vl>m  sttdlichen  Ende  des  Felsen  auf  der  rechten  Seite  der  Eisenbahn  —  durch- 


10 


gefuhrt  vom  Herrn  Strnad  im  Laboratorium  des  Herrn  Prof.  Preis  am  boh- 
mischen  Polytechnikum  —  ergab  in  °/o: 


Kieselsiiure 

=  72-25 

Thonerde 

=     8-04 

Eisenoxyd 

=     1-66 

Eisenoxydu] 

=    3-58 

Manganoxydul 

=    0-28 

Kalkerde 

=     1-40 

Bittererde 

=     2-1.6 

Kali 

=     4-09 

Natron 

=     3-27 

Gllihverlust 

=    2-7;; 

Summa 

=  99-52. 

(Kohlensaure  und  Wasser) 


L.  U. 

Gang  i. 

(Kalifeld- 

spathrei 

chcr 
Diabas.) 


In  den  dunklen  Grauwacken  dieses  ^bhanges  bemerkt  man  stellenweise 
so  z.  B.,  wie  bereits  angeftihrt  wurde,  etwas  nordlich  von  der  Ader  2.  und 
im  Felsstuck  zwischen  der  Eisenbahn  und  der  Strasse  dichte  und  lichtere 
Abarten  dw  Grauwacke,  welche  mir  dtinnere  Lagen  bilden. 

I'.ei  LOOX  Vergrosserung  zeigen  dieselben  eine  griinliche  oder  gelblich- 
graue  Masse,  welche  reich  ist  an  schwarzliche  Kornchen  und  stellenweise 
auch  an  sehr  kurze  Faserchen  und  N&delchen  und  von  grttnlichgrauen  Flasern 
durchdrungen  ist.  Im  Ubrigen  ist  diese  Masse  zumeist  apolar  und  enthalt 
noch  winzige  Quarzkornchen. 

Diese  lichteren  Grauwacken  kann  man  als  den  feinsten  Detritus  der 
Porphyr-  und  Grunsteinarten  auffassen. 

In  der  Podbaber  Felswand,  deren  Bauptgestein  d.  i.  die  Grauwacke  wir 
elien  in  einigen  Varietilten  beschrieben  lialien,  treten  nun  nielit  weniger  als 
seeks,  oder  wenn  wir  auch  die  im  Wasserriss  unter  der  Etuine  der  St.  Wenzels- 
kapelle  vermauerten  zwei  mit/.iihlen,  acht  Eruptivgange,  von  denen  die  Mehr- 
zahl  zumeist  nach  NON  streicht. 

Fangen  wir  vom  siidlichen  Ende  des  Abhanges  an,  so  finden  wir  nahe 
bei  demselben  den  Gang  Nr.  1,  etwa  4  m  breit *)  welcher  ein  dunkles,  deut- 
lich  femkorniges  Gestein  fulirt.  Gleich  bei  diesem  Gange  befindet  sich  ein 
anderer  (Nr.  2),  der  3  m  breit  ist  und  ein  gelblichgraues  Gestein  besitzt. 
Das  Gestein  beider  Gange  aber,  so  weit  es  nur  zu  erlangen  war,  zeigte  sich 
so  verwittert,  dass  eine  sichere  Bestimmung  ihrer  Substanz  tiicht  moglich  war. 

Der  Gang  I  zeigt  on  mikroskopischen  Praparate  viele  mikroporphyrisch 
hervortretende  Feldspathdurchschnitte,  welche  meistentheils  schwarz  umrandet 
und  durch  Limonit  braungrau  gef&rbt  erscheinen,  weiters  eine  trtLbe,  flockige 
und  an  scliwarze  Kornchen  reiche  Gr Imasse,    In  dieser  Grundmasse  kann 


•■■)  Von  der  eigent lichen  Machtigkeil  ki bei  den  Gftngen  deshalb  nichts  bestimmtes 

gesagl    werden,   da   die   Streichrichtung    dersell doch    tiicht  so  bestimmt    angegeben 

werden  kann,  urn  aus  ihr  und  der  oberflachlichen  Breite  die  Mftchtigkeh  sicher  bcrechnen 
zu  kormen. 


11 


man  noch  an  einigon  Stellen   die  Urarisse  zahlreicher  Feldspathleistchen  be- 
merken. 

Da  die  mikroskopisch-chemische  Analyse  mittels  Kieselfluorwasserstoff- 
saure  neben  iiberwiegend^m  Natrium  betrachtlich  viel  Kalium  und  eine  ziem- 
lich  ansehnliche  Menge  von  Calcium  zeigte,  konnte  man  das  Gestein  als  syeni- 
tischen  Diorit,  odor  noch  besser  mit  Ilinsicht  zu  dor  Galciummenge,  als 
Diabas,  der  an  Kalifeldspath  reich  war,  deuten.  Auffallig  bleibt  aber  immer- 
kin  der  verhaltnissm&ssig  kleine  Magnesiumgehalt,  don  ein  gegltlhtes  Parti- 
kelchen  zeigte. 

Prftparate  des  2.  Ganges  zeigten  eine  (lurch  briiunlichen  Staub  getrttbte    L-  TJ- 
Grundmasse,  welche  einst  glasig  gewesen  zu  sein  scheint;   aus  dieser  Grand-  (njjfrz- 
masse  treten  mikroporphyrische  Feldspathleistchen  hervor,  welche  stellenweise    freier 
dolomitische  Kornchen,  stellenweise  gelblichgriine  Sekundarprodukte  enthalten.  lorP^T-) 
Auch  blaugriiue  ovale  Partien,  die  entweder  Mikrolithe  enthalten   oder  von 
schwarzen  pellitischen  KSrnchen   umrandet  sind,  kann  man  6fters  bemerken- 

Das  Ganze  macht  den  Eindruck  eines  quarzfreien  Porphyres.  Die 
chemisch-mikroskopische  Analyse  ergab  fast  dieselben  Resultate,  wie  beim 
vorigen  Gestein.  Nur  das  Quantum  des  Kalium  naherte  sick-  mehr  dem  des 
Natrium. 

Etwa  20  Meter  nOrdlich  von  dem  2.  Gange  treten  im  Abhange  zwei 
einander  beriihrende  Gange  auf,  die  in  den  abgebildeten  Profil  deshalb  nicht 
eingezeichnet  wurden,  weil  sie  grosstentheils  von  der  den  Wasserriss  eindam- 
menden  Manor  bedeckt  sind. 

Beide  A.dern  enthalten  stark  verwitterte  Griinsteine,  die  an  Calcium 
reich  sind.  Bei  LOOX  VergrSsserung  zeigt  das  Gestein  des  slidlicheren  Gau- 
ges oin  Gemenge  von  stellenweise  stromartig  gelagerten  Feldspathleistchen, 
zwischen  denen  griinliche  Kornchen  und  Haufchen  von  Flocken  vorkommen. 
Diese  zeigen  oft  noch  Umrisse  von  kurzen  Saulchen.  Weiter  enthalt  das  Pra- 
parat  noch  sparliche  Kornchen  von  Magnetit  und  grauweise  apolare  hochst 
wahrschoinlich  kaolinische  Substanz.  Braunliche  Aden-hen,  welche  man  schon 
mit  blossem  Auge  bemerken  kann,  erscheinen  im  Mikroskop  als  Pyi'it,  der 
stellenweise  in  Limonit  verandert  ist. 

Die  mikrochemische  Analyse  ergab  viel  Calcium,  darneben  ziemlich  viel 
Natrium,  aber  sehr  wenig  Kalium.  Dabei  I5ste  sich  das  Dunnschliffstuckchen, 
welches  mit  der  Kieselflusss&ure  betropft  wurde,  bis  auf  die  schwarzen  Ma- 
gnetitkornchen  und  den  Pyrit  vollstandig  auf. 

Dor  Grflnstein  des  nordlictoeren  Ganges  besitzt  ein  etwas  grSsseres  Korn, 
ills  der  des  vorhergehenden  Ganges.  Er  besteht  aus  stark  zerklufteten,  zumeist 
zu  Calcit  verwandelten  Feldspathleisten,  dann  aus  feinfaserigen,  gelblichgrftnen 
oder  braungelben  Partien,  zwischen  denen,  wie  es  scheint,  auch  umgewandelte 
Olivenkornchen  vorkommen.  Neben  Magnetitkornchen  von  gewohnlichem  Ha- 
bitus, findet  man  auch  schwarze  mehr  oder  weniger  haufige  Nadelchen,  welche 
an  das  in  andorn  Grtinsteingangen  enthaltene  Titaneisen  erinnern  und  diesem 
Minerale  angehoren  diirften.  Die  chemische  Mikroanalyse  zeigt  dasselbe,  wie 
bei  dem  Gestein  des  sudlicheren  Ganges,   nur  des  Kaliums  ist  noch  weniger. 


12 


L.  I  J. 
Gang  .'!. 

I  \  H'«  ill. 

Syenit- 

gest.) 


I,.  U. 
Gang  I. 
(Diabas. 


L.  li. 
(Jang  6. 
("Verwitt. 
Gestein.) 


I,.  U. 
Gang  5. 
(Sparol. 
Porphyr.) 


Im  Felsen,  der  zwischen  der  Balm  und  dor  Strasse  sicli  fast  gerade 
miter  diesen  vermauerten  G&ngen  befindet,  treten  Gangpartien  auf,  welche  ein 
deutlich  griinliches  Gestein  fuhrcn.  Dieses  Gestein  erscheint  im  Mikroskop 
als  ein  an  triklinen  Feldspath  reiches  Diabasgestein.  Es  ist  sehr  wahrscheiii- 
liph,  dass  diese  Partien  nur  die  unteren  und  durcli  Abschiessen  bei  der  Arbeit. 
t m  Einschnitte  bis  zum  weniger  verwitterten  Inneren  entblosten  Enden  jener 
Gauge  andeuten,  die  im  vermauerten  Wasserriss  hoher  im  Abhange  auftroten- 

Der  weitere  Abliaug  des  Podbaba-er  Profiles  besteht  aus  eben  derselben 
Grauwacke,  die  bereits  vom  stldlichsten  Ende  desselben    beschrieben    wimle. 

Circa  50  Meter  vom  Einschnitte  nflrdlich,  bereits  in  der  Nahe  der 
Sommerstation  Podbaba,  tritt  im  Abhange  oberhalb  der  Bahn  cine  Reihe  von 
Va — 10  m  breiten  Giingon  auf,  welche  in  dor  Abbildung  des  Abhanges  mit. 
den  Zahlen  3,  4,  5  und  6  bezeichnet  si  ml. 

Das  Gestein  des  3.  Ganges,  der  fast  '/a  m  breit  ist,  ist  so  verwittert, 
dass  man  os  nicht  sicher  bestimmen  kann.  In  don  mikroskopischen  Pr&paraten 
desselben  sieht  man  bei  1.00X  "Vergrosserung  nebst  einiger  mikroporphyrischen 
abgerundeten  Kornclien  und  Durchschnitten,  die  am  ehesten  dem  Feldspath 
&mgehoren,  nur  triibe  Feldspathleistchen,  seltene  Quarzkornchen  und  eine, 
durcb  graue  Flocken  stark  getriibte  Grundmasse.  Die  Mikroanalyse  zeigte 
neben  einer  ungewohnliclien  Menge  von  Calcium,  ziemlich  viol  Magnesium, 
aber  wenig  Kalium  und  fast  gar  kein  Natrium,  woraus  man  auf  ein  syeni- 
ti sch os,  freilicli  selir  verwittortos,  Gestein  schliessen  diirfte. 

Der  Gang  Nr.  4,  der  circa  1  m  breit  ist,  hat  ein  graugrtlnes  bis  schwarz- 
grtines  Gestein,  welches  zumeist  aus  sehr  langen,  aber  dflnnen  polysyntheti- 
schen  Feldspathnadelchen  besteht  und  zwischen  diesen  einige  Uberreste  amorpher 
Grundmasse  enthalt.  Die  Feldspathn&delchen  sind  entweder  zu  strahlenformigen 
Gruppen  odor  stromformig  urn  die  Quarzfragmente ,  die  nicht  selten 
sind,  gehiiuft.  Nebst  den  Feldspathen  kommen  auch  schwarze,  braunlich  um- 
randete  Magnetitkornehen  vor,  zahlreiche  rothe  Hiimatitpartien  und  braun- 
graue  Limonitflocken,  woiter  auch  serpentinartig  polarisierende  Partien,  welche 
gewiss  durch  Verwitterung  von  Augit  odor  Amphibol  entstanden  sind.  Quarz- 
kornchen entstanden  in  der  Masse  frflher,  als  die  Feldspathe,  welche  um  sic 
stromformig  gelagert  sind.  Da  dieselben  Umrisse  von  Fragmenten  zeigen, 
konnte  man  sie  auch  als  Einschliisse  deuten,  welche  aus  dor  benachbarten 
Grauwacke  eingestreut  wurdon.  Die  Mikroanalyse  ergab  viol  Calcium  und  Na- 
trium, weniger  Magnesium  und  stellenweise  auch  etwas  Kalium. 

Das  Gestein  war  am  wahrscheinlichsten  ein  Diabas. 

Fast  unmittelbar  hintor  dom  4.  Gange  folgt  gegen  Norden  dor  m&chtigste 
Gang  im  Podbabaer  Abhange,  dor  mit  Nr.  5  bezeichnet  ist  und  circa  10  m 
Breite  besitzt.  Derselbe  wird  von  zwei  mit  Nr.  (J  bezeichneten  Giingon,  deren 
Gestein  rothlich  und  ganzlich  verwittert  und  deshalb  unbestimmbar  ist,  in  drei 
Theile  abgetheilt. 

Das  Gestein  des  5.  Ganges  ist  dicht,  gelblichweiss  und  einem  Hornstein 
iihnlich.  Es  enthalt  spfirliche  Quarzeinschltisse,  selten  grosser  als  1  mm\  Es 
ist  dies  der  S  ph  a  ro  I  i  th  por  pliyr,    don   Dr.  Boriekv    in  seiner  Arbeit  liber 


13 

die  Quarzporphyre  Bohmens  itif  S.  83  umst&ndlich  beschreibt.  Im  Mikroskop 
zeigt  dieses  Gestein  ein  feinkorniges,  krystalliniscb.es  Bindemittel  mit  runden 
Quarzsph&rolithkornchen,  welche  entweder  farblos  sind,  oiler  cbncentrische 
Kranzchen,  oft  audi  Strahlen  eines  grauen  Staubes,  besitzen.  Zwischen  X  Ni- 
kols  werden  sie  entweder  ganz  dunkel,  oder  bios  in  Sektoren  und  Seg- 
menten.  Die  chemische  Mikroanalyse  ergab  viel  Kalium,  etwas  Calcium,  Eisen, 
Magnesium  und  sehr  wenig  Natrium. 

Der  weitere  Abhang  gegen  Podbaba  besteht  aus  einer  nicht  iiberall  an- 
stehenden  Grauwacke,  die  den  angefuhrten  Arten  ahnlich  1st.  Erst  nordlich 
von  Podbaba  gelangen  wir  --  etwa  gegeniiber  von  Podhof  —  zu  einer  Feis- 
partie,  welche  auf  einer  Seite  durch  einen  Bahneinschnitt  von  dem  Abhange 
abgesondert  ist,  auf  der  anderen  durch  die  Strasse  entblSst  wurde.    (Fig.  2.) 

In  dieser  Felspartie  sielit  man  gleich  am  Anfange  derselben  den  Gang 
Nr.  7,  der  ca  20  m  breit  ansteht  und  wie  Nr.  6  gegen  NO  streicht.  Er  fiihrt 
ein  graugrtoes,  deutlich  kbrniges  Gestein. 

Die  Dtinnschliffe  dieses  Gesteines  zeigen  als  hauptsachliches  Gemeng- 
theil  polysynthetische  Feldspathleistchen,  welche  der  mikroskopischen,  so  wie 
der  qmtntitativen  Analyse  nach  dem  Labradorit  angehoren.  In  ihren  Zwischen- 
raumen  kommen  neben  farblosem,  gledchfSrmig  polarisierendem  Quarz  (Ortbo- 
klas?)  audi  weissgrauer  Calcit  vor,  stellenweise  audi  Dolomitkornchen,  dann 
nicht  reichliche  grtinlichgraue  Korner,  welche  durch  ihren  feinfaserigen  Ha- 
bitus ein  Verwitterungsprodukt  nach  Olivin  verrathen  und  endlich  etwas 
riolettebraune  bis  graubraune  Augitkorner,  Welche  iiberall  mit  feinfaserigen, 
blaulich-,  gras-  oder  gelblichgrunen  Vervvitteningsprodnkten  vimgebcn  sind. 
Stellenweise  sind  die  Korner  zersprungen. 


L.  U. 
Gang  7. 
(i  llivin 
diabas.) 


Kin   2.  Der  Ahaug  nordlich  vou  Podbaba.    Das  Grundgestein   des  ganzen  Abgangejj 
i,i  wieder  die  silurische  Grauwacke.    In  ibx  tntt  das  Gestein  Gang  Nro  7   auf,  welches 
ein   schOner   Ollvindiabas  ist,  und  der  Gang  8,  dessen    rerwittertes  Gestein   einem  Diorit 

oder  Diabas  angehOrt. 


Die  Augitkorner  zeigen  den  Pleochroismus  und  Lichtabsorption  nur  in 
sehr  kleinem  Maasse,  aber  die  griinen  Verwitteruugsprodukte  sind  deutlich 
blaulich-    bis  gelbgriin  dichroitisch.     Audi  werden  diese  Letztcren   von  Salz- 


14 


saure  unter  Ausscheidung  von  Gallertkieselsaure,  die  durch  Fuchsinfftrbung 

nachweisbar  ist,  zersetzt. 

Diejenigen  Stellen,  welche  starker  dichroitisch  sind  und  dabei  die  Kiesel- 
saure  galiertartig  ausscheiden,  kann  man  fur  Epidot  halten,  die  schw&cher  di- 
chroitischen  fur  Chlorit.  Nebst  diesen  beiden  kommen  audi  —  wenngleich 
selten  —  noch  gelbliclie  oder  briiunliclie  parallelfaserige  Ko'rnchen,  welche 
starken  Dichroismus  zeigen  und  eine  starke  Lichtabsorption,  und  welche  dem 
Amphibol  zuzuz&hlen  sind.  Weil  aber  audi  diese,  ebenso  wie  die  Augitkorn- 
chen  mit  grflnlichen  Umwandlungsprodukten  umschlossen  sind  und  in  sie  all- 
miilige  Ubergange  zeigen,  so  sdicint  es,  dass  sie  aus  Augitkornchen  entstan- 
den  sind  und  einen  uralitisdien  Amphibol  vorstcllen.  In  weniger  verwitterten 
Stiicken  sieht  man  ilirer  natiirlich  weniger. 

Neben  diesen  Mineralen  kann  man  im  Gestein  noch  schwarze  Magnetit- 
korncr,  lange,  klare,  querzersprungene  Apatitnadelchen  und  eine  Grundmasse 
beobachten,  welche  stellenweise  reich  ist  an  schwarze  Kornchcn,  an  anderen 
Stellen  wieder  einige  lange,  farblose  Mikrolithnaddchen  enthiilt.  Diese  Grund- 
masse, welche  eine  gri'mliche  Farbe  besitzt,  ist  nidit  apolar,  sondern  bereits 
entglast  und  polarisiert  zum  grossten  Theil. 

Die  cheni.  Analyse,  welche  vom  Herrn  Strnad  im  Laboratorium  des  Hrn. 
Prof.  Preis  am  bdhm.  Polytechnikum  an  ziemlich  frischem  Materiale  gear- 
beitet  wurdc,  ergab  in  °/0: 


Kieselsiiure  .    . 

.  50-03 

Thonerde      .    . 

.  15-46 

Eisenoxyd     .    . 

.    4-25 

Eisenoxydul  .    . 

.    6-19 

Manganoxydul . 

.    0.53 

Kalkerde  .   .   . 

.    8-25 

Bittcrerde     .    . 

.    7-73 

Kali 

1-48 

2-82 

PhosphorsHure  . 

.    0-29 

Gliihverlust  .    . 

.    4-28  (Kohlcnsiiure  und  WaSser) 

101-31. 


Die  Sauerstoffverhaltnisse  und  ilirc  Vertheilung  in  den  durch  das  Mi- 
kroskop  bestimmten  Mineralen  des  Gesteines  kann  man,  wenn  von  der  kleinen 
Menge  der  Umwandlungsprodukte  (die  hauptsftchlich  durch  den  Gluhverlust 
angedeutet  wird)  abgesehen  wird,  folgcndermassen  berechnen: 


16 


73 
M 

Is 

41  i/i 

s* 

•_n 

<U 
3 

as 
CO 

Die  Vertheilung  der  Sauerstoffverhftltnisse  nach  den 

oinzclnen  Minevalen 

S 
ft 

m 
l 

Sft 

03^3 

r3 

S  ft 

a 

bO 

'Sb 

3 

<1 

.a 
O 

eS 

ft 

< 

§ 

CO 

« 

GO 

5 

Kieselsiiure 
Thonerde   . 
Eisenoxyd  . 
Eisenoxydul 
Manganoxydu 
Kalkerde    . 
Bittererde  . 
Kalium   .    . 
Natrium 
Phosphorsaun 

26-682 
7-219 
T275 
1-375 
0-120 
2-357 

:  3-092 
0-252 
0-728 

1  0-163 

3-024 
0-756 

0-252 

8-736 
2-784 

0-728 

5-704 
4-279 

1-426 

1-275 
0-427 

3-288 

0-291 
0-120 
0-822 
0-411 

3-338 
0-657 

2-681 

0-109 
0-163 

2-592 

Aus  diesen  Verhiiltnissen  e 

:gibt  sich  fur  einzelne  Minerale 

in  »/ 

i  ■ 

10 

Die  Vertheilung  einzelner  Minerale 

ft 
in 

2 
9 

IS 

M 

Natron- 
feldspath 

Kalk- 
feldspath 

Magnetit 

< 

.9 
5 

a 

ft 

< 

O 

■-> 
3 
:tS 
en 

5 

Kieselsiiure    .    . 

50-03 

5-62 

17-43 

10-595 

— 

6-145 

4-458 

— 

4-81 

Thonerde    .    .    . 

15-46 

1-618 

4-677 

9-164 

— 

— 

— 

—       — - 

Eisenoxyd  .    .    . 

4-251 

— 

— 

4-25 

—       — 

—    i    — 

Eisenoxydul  .    . 

6-19 

— 

— 

— 

1-922 

1-309 

2-956 

—    :    _ 

Manganoxydu!   . 

0-53 

— 

— 

— 

— 

0-53 

— 

—    i    — 

Kalkerde     .    .    . 

8-25 

— 

— 

4-991 

— 

2-877 

— 

0-382 

— 

Bittererde  .    .    . 

7-73 

— 

— 

— 

— 

1-028 

6-702 

— 

— 

Kalium   .... 

1-48 

1-48 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Natrium      .    .    . 

2-82 

— 

2-82 

Pliosphorsiiure  . 

0-29 

0-29 

— 

Summa  . 

8-718 

29-927 

24-75 

6-172 

11-789 

15-116 

0-672 

4-81 

16 


L.  U. 

Gang  8. 
!  Verwitt 
Diorit  o. 
Diabas.) 


L.  If. 

nOrdl.  v. 

Podbaba. 
(Grau- 
wacke.) 


Es  besteht  somit  das  Gestein  dieses  Ganges  aus  8'7°/0  Kalifeldspatli, 
24-9%  Natronfeldspath,  24-8%  Kalkfeldspath,  6-2°/0  Magnetit,  ll-8°/0  Augit, 
15-1%  Olivin  und  0"7°/o  Apatit.  Ncbstdem  entliitlt  es  noch  4-81  °/0  Kieselsaure, 
welche  nebst  kleinen  Antheilen  von  Wasser  und  Kohlensaure  den  Verwitte- 
rungsprodukten  angehort  und  im  Limonit  und  Calcit  obne  Zweifel  audi  theil- 
weise  enthalten  ist,  wodurch  die  berechneten  Ziffern  nur  um  ein  Geringes 
anders  ausfallen. 

Das  Gestein  ist  demnach  ein  ziemlich  interessanter,  wenn  audi  etwas 
verwitterter  0 1  i  v  i  n  d  i  a  b  a  s. 

Unmittelbar  an  diesen  Olivindiabas  grftnzt  gegen  Norden  der  Gang  8., 
welcher  eine  Breite  von  cca  20  Meter  besitzt  und  ein  lichtgraues  fast  diehtes 
Gestein  flihrt.  Dieses  Gesteili  ist  selir  verwittert  und  scliiiuint  in  Siiuren  viel 

und  lang. 

Im  Mikroskop  sieht  man,  nachdem  im  Praparat  mittels  Salzsaure  haupt- 
siichlich  die  Carbonate  entfernt  warden,  an  manchen  Stellen  etwas  stromartig 
gelagerte  ilaufchen  truber  graukorniger  Feldspathleistchen,  zwischen  denen 
sich  zahlreiche  Quarzkornchen  und  eine  Substanz  beflndet,  welche  reich  ist 
an  graue  Fetzen  und  an  Magnetitkornchen.  Neben  den  grauen  Partien,  welche 
gewohnlicb  die  QuarzkSrnchen  einschliesaen,  treten  stellenweise  auch  gflinlich- 
graue  Kdrner  und  Saulchendurchschnitte  auf,  welche  zu  Bundeln  und  Fasern 
oder  zu  groberen  Flasern  umgewandelt  sind. 

Die  cliem.  Mikroanalyse  ergab  neben  viel  Magnesium  und  Eisen  recht 
viel  Calcium  und  Natrium,  aber  nur  eine  sehr  geringe  Menge  Kalium.  Das 
Gestein  kann  als  ein  verwitterter  Diorit  oder  Diabas  angesehen  werden. 

Der  (Ibrige  Felsen  bis  zum  Wachterhause  besteht  aus  einer  Grauwacke 
von  verschiedener  Beschaffenheit.  Einzelne  Abarten  (ibergehen  allmalig  in 
einander. 

Die  Grauwacke,  welche  unmittelbar  beim  Gang  8.  auftritt,  ist  i'einkbrnig 
und  enthalt  Bruchstiicke  von  klarem  Quarze  und  eine  aus  Feldspath  entstan- 
deue  Kaolinsubstanz.  Der  Quarz,  (lessen  Kornchen  ziemlich  verschiedene 
GrSsse  besitzen,  enthalt  hie  und  da  Poren.  Das  kaolinische  Bindemittel  be- 
steht aus  grauen  Floeken  und  Kornchen,  sehliosst  aber  auch  kleine  Foldspath- 
fragmente  und  schwarze  und  braunliche  Erzpartikelchen  ein. 

Der  nordlichere  Felsenvorsprung  besitzt  eine  Grauwacke,  welche  meisten- 
theils  aus  kleinen  Bruchsttlcken  eines  dichten  oder  sehr  feinkfirnigen  Griin- 
steines,  am  ehesten  eines  Qnarzdiorites,  besteht.  Die  Bruchstiicke  ftihren  zahl* 
reiche  Quarzkornchen,  nebstdem  aber  eine  durch  braungraue  und  schwarze 
Korner  und  Floeken  getrtlbte  Substanz,  in  der  man  nocb  ganz  gut  Feldspath- 
leistchenumrisse  erkennen  kann. 

Die  sehr  feinkornige  Wacke,  welche  gaaz  nahe  beim  Wftchterhause  ab- 
geschlagen  wurde,  zeigte  im  Mikroskop  den  gewohnlichen  Habitus.  Sie  ist 
quarzreich,  besitzt  viel  Feldspathfragmente,  aber  ein  sparliches  Bindemittel. 
Dieses  besteht  aus  ausscrst  feincn  Quarzpartikelcben  und  aus  kaolinisiortem 
und  durch  Limonit  briiunlich  geflecktem   Feldspath. 


17 


II.    Die  Lehne  bei  Sedlec. 


Weiter  gegen  Norden,  von  den  eben  beschriebenen  Felsmassen,  wird  der 
linke  Abhang  des  Moldauthales  weniger  steil  and  erst  oberhalb  Sedlec  treten 
wieder  steilere  Gehange  auf,  und  sind  bier  mit  Baumen  und  Gestrauch  be- 
wachsen.  Nordlich  von  der  Gemeinde  nahert  sich  das  Gehange  dem  Moldau- 
strome  und  wird  bier  durch  die  Eisenbahn  in  einer  steilen  Felswand  auige- 
deckt,  theilweise  auch  durchschnitten. 

Das  Gestein  dieses  Abhanges  sowie  der  Gehange,  welche  sich  gegen 
Roztok  hinziehen,  ist  ein  schwarzgrauer  fast  dichter  Grauwackenschiefer,  dessen 
Constitution,  wie  aus  dem  Durchsehen  der  Praparate  von  verschiedenen  Orten 
geschlossen  werden  kann,  iiberall  fast  dieselbe  ist.  Uberall  besteht  die  Wacke 
aus  feinen,  nicht  sehr  zablreichen  Quarzkornchen,  welche  in  eine  im  polari- 
sierten  Lichte  mattgraue,  dem  Kaolin  angehorende  Substanz  eingebetet  liegen. 
In  dieser  Substauz  liegen  viele  graugelbe,  meistentheils  parallele  Fasernfetzen 
und  schwarzliche  Korner,  durch  welelie  das  Gestein  eine  dnnkle  Farbe  an- 
nimmt.  Das  Gestein  wird  von  zahlreichen  weissen  Aderchen  durchzogen, 
welche  Calcit  enthalten,  der  durch  Spaltungsrichtungen  oder  stellenweise  audi 
Dolomit,  der  wieder  durch  die  irrisierende  Polarisation  und  Mangel  an  Spal- 
tungsrissen  charakterisiert  wird.  Audi  kommen  in  ihnen  lebhaft  polarisierende 
QuarzkOrnchen  vor.  Obzwar  Pyrit  in  schonen  llexaedern  liie  und  da  im  Gestein 
nicht  gerade  selten  vorkommt,  so  treten  doch  seine  deutlichsten  Krystalle  und 
deren  Aggregate  gerade  in  diesen  Calcitadern  auf.  Mies  dieses  ist  bei  dor 
Genesis  der  Verwitterungsprodukte  aber  ganz  natiirlidi  und  nichts  ungewohn- 
liches. 

Zwischen  Sedlec  und  dem  ersten  Wachterhause  treten  drei  Griinstein- 
gange  auf,  die  wied.er  ein  nordostlidies  Streichen  zeigen,  von  denen  der  erste 
/i  m,  der  zweite  2  m  und  der  dritte  4/8  m  miiditig  ist. 

Der  siidlidie  ca  '/<  m  machtige  Gang  Nr.  9  hat  ein  graues,  etwas  grun- 
licb.es  Gestein  mit  seltenen  porphyrisch  hervortretenden  Nadelchen.  Im  Mi- 
kroskop  sieht  man  bci  100X  Vergr.  ein  Gewirr  von  einfachen  und  zusammen- 
gesetzten  Feldspathleistchen  mit  grtinlichen,  fetzigen,  fein  faserigen,  meisten- 
theils wenig  dichroitischen  Partien,  weiters  verwitterte  Magnetitkorner,  die 
gleichformig  in  ursprtinglich  glasiger  Grundmasse  vertheilt  sind.  Diese  Glas- 
grundmasse  ist  aber  filzig  entglast,  grauweiss  und  reich  an  grtinliche  Parti- 
kelchen  und  Nadelchen.  Die  porphyrischen  Feldspathdurchschnitte  sind  oft 
V»>11  vou  dergleichen  grtinlichen  Fetzen  und  Nadelchen. 

Die  mikrochemische  Analyse  dieses  Gesteines  ergab  neben  vie]  Calcium 
,]nd  Magnesium  etwas  mehr  Natrium  als  Kalium,  so  dass  man  das  Gestein 
a'H  einen  syenitischen  Diorit  deuten  kann,  wenn  natiirlidi  die  sekundaren 
Minerale  aus  Ampliibol  entstanden  sind. 

Das  Gestein  des  2  Meter  breiten  Ganges  Nr.  10  hat  eine  zunieist  aus  poly- 
syathetischen  oder  einfachen  Feldspathleistchen  bestehende  Grundmasse.  Feld- 
spath  gibt  es  in  diesem  Gestein  tiberhaupt  mehr,  als  im  vorigen.  DieGlasmasse 
fehlt  stellenweise  ganz,  stellenweise  tritt  sie  in  Spuren  und  llesten  auf.  Neben 


i,.  ii. 
bei  Sedlec 

(Grau- 
wacken- 
schiefer.) 


I;,   r. 
Gang  9. 
(Syeni 
tischer 
Diorit.) 


I;.    U. 

Gang  lo. 
(Quarz 
diorit.) 


18 


L.  II. 

Gang  1 1. 

(Verwitt, 

Diabas.) 


ihr  kommen  im  Gesichtsfelde  noch  farblose  Quarzkorner  vor,  die  mit  einer 
griinlichen  Substanz  umzilumt  und  ohne  Zweifel  sekundar  Bind,  Pyrit  tritt  in 
scliori.cn  gl&nzenden  Kornern  und  Komeranh&ufungen  auf. 

Die  fasorige,  gelblich-  bis  blaugrtlne  mehr  odor  weniger  dichroitische 
Substanz,  welche  mit  Magnetitkornchen  zwischen  den  Feldspafchleistchen  sicb 
ausbreitet  und  dem  Cblorit  angehSrt,  besitzt  oft  noch  die  Form  von  langen 
Amphibolsaulc/hen  odor  Niklelchcn.  Die  Mikroanalyse  ergab  selir  viol  Natrium, 
bedeutend  viol  Magnesium ,  aber  wenig  Kalium  und  Calcium. 

Bei  der  Analyse  einiger,  vorsichtig  aus  dor  Grundmasso  herausgelosten 
Feldspathleistchen,  zeigte  sich  ebensoviel  Kieselfluorkalium,  wie  Kieselnuor- 
natriuin,  Kieselfhiorcalcium  gab  es  aber  sehr  wenig.  Das  deutet  darauf  liin, 
dass  der  Feldspath  dieses  Gesteines  ein  Gomenge  von  Kalifeldspath  mit  kalk- 
natronhaltigcui  Andesin  oder  Oligoklas  1st. 

Im  Ganzen  kann  man  das  Gestein  als  einen  Quarzdiorit  hinstellen.  Der 
nordlichste  der  drei  angefuhrten  Giinge,  niimlich  Nr.  11,  1st  ca  20  cm  breit 
und  fiihrt  ein  griinlichgraues  gleichmassig  feinkor niges  Gestein  ohne 
porphyrische  Feldspatheinschltisse.  Im  Mikroskop  bemerkt  man,  dass  es  aus 
polysynthetischen  Fcldspathlcisten  zusammengesetzt  ist,  zwischen  denen  spar 
lich  griinliche  Aderchen  und  Fetzen  einer  chloritischen  Substanz  eingezwangt 
sind,  welche  audi  in  die  Feldspathindividuen  eindringt.  Nebstdem  kommen 
graue  Durchschuittc  vor,  welche  an  Augit  erinnern. 

Die  chemische  Mikroanalyse  ergab  viel  Natrium  und  Calcium  und  ziem- 
lich  viel  Magnesium  und  Eisen.  Darnach  wiirde  der  Feldspath  einem  kalk- 
natronhiiltigen  Labradorit  oder  einem  kalkhaltigen  Andesin  angehoren.  Obzwar 
die  Bestimmung  des  Gesteines  als  Diorit  oder  Diabas  nieht  ganz  Icicht  ist, 
so  konnte  man  es  doch  mit  Riieksicht  auf  die  Umrisse  der  grauen,  an  Augit 
und  nicht  an  Auiphibol  erinnernden  Korner  besser  als  einen  Diabas  hin- 
stellen. *) 


III    Das  Moldauufer  zwischen  Roztok  und  Letek. 


!'■  ';■  Der  Abhang,  neben  dem  sich  weiter  gegen  Norden  von  Roztok  die  Eisen- 

toll  n'u;h  hahn  hinzieht,  besteht  iiberall  aus  einem  sehr  feinkornigen  Grauwackcnschiefer, 

Letek.    welcher  stcllenwei.se  von  Ackern  und  Garten  vcrdeckt  ist. 

wacken-  Diese  Grauwackcnschiefer    sind   unweit   hinter  Roztok    ganz  gowohnlic.li 

schiefer.)  und  bestehen   im  Mikroskop   aus  Feldspath  und   Quarzfragmenten,   zwischen 

denen  einc  amorphe  Kaolinsubstanz  sich  ausbreitet,  die  roich  ist  an  griinliche 

F&serchen,    Fetzen  und  schwarzliche  Kornchen  von  kohliger,    theilweise  auch 

limonitischer  Beschaffonheit. 

Weiter  alter,  gegeniiber  von  Ilusinec  unter Levy  Hradec,  welchseln  diese 

Schiefer  mit  sehr  dunnschiefrigen  Zwischenlagen  ab.     Hier  ist,  die  Be- 


*)  Der  Gang  L2,  welcher  audi  im  Kartchen  eingezeichnet  iBt  a.  zw.  bei  der  soge- 
nannten  Neuen  Mtthle  (Novy  mlyn)  bei  Unter  Roztok,  wird  hier  nicht  angefuhrt,  weii  er 
nicht  in  das  Moldauthal  gehSrt.  Er  fuhrt  ein  Diabasgestein, 


19 


schaffenheit  der  Grauwacke  etwas  anders.  Sic  besteht  hier  namlich  aus  gleich- 
viel  Quarzkornchen  und  Feldspathfragmenten.  Nebst  diesen  beiden  Mineralen 
sind  in  ihr  noeh  Stuekchen  von  faserigen  Saulchen,  die  dem  Amphibol  wobl 
augehflren,  da  sie  pleochroitsch  sind  und  von  gelbgriiner  Farbe.  Das  Binde- 
mittel  dieser  Partikelchen  ist  ein  ausserst  feiner  krystallinischer  Detritus, 
welcher  aus  Feldspathfragmenten  und  griinlichen  Verwitterungsprodukten  be- 
steht, welche  ohne  Zweifel  aus  einem  Pyroxenminoral  entstanden  sind.  Nebst- 
dem  sind  in  diesem  Bindemittel,  wie  es  ttbrigens  oft  in  don  Grauwacken  vor- 
komrat,  noch  schwarze,  fiockige,  gewellte  Streifen,  welche  stellenweise  aus 
KSrnchen,  die  hauptsachlich  dem  Pyrit  angehSren,  bestehen. 

Die  Masse  der  dunnsduefrigon  Zwischenlage  ist  dem  Bindemittel  der 
eben  beschriebenen  Grauwacke  ahnlich,  und  da  beide  Abarten  audi  in  den 
Praparaten  scharf  von  einander  abstechen,  kann  man  dafur  halten,  dass  each 
dem  Absatz  gewohnlicher  Wacke  aus  den  stillgewordeuen  Gewassern,  sich 
Lagen  des  fein  vertheilten  Materiales  — ■  zu  dihmschiefrigor  Grauwacke  ab- 
setzten. 

Erst  gegen  Uez  kann  man  im  jahen  Abhange,  der  durch  Halm  abge- 
sdmitten  wird,  den  Gang  13  bemerken.  Dieser  ist  nur  '/a  m  breit,  streiclit 
gegen  NNW,  und  fiihrt  einen  verwitterten  Grllnstein,  der  wegen  des  Eisoubalm- 
gemauers  fast  unzuganglich  ist.  Deshalb  wurde  das  Gestein  nicht  naher  unter- 
sucht.  Nur  die  herunter  gefallenen  und  sehr  verwitterten  Stttcke  dienten  zur 
mikroskopischen  Bestimmung  des  Gesteines. 

Die  Scldudit  von  Podmoran,  welche  uicht  weit  von  hier  in  die  Moldau 
miindet,  ist  bei  ihrer  Mtodung  in's  Moldauthal  gegen  Norden  mit  steilen  Fels- 
wanden  eingesaumt;  gegen  Sliden  ragt  ein  kegelformiger  Gipfel  empor,  der 
mit  grossen  KieselschieferblOcken  bedeckt  ist. 

An  der  Sohle  dieses  Hiigels,  gerade  beim  Wachterhause  in  Podmoran, 
zieht  sich  gegen  den  Gipfel  ein  ctwa  8  m  machtiger  Gang  (Nr.  14),  (lessen 
gclblichweisses  Oder  ro'thliches  Gestein  einem  dichten  Hornstein  ahnlich  ist, 
Im  Mikroskop  besteht  es  aus  unregelmassigen  Quarzkornchen,  deren  Einbuch- 
tungen  ineinander  greifen  und  die  mit  Hautchea  glasiger  graubestaubter  Grund- 
masse  umhttllt  sind.  Hie  und  da  sind  im  Gestein  schwarze  Korner  oft  von 
quadratischen  Umrissen,  welche  sich  im  auffallenden  Lichte  durch  ihren  Glanz 
und  ihre  Farbe  als  Eisenkies  verrathen.  Sehr  selten  gelingt  es  uns  feine 
Leistchen  und  Stiibehen  zu  finden,  welche  der  mikroskopischen  Analyse  nach 
fur  Ortboklas  gehalten  wenlen  konnen.  Das  Gestein  dieses  Ganges  kann  man 
einen  horusteinarti gen  Felsophyr  benennen.  Ahnliche  Gesteine  treten 
im  Moldauthale  Sfters  auf. 

Der  Eruption  dieses  Gesteinganges  kann  man  die  Erhaltung  und  viel- 
leicht  auch  die  Emporhebung  des  kegelformigen  Gipfels  und  dann  audi  die 
Zertrummung  der  nicht  weit  gegen  Slidost  gelagerten  Schiefer  beirechnen. 
Der  dunnbliittrigc,  fast  dichte  Schiefer,  in  dem  der  eben  beschriebeue  Felso- 
phyrgang  ansteht,  enthalt  schwache  Lagen  von  Kaeselschiefer  und  istziemlich 
lichtgrau.  Seine  Substanz  ist  kaolinartig,  mit  grauen  Kornchen  und  Flocken 
getrttbt,  zumeist  apolar  mid  enthalt  grtinliche  Chloritfeteen. 


(lima   13. 

(Verwitt. 

Grttn 

stein.) 


I,.  U. 
Gang  i  I. 
(Horn- 
eteinarti- 
ger  Felso- 
phyr.) 


20 


L.  II. 
Gang  Nr. 
L5  u.  16. 

(Horh- 
steinarti- 
ger  Felso 

phyr.) 


L.  U. 
Gang  17. 
(Syenit.) 


Das  linke  Moldauufer,  welches  weiter  hinter  der  Podmoraner  Schlucht 
unter  rechtem  Winkel  gegen  Norden  umbiegt,  bildet  von  hier  aus  bis  zum 
zweitenWilchterhause,  nSrdlich  von  Podmoran,  ein  sehr  steiles  Felsgehange,  wel- 
ches aus  fast  wagrechten  Bftnken  eines  feinkornigen  Grauwackenschiefers  be- 
stcht,  in  dem  wiedor  schwache,  nur  1 — 6  cm  machtige  Einlagen  eines  fein- 
blattrigen  Schiefers  sich  befinden. 

Der  Grauwackenschiefer,  der  zwischen  Podmoran  und  dom  ersten  Wachter- 
hause  ansteht,  ist  ein  inniges  Gcmenge  von  polygonalen  Quarzkornchen,  zwi- 
schen denen  wiedor  jener  schwarze  Staub  stellenweise  so  dicht  sich  vorfindet, 
dass  or  vollkommen  undurchsichtige  Anhaufungen  bildet.  Da  die  Schiefer  nach 
dem.  Gliihen  weisslich  wcrden,  kann  man  annehmen,  dass  der  grosste  Theil 
des  schwarzen  Pulvers  einer  grapliitiscben  Substanz  angehflrt. 

.Die  feinblattrigen  Schiefereinlagen  unterscheiden  sich  mikroskopisch 
durchaus  nicht   von    den   von  Levy  Hradec   bereits   beschriebenen  Einlagen. 

Gerade  in  der  schitrfsten  Einbiegung  des  Moldauufers  vor  dem  ersten 
Waehtcrhansc  liinter  Podmoran,  treten  drei,  nalie  boi  einauder  gelegene  Eru- 
ptivg&nge  auf.  Dor  siidlichste  von  ihnen  (Nr.  15)  ist  ca  1  m  machtig,  steht  fast 
saiger  an  und  fiihrt  ein  gelblichwoisses  Gestein,  das  mikroskopisch  mit  jenem 
des  14.  Ganges  (ibereinstimmt.  Einen  ahnlichcn  Felsophyr  fiihrt  auch  der 
weitere  Gang  16.,  der  sich  in  den  hoheren  Partien  des  Gehiinges  wagrecht 
hinwindet.  Nicht  weit  vor  dom  ersten  Wiichtcrhause  von  Podmoran,  tritt  der 
Grunsteingang  Nr.  1.7  auf,  ist  ca  11  "4  m  breit  und  senkt  sich  in  einer  welligen 
Biegung  und  in  NNO  Richtung  zur  Bahn  heruntcr. 

Das  Gestein  dieses  Ganges  ist  griingrau,  sehr  feinkornig,  und  man  be- 
merkt  schon  mit  dem  blosen  Auge  darin  nicht  sehr  zahlreiche  FeldspathkSrner 
von  der  Gro'sse  eines  Stecknadelkopfes.  fm  Mikroskop  zeigt  das  Gestein  ein 
(lewirr  von  stellenweise  gitterformig  gelagerten  Feldspathleistchen.  Zwischen 
diesen  hofindet  sich  eine  grttnliche  Substanz,  die  feinfaserig  und  stellenweise 
rait  grauen  Flocken  durchmengt  ist,  und  dann  sparliche  QuarzkOrner.  Sehr 
zahlreich  sind  aber  schwarze  Magnetit-  und  Pyritkorner  und  kurze  nicht  be- 
stiinmbare  Nadelchen  und  Saulchen  von  graugruner  Farbe.  Wahrend  die  Feld- 
spathe  der  Grundmasse  fast  durchwegs  Orthoklas  sind  und  einheitlich  hoch- 
stens  zwillingsartig  polarisieren,  zeigen  die  grSsseren  Feldspatheinsprenglinge 
cine  Plagioklasstruktur,  oder  gehSren  cinera  Orthoklas  an,  der  interpolirte  — 
und  das  stellenweise  gitterartig  —  Lamellen  trikliner  Feldspathe  besitzt.  Die 
chemisch-mikroskopische  Analyse  ergab  viol  Kalium  und  Magnesium  und  wenig 
Natrium  und  Calcium,  woraus  man  schliessen  kann,  dass  das  Gestein  des  17. 
Ganges  ein  raohr  oder  weniger  verwitterter  Syenit  ist. 

Dieser  Syenitgang  wird  etwa  in  der  Mitte  des  Gehanges  von  einem  ei- 
genthtimlichen  Ganggestein  durchsetzt,  das  in  einer  lireite  von  25—30  an 
unter  einem  rechten  Winkel  sich  herunterzieht.  Die  Gangmasse  zeigt  eine 
eigenthtimliche  Grtlnsteinbreccie  und  ist  so  verwittert,  dass  man  aus  ihr  kein 
mikroskopisches  Praparat  bereiten  kann.  Deshalb  wurde  sie  mikroskopisch 
auch  nicht  untersucht, 


21 


Nicht  weit  vom  erstcn  W&chterhause  nordlich  von  Podmorah  ist  in  dem    T'-  U. 


GeMnge  ein  ecu  !  m.  breiter   Gang   (Nro.  18),   (lessen   Gestein   seinem  Aus- 


Gang  is. 

(Horn 

solum  nach  den  bereits  beschriebenen  Hornstein-Felsophyren  auffallend  Shnlich  stelnarti- 
ist  und  deshalb  wurijc  es  auch  nicht  nahcr  untersucht.  phyr.) 

Hinter  dem  erwahnten  ersten  W8.chterb.ause  folgen  gegen  Norden  im 
Grauwackenschiefer  zwei  Gange  (Nr.  19.  und  20.) ,  die  von  einander  cca  30 
Schritte  entfernt  sind  und  von  denen  der  erste  1  m.,  der  andere  bios  75  em. 
mSchtig  ist.  Steinblocke  von  ihnen,  haupts&chlich  vom  19.  Gange  findet  man 
sebr  leielit  unter  dem  Eisenbahndamme  am  Moldauufer. 


Handstucke,   die  dem  Gange   19.  entstammen,  sind  wieder  jener  grau 
gelbliche,  stellenweise  etwas  br&unliche  hornsteinartige  Felsophyr. 


L.  II. 

Gang  19. 

(Horn- 


Das  Gestein  des  Ganges  20  unterscheidet  sich  vom  vorigen  insbesouderK.^'jIv'is!, 
dadurch,  dass  es  spftrliche  Einsprenglinge  von  farblosem  Quarz  entliiilt  und  phyr.) 
nebstdem  uoch  getrubte  krystalinische  Korner  and  Krystiillchen,  welche  dem  l.  u. 
Orthoklas    angehoren    und  stellenweise   solum  verzwillingt   sind.    Audi   die  Gang  20. 

1  V  CIsil  1  ) 

Grundmasse  ist  in  diesem  Gestein  etwas  anders  wie  in  den    hornsteinartigen    scher 

Felsophyren,  indem  sie  zwischen  den  Quarzkornchen  und  nicht  sehr  Iiantigen  Quarz 

porphyr 
Feldspathleistchen   eine  lichtgriine  und  flockig  oder  filzig  getrubte  Substanz 

besitzt. 

Nebst  den  angefiihrten  Orthoklaseinsprenglingen,  unter  denen  man  hie 
und  da  audi  Ohloritfetzen  und  EpidotnSdelchen  bemerkt,  oft  sogar  auch 
Calcit,  der  durch  die  Spaltungsrisse  charakterisiert  wird,  begegnet  man  im 
Gestein  auch  mit  Plagioklaskrystallen,  welche  Boficky  in  seinen  Porphyren 
als  Mikroklin  deutete.  Saulchenfragmente,  welche  farblos  sind  und  von 
schwarzen  parallelen  Fasern  durchdrungen  werden,  kann  man  fiir  die  letzten 
Verwitterungsprodukte  des  Amphibols  oder  des  Glimmers  halten.  Hie  und 
da  bemerkt  man  schone  Pyritkorner.  Das  Gestein  dieses  Ganges,  das  man  als 
felsitischen  Quarzporphyr  betrachten  kann,  erinnert  sebr  an  das 
Gestein  des  24.  Ganges  in  der  Libsicer  Felswand,  von  dem  sp&ter  in  ge- 
drangter  Kttrze  wenigstens  gesprochen  werden  wird. 

Der    letzte    Gang  im  Abbange  zwischen  Podmorah   und    Letky    befindet  L.  U. 
sich   gegenllber   dem   zweiten  Wiiohtorhause   von  Podmorah  stromabwiirts  g©-  (Ra^olit! 
rechnet.     Dieser    als    Nro.  21   eingczeiclmete  und   meb.r   als    5   m.    m&chtige  u;  felsit. 
Gang  fiibrt   ein   dichtes  licbt  gelbliches  oder  braunliches  Gestein,  welches  in   <"1">l' 
den    Porphyren  Boficky's   auf  S.  79  beschriebon  ist  und   am  Nordrande   eine 
andere  Beschaffenheit  besitzt,  wie  im  Inneren  —  was  bei  der  grossen  Miich- 
tigkeit  des  Ganges  natiirlich  ist  und  die  Folge  eines  verschiedenen  Abkublungs- 
prozesses  in  den  Saalbiindern  und  in  der  Gangmitte  ist. 

Das  Gestein  aus  der  Mitte  des  Ganges  ist  ein  schemes  Beispiel  eines 
radiolithischen  Porphyres  und  ist  bei  .1.00  X  Vergr.  fast  krystallinisch.  Es 
besteht  aus  einem  Gemenge  von  braunlich  bestiiubten  Feldspathleistchen  und 
Kornern,  von  farblosen  Quarzkornern  und  grtlnlichen  Strahlen  eines  sekun- 
diiren  Minerales.  Aus  diesem  Gemenge  troten  nun  verschiedene  polygonale 
"der  abgerundete   Radiolithe  hcrvor,  die  im  gewohnliehen  Licht  kornig  oder 


22 

schwach  strahlig,  im  polarisierten  aber  typisch  strahlig-radiolithisch  sind.    In 
der  Mitte  der  Radiolithe  findet  man  hie  und  da  ein  Feldspathleistchen. 

Beim  nOrdlichen  Rande  des  Ganges,  zu  dem  man  nicht  nur  von  dem 
Geleise  aus,  sondern  auch  vom  Moldauufer  durch  eine  BahndammwGlbung 
leicht  gelangen  kann,  ist  das  Gestein  etwas  andersartig.  Bei  100  X  Vergros. 
erscheint  os  hier  als  cin  dichtes  Geinenge  von  Feldspathnadelchen  und 
Leistchen,  sp&rlicheren  grauweissen  QuarzkSrnchen  und  dieses  Gemenge  ist  in 
einer  apolaren  an  schwarzgrauen  staubreichen  Grundmasse  eingebettet.  Nur 
wcnige  Quarzkiirner  und  Feldspathleistchen  treten  bei  der  genannten  Vet- 
grosserung  porphyrisch  auf.  lioricky  nannte  diese  Modification  des  Gesteines 
einen  glasigkornigen  Felsophyr. 

Noch  sei  bemerkt,  dass  das  Gestein  nebst  einem  schwarzlichen  Staube 
noch  hie  und  da  auch  schwarze  oder  braunliche  Wurfel  enthiilt,  die  dem 
Pyrit  angehoren.  Die  Mikroanalyse  des  Gesteines  vom  Nordrande  des  Ganges 
ergab  aeben  einer  grossen  Menge  von  Kalium,  genug  Magnesium  und  Eisen 
aber  nur  wenig  Natrium  und  noch  weniger  Calcium-. 

Nicht  sehr  weit  hinter  dem  zweiten  W&chterhause  endet  der  Fels- 
abhang  und  eine  kleine  Thalschlucht  offnet  sich  beim  Bache,  der  in  die  Moldau 
mundet.  Bei  seiner  Mundung  ist  das  Dorf  Letky. 

Geht  man  nun  linkerseits  vom  Bahngeleise  gegen  Letky,  so  sieht  man 
gerade  vor  diesein  Dorfe  her'abgestttrzte  FelsblScke,  die  einem  Kieselschiefer 
und  Conglomerate  aus  Kieselschieferfragmenten  und  braunem  Sande  ange- 
horen. Diese  Conglomerate  gehflren  ohne  Zweifel,  wie  noch  auf  einigen  an- 
deren  Stellen,  den  untersten  Schichten  der  Kreideformation  (den  Perucer 
Schichten)  an,  welche  hier  nach  der  Denudation  der  hoheren  Kreideschichten 
ihrer  festeren  Konstitution  wegen  zurtlckgeblieben  sind,  wenn  auch  nur  stel- 
len weise  in  ganz  dunnen  Lagen  und  Ubcrziigen. 


IV.  Der  Abhang  von  Letky  gegen  LibSic  und  die  LibSicer 

Felswand. 


Der  Abhang,  der  sich  am  linken  Moldauufer  zwischen  Letky  und  Libsic 
hinzieht,  ist  nicht  so  steil  wie  der  fruhere  und  ist  deshalb  von  Ackerkrume 
bedeckt,  untcr  der  zumeist  ein  diluvialer  Ziegellehm  (L6ss)  stellenwei.se  in 
ziemlich  mlchtigen  Lagen  auftritt. 

Erst  in  der  LibSic-Chcjnovicer  Thalschlucht  treten  zwei  kleine  Kuppen 
auf,  die  in  dor  Richtung  der  Schlucht  hintereinander  gelegen  sind.  Die  sud- 
westliche  von  ihnen  ist  grosser  und  liinglich,  die  zwoite,  welclie  kleiner  ist 
und  schon  hart  an  der  Gemeinde  LibSic  ansteht,  ist,  mehr  rundlich. 

Beide  Kuppen  bestehen  aus  dioritischem  Amphibolit,  wie  Boricky"  das 
Gestein,  welches  weiter  gegen  Norden  an  linken  Moldauufer  sehr  machtig 
ausgebildet  ist,  benannte.  Dieser  dioritische  Amphibolit  ist  den  Grauwacken- 
Bchiefern  sehr  ahnlich  und  wurde  als  solche  von  Helmhacker  z.  IS.  von  einigcn 


23 


Stellen  beschrieben;  von  anderen  Stellen  aber  als  Diorit  (z,  B.  die  Kuppe 
westlich  von  LibSic). 

Das  Gestein  d.  i.  dor  Amphibolit  von  dor  kleineren,  niilier  bei  Libsie 
gelegenen  Kuppe,  ist  fqjnkornig,  grttnlich  odor  gran,  kurz  rissig,  gewohnlich 
von  Quarz  und  Calcitiiderchen  durchdrungen  u.  besitzt  oft  an  seinen  Sprungen 
bis  3  inni.  grosse  Periklinkrystalle  und  drusigcn  Quarz  in  kleinen  Kry- 
stallchen. 

Das  Priiparat  zeigt  schon  dem  blosen  Auge  zerstreute,  unregelmiissige, 
trftbe  Feldspatb.uadelcb.en  in  einer  Grundmasse,  welche  ziemlich  iiberwiegt 
und  grunlich  oder  graulich  ist  und  stellenweise  schwarz  ge&dert.  Bei  schwacher 
Vergrosserung  siebt  man  schon,  dass  diese  Grundmasse  ein  Gewirr,  oft  strom- 
artig  g(>Ligertor  feiner  Leistchen,  Siiulcben,  Nadelchen  und  Fetzen  vorstellt, 
welche  mehr  oder  weniger  dichroitisch  sind,  zwisclion  X  Nikols,  bunt  pola- 
risieren  und  dem  Amphibol  und  seinen  Epidot-  oder  Ghloritartigen  Verwit- 
terungsprodukten  angehoren.  Audi  Quarzkornchen  kommen  vor  und  sehr 
selten  audi  Galcitkorner. 

lin  Vergleich  zu  den  triiben,  grauweissen  Feldspathleisten,  an  denen 
man  nur  selten  die  polysyethetische  Struktur  bemerken  kaun,  ersclieinen  die 
faserigen  Ainphiboldurchschnitte  sehr  friscb  zu  sein;  man  muss  jedoch  be- 
denken,  dass  eben  die  faserige  Amphibolumwandluug  ebenso  wie  seine  Ver- 
witterung  zu  Epidot  unter  Ausscheiduug  von  Chlorit  ein  gewissos  frischeres 
Aussehen  zufolge  hat. 

Fiir  die  klinodiagonalen  Amphibolliingsschnitte  wurde  die  Ausloschungs- 
schiefe  auf  20°— 25°  abgeschatzt. 

Die  schwarzen  Aderchen,  welche  man  besonders  in  den  an  Feldspath 
feicheren  Partien  bemerkt,  gehoren  dem  Pyrit  an,  welcher  sich  durch  den 
Widerstand  in  Kouigswasser  und  durch  die  chem.  Analyse  verrath. 

Das  lichtgraue  Pulver  des  Gesteines  sties  mit  Salzsiiure  behandelt  nur 
wenige  Kohlensaurebliischen  heraus.  Mit  Soda  aufgeschlossen  zeigte  es  eine 
dentliche  Mauganreaktion  und  die  angesauerte  Liisung  der  aufgeschlossenen 
Masse  Spuren  von  Borsiiure.  Phosphorsaure  wurde  nicht  aufgefunden  und  die 
chemische   Mikroanalyse  ergab   das  Verhiiltniss   des  Natriums  zum  Kalium 

Die  quantitative  Analyse  von  Borieky  selbst  n.  z.  an  eineni  sehr  frischen 
Handstuck,  an  dem  eine  IVriklindruse  war,  durchgefuhrt  (siehe:  der  Glim- 
merpikrophyr  u.  s.  w.  in  Tscherm.  Min.  u.  petr.  Mitth.  1877,  S.  490  u.  ff.) 
an  ergab  in  "/,,. 

Kieselsiiure      50-42 

Thonerde 5'66 

Eisenoxyd 17 '52 

Kalkerde     8-51) 

Magnesium 5-92 

Schwefel  ......     12-72 

Wasser •      P24 

102-06 


L.  U. 
LibSic. 
(Diorit, 
Amphi- 
bolit.) 


24 


Da   linn    diis    Eisen   fast   alios    dem    Pyrit   und   Amphibol  so  vvio  soinen 
Verwitterungsprodukten  angehort  und  demnach  als  Eisenbisulfuret  und  Eisen- 


oxydul   auftritt,   erfordem    l2-72°/0    Schwefel,    il'18%   Eisen) 


was 


15-90% 


Eisenoxydul  entspricht,  auf  das  Pyrit  entstehe.  In  Folge  dessen  bleibt  1'4:Q0I0 
Eisenoxydul  (reap.  P62°/0  Eisenoxyd)  fur  don  Amphibol.  Deshalb  muss  die 
oben  angefuhrte  Analyse  in  diesem  Sinne  transformirt  werden.  Nach  dor 
Umrechnung  dor  Analyse  entfallen  dann,  als  die  Differenz  auf  100  Th.  2-877,, 
auf  dio  Alkalien. 

Auf  Grand  der  Verrechnung  einzelner  cliein.  Bestandtheile  auf  die  im 
Gesteine  enthaltenen  Minerale  gibt  Boficky"  (1.  c.  S.  496  und  497)  die  Zu- 
sammensetzung  des  dioritischen  Amphibolites  vom  westlichen  Htlgel  bei  Libslc 
folgendermassen  an:  .'570/0  Amphibol,  24%  Pyrit,  22°/0  Feldspath  u.  z.  8/a 
Natronfeldspath  (auf  Grand  dor  Mikroanalyse)  und  %  Kalifeldspath,  L6°/0 
Quarz  und  Eieselsaure.  Pyrit  1st  selbstverstandlich  oin  der  Menge  naoh  va- 
riabler  Gemengtheil.  Dor  Feldspath  war  ursprilnglich  ohne  Zwoifol  oin  kalk- 
armer  Plagioklas,  wurde  abor  (lurch  Vcrwittcruni>'  odor  besser  gesagt  durcb 
Auslaugung  dos  Calciums  beraubt,  so  dass  soine  Zusiunmensetzung  dem  an 
seinen  Kluften  auftretenden  Periklin  sehr  nahe  kommt.  Dor  kleine  Wasser- 
gehalt  so  wie  dio  mikroskopische  Untersuchung  liisst  dafiir  halten,  dass  hier 
Epidot  und  Ghlorit  cntstandon  ist,  wolclio  Minerale  abor  bei  dor  Verrechnung 
dor  Analyse  nicht  in  Anbotracht  genommen  warden. 

Boficky  fiihrt  (1.  c.  S.  497)  das  Schoma  an 

Ghlorit.   .   .  3H20,  4(Mg  Fe)0,  Ala08 .  2SiOa 


Epidot 


H20.4 


CaO 


3Ala08 .  6Si02 


Siiimna 


4H20, 
8RSiO. 


8R0,     4A1208,     8Si()., 


-f  1  — 2A1.0, 


2  — 3A1203 


4II2<) 

audi  Angit- 


Amphibolsubstanz 
and  bomorkt,  dass  die  Amphibolsubstanz  (und  selbstverstandlich 
substanz)  durch  Aufnahme  von  Wasser  und  Thonerde  sich  in  Ghlorit  und 
Epidot  nmwandoln  kann  und  dass  man,  wonn  auch  oin  Theil  von  Epidot  and 
Ghlorit  als  Amphibol  berechnet  wird,  mit  Ausnahme  von  Thonerde  sonst 
koine  merklicbon  Differenzen  vorlindot.  Das  Ghlorit  und  Epidot  wirklicb  aus 
Augit  and  Amphibol  (lurch  Verwitterung  derselben  entsteht  sieht  man  ubrigens 
in  alien  diese  Minerale  enthaltenden  Gesteinen  besonders  abor  in  deren  Ver- 
witterungsprodukten im  Moldauthale  u.  z.  sehr  oft  und  uicht  selten  auch 
sehr  auschaiilich. 

Ubrigens  ist  die  Zusammensetzung  des  Gesteines,  wie  dies  audi  sonst 
gewShnlich  vorkommt,  nicht  an  alien  Stellen  gleich  und  variirt  nach  dem 
versoliiedenen  Vcrwitterungsstadium  so  wie  audi  nach  der  Stclle  in  der  Gang- 
masse  ziemlich  auffallend.  Auch  kann  man  mit  bl-osem  Auge  bemerken,  wie 
verschiedenartig  die  Pyritkorner  aul'treten.  Auch  fand  Boficky"  in  einem  an- 
doren  Handstuck  des  Gesteins  nach  eigener  Bestimmung 

Wasser .    3-55°/0 

Eieselsaure 4t-80%. 

Das  Handstuck  war  vor  einer  kleinen  Quarzdruse  bedeckt. 


25 


Die  zweite  Kuppe  slidwestlich  von  LiMc  fiihrt,  wie  bereits  crwiihnt 
wurde,  auch  dioritischen  Ampbibolit. 

Das  raikroskop.  Praparat  dcs  Gesteines  zeigt  schwarzlicbe,  grtaliche 
und  grauweisse  Strie.mfn,  Fetzen  and  Adcrchen.  Die  scbwarzlicben  Stellen 
enthalten  sclnvarzo  Kornchen,  die  oft  staubartig  und  zu  Adcrchen  zusammen- 
gereiht  sind.  Die  grttnliche  Substanz  bildet  stelleuweise  unregclmiissig  be- 
griinzte  Partien  und  1st  entwedcr  cinheitlich  odor  fein  fiiserig  oder  bcstelit 
aus  Complexen  von  parallelen  langen  Siiidchen.  Audi  dort,  wo  sic  scheinbar 
einheitlich  aussiebt,  zerfallt  sie  im  polarisierten  Licbte  in  ein  buntfiirbiges 
Aggregat  von  Korneni.  Die  grauweisscn  Stricnien  und  Fetzen,  welclie  zumeist 
•  lie  schwarzen  Aderchen  begleiten  sind  voll  von  langen,  nadelfonnigen,  grau- 
weissen odor  farbloseu  und  verwirrten  Mikrolitheu,  und  verratlien  sich  stel- 
leuweise als  Durchschnitte  einstiger  Feldspiitlie.  Im  polar.  Lichte  zeigen  sie 
eine  Aggregatpolarisation  und  enthalten  stelleuweise  Calcitpartien,  die  durcb 
die  bekannten  Sprtinge  chaiakterisiert  werden. 


Fig.  •'!.  Die,  LibSicer  Felswand.  Der  Gang  22  im  Eisenbahndamme  fuhrt  oinen  spharo- 
l  i  ili  i  kcIi  en  Quarzporphyr  und  ist  bOchsl  wahrscheinlicb  cine  Fortsetzuna  der  Gang 
partie  Nro  23,  ja  rielleicht  auch  -21.  Die  Gangpartie  Nr.  28  ist  in  der  Mittc  und  am 
sudlichen  Saalbande  ein  Radiolithporphyr,  am  nflrdlichen  ftande  verlieren  sich  die 
Etadiolithe  und  das  Gestein  ist  ein  Felsophyr,  wie  dcs  Ganges  Nr.  24.  Der  Gang  25 
ist  ein  felsitiscb.-rad.io  lithischer  Porphyr  in  dec  Mine  Quarz  fuhrend.  Gang  Nro  26 

isl  ein  Glimmerpikrophyr  !  das  Gestein,   in   dem   alle   diese  Gange  auftreten,  ist 

ein  dioritischer  Amphibolit,  der  stellenweise  schiefrige  Einlagen  enth&lt 


Circa  200  m  nordlich  von  der  Station  Libsic,  wurde  (Fig.  )5)  durcb  die 
Eisenbahn  eine  Felswand  entblosst,  dercn  Hohe  nacb  Boficky  70  m  betragen 
soil.  In  der  Wirkliclikcit  ist  sie  viel  niedriger.  Ihre  Lange  betriigt  mebr 
als  200  m. 

Diese  ausserst  interessante  Felswand  wurde  von  Boficky  in  Tsclienn. 
Min.  und  Petr.  Mittbeil.  L879  S.  49.'!  u.  ff.  ausfuhrlich  beschrieben.  Anch 
Helmhacker  beschrieb  in  denselben  Mittheilungen  (1877)  einigc  von  den  in 
der  Felswand   auftretenden   Gesteinen,   wieder  von  seinera  Standpunkte  aus- 

Im  Ganzen  besteht  die  LibSicer  Felswand,  oberhalb  welcher  man  nocta 
einige  Uberreste  der  ehemaligen  und  an  dieser  Stelle  die  Moldau  beherrschen- 
den  Burg  LibShrad  bemerkt,  aus  dioritiscbem  Amphibolit,  welcber 
zwiscben  den  Gangen   Nr.  22  und  2)5  und   vor  24  b)  grossere  und  kleinerc 


26 


L.  U. 
Die  l.ilisi 
cer  I'VIs 

wand. 
(Diorit. 
Amphi- 

boflt.) 


L.  U. 
I  lie  I  jibai- 
cer  Fels- 

«:i.ikI. 

(Schief- 

rige  Zwi- 

schen- 

lagenO 


Partion  eines  dunkelgrauen  Schiefers  enthalt,  In  diesom  Grundgestein  treton 
nun  die  Porphyrgiinge  23,  24  mid  25  auf.  Die  Gangpartie  22  ist  gewiss  die 
Fortsetzung  des  Ganges  23,  unterm  Eisenbalmdamme.  Die  Giinge  24  und  25 
troten  ohne  Zweifel  audi  am  rechten  Ufer  der  Moldau  auf,  und  zwar  unter 
Nr.  100  und  102,  die  spater  beschrieben  werden.  Der  Gangkomplex  24  wird 
durch  ein  interessantcs  jungeres  Gestein  von  einer  Maohtigkeit  von  l1/,  m 
durchdrungen.  Dieses  Gestein,  das  makroskopisch  einer  Minette  sehr  ahnlich 
ist,  nannte  P.oricky,  wegen  verschiedener  Eigenthumlichkeiten  in  der  Zusam- 
mensetzung  in  seiner  erwahnten  Abhandlung,  G  1  i  m  in  e  r  p  i  k  r  o  p  li  y  r. 

Dor  dioritische  Amphibolit,  welcher  die  Felswand  zusammensetzt,  ist 
dem  Gestein  vom  westl.  Hftgel  bei  Libsic  sehr  ahnlich.  An  verschiedenen 
Stellen  ist  er  verschieden  verwittert  und  besitzt  audi  an  verschiedenen  Stellen 
cine  verschiedene  Korngrosse. 

Die  weniger  verwitterten  Partien  am  siidlichen  Ende  des  Pel  sens,  welche 
kurzkliiftig  und  dunkelgriingrau  und  schwarz  gefleckt  Oder  von  Calcit  geadert 
waren  und  unter  der  Loupe  deutlich  feinkornig,  zeigten  sie  sich  im  Mikroskop 
als  ein  Gcwirr  von  unrogelmiLssigcn  griinen  dichroitischen  Saulchen  und  Parti- 
kelchen  und  grauen  Nadelchen,  welche  dem  Amphibol  und  seinen  Verwitte- 
rungsprodukten  dem  Chlorit  und  Epidot  angehSren  und  von  sparlichen  grauen, 
trttben,  zumeist  triklinen  Feldspathleistchen  und  Quarz-,  Calcit-  und  schwarzen 
Pyrit-  und  Magnctitkornchen. 

Die  Dunnschliffe,  die  aus  Partien  zwischen  beiden  Partien  des  Ganges 
24.,  und  zw.  melir  vom  nordl.  Theile  prapariert  wurden,  und  das  aus  recht 
verwittertem  Materiale,  zeigten  hauptsachlich  Strome  von  grttnlichen  Oder  gran- 
lichen  Nadelchen,  Fransen  und  Fetzen,  serpentinische  und  vom  scliwarzen  Staube 
begriinzte  Partien  und  enthielten  wieder  Quarz-,  Calcit-  und  Pyritaggregate, 
was  alios  gewiss  sekundarer  Provenienz  ist. 

Die  Schieferpartien,  welche  an  einigen  Stellen  im  dior.  Amphibolit  in 
einer  Miichtigkeit  von  hochstens  1  m  auftreten,  sind  an  Pyrit  selir  reich.  Ge- 
nugend  diinne  Priiparate  konnten  aus  ihnen  nicht  verfertigt  werden.  Kleine 
dtinngeschliffene  Partien,  die  zwischen  Gang  Nr.  22  und  23  entnommen  wur- 
den,  zeigten,  dass  in  einer  lichten,  stellenweise  schwach  grtinlichen  Masse, 
welche  im  polar.  Lichte  theilweise  apolar  oder  bios  schwach  blaulich  polari- 
sierte,  stellenweise  aber  eine  lebhafte  Polarisation  besass,  eine  schwarze  ge- 
kornelte  und  staubige  Magnetit-  und  Pyritsubstanz  eingebettet  liegt.  Audi 
Quarz  ist  keine  Seltenheit. 

Die  chemische  Beschaffenheit  diesor  Schiefereinschliisse  wurde  im  chem. 
Laboratorium  des  Dr.  Dofieky  vom  Schreiber  dieser  Zeilon  untersucht,  u.  zw. 
an  einem  sehr  harten  Handstiicke,  das  unweit  des  kleinen  Porphyrstiickchens 
zwischen  dem  Gange  22  und  24  a),  oberhall)  der  Bahn  entnommen  wurde. 
Die  Analyse  ergab  in  °/0 : 


27 


Kiesels&ure 
Thonerde  . 
Eisenoxyd  . 
Kalkerde  . 
Magnesium 
Kohlensaure 
Wasser  .  . 
Nebstdem  sab  es 


) 


.  .  86-81 
.  .  3'41 
.  .  16-41 
.,.  1.5-90 
.  .  3-99 
.  .  4-78 
.  .  3-95 
viel  Schwefel. 


Alles  Eiscn  auch  avis  dem  Pyrit 
wurde  als  Eisenoxyd  abgewogen. 


Die  Alkalien  wurden  nicht  bestimmt. 
in  der  LibSicer  Felswand 


Die  Porphyrgange,  sowie  ihre  Particn,  welch< 
auftreten,  sind  von  Stid  aach  Nord  folgende: 

Der  siidlicliste  ist  eigentlich   bios  cine  Gangpartie,   welche 


em  Eisenbahndamme  befindet  und  mit  Nr.  22  bezeiclmet  wurde 
gehort  ohne  Zwoifel  zum  Gang  Nr.  23 


sich 
Sie  ist  caJ 


'•>  m  breit  und 


Partie  ist  grau  und  enthalt  in  der  dichten  Grund- 


unter    L-  U. 

Din  Gang- 

partie  22. 

Das  Gestein  Mieser  (Sphftrol. 

Quarz- 

porphyr.) 


Fig.  4.   Die   Grundmasso  des 

Porphyres  der  Gangpartie  Nro 

22  (lOOmal.  Vergr.) 


masse  porphyrische  Quarz-  und  Feldspathkornchen, 

die  2 — 5  mm  gross  sind.  Die  Grundmasse  bestelit 
aus  verachiedenartig  ausgebuchteten  und  in  einandcr- 
greifenden  Feldspathkornern,  welche  von  feincn 
sphiirolithischen  Quarzkdrnchen  durchdrungen  und 
getrennt  sind.  (Fig.  4.)  Ncbstdcm  enthalt  sic  cine 
ziemliche  Anzahl  von  griinlichweisscn  Glimmer- 
Mattchen,  porphyrische  Quarzindividuen  mit  spha- 
rolithischer  Umrandung,  porphyrische  Oligoklase, 
Mieilweise  auch  Mikrokline.  Orthoklas  tritt  auch 
auf,  aber  sp&rlich.  Das  Gestein  dieser  Partie  ist 
oi|i  s  p  h  a  r  o  1  i  t b  i  s  c h  e  r  Q  u  a  r  z  p  o  r  p  h  y  r. 

Dim-  Gang  23  fiihrt  ein  graues  Porpliyrgestein,  dessen  spez.  Gewicht 
=  2*619,  und  das  in  der  Gangmitte  und  an  den  Saalbiindern,  besonders  an 
'''-m  nordlichen  mikroskopisch  ziemlich  verschieden  ist.  Dies  ist  natiirlich 
nicht  zU  verwundern,  wenn  man  bedenkt,  dass  ein  jedes  Eruptivgestein  an 
seinen  Randern,  welche  schneller  ausktlhlten,  mehr  Glasmasse  enthalt  und 
weniger  und  kleinere  Mineralkrystalle  als  in  der  Gangmitte,  wo  die  Krystalli- 
S;ition  infolge  des  langsameren  Abkiihlcns  besser  und  regelmassiger  vor  sich 
Sieng,  und  deshalb  grossere  Krystalle  und  weniger  Glasmagma  zur  Eolge  hatte. 
^ft  blieb  sogar  kein  Glasmagma  ilbrig. 

Die  Mitte  des  Ganges  23.   enthalt  einen  dichten  Porphyr,    der  fast  aus^^ 
lauter  RadiolithkSrnern  zusammengesetzt  ist.  Ncbst  den  Radiolithen  tritt  noch  der  sMi. 
ein  Gewirr  von  feinen  Quarzkornchen,   Feldspathstabchen  und  strahlig  odergj^*" 
Pinselfiirmig  grupierten  Durchschnitten  eines  lichten  Glimmers.  In  den  Radio- rRadiolit.' 
'''hen,  ja  sogar  in  den  grosseren  Quarzkornchen,    pflegt  zuweilen    Feldspath  forphyr.) 
•'ingewachsen  zu  sein,  welcher  demnacli  zu  den  ersten  krystallischen  Ausschei- 
dungen  aus  dem  Gesteinsmagma  angehSrt.  Auch  die  Handstiicke  vom  sildlichen 
Rande  des  Ganges  23.  haben  eine  ahnliche  Zusammensetzung,    die  Radiolithe 
si"d  hier  aber  etwas  Langlich  und  drangen  sich  so  hart  an  einander,  dass  sie 
P°lygonale  Umrisse  besitzen. 


L.  u. 


28 


i>'r„'idi  Der  niir,llichc  Ran(l  ,los  Ganges  2.3.  ist  mehr  felsitisch,  hat  mehr  Glas- 
iiand  des'gnnidmassc  and  ist  fast  so  beschaffen,  wie  der  Gang  25.,  von  dem  spater 
Gang.  28.  die  Rede  seiii  wird.    Im  Ganzen  ist  die  Ga; 


(Felsit.   ,., 
I'oiphyr.) Jtir  einon  Kadiolitnporphyr, 


rangpartie  23.   ein  schemes  Beispiel 


L.  II. 
Gang  i  I. . 


Felsitische  Quarz-Porphyre  ftthrt  die  Mitto  des  Ganges  24.  and  25., 
w&hrend  die  minder  der  Giinge  (und  weil  der  Gang  25.  ziemlich  sehmal  ist, 
und  deshalb  rasch  abkuhlte,  dieser  fast  durchgangig)  duroh  schnelle  Erstar- 
rung  Felsophyre,  d.  i.  dichte  Felsitporphyre  besitzen. 

Der  Gang  24.,  welcher  die  Mitte  der  Libsicer  Felswand  einnimmt,  ist 
in  dieser  hoi  50  m  machtig.  Nach  Oben  versehmiilert  or  sicli.  aber  auf  einmal, 
biegt  sicli  schlangenfdnnig  und  senkt  sicli  wieder  sohnell  gegen  die  Eisenbahn- 
schienen  (24  b).  Hier  besitzt  er  eine  Breite  von  37a  m. 

Das  griinlicli-  oder  gelblichgrane  Gestein  des  Ganges  24.  ist  von  musch- 
(Mltte!)*'Hgem  Bruch  und  zeigt  im  Mikroskop  eine  fast  durchwegs  farblose  oder  nur 
(f^jf*;  Stellenweise  grttnliche  oder  grauweisse  Gruudraasse,  aus  der  Quarz-  und  Feld- 
porphyr.)  spathdurehschnitte  scharf  und  porphyrisch  hervortreten.  Die  Grundmasso  aus 
der  Mitte  des  Ganges  zerflllt  bei  100X  Vergr.  auf  unregelmiissig  in  einander- 
greifeude  Chalcedonkornchen,  zwischen  denen  auch  gilnzlich  apolare  Partien 
vorkomraen.  Nebstdom  bemerkt  man  audi  Gruppen  von  zarten,  kurzen  Niidel- 
chen,  die,  dor  kleinen  Dimensionen  wegen,  nur  sohwach  dichroitisch  sind  und 
alien  nach  den  Epidot  angehorcn,  der  aus  AmpMbol  entstanden  ist. 

Die  meisten  porphyrischen  und  graubestaubten  Feldspathkorner  und 
Durchschnitte  besitzen  Partien,  welche  durcb  schriige  Spriinge  charakterisiert 
sind,  ja  sie  baben  sogar  —  nach  Boficky  —  allseitig  ausgebildete  Calcit- 
rhomboeder,  wobei  in  ihnen  die  griinliche,  gefranste  Substanz  abnimmt.  Manche 
von  den  Feldspathen  zeigen  eine  Gitterung,  die  an  Mikroklin  erinnert.  Im 
polar.  Liclite  sind  sie  zumeist  monocbrom  oder  nur  in  Halften  vcrschieden- 
fiirbig;  in  diesem  Falle  baben  sic  aber  oft  schmale  Einlagen  von  triklinen 
Lamellen.  Manche  Feldspathe  sind  aber  dicht  gerieft. 

Die  dem  blosen  Auge  sichtbaren  porphyr.  Qnarzkorner,  enthalten  im  Mi- 
kroskop Wolkchen,  die  aus  Blaschen  bestehen,  nebstdeni  aber  auch  Streifen 
und  Partien  der  feinkornigen  Grundmasse,  welche  an  manchen  Stellen  auch 
mit  der  umliegenden  Grundmasse  durch  enge  Kanftlchen  zusammenhangt. 
Einige  Quarzkiirner  baben  eine  gestreifte  Beschaffenheit,  welche  auch  im  Mi- 
kroskop durch  verschiedene  f&rbige  Abstufungen  sich  darthut. 

(i'ui^k  Dcr  Rancl  des  a4-  ®anSes  enth&lt  einen  dichten  Felsophyr  (S.  die  Por- 

(Fe!sit.'payrgest  Boficky's    Tab.  I.    Fig.  6),    der    (lurch  raschere  Abkiihlung    der  ge- 

p^terr .schmolzenen  Porphyrmasse  entstanden  ist.    Seine  Grundmasse  ist  bei  LOOX 

'  Vergr.  aus  unregolmassigen  Kdrnchen  zusammengesetzt,   welche  weisslich  und 

bhlulich  bis  dunke]  graublau  polarisieren.   Zwischen  ihnen  befinden  sicli  zahl- 

reiche  feine  (apolare)  Opal-  und  Spharolithkorncken. 

Die  porphyrisch  auftretenden  QuarzkGrnchen  erscheinen,  ebenso  wie  in 
dor  Gangmitte,  im  polar.  Lichte  gestreift,  und  die  Feldspathe  gehoren  theils 
dem  Orthoklas  an,  theils  dem  Plagioklas.  Dm  dieselben  zeigt  die  Grundmasse, 
nach  Boficky,  eine  schwache  Fluidarstruktur.  Die  Feldspathe  haben  im  Innern 


29 

ott  Calcitpartien,  welche  ebenso  wie  die  grtlnliche  Epidotsubstanz  in  die  Quarz- 
korner  (naeh  Boficky)  infiltriert  wurde  (?). 

Die  chem.  Analyse  des  felsitischen  Porphyres  im  Gauge1,  Nr.  24,  u.  zw. 
aus  seiner  schmalen  nordjjehen  Partie  (24b),  welche  im  Laboratorium  dos  II. 
Prof.  Preis  am  bijhm.  Polytechnikum  in  Prag  vom  Herrn  Assistenten  Plamfnek 
durchgeftihrt  wurde,  ergab  in  % : 


Kieselsiiure    . 

.    — 

75-76 

Thonerde   .   . 

.   ~ 

12-24 

Eisenoxydul  . 

.  ~ 

2-06 

Manganoxydul 

.  — 

0-44 

Kalkerde    .   . 

.  zz. 

2-51 

Bittererde 

ZZl 

0-29 

Natron    .    .    . 

.  — 

3-13 

Kali    .... 

•1-22 

Kohlensaure  . 

•  — 

0-83*) 

101-48. 


NTebstdem  wurden  auch  Spuren  von  Schwefel  gefunden,  welche  dem  Pyrit 
angehoren,  dor  hie  unci  da  sparlich  vorkommt. 

Weil  in  diesem  Porphyr  audi  Epidot  vorkommt,  wurde  wie  dor  entfal- 
'ende  Antheil  dos  Eisen-  und  Manganoxyduls  auf  Eisen-  und  Manganoxyd 
tiberfiihrt  und  nach  der  entsprechenden  Verrechnung  dor  Sauerstoffverhaltnisse 
die  mineralogische  Zusammensetzung  dos  Felsophyres  aus  dem  24.  Gange 
wlgendermassen  bestimmt:  (Vergl.  die  Porphyrc  Boficky's  S.  147  undTscherm. 
Min.  Mitth.  1879  8.  504  u.  505.)  Quarz-  und  amorphe  Kieselsiiure  38°/0, 
Natronfeldspath  (Albit)  26-5°/0,  Kalifeldspath  25°/0,  Epidot  7-9"/0  und  Calcit 
'''•''V,,-  Aus  dem  rtlckstandigen  Eisenoxydul  wurde  die  Menge  dos  Magnetites 
and  Pyrites  auf  1'5%  bestimmt. 

Der  Gang  25.  der  LibSicer  Felswand  ist  ca  2  m  machtig  und  enthalt 
zumeist  einen  ziemlich  grauen  Felsophyr  von  splittrigem  Bruche.  Stellenweise 
"•  zw.  wie  naturlich  in  der  Mitte  dos  Ganges  treten  reichlioher  auch  Quarz- 
Und  Feldspathkorner  auf,   so  dass  hier  ein  felsitischer  Quarzporphyr  entsteht. 

Mikroskopisch  ist  das  Gestein  (Vergl.  die  Porphyre  Boricky's  Tab.  1. 
Nr.  5)  dem  Porphyre  vom  Rande  des  Ganges  24.  besonders  in  der  Grundmasse 
"■bnlich,  nur  dass  in  ihr  npch  strahliger  Quarz  vorkommt.  Beim  Durchsehen 
nut  der  Loupe  fallen  uns  in  der  Porphyrmasse  grlinliche  Iderchen  und  Hiiuf- 
cben  auf,  hoi  100X  Vergr.  und  im  polar.  Lichte  zerfallt  die  Grundmasse, 
c'ie  sonst  farblos  erscheint,  in  unregelmassige  Chalcedonpartien,  welche  licbt 
""(l  blaulich  polarisieren  und  zwischen  ihnen  befinden  sick  viele  randliche 
Partien  runder  branzfOrmig  gehaufter  OpaMrnchen  und  Quarzsphairolithe. 

In  dieser  Grundmasse  sind  Bllschelchen,  Strahlen,  parallele  Bundel  und 
Scho'ne  Radiolithe  eingelagert,   neben  ihnen  aber  sehr  sparlich  Feldspathleist- 


*)  Von  Dr.  Boficky  Hclbst  bestimmt. 


30 

chen.  Die  grtinliche  Substanz  in  don  idercben  ist  feinfaserig  und  deutlicb 
diehroitisch  und  umschlingt  stellenweise  Gruppen  von  grauweissen  Calcitkorn- 
chen,  welche  sicb  bereits  in  den  Handstucken  durch  das  Aufschaumen  bei 
der  Bebandlung  mit  Salzsaure  verratben. 

Sehr  selten  kommen  in  ihr  tJborreste  von  AmphiboMulchen  vor,  aus 
denen  sie  ohne  Zweifel  entstanden  sind.  Diese  grunliche  Substanz  gehort  baupt- 
sachlich  dem  Epidot  an. 

Die  Mitto  des  Ganges  25.  ist  fast  von  ebon  derselben  Beschaffenheit, 
wie  der  felsitische  Quarzporpbyr  aus  dor  Mitte  des  Ganges  24. 

Die  Dicbte  dieses  felsitischen  Quarzporphyres  =  2'629  und  die  chemi- 
scbe  Analyse,  die  an  einem  Handstucke  voni  Rande  des  Ganges  durchgefuhr$ 
wurde,  und  zw.  voni  II.  Assistenten  Plamlnek  im  Laboratorium  des  II.  Preis 
am  k.  k.  bohm.  Polytechnikum  in  Prag,  ergab  in  0/0:*) 


Eieselsare =  77-16 

Thonerde =  13-81 

Eisenoxydul =  2'38 

Manganoxydul    .   .   .   .  =  0-06 

Kalkerde =  2-81 

Bittererde =  0-27 

Wasser =  1*37 

Alkalien  (a.  d.  I) iff.  ber.)  =  2-14 


100-00 


L.  u. 

Zwisohen 

dem  28.  u. 

24.  ( lange 

(Por- 

phyre.) 


Auch  Spuren  von  Phosphorstture,  Eohlensaure  und  Schwefel  wurden  in 
diesem  Porphyr  konstatiert.  Weil  die  chem.  Mikroanalyse  fast  Iauter  Kiesel- 
miorkalium  ergab,  konnte  bei  der  Interpretation  dicser  Analyse  die  ganze 
Alkalienmenge  als  Kali  betracbtet  werden.  Die  unbetrachtliche  Magnesium- 
menge  gehort  dem  Epidot  an,  den  audi  seine  Widerstandsfahigkeit  gegen 
Salzsaure,  und  die  (lelatinirung  nacb  starkem  Gliiben  und  uachfolgender 
wiederholter  Behandlung  mit  Eieselsaure  bestatigten.  Im  Ganzen  wurde  die 
Zusammensetznng,  wenn  man  von  den  kleinen  Antheilen  von  Calcit,  Magnetit 
und  Pyrit  absieht,  des  Felsopbyres  aus  dem  25.  Gange  folgendermassen  be- 
rechnet:  Eieselsaure  56'50/0!  Epidotsubstanz  14-7%,  Ealifeldspath  L2'6°/o> 
Kaolin  8-3°/0,  Thonerdesilikat  8°/0.  Dieses  letztere  wurde  am  ehesten  in  die 
Reihe  der  Andalusitminerale  angeh&ren  und  hatte  seinen  Ursprung  in  dor  ver- 
witterten  Feldspathsubstanz.  Es  kann  als  Interpositionen  zwiseben  den  nadel- 
fonnigen  Partikelcben  der  Radiolithe  enthalten  sein. 

Zwiseben  dem  23.  und  24.  Gange  bemerkt  man  eine  kleine  dreieckige 
und  zwiseben  24  a)  und  24  b)  eine  grossere  mehr  viereckige  Porphyrpartie, 
von  denen  wenigstens  eine  kurze  Erwahnung  geschehen  muss. 

„Die  Partie  zwischen  dem  Gauge  23.  und  24.  euthalt  eine  dicbte  grun- 
licbe, stellenweise   graugeflammte  Porphyrmasse,   welche  von  fast   parallelen 


")  Vergl.  Bofickfs  Porphyre  S.    L82  und   LS3    und  Tscliem.  M.  M.  Suite  600  a, 


501. 


31 


II. 
Zwischen 


lichten  Iderchen  durchdrungen  ist,  mit  breiten  Streifen  and  Fetzen  einer 
zeisiggrunen,  sehr  feinkSrnigen  polarisierenden  hochstwahrscheinlich  Epidot- 
substanz  augehort,  welche  mit  schraalen  Streifen  und  Fetzen  eines  grauweissen 
Gemenges  abwechselt.  Dieses  Gemenge  besteht  aus  Quarzkornchen,  welche 
mit  Glasgrandmasse  zusammengekittet  sind,  und  aus  scltenen  Feldspathleist- 
chcn.  Die  lichten  Iderchen  bestehen  an  den  Saumen  aus  stangeligem,  nach 
der  Mitte  zu  aus  kornigem  und  krystallinischem  Quarz,  das  Innere  ist  von 
spaltbaren  Calcitkornern  zusammengesetzt."     (Tscherm.  M.  M.  1879  S.  507.) 

Der   Felsophyr   aus    der  Partie   zwischen   24  und   24b  ist   nicbt   nur 
ausserlich  sondern  auch  mikroskopisch  dem  Felsophyr  ahnlich,  der  oben   von,^,1^',1"^' 
dem  Rande  des  21.  Ganges  beschrieben  wurde.  24b  G. 

Das  jungste  Gestein   der  LibSicer  Felswand  und  im  Ganzen  audi  das   pW) 
Interessanteste  ist  das  des  26.  cca  V/a  in.  machtigen  Ganges. 

Der  Gang  durchdringt  unter  einem  Winkel  von  70  -80°  den  dioritischen    L.  '  • 
Anrphibolit  und   den   Porphyr   des   24.  Ganges.     Das  Gestein  wurde  von  Bo-(Q.^m8e^. 
ficky  in  der  angefuhrten  Arbeit  (Tscherm.   M.  M.  187!),  S.  507)  unter   dem  pikro 
Glimmerpikrophyr   aufgestellt,   obzwar  es  mehr  oder  weniger  den  Mi-  p  yr") 
neten,  z.  B.  audi  den  Basalten    nahe  kommt.    Am  meisten  uilliert  es  sicli 
aber   Rosenbusch's  Pikritporphyren  u.  z.  durch  die  abWeichende  Constitution 
und  haujitsachlich   (lurch   den  grossen  Gehalt  von  Olivin.     Es  konute  audi 
als    augit- olivinhiilti go    Minette  aufgefiilirt   werden   (Tab.   I.  Fig.  1). 

Das  Gestein  ist  braunschwarz,  in  frischen  Sttlcken  grauschwarz  und  dem 
blosen  Auge  mit  seinen  zahlreichen  dunklen  Glimmerbl&ttchen  auffiillig.  Beim 
stidl,  Saalbande  sieht  man  vide  rotlie  Punkte,  die  gegen  den  Nordrand  ver- 
schwinden.  Der  Nordrand  selbst  ist  frei  von  ihnen. 

Von  den  benachbarten  Gesteinen,  besonders  vom  Felsophyr  ist  der  Glim- 
merpikrophyr so  scharf  getrennt,  dass  die  Grenzlinie  selbst  im  Mikroskop 
scharf  und  einheitlich  ist.  Auch  sieht  man  nirgends,  dass  die  Eruption  des 
Ganges  auf  den  durchbrockonen  Poryphyr  irgendwie  gewirkt  hiitte,  was  einer- 
seits  durch  die  kleine  Machtigkeit  des  Gauges,  andererseits  auch  durch  die 
teste  Constitution  des  Porphyres  schon  erklarlich  ist.  In  der  Pikrophyrmasse 
hatte  aber  die  rasche  Abkiiklung  des  allem  nach  teigartigen  Eruptivgesteines 
dock,  eine  grossere  Menge  eines  braunen  Glascs  in  seiner  Grundmasse 
zn  folge. 

Die  Grundmasse  ist  zumeist  glasig  und  bei  100  X  Vergr.  grauweiss, 
braun  bestaubt,  durch  filzige  Gebilde  getrubt  und  mit  rundlichen  oder  abge- 
platteten  grauen  KSrnern  oder  stellenweise  audi  mit  seltenen  Haufchen  von 
grauweissen  Mikrolitken  zwischen  den  anderen  Gemengtlieilen  wie  ein  spiirlidies 
Bindemittel  ausgebreitet.  Stellenweise  bios  bildet  sie  selbststandige  rundliche 
Partien.  In  Salzsaure  scheidet  sie  eine  gallertartige,  durch  Fuchsin  sich  schwach 
farbende  Kieselsaure  ab.  Hire  abgerundeten  Partien,  welche  gewdhnlich  be- 
staubt und  I'ostig  sind  und  von  Augitsiiulchen  und  lUotitleistcken  umgrenzt 
werden,  enthalten  neben  kleinen  Olivin-,  Augit-  und  Biotitindividuen  audi 
calcitisch-dolomitische  Kornchen,  undeutliche  Stabchen,  die  der  SalzsSure 
"widerstehen    und    okne   Zweifel    den    Feldspathen    angekoreu,    dann    andere 


k 


32 

strahlig  angeordnete  NMelchen,  die  in  Salzsaure  gelatinieren  und  Zeolithen 
angehoren.  Diese  und  die  calcitisch-dolomitische  Substanz  weist  auf  die  par- 
tielle  Umwandlung  der  Grundmasse  hin. 

In  dieser  Grundmasse  treten  nun  porphyrisch  Oder  in  kleineren  Indivi- 
duen  hervor: 

Brauner  Glimmer  (Biotit,  vielleicht  auch  Phlogopit*).  Dieses  Mi- 
neral ist  in  dem  Gestein  am  meisten  verbreitet  und  ist  in  den  Durchschnitten, 
welche  zu  oP  parallel  sind,  rothbraun  oder  dunlcelbraun.  Solcbe  Durch- 
sebnitte  sind  sebr  oft  schon  sechseckig,  in  der  Mitte  licbter.  Die  der  Haupt- 
achse  parallelen  Durcbscbnitte  sind  IeistenfSrmig  und  der  Liingo  nacb  fcin 
gerieft  und  lichtbraun  oft,  gebogen.  Die  Mikroanalyso  ergab  in  diesem  Biotit 
neben  Magnesium  und  Eisen  auch  Kalium   und    etwas   Natrium  und  Calcium. 

Augit  pflegt  in  den  Durchschnitten  scharf  begranzt  zu  sein  und 
zeiebnet  sich  bier  durcb  die  beinabe  unter  einem  recbten  Winkel  sicb  schnei- 
denden  charakteristischen  Sprtlnge  aus.  Seine  Farbe  ist  grauweiss,  gegen 
die  Rander  etwas  dunkler.  An  den  Scbnitten  findet  man  oft  Durchscbnitte 
die  von  den  Flachen  o°  P,  oof  oo  und  «a  P  «=  umgrenzt  werden.  An  den, 
welche  zur  Hauptachse  parallel  gefuhrt  sind,  findet  'man  auch  die  P  Umrisse. 
Neben  den  Krystallen  kommen  oft  auch  mehr  oder  weniger  regelmassige 
Korncr  vor,  aber  beide  zcichnen  sich  bei  grosseren  Dimensionen  oft  (lurch 
erne  schone  Zonenstruktur  —  hauptsachlicb  an  den  Randern  —  aus,  und  im 
j)olar.  Lichte,  in  welcheni  sie  zwar  bunt,  aber  immerhin  docb  oicbt  so  lebbaf't 
wie  Oliviti  gefarbt  erscheinen,  auch  offers  (lurch  Zwillingscrscheinungen  aus. 
Im  Inneren,  hauptsachlicb  in  derRandzone,  pflegt  der  Augit  oft  eingewachseue 
Nadelchen  von  Augit,  Apatit  und  Magnetitkornchen,  ja  sogar  Fetzen  von 
Grundmasse  zu  haben.  Weil  Augit  auch  im  Biotit  mid  Olivin  eingeschlossen 
zu  sein  pflegt,  muss  man  ihn  so,  wie  den  in  ihm  eingeschlossenen  Magnctit 
als  die  ersten  Mineral*!  ansehen,  welche  aus  der  abki'iblenden  Eruptivmasse 
sich  ausgeschieden  haben.  Die  Mikroanalyse  der  grosseren  Augitindiyiduen 
ergab  Kiesenfluoride  von  Calcium,  Magnesium  und  Eisen. 

Olivin  tritt  in  der  Grundmasse  in  grosseren  und  kleineren  Kornern 
in  ziemlicher  Menge  auf.  Er  ist  immer  scharf  begrenzt,  aber  zumeist  schon 
angewitti-rt  oder  audi  verwittert.  Wo  er  noch  nicht  angegriffen  ist,  pflegt  er 
wa,sssorbeII  zu  sein,  hat  dnnkle  (infolge  des  Brechens  und  Reflektierens  des 
Lichtes)  scharfe  Sprtlnge  und.  polarisiert  sebr  lebhaft  in  grunen,  rothen  und 
blauen  Farben.  Sonst  ist  er  aber  in  eine  grunlich  gelbe  gewelltfaserige  (cblo- 
ritische)  oder  in  eine  Ware  (serpentinische)  Masse  verwittert.  Das  polar. 
Licht  zeigt  uns  stellenweise  inmitten  dieser  Serpentingebilde  auch  dolomi- 
tische,  scliwacii  irrisierende  Partien.  In  Salzsaure  gelatinisieren  alio  Olivin- 
durchschnitte  und  farben  sich  mit  Fuchsin  intensiv  und  dauernd  violett.  Die 
Kieselflusssaure  ergab  Eisen  und  Magnesium. 


*)  Im  polar,  u.  ■/,.  convergentem  Lichte  zeigten  die  bratmen  und  parallel  /,u  oP 
ifrsclinii.i.c.iKiii  Diircliscluiitte  deB  braunen  Glimmers  zwar  Bin  dunklea  Ereuz,  aber  seine 
Armo  warcii  in  zwoi  Parabeln  getrennt. 


33 


Magnetit  ist  in  schwarzen,  zumeist  quadratischen  Durchschnitten 
sehr  gleichm&ssig  (so  wie  in  den  Basalten)  im  Pikrophyr  dor  LibSicer  Fels- 
wand  verbreitet. 

Die  rostigen,  stellenweise  audi  roth  en  Partien,  welche  beim  stid- 
lichen  Rande  des  Ganges  reichlich  vorkommen,  erscheinen  im  Mikroskop  als 
trttbe  rostige  Partien  dor  Grundmasse,  in  denen  farblose  odor  rothliche 
Leistchen  eines  unbestimmbaren  Minerales  auftreten.  Auch  Calcit  kommt  in 
Kornchen  vor  und  verrath  sicb  durcb  das  iufbrausen  unter  dem  Tropfen  dor 
Kieselflusssaure,  nebst  dem  auch  Zeolitknadelchen,  die  strahlenformig  grupiert 
sind  und  in  Salzsaure  gelatinieren.  Um  diese  rothen  Partien  pflegt  Hiotit 
und  Augit  hio  und  da  regelmassig  angeordnet  zu  sein,  so  dass  man  sie  irgend- 
wie  als  die  ersten  festeren  Ausscheidungen  nach  Biotit  und  Augit  aus  dem 
Magma,  betrachten  kann. 

In  oinem  Prftparate  aus  diesem  Gestein  ist  ein  lichter  fast  10  mm  langer 
und  3  mm  breiter  Einschluss  enthalten,  welcher  stellenweise  wasserhell,  an 
anderen  Stellen  wieder  graugrttnlich  erscheint  und  schon  dem  blosen  Auge 
singeschlossene  Glimmerblattchen  und  Grundmassepartikelcben  zeigt. 

Dio  wasserhelle  Partie  ist  im  Mikroskop  aus  intonsiv  polarisierenden 
Kornern  zusammengesetzt,  die  dem  Habitus  nach  dem  Quarz  angehoren.  Die 
8run lichen  Partien  haben  ihre  Farbe  von  langen,  stellenweise  grtinlichen 
Nadeln  eines  n&her  nicht  bestimmbaren  Zeolithes.  Neben  ihnen  polarisiert 
die  klaro  Masso  nicht  so  intonsiv  und  erinnert  an  Dolomit,  An  oinigen  Stellen 
'"'dot  man  auch  in  dor  Dolomitsubstanz  einzelne  lebliaft  polarisierende  Quarz- 
korner.  Eigenthtimlich  radial  sind  die  Zeolithnadeln  um  einen  Glimmerdurch- 
schnitt  geordnet  und  dieser  Durchschnitt  selbst  ist  wieder  von  einem  dichten 
Gemenge  von  mikrolithischen  Krystiillchen  eines  sekundSren  Minerales  durch- 
drungen. 

Calcit  impragniert  nach  Boficky  in  Form  von  Kornchen  nicht  nur  dio 
Grundmasse,  sondorn  auch  die  Augit-  und  Olivindurchschnitte,  denn  alio  diese 
Gemengtheile  schaumten  unter  S&uren  auf.  Es  werden  wohl  audi  Dolomit- 
kornchen  sein,  welche  die  Kohlens&ure  entliessen.  Als  Gibbsit  deutet 
■ooricky4  (1.  c.  S.  510;  die  flockigen  Kornclion,  welche  die  Grundmasse  triibon 
u«d  durch  Eisenoxydhydrat  etwas  geffirbt  sind. 

A  pat  it  ist  in  sechsseitigen,  klaren,  quer  zersprungenen  Nadelchen  mehr 
odor  weniger  haufig  in  dor  Grundmasse  und  in  den  einzelnen  Mineralbestand- 
tfleilen  enthalten. 

Da  die  chemische  Analyse  dieses  Gesteines  und  ihre  Interpretation  viol 
Lnteresse  besitzt,  mfigen  beide  aus  dor  angefuhrten  Abhandlung  Boricky's 
(°-  510  u,  If.)  arigeftthrt  werden. 

Das  Pulver  des  Gesteines  wird  von  siedender  Salzskure  mehr  als  zur 

■o&lfte  geltist,  wobei  die  Kieselsaure  zumeist  in  Flocken  ausgeschieden   wird. 

^  vom  Herrn  Plaminek    im  Laboratorium   des  Herrn  Professor  Preis  am 

>onm.  Polytechnikum  in  Prag  durchgefilhrte  Analyse  ergab   in  "/„  und  zw.  in 

11  52*76n/01  welche  sich  in  Salzsaure  auflflsten  und   in  don  47-y4°/0,  welche 

111  Salzsaure  unlosbar  bliel : 

3 


b 


34 


Kieselsaure 
Thonerde  . 
Eisenoxyd  . 
Eisenoxydul 
Manganoxydul 
Ealkerde 
Bittererde  , 
Natron  .  , 
Kali  .  .  , 
Phosphorsaure 
Kohlensaure 
Wasser    .   . 


In  dem 

gelosten 
Antheil : 

36-46  . 
14-82  . 

7-17  . 

6-16  . 

L-19  . 

7-21  . 
L3-89  . 


3-94 
3-08 

1-72 

1-67 

2-27 

99-58 


In  dem. 

unlosbaren 

Antheil : 


59-96 

10-30 
3-13 


1-51 

9-68 
7-58 


0-54 
1-99 


2-03 


99-72 


Im   ganzen 

Gestein 

also : 


47 

12 

5 

3 


1 

8' 
10 
2 
3 
0 
0 
2 


56 
69 
26 

■35 
•34 
•38 
■91 
33 
•98 
•91 
•88 
16 


99-65. 


Aus  dieser  Zusammensetzung  warden  die  in  dem  Gestein  mikroskopisch 
bestimintcn  Mineralbestandtheile  folgendermassen  verrechnet : 


/o 

Die  Vertlieilung  der  Sauerstoffverhaltnisse 

4-i 

'a 
O 

S 

ft 

< 

60 

3 

Olivin 

Phlogopit 
Magnetit 

IS 

,     0 
CS    " 
3    m  o 

.a 
3 

Kieselsfture     . 

26-865 

— 

— 

6'982 

1-288 

6-090 

— 

1  L-099 

— 

Thonerde    .  . 

6-925 

— 

— 

— 

— 

2-007 

— 

t-778 

L-540 

Eisenoxyd    . 

1  -578 

_ 

— 

— 

— 

0-488 

1-140 

— 

— 

Eisenoxydul    . 

0-744 

— 

— 

0-281 

0-088 

— 

0-880 

— 

— 

Manganoxydul 

0-802 

— 

— 

0-151 

0-151 

— 

— 

— 

— 

Ealkerde     .  . 

2-894 

0-820 

0-840 

1-784 

— 

— 

— 

4-864 

— 

— 

1-299 

1-084 

2-081 

— 

— 

— 

0-601 

Kali 

0-677 
(►•51 2 

— ■ 

0-512 



— 

0-077 

— 

— 

: 

Phosphorsaure 

Kohlensaure   . 

0-640 

0-640 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

1-920 

— 

— 

— 

— 

0-888 

— ' 

L-540 

35 


Kieselsaure     .   .   . 

T] erde    .   .   .   . 

Eisenoxyd  .... 
Eisenoxydul  .  .  . 
Manganoxydul  .  . 
Kalkerde  .... 
Bittererde   .... 

Natron 

Kali 

Phosphorsfture  .  . 
Kohlensaure  .  .  . 
Wasser 


Summit,  . 


47-601 
12-689 

5-2(10 
8-847 
[•34 
8*379 
10-910,, 
2-38 
8"979 
0-909 
0-88 
2-113 


Die  mineralogische  Zusammensetzung  des  Pikrophyres 


I -1-20 


0-88 


2-00 


OS 

< 


bo 

a 


0-909 


2-10 


—       12-994 


1-2(11, 
0-670 
o    6-069 
3-247, 


2  1-25 


a 
O 


2-II77 


0-878 
0-670 


2-585 


o 
bo 


a 

bu 


T3 

d 


bo<u  ^S 

a    hC/2 


I  1-1  111 

5-588 
t-460 


5-078 


3-979 


0-880 


6-01     27-90 


8-800 
1-710 


20-811 

.•'•808 


•2-: 33 


3 


8-298 


1-733 


5-51     26-95  i    5-08 


Es  besteht  somit  dieaer  Gliminerpikrophyr  in  dem  analysierten  Hand- 
Btttcke  annfthernd  aus  27-90%  dunklen  Glimmers,  24-25%  Augit,  26-95% 
kieseliger  Glassubstanz  und  Quarz,  2%  Calcit,  2-10%  Apatit,  6-01% 
Olivin,  5-51%  Magnetit  und  5-03%  Gibbsitsubstanz.  indere  Handstucke, 
die  die  rostigrothen  Punkte  enthalten,  kdnnen  naoh  der  Absehatzunglioficky's 
B— 15%  Orthoklas  enthalten. 

Von  den  Minetten,  die  in  der  Umgebung  von  Prag  auftreten  (Michle, 
/lilirhlice,  Jarov,  Stechovice  und  an  anderen  Orten)  unterscheidet  sicli  der 
Pikrophyr  durch  die  ziemlich  grosse  Menge  von  Augit,  der  deutlich,  ja  sogar 
I'oilihyriscli  ausgebildet  ist,  wahrend  dem  man  bei  den  eigentlichen  hiesigen 
Minetten  bios  annehmeu  kann  (z.  B.  bei  der  von  Michle),  dass  die  grau- 
weissen  Mikrolithe  zumTheil  dem  Augit  angeh6ren,  dienamlich,  welche  keinen 
J- leochroisnms  zeigen,  wahrend  die  pleochroitischen  dem  dunklen  Glimmer 
angehoren.  Auch  die  Magnetitmenge  ist  im  Pikrophyr  vicl  grosser  als  in  den 
Minetten.  Beiden  Gesteinsarten  gemeinschaftlich  ist  der  Olivin,  den  man 
'■ntweder  direkt  oder  in  den  Verwitterungsprodukten  fast  aller  unserer  Mi- 
netten erkennen  und  beweisen  kann.  Und  so  konnte  der  Pikrophyr  als  ein 
^ergangsgestein  zwischen  die  Basalte  und  Minetten  gestellt  werdea,  und 
wer  weiss,  ob  man  beim  eingehenden   Studium  der  geotektonischen    Verhalt- 

3* 


36 

nisse  dor  Minettegtage  im  mittleren  Bohmen,  die  wir  jetzt  als  Eruptivgesteine 
des  unteren  Silurs  betrachten,  dieselben  nicht  in  ein  viol  jttngeres  Niveau, 
wenn  nicht  sogar  bis  in  die  Tertiarzeit  und  in  Verbindung  mit  BasaJten  stellen 
konnte.  Zu  diesen  wlirde  gerade  der  Pikrophyr  der  Libsicer  Felswand  einen 
guten  tfbergang  bilden,  mit  seinem  Augitgemengtheil  and  seinem  reichlichen 
Magnetit. 

Es  (iberrascht  wenigstens  einen  jeden,  der  vie!  Basaltarten  im  Mikro- 
skop  untersucht  hat,  wie  „basaltisch."  die  Pikrophyre  aussehen.  Noch  mehr 
ist  dieses  Gestein  manchen  feinkornigen  Pikriten*)  aus  dem  nordostlichen 
Mahren  verwandt,  besonders  denen  ura  Neutitschein  heruni,  welche  nur  durcli 
eine  grossere  Menge  von  Olivin  sich  auszeichnen  und  stellenweise  den  Ba- 
salten  auch  schr  ahnlich  sind. 

Jedenfalls  ist  es  aber  nothwendig,  dieses  Gestein  (den  Pikrophyr)  und 
die  bis  jetzt  bekanntcn  bohm.  Minetten  auseinandorzuhalten. 


V.  Von  der  Libsicer  Felswand  bis  nach  Kralup. 

Nordlich  von  der  Libsicer  Felswand  bildet  die  Staatsbahn  einen  Aachen 
Bogen  gegen  NW.,  nimmt  dann  eine  nordliche  Richtung  an  und  schneidet  sich 
beim  dritten  Wiichterhause  nordl.  von  LibSicin  einen  felsigen  Steilabhang  hinein. 


Fig.  5.  Die  Skizze  des  Eisenbahneinschnlttes  beim  dritten  Wachterhause  nordlich 
ron  der  LibSicer  Felswand.  Die  Steilwand  besteht  aus  syenitischem  A.mphibolit,  in  dem  die 
Gange   -27,  28  und   29   auftreten.    Diese  Gange  ftthren  einen  dioritischen  Syenit  von  ver 

schiedener  Beschaffenheit, 


Im  Profyl  dieses  Einschnittes  (Fig.  5)  u.  zw.  in  seiner  nordlichen  Halfte 
sieht  man  dem  dritten  Wiichterhause  gegenuber  im  syenitischen  Amphibolit, 
aus  dem  dieser  ganze  Abhang  zusammengesetzt  ist  und  der  nur  wenige  Schie- 
ferpartien  enthftlt,  einen  schwachen  Gang  Nro.  27,  der  nur  0*2  m  niiiclitig  ist. 
Von  ihm  ca.  4  m  nach  Norden  fcritt  ein  fast  paralleler  und  nocb  weniger 
machtiger  (Jang  (28)  auf,  und  aach  weiteren  14  Metern  der  Gang  29,  der 
beinahe  8  m  breit  ist  und  der  in  der  Wand  zuerst  eine  geneigte,  weiter  aber 
eine  wagrechte  Lage  einnimmt  und  his  zu  ihrem  nSrdlichen  Ende  sich  erstreckt. 


*)  Mehr  davon  in  der  Monographie  der  Tschenite  und  Pikrite  im  nordostl,  Mahren, 
welche  der  Schreiber  dieser  Zeilen  in  Balde  verOffentlichen  wird. 


37 


Alle  diese  Giinge  gehoren  dem  dioritischen  Syonit  an,  unterseheiden 
sich  aber  von  einander  ziemlich  vicl  durch  ihre  makro-  und  mikroskopische 
Zusammensetzung  und  audi  durch  die  verhaltnism&ssige  Menge  dor  minera- 
lischen  Bestandtheile.  * 

Dor  syenitische  Diorit  des  ganzen  Felsabhanges  ist  grttrdichgran  und 
dicht.  In  soinen  Dunuschliffen  kann  man  schon  mit  enter  starkeren  Loupe 
farblose  Nadelchen  solieu,  die  in  einer  graugrttnen,  schwarz  punktierten  und 
gefleckten  Grundmasse  eingebettet  liegen. 

Bei  mikroskopischer  Untersuchung  des  Gesteinpraparates  bemerkt  man, 
dass  das  Gestein  hauptsaclilich  aus  Nadelchen  und  Siiulchen  besteht,  <lio  strom- 
artig,  strahlig  odor  verworren  gelagert  sind,  eine  grunliche  Farbe  besitzen, 
dichroitisch  sind  (Epidot  und  Ampliibol)  und  aus  faserigen  odor  feinfaserigen 
ja  sogar  strukturlosen  Fetzen  und  Fransen  von  Chlorit,  zwischen  denen  hie 
und  da  farblose  Feldspathleistchen,  sp&rliche  QuarzkOrner,  ofters  aber  schwarze 
Pyrit-  und  Magnetitkorner  sicli  vorfindon.  Dem  Pyrit  gehQren  auch  die  soliwarzon 
Aderchen  an,  welche  die  miki'oskopischen  Sprtinge  iin  Gestein  ausftillen. 

Eine  eigcnthiiniliche  Deschaffenhcit  zoigt  das  Gestein  nicht  woit  voni 
Gange  27.  In  seinem  Diinnschliff  sab  man  abwechsolnd  weisso  und  trttbe  und 
dann  schwarzliche  und  endlich  griine  klare  parallele  Streifen  und  Fetzen. 
Die  trliben  Partien  enthalten  Feldspathsubstanz,  welche  von  Magnetitkornchen 
und  langen  A.mphibolnadeln  durchdrungen  ist  und  ganz  dieselbe  Bescbaffenheit 
besitzt,  wie  wir  sie  mit  regelmassigen  Umrissen  der  Bestandtheile  im  diori- 
tischen Amphibolit  des  27.  Ganges  finden.  Die  schwarzlichen  Streifen  be- 
stehen  aus  schwarzen  Kornern  und  Flocken  und  grOsseren  grauweissen  Kry- 
stallbruchstttcken  mit  scharfen  Rissen,  welche  stellenweise  von  einer  grflnlichen 
apolaren  strukturlosen  odor  einer  andcren  faserigen  und  schwach  polarisie- 
fenden  Substanz  umschlosson  sind. 

Die  grflnlichen  Streifen  und  Fetzen  bestehen  aus  Nadelhaufchen  und 
Fasern  von  Ampliibol,  die,  wie  dies  oft  in  Amphlboliten  vorzukommen  pflegt, 
Stromformig  gelagert  sind. 

Die  Handstlicke  vom  27.  Gange  waren  zweierlei  Art:  die  einen  waren 
Hcbt  grflnlich  gran,  die  anderon  dunkcl  griingrau. 

Die  Duunschliffc  der  licht  griinlichgrauen  Abart  zoigon  im  Mikroskop 
ein  mikrolithisohes  Gemenge  von  braunlicligrauen  und  grauen  faserigen  Am- 
Phibolnadeln,  sehr  schmalcu  Feldspathleistchen,  grflnlichen  Fetzen  und  apo- 
laren  Aderchen  und  endlich  gleichformig  ausgebreiteteu  Magnetitkornern,  welches 
Gemenge  in  einer  grau  bestiiubten  Glasgrundmasse  eingebettet  liegt.  Aus  dioser 
Grundmasse  treten  porphyrischo  Leistchen  oder  unrcgelmassige  und  abgerun- 
dete  Feldspathpartien  hervor,  in  denen  viele  graue  Niidelchen  und  Kornchen 
ebigeschlossen  sind.  Stellenweise  zcrtliessen  die  Nadelchen  auch  in  die 
Grundmasse. 

Die  Praparate  der  dunkel  griingrauen  Handstiicke,  welche  aus  der  Mitto 
<les  Ganges  herruhren,  enthalten  in  einer  lichteron  apolaren  Grundmasse  ein 
deutlich  kdrniges  Gemenge  gelbliohgrauer  und  briiunl ichor  faseriger  stark 
pleochroitischer  Ampliibolnadeln,  fast  farbloser  Feldspathleistchen  mid  Horner 


L.  D. 

Gang  -27. 

(Diorit. 

Syenit.) 


38 


L.  U. 
Gang  28. 
( Diori 
tischer 
Syenit.) 


L.  U. 

Gang  29 
(Diori 
tischer 

Syenit.) 


mid  zerstreuter  Magnetitkornchen.  Audi  in  den  Dtinnschliffen  aus  diesen 
Ilandstiicken  treten  porphyrische  bestaubte  Feldspathdurchschnitte  von  einem 
kornigen  Gefilge  and  stellenweise  gitterartiger  Aggregatpolarisation  auf. 

Das  Gestein  des  ca.  O'l  m  Ganges  28.  ist  dor  lichten  Abart  dos  27. 
Ganges  ahnlich,  ist  aber  bei  too  X  Vergr.  deutlicher  kornig  und  reicher  an 
porphyrischen  Feldspatheinsprenglingen. 

Diese  Feldspatheinsprenglinge  sind  zumeist  einfache  Leistchen,  welche 
zwischen  X  Nikola  gleichfarbig  Kind,  odor  infolge  dor  Verwitterung  eine  kor- 
nige  und  nadelformige  Aggregatpolarisation  zeigen.  Aber  stellenweise  bemerkt 
man  auch  Durchschnitte,  an  welchen  einige  Lamellen  wonn  audi  nur  durch 
scliwadio  Farbenntiancem  bemerkbar  waren. 

Die  grSssten,  dabei  aber  docb  kaum  2  m  langen  porphyrischen  Vcld- 
spathkrystalle  pflegen  sehr  reich  zu  sein  an  staubigen  MagnetitkSrnchen  und 
schwarzgrauen  Amphibolnadeln.  Sie  sind  gewflhnlich  unregelmassig  begranzt 
und  die  Grundmasse  macht  in  sio  verschiedenartige  Einbuchtungen. 

Fragmente  dieser  Feldspathe,  welche  unterm  Mikroskop  abgesondert  und 
von  fremder  Suhstanz  wie  moglich  befroit  wurden,  ergaben  mit  Kieselfluss- 
siiure  fast  gleich  viel  Ealium  wio  Natrium,  dos  ersten  aber  doch  etwas  mehr, 
neben  beiden  sehr  geringe  Spuren  von  Calcium,  woraus  man  urthoilen  konnte, 
dass  dor  Orthoklas  im  Ubergewicht  ist  und  der  Kalk-Natronfeldspath  dem 
Oligoklas  angchort.  Weil  aber  der  Feldspath  doch  einen  Grad  der  Verwitte- 
rung vcrriith  und  bei  der  Verwitterung  dor  Feldspathe  dor  Nafronbestandtheil 
am  eheston  ausgelaugt  wird,  ist  es  unmoglich,  das  urspriingliche  Verhaltiiis 
des  Natronfeldspathes  nn<l  dos  Kalifeldspathes  in  dem  verwitterten  Gestein 
sicher  festzustellen. 

Das  Gestein  des  fast  8  m  machtigen  Ganges  2(.»  ist  grtlngrau,  dcutlich 
feinkornig. 

Bei  50  X  Vergr.  zeigen  die  Praparate,  dass  das  Gestein  zumeist  aus 
Feldspath  besteht,  dessen  breite  Leistchen  im  polar.  Lichte  meistentheils  ein- 
farbig  sind  und  geflockt  odor  wenigstens  grau  bestaubt  zu  sein  pflegen.  Seltcn 
zeigen  sie  und  das  ziemlicli  undeutlieh  oine  polysyntliotische,  stellenweise  audi 
gitterartigo  Struktur,  die  sclion  durch  die  Staubkornchen  angedeutet  wird. 

Einen  weit  kleineren  Theil  der  Masse  nehmen  kleine  Haufchen  von  Am- 
phibolsaulclien  ein,  die  briiunlich  griin  bis  braun  sind,  am  Rande  oft  gelblich- 
grfln,  faserig  und  durch  starken  Pleocliroismus  ausgezoiclmet.  Weiters  sind 
in  ihr  farblose  Quarzkornchen,  hochstwahrscheinlich  sekundaren  Ursprunges, 
schwarz  umsiiumte  und  zersprungene  an  Augit  erinnernde  Korner  und  ziemlich 
haufige  verhaltnismassig  grosse  Magnetitdurchsclmitto. 

Zwichen  den  Feldspathdurchschnitten  befindet  sich  an  einigeri  Stellen 
eine  blaulich  griine  strukturloso  und  apolare  Substanz,  welclie  hie  und  da 
braunlich  polarisiorcnde  dem  ursprunglidien  Amphibol  angehorende  Fasern 
und  Siiulchon  einscliliosst.  Es  ist  eine  opalartige  Substanz,  welche  z.  I!.  in 
den  Pikriten  des  norddstl.  Mahrens  sehr  oft,  sonst  aber  hie  und  da  in  vielon 
anderen  Gostoinsarten  um  die  Amphibol-  und  Augitbestandtheile  sich  aus- 
breitet,  ohne  Zweifel  als  deren  letztes  Umwandlungsprodukt  neben  serpenti- 


39 


nischer  Substanz,  aus  der  sic  audi  direkt  entstanden  sein  mag.  Die  Serpentin- 
substanz  ist  aus  einem  Ohloritmineral  und  dieses  aus  dera  ursprlinglichen 
Augit-Amphibolbestandtheile  entstanden. 

Kleine,  den  Dtinns/hliffen  entnommene  Feldspathpartikelchen  ergaben  mit 
Kieselflusssaure  wieder  mehr  Kaliura  als  Natrium,  darneben  etwas  Eisen  (aus 
der  Amphibolsubstanz,  die  unvollkommen  von  dem  Feldspath  abgesondert 
wurde)  und  Calcium.  Daraus  konnte  man  schliessou,  dass  Orthoklas  iiber 
Oligoklas  das  IJbergewicht  bat,  wofiir  audi  die  mikroskopische  Untersuchung 
spricbt.  Audi  wurde  das  Uberwiegen  des  Kaliums  iiber  Natrium  in  den  ge- 
gliihten  Brucbstucken  des  Gesteines,  die  mit  Kieselflusssaure  priipariert  wurden, 
beobachtet,  dabei  aber  nooh  vicl  Magnesium  und  nicht  wenig  Calcium. 

Wenn  wir  nun  die  mineralisdie  Beschaffenheit  und  die  mikroskopische 
Struktur  aller  drei  Gauge  iiberblicken,  sehen  wir,  dass  der  Diorit-Syenit  des 
breitesten  Ganges  am  meisten  Feldspath  und  am  wenigsten  Amphibol  besitzt 
und  last  frei  ist  von  Glassubstanz  in  der  Grundmasse,  wiihrend  dem  die 
Diorit-Syenite  der  schmalen  Giinge  mehr  Amphibol  und  Kalkiiatronfddspath 
besitzen  als  der  Gang  29  und  audi  mehr  Glas  in  der  Grundmasse  haben,  was 
natiirlich  ist,  da  das  Gestein  in  den  schwachen  Gangen  bei  der  Eruption  sich 
schneller  abkuhlen  musate  als  das  des  miichtigen  Ganges  29. 

Der  Felsabhang,   in  den   sich  die  Bahn  nordlich  von  Dolan  bei  der  L.  U. 
Kocandamtlhle  und  weiter  beim  Wachterhause  gegenliber  von  Chvaterub  rj0ian.' 
einschneidet,  besteht  ebenfalls  aus  dioritiscbem  Amphibolit,  desseiiDiinnschliffe  d>iont. 
aoer  auf  eine  grosse  Verwitterung  binweisen.  bolit.) 

Bei  schwacher  Vergrosserung  erkennt  man  in  den  DunnschlirTen  von 
beiden  Orten  Umrisse  zablreicber  Feldspathleisten,  die  aber  durchwegs  ver- 
Wittert  sind.  Bei  100  X  Vergr.  bemerkt  man,  dass  audi  anstatt  des  Amphi- 
b(>ls  zumeist  seine  Verwitterungsprodukte  Epidot  und  insbcsonders  Chlorit 
vorkommen. 

Das  nordlichcre  Gestein,  dem  Wachterbause  gegenliber,  ist  schon  bei 
•r)(*  X  Vergr.  dcutlich  kornig,  wiihrenddem  das  Gestein  von  Kocanda  sehr  f'ein- 
kfirnig  ist.  In  diesem  sieht  man  sehr  lange  Amphibolsaulchen,  die  am  Rande 
schwarzlich  eingesftumt  sind,  inwendig  aber  graulich  durchscheinen. 

Grttnliche  und  faserige  Amphibole  sind  im  nordlicheren  Gestein  ziemlich 
llii'ifig.  Beide  Amphibolite  enthalten  viel  schwarze  und  schwarzgraue  im  ein- 
fallenden  Lichte  goldige  Pyritkornchen,  welche  insbesonders  in  zarten  Sprungen 
''(,s  Gesteines  sich  beflnden. 

Der  in  den  zu  Boficky's  Porphyron  gehorenden  Kiirtchen  mit  Nro.  30. 
bezeichnete  Gang  gebSrt  zwar  nicht  in  das  Moldauthal,  ist  aber  nicht  weit 
v°n  demselben  entfernt. 

Er  stebt  niichst  dem  nach  MSkovic  fiihrenden  Feldwege  an.  Audi  im 
Qaben  Bacbe  kann  man  sein  Gestein  antreffen  und  zwar  von  zweierlei  Modi- 
fikationen.  Eine  Art  ist  feinkornig,  die  andcre  sehr  feinkiirnig,  jene  zweifellos 
aus  der  Gangmitte,  diese  von  den  Randern  des  Ganges. 


40 


L.  U. 

Gang  30 

i  Diabas 


Die  sehr  feinkornigen  Stticke  bestehen  in  der  Hauptsache  nach  aus  sehr 
')  kalkh&ltigen  (dor  Mikroanalyse  nach)  Plagioklas  vielleicht  aus  Labraddrit  und 
aus  grauen  Augitkornern.  Neben  don  angeftihrten  zwei  Bestandtheilen  ent- 
liiilt  das  Gestein  auch  viel  Magnetit,  grttne  Epidot-  und  Chlorit-Verwitterungs- 
produkte  uud  eino  grttnlichgraue  Grundinasse,  die  filzig  getrttbt  ist  oder  reich 
an  zarten  grttnlichen  Nadelchen,  die  einen  epidotartigen  Habitus  haben. 

Die  feinkornige  Gesteinsart  ftthrt  dieselben  Minerale,  aber  diese  sind  in 
griteseren  Individuen  ansgebildet  und  die  Feldspathkrystalle,  an  denen  ihr 
Verwitterungsstadium  nnv  stellenweise  eine  lamellare  Zusammensetzung  er- 
kennen  lasst,  erreichen  bis  3  und  4  mm  Lange  und  treten  porphyrisch  unter 
den  anderen  Gemengtheilen  hervor.  Tin  Dttnnschliffe  sieht  man  aber  audi 
Augit  ja  sogar  Magnetit  mit  blosem  Auge.  Sehr  grosse  Partien  des  I'riipa- 
rates  oahmen  Verwitterungsprodukte  des  Augites  ein,  namlich  grtlnliche  Chlo- 
ritanhauftragen  und  weissliche  kalkig-doloniitische  Stellen  ein. 

Der  Gang  30.  ist  demnach  ein  Diabas,  dor  in  der  Gangmitte  por- 
phyrisch ist. 

Die  Moldaulehne,  zu  der  wir  nun  wieder  zurtickkehren,  ist  bereits  von 
dor  gegenttber  von  ChvatSrub  liegenden  Mtthle  angefangen  mil;  einem  Laub- 
waldchen  bewachsen  und  besteht  aus  einem  stark  verwitterten,  zumeist  auf 
schwarze  Erde  zerfallenem  Schiefer,  dor  dom  untersten  Silur  angehort. 

In  dor  ndrdlioliston  Partie  dor  Lehne,  welche  fast  gegenttber  dem  Eisen- 
bahnstationsgebaude  endet  und  hier  ziemlich  hoch  entblosst  ist,  treten  drei 
Gange  auf,  von  denen  der  sttdliche  vom  mittleren  oca  L30  m  (in  Fig.  6.  wurde 
dos  Raummangels  halber  dor  sttdliche  Gang  dom  mittleren  naher  geriickt),  <\cr 
mittloro  vom  nordlichen  oca,  ;>:>  m  entfernt  ist.  Dieser  aordliche  begranzt 
den  Abhang  gegen  Norden. 


s. 


N. 


Fig.  (>■    Der  Abhang  gegenttber  dem  Eisenbahnstationsgebttude  in  Kraiup 

ganze  Abhang  bnstoht  aus  stark  vcrwittertom  Scln'id'rr.  In  i Inn  i.ritt  dor  Gang  :il  ai.., 
einem  verwitterten  Diorit  oder  Syenit  angehOrt  und  der  Gang  82,  der  mit  Gang  88   oben 
unter  der  Ackerkrume  in   Verbindung  steht,    welche   auch  ein  verwittertes  Dioritgestein 


ler 
auf,  der 


fuhren. 


';•  u-  Dor  stidl.  Gang  81.  ist  oca  45  cm  mftchtig  und.  fiillt  unter  einem  Winkel 

(Verwitt.'^on  cca  'i'()"  gegen  NW  ein.    Er   ftthrt   ein   stark  verwittortes  ohne  Zweifel 
Diorii  o.  dioritisches  oder  syenitisches  Gestein.  An  dom  uord.  Saalbande  ist  ein  schmaler, 

Syenit.) 


41 

weniger  verwitterter  Saum,  aber  audi  hier  kann  die  Beschaffenheit  des  Ge- 
steines sicherer  und  wahrscheinlicher  nicht  bestimmt  werden. 

Der  mittlere  Gang  32.,  dor  75  cm  breit  isfc  und  steil  hinaufsteigt,  er- 
weitert  sich  nacli  oben,  und  hiingt  in  dor  Hohe  (lurch  eine  wagrechte  Partie, 
die  fast  unmittelbar  untor  dem  Waldboden  sich  hinzieht,  mit  dem  cca  4  m 
mftchtigen  Gange  33.,  welcher  bei  seinem  Fusse  aus  einem  verwitterten,  scheinbar 
conglomeratartigen  Gestein  zusammengesetzt  ist. 

Die  Schieferlagen  zwischen  don  Partien  32  und  33  zeigen  wellenartige 
Biegungen,  welche  ohne  Zweifel  (lurch  don  Seitendruck  dor  sich  empordr&n- 
genden  Eruptivmassen  entstandon  sind. 

Dor  Gang  32.  fiihrt  ein  dichtes  festes  Gestein,  von  gelblichweisser  Farbe 
mit  schwarzen  Punkten  und  mit  Sprungen,  die  braunlich  gefarbt  sind.  In  don 
Dtlnnschliffen  erscheint  es  als  ein  durchans  krystalliniscbes  Gemenge  von 
zarten  farblosen  und  schwarzen  Kornchen  und  grunen  Fetzen  und  Niidelchon, 
zwischen  denen  hie  und  da  vereinzelnte  ohne  Zweifel  sekundare  Quarzkorner 
"nd  schwarze  Umrisse  grauer  und  weisslicher  Leistchen  und  grauer,  flockiger 
von  schwarzen  Kornchen  umrandeten  Stabchen  auftreten.  Oberhaupt  fiihrt 
auch  hier,  wie  so  auf  vielen  Stollen  im  Moldauthale,  selbst  das  genaueste 
Durchsehen  der  Dunnschliffe  aicht  zu  den  Resultaten,  aufGrund  deren  wir  die 
Beschaffenheit  des  Gesteines  sicher  beurtheilen  konnten.  Und  die  chemische 
Ontersuchung  zeigt  noch  klaror,  dass  das  Gestein  trotz  seiner  Festigkeit  und 
scheinbaren  Frische  durch  und  durch  verwittert  ist  und  am  ehesten  ein  an 
Ajnphibol  reicher  Diorit  war,  dor  infolge  fortgesetzter  und  starker  Einwirkung 
der  Agentien,  die  haupts&chlich  an  Humuss&ure  reich  waren,  so  durch  und 
durch  vertodert  wurde. 

Das  Pulver  des  Gesteines  lost  sich  in  Salzsiiure  miter  starkem  Auf- 
brausen  zum  grossten  Theile  auf. 

Die  cliom.  Analyse,  welche  im  Laboratorium  des  Herrn  Prof.  Preis  am 
*■  k.  Ixilim.  Polytechnikum  durch  Herrn  Strnad  ausgefiihrt  wurde,  ergab  nach- 
'"Igonde  Zusammensetzung  in  °/0: 


L.  u. 

Gang  82. 

i  Verwitt. 

Dioritge- 

stein.) 


Kieselsfture 37-77 

Thonerde 9-64 

Eisenoxyd 3'77 

Eisenoxydul 6'70 

Manganoxydul 0*56 

Kalkerde 12'26 

Bittorerde 6*79 

Kali 0-8G 

Natron 1*26 

Kolilensiiure 20*46 

Wasser 2-29 

102-36 


42 


Nebstdem  enthielt  das  Gestein  audi  kleine  Spuren  von  Phosphors&ure. 
Dor  Schreiber  dieser  Zeilen  bestimmte  im  Laboratorium  des  Prof.  Dr.  Bofioky 
die  Kieselsiiure  auf  36,89"/0  und  die  Kohlensiiure  auf  20-44%. 

Aus  der  chemischen  Analyse  ist  ersicbtlich,  dass  zur  Siittigung  dor  Koh- 
lensiiure alle  Oxyde  des  Calciums,  Magnesium,  des  Mangans  und  der  grosste 
Theil  des  Eisenoxyduls  verbraucbt  werden.  Dor  Host  von  diesem  letzten  dient 
zur  Berechnung  des  Magnetites.  Die  Mengen  dos  Kali  und  des  Natrons  er- 
geben  uns  in  der  Rechnung  die  tlberreste  der  Feldspathe  und  die  (ibrigblei- 
bende  Thonerde  ergibt  den  Kaolin  so  wie  der  Best  der  Kieselsiiure  don  An- 
theil  dos  Quarzes. 

Darnacli  ergibt  sich  die  Vertlieilung  der  Sauorstoffvorhaltnisse  folgcnder- 
massen : 


s  .a 

M 

a 
a 

3 

Feldspathuber- 

rostn 

Kaolin 

a 

& 

Magnetit 

^2 

■i,  * 

■a  & 

Kieselsiiure   .... 

20-144 

— 

3-900 

1-752 

4-117 

10-375 

— 

4-501. 

' — 

0-975 

0-438 

3-088 

— 

— 

Eisenoxyd     .... 

1-131 

— 

— 

— 

— 

— 

L-186 

Eisenoxydul  .... 

1-490 

1-095 

— 

— 

— 

— 

0-395 

Manganoxydul  .    .    . 

0-126 

0-126 

— 

— 

— 

• — 

— 

3-503 

3-503 

— 

— 

— 

— 

— 

Bittererde     .... 

2-716 

2-716 

— 

— 

- — 

— 

Kali 

0-146 

— 

— 

0-146 

— 

— 

— 

0-325 

— 

0-325 

— 

— 

— 

Kohlensiiure      .    .    . 

14-880 

14-880 

— 

— 

— 

— 

-- 

2-040 

— 

j 

2-058 

— 

— 

Die  Berechnung  der  mineral.  Bestandtheile  gestaltet  sich  daraus  in 


lo  ■ 


43 


Kieselsaure   . 
Thonerde  .   . 
Eisenoxyd 
Eisenoxydul  . 
Manganoxydul 
Kalkerde  .   . 
Bittererde 
Kali    .... 
Natron   .    .    . 
Kohlensaure  . 
Wasser  .   .   . 


37-770 
9-639 
3-770 
0-707 
0-560 

12-260 
6-790 
0-860 
1-260 

20-4(50 
2-315 


At 

a 


Ph 


Feldspathliher- 
reste 


9  S 
°  a 


20-460 


7-312 
2-088 

4-227     — 
0-560 
12-260 
6-790 


1  -260 


to    m 


3-285 
0-938 


0-860 


M 


cy 


7-720  19-453 
6-613     — 


2-315     — 


3-770 

1-780 


Summa  beilaufig 


102  381  45-00    10-66 


5-08    16-65    19-45 


5-55 


Das  verwitterte  Gestein  des  33.  Ganges  besteht  demnach  beil&ufig  aus 
45°/0  Parankeritsubstanz,  10-66%  Natronfeldspathtiberesten,  die  bci  seiner  be- 
kannten  leichten  Zersetzbarkeit  im  vmerwtterten  Gestein  noch  ein  weit 
grSsseres  Obergewicht  haben  mttssten,  mis  5-08%  Kalifeldspath,  16*65°/0  Kaolin, 
19-45  Quarz  und  5'6570  Magnetit. 


Da  mit  diesem  Gestein  <  1  i <>  vorgenommene  Aufgabe  der  Beschreibung 
(l°s  Moldauthales  am  linken  Moldauufer  beendet  und  durchfiilirt  ist,  wenden 
wir  nns  in  den  naclifolgenden  Zeilen  zum  recliten  Ufer  des  Moldauufers,  das 
durch  eine  weit  grSssere  Anzahl  und  Mannigfaltigkeit  seiner  Giinge  viel  inte- 
ressanter  ist  als  das  eben  beschriebene  linke. 


B.  Das  rechte  Moldauufer  zwisclien  Frag  und  Kralup. 


Dcr  jahe  Abhang,  der  sich  ttberm  rechten  Moldauufer  gegentlber  von 
HoleSovic,  besonders  aber  malerisch  fiber  dcr  Gemeinde  Troja  emporbebt  be- 
steht  in  der  Hauptsache  nach  aus  verschiedenen  Schicbten  dor  Barr.   Et.   I). 

So  treten  Strcifen  der  Scbiefer  Barr.  Et.  Dd4  bei  Lieben  und  Vysocan 
auf,  die  bei  der  Bulovka  aufstehenden  Felsmassen  geboren  den  Quarziten  der 
Barr.  Et.  Dd2  an  und  von  deni  Trojer  Schlossc  gegen  VVesten  treten  Scbiefer 
auf,  die  stellenweise  schwarz,  brSckelig  und  Fylliten  ahnlich  sind.  Diese 
Scbiefer  gehSren  Barr.  Et.  I)d,  an.  Dann  folgen  u.  zw.  gegen  Norden  wieder 
Schicliten  von  Wacko,  die  demselben  Scbicbtencomplexe  angehoren,  wie  die 
Grauwacke,  in  der  die  meisten  Eruptivgange  des  linken  Moldauufers  auftreten, 
namlicli  der  Ban-.  Et.  0. 

In  den  Kliiften  und  Abh&ngen  bei  Troja,  welche  zu  grossen  Weingarten 
umwandelt  sind,  kennen  wir  zwar  aucb  enge  Grunsteingtage,  welche  hochst 
wahrscheinlich  in  NO.  Richtung  streichen,  aber  ilir  Gestein  ist  so  verwittert, 
da,ss  es  tuffartig  erscheint  und  deshalb  weder  untersucbt  nocli  von  Borick^ 
in  die  Karte  eingetragen  wurde.  Audi  in  den  Garten  oberhalb  Podhofi  siebt 
man  sicli  Partien  von  I— 2  m,  machtigen  Gttngen  hinwinden,  diese  aber  fiihrcn 
audi  eiu  vcrwittertes  Gestein  und  sind  fast  unzuganglich. 

Erst  das  Moldauufer  zwisclien  Podhofi  und  der  Kralovka  boim  Eintritt 
in  die  Bohnicer  Schlucht  fftngt  in  seiuen  Felswanden  rait  einer  Serie  vonEruptiv- 
giingen  an,  welche  bis  Kralup  die  Ziffer  100  iibersteigt  und  insbesondcrs 
gegentlber  von  Roztok  einen  besonderen  Reicbthum  und  eine  grosse  Mannig- 
faltigkeit  aufweist. 


I.  Der  Felsabhang  zwischen  Podhofi  und  der  Bohnicer 

Schlucht. 

(Bechtes  Gleich  nordlich  von  Podhofi  beinerkt  man   im  unteren  Theile  des  Fels- 

rjfer.)  gehftnges,  das  unmittelbar  zu  Moldau  sich  herunterzieht,  cine  wagrechte  etwas 

*(Quarz- gebogene  GanSPartie  (Nro-  !)i  welche  ca  2  m  mftchtig  ist  und  ein  sehr  fein- 

diabas.)  kfirniges,  gegen  unten  braunliches,  im  oberen  Drittel  aber  licht  graues  Gestein 

besitzt. 


45 


Din  Dttnnschliffe  aus  don  br&unlichen  Partien,  welche  ziemlieh  verwittert 
siml,  zeigen  bei  LOO  X Vergrbsserung  ein  Gewirr  von  Feldspathleistchen,  die 
z.  Th.  polysynthetisch  sind,  nebstdem  aber  br&unlichgrune  oder  gelblichgrtin- 
liche  pinselartig  und  sjernartig  zusammengehaufte  Gcbildo,  wie  wir  sic  so  oft 
in  verwitterten  Diabasen  (z.  15.  bei  Kuchelbad)  vorflnden.  Dicse  Gcbildo  ge- 
horen  doin  Scrpcntiu  an  und  sind  durch  Umwiindlung  von  Augit  entstanden. 
Um  sic  herum  sind  Flocken,  Schttppchen  und  Kornchen  von  rotheni  Iliunatit 
und  briiu nl idiom  Limonit  gelagert,  darncbcn  aber  audi  klaro  Quarzk5rner  und 
Magnetitkorncben,  welche  letzteren  von  Verwitterungsprodukten  roth  oder 
braunlich  umsiiumt  sind. 


It.,  r. 
Gang  i. 
(Quarz 
diabas.) 


'' '"•  7.  Der  Felsabhang  zwisclien  Podhorl  und  der  Bohnicer  Schlncht.   Tm  siluri- 
scnen  Grauwackenschiefer  tin-  Barr.  Et.  ('.  treten  gebogene  Gangpartien  Nro   l   auf,   die 

°'n  DiiilwsK'CKtciii  liilin'!].    Gang  -i  ist  ein  schOner  Spharolitporpnyr,   die  G&nge  ;i  und  4 

naben  ein  sehr  verwittertes  Gestein,  das  man  fttr  einen  syemtisclien  Diorit  oder  fttr  einen 

an  Orthoklas  reichen  Diabas  halten  kann. 


Die  Dttnnschliffe  dor  lichtgrauen  Partien  unterscheiden  sich  von  denen 
der  briiunlichen  hauptsachlich  dadurch,  dass  sie  nicht  so  zalilreirhe  schwarze 
Kornchen,  Siiulchen  und  Nadelchen  besitzen  und  die  graubraunen  Hiiufclien 
wie  entfarbt,  fein  faserig  und  mit  sehwarzen  Kornchen  durchlegt  sind. 

Die  Analyse  niittels  Kieselflusssaure  ergab  in  dem  briiunlichen  stark 
gcgliiiiton  Gestein  ziemlieh  viel  Eieselfluormagnesium,  wenig  Calcium  und  noch 
Weniger  Alkalicn,  dabei  aber  mehr  Kalinin  als  Natrium.  Das  liclitgraue  Ge- 
stein zeigte  viel  Magnesium  und  Calcium,  verliiiltitissmassig  gciiug  dor  Alka- 
lien  und  auch  hier  mehr  Kalium  als  Natrium. 

Aui  Grund  alios  (lessen  kann  man  das  Gestein  des  1.  Ganges  im  Fels- 
abhang(>  zwischen  Podhof  und  dor  Bohnitzer  Schlucht  als  einen  Quarxdidbas 
hinstelien,  welcher  viel  Kalifeldspath  besass.  Es  ist  natttrlich  mSglich,  dass 
das  Ubergewicht  des  Kalibestandtheiles  (lurch  die  ziemlieh  grosse  Verwitte- 
I'ung  des  Gesteines  bewirkt  wird,  denn  die  Natronfeldsp&the  verwitterten,  wie 
bereits  angeftthrt  wurde,  viel  leichter  als  die  Kalifeldspatharten  und  nach 
,|(,m  Auslaugen  des  Natronbestandtheiles  hat  dann  das  Kali  das  t'bergewicht. 

Das  weissliche  Gestein  des  Ganges  2,  der  ca  °/,  m  machtig  ist,  ist  ein 
dichter  Spharolitporpbyr  den  Boficky  in  seinen  Porphyron  auf  S.  8)5.  ein- 
gehender  beschreibt. 

Das  Gestein  zeigt  dem  blossen  Auge  aur  seltene  trttbe  FeldspathkSrn- 
chen  und  farblose  Quarzkorner,  die  in  der  dichten  Grundmasso  zerstreut  sind. 


ll.  U. 

Gang  2. 

(Spharo 
htpor- 
phyr.) 


46 


K.  IT. 
Gang  •'; 

una  4. 
(Verwit. 

syenit. 

Quarz 

diorit.) 


Diese  Grundmasse  zerfallt  im  Mikroskop  in  kurze  und  breite  Feldspath- 
krystiillchen,  die  zumeist  polysynthetisch  sind  und  von  Hamatit  and  Limonit 
getriibt  werdcn,  in  runde  bcstiiubt  getrttbte  Spharolithquarzkomer  mit  nockigep 
Nadelchen  eines  Mincrales,  das  dem  Amphibol  odor  oinem  grunlichcn  Glimmer 
iihnlich  ist,  und  endlich  in  eine  eigenthttmliche  Matrix,  wclchc  aus  ahnlichen 
aber  viol  kleineren  und  feinfaserigen  Sekundiirgcbilden  besteht. 

Ein  besonderes  Interesse  verdienen  dio  porphyrischen  Quarzkrystalle.  Die 
grdssten  von  ihnen  sind  die  licMesten  und  klarsten,  obzwar  sic  viele  Ein- 
buehtungen  und  fetzenartige  Einschliisse  dor  triiben  Grundmasae  und  anch 
Schwarme  von  zahlreichen  Gasblaschen  besitzen.  Dio  klarsten  Quarzkornchen 
sind  die  triibsten.  Die  klaren  und  fast  farblosen  Quarzdurchschnitte  sind 
durchwegs  von  breiton,  triiben,  bostiiubten  und  nach  Aussen  scharf  markiorton 
Siiumen  eingcschlosson.  Dioso  Siiume  zeigen  regelmassig  dieselben  Polarisa- 
tionsfarben  wie  das  Innern  der  Quarzkorner  und  sind  demnach  fur  eine  gleich- 
artig  orienticrto  Quarzsnbstanz  zu  lialtcn.  Dieso  Randzonen  bestohon  durchaus 
aus  Spharolithquarz.  Nur  selten  wurde  bemcrkt,  dass  die  triibe  Umsaumiing 
auf  eiuigo  im  polarischen  Lichte  verschiedcnfiirbige  Partien  zerfallt.  Der 
Spharolithsaum  ist  gewiss  durcli  rasche  Abkuhlung  dor  Porpliyrmasse  cnt- 
standen. 

Der  stark  verwitterte  Griinstein  des  3.  Ganges  stimmt  in  don  Haupt- 
sachen  nach  mit  dem  Gesteine  des  niichsten  Ganges  uberein,  den  man  trotz 
dessen  Verwitterung  als  einen  syenitischcn  Diorit  oder  Diabas  deuten  kann, 
der  an  Kalifeldspath  reich  war. 

Das  Gestein  des  4.  Ganges  ist  sehr  feinkornig  und  lichtgrunlichgrau. 
Die  Dunnschliffe  zeigen  lange,  zumeist  einfache  von  grttnlichgrauen  Aderchen 
durchzogeue  Feldspathleistchen  und  das  in  einer  solchen  Menge,  dass  diean- 
deren  Gemengtheile  zwiscben  sic  eingezwangt  erscheinen.  Unter  diosen  an- 
deren  Gomengthoilen  sind  emporzuheben  die  triiben,  branngeJben  oft  auch  grau- 
gelben  Saulclien,  die  auf  Kornchen  und  Faserchen  zertheilt  sind  und  allem 
nach  aus  Amphibol  entstanden  sind,  dann  schwarze  Kornchen  und  Nadelchen 
von  Magnetit,  graue  Kornchen  und  Haufchen  von  Dolomit.  Hie  und  da 
kommt  ein  Mares  Quarzkorn  vor,  nebstdem  grunliche  Serpentinpartien,  die  aus 
sternformigen  Aggregaten  bestehcn  und  endlich  sparliche  wasserhelle  Apatit- 
nadelchen,  die  in  Lftngsschnitten  in  die  Quere  zersprungen  sind. 

Die  chemische  Analyse  dieses  verwitterten  Dioritgesteines,  welches  in 
Sauren  schwacli  schaumt,  wurde  vom  Hcrrn  Strnad  im  chemischen  Labora- 
torium  des  Hcrrn  Prof.  Preis  am  k.  k.  biilnu.  Polytechnikum  durchgefuhrt 
und  ergab  in  % 

Kieselsiiure 47-08 

Thonerde    .......    11-09 

Eisenoxyd 3'77 

Kisenoxydul 6"58 

Manganoxydul 1*21 

Ealkerde .      7-08 

Ftirtrag  .    .    .    77-41 


47 


Ubertrag  .   .   .    77-41 

Bittererde 7-55 

Kali      3-26 

.Natron 1'72 

Phosphorsaure 0*45 

Kohlensaure 8*56 

Wasser .      2-30 

102-02 
Da  das  Gestein  beider  grossenMenge  von  Kohlensaure  in  Salzsaure  nur 
Schwach  scliiiumt  und  tier  mit  Kieselflusssaure  behandelte  Diinnschliff  nur 
Iangsam  Blascheu  auslasst,  kann  man  das  Oarbonat  im  Gestein  fur  Dolomit 
betrachten,  der  aus  irgend  welchem  Umwandlungsprodukte  des  Amphibols  ent- 
standen  ist.  Wenn  wir  von  den  kleinen  Mengen  des  Limonites  absehen  und 
aus  der  Eisenoxydmenge  den  perzentuellen  Antheil  des  Magnetites  bereclmen 
und  aus  den  Dberresten  des  Eisenoxyduls,  des  Manganoxyduls,  der  Thou-  und 
Bittererde  die  Menge  des  Chlorites  und  hydrophitischen  Serpentines  berechnen, 
konrmen   wir   zur   folgenden  Zusammensetzung  dieses  syenitischen  Diorites 


m  7„ : 


Die  Sauerstoff- 
verhaltnisse 

Die  Vertheilung  tier  SauerstofrVerh&ltnisse 

I 

3 

< 

1 

o 

o 

p 

as 

PM 
m 

w 

^  atron- 
feldspath 

Kalkfeld- 
spath 

QJ 

a 

ho 

a 

o 

3 

■B  a 

<u  o 

CD     ka 

Kieselsaure    .... 

25-109 

— 

— 

6-660 

6-828 

L-882 

— 

1-077 

2-295 

Thonerde    .       ... 

5- 1 78 

— 

— 

1  -665 

L-888 

1-57  1 

— 

0-807 

— 

Eisenoxyd  ..... 

1-1  ;sl 

— 

— 

— 

— 

— 

1-151 

— 

— 

Eiaenoxydnl    .... 

L-462 

— 

— 

— 

— 

— 

0-577 

0-869 

0-720 

Manganoxydul    .   .   . 

0-272 

— 

— 

— 

— 

— 



— 

0-272 

Kalkerde     

■2- 191 

o-i  so 

L-556 

— 

— 

0-458 

— 

— 

Bittererde   .   .  •    .   . 

3-020 

— 

1  -566 

— 

— 

— 

— 

0-718 

0-746 

Kali 

0-555 

— 

— 

0-555 

— 

— 

— 

— 

Natron 

0-444 

— 

— 

— 

0-444 

— 

— 

— 

— 

Phosphorsfture   ■   •   • 

0-270 

0-270 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Kohlensaure    .... 

6-225 

— 

6-225 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Wasser 

2-044 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

0-807 

1-122 

Der  Best  der  Sauerstoffverhaltnisse   7-917  und  ein  kleiner  tiberrest  des 
Wassers  (0-115)  entrant  auf  die  Kieselsaure. 


48 


Die  mfneralische  Zusammensetzung  kann  man  ftlr  das  verwitterte  Diorit- 
gestein  des  4.  Ganges  aus  den  Sauerstoffverhaltnissen  folgenderrnassen  be- 
rechnen : 


Kieselstae  .  . 
Thonerde  .  .  . 
Eisenoxyd  .  . 
Eisenoxydul  .  . 
Manganoxydul  . 
Ealkerde  .  .  . 
Bittererde     .   . 

Kali 

Natron   .... 
Phosphorsllure 
Kolilensaui'o 
Wasser  .... 


Summa  . 


47-078 
1  L-0Q8 
8*770 
6-678 
1*2071 
7-679 
7-550 
8-260 
1-720 
0-479 
8-569 
2-299 


< 


0-680 


0-479 


101-2(17 


L-109 


5-1 16 
8-890 


8-559 


1 7-89i 


W 


12-487 


3-666 


8-260 


19-813 


8  » 


9-98 


1-7-20 


I  1-662 


M 

8-485J 
2-942! 


L-608 


8-770 
1-606 


2-019 
1-728 

1-615 
1-795 


K 


Of 


4*808 

3-287 

1-207 

I  -866 


0-908    1-262     0-129 


1  i-si  1 


7-980  5- ice.  8-065  11-90  1  14-978 


Es  besteht  somit  dieses  Gestein  in  seinem  jetzigen  Zustande  annahernd 
aus  1%  Apatit,  18%  Dolomitsubstanz,  1*.)%  Kalifeldspath,  1.4-5%  Natron- 
feldspath,  8%  Kalkfeldspath,  5-5%  Magnetit,  8%  Chlorit,  12%  hydrophit- 
aitigcn  Serpentin  und  15%  Quarz  nebst  einer  kleinen  Menge  Wasser. 

Die  Abhiinge  der  Schlucht,  die  von  der  Moldau  nacb  Bohnic  ftthrt,  be- 
stehen  aus  Silurwacke,  welche  bei  Lysek  deutlich  l'einkdrnig  ist  und  aus  einer 
kaolinischen,  grosstentheils  apolaren  und  an  graugelben  F&serchen  u.  Fransen 
reichen  Grundniasse  besteht,  in  der  grauweisse  und  farblose  Quarzkbrnchen 
und  wenige  zahlreiche  monokline  und  trikline  Feldspathindividuen,  dann  halb- 
verwitterte  Grtinsteinfragmente  und  Kieselschieferbrocken  eingebettet  liegen. 
Die  weissen  iderchen,  welche  das  Gestein  durehdringen ,  bestehen  aus  Quarz- 
kdrnchen,  die  gelbgrune  strahlige  Gruppen  von  scharfen  Nadelchen  und  chlo- 
ritischen  Fetzen  enthalten. 

Der  Kieselscliiefer,  welcher  in  interessanten  Felspartien  zwischen  Bohnic 
und  Ovenec  sich  emporhebt,  ist  von  einem  ganz  gewohnlichen  Habitus  und 
besteht  aus  korniger  Substanz,  welche  durch  Blaschen  und  graphitische  Sub- 
stanz  dicht  bestiiubt  erscheint  und  von  feinen  weissen  Quarzaderchen  durch- 
drungen  ist,  die  im  Mikroskop  klar  erscheinen. 


49 

II.  Der  Abhang  zwischen  der  Bohnicer  und  der  Cimicer 

Schlucht. 

Die  Abhftnge  am  tfBchten  Moldauufer  zwischen  der  Bohnicer  und  Cimiccr 
Schlucht  shul  in  ihrem  stidlichen  Theile  vom  Rasen  bedeckt.  In  der  nbrdlichen 
Partie,  bei  den  ehemaligen  Dynamitfabriken,  ist  aber  deren  Felsinneres  an- 
stehend.  Diese  Partie,  welche  uns  Fig.  8  bildlich  darstellt,  enthiilt  cine  ganze 
Reihe  von  Eruptivgangen. 


N. 


s. 


]MMrM,:m^JM,' 


n.ii  aij.u. 


8.  I. 


6.5. 


Kis-  8.  Der  Abhang  zwischen  der  Bohnicer  und  der  Cimlcer  Schlucht  (bei  den 
ehemaligen  Dynamitfabriken  gegenuber  von  Roztok).  Der  ganze  Abhang  ist  aus  grauer 
bis  schwarzgrauer  Silurwacke  (Barr  Et.  C.)  zusammengesetzt.  In  dieaer  treten  nun  die 
Gange  5  und  (i  auf,  welche  einem  Diabaa  oder  Dioritaphanit  angeboren,  dann  die  Gange 
7  und  s.  die  spharolitischen  Porphyr  fuhren  und  mit  gleichformig  numerierten  verwitterten 
Dioriten  (oder  Diabasen)  in  Beruhrung  sind.  Die  Gange  9  und  LO  bestehen  aus  einem 
uabestimmbaren  Grunsteine  (Porpbyrit),  der  Gang  n  ist  ein  Diorit,  Gang  Nro  12  is(  ein 
f8.diolithiscber  Felsopbyr,  der  gegen  Sttden  von  einer  sebwacben  A.der  desselbeu  Diorites  be 
granzt  wird,  der  gegen  Norden  (Nro  18)  machtiger  auftritt.  Die  mit  Nro  ii  bezeiebneten 
Gange,  gehOren  unbestimmbaren  Griinsteinen  an. 

Von  der  Bohnicer  Schlucht  gegen  Norden  finden  wir  in  den  aus  einem 
dunklen,  sehr  foinkdrnigen  Wackengestoin  bestehenden  Felsgehangen  zwei 
sehr  schmale  (bios  ()•;!  bis  1-5  m)  Gange  Nro.  5  mid  7,  welcbe  gegen  NNO 
8tveichen  und  gegen  OHO  unter  einem  Winkel  von  70—80°  einfallen.  Beide 
Gange  Ctthrerj  ein  dunkelgrttnes,  sehr  feink&rniges,  fast  dichtes  mid  sehr  festes 
Gestein,  in  dem  bios  wenige  mit  blosem  Auge  bemerkba.ro  farblose  Nadelchen 
v°rkonnnen.  Bei  100  X  Verg.  beinerktiiia.ii  in  der  Gesteinsniasse  Feldspath- 
^istchen,  die  meistentheils  einfach,  selten  polysynthetisch  sind,  oft  aus  kor- 
nigen  Aggregaten  bestehen  und  von  grttnlichen  Aderchen  durchzogen  oder 
gi'ttnliche  Fetzen  enthalten.  Nebstdem  kommt  wenig  Grundmasse  vor,  in  der 
staubige  KSrnchen,  Fetzen  und  Nadelchen  in  grosser  Menge  eingebettet 
l]'egen.  Weil  man  mit  Ausnahme  der  kleinen  grttnlichen  Partien,  die  im  po- 
Iarischen  Lichte  dunkel  bleiben  und  keine  Struktur  besitzen,  (Ohlorofii.it)  keine 
Spuren  des  ursprttnglichen  Augit-  oder  Amphibolminerales  im  Gestein  vor- 
findet,  kann  man  nicht  entseheiden,  ob  dasselbe  ein  Diorit  oder  Diabas  war. 
Jedenfalls  war  es  sehr  feinkdrnig  also  aphanitisch. 

Einem  von  beiden  gehttrte  das  unverwitterte  Gestein  gewiss  an,  wenn 
auch  die  nicht  gerieften  Feldspathleistchen  das  IJbergewicht  liahen,  denn  die 
Mikroanalyse  ergab  tiebst  Kieselfiuoriden  des  Calciums  und  des  Magnesiums 
Vlel  Natrium  und  wenig  Kalium,  u.  zw.  zweimal    so  viel  Natrium  als  Kaliuni 


11.  U. 
Gang  5. 

und   Ii. 
(Diabas, 
Apbanit 
o.  Diorit.) 


50 


beim  Gang  5.  unci  cca  L"2ma]  mehr  beim  Gang  6.  Ohrigens  steht  es  test, 
class  bci  sehr  kleinen  Plagioklaskrystallen  die  polysynthetische  Struktur  nicht 
so  regelmassig  auftritt  wie  bei  den  grfisseren  und  dass  oft  auch  Plagioklase 
in  einfaehen  oder  hochstens  Zwillingskrystallen  auftreten,  wenn  ihre  Dimen- 
sionen  sich  dor  Grosse  <lcr  Mikrolithe  nahern.  Hier  zeigt  uns  die  Beschaffen- 
heit  dor  Feldspathe  besser  die  chemische  Analyse  an. 

In  den  Gangen  7.  und  8.  tritt  in  dor  Nachbarschaft  zweier  Grunsteine 
ein  spharolitischer  Felsophyr  auf. 

Der  Felsophyr  dieser  Giingo  1st  dicht,  fast  hornsteinartig,  grauweiss  oder 
sehwach  grtinlich  oder  audi  gelblich.  Dem  blosen  Auge  fallen  bios  die  seltenen, 
winzigen,  farblosen  Quarzkornchen  und  die  grauweissen  Feldspathleistchen 
auf.  Sonst  besteht  der  Felsophyr  <\cr  Eauptsache  aach  aus  Quarzkornchen, 
Feldspath  und  aus  trtlbem  zumeist  krystallinisch  entglastem  Glasmagma.  Der 
Quarz  pflegt  oft  spharolitisch  zu  sein. 

In  mehr  verwitterten  Stellcn  bemerkt  man  im  Dunnschliffe  feine  Ader- 
chen  und  kleine  grlinliche  fetzige  Partien  einer  am  ehesten  chloritischen  Sub- 
stanz,  die  oft  ein  dichtes  Netz  bilden  und  die  man  fur  ein  Infiltrationsprodukt 
aus  den  lumachbarten  Grimsteinen  ansehen  kann.  Die  schwarzen  und  schwarz-; 
grauen  im  auffallenden  Lichte  goldgelben  Pyritkorner  kommen  sparlich  zer- 
streut  vor. 

Die  chemisch-mikroskopische  Analyse   dieses  Felsophyrs   ergab   wenig 

Magnesium,  Calcium  und  Natrium  aber  viel  Kalium. 

R.  U.  Der  Griinstein,  welcher  mit  dem  untercn  Theilo  des  Felsophyrganges  7. 

^''  '<';';i iiM.'-'.'J "  Beruhrung  steht,  ist  feinkSmig,  lichtgrau  und  schwarz  gesprenkelt.    Seine 

(Verwit  Dunnschliffe,  welche  auf  grtindliche  Verwitterung   schliessen   lassen,   zeigen 

rit^oder"6™6  braungelbe  Substanz,  die  reich  ist  an  schwarze  Kornchen,  Nadelchen  und 

Diabase.)  Saulchen  zwischen  denen  kleine  polysynthetische   Feldspathkrystallchen  und 

grdssere  rothlichgelbe,  fein  faserige  rundliche  Partien  auftreten,  welch'  letztere 

in  der  Mitte  zuweilen  spathigen  Calcit  enthalten. 

Der  Griinstein,  der  im  Kontakt  mit  Gang  Nro.  8  auftritt,  ist  lichtgriin- 
lichgrau  und  fast  diclit.  In  seinen  Dunnschliften  sieht  man  sehr  zahlreiche, 
zumeist  polysynthetische  und  von  grunlichen  Aderchen  durchzogene  Feldspath- 
leistchen,  welche  aus  der  dichtcn  Grundmasse  mikroporphyrisch  hervortreten. 
Diese  Grundmasse  besteht  aus  einer  grauweisen,  fein  gekornelten  apolaren 
Basis,  aus  truben  mikrolithischen  Feldspathleistchen,    aus  ziemlich  deutlichen 


Magnetitkornchen 


mid    kleinen    fetzenartigen    Partien   von    Chloritsubstanz. 

sfnd, 
oder 


Beide  Griinsteine,  die  mit  den  Felsophyren  Nro.  7  und  8  im  Contakt 
lassen  sich  nicht  naher  bestimmen.  Sie  gehSrten  entweder  einem  Diorit 
einem  Diabasgestein  an. 

Ebenso  kann  man  das  Gestein   des  9.  Ganges  nicht  determinieren.    Es 

ist  griiulichlichtgrau,    fast   dicht   und.    besteht   aus    langen    Feldspathleistchen 

steinpor-und  apolarer,  flockiger  Grundmasse.    In  dieser  truben  Grundmasse  sind  viele 

pnynt.)  scjiwai./c   Pyritkorner   eingebettet,   dann   gerade   und   zerbrochene  grunliche 

Nadelchen  und   Kornchen  vonspathigem  Calcit,  die  sich  (lurch  die  charakteri- 

stischen  Sprtinge  kennzeichnen.  Die  grtinliche  Substanz  der  Nadelchen  ist  i'u 


it.,  u. 
Gang  9. 
(Grttn 


51 


i:.  v. 


polar.  Lichte  schuppigstrahlig  und   gehiirt  den   optischen    Kennzeichen   nach 
dcm  Epidot  an. 

Die  chemisch-mikroskopische  Analyse  dieses  Grunsteines  ergab  sehr  viol 
Calcium  und  Magnesjum,  alter  wenig  Alkalien  u.  zw.  etwas  mehr  Natrium  als 
Kalium. 

Fast  dieselbe  Beschaffenheit  der  Mineralbestandtheile  besitzt  dasGestein   R.  U. 
des  Ganges  10.,  welches  in  seiner   Richtung  bios  einen  kleinen   Winkel  mit  (GMn- ' 
der  Felswand  bildet  und  deshalb  in  einer  breiten  Platte  entblost  anstelit.  Dassteinpor 
Gestein  dieses  Ganges  ist  aber  sehr  feinkcirnig,  was  hauptsachlich  durch  das     yri 
Auftreten  sehr  zahlreicher  mikroskopischer  Leistchen  bewirkt  wird.  Audi  die 
Mikroanalyse  ergab  dieselben  Bestandtheile,   wie  bei  den  fruheren  Griinstein- 
gangen,  aber  Kalium  und  Natrium  sind  fast  in  gleicher  Menge  vorhanden. 

Der  Gang  1.1.  ist  einige  Meter  machtig  und  fuhrt  ein  blaulichschwarz-  1 
graues  Gestein,  welches  an  den  Kluftflachen  weisslicb.  verwittert.  Das  Gestein  Diorit). 
ist  fein-  bis  kleinkornig  und  zeigt  bei  LOOXVergr.  eine  fast  granitische 
Struktur.  Von  der  apolaren,  ftockig  getriibten  und  lange  Nadelchen  enthalteh- 
den  Grundmasse  sieht  man  sehr  wenig  und  nur  sehr  schmale  Streifehen.  Als 
der  am  meisten  verbreitete  Gemengtheil  tritt  in  diesem  Gestein  der  Feld- 
spath  auf,  ii.  zw.  in  Form  von  langen,  zumeist  einfachen  und  im  polarisierten 
Lichte  einfarbigen  Nadeln  und  Leisten,  die  an  den  Spriingen  durch  infiltrierte 
griinliche  Substanz  getriibt  werden.  Neben  den  Feldspathen  sieht  man  schwarz- 
liclie,  deutlich  faserige  Saulchen,  welche  den  Umrissen  und  dem  Habitus  nach 
urspriinglich  dem  Amphibol  angehorten.  MagnetitkGrnchen  sind  ziemlich  haufig. 
Sehr  gewohnlich  sind  audi  grauweisse  oder  griinliche  serpentinische  und  chlo- 
ritische  Partien,  welche  im  [nneren  spathigen  Calcit  besitzen.  Diese  Partien 
farben  sich  im  polar.  Lichte  zumeist  strahlig-blatterig  oder  zeigen  buntfarbige 
Biischelchen  mid-  strahlenartige  Sternfiguren.  Quarzkorner  kommen  selten  vor 
und  sind  Hirer  Placierung  nach  ein  Sekundarprodukt, 

Die  chemische  Mikroanalyse  ergab  sehr  viel  Kieselfluornatrium,  Calcium 
und  Magnesium,  aber  sehr  wenig  Kalium  trotzdem  die  Feldspathindividuen, 
wie  bemerkt  wurde,  einfach  sind.  Deshalb  kann  man  das  Gestein  als  TMorit 
bezeichnen. 

Der  weitere  Gang  12,  welcher   unmittelbar   neben  dem   vorigen  ansteht   R.  U. 

( ',  I  1 1 1 "'    1 " ' 

und  2—3  m  machtig  ist,  gehort  einem  radiolithischen  Felsophyre  an,  in  (lessen  (Ra|ioli: 
dichter  zumeist  weisslicher  Grundmasse  klare  Quarzkornchen   von  rundlichen  f^scher 
I fairissen  und  weissliche  grSsstentheils  polysynthetische  Feldspathleistchen  schon   p|yr0.) 
mit  dem  blosen  A.uge  bemerkbar  sind. 

Bei  tOOXVerg.  zeigt  die  bestaubte  Steinmasse,  welche  nur  stellenweiae 
etwas  braunlich  ist  nebst  Feldspathleistchen  noch  seltenere  Quarzkornchen  und 
zarte  Aderchen  und  Flasern  von  Glassubstanz  und  nebst  dem  noch  ein  Gewirr 
von  Aderchen  und  Fasern,  stellenweise  audi  kleine  Spharolithe,  insbesonders 
aber  schone  Radiolithe  von  gewohnlichem  Habitus,  die  im  polarisierten  Lichte 
C»ei  XNikols)  durcli  ein  schones  Btlschelkreuz  sich  auszeichnen.  Die  Durch- 
schnitte  der  porphyrischen  Quarzkornchen  haben  zumeist  abgcrundete  Ecken, 
verschiedene    Einbuchtungen    und    ovale    oder    langliche    Einschlusse   einer 

4* 


52 


R.  U. 
Gang  18 
(Diorit.) 


n.  u. 

Adcichrn 
Nro  it. 
(Grim 
stciiie.) 


briiiiTilich  bestftubten  Grundmasse  oder  Streifen  von  Blaschen  mit  fixen  Li- 
bellcn.  Im  Ubrigen  sind  sie  gewiilinlich  farblos,  seltener  werden  sic,  von  einer 
grau  bestiiubtcn  und  aus  Spharolithgebilden  zusammengesetzten  Umsaumung 
eingeschlossen.  Dieso  Umsaumung  ist  mit  dor  ubrigen  Quarzmasse  optisch 
glcich  orientiert. 

Die  chemisch-mikroskopisehe  Analyse  ergab  trotz  der  Menge  der  poly- 
synthetischcn  Feldspathe  viel  Kalium,  wenig  Natrium,  aber  zicmlicli  viol  Cal- 
cium und  Magnesium.  Der  Natriumantheil  ist  gewiss  bereits  ziemlich  aus- 
gelaugt. 

Der  oben  bescbriebene  Felsophyrgang  wird  von  dem  vorhergelienden 
Dioritgange  (lurch  einen  schmalen  Streifen  eines  graubraunen  verwitterten 
Griinsteines  getrcnnt.  Dasselbe  Gestein  tritt  audi  weitor  gegen  Nor  den  als 
'Gang  Nro.  13  in  einer  Miichtigkeit  von  cca  3  m  auf  u.  zw.  in  unmittelbarer 
Nachbarschaft  des  Ganges  12.  Es  scheint,  als  liatte  der  Porphyr  diesen  Grttn- 
stein  durchbrochen,  was  den  Erfahrnngen  fiber  die  Beziehungen  der  Porphyr 
und  Dioritgcsteine  im  bohm.  Untersilur  nicht  widerspricht. 

Im  Diinnschliff  dieses  sehr  verwitterten  und  sehr  feinkornigen  Gesteines, 
das  ein  Griinstein  ist,  sieht  man  ziemlich  zerstreute  gelblich  weisse,  getriibte 
Feldspathleistchen,  weiters  zahlreiche  Quarzkornchen  und  eine  betraclitliche 
Menge  von  Magnetit  und  Hamatitkornchen,  welch  letztere  zu  Jliiufchen  sich 
vereinen  und  an  dem  Gestein  stellenweise  rothe  Tiipfelchen  verursachen.  Nebst 
allem  dem  ist  audi  die  von  alien  verwitterten  Griinsteinen  bekannte  griine 
bis  grasgrune,  zumeist  feingcfaserte  Chloritsubstanz  vorhanden.  Der  unver- 
wittcrte  Griinstein  bestand  ohne  Zweifel  aus  Feldspathen,  Amphibol  und  einer 
stark  entwickelten  Grundmasse. 

Die  chemisch  mikroskopische  Analyse  ergab  sehr  viel  Natrium,  Magne- 
sium und  Eisen,  ziemlich  viel  Calcium,  aber  sehr  wenig  Kalium.  Darans  liisst 
sich  schliessen,  dass  der  Griinstein  ein  typischer  Diorit  war. 

Die  Diinnschliffe  des  ganz  graubraunen  Gesteines  aus  dem  Streifen 
zwischen  dem  Felsophyr  des  Ganges  12  und  dem  friiher  beschriebenen  Diorit- 
ganges  Nro.  11  zeig<!n  fonnlich  die  Ietzteren  Umwandlungsstadien  in  denen 
noch  ein  Griinstein  als  soldier  erkannt  werden  kann.  In  den  Dunnschliffen 
(iikennt  man  nur  die  Umrisse  der  Feldspathe  n.  zw.  nnch  der  Umsaumung 
die  durch  Magnetitkdrner  bewirkt  wird,  welche  stellenweise  in  Hamatit  oder 
sogar  zn  Iiimonit  umwandelt  sind.  Die  grilnliche  Snbstanz  des  chloritischen 
Gemengtheiles  ist  in  eine  farblose  Dolomitsubstanz  umwandelt,  welche  bios 
von  sdiwarzen  Magnetitkiirnern  durchsetzt  wird. 

Beim  nori  I  lichen  Ende  des  l«'elsablianges,  fast  oberhalb  der  Fabrik  be- 
finden  sich  noch  einige  5 — 10  cm  machtige  Gangadern,  welche  mit  Nro.  1  I 
bezeichnet  sind,  welche  sich  verschiedenartig  verasteln  und  durchkreuzen  die 
ich  aber  nicht  gefunden  habe.  Sie  sollten  (nach  Horidcy)  verwitterten  Grtin- 
steinen  angelniren. 

Die  silurische  Grauwacke,  welche  den  Felsabhang  zusammen  setzt,  hat 
an  versdiiedenen  Stellen  wie  gewolmlidi  eine  verschiedene  Zusammensetzung. 
Hire  Karbung  ist  stellenweise  schwarzgrau,    an   andereu   Stellen   grau  und  an 


53 

den  Kluftflachen  durch  die  Verwitterung   der  Eisengemengtheile  braunlich, 
sehr  feinkornig,  hie  und  da  dickt. 

Einige  Dunnschliffe,  die  aus  verschiedenen  Orten  des  Abhanges  ent- 
riommen  wurden,  zsigten  im  Mikroskope  cine  kaolinische  grauweisse  auf  po- 
larisiertes  Licht  nicht  einwirkende  Substanz.  Diese  Substanz  ist  reich  an  grtin- 
liche  und  gelbliche  Fetzen  und  Faserchen,  die  ziemlich  bunt  polarisieren  und 
dem  Chlorit  angehfiren  und  wird  von  schwiLrzlichen  Staubkornchen  stellenweisen, 
getriibt.  In  dieser  Substanz  kominen  Feldspathbruchstiicke  und  Quarzkornchen 
hie  und  da  audi  schwarze  aus  Pyrit  zusammengesetzte  Striemen  vor. 

Die  verhaltnissm&ssige  Menge  dieser  drei  Hauptbestandtheile  d.  i.  der 
amorphen  Kaolinsubstanz,  der  Quarzkflrner  und  Feldspathfragmente  ist  an 
verschiedenen  Stellen  der  Wacke  verschieden ;  auch  die  Umwandlung  der  das 
ganze  Gestein  farbenden  Magnetit  und  Pyritkornchen  ist  an  verschiedenen 
Stellen  verschieden.  Viele  grfissere  Korner  dieser  Minerale  zeigen  regelm&ssige 
Umrisse  und  sind  an  den  Randern  in  Linionit  umgewandelt.  An  einigen  war 
sogar  eine  zonenfflrmige  Verwitterung  deutlich.  ■ — 


III.    Der  Abhang  zwischen  der  Schlucht  von  Cimic  und  der 

von  Chabry. 

Sehr  schon  sind  einige  Eruptivgfinge  ini  weiteren  Abhange  des  rechten 
Moldauufers  entblost  uiid  zw.  zwischen  den  Mundungen  der  Schluchten  von 
Cimic  und  weiter  nordlich  von  Chabry. 


Fig.  8.  Dei-  Abhang  zwischen  den  Schluchten  von  filmic  und  Chabry.   Dor  ganze 

Abhang  besteht  wieder  aue  grauem  zumeist  dunklemsehr  feinkftrnigem  Grauwackenschiefer. 

I"  ilnu  trolru  i'ulircmlc   Knipl.ivu'iiiigc  auf:  Nro   15  ein  Diabas,   16  Quarzdiorit,    17    ein  Ila- 

diolithporphyr,  L8  ein  Quarzdiorit,  19  ein  sehr  interessanter  Diabasporphyrit,  20,  22,  und 

'  2 1  Radiolithporphyre  und  -21  und  Hi!  unbestimmbare  Grnnsteine. 


Der  Abhang  dieser  Partie  ist  felsig  und  besteht  aus  sehr  feinkbYnigem  B.  U. 
Grauwackenschiefer,  der  durch  eine  grosse  Anzahl  von  schwarzen  Kornchen derCimi- 
und  Aderchen  sehr  dunkel  gelarbt  erscheint.  Im  Mikroskop  zeigen  seine  cer  und 
Dunnschliffe,  dass  die  apolare  kaolinische  Substanz,  die  an  griinlichc  Cblorit-  Schlucht. 
fetzen  reich  ist.  fast  in  gleicher  Menge  auftritt,  wie  die  Keldspath-  und  (Grau- 
Quarzfragmente.  Bei  den  Eruptivgangen  ist  der  Scbiefer  licht  gelbgrau  und  schjefer.) 
und    ist  mehr  oder  wcniger  diinn  geblattert,    Im  Kontakte 


grtinlich   gefarbt 


54 


It.  (i. 
Gang  I: 
(Diabas. 


If.  II. 

Gang  ii 

( Porphyr 

Quarz 

diorit.) 


selbst  ist  sie  aber  hart  und  fest.  Im  ubrigen  unterscheidet  sieh  alter  dieser 
liclitc.ro  Schiefer  inikroskopisch  von  don  dunkleren  Abarten  fast  gar  nicht, 
hochstons,  dass  or  der  sehwarzon  Kornchen  und  Adorclion  weniger  besitzt. 
Die  licbtoro  Farbung  ist  dadurch  zu  orkliiron,  da,ss  untor  den  schwarzen 
Kornchen  der  grosste  Theil  einer  grafitischen  Substanz  angehort,  welche  durch 
das  von  dor  emporsteigenden  Eruptivmasse  bewirkte  Gltihen  verbrannt  wurde. 

Der  orsto  von  don  bier  aiiltretenden  Gangen  (Nro  15)  ist  nur  tboilwciso 
,'kcmitlich.  Er  bat  oino  Mftchtigkeit  von  1% — 2  m,  streicht  nach  NW  und 
fallt  gegen  NO  untor  60°  ein.  Sein  Gestein  ist  rothbraun,  feinkSrnig  und 
zeigt  bei  100  X  Vergrosserung  eine  grosse  Menge  von  porphyrischen,  in 
grobe  Korner  zersprungenen  Feldspatbleisten  und  rothbraune  durchscheinende, 
kurz  rechteckige  oder  achteckige  Durchschnitte.  Diese  Durcbschnitte  ent- 
lialton  scharf  begranzte  Kornchen  von  strahlig  faseriger  Struktur,  gehoren  dem 
Serpentin  an,  und  entstanden,  wio  man  aus  dem  Umrisse  ihrer  Aggregate 
urthoilon  kann  aus  Augit.  Die  Grundmasse,  welche  an  Hamatit-  und  Limonit- 
partien  reich  ist,  besteht  dor  Hauptsache  nach  aus  Feldspathleistchen,  deren 
Umrisse  nur  schwach  angedeutet  sind.  Sie  eutbiilt  aber  auch  etwas  entglaster 
und  durch  Verwitterung  ganz  krystallinischer  Dasis.  Klaro  quer  gesprungene 
Apatitniidelchon  und  deren  bexagonalo  Durchschnitte  sind  sehr  zahlreich. 

Die  chemische  Mikroanalyse  des  Gcsteines  orgab  ziemlich  viel  Kiesel- 
fluornatrium,  etwas  weniger  Kieselfluorkalium  und  etwas  Kieselfliiorcalcium, 
woraus  man  schliessen  kann,  dass  das  Gestein  ein  Diabas  war. 

Fast  in  der  Mittc  des  Abhangcs  waren  einst  durch  einen  kleinen  Stein- 
brucb  entblosste  zwoi  fast  senkrecht  aufsteigende  und  einander  beriibrende 
Gauge  Nro  16  und  17.  Beide  streichen  nach  NW  und  fallen  unter  (i() — 70° 
gegen  NO  ein. 

Der  siidliche  Gang  Nr.  IB  ist  cca  3  m  machtig  und  fiihrt  ein  sehr 
/  testes  graubraunes  Gestein  mit  porphyrisch  auftretenden  cca  4  mm  grossen 
Feldspathindividueu,  von  clenen  einige  und  das  insbesonders  die  grossereu 
rothlieh,  die  kleineren  aber  weisslich  sind.  Nebstdem  kommen  auch  weniger 
zahlreiche  Amphibolsaulchen  vor.  Diedichte  Grundmasse  zerflllt  im  Mikroskop 
in  triibe  grauvveisso  Feldspathleistchen  mit  undeutlicbon  Umrissen,  in  selte- 
ncre  dunkelgrune  Saulchen  nud  Nadelcben,  welche  einst  dem  Amphibol  an- 
gehorten  und  in  die  bekannten  grlinen  fetzenartigen  Umwandlungsprodukte. 
Auch  farblose  Quarzkorachen  sind  bemerkbar  und  bio  und  da  auch  eine 
krystalliuische  Matrix,  welche  durch  grauweisse  NSdelchen  entglast  erscheint. 

Die  —  oft  bis  ins  Braun  —  rothlichen  Feldspathkrystalle  haben  eine 
kornige  und  verwirrt  kurznadelige  Struktur,  wodurch  sie  getrttbt  erscheinen. 
Innen  besitzen  sic  nnregelmassige  Hamatitaggregate,  welche  auch  oft  regel- 
massig  urn  den  soliarfen  Feldspathumriss  gelagert  sind  und  den  Foldspathen 
die  rothlichbraune  Farbung  geben.  Stellenweisc  treten  grosse  dunkelgrtlne 
Durchschnitte  auf,  welche  audi  durch  thren  (Jmriss  an  Amphibol  erinnern  und 
diese  pflegen  durch  Anhaufung  der  schwarzen  Magnetitkornchen  fast  undurcb- 
sicbtig  zu  sein.  Stollenweisc  sind  sie  aus  parallelen  Fasern  und  Niideleben 
zusammengesetzt,  welche   ziemlich   pleochroitisoh   sind,   so   da,ss  wir  sie   fur 


55 


Epidot  lialtofi  konnen.  An  anderen  Stellen  ist  das  Verwitterungsprodukt  des 
Amphiboles  fetzenartig,  blaugrun,  selteu  deutlicher  faserig,  schwach  dichroitisch 
und  dieses  gehort  dann  dem  Chlorit  an. 

Die  mikrochemische  Analyse  dieses  Gesteincs,  dessen  Diclite  auf  2-743 
bestimmt  wurde,  ergalf  sehr  viel  Kieselfluornatrium,  kaum  die  Halfte  Kiesel- 
fluorkalium,  ziemlich  viel  Magnesium  und  Eisen,  aber  wenig  Calcium.  Und  so 
kann  man  das  Gestein  als  Diorit  deuten  u.  z.  wegen  der  verliiiltnissmassig 
grossen  Menge  von  QuarzkSrnern  als  einen  und  das  porphyrischen  Quarzdiorit 
oder  aus  Griindon,  die  beini  Gauge  17  angeftlhrt  werden,  als  dioritisclien  Por- 
pliyrit,  der  Quarz  enthalt.  Der  Quarz  konnte  naturlich  audi  als  Sekundiir- 
produkt  entstanden  sein. 

Ein  Handstiick,  das  den  hoheren  Partien  dieses  Ganges  entstammte, 
war  weniger  verwittert.  Seine  porphyrischen  Feldspathe  sind  grau  getriibt 
und  nicht  roth  und  enthalten  noch  vollig  klare  unverwitterte  Reste  der  ur- 
spriinglichen  Feldspathsubstanz.  Und  in  dieser  unverwifcterten  Substanz,  stellen- 
Weise  auch  in  den  trttban  Partien  sieht  man  die  deutlich  polysynthetische 
Struktur,  die  hie  und  da  sogar  reehtwinklig  gitterartig  wird  und  an  Mikroklin 

erinnert. 

Die  Feldspathleistchen  der  Grundmasse  sind  aber  schon  ganz  triib  und 
ihre  Struktur  liisst  sich  nicht  bestimmen. 

Die  chemische  Analyse  durchfiihrte  der  Autor  im  ohemischen  Labora- 
torium  des  Prof.  Dr.  Boricky"  und  dieselbe  ergab  in  °/0 


Kieselsaure       = 

59-166 

Thonerde          = 

10-930 

Eisenoxyd          = 

10-269 

Kalkerde            = 

3-274 

Bittererde         = 

4-236 

Alkali  en  {[):«•'}  = 

:    7-496 

Kohlensiiure       = 

2-19] 

Wasser              = 

-    2-438 

100-000 

Manganoxydul  und  Phosphorsiiure  liessen  sich  nicht  beweisen.  Das  grosse 
Quantum  der  Kieselsaure  cntstammt  zum  grossen  Theil  dem  Quarze,  der  in 
'!(,||i  Gesteine  vorkommt. 

Der  Gang  17.,  der  in  einer  Machtigkeit  von  6-  7  Metcrn  neben   dem  ^J"ie< 
eben  beschriebenen  Quarzdiorit  steil  nach  oben  fiihrt,  kehrt  in  der  hochsten  (Eadioiit." 
Partie  des  Abhanges    bogenformig    nach    Nordcn  urn,    und  steigt  dann   etwa  Porphyr.) 
BO  Schritte  nordlich  vom   Aufsteigepunkte  wieder  zur  Basis  des  Abhanges, 
Ungefahr  an  der  Stelle,  welclie  durch  einen  starkeu  Wasserriss  markiert  ist. 

Das  Gestein  des  17.  Ganges  ist  braunroth,  stellenweise  etwas  blasser, 
ganz  dicht  mit  sehr  kleinen,  zumeist  mikroporphyrischen  klaren  Quarzkomchen 
«nd  trtlben  rothlichen  Feldspathkornern.  In  der  Gangmitte  sind  beide  porphy- 
nsi'hen  Bestandtheile  haufiger  und  grosser  (1—3  mm). 


56 


Die  Grundmasse  des  Gesteines  (siehe  d.  Porphyrgest.  Poficky's  Taf.  IL 
Fig.  (i.)  besteht  aus  zarten  Quarzkornchen  und  verschiedenartigen  Radiolith- 
gebildon,  getrubten  Feldspathleistchen,  Hftmatitpartikeln,  welche  dem  Gesteine 
die  Hauptfarbe  geben,  und  aus  etwas  Magnetit,  (lurch  dessen  Verwitfcerung 
der  Hamatit  entstanden  1st,  nobst  dem  allem  aus  braunrothen  Nadelchen  und 
kleinen  grllnlicheii  Fetzen,  die  dem  Chlorit  angehSren  durften.  Hie  und  da 
lassen  sich  Uberreste  von  Glassubstanz  bewcisen. 

Die  mikroporphyrischen  Quarzdurchschnitte  haben  gewohnlich  abgerun- 
dete  lv'kcn  und  sind  entweder  ganz  klar  ode1!-  besitzen  eine  Anzahl  von  feinen 
Poren.  Oft  beiindet  sich  urn  dieselben  ein  schwarz  bestaubter  Saum,  welcher 
im  polar.  Liclite  eine  radialstangelige  Struktur  zeigt.  Je  kleiner  die  Quarz- 
korner sind,  desto  grosser  ist  dieser  Saum,  der  eigentlich  aus  lauter  Radiolith- 
aggregaten  besteht,  und  umgekehrt.  Die  Radiolithe  der  Saume,  aber  auch  die, 
welche  selbstandig  in  der  Grundmasse  auftreten,  pflegen  oft  von  einem  farb- 
losen  Spharolithquarzringe  umgeschlossen  zu  sein. 

Die  porphyrischen  Feldspathe  sind  getrubt  und  an  den  Randern  und  in 
den  Sprungen  durch  Hamatit,  der  wie  gesagt  aus  Magnetit,  vielleioht  aber 
auch  aus  einem  verwitterten  Eisensilikate  entstanden  ist,  rdthlicli,  stellenweise 
bis  braunlich  gefarbt. 

Die  runden,  ovalen  oder  durch  Aneinanderdrangen  polygonalen,  seltener 
ringformigen  Radiolithgebilde  enthalten  oft  innwendig  eine  fremde  Substanz 
und  bestehen  entweder  aus  sternformig  und  buschelformig  gruppierten  bestaub- 
ten  Faserchen  oder  aus  Leistchen  und  haben  wie  die  um  die  Quarzkorner 
gelegenen  Radiolithe  oft  eine  schmale  farblose  Umrandung  von  Spharolithquarz. 
In  den  dickeren  Stellen  des  Praparates  zeigen  die  Radiolithe  im  polarisierten 
Lichte  verschiedenfarbige  Segmente.  Die  durch  die  Radiolithmitte  gefuhrten 
Schnitte  zeigen  zwischen  X  Nikols  ein  regelmiissiges  Biischelkreuz.  In  vielen 
Radiolithen  befinden  sich  in  der  M  itte  Feldspathleistchen,  andere  Radiolithe 
sind  wieder  von  etwas  stromartig  gelagerten  Feldspathleistchen  umschlossen. 
Audi  echte  selbstandige  Spharolithe  und  Glasktlgelchen,  die  zwischen  X  Nikols 
dunkel  bleiben,  linden  sich  vor. 

Auf  die  eigenthumliclie  Wechselbeziehung  der  Radiolithe  zu  den  porphyr. 
Quarzkornchen  und  Feldspathindividuen  wies  schon  Doricky  bin:  in  den  an 
Radiolithgebilde  reichsten  Diinnschliffen  fehlen  porphyrische  Feldspathe  und 
Quarzkorner  und  umgekehrt.  im  letzten  Falle  werden  die  Radiolithe,  was  die 
Struktur  anbelangt,  undeutlicher,  bekommen  scharfere  Umrissc  und  erinnern 
stellenweise  audi  auf  Feldspathdurchschnitte.  Diese  wenig  Radiolithe  enthal- 
tenden  Partien  sind  gleichformig  kornig  und  enthalten  nebst  grtinlichen  und 
faserigen  Fetzen  und  Fransen  etwas  apolare  Itasis,  hauptsachlich  zwischen  den 
Quarzkornchen, 

Die  chemische  Analyse  dieses  radiolithischen  Gesteines,  welche  im  chern. 
Laboratorium  des  11.  Prof.  I'reis  vom  Ilemi  Neumann  durcbgefiihrt  wurde, 
ergab  in  % 


57 


Kieselsaure =  75-21 

Thonerde =  11-78 

Eisenoxyd =   2-89 

Eisenoxydul =    0'55 

*Manganoxydul =z  0-2(1 

Kalkerde =    1-94 

Magnesia =   0-31 

Natron =    2-84 

Kali =   2-63 

Phosphorsaure =   0-74 

Wasser =    1  Hf> 

101-00 

Nach  dor  Interpretation  diosor  chem.  Analyse,  wit;  sic  auf  S.  149.  der 
Porphyre  Boficky's  angefiihrt  ist,  besteht  die  rothbraune  Porphyrsubstanz  des  17. 
Ganges  aus  L5*5%  Kalifeldspath,  23-97°/0  Natronfeldspath,  4-8%  Kalkfeldspath, 
2-4('/()  Chloritsubstanz,  2-8%  Eamatit,  4-9°/0  Kaolin,  1-7  °/0  ApatdtO-9°/0  Wasser 
unil  43"7°/0  Kieselsaure.  Wegen  des  tJbergewichtes  von  Natronfeld- 
spath liber  dem  Kalifeldspath  wurde  das  (J ostein  unter  die  l'orphy- 
rit e  eingereiht.  So  nannte  namlich  Boi-icky  alio  jene  Porphyrgesteine,  in  denen 
der  Natronfeldspath  einen  grosseren  Antheil  hat  als  der  Kalifeldspath.  Der 
Gang  17  ftthrt  also  einen  Radiolithporphyrit. 

Die  schmalen  Partien  des  18.  Ganges,  der  ini  hochstcn  Theile  des  Ab- 
lianges  von  Norden  nach  Silden  sich  hinzieht,  haben  ein  ahnliches  Gestein 
wie  der  Gang  16  nur  dass  die  porphyrisch  auftretenden  Feldspathkorner  zu- 
meist  grauweiss  sind.  Man  kann  demnach  das  Gestein  des  18.  Ganges  als 
einen  porphyrischen  Quarzdioi'it  oder  einen  Quarz  enthaltenden  Dioritporphyrit 
hinstellen. 

Nro.  19.  gehort  zu  zwei  5 — 10  cm  schmalen  Giingen,  welche  cca  5  m  von 
einander  entfernt  sind  und  in  ihren  tieferen  Partien  in  einem  grauen  dflnn- 
blattrigen  Schiefer  anstehen*).  Beide  streiehen  von  0.  nach  W.  und  fallen 
unter  cca.  60°  gegen  N.  ein. 

Beide  G&nge  ftlhren  ein  sehr  schones  Gestein,  das  dem  bekannten  „por- 
Phyro  verde  antico"  tauschend  ahnlich  ist,  eben  so  wie  das  Gestein  einiger 
altbohmischen  Kriegsh&mmer  und  der  niichtige  Gang  oberhalb  Basic  b.  Piirglitz. 
Schade  dass  die  M&chtigkeit  der  Gftnge  19  so  goring  ist,  so  dass  das  Gestein 
y;u  Steinmetzzwecken  nicht  benfttzt  werden  kann. 

Das  Gestein  der  Gftnge  L9  besteht  aus  einer  dunkelgraugrttnen  dichten 
Grundmasse,  in  der  grtinlichweisse  und  lichtgrtinlichgraue  3 — 4  mm  lange  und 
1 — 2  mm  breite  Feldspathkrystalle  porphyrisch  auftreten  und  cca,  -/.,  der 
Gesanimtsubstanz  des  Gesteines  einnehmen.  Bei  200X  Vergr.  sind  diese  Feld- 
spathkrystalle reich  an  grttnliche,  oft  mit  Calcitkornchen  gemischte  Serpentin- 


R.  U. 
Gang  18. 

(Diorit. 
Porphyr.) 


R.  U. 
Gang  lit. 
(Diabas- 
porphyr.) 


*)  Vergl.  Klvana:  Petr.  Mitth.  ftber  einige  Gesteinsarten  Bshmens.  Sitzber.  d.  kon. 
bi)am.  Gesellscb.  d.  Wiss.  1881. 


58 

fetzen,  welche  an  den  Sprlingen  Streifchen  bilden,  und  in  Handstucken,  die 
der  Oberflache  entstammen,  sind  sie  (die  Feldspathkrystalle)  feinkornig  um- 
wandelt.  Immerhin  kann  man  aber  hie  und  da  (much  lichteren  Randsaum 
beobachten,  der  vorn  triiben  Enneren  scharf  absetzt.  Nicht  selten  sind  die 
Krystallchen  abgerundet  und  mit  tiefen  schmalen  Einbuchtungen  oder  (in  den 
Schalenzonen)   mit  streifenartigen  Interpositionen  der  Grundmasse  versehen. 

Im  polar.  Lichte,  in  dem  sie  meistens  eine  Aggregatpolarisation  zeigen, 
sieht  man  an  ihnen  nur  in  seltenen  Fallen  eine  deutlich  polysynthetische 
Struktur. 

Die  Grundmasse  besteht  aus  triiben  Feldspathleistchen,  aus  sehr  zahl- 
reicben  geraden,  gebogenen,  gekeikten  oder  knotigen  schwarzen  Nadelchen 
und  Kornchen,  welche  letzteren  oft  graue  oder  grttngraue  Nadelchen  in  regel- 
m&ssiger  Anordnung  dicht  einschliessen  und  aus  ziemlich  entwickelter  '/a — 2/r, 
<\cy  Gesammtmasse  ausmachenden  Basis,  welche  zumeist  filzig  entglast  ist  und 
an  grunliche  Fetzen  und  Fransen  reich  ist  und  im  polar.  Lichte  dunkelgrau 
erscheint. 

Die  chemisette  Analyse,  welche  H.  Strnad  im  Laboratorium  des  H.  Prof. 
Preis  am  bohm.  Polytechnikum  an  der  von  den  porphyrischen  Feldspathen  so 
gut  als  moglich  befreiten  Grundmasse  durchftthrte,  ergab  in  % 

Kieselsaure =  r>.'5-f>  1 

Thonerde =  9-47 

Eisenoxyd =  4*02 

Eisenoxydul =  5*82 

Manganoxydul ==  1"61 

Kalkerde =  6-87 

Bittererde =  5"68 

Kali =  2-10 

Natron =  2-05 

Phosphorsaure =  0'23 

Kohlensiiure =  3'39 

Wasser =  4-39 

99-14 


Die   Berechnung   der   Sauerstoffverhiiltnisse    und   deren  Vertbcilnng   auf 
die   einzelnen  mikroskopisch  im  Gesteine   bestimmten   Minerale   ergab  in  °/o : 


59 


jA    to 

$'3 

CO  £ 

Ph 
2 

"Id 

i  -5 

P  ft 
j3  to 

ct;  ^ 

fc,g 

2 

si  as 

Kieselsaure    .       .   . 

28-589 

4-284 

6-348 

6-848 

Thonerde    .       .    .    . 

4-422 

L-071 

(1-071 

1  -587 

Eisenoxyd   .... 

1-206 

— 

— 

— 

Eisenoxydul    .... 

1-298 

— 

— 

— 

Manganoxydu)    .   .   . 

0-868 

— 

— 

Kalkerde     .... 

1-963 

— 

— 

0-648 

Bittererde   .    .  ■    .    . 

2-272 

— 

— 

— 

Natron 

0-627 

— 

0-527 

— 

Kali 

0-867 

— 

— 

Phosphorsaure   .   .   . 

0-180 

— 

— 

— 

Kohlensaure       .    .    . 

2-466 

— 

— 

Wasser 

8-902 

— 

— 

a 

*p 

a 

CD 

cS 

CD 

a 

Ph 

Pw 

be 

< 

u 

CD 

s 

5  ^ 

:£    * 
cd  L~ 

CD 

3  a 


t-283 


•j- 1  i.e. 


—     I  4-577 


0-891 
0-303 


0-087 


0-130 


1-200 
0-402 


2-272       — 


—  —         2-289  : 

Es  entfallt  somit  auf  die  einzelnen  Mineralbestandtheile  in 


1 0-758 


1-618 


lo 


/(i 

si 

PH 
CO 

n3 
i — i 

1 

Natron- 
feldspath 

Kalk- 
feldspafh 

'o 

o 

•I* 

< 

Serpentin 

CD 

6 

2 

-TO     (/J 

OJ  > 

Kieselsfture    .... 

53-511 

8-032 

II -903 

t-828 

— 

— 

8-682 

— 

20-171 

Thonerde     ..... 

9-470 

2-294 

8-399 

1-131 

— 

— 

— 

—    !    — 

Eisenoxyd   ..... 

4-020 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

4-020     — 

Eisenoxydul    ... 

5-818 

— 

— 

— 

— 

— 

4-009 

1.-809!     — 

Manganoxydn]    .   .   . 

1-611 

— 

— 

— 

— 

— 

1-01  1 

—          — 

Kalkerde 

6-870 

— 

2-251 

4-816 

0-804 

— 

—     j     — 

Bittererde 

5-680 

— 

— 

— 

— 

6-680 

Kali 

2-097 

2-097      — 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Natron 

2-050 

2-050 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Kiosphorsaure   .   .   . 

0-231 

— 

— 

— 

— 

0-231 

— 

—          — 

Kohlensaure   .... 

8-891 

— 

— 

— 

3-301 

— 

— 

— 

— 

Wasser 

4-390 

— , 

— 

— 

— 

— 

2-575 

— 

L-815 

Summa  , 

99-139 

12-123 

17-352 

11-205 

7-706 

0-535 

22-457 

5-829 

21  -986 

to 


(JO 


Da  der  Natronfeldspath  im  Ubergewicht  ist,  ist  das  Gestein  ein  Por- 
phyrit  mid  das  am  ehesten  ein  Diabasporphyrit  und  seine  Grundmasse 
besteht  nach  den  eben  angefuhrten  Berechnungen  aus  12-5%  Kalifeldspath, 
17-35°/0  Natronfcldspath,  Ll'20%  Kalkfeldspath,  7-7°/0  Calcit,  0-5%  Apatit, 
22-46%  Serpentinsubstanz,  5-8%  Magnetit,  20%  freier,  zumeist  amorpher 
Kieselsaure  und  l-8%  Wasser. 

Da  das  Gestein,  wie  gesagt,  mehr  oder  weniger  verwittert  ist,  kann  man 
voraussetzen,  dass  es  im  frischen  Zustande  noch  mehr  Natrium  enthielt, 
daii'ir  aber  viol  weniger  Kieselsaure. 

Die  porphyrisch  auftretenden  Feldspathe,  deren  Dichte  (bei  0-313  gr« 
Gesammtgewicht  der  Probe)  mittels  des  Piknometers  auf  2-8  bestimmt  wurde, 
ergaben  in  der  Analyst!,  die  im  cheinischeu  Laboratoriuni  des  Dr.  Boficky"  VOID 
Autor  durchgeffihrt  wurde,  in  % 


Kieselsaure  .... 

zz 

51-227 

Thonerde 

ZZ 

22-412 

Eisenoxydul*)  .    .    . 

ZZ 

4-442 

zz 

8-840 

Bittererde    .   .   .   . 

— 

1  -300 

Alkalien**)  (Natron) 

zz 

8-257  (a 

Kohlensiiure  | 
Wasser    .    .  1  ' 

= 

3-522 

1.  Dili',  her.) 


100-000 


R.  U. 
Gang  20 
und  22. 

(Radio- 

litbpor- 

pbyr.) 


Nach  dieser  Zusanimensetzung  niihert  sich  dieser  Feldspath  dem  An- 
des in  von  Marmorea  im  Oberhalbsteiusthal  (Siehe  Iianimelsberg  Mineral- 
chemie  S.  570)  am  meisten.  Die  Feldspathfragmente  wurden  dem  moglichst 
frischen  Gesteine  entnommen. 

Am  nordlichen  Rande  des  Felsabhanges,  schon  nahe  an  der  Schlucht, 
welche  vom  Moldauflusse  nach  Chabry  hinfuhrt,  treten  nahe  neben  einander 
fiinf  nicht  sehr  m&chtige  Gftnge  auf,  welche  nach  NNW  streichen  und  unter 
ca  70°  gegen  ONO  einfallen. 

Die  Giinge  20.  22.  u.  24.  sind  nur  1/i—l  m  miichtig  und  fiihren  ein 
dichtes,  gelblichweisses  oder  schwach  braungelbes  Gestein,  das  Radiolithpor- 
phyren  angehort,  die  Boficky  auf  S.  78  seiner  „L'orphyrgesteine"  er- 
willint.  Diese  Porphyre  sind  etwas  dem  12.  Gauge  des  rechten  Moldauufers 
iihiilich,  (lessen  Gestein  schon  besprochen  wurde.  Ihre  Radiolithkornchefl 
zeichnen  sich  (lurch  sehr  feine  Radialstruktur  aus,  die  man  nur  bei  der 
Drehung  der  Nikole  bemerkt  Die  chloritische  Substanz,  welche  stellenweise 
auch  in  strahligcn  Aggregatcn  vorkommt,  ist  hie  tmd  da  audi  zwischen  die 
Radiolithe  cingezwiingt.     Die  in  den   Uadiolithkiiniorn    mnoowrlilnssAnoii   Feld- 


den  Radiolithkdriiern  eingeschlossenen  Fei 


Probe 


*)  Das  Eisenoxydul  wurde  aus  dem  Eisenoxyd,  als  welcher  das  gauze  Eisen  der 
ubgewogen  wurde,  bereclmet. 

**)  Die  mikrochem.  Analyse  mittels  Eieselflusssaure  ergab  lauter  Natrium.  Kiesel- 
iusskaliumkrystallchen  wurden  fast  keine  beobachtet. 


61 


spathstabchen  [sind  gewbhnlich  zerstreut  unci  wie  Fig.  5  auf  Taf  II.  in  don 
"Porphyrgesteinen"  liofickys  schon  zeigt  auch  in  mehrere  Stuckchen  inniitten 
ues  Radiolithes  zerbrochen.  Porphyrische  Quarzkiirner  gibt  es  sehr  wenige 
Uud  dann  habcn  sie  wieder*  eine  getrtibte  Spharolith  oder  Radiolithumsaumung. 

Der  Porphyrgang  24.  zeigt  in  den  Diinnschliffen  eine  schwache  Streifung 
"•  y-  von  Reihen  weisslicher  flockig  angehaufter  Kdrnchen,  die  ohne  Zweifel 
(','"i  Kaolin  angehoren.  Weil  die  mikrochemische  Analyse  mehr  Kieselrlu'or- 
n;rti'iuin  als  Kieselfluorkalium  ergab,  kann  man  das  Gestein  fruher  als  radio* 
wthischen  Porphyrit  hinstellen. 

Der  21.  Gang,  dessen  Breite  cca  I  m  ausmacht,  besitzt  einen  sehr 
lemk6rnigen  Grttnstein,  der  im  Mikroskop  betrachtet,  aus  zumeist  polysyn- 
Jostischen  Feldspathleistchen  besteht.  Zwischen  diese  ist  eine  triibe,  durchaus 
*rystalline  Grundmasse  eingezwangt,  welche  viele  grtlnlichgelbe  bis  grauweisse 
^adelchen  und  Faserchen  besitzt,  nebstdem  aber  audi  schwarze  Magnetit- 
*°rnchen  und  seltene  graugelbe  Fetzen  eines  unbestimmbaren  Sekundarpro- 
duktes. 

Dem  Aussehen  uacb  ist  das  Gestein  des  21.  Ganges  jenein  des  23.  sehr 
•iliTilich.  Dieser  2;5.  Gang  ist  cca  2  m  niiichtig,  erschcint  aber  besonders  im 
^°ntaktc  mil,  don  Porphyrgangen  22.  u.  24.  fast  ganz  dicht.  Weil  die  cho- 
'iiiscbe  Mikroanalyse  nicht  durchgeflihrt  wurde,  kann  man  das  Gestein  beider 
vxange  nur  annahernd  als  ein  Dioritgostoin  dcterminicren  u.  z.  wegen  des 
v<1t'wittcvungsstadiunis  des  Amphibolbestandtheiles,  welcher  in  den  Eruptiv- 
8e8teinen  viol  Leichter  und  grtlnd.licb.er   verwittert   als  der  Augitbestandtheil. 

Die  Griinsteine  des  21.  u.  23.  Ganges  schliessen  Fragmente  oines  sye- 
wtischen  Quarzdiorites  ein,  wie  ein  solcher  im  weiteren  Moldauufer  hinter 
,ler  Schlucht  von  Chaber  u.  z.  im  26.  Gange  sich  vorfindet. 


it.  ii. 
Gang  24. 
(Radiolit. 
Porphyr.) 


R.  U. 

Gange  21 

una  28. 

(Diori- 

tisehe 
Griin- 
steine.) 


"•  Der   Felsabhang  zwischen   der  Thalschlucht  nach  Chabry 
und  jener  nach  Brnky  gegeniiber  von  Roztok. 


(S.  Fig.  in  ii.  ii.) 

den  Schliiciiicii    von  Chabry   und    Brnky   besteht  wieder  aus 

Wacken   der    Barr.    Et.   C.    Die    Wacken   sind   stellenweise 

■/••'"  rfabitus  und  ihre  Kluftung  den    Eruptivgesteinen   sehr   ahnlich.    Hie  und  da 

Slt'   sehr  test    und    wurden    mil    den   ttbrigen   hiesigen  Gesteinen,  hauptsachlich  den 


Der 
8*warzgra 


Stoze  ibhan 
(l,,;.!?1'^1'"'1"'"  ScEiefern  und 


eJieu 


In.    i      '^l<l'Ui;n    ,- 

si'1    h™n  Ha 


*  >  lit 


'il'ili  •  lL     icttl,      lulu     will  urn      inn     urn     uuiigcu     uivoigvu    «wo.v 

\- ,..  ',.(',ll('i>  zum  Aufbau  der  Navigationsd&mme  sehr  vie!  benutzt. 


witt  25  bezeichnete  Gang   ist  nichts  anderes   als  eine  Einlage    von   dilnnblattrigen 
Qa  "ten  Schiefern,  Gang  26a  fuhrt  einen  syenitischen  Quarzdiorit, 
P0rA  ..."  ',''"  eben  seiches  Gestein,    27c    besteht  aus  Quarzsyenit, 

Pdi 


Der    von   Boficky"  mit 
ausge 
26b,  27a,  und  der  nahe 
'd   aus   quarzfreiem 


Phyr, 


^ej  (ia,nn"_'S  ist  ein  rmliulil  hisi  her  Quarzporphyr,   29  ein  ielsiliscliradiolitliischcr  Quar/. 


-  30a  und  80b  syenitische  Diorite"  81a* und  31b  wieder  ein  felsitisrh-radiolihtischer 
,  ■  'I'byr;  Gantr 
','"  Dforit,  !!' 

]S| ,,,.|''1"'1'  nach    Bofick?  einen  BChtaen  61ivindiii.bii.H  fiiliren,  (\v\-  audi  im  Priiparate  (aus  dem 
Oo^Las?eBofickf's)  ' 


32    ein  syenitischer  Felsitporphyr,   88  ein  dioritischer  Quarzporphyrit,   84 
ein  porphyrischer  Quarzsyenit;  GangNro    86   wurde  /war    nich.1  gefunden, 


254  ;»<;  *?fcW»  «■*  * 

Fig.  10.    Der  siidl.  Theil  des  Gehanges  zwischeu  den  Thalschluehten  you  Chabry  uud  Bruky. 


&<^ 


Fig.  11.    Der  nordl.  Theil  des  Gehanges  zwischeu  die  Thalsehluchten  von  Chabry  uud  Brnky. 


63 


einen  syenitiachen  Diorit,  50  einen Syenitporphyr,  der  stellenweise  quarzkaltig  ist,  61  einen 
I'i'Isiiisc.iii'ii  mid  riuliolit.hisc.liiMi  l'oi'pliyiit,  (iiuig  62  einen  ayenitischen  Quarzdiorit.  Der  von 
Boficky  als  felsitischer  Porphyrit  bezeichnete  Gang  58  wurde  nicht  gefunden,  Gang  64 
besitzt  ciii  syenitiachea  Geatein,  55  einen  porphyriscnen  Syenit,  66  einen  Dioritporphyrit, 
57  einen  ayenitischen  Dioritporphyrit,  58  einen  porphyriacnen  Syenit  ebenso  wie  Gang  69. 
Die  Gange  60  und  62,  wSche  Boricky  als  eruptiv  bezeichnete,  sind  wieder  nur  silunsche 
Grauwackenschiefer,  Gang  61  ein  porphyrischer  Augitayenit,  68  ein  amphibolfuhrender 
Diabas,  64  ein  Diabaaporphyrit,  Gang  65  ein  Diabas  und  Gang  66  endlich  ein  dioritischer 

Syenit. 

Der  sehr  interessante  Abhang,  den  uns  Fig.  10  u.  11  vorfiihren  und 
der  sich  zwischen  den  Thalschluchten  von  Chabry  und  Brnky  zum  rechten 
Moldauufer  steil  herabsenkt,  musste  wie  bereits  im  Vorworte  angedeutet  ist, 
steil  wegen  verschiedener  Differenzen  zwischen  den  ursprilnglichen  Einzeich- 
nungen  Bofick^s  (Porphyrgesteine  8. 120  u.  121),  den  Prftparaten  und  der  Revision 
des  Abluinges  wiederholt  durchgesehen  werden.  Diese  wiederholte  Revision 
geschah  in  den  Ferien  1890  und  theilweise  auch  1891,  an  welcher  letzterer 
audi  Berr  Professor  iiukovsky  auf3  f'reundlichste  Theil  nalnn. 

Bei  diesen  Revisionen,  die  mit  moglichster  Sorgfalt  hauptsiichlich  im 
unteren  Theile  des  Abbanges  unternommen  wurden,  zeigte  es  sicli,  waruin  es 
unmoglich  war  zwischen  den  Daten  des  Autors,  zwischen  den  Einzeichnungen 
Bofick^s  und  zwischen  seinen  Priiparaten  ein  Ubereinstinimen  aufzufiuden. 

Die  erste  Durchsicht  des  Abbanges,  an  dem  auch  der  Autor,  damals 
Assi  stent  am  Museum  des  Konigr.  Bobmen,  theilnahm,  wurde,  da  sie  haupt- 
Sachlich  wegen  der  Porphyrgesteine  geschah,  in  Betreff  der  Griinsteine  in  dem- 
selben  dennoch  etwas  weniger  griindlicb  vorgenommen.  Dadurcb  wurden 
einige  Grunsteingftnge,  die  sich  von  der  benaebbarten  Silurwacke  Oder  dem 
Schiefer  auf  eine  griJssere  Entfernung,  schwer  unterscheiden  liessen,  iibersehen 
u"d  hie  und  da  eine  Partie  als  ein  Eruptivgang  gedeutet,  was  kein  wirk- 
licher  Gang  war  (z.  B.  Gang  25,  60,  62  u.  a.).  Auch  war  das  Relief  des 
Abhanges  bei  den  urn  mehr  als  ein  Jahrzehent  spiiter  vorgenommenen  Revi- 
Sionen  des  Autors  ziemlich  veraudert,  tlieils  (lurch  Einttuss  des  Wassers,  theils 
aucb  durch  Menschenhand. 

Bei  der  let/ten  Durchsicht,  die  wiederholt  kontroliert  wurde,  wurden 
die  Ergebnisse  betreffs  der  Eruptivg&nge  definitiv  eingezeichnet  und  zeigen 
sie  iu  ftbersicht  die  beigelegten  Profilzeichnungen.  Es  sei  schon  hier  beige- 
%t,  dass  einige  von  den  (iangen  schwer  aufzufinden  sind,  da  sie  der  be- 
uachbarten  Grauwacke  augenscheinlich  sehr  iihnlich  sind. 

Da  es  dem  Autor  in  Hinsicht  zu  dem  ttbrigen  Theile  der  Arbeit  liber 
das  Moldautlial  nordlich  von  Prag,  in  dem  die  Gauge  nacb  den  Daten  Bo- 
dicky's  numeriert  blieben,  nicht  vortheilhaft  erschien,  alle  Gange  mit  neuen 
Nurnmern  zu  bezeichnen,  (wodurch  auch  gegentiber  den  „Porphyrgesteinen" 
Borickfs  tlberflussige  Verwirrung  entstehen  diirfte),  wurden  in  den  neugezeich- 
'"''en  Protiltlieilen  diejenigen  Gauge,  welche  ihrer  Configuration  nach  Oder 
durch  ihre  Lage  eventuell  auch  durch  ihr  Gestein  ganz  sicher  in  Einklang 
'"it  der  Numerierung  P.oficky  s  gebracht  werden  konnten,  mit  denselben  Num- 
"l('i'n  signiert  wie  dies  in  den  Porphyrgesteinen  lioiicky's  geschehen  ist.  Die 
n©u  entdeckten  G&nge   wurden  zwischen  jene  an  die  entsprechenden  Stellen 


64 


eingezeichnet  and  wie  bereits  am  Anfange  dieser  Arbeit  bemerkt  wurde,  mit 
kleinen  Buchstaben  bezeichnet.  Auf  diese  Weise  wurde  die  Sache  vollkommen 
ausgeglichen. 

Das  ganze  Profil,  das  sich  zwischen  Thalschluchten  von  Brnky  und 
Chabry,  gegenuber  Roztok  ausdehnt  und  dessen  Beschreibung  auf  Grund 
durchwegs  neu  hergestellter  Praparate  weiter  gegeben  werden  wird,  ist  in 
vieler  Hinsicht  instruktiv. 

Es  zeigt  erstens,  was  fiir  eine  Menge  von  weuu  audi  oft  schwaclien 
Eruptivgangen  besonders  von  Griinsteinen,  die  hiesigen  Untersilurschichten 
und  das  nicht  lange  nacli  ilirein  Absatz  durchbrochen  hat  und  so  ein  testes 
Skelett  geworden  ist,  (lurch  welches  die  Gowiisser  lange  vergeblich  einen 
Durch  bruch  gesucht  haben;  zweitens  kann  mail  sich  besonders  an  den  Griin- 
steinen dieses  Profiles  (iberzeugen,  wie  es  oft  sohwer  i'iillt  zu  bestimmeni 
ob  der  verwitterte  Grunstein  ein  Diorit,  oder  ein  Diabas  Oder  endlich  ein 
Syenit  war.  Endlich  sielit  man  auch  gauz  klar,  dass  der  Quarz  als  mikro- 
skopischer  Gcmengtbcil  in  den  Griinsteinen  wenn  audi  schr  hiking,  jedoch 
immer,  da  er  zumeist  ein  Sekundarprodukt  ist,  sehr  unbestandig  und  un- 
gleiehmassig  auftritt  und.  deshalb  die  Bezeichnung  des  Gesteines  als  „quarz- 
flihrendes"  oder  „quarzfreies"  bei  verwitterten  Griinsteinen  sehr  vorsichtig 
beniitzt  werden  muss. 

Wenn   wir   nun   zu   allem  dem  hinzufugen,  dass  das  Profil,  wenn  gleich 

die  Auffindung  und  Sicherstellung  einiger  Gftnge  in  den  stellenweise  steilen 

Abhftngen  hie  und  da  etwas  halsbrecherisch   ist,  doch   im  Ganzen  sehr  zu- 

giinglich  ist,  so  kb'nnen  wir  behaupten,   dass  es  eine  sehr  interessante  und 

besonders  in   seiner   oberen    Hiilfte  noch.   bei    weitem    nicht  erschflpfte   petro- 

graphische  Attraktion  bilden  kann. 

K-  U.  Das  gauze  Profil  hat  zum  Grundgestein  einen  grauschwarzen,  an  den 

abef  von  Eruptivgangen  lichteren,  wie  ausgebrannten  Grauwackenschiefer,  welchen  Dr.  Bo- 

Roztok.  ficky*  zu  Parr.  Et.  I!,  ziililte.   Er  gohnrt  aber  wieder  der  Et,  0.  an.     Stollen- 

wacke  u.we^se   verliert   er   die   grosseren   Quarzkornchen   und    wird    zuweilen    auch 

w'u'k,'1!,    ,l,iiml,lilttri8-     Meistentheils    ist   er   grobblockig,  hie  und    da  aber  so  eigen- 

schiefer.)  thtlmlich    zerkliii'tet,    dass    man   ihn  auf   den    ersten    Blick   leiclit    rn.it  eiuem 

Eruptivgestein  verwechseln   kann. 

So  sehen  wir  z.  I!.,  dass  die  von  Boficky  mit  Nro.  25.,  47.,  60.  und  62. 
bezeichneten  Gftnge,  nichts  anderes  sind  als  wackiger  CJntersilurschiefer,  der 
ehedem  auch  Felsit  oder  Felsitschiefer  genannt  wurde.  Dieser  Schiefer  schaunit 
stellenweise  viol,  stellenweise  gar  nicht  auf,  wenn  er  mit  Salzsfture  behandelt 
wird. 

Unterm  Mikroskop  besteht  er  aus  polygonalen,  zwichen  >(  Nikols  intensiv 
gelb  und  roth  polarisierenden  Quarzkfirnern,  welche  stellenweise  durch  Staub 
und  leine  Pissc  getrubt  sind  und  durch  ein  kaolinisches  Itindemittel  getreunt 
sind.  Dieses  wird  wieder  von  einem  Pisen-  und  graphithaltigen  Staube  grau 
bis  schwarz  gefftrbt.  Hie  and  da  sieht  man  grossere  ro&tige  Limonitstelleu, 
oft  auch  Calcitpartikelchen.  die  durch  die  schiefen  Spaltungsrichtungen  cha- 
rakterisiert  werden. 


65 


Den  Fcldspathbestandtheil  kann  man  nur  mit  kleiner  Bestimratheit  kon- 
statieren  nnd  das  nur  an  einigen  Stellen.  Dann  sind  die  Feldspathiiberreste 
gewohnlich  triib,  in  den  seltenstcn  Fallen  lamellar.  Die  griinlichen  Chlorit- 
stellen  sind  selir  selten, 


Nach  intensivem  Gliihen  werden  die  Schiefer 
sogar  auch  schwach  braun.  Der  Magnetitantheil 
der  Masse  wird  (lurch  das  Gliihen  zu  Eisenoxyd. 


regelmassig  lichter  und 
im    schwarzen    Staube 


In  diesen  Schiefern  tritt  eine  gauze  Reihe  von  Eruptivglingen  auf,  die 
gegen  NW  bis  NWN  streiclien  nnd  unter  50—70°  gegen  NO  bis  ONO  ein- 
fallen.  Die  meisten  gehoren  mehr  Oder  weniger  verwitterten  Griinsteinen  an, 
zum  Theil  sind  es  auch  Porphyrgesteine. 

BoHcky's  Gang  Nro.  25,  der  im  sudlichsten  Ende  des  Profiles  in  einer  E.  U. 
Machtigkeit  von  cca  5  m  eingezeichnet  wurde,  ist  wie  oben  angefiihrt  wurde,('ggy|feri'') 
Mi,'ht  ein  wirklicher  Gang,  sondern  eine  Schichte  weicherer,  diinnblattriger, 
durch  Luft  und  Wasscr  erodierter  Schiefer  und  wurde  ohne  Zweifel  dcshalb 
TOr  einen  Eruptivgang  gehalten,  weil  unter  ihr  am  Fusse  des  Ablianges  grosse 
Blocke  eines  Eruptivgesteincs  heruinliegen,  die  aber  dem  Gauge  26a,  der 
etwas  ndrdlicher  in  den  Schiefern  ansteht,  angehiiren. 

Der  Gang  2G«  der  fast  6  m  machtig  ist,  enthiilt  ein  fast  dichtes,  durch  R-  U. 

Mass  grtinlichgraue  und  dunkelgraue  Flecken  scheinbar  grobkorniges  Gestein,  (Syenit*' 

das   dem    Gestein  des  Ganges  27  a  sehr  ahnlich  ist.  Mit  Salzsaure  behandelt,  Quarz- 
Schaumt  das  Gestein  in  der  Niihe  der  dunklcn  Stellen. 

Im  Mikroskop  sieht  man  bei  100  X  Vergrosserung,  wclche  auch  bei 
den  folgenden  Gesteinec  fast  durchwegs  (wo  keine  besondere  Angabe  steht) 
gemeint  ist,  eine  von  kaolinischem  Staub  und  griinlichen  Serpentinfetzen  ge- 
trtibte  Grundmasse  nnd  in  ihr  Partien  tunes  satt  grttnen  Chlorites,  klare 
^'larzkonmlien  und  grosse  porphyrische  Krystalle  eines  triiben  Feldspathes. 
■Umonit  kommt  besonders  in  den  griinen  Partien  vor,  in  denen  auch  jene 
eJgenthumliche,  stark  lichtbrechende,  krystalinische  Substanz  vorkommt,  wie  wir 
S1(>  auch  im  Gunge  27  a  linden  werden,  und  Uberreste  von  Magnetit.  Auch 
8echsseitige  klare  Apatitdurchsclmitto  kommen  vor  und  lange  Nadelchen  eines 
Unbestimmbaren  Minerales  (Epidot?)  in  der  griinen  Substanz. 


Die 


1111  polar.  Lichte  fallt  die  Menge  von  Qnarz  in  der  Grundmasse  auf. 
porphyr.  Feldspathe  sind  triib,  polarisieren  kbrnig  und  zeigen  nur  hie 
Und  da  eine  unbestinimte  Lamellarstruktur.  I  >io  lichteren,  im  polar.  Lichte 
r'sierenden  Korner  sind  dolomitisch-calcitische  Substanz.  Die  griine  Substanz 
rweist  sich  auch  im  polar.  Lichte  als  Chlorit.  Diesen  Gang  signirte  Poficky, 
*e  ich  noch  zn  Lebzeiten  Eoricky's  mir  beim  Pestimmen  der  Dichte 
^  ==  2'718)  dieses  Gesteines  notierte,  in  seinem  Notizbuche,  das  bis  jetzt 
°0'ogt,  mit  dem  Buchstaben  w,  was  zum  Schliissel  der  weiteren  Bostimmung 
Gauge  wurde.  Die  Analyse  dieses  Gesteines,  die  voni  Herrn  Strnad  im 


Lab 


oratorium  des  IT.  Prof.  Preis  durchgeftthrt  wurde,  ergab  in  %: 


66 


Kiesels&ure 

— 

63-66 

Thoncrde 

zz: 

7-8 1 

Eisenoxyd 

— 

8-13 

Eisenoxydul 

— 

3-61 

Manganoxydul 

— 

0-54 

Ealkerde 

— 

2-56 

Bittererde 

— 

1-85 

Kali 

zz 

2-45 

Natron 

zzz 

3-02 

Phospliorsaure 

— 

0-31 

Kohlcnsaure 

zz 

3-04 

Wasser 

= 

2-94 

Summa     =  99'92. 

Die  Sauerstoffverhaltnissc   und   dcron  Vertheilung   auf    einzelnc  im  Mi- 
kroskope  bestimmten  Mincrale  konnen  folgenderniassen  berechnot  werden : 


Kieselsilurc   .   . 
Thonerde   .   .  . 
Eisenoxyd 
Eisenoxydul .   . 
Manganoxydul 
Kalkerde  .   .   . 
Bittererde     .  . 
Kali    ... 
Natron    .... 
Phosphorsaure  . 
Kohlensaure 
Wasser  .... 


2 -a 


33-9521 
8-647 

2-430 
0-702 
0-121 
0-781 
0-740! 
0-41.7 
0-779 
0-174 
2-211 
2-613 


s 
5 


■4 

ft 


3 

i 


,     r^l 

id 

+3 

jl 

a  8, 

N 
O 

CD 

[=1 

3 

Mag 

a 

o 

a 


5-004 


1-251 


0-116    0-553 
0-552 


0-174 


2-211 


0-41.7 


9-348 


2-337 


0-77!) 


0-248 


0-186 


0-062 


0-6641 


0-428 


1-841 


0-255     0-447 
0-121 

o- 1 88 


0-428 


1-098 


4-098 


«5 


1.8-788 


0-092, 


Daraua   ergibt  sich  die  Berechnung   einzelner  Mincrale  im  Gestein  in 
folgendcn  Ziffern: 


67 


0/ 

» 

■"1 

1 

'S 

o 
© 

p 

2f 

!  -5 

2^ 

'a  M 

w 

o 

5 

2 

O 

a 
3 

Kieselsaure  .   .   . 

63-66 

— 

— 

9-881 

17-528 

0-465 

1-057 

— 

— 

85-227 

Thonerde  .... 

7-810 

— 

— 

2-671 

5-005 

0-898 

'0-906 

— 

— 

— 

Eisenoxyd     .   .   . 

8-180 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

4-470 

3-660 

— 

Eisenoxydul  .    .    . 

8-119 

— 

— 

— 

— 

— 

1-148 

2-013 

— 

— 

Manganoxydul 

0-510 

— 

— 

— 

— 

— 

0-540 

— 

— 

— 

Kalkerde  .... 

2-558 

0-406 

1  -985 

— 

— 

0-217 

— 

— 

— 

— 

Bittererde     .   .   . 

1-850 

— 

1  -880 

— 

— 

— 

0-470 

— 

— 

— 

Kali 

1 
2-450 

— 

— 

2-450 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

i 

— 

— 

— 

;ro2o 

Phosphorsaure 

0-810 

0-810 

Kohlensaure     .   . 

3-040 

— 

8-040 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Wasser 

2-940 

— 

— . 

— 

— 

— 

0-477 

— . 

1-235' 

1-228 

! 

Summa  .   . 

"     ' 

0-716 

8-855 

L4-512 

25-558 

1 

1-080 

4-589 

6-481 

4-895 

30-455' 

1 

Das  Gostein  bcsteht  dcmnach  aus  3672°/o  Quarz,  25'/2%  Natronfeldspath, 
^V/o  Kalifeldspath,  1.%  Kalkfcldspath,  6'/270  Magnetit,  5%  Limonit,  4'/27„ 
Chlorit,  ()•;!"/„  dolomitisch-kalcitische  Substanz  und  0'70/0  Apatit  und  deshalb 
karm  man  es  als  einen  syenitisclien  Quarzdiorit  bezeiclmen,  wenn  man  auniinmt, 
dass  das  ursprtingliche  Mineral,  aus  dom  dcr  Chlorit  entstanden  ist,  ein  Am- 
phibol  war. 

Von  diosem  Gestein  lichen  am  Fusse  des  Abhanges,  wie  boreits  bemerkt 
Wurde,  gauze  Folsblocke  lierum.  Es  wurdc  ohne  Zwoifel,  da  es  sehr  fest  und 
Ztihe  ist,    zum  Aufbau  dor   Navigationsdamme  viel  gebrauclit  und  gebrochen. 

Hinter  dom  Wasserriss,  dcr  weiter  gegon  Norden  in  den  Abhang  einge- 
schnitten  ist,  stoht  —  fast  beim  siidlichen  Ende  dcr  Garten  —  dcr  G-ang26S 
aai  dcr  oca  120  cm  machtig  ist  und  ein  dunkclgranes  Gestein  fiilirt,  in  dem 
IU;UI  feine  Feldspathleistchen  und  weissliche  Calcitticckc  bemerkt.  Diese  Stellen 
und  hie  und  da  audi  die  Grundmasso  dieses  selir  verwittcrten  Gcsteines 
schaumen  stark  mit  Sauren  behandelt. 

Im  Mikroskop  erweist  sich  das  Gestein  als  ein  Gemcnge  von  Feldspath- 
leistchen, zwischeu  welche  cine  grunlichgelbe  Serpcntiusubstanz  und  Ko'rnchen 
lln-d  Btiibchen  (!)  von    Magnetit,   die   stellenweise  auf  Limonit  verwittern,  und 

1   i  ,  w  D  1  » 

K,are  Quarzkorner  eingezwangt  sind.  Porpbyrisch  treten  nur  hie  und  da  Feld- 
sPathe  auf,  welche  zersprungen  und  stellenweise  kaoliuisch  angewittert,  d.  i. 
V()i>   kaolinischem    Staub    getriibt  sind.    Im  polar.   Lichtc  zeigt  ein  Theil  der 


K.  H. 

Gang  26b. 

(Syenit. 

Quarz 

diorit.) 


K.  U. 

(Syenit. 
Quarz- 
diorit.) 


R.  U. 

Gang  27b 

(Quarz- 

diorit.) 


kleinercn  und  auch  einige  griisserc  Feldspathindividuen  eine  polysynthctische 
Struktur ;  andere,  insbesonders  die  grSsseren  polarisieren  einheitlich  Oder  sind 
verzwillingt.  In  dicsen  sieht  man  neben  kaolinischem  Staubc  Haufchen  von 
unbestimmt  und  corrodicrt  begranzten  irrisierend  polarisierenden  Kornern, 
welche  wie  durch  zahlreiche  Untersuchungen  bestimmt  wurde,  ciner  dolomitisch- 
calcitischen  Substanz  angohdrcn  und  auf  einen  bedeutonden  Grad  von  Ver- 
witterung  hinweisen.  Der  Antheil  von  Magnesium  wurde  natiirlich  aus  der 
Nachbarschaft  in  die  Feldspathe  infiltriert.  Calcitstellen,  die  schon  mit  blosem 
Auge  bemerkbar  sind,  fielen  durch  Zufall  nicht  in  das  Praparat.  Auch  dieses 
Gestein  kann  als  syenitischer  Quarzdiorit  gedeutet  werden. 

Der  Gang  27  a,  dor  durchschnittlich  5  m  machtig  ist  und  vom  nachst- 
folgenden  durch  eine  bloss  einige  Centimeter  starke  Lagc  von  Schiefer  ge- 
trennt  ist,  besteht  fast  aus  demselben  Gestein,  wie  Gang  26  a.  Nur  dass  er 
in  den  dunklen  Flecken  zicralich  viel  riithliche  und  briiunliche  Punkte  besitzt, 
welche  Eiscnderivaten  angehiiren. 

Tin  Mikroskop  ist  das  Gestein  von  jeneni  des  Ganges  20  a  wenig  ver- 
scbJeden.  Man  sieht  da  zwischen  weissen,  durch  Kaolinstaub,  Risse  und  blass- 
grttne  cliloritisch-serpentinische  Partien  getriibte  Stellen,  andere,  ziemlicli  grosse 
Stellen,  die  der  Serpentin-Chloritmasse  angehiiren  und  hie  und  da  regelmas- 
sige  Umrisse  zeigen.  Grossere  urspriinglicb.  dem  Magnetit  angehorende  KSrner, 
sind  zu  Linioiiit,  oder  sogar  in  ein  durchsichtiges  braunes,  zwischen  X  Nikols 
sebwach  bunt  polarisierendcs  Mineral  umgewandelt.  Rie  kommen  hauptsachlich 
in  der  grunen  Substanz  vor.  Man  kiinnte  diesc  Durchschnitte  ehestens  dem 
secundiiren  Siderit  zurechnen,  den  das  Gestein  schaumt  nur  tube  an  den 
dunklen  Stellen  und  schwach  nach  vorhorgehender  Erwiirniung.  Die  por- 
phyrischen  Feldspathe  sind  durch  Kaolinstaub  getrtlbt,  so  (lass  nicht  ent- 
schicden  werden  kann,  ob  sic  urspriinglicb  mono-  Oder  triklin  waren. 

Im  polar.  Lichte  ist  die  Struktur  der  Grnndniasse  felsitisch.  In  der 
Gr'undmasse  liegen  Feldspathmikrolithe,  calcitisch-dolomitische,  weiter  grtinliche 
Serpentinsubstanz  eingebetet,  dann  grossere  kornig  polarisierende  —  ein 
Zeichen  der  anfangenden  Verwitterung  —  Feldspathe,  die  hie  und  da  lamellar 
sind  und  endlich  Quarzkornerdurchsclmitte.  Diese  sind  an  einigen  Stellen  hexa- 
gonal und  bleibcn  natiirlich  zwischen  X  Nikols  dunkel. 

Man  kann  im  Ganzen  annebincn,  dass  audi  dieses  Gestein  ein  QuarZ- 
diorit  war,  und  zwar  durch  den  Antheil  der  monoklinen  Kalifeldspatlie  ein 
syenitischer.  Aber  wiederuin  muss  es  wiederliolt  werden,  dass  die  Systema- 
tisierung  der  verwittorten  Gesteine,  insbesonders  aber  der  Griinsteine,  bei 
denen  nicht  bestimmt  werden  kann,  ob  die  serpentinisch-chloritischen  Verwit- 
terungsprodukte  aus  Amphibol  oder  Augit  entstanden  sind  und  was  fur  Feld- 
spatliarten  urspriinglicb  im  Gestein  waren  (bei  diesen  letzten  weder  optisch 
noch  chemisch),  sehr  schwierig  ist  und  zumeist  mehr  oder  weniger  sub.jektiv. 

Der  Gang  27  6,  der  vom  vorigen  so  wenig  abgesondert  ist,  hat  eine 
durchschnittliche  Miichtigkeit  von  cca  4  m  und  fiihrt  ein  schones  graublaues, 
sebr  feinkorniges  Gestein  mit  schmalen  bis  2  mm  langen  Feldspatlilcistchen. 
In  diesen  Feldspathen  schanmt  das  Gestein  bei  Behandlung  mit  Siiuren. 


69 


Im  Mikroskop  erwoist  es  sicli  als  oin  Gemenge  von  Feldspathleistchen, 
zwischen  denen  eke  grttnlichgraue  serpeatmisch-chloritische  Substanz  und 
schwarze  Magnetitaberreste,  die  oft  zu  Limonit  umgewandelt  sind,  sicb.  aus- 
breiten.  Ira  polar.  Li«hte  zeigen  die  kleinen  Feldspathleistchen  keine  Lamellar- 
struktur,  polarisieren  aber  lebhaft  rind  unterscheiden  sich  vom  Quarz  duroh 
die  oblongen  Durchschnitte.  Quarz  1st  in  kleinen  Partien  ziemlich  verbreitet. 
Grosse  porphyrische  Feldspathe  sind  frischer  als  beim  Gang  27  c  und  zeigen 
sine  polysyntbetische  Struktur,  wenigstens  bei  einem  Tbeile  der  Iudividuon. 
Auch  dieses  Gestein  kann  zu  den  Quarzdioriten  gerechnet  werden. 

Einige  Scbritte  weiter  gegen  Norden  finden  wir  im  Abhange  den  wenig  &  U. 
deutlichen  cca  2*/4  m  macbtigen  Gang  27  c.  Das  Gestein  ist  ziemlich  verwittert,  ^q^' '" 
grau,  feinkornig  rait  zablreichen  weissen  nur  cca  1  mm  grossen  und  in  Sauren  syenit.) 
sch&umenden  Feldspathen. 

Die  Grundmasse  dieses  Gesteines  ist  ein  Gemenge  von  Feldspathleistchen, 
'lit:  hie  und  da  dutch  Kaolinstaub  getriibt  sind,  daun  vongrimen  Chloritpartien, 
'lie  stellenweise  fast  in  Amphibol  iibergehen  —  diese  Partien  haben  Umrisse 
vein  Amphibol,  sind  griinbraun,  stark  pleochroitisch,  der  Li'uige  nach  parallel 
gerieft  —  und  von  Limonit,  der  aus  Magnetit  entstanden  ist.  Nicht  selten 
hndet  man  auch  hie  und  da  ein  Quarzkorn.  Die  porphyrischen  Feldspathe  sind 
(birch  Kaolinstaub  vollig  getriibt.  Im  polar.  Lichte  zeigen  die  Feldspathe  der 
Grundmasse  ein  ziemlich  lebhaftes  Farbenspiel,  sind  aber  nicht  polysynthetisch. 
Ebenso  zeigen  auch  die  grossen  Feldspathindividuen,  in  wiefern  man  bei  ihrer 
verwitterung  urtheilen  kann,  keine  Lamellarstruktur,  hiichstens  sind  sie  ver- 
zwillingt  und  gehoren  dem  Orthoklas  an.  Es  gehort  demnach  das  Gestein  in 
die  Reihe  der  Quarz  syenite,  welche  schon  Boficky  aus  dem  Moldauthale 
'von  Doliinek  (Jang  101  R.  U.)  beschrieben  hat. 

Der  nachstfolgende   Gang  27  d  ist  cca  1  m  miichtig  und  fiihrt  ein  ver-    &•  lT- 

wittertea  fast  dichtes  graulichrothlichea  Gestein  mit  ockergelben  Sprungen.  Mit  ((jwj. ' 

Lauren  behaudelt  schiiumt  es  hauptsiichlich  an  den  Sprungen  ziemlich  lebhaft.    freier 

Porphyr.) 
Die  Grundmasse  des  Gesteines  besitet  in  einer  gelblichen  (lurch  Kaolin- 

""'1  Limonitstaub  getriibten  Basis  zerstreute  Limonitflecken  und  porphyr.  Feld- 
spathe, die  oft  nur  nach  einer  dichteren  und  regelmassig  gclagerten  Bestaubung 
kenntlich  sind. 

Im  polar.  Lichte  ist  diese  Grundmasse  felsitisch  und  zeigt  schonc,  wenn 
auch  stark  angewitterte  einfache  und  verzwillingte  Orthoklase.  Polysynthetisclie 
feldspathe  wurden  fast  gar  nicht  beinerkt.  Hie  und  da  gibt  es  Stellen  mit 
8ecundarem  Quarze  (an  den  Sprungen  und  feinen  Hohlriiumen)  und  kleine 
ca'citisch-dolomitische  Partien. 

Dieses  Gestein  stimmt  mit  dem  Priiparate  Boficky's  uberein,  welches 
Seinem  Gauge  Nr.  29  angehOrt,  den  Boficky"  in  seincn  Porphyrgesteinen  als 
luarzfreien  Porphyr  it  bezeichnet  hat.  Wegen  der  felsitischen  Grund- 
ttiasse  konnte  man  das  Gestein  felsitisch  nennen  und  der  Orthoklase  wegen 
Zum  P o r p h y r  anreihen.  Es  ware  demnach  ein  felsitischer  q u a r z f r e i e r 
Porphyr. 


70 


R,  D. 

Gang  28. 

(Radiolit. 

Quarz- 

porphyr.) 


R.  II. 

Gang  '2'J. 

(FeTsi- 

tisch-ra- 
diolitiscli. 

Quarz- 
porphyr.) 


R.  U. 

Gang  30a. 

(Syenit. 

Diorit.) 


Dor  Gang  28.  befindet  sich  bereits  hinter  dem  zweiten  Wasserriss  dieses 
Profiles.  Er  ist  an  3  m  machtig  und  ftthrt  ein  braunes  dichtes,  am  Bmche 
splittriges  Gestein,  mit  schwer  unterscheidbaren  Einsprenglingen  feiner  Feld- 
spa,th-  und  Quarzkomer.  In  don  Siiuven  schiiumt  es  fast  nie  und  erinnert  an 
das  Gestein  des  folgenden  Ganges.  Die  Grundmasse  ist  schwach  gelblich,  vom 
Kaolin-  und  Limonitstaub  bestaubt  und  von  Quarziiderchen  durchzogen.  Im 
polar.  Lichte  sicht  man  radio!  ithisch-folsitische  Korncr;  Feldspathleistchen  und 
Mikrolithe  konnen  nicht  naher  besthnmt  werden.  Hie  und  dort  kommt  ueben 
ehloritischer  auch  dolomitisch-calcitische  Substanz  vor.  Auch  Quarzkomer 
wurden  aber  selten  bemerkt.  Das  Gestein  ist  ein  radio!  ith is cher  Quarz- 
p  o  r  p  li  y  r. 

Der  weitere  I.  —  l'/g  m  machtige  Gang  29.  hat  ein  etwas  geschichtetes 
dichtes  graugelblichbraunes  Gestein,  das  im  Inncren  eine  lichtere  Farbung  zeigt. 
An  den  Sprtlngen  ist  es  okergelb.  In  den  Sauren  sehaumt  es  nicht  und  scbeint 
im  Ganzen  dasselbc  Gestein  zu  sein,  wie  der  linsenfiirmige  Einsclduss  im  Gange 
30.,  welcher  darnach  jtinger  ware.  Im  Mikroskop  ist  es  ein  Gemenge  von 
Kornchcn,  die  durch  Limonit  getriibt  und  von  ihm  stellenweise  auch  umsaumt 
sind;  der  limonitische,  sonst  die  Sprflnge  ausfttllende  Theil  ist  in  Streifen 
vertheilt  und  entstand  entweder  aus  der  griinen  Cldoritsubstauz  odor  aus  Pyrit. 

Im  polar.  Lichte  sieht  man  eine  felsitische  Substanz,  wclche  viele^Feld- 
spathmikrolithe  enthalt. 

Spuren  von  Quarzkrystallen  sieht  man  nur  hie  und  da  in  kleinen  Kornchen, 
dafftr  treten  aber  ganze  Partien  von  Felsitsubstanz  auf,  welche  in  den  etwas 
radiolithisch  gelblich  und  bliiulich  polarisierenden  Partien  in  Quarz  sich  umzu- 
wandeln  scheinen.  Man  kann  das  Gestein  einen  felsitisch-radiolithischen  Quarz- 
porpliyr  benennen  und  fiir  einen  t'lbergang  zwischen  den  radiolithischen  und 
I'elsitischen  Porpbyren  halten. 

Das  Gestein,  welches  Boficky  in  seinen  Porphyrgesteinen  mit  Nr.  30 
bezeichnete,  gehiiit  eigentlich  zwei  Gangen  an,  welche  von  einander  durch 
ein  cca  40  cm  starkes  Zwischeninittel  getrennt  sind. 

Der  sudliehere  Gang  30  a  ist  4  m  mftcbtig,  dunkelgraugrto  —  haupt- 
sachlich  nach  dem  Aidiauclien  —  feinkfirnig  mit  porphyrischen  bis  2  mm 
grossen  Feldspathen  und  schliesst  einige  Meter  oberhalb  der  Garten  einen 
linsenfSrmigen  Einschluss  von  derselben  Masse  ein,  wie  Gang  29  und  31.  Das 
Gestein  des  Ganges  .">0a  schiiumt  mit  Ausnahme  der  Sprtinge,  wenn  es  mit 
Sauren  behandelt  wird,  fast  gar  nicht  auf. 

Im  Mikroskop  ist  die  Grundmasse  ein  (ienienge  von  klaren  Feldspathen, 
sattgriincr  Chloritsubstanz,  die  stellenweise  noch  in  Sanlenformen  sich  befindet, 
Magnetit,  braunen  bestiiubten  Partien  und  seltenen  Stelleu,  die  durch  Calcit- 
spriingo  deutlich  bestimmt  sind.  Porphyrisch  treten  grosse  Feldspathindi- 
vidnen  auf. 

Im  polar.  Lichte  sind  die  Feldspathe,  audi  die  porphyrischen,  zumeist 
monoklin,  ein  kleiner  Theil  und  das  hauptsilchlich  die  grOsseren,  zeigen  hie 
und  da  eine  Lamellarstruktur.  Die  grunc  Substanz  ist  recht  dichroitisch  und 
polarisiert  stellenweise  gleichformig  dunkelblau  (Ghlorit).    Hie  und  da  ist  ein 


71 


Quarzkorn.  Pas  Gestein  kann  man  als  angewitterten  syenitischen  Dior  it 
betrachten.  Das  ganz  iibcreinstimmende  Praparat  Bofickf  s  hat  viele  Pyrit- 
partien,  schiinc  Feldspathdurchschnitte,  in  denen  audi  schon  durch  Kaolin- 
staub  die  Zonarstruktiy  deutlich  ausgeprftgt  ist  imd  Calcit  in  don  grttnen 
Partien  und  dabci  sekundiire  Quarzkbrner. 

Die  weisse  im  Gestein  des  Ganges  80  a  eingeschlossene  Masse  ist  selirEjl^{;iss 
feinkfirnig  bis  dioht   mit  porphyrischen  aber  sparlichen  Quarzkornern.    Stel-im  Gange 
lenweise  befindet  sich  an  den  Sprttngen  auch  Kaolinstaub.    Nach  dem  An-     soa^ 
hauchen  ist  das  Gestein  etwas  grttnlich.  In  den  Siiuren  schiiumt  es  nicht.         Quarz.' 

Im  Mikroskop  erscheint  die  Masse  im  Ganzen  gleichformig  gelblich  u.  z.porphyr.) 
durch  Limonit,  Kaolinstaub  und  feine  Sprttnge  getrttbt  und  treten  in  ihr  hie 
«nd  da  grunliche  serpentinisch-floritische  Partien  und  porphyrische  Quarz- 
korner   auf.    Die    Limonitpartien  sind   aus   Magnetitstaub    entstanden,   der 
8tellenweise  noch  in  kleinen  Gruppen  vorkommt. 

Im  polar.  Lichte  zerfiillt  die  ganze  Masse  in  felsitisch-radiolithische 
Gebilde.  Die  (lurch  schwarzen  Staub  markierten  Stellen  polarisieren  schon 
entschiedener  dem  Quarze  iihnlich,  der  in  porphyrischen  Kornern  durch  die 
lebhaften  Polarisationsfarben  die  Aufmerksamkeit  auf  sich  zieht.  Hie  und  da 
befindet  sich  auch  eine  Feldspathlamelle.  Im  Ganzen  ist  der  weisse  Einschluss 
(-iii  radiolithischer  Quarzporphyr. 

Der  cca  3  m  miichtige  Gang  30  b  ist,  wie  bcreits  angeftthrt  wurde,  vom  QR.  tt 
Gauge  30  a  durch  eine  leicht  zu  iibersehende  cca  40  cm  miichtige  Schiefer-  (Syenit." 
schichte  getrennt  und  fiihrt  ein  blaugrttnes  feinkorniges  Gestein  mit  Pyrit-  Diorit.) 
punkten.  In  Siiuren  schiiumt  es  iiberall  ziemlich  stark. 

Das  Gestein  ist  im  Mikroskop  ein  Gemenge  von  Feldspathleistchen, 
sraugriinlichen  Serpentinpartien,  Magnetitkrystallen,  die  stellenweise  auf  Li- 
monit umgewandelt  sind,  und  rundlichen  klaren  Quarzkornern.  Hie  und  da 
sieht  man  grossere  der  Lange  nach,  oft  auch  in  eie  Quere  zersprttngene  Feld- 
spathindividuen,  grossere  Serpentinstellen  und  Gruppen  sekundfiren  Pyrites,  von 
denen  eine  in  deutlich  durch  Sprttnge  charakterisiertem  Calcit  einge- 
schlossen  ist. 

Im  polar.  Lichte  ist  der  griisste  Theil  der  Feldspathe  auch  der  der 
Liinge  nach  zersprungencn  einfarbig.  Die  grunliche  Substanz  polarisiert  durch- 


wegs  serpentinartig,   Quarz   gibt  es 


verhaltnissm&ssig   mehr    als  sonst  und 


eiuigo  Korner  desselben  zeigen  bei  sonst  lebhafter  Polarisation  eine  strahlige 
Struktur.  Sehr  viel  gibt  es  jener  irrisierenden  calcitisch-dolomitischen  Substanz 
lu't  ausgenagten  Coiituren,  die  durch  Verwitterung  der  iibrigcn  Gcmengtheile 
entstanden  ist.  Das  Gestein  kann  man  als  Lberrest  von  syenitischen  Diorit 
betrachton. 

Das   Gestein   des  Ganges  31a  ist  cca  ll/a  m  maehtig,   dicht  gelblich-    &U  a_ 
81-au  mit  dunkleren  Stellen.   An  den  Kluftfliichen  ist  es  durch  Ockcr  braun-  j^V 
»'">  gefiirbt.     In  Siiuren  schiiumt  es  nicht. 


Es  ist  fast  vollstiindig   mit   dem  «?<$£• 
Gesteine  des  Einschlusses  im  Gange  80  a  identisch,  ist  aber  stellenweise  nocn 


m6hr  felsitisch  und  hat  ebenfalls  porphyri 
v  a  d  i  o  1  i  t  h  i  s  c  h  e  r  Porphyr. 


scher 
ischen  Quarz.  Es  ist  ein  felsitisch-Porphyr.) 


72 


In 

Illl 


R-  U.  Gang  31  b  ist  bios  1/a  m  miichtig    imd    besitzt   ein    dichtes,  ctwas 

(Felsi- '  stromtes,   braungelbes   Gestein  mit  braunen  Streifen  und  Pyritkiirnchen. 

tisch-ra-  Sauren    schaumt   es   hie  und    da    in    der   Grundmasse,    aber    schwach. 

S(.i,(„.    Mikroskop   sehen   wir  eine   gleichfSrmig  grauwoisse    (manche   Partien    sind 

forphyr.)  freilicb  klar,  andere  grunlichgelb)  rostig  bestiiubte  fast  *  durchsichtige   Masse, 

in  der  bios  griissere  Pyrit  und  Limonitkornchen  eingebettet  liegen.  Im  polar. 

Lichte  ist  die  Grundmasse  i'elsitiscli,  etvvas  radiolithisch,   stellenweise   besitzt 

sic  die  bekannten    caleitisch-doloniilisdicn    Gebilde.     Das   Prilparat  lioficky's 

aus  diesem  Gauge  enth&lt  einen  sduinen  rechteckigen  Pyritdurchschnitt,   bei 

dem    oben  und   unten   ein  Streifen  von   radiolithischem  Quarz  sich  befindet, 

Audi  ein  porphyrisches  Quarzkorn  enthiilt  dieses  Praparat.  Das  Gestein  dieses 

Ganges  ist  ein  radiolithisch-felsitis  cher  Porphyr. 

q'    ,'j2  Past  am   niirdliclien  Ende  der  Garten  (etwas  gegen  Norden)  zieht  sich 

(Svenit.-  in   dem   sich   dort  befindenden  Absturze   ein   gebogener,   nach   meinen  Ab- 

Porphyr .)  schiitzen   bios  ;3  m  machtiger   Gang   (Nro.  32),  (lessen   dichtes   Gestein   licht- 

graugelb   ist  und  schwarz  punktiert.    Nebstdem    Sieht   man  in  ihm  gliinzende 

Pyritkiirnchen   und    porphyrisch    auftretende    Keldspathkrystalle.     In    Sfturen 

schiiumt  ihre  Grundmasse  nur  ganz  schwach. 

Dieses  interessante  Gestein  besitzt  eine  gleidimiissig  weisslichgelbe 
G.mndmasse,  welche  durch  Staub  und  graue  odor  grunliche  (Chlorit)  Fetzen 
getrubt  ist  und  aus  der  ziemlich  zahlreiche  aber  nicht  besonders  grosse 
Feldspathc  porphyrisch  hervortreten.  Diese  sind  verzwillingt,  was  oft  (lurch 
eine  Mittellinie  nur  angedeutet  wird.  Im  polar.  Lichte  ist  die  Grundmasse 
i'elsitiscli  mit  dolomitisch-calcitischen  Partien  und  Feldspathst&bchen.  Die 
griinlichen  Partien  polarisieren  chloritisch,  stellenweise  bis  serpentinisch. 
Die  ]>orph.  Feldspathe  sind  einheitlich  oder  verzwillingt  und  polarisieren  in 
Folge  der  anfangenden  Verwitterung  kornig  aggregiert.  Der  Allem  nach  se- 
kundiire  Quarz  kommt  selten  und  nur  in  kleinen  KSrnchen  vor.  Das  Prii- 
parat JBoficky's  ist  starker,  die  griinen  Partien  sind  dann  natiirlich  dunkler 
und  erinnern  in  ihren  Umrissen  an  Amphibol.  Nebstdem  kommen  audi  Pyrit- 
kornchen vor.  Das  Gestein  kann  man  denmach  als  einen  syenit  iscli  e  n 
V  e  I  s  i  t  p  o  r  p  h  y  r  hinstellen. 

R.  U.  Der   folgende   bios  1  m  miichtige    Gang  Nro.   ?>?>.    hat   ein  lichtgraues, 

(Diorit. ' etwas  grunliches  Gestein,  in  dem  aus  dichtcr  Grundmasse  cca  2  mm  grosse 
Feldspathe  und  allem  nach  audi  wenn  audi  selten  Quarzkorner  porphyrisch 
hervortreten.  In  Sauren  schaumen  die  Feldspathe  ein  wenig. 

Im  Mikroskop  ist  die  Grundmasse  trttb  u.  z.  (lurch  Kaolinstaub,  Sprunge 
und  Fetzen  der  Serpentinsubstanz. 

In  dieser  Grundmasse  liegen  hauptsiichlich  kleinore  griine  Partien  oder 
auch  lange  griine  Leisten  der  Chloritmasse,  dann  hie  und  da  Magnetit,  por- 
phyrische  getriibte  Feldspathe  und  griissere  Quarzkorner  herum,  welch'  letz- 
tere  Sprunge  uud  Einbuchtungen  besitzen,  in  welche  die  Grundmasse  eindringt. 
Urn  sie  herum  befinden  sich  Siiume  von  Radiolithquarz,  welche  liditer  slid 
als   die   benachbarte   Grundmasse.    Ein   Quarzdurchschnitt  ist  unrcgelmassig 


Quarz- 
porphy- 

rit.) 


73 


sechseckig,  besitzt  zwei  grosse  Bliischcn,  die  ohuc  Zweifel  von  dor  urspriinglich 
glasigen  Grundmasse  ausgefullt  sind. 

Das  polar.  Licht  zeigt  felsitische  Grundmasse  stellenweise  audi  radio- 
lithische  Substanz,  di*  vol!  1st  von  kleineren  polysynthetischen  Plagioklasen. 
Die  porphyrischen  Feldspathe  sind  stark  getriibt,  entweder  einheitlich  oder 
verzwillingt,  zumeist  aber  polysynthetisch.  An  zwei  Stellen  fiillt  sekundarer 
Quarz  mit  eharakteristisch  zerspruhgenem  Calcit  kleine  Hohlungen  aus.  Die 
grunen  Fetzen  und  Stabchen  gehorten  zweifellos  dem  Amphibol  an  und  sind 
bis  jetzt  nicht  typisch  chloritisiert.  Man  kann  das  Gestein  als  einen  diori- 
t i  s  c  h  e  n  Q  u  a  r  z  p  o  r  p  h  y  r  i  t  bozeichnen. 

Gang    34.,    dor    sicli   nicht   weit   vora    vorigen  befladet,   aber  noch  vor    R-  U. 
dem  nachsten  Wasseriss,  nordlich  von  den  ersten   (nordlichsten)   Baumen  dor  (Sit.)' 
Gartchen   anstebt,  flihrt  ein  feinkSrniges,  dunkelgrauos   Gestoin  mit  woissen 
Aderchen   und  1  mm   langen   Feldspathleistchen.    Das  Gestein  schiiumt  stark 
in  der  Grundmasso  bei  Iiehandlung  mit  Sauren.  Dio  Miichtigkeit  ist  fast  1  m. 

Im  Mikroskop  ist  das  Gostoin  ein  Gemengo  von  Feldspathleisten,  dio 
mehr  als  3/i  der  ganzen  Masse  ausmachen.  Zwischon  ihuen  ist  eine  gelb- 
braune  Magnetit  entbaltende  und  durcli  dunklen  Staub  stark  getriibte  Masse 
eingeklemmt.  Das  Alios  insbesonders  aber  die  Feldspathe  an  don  Spriingen 
sind  von  einer  grtingelben  Serpentinsubstanz  durchdrungen,  wolche  nur  hie 
'""I  da  in  griisseren  gelblichon  Partien  auftritt,  aber  bereits  zum  grossten 
Thei]  in  jene  getriibte  Zwiscbenklemmungsmasse  unrwandelt  ist.  Die  Feld- 
8Pathindividuen  sind  im  polar.  Lichte  zunioist  polysynthetisch,  wcnn  gloich  es 
auch  genug  dor  verzwillingten  und  einheitlichon  (ohne  Zweifel  Schnitte  nach 
co  Poo)  gibt.  In  dor  ganzen  Masse  gibt  es  ziemlicb  viol  dolomitisch-calci- 
tiscber  Substanz.  .  Von  Augit,  von  dem  Boficky  bei  der  Determinirung  dos 
Ganges  34.  spricht,  wurde  nicht  die  geringste  Spur  bemerkt.  Im  Ganzen  kann 
ffiau  annehnion,  dass  das  Gestoin  urspriinglich  ein  Diorit  war. 

1 1  inter  dem  angefiihrten  Wasserriss  tritt  der  cca  1  m  machtige  Gang  auf,    K-  U. 
i  °  j.  .         -,T        Gang  35, 

•lesson  Gestein  don  hiesigen   Schiefern   fast  ahnlich  ist,  ein  sehr  femes  Korn  (porphyr 

"'id  graublaue  Farbe  besitzt  und  in  der  Grundmasse  schiiuint. 

Im  Mikroskop  zerfallt  es  in  ein  Gcwirr  von  mittelnuissig  grosseu  Feld- 
spathen,  grunen  Serpentinpartien  und  Magnetitkornorn.  Die  Feldspathe 
Pflegen  in  dor  Mitto  getriibt  zu  soin;  zwischen  ihnen  bofinden  sich  klare 
Quarzkorner.  Forphyriscli  treten  grossere  triibe  Feldspathe  auf.  Im  polar. 
Lichte  sind  die  Feldspathkorner  der  Grundmasse  fast  durchwegs  oinfach,  po- 
larisieren  stellenweise  sclii'm  frisch  und  intensiv  blau  und  gelb,  sonst  nur 
Sraublau  und  dunkleblau,  in  der  Mitte  (in  verwitterten  Fartien)  kornig- 
•''ggregiert.  Die  porphyrischen  Feldspathkrystalle  sind  monoklin,  hie  und  da 
ctwas  schalenformig  und  zeigen  ebenfalls  kornige  Aggregatpolarisation.  Das 
urspriingliclic  Gestein  konnten  wir  fur  einen  porphyrischen  Quarz- 
8  y  e  n  i  t  halten. 

Das  Praparat  Boricky's,  welches  sich  zum  Gang  35.  (nach  der  Be- 
zeichnung)    bozieht,  ist  wirklich,   wie   in   den  „Porphyrgcstemeu"    angogeben, 


(Porphyr. 

Quarz- 
syonit.) 


74 


iL  n. 
Gang  36. 
(Olivin 
diabas.) 


E.  U. 
Gang  87. 

(IUdiolit; 

porphy- 

rit.) 


I!,.   0. 

Gang  88. 

(Porphy- 

riscner 

Syenit.) 


ein  editor  Diabas  mit  Plagioklasen,  braunlichem  Augit,  Pyrit  und  Magnetit. 
Ich  fand  in  meinen  Stucken  nichts  ahnliches. 

Der  Gang  36.,  den  Hoficky  als  das  Muster  eincs  sehr  schoncn  0 1  i  v  i  n- 
di  abases  anfiihrt,  konnte  selbst  bei  wiederholter  Revision  des  Abhanges 
nicht  aufgefunden  werden.  Weil  aber  unter  den  Praparaten  im  Nachlasse 
Boricky's  wirklich  unter  der  entsprcchenden  Signatur  dieses  interessante  Ge- 
stein  aufgefunden  wurde,  wurde  dessen  Abbildung  auf  Tafel  I.,  Fig.  2.  vor- 
gefiibrt.  Vielleiclit  wird  ein  gliicklichorer  Untersucher  des  Abhanges  das 
schbne  Gestein  wieder  einmal  auifinden.  Das  Gestein  im  Praparate  Boficky's 
ist  ein  ziemlich  egales  Geincnge  von  feinen  triklinen  und  recht  frischen 
Feldspathleistchen,  graubraunen  und  zersprungenen  Augitkornern  und  griinen 
Verwitterungsprodukten  von  Olivin,  niimlicb  Clilorit  und  Serpentin,  in  denen 
stellenweise  audi  dolomitische  Partien  auftreten. 

Der  Habitus,  stellenweise  audi  die  Zersetzungsprodukte  und  hie  und  da 
die  klaren  Korner  des  lebbaft  polarisierenden  Olivines  zcigen  deutlidi 
Hire  Zusammengeborigkeit  an.  Magnetitkorner,  mitunter  auf  eine  rostige  Liino- 
nitsubstanz  verwittert  sind  keine  Seltenheit. 

Am  meisten  auffiillig  und  das  bereits  vom  weiten,  1st  das  rSthliche  dichte 
Gestein  des  cca  6  m  machtigen  Ganges  37,  der  sich  im  Geliiinge  weit  hin- 
windet  und  Btellenweise  einem  recht  verwitterten  und  ausgelaugten  oder 
ausgebrannten  Schiefer  ahnlich  ist.  In  Siiuren  sdiaumt  das  Gestein  nicht. 
Boficky  beschrieb  das  Gestein  in  seinen  Porpkyrgcsteinen  S.  119  als  dicbten 
Uadiolithporphyrit. 

Ich  beobachtete  in  meinem  Praparate,  dass  die  ganze  Substanz  des 
Gesteines  gelblichgrau  getriibt  ist  durch  kaolinische  Substanz  und  feine 
Sprunge.  Schon  im  gewohnlichen  Lichte  sieht  man,  dass  der  dunklere  (limo- 
nitische?)  Staub  stellenweise  strablenformig  angeordnet  ist,  wodurch  die  ganze 
Masse  undeutlich  in  polygonalc  Korner  zertlieilt  ersclieint.  Hie  und  da,  sieht 
man  audi  Chloritfetzen.  Im  polar.  Lichte  sieht  man  sclione  Radiolithe, 
hie  und  da  eine  Feldspathlamelle  und  ein  klares  Quarzkorn.  Einige  Radio- 
lithe,  welche  lebhafter  polarisieren,  sind  als  Ubergang  vom  radiolithischen  zum 
krystallinisclien  Quarze  anzuseben. 

Unweit  von  diesem  machtigen  Gange  ist  der  Gang  38,  kaum  lT/2  m 
machtig,  der  ein  sdir  verwittertes  graugelblidigriines  kleinkSrniges  Gestein 
fiihrt,  das  braune  und  weisliche  cca  2  mm  grossc  Verwitterungsstellen  und 
porphyrische  b'eldspatlie  besitzt.  In  den  Siiuren  schiiumt  das  Gestein  fast 
gar  nicht. 

Im  Mikroskop  ist  das  Gestein  ein  gleichmiissiges  Gemenge  von  grau- 
griinlichen  cliloritisch-scrpentinisdien  Fetzcn,  weisser  Fcldspathpartien,  rost- 
braunen  limonitischen  und  schwarzen  MagnetitkSrnern.  Hie  und  da  beflnden 
sich  auch  Epidotniidelchen.  Das  ganze  besitzt  trotz  der  ausseren  Verwitterung 
des  Gesteines  einen  ziemlich  frischen  Cliarakter.  Besonders  friscli  erhalten 
sind  die  porphyrisclien  Feldspathe.  In  polar.  Lichte  ist  die  Grundmasse 
zumeist  graublau  (Feldspatli)  oder  irrisierend  (dolomitisch-calcitische  Substanz). 


75 


Die   porphyrischen   Feldspathe   sind   monoklin,    so    dass    das   ursprttngliche 
Gestein  oin  porphy  rise  her  Syonit  genannt  werden  kann. 


Vom  Gange  38  steht  auf  eine  ziemlich   weite  Strecke  lauter 


Schiefer    &■  "• 

Gang  89. 
(Diorit) 


Quarz- 

syenit.) 


an.  Erst  vor  dem  gegeji  Norden  tief  eingeschnittenen  Wasserriss  befindet  sich 
'in  Geblnge  dor  cca  1  m  machtige  Gang  39  init  einem  licMgrauen,  tast 
(lichton  Gestein,  in  dem  sich  schwor  zu  erkennende  Feldspathleistchen  und 
ockergelbe  Spriinge  befinden. 

Im  Mikroskop  ist  die  Grundmasse  ein  Gemenge  von  truben,  mitunter 
stromartig  gelagerten  Feldspathkrystallchen,  grtinlich  serpentinisch-chloritischen 
Fetzen  und  klcinen  braunlichen  Limonitpartien,  die  aus  Magnetit  entstanden 
sind.  Porphyrisch  tretcn  grossere,  auffallend  leistenformige  Feldspatbe  hervor, 
zumeist  getrttbt  und  oft  die  mittlere  Zwillingsfurche  zeigend.  Im  polar.  Licbte 
s'n<l  die  monoid inen  Feldspathe  kornig.  Lamellare  Feldspathindividuen  kommen 
selten  vor,  eben  so  Quarzkornchen.  Ira  ganzen  war  das  unverwittcrte  Gestein 
ein  dioritischer  Quarzsyenit. 

Nicht  weit  hinter  dem  erwahnten  Wasserriss  befindet  sich  der  fast  2  m  }l-  TL 
...  ,    ,  „.,...  ^     .  .  ,i  Gang  40. 

machtige  (lung  40.  mit  einem  lichtgrauen  feinkormgen  Gestein,  welches  zor-(1>orpliyr_ 

streute  weisse  bis  3  mm  grosse  Feldspathe  besitzt  und  in  dor  Grundmasse  Quarz- 

,     ,  ox  syemt.) 

stark  schaumt. 

Die,  Grundmasse  dieses  sehimen  Gesteines  ist  zumeist  aus  Feldspathen, 
die  oft  his  auf  die  schmale  Randzone  durchaus  von  Staub  und  Spriingen  ge- 
trtibt  erscheinen,  aus  weissen  klaren  Partien  und  aus  graugriinen  chloritisch- 
serpentinischen  Substanz  zusammeiigesetzt,  wozu  sich  Magnetit  und  Pyrit  ge- 
sellen.  Die  porphyrischen  Feldspathe  sind  sehr  triib;  die  griinen  ehenfalls 
Porphyrisch  auftretenden  Partien  sind  hie  und  da  ziemlich  dichroitisch,  erin- 
"|V|'ii  sehr  an  Amphibol,  sind  von  einem  Kranzo  von  Magnetitkornern  umgeben 
Uiul  enthalten  auch  im  Innercn  Magnetit  und  Limonit.  Auftallig  sind  auch 
grossere  Pyritpartien.  Im  polar.  Licbte  sind  die  Feldspathe  der  Grundmasse 
aSgregiertkornig;  bei  den  frischercn  bemerkt  man,  dass  sie  monoklin  sind. 
Die  grossen  Feldspathindividuen  besitzon  dieselben  Eigenschaften.  Die  griinen 
Porphyrischen  Partien  polarisieren  lebhafter  als  sonst,  fast  wie  Augit.  Die 
klaren  spftrlichen  Korner  gehiiren  dem  Quarze  an,  welcher  hior  prhniir  zu 
S('in  scheint.  Dolomitisch-calcitische  Partien  kommen  ziemlich  blufig  vor. 
'"'  Ganzen  kann  das  Gestein  ein  porphyr.  Quarzsyenit  genannt  werden. 
Warum  Boricky  dieses  Gestein  eincn  quarzfreien  Porphyrit  nannte,  ist  nicht 
°inleuchtend,  nachdem  das  zu  diesem  Gange  sich  heziehende  Priiparat  mit 
""'"lem  fast  identisch  ist. 

Zwischen    dem   40.    Gauge   und   der  Schlucht    (iiber   dem   Anfange   des 
^kazienwaldchens),  die  durch  eine  kleine  Fichte  markiert  ist,  befinden  sich  4 
schmalere  Gange,  von  denen  Nr.  41.  cca  90  cm  miichtig,  stollenwcise  ver-   E-  B- 
wittert  ist  und  ein  sehr   feinkorniges  bis   dichtea   dunkelgraues   Gestein   mit  (Syeni-' 
w°isslichcn  bis  2  mm  grosson  Feldspathen  besitzt.  Das  Gestein  schaumt  haupt-1'*1:11-^0- 
saenhch  an  den  Spriingen,  wenn  man  es  mit  Sauren   behandelt;    sonst  zeigen  Gestein.) 
sich  mrr  gparliche  Pliischen  von  Kohlonsiiure. 


70 


K.  U. 
Gang  42, 

(Syem- 
tiseh  dio- 
ritisches 
Gestein.) 


B,  U. 
Gang  i.'i 
(Dioriti- 

scher 

Sycnit.) 


Im  Mikroskop  erscheint  die  Grundmasse  als  ein  Gemenge  von  Feldspath- 
leistchen  und  Kornern,  von  graugrunlicher  ohloritisch-dolomitischer  Substanz 
und  von  Magnetitkornern,  die  oft  zu  einer  weissgelben  Substanz  umwandelt 
sind.  Porphyrisch  treton  aus  der  Grundmasse  grossere  zersprungene,  be- 
stiiubte  Feldspathindividuen  hervor,  dann  rundliche  Partien  weissen  durcb  die 
typischen  Sprtingc  sicb  kennzeichnenden  Calcites,  waiters  wcisse  Stellen,  die 
unregelmiissig  zersprungen  sind,  und  Pyritkorner.  Im  polar.  Liclitc  sind  die 
Feldspathe  der  Grundmasse,  so  wie  die  porphyrischen  einfarbig.  Diese  letz- 
teren  sind  aber  angewittert  und  zcigen  eine  kornige  Aggregatpolarisation. 
Die  unregelmiissig  zersprungene  Substanz,  welclie  stellenweise  von  typisch 
zersprungenem  Calcit  umschlossen  ist,  gehort  sekundfirem  Calcit  an.  Der  dolo- 
mitische  Antbeil  verrath  sioh  in  kleinen  irrisierenden  Partien,  die  in  dor  ganzen 
Substanz  gleichmassig  vertheilt  sind.  Das  Gestein  kann  man  in  seincm  ur- 
spritnglichen  Zustande  fur  einen  syenitischen  Diorit  halten. 

Der  nachstfolgende  Gang  42  ist  bios  40  cm  machtig  und  besitzt  ein 
feinkorniges  dunkelgraues  Gestein  mit  kleinen  (bis  1  mm)  Feldspathen  und 
Pyritkomern.  In  der  Grundmasse  schftumt  dasselbe  bei  Behandlung  mit  Sauren. 

Im  Mikroskop  slolit  man  cine  graugriiulicbe  Substanz,  in  der  Magnetit- 
ki'ir nclien  gleicbmiissig  und  ziemlicli  reichlich  vertheilt  sind.  Grossere  Feld- 
spathleistchen  sind  audi  aber  selten  in  ihr  vorhanden. 

Porphyrisch  treten  Feldspathindividuen  entweder  ciuzcln  auf  oder  zu 
drei  oder  vier  vereint  und  dann  Calcit  und  Pyritpartien.  Im  polar.  Lichte  ist 
die  Grundmasse  serpentinisch,  die  Feldspathleistchen  in  ihr  sind  einfach,  die 
porphyrischen  ebenialls  odor  hochstens  vorzwillingt,  zumeist  aber  recht  ver 
wittert,  so  dass  die  Zwillingsverwachsung  nicht  durch  Polarisation,  sondern 
(lurch  die  Zwillingsfurche  bios  angedeutet  wird.  In  den  Calcitpartien  befindet 
sich  hie  und  da  Limonit,  dor  aus  Magnctit  oder  Pyrit  entstanden  ist.  Im 
ganzen  kann  man  auch  dieses  Gestein,  dessen  feines  Korn  ohne  Zweifel  mit 
seiner  geringen  Machtigkeit  zusammenhiingt,  einen  syenitischen  Diorit  oder 
dioritischen  Syenit  nennen. 

Der  iiber  1  m  mftchtige  Gang  43  sieht  otwas  angewittert  aus  und  hat 
ein  feinkorniges  Gestein  mit  vielen  Feldspathen  und  schftumt  in  ihnen  (mit 
Sauren  behandelt)  stark. 

Im  Mikroskope  sieht  man  ein  gleichfdrmigos  Gemenge  grosser  Feldspath- 
leistchen, die  per  zersprungen  sind.  Zwischen  ihnen  ist  eine  (lurch  Kaolin- 
staub  ganzlich  getriibte  Masse  eingeklemmt,  dann  grosse  Magnetitkorncr  und 
nur  stellenweise  Partien  graugriiner  chloritisch-serpentinischer  Substanz.  Hie 
und  da  sieht  man  einen  regelmiissigen  pleochroitischen  Amphiboldurchschnitt 
und  klare,  zersprungene  Stellen. 

Im  polar.  Lichte  sind  die  Feldspathe  einheitlich  oder  vorzwillingt,  aber 
auch  polysynthetische  und  ganz  frische  kommen  vor.  Nur  an  einigen  Stellen 
sieht  man  irrisierende  Polarisation,  welche  die  Verwitterung  verrath,  und 
durch  dolomitisch-calcitische  Carbonate  bewirkt  wird.  In  Botracht  der  Amphibol- 
tiberreste  kann  man  das   Gestein  ganz  bestimmt  als  dioritischen   Syenit  be- 


77 


zeichnen.     (Bofieky's   Prftparat  dieses  Gesteines  ist  ganz  identisch  nur  etwas 
dicker). 

Das  Gestein  des  44.  Ganges,   der  1  m  m&chtig  ist,   ist  dunkelblaugrau,    R.  U, 
fein  bis  kleinkornig  njjt   porphyrischen  bis  2  nm  grossen    Feldspathen  und (,: 
Pyritkoraern.    In  den  weissen  Punkten  der  Grundmasse 


scblumt  das  Gestein 


(Dioriti- 

scher 

Quarz 

syenit.) 


n  diesen  schftumtp^pwjs 


unter  Sauren. 

Im  Mikroskop  crscheint  das  Gestein  als  ein  (lurch  verwitterte  Feldspathe 
getrubtes  Gemenge  von  Feldspathleisten,  griinen  Partien  und  schwarzen 
Magnctit  und  Pyritkornern.  Hie  und  da  sieht  man  cine  Apatitnadel.  Pie  Feld- 
spathe der  Grundraasse  sind  im  Inneren  regelmiissig  verwittert  und  der  ser- 
Pentinisch-chloritische  Antheil  wird  durch  Limonit  hie  und  da  gelblichroth 
geffirbt.  Porphyrisch  treten  grossere  Feldspathe  hervor,  mit  einer  triiben,  etwas 
vom  Rande  sich  beflndenden  /one.  Im  polar.  Lichte  sind  diese  Feldspathe 
Orthoklas  und  auch  die  kleineren  Feldspathe  sind  einheitlich,  ausnahmsweise 
Polysynthetisch.  Die  Quarzkorner  sind  zwar  schwach  aber  zahlreich  und  ebenso 
die  dolomitisch-calcitischon  Partien  in  der  Grundmasse.  Im  Ganzen  kann  das 
Gestein  fur  einon  dioritischen  Syenit  betrachtet  werden. 

Nordlich  von  dem  Wasserrisse,  der  durch  eine  kleine  Fichte  gekenn-  K.  U 
zeichnet  wird,  befindet  sich  der  Gang  45,  der  cca  1  m  miiclitig  und  mehr^iJ^,,- 
Oder  weniger  verwittert  ist.  Das  unverwittertc  Gestein  ist  grtinlichgrau,  mittel-  Wrz 
kornig  mit  2  mm  grossen  ja  auch  grossereu  Feldspathen. 
Sl(<  mitunter  auf.  Die  mehr  verwitterten  Stellen  sind  etwas  grobkornigcr, 
Dunt,  in  der  Grundmasse  dunkelgrau  mit  zahlreichen  weisslichen  cca  1  mm 
grossen  Feldspatlien.  Mit  Sauren  behandelt  schiiumtes  in  den  Feldspathen 
llnd  auch  in  der  Grundmasse. 

Das  Mikroskop  zeigt  in  den  mehr  verwitterten  Partien  dasselbe  wie  in 
,,,V|i  frischeren,  nur  dass  die  porphyr.  Feldspathe  in  den  ersteren  fast  durch- 
Wegs  triib  sind;  auch  besitzen  sie  mehr  Limonit.  Das  weniger  verwitterte 
""©stein  zerfallt  unter  dem  Mikroskop  zu  einem  gleichformigen  Gemcnge  klarer 
feldspathleisten,  griiner  chloritisch-serpentinischer  Partien,  Magnetitkorner  und 
grosser  porphyrischer  Feldspathe.  Grossere,  sonst  aber  seltene  Durchschnitte, 
(ll°  von  Staub  und  Magnetitkftrnern  bis  zur  Undurchsichtigkeit  verunreinigt 
Wo,'den,  entstanden  durch  eine  tielgehende  Verwitterung  der  Feldspathe.  Schone 
^Xagonale  Durchschnitte  gehorcn  dem  Apatit  an.  Das  einfallende  Licht  ver- 
r«th  unter  den  dunklen  Kflrnern  vie!  Pyrifc.  Im  polar.  Lichte  sind  die  Feld- 
8Pathindividuen  der  Grundmasse  tlieils  einheitlich,  theils  verzwillingt,  aber 
auch  polysynthetisch  und  ziemlicb  frisch;  nur  stellenweise  weisst  die  Aggre- 
S^tpolarisation  auf  die  anfangende  Verwitterung.  Zwischen  den  ursprtinglichen 
Gemc^igtheilen  komrnen  auch  Quarzkorner  vor,  die  lebhal't  polarisioren  und 
d°lomitisch-calcitisclie  Partien. 

Das  Gauze  kann  man  als  . 
Quarz  !■;■■  •>  " 


einen  dioritischen  Syenitporphyr  mit 

r.  u. 

Gang  L6. 
Die  Gauge  46.  und  47.   befinden    sich  beiliiufig  in   der  Mitte  zwischen  (Quarz- 


hinstellen. 


uem  angeluhrten  und  dem  n&chstfolgenden  Wasserriss.  Der  erste  besitzt  eine   ' 


porphyr.) 


78 


Mftchtigkeit  von  1V2  m  und  hat  ein  feinkSrniges,  dunkelgraues  Gestein  mit 
weisslichen  Feldspatheinschlussen,  die  his  6  mm  lang  und  8  mm  breit  sind. 
Im  Mikroskop  zeigt  die  Grundmasse  dieses  interessanten  Gesteines  eine 
klare  Masse  mit  grunlichen  Fetzen  eines  ohloritischen  Umwandlungsproduktes 
uiul  Magnctitkorncr,  die  stellcnweise  bereits  in  Limonit  verwittort  sind. 

Zwischen  X  Nikols  zerflllt  die  klare  Masse  zu  einem  Gewirre  von 
ziemlich  lebhaft  polarisierenden  monoklinen  Feldspathen  und  intensiv  gelbi 
blau  und  grim  polarisierenden  Quarzko'rnern.  Die  grune  Substanz  ist  ziemlich 
dichroitisch  und  konnte  aus  Amphibol  entstanden  sein.  Die  porphyr.  Feld- 
spathe  sind  entwedor  einfacli  oder  verzwillingt  in  der  gewfihnlichen  Form. 
Stellenweise  zeigen  sie  (lurch  Aggregatpolarisation  cine  feine  Kornelung  an, 
die  die  anfangende  Verwitterung  indioiert.  Dann  pflegen  sic  audi  durch  Staub 
und  feine  Spriinge  getriibt  zu  soin.  Auch  Apatitsiiulchen  bcnierkt  man  hie  und 
da  und  audi  grdssere  Calcitpartien  mit  den  oharakteristischen  Spaltungslinien. 
Diese  Partien  bewirken,  dass  die  Grundmasse  mit  Siiuren  aufschiiumt. 

Im  Ganzen  kann  man  das  Gestein   zwischen   quarzige  Syenitporphyre 

stellen. 

B.  U.  Der  niichstfolgende,  mit  Nr.  47  eingezeichnete  Gang  ist,  wie  bereits  An- 

''(s'ihir-7' fangs  bemerkt  wurde,  nur   eine   festere  Partie   eines   foinkornigen  bis  dicliten 

schiefer.)Silurachiefers.    Hinter  dem  Wasserriss  oberhalh  des  Akazienwaldchens,   der 

wieder  tech  ein  auf  der  Schutthalde  wachsendes  B&umchen  markiert  wird, 

treten  auf  einem  kleinen  Raume  viele   Giinge   auf,  von  denen  der   slidlichste 

R-  U-    Nr.  42  cca  2  m  uiiichtig  ist  und  ein  fast  dichtes  blaulichsch.warzgrauos  Gestein 

(Porphyr- f^hrt.     In   diesem   Gestein  treten  L— 2  mm  grosse   Keldspathkrystalchcn  por- 

syenit.)  phyrisch   hervor.     In  der  Grundmasse   schaumt  es  mit  Siiuren   behandelt  ant. 

Im  Mikroskop   erscheint  die  Grundmasse  dieses   schonen  Gesteines  als 

ein  Gemenge  von  weissen    Feldspathleistchen,  die  in  der  Mittc  oft  trflb  sind» 

dann  von  grunlichen  serpentinischen  Partien  und  Magnetitkornchen,  was  alles 

(lurch  feine  Spriinge  und  Staub  getriibt  erschcint.    Porphyrisch   treten  Feld- 

spathe  auf,  welche  schon  im  gewohnlichen  Lichte  hie  und  da  durch  die  Mittel- 

furche  die  Zwillingsstruktur  verrathen  und  mitunter  getrtlbte   Schalenzonen 

besitzen.  Accesorisch  komint  Apatit  vor.  Grosserc  Partien  des  griinen  Minerals 

fehlen.  Quarz  ebenfalls. 

Im  polar.  Lichte  sind  weder  die  feldspathleistchen  der  Grundmasse 
nocli  die  grossen  Feldspathe  lamellar.  Zumeist  besitzen  beide  ein  angewittertes 
Innere  mit  korniger  Aggregatpolarisation.  In  den  frischeren  Partien  polari- 
sieren  sie  bliiulich.  Aus  allem  dem  kann  man  auf  ein  ursprunglich  syenitisches 
Porphyr-Gestein  schliessen. 
R-  U.  Etwa   einen    Meter  von  diesem    Gauge   nacli   Nordeii   befindet   sich  dec 

(S^eniti- Gang  49,  in  der  Miichtigkeit  voin  vorigen   nicht  viel  versehicden.  Sein  Gestein 
scher    ist  orau  i,ls  rothliche  oder   gelbliche,   fast  dicht,    mil;  I'yritpunkten  und  spa> 
'  lichen  Feldspathleistchen,  an  den  Klttftchen  roth,  auf  der  Oberfiiiche  verwit- 
tert.  Mit  Siiuren  behandelt  scblumt  es  stark  an  den  Kluften  und  in  den  Feld- 
spathen. 


79 


Im  Mikroskop  zeigt  cs  eine  gleichffirmige  nichtgekiirnelte  durchsichtige 
Grundmasse,  welche  von  Kaolinstaub,  Kltiftchen  mid  Fetzen  dor  gewohuliohcn 
griinlichen  serpentinisclien  Substanz  gotriibt  ist.  In  ihr  treton  grSssere  Biischel- 
chen  jener  griinlichen,  wie  fluidar  gelagerton  Masse  und  audi  grGssere  Par- 
tien derselben  mit  krystallinischen  Umrissen  und  sohr  selten  Feldspathkorner. 
Der  unvermoidliche  Magnetit,  zu  Limonit  verwittert,  fclilt  audi  hier  niclit,  ist 
aber  niclit  haufig. 

Im  polar.  Liclito  sielit  man,  dass  die  Grundmasse  ein  feiiikdrniges  Ge- 
menge  von  felsitisch-feldspathartigen  Partien  ist  und  anderer,  die  wie  die 
dolomitisch-calcitischen  Carbonate  irrisieren.  Die  porphyrischen  Feldspathe 
sind  vollig  verwittert,  polarisieren  nur  stellenweise  schwach  blau,  sonst  kornig- 
Nur  eine  einzige  Partic  zoigte  die  lamellare  Polarisation  der  triklinen  Feld- 
spathe.  Durchschnitte  von  dem  serpentinisierten  Minerale  in  Krystallformen 
enthalten  hie  und  da  Apatitdurchschnitte  und  in  einer  Stelle  ein  langlich 
hexagonales  Individuum  von  dem  Charakter  des  Amfibols.  Das  ursprilngliche 
Gestein  war  am  ehesten  ein  syenitischer  Diorit. 

Dor  machtigste  Eruptivgang  im  ganzen  Profil  gegeniiber  von  Roztok  kt   jjt- U. 
der   niichstfolgende   melir  als  10  m  machtige   und  mit  Zahl  50  bezeichnete(po"phyr; 
Gang,  der  ein  verwittertes,   licht  graues,  feink5rniges   Gestein  mit  gelblichen  gSyemt 
Feldspathkornern  und  dolomitisch-calcitische  bis  4  mm  grossen  Partien  fiihrt.  b()'ll'u"/" ' 
An  den  Klttften  und  auf  der  OberfUiche  wird  es  von  erdigem  Hamatit  roth  ge-f<ihren<i.) 
farbt.  Id  Sauren  schiiumt  dessen  Grundmasse  und  audi  die  Feldspathe. 

Im  Mikroskop  erweist  sicb  die  Grundmasse  als  ein  Gemenge  von  weissen 
oder  griinlichen  Partikelchen  und  schwiirzlichcn  Limonitniidelchen  (!)  die  im 
einfallenden  Lichte  rostig  erscheinen,  oder  erdigen  Partien,  welche  im  einfal- 
Icnden  Lichte  gelblichweiss  erscheinen,  im  durchfallenden  aber  wegen  Hirer 
Undurchsiehtigkeit  dennoch  dunkel  bleiben.  Alles  wird  von  Kaolinstaub  und 
feinen  Kltiftchen  durchdrungen.  Die  porphyrischen  Feldspathe  sind  ziemlich 
frisch,  mitunter  aber  bestaubt  und  durch  Kltiftchen  gotriibt.  Griinliche  grossere 
Partien  gehbren  einem  chloritisch-serpentinischen  Minerale  an.  Im  polar.  Lichte 
ist  die  Grundmasse  der  des  vorigen  Ganges  ahnlich.  Die  porphyr.  Feldspathe 
zeigen  in  Folge  der  Verwitterung  wieder  eine  gekornelte  Aggregatpolarisation; 
dtirften  aber  eher  dem  Orthoklas  angehdren.  Das  serpentinische  Mineral  und 
der  Limonit,  der  es  an  manchen  Stellen  fast  vollstandig  vertritt,  zeigt  hie 
und  da  rechteckige  Umrisse,  die  an  Amphibol  innern.  Quarzkorner  gab  es  in 
meinem  Praparate  keine,  dal'iir  traten  sie  auf  im  entsprechenden,  wohl  aber 
etwas  dicken  und  doshalb  auch  trtlberen  Praparate  P.oficky's.  Man  kann 
demnach  das  urspriingliche  Gestein  einen  p  o r  p h y  r  i  s  c h e  n  S y  e n i  t  n  e n n e  u, 
der  stellenweise  quarzhiiltig  ist. 

Der  nachste  Gang  Nr.  51  ist  cca  1  m  machtig  und  besitzt;ein  dichtes^-^:^ 
liclitgolblichbraunes  Gestein  mit  porphyrischen  bis  2  mm  grossen  Feldspathen.(Felsit.  u. 
In  Satiren  schiiumt  cs  nicht.  P.orie.ky  beschrieb  dieses  Gestein  als  einen  r  a-  ras^°gJ.tl_ 
dioli t hi s c  h e n  P  o  r p  h y  r  i  t  und  stun  Praparat  zeigt  wirklich  schon  in  gewohn- Porphyr.) 
[ichem  Lichte  schone  rundliche  und  durch  Limonitstaub  strahlige  Kdrner,  die 
im  polar.  Lichte  schone  Eadiolithe  vorstellen.    Mein  Praparat,  das  von  den 


80 


Rtodern   des   Ganges  bearbeitet  wurde,   zeigt  nur  felsitische   Substanz,  was 

ganz   naturtich    erkl&rlich  ist.     Tm  Inneren   des  Ganges,    dein    ohne    Zweifel 

Poficky's  Praparat  eutnommen  wurde,  kann  man  eine  radiolithische  wcnn  niclit 

sogar  granitische    Grundmasse  voraussetzen.     Mein   Pr&parat  zeigt  auch  em 

Pyritindividuum  mit  rothschwarzer  (im  einf'allenden  Lichte)  Linionitumsiiumung. 

Sonst  ist  um  die  Magnetitpartien   herum   rotlier   durchscheinender   Hiirnatit. 

Alle  diese  Phasen  der  eiscnhiiltigen  Minerale  hiingen  mit  cinander  zusammen. 

E.  U.  Der   folgende    Gang    52   ist    cca  3  m  miichtig   und   fiilirt    oin  fein  bis 

(gyenit/mittelkorniges   graues    Gestein,    mit   deutlichen   1 — 2  mm   grossen    Kornern, 

Quarz-  welche  in  Siiuren  ziemlicb  viel  aufbrausen. 

Ira  Mikroskop   erscheint  das  Gestein  als  ein  Gemenge  von  klaren  Feld- 

spathen,  zwischon  die  die  bckannte  griino   serpentiniscb-chloritisclie   Substanz 

eingezwangt  ist.     Im  polar.  Licbte  sind  die  Feldspathe  gerieft,   lamellar  ver- 

scliiedenfiirbig,   manche  jedoch  auch  monoklin.    Quarz  ist  auch  vorhanden.  In 

der  griinen    Substanz   hndet  man  viele   brilunliche,    pleochroitische    Uberrestc 

des  urspriinglichen  Amphiboles.  Magnetit  und  der  aus  ihm  ontstandene  Lirnonit 

sind   keine    Seltenheit  und   stellenweise   lasst  sich  auch   Calcit  beweisen  und 

hinge  griinlichc  Apatitnadeln.     Das  Gestein  ist  ein   syenitischer   Quarz- 

d  i  o  r  i  t. 

R-  Ir-  Der    nachstf'olgende    Gang   53  wurde    selbst   bei    wiederholter    Revision 

Gang  58 
(Feisit.  nicht  aufgefunden.  Das  Praparat  lioricky's,  welches  dem  53  Gauge  entstainmen 

Porphyrit goll    ist   ein   Porphyrit,  welcher  wegen    der    felsitischen    Grnndmasse,    die  in 
wurdo 

nicht  go-  diesem  etwas  dicken  Pr&parate  eine  ziemlicb  lebhafte  Polarisation  zeigt,  eber 

fundea.)  ejn  fclsitischer  als  ein    spi'trolithischcr    (nach  der   Iiezeiebnung   Poficky's)   gc- 

nannt  werden  kdnnte. 

E.  XL  rjer  (jaug  Nr.  54  iHt  cca  3  m  miichtig  und  befindet  sich  dicbt  vor  dem 

(Syeniti-'  Wasserrisse,  der  sich  zwischen  den  am  Fusse  des  Abhanges  sich  ausbreitenden 

^sches    nwei.  Hainen  herunterzieht.  Das  Gestein  ist  verwittert,  graugelblich  mit  rothem 

Anfluge,  an  den   Kltiftflachen   durch   erdigen    Iliunatit   roth  mit  grosseren  bis 

4  mm  lichtern  Flecken,  in  denen  es  rait  Sauren  ziemlicb  stark  schiiurat. 

Im  Mikroskop  sieht  man  cine  grtinliche  sorpentinisch-chloritische  Masse 
und  in  ihr  feine  Feldspathleistchen,  Magnetitkiirner,  die  stellenweise  zu  Lirnonit 
verwitteru  und  iiberall  Kaolinstaub.  Porphyrisch  treten  recht  viel  best&ubte 
Feldspathe  auf,  daun  grossere  limonitische  Partien,  die  im  Inneren  klare 
Calcitkornchen  enthalten  und  endlich  grossere  serpentinisch-chloritische  Partien. 
Die  Magnetitdurchschnitte  scheinen  mitunter  rOthlich  durch  und  sind  in  diesem 
Falle  zu  Hiimatit  umwandeit.  Manche  Limonitstellen  maclien  den  Kindrnck 
eines  verwitterten  Olivines.  Im  polar.  Lichte  zeigen  weder  die  kleinen  nocb 
die  grossen  Peldspathindividuen  eine  Lamellarstruktur ;  die  grossen  und  stark 
verwitterten  polarisieren  kornig.  Das  Gestein  kann  man  als  eine  ursprunglich 
serpentiuiscbe  Gebirgsart  hinstellen. 

lioficky's  Praparat  aus  diesem  Gestein  stimmt  aufEIlig  mil,  <lem  (iberein, 
welches  ieh  unter  Nr.  52  beschrieben  babe. 

IIinl,er  dem  nordlichsten  Wasserrisse  im  Profile  gegenllber  von  Roztok 
trit   eine  ganze  Keihe    von  Eruptivgangen  auf,  welche  formlieh  zwei  Gruppen 


Gestein.) 


81 


bUden.  Jede  vonihnen  breitetsich  ilber  einem  Theile  tics  Wiildchens  aus,  das 
am  nordlichen  Ende  dcs  Profiles  gelegen  ist  und  durch  einen  DurchscMag 
getheilt  wird. 

Der  siidlichste  dosser  Giinge  (Nr.  55)  ist  cca  1  m  machtig  und  hat  ein    R-  U. 
fast  dichtes,  dunkelgrauea  Gestein  mit  ziemlich  reichlichen  bis  3  mm  grossen  (p0"|h5y5.' 
woisslidien  Feldspathen.  rischer 

Im  Mikroskop  zeigt  das  Gestoin  eine  Grundmasse,  die  ein  Gemenge  von  Sycmt") 
l^ldspathleistchen  darstellt,  welche  an  einigen  Stellon  audi  ctwas  stromformig 
gelagert  sind.  Zwischen  ihnen  befindet  sich  eine  braune  durchscheinende  und 
grunliche,  scbwach  dichroitiscbe  (chloritische)  Substanz  und  bio  und  da  audi 
kleino  Magnetitkornchen.  Porphyrisch  treten  grosse  Feldspathe  auf,  die  durch 
Kaolinstaub  und  feine  Risse  unregelmassig  getnibt  sind,  dann  gelblichbraune 
('n,oritisch-serpentinischo  Partien,  die  den  Umrisscn  nadi  aus  Amphibol  ent- 
standen  sind.  In  ihnen  befinden  sich  oft  grosso  Magnetitkorner,  welche  aber 
audi  bereits  zu  einer  Limonitsubstanz  vorwittcrt  sind.  An  einigen  Stellon  bc- 
sitzen  die  grtlnlichen  Partien  einen  durch  scbwarzblauen  Staub  gctriibten  Caldt. 
Dieser  Staul)  erscheint  bei  600X  Vergr.,  als  stark  lichtbrechende  Gasbliischen. 
An  anderen  Stelleu  sind  im  chloritischen  Minerale  Dolomitkorner. 

Im  polar.  Licbte  sind  die  Feldspathe  der  Grundmasse  einfacb,  ebenso 
die  porphyriscben  Feldspathindividuen,  welche  mitunter  audi  verzwilHngt 
vorkommen.  Das  Gestein  kann  fiir  einen  porphyriscben  Sycnit  gehalten 
werden. 

Der  nachstfolgende  Gang  56,    der  cca  20  cm  machtig  ist,    hat  ein  fast  , l!-  U- _ 
thelites  Gestein  von  dunkel  aschgrauer  Farbe  mit  bis  2  cm  grossen  Fold-  (Diorit." 
8Patheinsprenglingen.    Durchschnittlich  sind  diese  aber  nur  5  mm  lang  und     I'°|; 
;{  mm  brcit.   Mit  Siiuren  schaumt  die  Grundmasse  stark  auf.  phyrit° 

Im  Mikroskop   sieht  man  in  der   selir  verwitterten  Masse  ein  Gewirr 

V()u  Feldspathleistchen,    die  am  Rande  zwar  klar,   aber  im  Innoren  triib   (oft 

nur  in  einem  schmalen  Streifen),  sonst  aber  polysynthetisoh  sind.  Die  Grund- 

Q&sse    ist   gelblich   griin   oder   wasserhell,    serpentinisch   und    enthftlt   noch 

lagnetitkrirnchen  und  undurchsichtige   kaolinische  graue  Staubkornchen  und 

!mcken,  welche  das  Prftparat  verunreinigen.  Die  grossen  Feldspathindividuen 

Sln"  dem  triklinen  Feldspath  ihrcr  lliefung  und  Polarisation  nach  zuzuziihlen. 

as   Ganze  ist  sehr   verwittert  und  hat  viol   (im   polar.   Licbte)   calcitisch- 

1  °mmitischer  irrisierender  Substanz.    Es  stellt  gewiss  einen  dioritischen  Por- 

Phyrit  dar. 

Der  57.  Gang  ist  1  m  machtig  und  besitzt  ein  graues  feinkorniges  Ge-  i1!-  U. 

ein  mit  bis  ,->  mm  grossen  aber  sparlidien  Feldspathleisten.    In  der  Grand-  (Syfnit.' 

"Ias«(>  Schaumt  es  mit  Siiuren.  Dioritpor 

Im   Mikroskop    sieht   man    ein    Gemenge    von   serpcntinischchloritischer  v  Iy' 
oubsts 


selte 


lnz,  Feldspathstabchen  und  klaren  serpentinischen  Partien,  Magnetit  und 

uon   Pyritkornern.    Einige   klare  Stellon  erweisen  sich  im  Mikroskop  als 

*  arz,  Die  Feldspathe  der  Grundmasse  sind  im  polar.  Licbte  polysynthetisch 

11     Zlemlich  frisch.  Die  grossen  Feldspatbe  sind  tbeils  triklin,  theils  einfach 

(    nach   Art  der    Sanidine   quer   zersprnngen    und  sohr   frisch.    Mitunter 


82 


It.  U. 
Gang  58. 
( FeinkOr- 
niger  por 

phyr. 
Syenit.) 


1!,.  U, 
Gang  59 
(Porphyr 

syenit.) 


kommen  auch  Feldspathzwillinge  vor.   Das  Ganze  kflnnte  ein  syenitischer, 
quarzhiiltig  cr  I)  ior  itporphyr  genannt  werden. 

Der  folgende  Gang  58.  ist  fast  2  m  miichtig  und  hat  oin  dunkel  asch- 
graues,  im  [nneren  mehr  als  an  Randern  korniges  Gostoin  rait  porphyrischen 
1 — 3  mm  grossen  Feldspathen.  In  dor  Grundmasse  schaumt  os  rait  Sauren 
schwach  auf. 

Im  Mikroskop  erscheint  die  Grundmasse  als  ein  ziemlich  gleichfSrmiges 
Gemenge  von  weissen  Feldspathen  and  grtinlichen  serpentinisoh-chloritischen 
Stcllen  (die  chloritischon  sind  recht  stark  dichroitisch)  und  sparlichen  Ma- 
gnetitdurchschnitten.  Die  porphyrischon  Feldspathe  sind  von  Kaolinstaub 
gotriibt.  Andere  grossere  porphyrische  Partien  werden  vom  Calcit  gebildet, 
den  die  bekannten  Sprttnge  charakterisieren  und  dor  dnrcli  staubige  schwarze 
Blaschen  gctriibt  wird,  die  nur  bei  den  starksten  VergrSsserungen  als  solche 
doutllch  erkennbar  sind.  Akcessorisch  treten  Pyritk8rner  auf  und  durch- 
schcinendo  hriiunlicho  Hamatitkornchen  und  Amonit,  dor  rait  dem  vorigon 
aus  Pyrit  und  Magnetit  entstanden  ist. 

Im  polar.  Lichte  erscheinen  alio  Feldspathe  als  Orthoklas,  wobei  die 
kleineren  stellenweise  wie  Quarz  gelblich  und  blau  polarisieren.  Durch  ihre 
Umrisse  unterscheiden  sie  sich  nattirlicb  vom  Quarz,  der  in  unregelmassigen 
Kornern  hie  und  da  auftritt.  Im  Pr&parate  Poficky's  aus  domsclbon  Gostoin 
befindet  sich  in  einer  Calcitpartie  ein  schSner  hexagonaler  Durchschnitt  eines 
sekundaren  Quarzes.  Das  Gestoin  kann  man  feinkornigen  Porphyrsyeniten 
beirechnen. 

Cca  15  Schritto  von  vorigem  Gange  stent  dor  coa  1  m  machtige  Gang  59 
!an.  Sein  Gostoin  ist  solir  feink&rnig,  graublau  mit  porphyrischen  bis  2l/2  mm 
grossen  Feldspathen.   Mit  Sauren  schaumt  es  nur  an  einigen  Stellen. 

Im  Mikroskop  sicht  man  cca  80°/0  wasserheller  Substanz,  die  im  Mikro- 
skop auf  oin  Gowirr  kleiner  Orthoklase  zerfallt.  In  diosom  Gowirr  treten 
Fetzen  der  grtinlichen  chloritischon  Substanz  auf,  dann  klare  Serpentinpartien, 
braunliche  Korner,  die  aus  dem  ursprtinglichen  Amphibol  entstanden  sind-, 
dessen  Spuren  hie  und  da  —  braun  und  pleochroitisch  —  vorgefunden  werden 
und  endlich  seltene  Magnctitkorucr.  Porphyrisch  treten  Orthoklase  auf  von 
gewShnlichem  Habitus,  Calcitpartien  und  bei  ihnen  Kfirnchen  von  sekundarem 
Quarz.  Ein  Praparat  aus  dem  Kontaktc,  dor  die  Granze  dor  Gesteine  schari 
ausgepragt  hat,  bositzt  eine  gran  bestaubte  und  zw.  X  Nikols  bis  jetzt  an 
rielen  Stellen  noch  amorphe  (glasige)  Grundmasse,  in  ihr  feine  Feldspath- 
eistchen,  Magnetit  und  Chlorit.  Porphyrisch  treten  grOssere  angewitterte 
Feldspathe  auf,  die  zumeist  verzwillingt,  sonst  aber  einfach  sind  und 
weiters  grttne  ziemlich  pleochroitische  Partien,  die  den  Habitus  des  ursprting- 
lichen  Amphibols  besitzen.  Dor  benachbarte  Schiefer  erscheint  als  ein  sehr 
feiner  Detritus  kaolinischer  Feldspathtiberreste  mit  Quarzkornchen,  graphitischen 
(kohligen)  Partikelchen  und.  Magnetitpunkten.  Das  orsprtmgliche  Gostoin  des 
Ganges  69  kann  man  als  f oi  nkorn  i gen  porphyr.  Syenit  bezeichnen. 
Der  mit  Nro.  60  bezeichnete  Gang  ist,  wie  ebenfalls  bereits  angeftihrt  wurde, 
nicbts  als  eine  etwas  festere  Lage  der  hiesigen  Silurschiefer,   die  cca  2  «'- 


88 


machtig  ist  and  fast  oberhalb  des  Durchschlages  im  Waldchen  sich  befindet.    &•  ". 
Dasselbe  ist  dor  Fall  bei  don  mit  Nro.  &2  notierten  Gange,   deSsen  cca  4  m  Jjjj^f0 
machtiges  Gestein,    cine  dem  Eruptivgesteine   augenscheinlich  iihnliche  Wand   (Silur 


bildet. 


schiefer.) 


Ein   selir   schonos   dunkelgraues   Gcstein  besitzt   der  bis  3  m  miichtige    R.  U. 
Gang  61.  In  demselben  sind  besonders  auffallig  die  lichteren  bis  4  mm  grossen  (p^hy!.' 
stellenweise  kreuzweise  einander  durchdringenden  Feldsp&he,  welche  ihm  ein  Augjt- 
mittelkorniges    iussehen  geben.    Pyrit  sieht  man  an  einigen  Stellen  beroits  8yenit-) 
mit  blosem   Auge.  In  Sauren  schlumt  das  Gestein  hie  und  da  in  der  Grund- 
massc   auf. 

Im  Mikroskop  ist  die  Grundmasse  ein  gleichformiges  Gemenge  von 
ziemlich  grossen  OrthoMaskrystallen,  die  im  Inneren  dnrcli  Kaolin  getriibt 
sind,  am  Kaude  aber  klar  bleiben  und  gelb  und  blau  polarisieren,  dann  von 
grttnen  cbloritischen,  ziemlich  dichroitischen  Partien.  Dieso  libergehen  stellen- 
weise in  parallel  stilngelige,  braimliche,  stark  pleochroitische  Amphibolpartien 
(Uralit),  andererseits  aber  in  eiue  klare  Scrpentimnasse.  An  einigen  Stellen 
gesellen  sic  sich  zu  Resten  br&unlicher  nicht  plcocliroitischer  Augitkorner. 
Und  so  zeigt  sicli  der  Vorgang  des  Verwitterns  des  Augitminorales  in  diesen 
Eruptivgeste  in  infolgender  Weise:  Augit,  Uralit,  Chlorit,  Serpentin.  Magnetit 
'st  gleichformig  verbreitet,  Pyrit  gibt  es  wenig.  Accessorische  Gemengtheile 
sind  folgende :  Griinliche  lange  Epidotnadeln  und  farbloser  qucrzersprungener 
Apatit.  Beide  hauptsachlich  in  den  feldspatb.enthaltend.en  Stellen.  Die  por- 
l'hyrischen  Orthoklase  sind  angewittert  und  polarisieren  kornig.  Es  kouimen 
aker  mitunter  audi  Orthoklase  vor,  welche  klar  sind  und  lebhaf't  polarisieren. 
Galcit  und  nicht  weit  von  ihm  sekundaren  Quarz  ftndet  man  auch  stellenweise. 
Das  urspriingliche  Gestein  ware  am  besten  als  porphyrischer  Augit- 
syenit  zu  deuten. 

Dor  niichstfolgende  Gang  Nro.  63  ist  cca  1  m  machtig  und  besitzt  ein 
schwarzgraues  feinko'rniges  Gestein,  aus  dem  nur  hie  nnd  da  etwa  "2  arm  Feld- 
sPathk6rnerporphyr  hervortreten.  In  Sauren  schaunt  es  nicht. 

Im  Mikroskop  erscbeint  das  Gestein  als  ein  ziemlich  egales  Gemenge 
von  polysynthetischen,  lebhaft  polarisiorenden  Eeldspathkrystallehen  von  etwas 
•uneren  hinglichen  granbraunen  bis  violetten,  querzersprungenen  Angitindi- 
viducn,  grtinlichbraunen  Amphibolko'raern,  die  schi'm  pleochroitisch  sind  (u,  an 
(V"H!r  Stelle  unmittelbar  am  Augit  sich  bofinden),  van  blass  griinen  serpenti- 
lusclien  Stellen  nahe  bei  den  Amphibolen  und  zwischen  den  Plagioklaskrystallen 
lln-d  Magnetit.  Andere  mehr  untergeordnete  Bestandtheile  sind  braune  pleo- 
cllroitische  Partien  nnd  Petzcu  von  Biotit  und  kurze  hie  u.  da  dim  Feld- 
path  dnrchdringende  A.patitnadelchen.  Audi  schimmert  im  einfallenden  Lichte 
Stellenweise  Pyrit  im  goldigcn  Glanze.  Ein  porphyrisches  Eeldspathkom,  das 
m  Fraparat  anfgefunden  wurde,  polarisierte  gleichformig.  Ob  es  dem  Ortho- 
flas  odor  einem  Plagioklas  angehore,  kann  man  nicht  entschciden,  da  auch 
seine  Umrisse  nichts  andeuten. 

I^as  Gestein  dieses  Ganges  ist  ein  Diabas,  der  amphibolbjiltig  ist. 

o* 


ll.  U. 

Nro  63. 
(Amphi- 
bolhftl- 
tiger 
Diabas.) 


84 


Et.  ii.  Dor  beinahe  l1/,  m  breite  Gang  64  ist  bei  soincm  stidlichen  Baalbande 

Sb^mif  20  cm  tuftartig  miirbe.  In  der  Mitte  aber  ist  das  Gestein  dunklergrau, 
i)orpliyr.)mittclkornig  mit  deutlichen  bis  5  mm  grossen  Feldspathen  von  grauweisser 
Farbo.  Das  Gestein  schaumt  da  in  Sfiuren  weniger  auf,  mehr  Kohlens&ure 
entstromt  den  Stuckon  aus  don  Randpartien,  die  dunkelgrau,  klein  bis  fein- 
kfirnig  sind  und  spfirliche  bis  4  mm  grosse  Feldspathe  ftthren.  Die  tuffartigen 
Partien  sind  woiss  und  schwarz  gefleckt  und  schiiumen  in  SLLuren  ttberhaupt 
niclit  auf. 

Im  Mikroskop  ist  das  Gestein  ein  ziemlich  gleichformiges  Gemenge  von 
Plagioklaskrystallen  und  einer  schwach  grtinlichen  Substanz,  in  dor  hie  und 
da  ein  Magnetitkorn,  ein  Fetzen  eines  triibon  undurchsichtigen  M  morales, 
das  dem  Leukoxen  ahnlich  ist,  Sch.tippcb.en  von  brau-uem  Biotit,  porphyrische 
polysynthetische  Feldspathe  und  Pyritpartien  auftreten. 

Im  polar.  Lichto  treten  hauptsachlich.  die  lamellaren  blau  und.  woiss 
polarisierenden  Feldspathe  hervor,  dann  jono  serpentinischen  und  neben 
ihnen  die  irrisiercnden  dolomitisch-calcitischen  Partien.  Stellenweise  bemerkt 
man  einen  Biotitfetzen  und  uralitische  Korner,  wie  wir  sio  noch  besser  in 
65.  b.  sehen  werden  und  Apatitdurchschnitte.  Das  Ganze  kann  man  ftir  einen 
Diabasporpliyrit  halten. 
B.  U.  Dor  Gang  65   steht  nicht  nur  im  Abhang  oborhalb  dcs  Haines  in  einer 

(DiaLsf)  Mftchtigkeit  von  3  m  an,  sondern  zieht  sich  auch  bis  zum  Flusse  herah,  wo  er 
sich  bcsondors  in  oinem  grossen  Felsblock  unter  dem  Navigationsdamme  vor- 
findot,  dor  abgeschlagon  ist  und  doshalb  oin  frischeres  Gestein  zoigt  als  im 
Gange  selbst.  Das  Gestein  dos  Ganges  ist  mittolkornig,  dunkelgrau  mit  grttn- 
lichen  bis  5  mm  grossen  Feldspathen.  Mit  Siiuron  behandelt  schaumt  os 
stark  in  der  Grundmasse.  Handstticke  aus  dem  Felsblock  bcim  Flusse  schiiumen 
nur  scliwach  in  don  Feldspathen,  da  sie  wie  gesagt  frisclicr  sind. 

Im  Mikroskop  sieht  man  oin  gleichmassigcs  Gemenge  von  ziemlich  grossen 
I'lagioklaskrystallen,  die  rocht  frisch  sind,  solum  lamellar,  golb  und  blau  po- 
larisicrcnd,  Kings  und  in  die  Quere  zersprungen,  an  don  Sprungcn  getrubt, 
an  oinigcn  Stcllen  audi  von  Calcit  durchdrungen.  Welters  sioht  man  sclnvadi 
gelblichbraune  Korner  mit  wonigen  Spriingen,  die  chloritischer  odor  sorpenti- 
nischor  Substanz  angclioren  und  andoro  mit  vielen  Spriingon  und  an  dicson 
von  Magnotit  durchdrungen,  die  dolomitisch-calcitischcr  Substanz  sind.  Dicse 
ist  urn  die  sorpentinischen  Stellcn  ontstanden,  wclche  hie  und  da  audi  Biotit- 
schiippchen  fuhren.  Biotit  ist  sekundftren  Ursprungos  und  pflegt  hauptsachlich 
in  der  Niihe  von  grosseren  Magnetitkornern  zu  soin,  wie  dies  bei  Fruptiv- 
gestoinen  oft  vorkonnnt.  Stellenweise  sieht  man  lango,  schwach  grunliche,  nicht 
dichroitische  N&delchen,  die  am  ehesten  dem  Kpidot  angchoren.  Weil  man 
in  frisohercn,  dem  Felsblock  65.  b.  unter  dem  Navigationsdamme  entnommenen 
Priiparatcn,  zcrsprungono,  schwach  graubrauno  und  fourig  polarisierende  Augito 
sieht,  ist  das  Gestein  oin  Diabas.  Um  die  letztgenannten  Augito  herum  be- 
findet  sich  mitunter  eine  faserige  (lioliroitisoho  grime  Substanz,  dor  Uralit. 
Die  Biotitpartien  sind  auch  hior  keine  Scltonheit.  Die  I'yiitkiJruer  pflcgen  git 


85 


vollstandig   in  eine   scbwach  grau  durchscheinende,   im   einfallenden  Lichte 
gelblichweisse  Leukoxenmasse  umgewandelt  zu  sein. 

Der  nordliche  Gang  dcs  Profiles  gegeniiber  von  Roztok  wurde  mit  Nro. 
GG.  bezeichnet  und  ^st  cca  lT/8  m  machtig  mid  fiihrt  ein  dunkelgrttnes  bis 
graues  dichtes  (J ostein,  mit  porphyrischen  griinlich  gelbgrauen  bis  5  mm 
langen  und  l:/2  mm  breiten  Feldspathen,  die  in  Sauren  schwach  auf- 
schaumen. 

Im  Mikroskop  siebt  man  ein  Gemenge  von  feinen  Plagioklaskrystallen, 
die  durch  kaolinische  Verwitterungsprodukte  verunreinigt  werden,  von  griin- 
lichen  Fetzen,  und  Krystalforrnen  des  Ampliibols,  der  nur  scbwach  dicbroitisch 
und  obnc  Zweifel  angewittert  ist.  In  diesem  Gemenge  kommen  scharfliche 
Magnetit-  und  griissere  Pyritkorner  vor.  Porphyrisch  treten  ziemlich  grosse 
und  frische  Orthoklase  auf,  zumeist  verzwillingt,  mancliesmal  quer  zersprungen 
und  trtib.  Einige  der  Feldspathe  sind  polysynthotisch.  Aucb  grSssere  serpen- 
tiniscbc  Parficn,  die  dunkler  grim  sind  als  die  Ampbiboliiborreste  aus  denen 
sie  entstanden  sind,  kommen  stellenweise  vor.  In  den  Amphibolen  sicbt  man 
ofters  Nadelchen  oder  hexagonale  Querschnitte  von  Apatit  und  hie  und  da 
aucb  ein  lebhaft  polarisierendes  Korn  von  gewiss  sekundiirem  Quarz.  Im 
Ganzen  kann  man  das  ursprtlngliche  Gestcin  fur  einen  dioritischen  Syenit 
lialten. 


R.  IT. 

Gang  66. 
(Diori 
tischer 

Syenit.) 


V.  Die  Abhange  zwischen  dem  Thale  von  Brnky  und  der 
Schlucht  von  Klecanky. 


(S.  Fig.  12.;. 

In  der  Thalschlucbt,  welche  sich  von  der  IJbcrl'ulir  gegeniiber  von  Roztok 
aach  Brnky  hinziebt  u.  zw.  nieht  weit  oberbalb  der  Miinduug  des  Bacbes  in 
die  Moldau  (siehe  das  Kartchen)  befindet  sich  ein  Gang  von  der  Machtigkeit 
einiger  Meter,  der  das  Thai  durcbquert  und  mit  Nro.  67  bezeicbnet  ist.  Er( 
fiihrt  einen  sohr  verwitterten  Griinstein,  welcher  dem  makro-  und  mikrosko- 
pischen  Durcbseben  nach  so  wie  aucb  nach  der  Mikroanalyse  fur  einen  dio- 
r i t i s c b e n  Q uarzsyenit  gebalten  werden  muss. 

Das  Gestein  ist  von  zweicrlei  Art,  an  einigen  Stellen  ist  es  durch  1  bis 
2  mm  grosse  Einsprenglinge  porpbyrisch,  sonst  ist  es  dicbt. 

In  den  Dflnnscbliffen  der  porphyrischen  Ahart  sieht  man  zahlrcicbe 
w<MKslic,hc  und  braunliche  Flecke,  nicht  hiiufige  briiunlicbe  Niidelcben  und  eine 
eigentbumliche  gelblichweisse,  fast  dicbte  Masse.  P.ei  LOO  X  Vergrosserung  er- 
kennt  man,  dass  die  weisslichen  und  braunlichen  Flecken  grauweisse  und 
S'i'aue  niobt  geriefte  Feldspatbdurchschnitte  sind,  die  hie  und  da,  von  Limonit 
,,Ul'chdrnngen  werden  und  dann  briinnlieli  erscheinen.  Die  dunkelbrauneu  Na- 
delchen, welche  oft  noch  faserig  sind,  gehoren  aber  dem  Amphibol  an.  Die 
Gnmdmasse,  welcbe  fast  durchwegs  krystallin  ist,  besteht  aus  sebr  kleinen 
triiben  Peldspatbleistcben,  zu  denen  sich  sp&rliche,  triibe  Quarzkorner  hinzn- 


R.  U. 
tang  67.. 
(Diorit 
Quarz.\ 
syenit 


86 


gesellen,  nebstdem  aber  noch  graugrune  Oder  braungelblicbe  faserige  Amphi- 
bolsaulchen,  grobere  Magnetitkorner,  Limonitflecke,  die  aus  verwittertem  Ma- 
gnctit  entstanden  sind  und  amorphe  t3berreste  einer  unbestimmbaren  Substanz. 

Die  dicbten  Partien  des  Ganges  stellen  eigentlicb  die  Grundmasse  des 
vorhergebenden  Gesteines  vor,  sind  aber  reicb  an  brftunliche,  trube  und 
dtelleuweise  faserige  Saulchen  von  Amphibol  und  farblose  QuarzkSrnchen. 

Dcr  ganze  Abhang,  der  sich  weiter  gegen  Norden  am  rechten  Moldau- 
ufer  von  der  Brncker  bis  zur  PfemySlaner  Thalschlucht  hinzieht,  ist  vein 
Rasen  bedeekt  und  besteht  gewiss  in  seinem  Innern  aus  Schiefern  der  Barr, 
Et.  C,  in  welchen  Kieselschieferlagen  und  wiederum  diinnblattrige  Schiefer- 
schichten  eingelagert  sind. 

Die  Fragmente  vc-rn  Kieselschiefer  und  von  diinnblattrigen  Schiefern  kann 
man  in  jedem  der  im  Abbange  eingefurcbten  Wasserrisse  finden.  Der  Kiesel- 
schiefer  selbst  erhebt  sich  auf  den  Anhohen  zwischen  Brnky  und  Pfcmyslany 
in  aufgethiirmten  Blocken  und  bildet  hier  die  hochstcn  Punkte  der  Um- 
gebung. 

R.  17.  In  der  Pfcmyslaner  Schlucht    findet  man   u.  zw.   nicht   weit   von    ihror 

"lf?  '"^  Miindung  in  das  Moldauthal  einen  cca  2r/2  vn,  miicbtigen  Gang  Nro.  68,  (lessen 


( Diabas.) 


griinlich  schwarzgraues  und  sebr  feinkorniges,  stellenweise  bis  diclites  Gestein 
durcb  griinliche  Fcldspatlinadclchon  porphyriseh  ist. 

Die  Grundmasse  dieses  Gesteines  erweist  sich  im  Mikroskop  als  ein 
feinkorniges  Gemenge,  welches  wenigstens  aus  !/8  aus  polysyntlietischen  Feld- 
spathleistchen  besteht,  nebstdem  aber  auch  schwarzlichgraue  zersprungene 
Korner  und  kurze  Saulchen  besitzt,  die  den  Umrissen  nach  dom  Augit  ange- 
horen,  weiters  griinliclie  aus  Augit  entstandene  Umwandlungsprodukte  und 
endlich  sehr  zanlreicbe  Magnetitkorner. 

Die  sebwarzbraunen  Kiirner  sind  mitunter  in  spathigen  an  den  cliara- 
kteristischeu  Sprtlngen  erkennbaren  Calcit  verwittert.  Dieser  Calcit  pflegt  in 
(\v,r  Regel  noch  niit  einer  griinliclien  fein  faserigen  Cbloritsubstanz  so  einge- 
saumt  zu  sein,  dass  man  fiber  seinen  Ursprung  nicht  im  Geringsten  zweifeln 
kann. 

Nebstdem  kommen  auch  noch  griissere  rundliclie  Oder  ovale  Durch- 
schnitte  vor,  die  am  Rande  schwacli  griinlich  sind  und  wellig  faserig,  in  der 
Mitte  aber  aus  grauen  Kornern  bestehen;  diese  erinnern  an  dolomitische  Ver- 
witterungsprodukte  und  konnten  ihrem  Gesammthabitus  nach  aus  Olivin  ent- 
standen sein. 

Die  chemisch-mikroskopische  Analyse  mittels  Kieselflusssaure  ergab  neben 
viel  Kieselfluornatrium  sehr  wenig  Kalium,  aber  ziemlich  viol  Magnesium  und 
etwas  weniger  Calcium. 

Obzwar  es  auch  bier  nicht  moglich  war  niit  absoluter  Bestimmtheit  zu 
konstatieren  oh  Augit  oder  Amphibol  den  angefuhrten  Verwitterangsprodukten 
znr  Basis  war,  so  spricht  doch  der  gauze  Charakter  des  Gesteines  mehr  fill" 
Augit  als  ftir  Amphibol,  so  dass  es  wahrscheinlichor  ist,  dass  das  Gestein 
ein  Diabas  war  und  das  vielleicht  ein  olivinhiiltiger. 


87 


Zwischen  der  Plfemyslaner  Schlucht  und  jener,  welche  weiter  aaoh 
Norden  gelegen  ist  und  in  die  sich  das  Dorf  Klccanky  hinzieht,  Bteht  ein 
hoher  steiler  Felsen  an,  dessen  kahler  Gipfel  von  einem  Holzkreuze  gekront 
wird.  Bei  seinem  Fusse  befinden  sich  einige  zerstreute  Hauschen  und  Garten, 
welche  nach  Klccanky*  bin  gehoren.  (S.  Fig.  12). 

Der  Felsen  besteht  aus  Grauwackenschiefer,  der  stellenweise  sogar  Behr 
feinkornig  ist  und  besitzt  mitunter  schwache  blattrige  und  dichte  Lagen.  In 
ihra  sind  fast  wagrecbte  Gangpartien  eingebettet,  die  mit  Nro.  69  bezeichnet 
wurden,  1 — 3  m  machtig  sind  und  ohne  Zweifel  eigentlich  zwei  Gangen  an- 
gehSren.  Sie  fuhren  ein  Gestein,  das  entweder  deutlich  porphyrisch  ist  durch 
hervortretende  und  ziemlich  reichliche  Feldspathkorner  oder  aber  wieder  dicht 
mit  wenigen  makroskopischen  Quarz-  und  Feldspathkornern.  Am  frischen 
Bruche  haben  beide  Varietaten  cine  gelbliche  oder  licht  grttnlichgraue  Farbe; 
die  gelben  Handstucke,  welche  dun  sudlichen  Gangpartien  entstammen,  pflegen 
an  den  Klul'tnachen  braunlich  in's  gelbe,  grilnliche  oder  graue  gefarbt  zu 
sein. 


N. 


u?-  12.  Der  Felsabsturz  zwischen  <ler  PfremySlaner  und  Rlecaneker  Schlucht. 

I)l'1'  ganze  Felsen  besteht  aus  feinkdrnigem  Silurgrauwackenschiefer  Barr.  Et.  O.j  in  itm 
tfeten  fast  horizontale  Gangpartien  69  auf,    deren    Gestein   ein   Spharophyrit   und  Quarz 

felsoyhyrit  ist. 


2-6 


Die   siidliche  Gangpartie,   welche   ein  gelbliches,    dichtes   Gestein   vonGJj^9i 
^'(>  sp.  G.  besitzt,  hat  wenige  feine  zumeist  graue,  stellenweise  deutlich  py-  stidiiche 
I'amidale  Quarzdurchnitte.  Mitunter  ist  das  Gestein  audi  weisslich  und  durcli  (^'(' ,;L 
sehr  seltene,  zarte  Feldspathnadelchen,   sowie  durch  farblose  Quarzkornchen  Porphyr.) 
ausgezeichnet. 

Die  Mikroanalyse   der  weisslichen  Stuckchen  zeigto  mehr  Kalium  als 
Natrium  nebst  etwas  Calcium,  aber  fast  kein  Magnesium. 

Die  porphyrischen  Handstucke,  welche  don  nordlichen  Gangpartien  ent- 
stammen, hatten  ein  sp.  Gew.  von  2*661.  Zwischen  zahlreichen  gelblichen  und 
waunlichen  Feldspathkornchen,  die  man  bereits  mit  blosem  Auge  sehen  kann, 
bemerkt  man  mit  der  Lupe  audi  geriefte  kurze  Leistchen,  von  denen  wenige  G^*  Ug9i 
die  Grosse  von  1—2  mm  erreichen.  DieMitte 

Die  dichte  Grundmasse  dieser  Handstucke  besteht  aus  einer  spiirlichen  «nd  *|® 
Basis,  dann  aus  Feldspath-  und  Quarzkornern,  zwischen  denen  grunlichgraue(j''(,,'S(, ,,!,., 


88 


und  braunliche  Niidclchon  —  vielleicht  Epidot  —  griinliche  faserige  Ver- 
witterungsprodukte  und  kleine  Magnetit-  und  Pyritkornchen  neben  Limonit- 
flocken  gelagert  sind.  Die  chemische  Mikroanalyse  mittels  Kieselfluorwasser- 
stoffsaure  crgab  sehr  viel  Ealium,  wenig  Magnesium  und  sclir  wenig  Na- 
trium. 

Die  don  mittleren  Gangpartien  entnommenen  Handstiicke  waren  dicht, 
fast  hornsteinartig  und  zeigten  nur  seltene  kleine  Quarzkornchen,  seltener 
Feldspathdurchschnitte  und  Pyritpartikelchen.  ImMikroskop  war  ihre  Grund- 
masse  fein  gekornelt  und  reich  an  schwarzen  Staub  und  besass  ein  Gewirr 
von  schwiirzlich  best&ubten  Nadelchen,  die  am  ehesten  wieder  dem  Epidot 
angehoren  dtlrften.  1m  polar.  Lichte  siebt  man  in  ilir  mebr  odor  weniger 
deutlich  begranzte  Feldspathkorner  und  zablreicbe  Quarzkorner,  die  ttbrige 
Basis  polarisierte  schwach  infolgc  dor  Verwitterung. 

Da  der  Quarz,  hauptsiiehlich  in  don  porphyrischen  Handstucken,  mebr 
odor  weniger  spliiirolithisch  war,  kann  man  den  Porphyr  des  nordl.  Gang- 
tbeiles  einen  sph&rolitischen  Porphyr  odor  einen  Spliiiropliyr  nennen 
und  den  iibrigen  dichten  Porphyr  der  Gangmitte  und  der  sttdlichen  Partic 
nls  Eclsophyr  hinstellen.  In  Boficky's  Porphyrgesteinen  (S.  122  u.  S.  134) 
wurden  beide  Abarten  gewiss  auf  Grund  der  polysynthetischen  Feldspatbe  als 
Spbarophyrit  und  Felsophyrit  gedeutet.  Das  tJbergewicht  des  Kaliums  wiire 
dann  durch  den  Verlust  des  Natriumoxydes  zu  erkl&ren,  das,  wie  bereits  an- 
gefuhrt  wurde,  fast  immer  leichter  und  deslialb  frtther  bei  der  Verwitterung 
der  Feldspatlie  ausgelaugt  wird,  als  das  Kaliumoxyd. 

In  der  Sclilucht  von  Klecanok  selbst  begegnen  wir  zwei  Giingcn  und 
zwar  ist  auf  deren  nordl.  Seite  Gang  Nro.  71,  winter  oben,  die  Sclilucht  ver- 
querend  der  Gang  Nro.  70. 

qR.  U  Das  Gestein  des  Ganges  70,  welcber  nur  cca  %  m  mftchtig  ist,  ist  dicht 

(Fefso-'und  enthalt  fast  74  der  Gesammtmasse   Feldspathkrystalle  die   7,-1  l/3  mm 

phyrit.)  lang  sind  und  in  einer  grauweissen  oder  licbt  grauen  Grundmasse  eingebettet 

liegcn,  die  im  Ganzen  schwach  polarisiert  und  mitunter,  insbesonders  urn  die 

mikroporphyrischeii  Feldspatbkrystalle  herurn  eine  Fluidarstruktur  zeigt. 

In  den  krystallinischen  Stellen  ist  das  Gestein  reich  an  feinen  Epidot- 
stacheln  und  Chloritfransen.  Die  porphyr.  Feldspatlie  sind  zumeist  polysyn- 
thetisch  und  am  Rande  gewohnlicb  von  grttnlichen  Epidotnadeln  durchdrungen. 
Im  lnnern  besitzen  sic  zumeist  Kaolinsubstanz  in  Folge  der  Verwitterung. 
Epidot  pflegt  in  den  Feldspatlien  audi  liings  der  Spriinge  eingelagert  zu  sein. 
Viele  Feldspathe  weisen  (lurch  ihre  Ausloschung  im  polar.  Lichte  auf  den 
Mikroklin  bin. 

Die  chem.  Analyse  des  Gesteines,  das  man  als  einen  Felsophyrit  d. 
i.  als  einen  dichten  felsitischen  Porphyrit  bezeichnen  kann,  wurde  vom  H. 
Kohif  im  Laboratorium  des  HerrnProf.  Preis  am  bdhm.  Polytechnikum  durch- 
gefiihrt  und  ergab  in  °/0 


89 


Kieselsaure =  70 

Thonerde =  14 

Eisenoxyd    ......  =   8 

f  Eisenoxydul —   0 

Manganoxydul =   0' 

Kalkerde =    1 

Bittererde =    0 

Kali =    2 

Natron =    5' 

Phosphorsaure     .   .   .   .  =   O 
Wasser  (d.  Gliihen  best.)  =    1' 


1.0.1 


92 
62 

74 
61 
25 
'75 
43 
38 
00 
38 
60 

68 


Aus  dieser  Analyse  wurde  auf  Grand  der  mikroskopischen  Durchsicht 
lli('  Zusammensetzung  des  Gesteines  von  Boficky"  in  seinen  „Porphyrgesteinen 
folgendermassen  berechnet :  Kalk-Natronfeldspath  18%,  Kalifeldspath  14%; 
Quarz  und  anders  gearteter  Kieselsaure  29x/a%,  Limonit  und  Kaolin  57a%, 
Magnetit  fast  T/2%„  Chlorit  2l/,7o  und  fast  1%  Apatit. 


*!■  Der  Absturz  von  der  Thalschlucht  bei  Klecanky  bis  nach 

Rezi. 


(S.    Fig.   18.) 

Zwischen  der  Thalschlucht  von  Klecanky,  in  der  der  grosstc  Theil  dieses 

orfes  gelegen  ist  und  der  nicht  weit  davon  gegen  Nordwesten  sich  befinden- 

en  kleinen  Schlucht,  die  bis  in  den  siidlichen  Theil   des  Haines  bei  Klecan 

■jch  erstreckt,   findan  wir  leicht   in  dem  entstehenden   Felsenvorsprung   den 

fuptivgang  71,  der  beinahe  4T/2  m  machtig  ist  und  bei  einem  Einfallen  gegen   R- U. 

N()  unter  75—80°  in  den  Klecaner  Hain  in  NNW  Richtung  sich  hinzieht.  SfJi!" 

Oberhalb  dieses  Ganges  beflndet  sich  in  demselben  Vorsprunge  noch  ein     J.JJ11,- 
,i,ll,l,vi'er  ahnlicher  Gang  von  einer  Machtigkeit  von  oca  (JO  cm,  der  nicht  nu- 
meriert  wurde. 

Diese  beiden  Gange,  so  wie  die  FelsblScke,  die  im  Klecaner  Haine  zer- 
>ut  liegen,  besitzen  ein  grau-   oder   gelblichweisscs   Gestein,   dessen   Sp. 


Gew. 


—  2*603  und   welches   (lurch    das   Auftrcten   von    sehr  zahlreichen,    bis 


■  ®ckuadelkopfgrossen   Feldspathkornern,    mitunter  auch   Quarzkfirnern  por- 
ynsch  ist  bei  sonst  feinkornigem  bis  kleinkornigem  Gcfiige. 

Die  Grundmasse,  wolche  gegeniiber  den   Einschliissen  zumeist  in  Mino- 

at  ist,  besteht  aus  einer  triiben,  apolaren  Basis,   in  der  triibe  Kdrner  und 

He  Leistchen  von  Feldspath,  feine  grauweisse  Quarzkornchen,  seltene  braun- 

Cne  und  grttnliche  Epidotsaulchen  so  wie  auch  griinliche  Chloritpartikelchen 

viol  unbestimmbaren  Staubes  eingebettet  liegen. 


90 

Die  sehwarzen  gewOhnlich  braunlich  eingesaumten  Magnetit-  und  Pyrit- 
korner  sind  sparlich.  Die  sehr  zahlreichen,  trtiben  Feldspatheinsprenglinge, 
in  denen  Spharolithquarzkornchen  als  sehr  seltene  einigemal  aufgetreten  sind, 
werden  grSsstentheils  von  verwirrt  gelagerten,  grau  und  grtinlich  weissen 
NMelchen  und  Stabchen  von  Epidot  durehschossen. 

Einige  Handsttlcke  aus  dem  Klecaner  Haine  besassen  eine  Grund.ina.ssc, 
welche  nebst  zahlreichen,  trtiben,  breiten  Feldsp&thdurchschnitten  audi  farb- 
Lose  Quarzkorner  mit  einem  Spharolitsaume  enthielt,  dann  seltenen  Magnetit 
und  grlinliche  feinfaserige  Verwitterungsprodukte  von  Amphibol,  besonders 
aber  hiiufige  polygonale  Partien  von  Radiolithquarz,  (lit;  eine  kornig-radiale 
oder  audi  verwirrt  kornig-stiinglige  Struktur  zeigten,  wie  wir  dies  bereits  ini 
(i ostein  des  23.  und  25.  Ganges  am  linken  Moldauul'er  (in.  dor  LibSicer  Fels- 
wand)  gesehen  haben. 

Diese  Radiolithe  wurden  am  haufigsten  in  den  Partien  des  sudostliclien 
Ganges  gefunden  u.  zw.  hinter  dem  letzteu  Hauschen  von  Klecanky.  In 
einigen  aus  dem  Klecaner  Haine  stammenden  Handstticken  kommen  (nach 
Pmricky)  zahlreiclie  apolare  Opalkdrner  vor,  die  die  Quarzspharolithe  ver- 
treten. 

Einige  Priifungen  mit  Kieselflusssaure  ergaben  bei  diosem  Gauge  nur 
Kalium,  sehr  wenig  Natrium  und  nocli  woniger  Calcium  und  Magnesium.  Dies 
waren  die  am  moisten  verwittertcn  Probestiicke.  Andere  Handsttlcke  die  we- 
uiger  verwittort  waren,  ergaben  nebst  wenig  Calcium  und  Magnesium  sehr 
viel  Kalium  aber  bereits  etwas  mehr  Natrium  und  zwar  im  Verhiiltnisse 
Na :  K  =  1 :  3.  Und  die  am  wenigsten  zcrsetzten  Proben  zeigten  sogar  mehr 
Natrium  als  Kalium,  so  dass  man  das  Gestein  zu  den  Qu  ar  zporphyr  iteu 
hinzuzahlen  muss  und  zwar  zu  den  rad  iolith  isehen. 

Dies  bestatigte  auch  die  quantitative  Analyse,  welche  H.  Neumann  im 
ehem.  Laboratorium  des  II.  Prof.  Preis  am  biihni.  Polytechnikum  durcbgefuhrt 
hat,  und  welche  fur  diesen  Porphyrit  in  °/n  ergab: 

Kieselsiiure =  72-36 

Thonerde =  12-88 

Eisenoxyd =   4-54 

Eisenoxydul =   0-27 

Manganoxydul      .    .    .    .        0-12 

Kalkerde =   2'31 

Bittererde =   0-93 

Kalium      =   1*99 

Natrium -   4*63 

Phosphorsaure =  0*13 

Wasser =s    119 

L01-35 


Die  auf  Grand  dieser  Analyse  durchgefuhrte  [nterpretation  nach  den  im 
Mikroskop    beobachteten    Mineralen   ergab   folgende    Zusammensetzung    des 


91 


Quarzporphyrites  aus  dem  71.  Gauge:  Natronfeldspath  39%i  Kalkfeldspath 
8°/0i  Kalifeldspath  12%,  Quarz  und  anders  ausgebildeter  KieseMure  32°/0, 
Limonit  5'/27„,  chloritisch-amphibolartiges  Mineral  4°/0  und  Apatit  r/2°/(). 

Dor  weitere  steile  Abhang  des  Moldauufers  vom  Klecaner  Eaine  gegen 
Husinec  ist  hoch  und  felsig  und  besitzt  in  seinen  Steinbruchen  cin  vorziig- 
Liclies  Material  zu  den  Arbeiten  an  den  nahen  Navigationsdiimmen.  Einige 
Schritte  vom  Klecaner  Haine  befindet  sieh  im  Abhange  der  Gang  Nro.  72, 
''or  cca  5  m  machtig  ist  und  etwas  weitcr  gegen  Westen  dor  Gang  73  mit 
'''"or  Machtigkeit  von  cca  4  m.  Beide  steben  im  Abhange  unter  einem  Winkel 
von  45°  an  und  streichon  gegen  NWN.  Sio  fiihren  beide  ein  fast  iilinliclies 
Gestein,  das  nur  im  Gange  72  durcli  das  Uborgewicht  der  triklincn  Feld- 
spathe  mehr  dioritisch  ist. 


B.  u. 
Gang  72 

1111(1    7,'!. 

(Quarz- 

syenite  n. 

syenit. 

Quarz- 

diorite.) 


W. 


flg\.13-    Das  Felsgehlnge  von  der  Klecaneker  Schlucht  bis  nahe  an  Husinec. 

'"  diesem  Felsgehange,  das  wiederum  aus  grauen  Silurschiefern  Barr.  Et.  C.  besteht,   tritt 
^wrst  Gang  71  auf  —  noch   in  der  Nine  von  Klectaiy  —  (lessen  Gestein  ein  Radiolith- 
j""'i|liyi'ii;  ist,  (bum  folgen  die  Gange  72  und  78,  die  einem  syenitischen  Quarzdiorit  ange 
wren,  der  seln-  machtige  (inns  14  mit  einem   seliiinen   Granophyrgestein  und  endlieh  die 
Gange  75  und  76  vim  dioritischem  Syenit. 


O. 


fieide  enthalten  Quarz  und  sind  sehr  feste  Gesteine,  von  griin  liclit- 
gi'aucr  Farbe  und  feinkorniger  oder  durcli  scb.wacb.es  Hervortreten  der  Feld- 
8P&thleistchen  und  Amphibolnadelchen  etwas  porphyrischer  Struktur.  Weisse, 
graue  und  schwarze  Korner,  Leistehen  und  Saulchen  kann  man  im  Gesteine 
oereits  mit  blosem  Auge  bemerken. 

Im  Mikroskop  sieht  man,  dass  die  Mebrzald  der  Feldspathleistchen  ein- 
*ach  ist  und  etwa  zweimal  so  viol  Raum  einnimmt  wie  die  ubrige  trttbe  Sub- 
stanz,  der  mit  den  tibrigen  Bestandtheilen  bios  ein  Drittel  der  Gesteinsmasse 
angeh5rt.  Zu  den  Feldspathen  gesellen  sich  briiunliche,  stark  pleochroitische 
u"d  andere  grunliche,  fein  l'aserige  Siiulchen  des  Amphibols  und  dessen  griin- 
|*che  chloritische  Verwitterungsprodukte,  zu  allem  endlieh  grossere  aber  ?er- 
'Wtnissmassig  sparlichere  Magnetitkorner.  Auch  Quarzkorner  konimen  u.  zw. 
^wischen  den  FeldspathleistcheD  eingeklemmt  und  mehr  oder  weniger  reichlich 
"'  oeiden  Gesteinen  vor,  aber  irgend  welches  Magma  oder  Grundmasse  kann 
1,11111  selbst  im  Mikroskop  nicht  beobachten. 

Die  chemische  Mikroanalyse  ergab  etwas  mehr  Kalium  als  Natrium 
Bebstdem  etwas  Magnesium  und  wenig  Calcium.  Darnach  und  auch  nach  dem 


92 


R.  If. 
Gang  74 
(Grano- 

phyr.) 


Ubergewichte  dor  ungerieften  Feldspathe  kann  man  das  Gestein  beider  Gauge 
als  dioritischo  Syenite  bezeichnen.  Bemerkt  muss  aber  werden,  dass 
die  ehemische  Analyse  mittels  Kieselflusssaure  an  einer  etwas  angewitterten 
Gesteinsprobe  ausgeftthrt  wurde.  Aber  auch  hier  war  ein  grosses  Quantum 
von  Natrium  (neben  ttberwiegendem  Kalium)  vorhanden,  so  dass  die  ganz 
frischen  Handstiicke  auch  als  syenitisclie  Diorite  hingcstellt  werden 
diirften. 

In  einer  Entfernung  von  cca  130  m  westl.  von  den  eben  beschriebenen 
Gangen  gelangen  wir  zu  dem  Tiber  70  m  (?)  breiten  Gauge,  der  saiger  iin 
Abhange  aufsteigt  und  gegen  Norden  streicht.  Sein  Gestein  ist  fest  rothlich 
und  nach  dieser  Farbe  schon  vom  weiton  bemerkbar. 

Der  Gaug  selbst  schliesst  wieder  linsenformige  bis  metergrosse  Partien 
des  benachbartcn  Silurgrauwackenschiefers  ein,  breitet  sich  oben  gegen  Westen 
auch  (iber  diesen  Schiefer  aus  und  gegen  Osten  iibor  den  dior.  Syenit  des  73. 
Ganges  u.  z.  dockenformig.  Etwa  in  der  Mitte  des  Abhanges  bemerkt  man, 
wie  in  die  wcstlichen  Schiefer  eine  nicht  starke  Apophyse  dieses  Eruptiv- 
Gesteines  eiudringt. 

Das  Gestein,  dessen  Dicbte  auf  2-553  bestimmt  wurde,  wird  (lurch  Korner 
"farblosen  Quarzes  und  spiirlichere  triibe  Leistchen  von  Feldspath  porphyrisch. 
Die  dichte  Grundmasse  zeigt  cinen  typischen  Granophyr  d.  i.  einen  grani 
tischen  kornigen  Porphyr.  Bei  100  X  Vergr.  (siehe  Porphyrgcst.  Tab.  I. 
Pig.  4)  erscheint  namlich  die  Grundmasse  als  ein  gleichformigcs  Gemenge 
von  Kornern  (granitische  Struktur),  die  larblosero  Quarze  uud  triibem  Feld- 
spathe angehoren,  welche  der  Grosse  und  der  Menge  nach  einander  fast  das 
Gleichgewicht  halten.  Dem  Alter  nach  sind  aber  die  rundlichen  Quarzkorner 
alter,  denn  sie  liegen  in  die  kornige  Feldspathmasse  eingebettet. 

Unter  den  Feldspathen  gibt  es  einige  Individuen,  welche  schon  (lurch 
ihre  Liingc  und  griissere  Durchsichtigkeit  sich  auszeichuen  und  polysyntln 


sind.     Als  accessorische  Gemengtheilc   konnen   seltene  grlinlich   faserij 


it.  II. 
Gange  78 

iimi  70. 

(Dioriti- 

scher 

Syenit.) 


b   mehr   Kalium   als 

in  einer  Entf'ernung 
nahe  Griinstein- 
u.   74  iiberein  und 


R.  U. 

Gange  77 

und   78. 

Felso- 

phyrit.) 


;iscn 

Am- 

phibolsaulchen   angefiihrt  werden,   die    sonst   zumeist   in  Epidot   umgewandelt 
sind  und  nebst  ihnen  noch  Magnetitkornchen. 

Die  ehemische    Mikroanalyse    des  Granophyrs    erga 
Natrium. 

Der  cca  3  m  miichtige  Gang  75,   der  vom  vorigen 
von   200  m  gegen  Westen   ansteht,    stimmt   ebenso    wie  der 
gang  76  last  vollstiuidig  mit  dem  Gesteine    der  Giinge  7" 
enthalt  demnach  einen  dioritischen  Syenit. 

In  den  wciteren  Abhiingen  des  Eelsabhanges  gegen  Husinec,  die  sich 
auf  500  m  erstrecken,  sieht  man  keinen  Eruptivgang.  Erst  iiber  der  Mitte  des 
angefuhrteu  Ortes  sieht  man  zwei  1 — 2  m  miichtige  mit  Nro.  77  u.  78  be- 
zeichnete  Giinge,  die  etwa  unter  45°  geneigt  sind  und  deren  gelblichweisses, 
von  Kaolin  ziemlich  durchdrungenes  Gestein  seltene  grauweisse  Quarzkomchen 
flihrt.  Am  ehesten  war  es  ein  Felsophyrit  gewesen,  welcher  reich  war  an 
Feldspath  und  Basis,  denn  die  ehemische  Mikroanalyse  mittels  Kieselflusssaure 
ergab  auch  bei  dem  jetzigen  Verwitterungsstadium  mehr  Natrium  als  Kalinin. 


93 


Ln  weiteren  steilen  Abhange  zwischen  Husinec  und  Reft,  welche  wieder 
aus  Grauwackenschiefern  der  Ban-.  Et.  C.  besteht,  wurden  keine  Eruptiv- 
gange  beobachtet. 

Die  dunkelschwarzgrauen,  sehr  feinkornigen  und  dlinnblattrigen  Grau- 
wackenscbiefer,  wic  sie  bei  Uezf  auftreten,  schaumen  in  Sauren  scliwach  auf 
und  zeicbnen  sicb  im  Mikroskop  durcb  tiberwiegendes  kaolinisches  Binde- 
mittel  aus  und  durch  ^ahlreiche  Feldspatbfragmente  neben  Quarzkornchen, 
die  an  Gasbliischen  reich  sind.  Das  Bindemittel  cnthiilt  stcllonwoise  Haufchen- 
formige  und  vorworrone  grftne  dicbroitische  Aggregate,  die  am  chostcn  dem 
Epidot  angehoren,  und  wird  von  grunlichen  Fasern  und  Fetzen  durcblegt,  die 
zwischen  XNikolsbuntpolarisieren,  dem  Chlorit  angehfiren  und  zwischen  Feld- 
spath  und  Quarzfragmenten  uberall  parallel  gelagert  sind.  Wie  die  anderen 
Schiefer  so  besitzt  audi  der  hiesige  schwarzgrauc,  kornig  fiockige  Fasern, 
•lie  zumeist  einer  graphitischen  Substanz  angehoren. 

Zwischen  den  Feldspathfragmenten  haben  viele  cine  undeutlich  polysyn- 
thetische  Struktur,  wahrend  andere  wieder  durch  ihre  gekreuzte  Vcrzwillin- 
gung  an  Mikroklin  erinnern.  Zu  allem  dem  gesellen  sich  noch  audi  kleine 
Gruppen  farbloser  Leistchen  und  griinlicher  Sekund&rprodukte,  welche  durch 
Verwittei'iing  von  Fragmenten  eines  Grttnsteines  entstanden  sind. 

Die  chemische  Analyse  des  Grauwackenschiefers  von  Uezf,  welche  vom 
Herrn  Plaminek  im  Laboratorium  des  Herrn  Prof.  Preis  am  bbhm.  Polytech- 


nikum  durchgefuhrt  wurde, 


ergab  in 


Kieselsaure  .   .   .   .  =  66*31 

Thonerde =  15*73 

Fisenoxyd  .  .  .  .  =  3*25 
Eisenoxydul  .  .  .  =  3*61 
Manganoxydul     .   .  =   0*49 

Kalkerde =   3*66 

Bittererde    .   .   .    .  =    2*95 

Natrium =   0*59 

Kalium =   5*99 

Kolilensiiure  \  ,,-, 

Wasser   ■   •  J 

104*32 


Obzwar  die  Analyse  ein  Plus  von  4*32°/0  aufweist,  so  erlautert  sie 
doch  wenigstens  etwas  die  variable  Zusammensetzung  der  Grauwacken- 
schiefer  ■ —  wenn  wir  die  bereits  angefuhrte  Analyse  der  Grauwacbe  von 
Podbaba  betrachten  —  und  beweist  wie  diese,  durch  ihren  bedeutend.cn  Antheil 
V()ii  Kalium,  dass  die  hiesige  silurische  Grauwacke  fur  den  Landmann  eine 
nicht  gcringc  Wichtigkeit  hat. 


94 


VII.  Die  Moldauabhange  am  rechten  Ufer  zwischen  Rezl 
und  der  Maslovicer  Schlucht. 

(Sichc  Fig.  14.) 


R.  U. 
Gang  79 

(Felso 
phyr.) 


Der  weitere  Abhang  von  Re2f  angefangen  sonkt  sich  zuerst  allm&hlig 
gegen  don  Fluss  herab;  erst  gegen  VStruSic  gelangcn  wir  zu  eiaer  tiefen 
Schlucht,  die  sich  zum  Wege  liinzieht,  dor  von  Husinec  na,ch  VetruSic  fiilirt. 
Bis  zur  Schlucht  wird  dor  Abhang  von  einor  fruchtbaron  Ackcrkrume  bedockt, 
die  oben  lohmig,  in  don  tieforon  Lagen  lohmig-sandig  ist.  Nur  die  Kiesel- 
schieferblocke,  wolche  an  den  Anhohen  auftreten,  zoigon,  dass  den  Untergrund 
auch  hior  ein  Silurschiefer  bildet,  welcher  Kioselschieferlagen  enthalt.  Die 
bolion  und  wunderbargestalteten  Felsgehange'  und  Wande,  wolche  die  ange- 
fiihrto  Schlucht  einsaumen,  bestehen  nur  aus  Kieselschiefer,  der  liior  ungeruein 
machtig  auftritt  und  auch  weiter  iiber  die  Anlidhe  von  Vetrusic  sich  emporhebt. 

Die  Schlucht  selbst  ist  entweder  durch  die  ungestttme  Kraft  dor  Gewasser 
entstanden  oder  wahrscheinlicher  durch  die  Wegfuhrung  einer  weicheren  im 
Kieselschiefer  eingeschlossenen  Schieferlago,  die  den  Gewassern  weniger  Wider- 
stand  leistete. 

Die  Emporhebung   des  Kieselschiefers  konnte   ziemlich   natttrlich   auch 


dor  Eruptivgang  Nro.  79  bowirkon,  der 


einige  Meter  machtig 


ist,  gegen  NON 


R.  II. 

Gegen 
Ufier  von 

Letky. 

( Kiesel 
schiefer.) 


streicht  und  ein  grauwcissriithliches  geflammtes  Porphyrgestein  fiilirt,  das 
in  der  rechten  Felswand  auftritt  und  mit  den  Felsophyren  von  Podmonini 
fast  identisch  ist. 

Der  dichte,  schwarzgrauo,  von  seltenen  Adorchen  eines  weisslichon  oder] 
weissen  Qnarzes  durchdrungene  Kieselschiefer,  der  den  grOssten  Theil  des 
iibrigen  Ufers  und  dor  Felsgehange  gegenuber  von  den  G&rtchen  zusammen- 
setzt,  die  sich  stldlich  von  Letky  ausbreiten,  besitzt  den  Charakter  und  die 
Beschaffenheit  der  gewohnlichsten  Kieselschiefer. 

In  den  Dlinnschliffen  sieht  man,  dass  in  ihm  parallele  Zeilen  sehr  feiner, 
zarter  Quarzkornchen,  die  mit  schwarzen  und  sehr  dichten,  kohligen  Parti- 
kelchen  und  stark  licht  breehenden  Gasblaschen  (die  deshalb  fast  undurch- 
sichtig  sind)  umschlossen  sind,  mit  Reihen  von  etwas  grosseren  Kornern  ab- 
wechseln,  welche  weniger  schwarze  Partikelcheu,  dafur  aber  oft  kurze  und 
farblose  unbestimmbare  Niidolchon  enthalten. 

Die  weiteren  Partien  dos  Ufers  gegen  Letek  bis  zum  Ausgange  del 
M.-islovicor  Schlucht,  welche  gegenliber  der  bereits  bescbriebenen  boi  LibSitz, 
cinniiindet,  bildon  formlich  ein  einziges  Felsgehange  von  bedeutender  llolic, 
(lessen  Hauptgestein  wicder  ein  schwarzgrauer  bis  schwarzer  anderswo  aber 
auch  grauer  silurischer  Grauwackenschiefer  bildet. 

Audi  die  Beschaffenheit  des  Grauwackenschiefers  ist  an  vorschiedenen 
Stellen  verschieden.  Hier  begegnen  wir  feinkOrnigen  Abarten,  dort  wieder 
anderen  viillig  dichten,  bier  sind  die  Schiefer  weich,  dort  wieder  hart  oder 
sehr  hart.  Dieso  harten  Modilikationen  sind  sehr  ahnlich  deni  Kieselschiefer, 
der  in  diesen  Grauwackenschiefern  nicht  selten  grossere  oder  kleinere  Zwi- 


95 


sehenlager  bildet.  Mitunter  sind  die  Grauwackenschichten  verbogen  und  dabei 
schwach  schieferig,  an  anderen  Stellen  wieder  cbcn,  grobbankig  und  quer 
zerspalten. 

Das  Einfallen  dor  Grauwackensehichten,  mit  Ausnahme  jenor  Stellen, 
wo  die  Lagerung  durch  Eruptivgesteine  gestiirt  wurde,  1st  ziemlich  bestandig 
u.  z.  unter  einem  Durchschnittswinkel  von  cca  50°  gegen  NO. 

Gegentiber  von  J^etky  ist  die  Grauwacke  sehr  feinkornig,  schwarzgran, 
an  den  Kluftflachen  durch  Verwitterung  von  den  Eisenbestandtheileu  braunlich. 
Im  Mikroskop  besteht  sie  immer  aus  glitzernden  Quarzkflrnchen,  welche  bei 
LOOXVergr.  in  ein  sehr  feinkfSrniges  Gemenge  von  braunlichen  Schuppchen, 
Fetzen  und  Fransen  sowie  sehr  feiner  Quarzpartikelchen  eingebettet  liegen. 
Feldspathfragmente  sind  in  diesem  Wackenschiefer,  dor  uns  den  tlbergang 
in  die  Kieselschiefer  vorstellt,  sehr  selten,  dafllr  sind  sehr  oft  schwarze, 
kornige  oder  flockige  Pyritkorner  (vielleicht  auch  Psilomelan)  vorhanden,  wo- 
durch  das  Gestein  ein  gestreiftes  Aussehen  im  Mikroskop  bekommt. 

In  dieser  Grauwacke  befindet  sich  unterhalb  VetruSic  gegentiber  von 
Letky  der  mit  Nro.  80  bezeichnete  Eruptivgang. 


r.  u. 

Gegen- 
(Iber  von 

Letky. 

(Grau- 

wacken- 
sckiefer.) 


91.90 


Prof.  IV. 


'rof.  ITT. 


Prof.  II. 


Prof.  I. 


Pig.  ii.  Die  Felsenabsturze  gegentiber  von  Letky.  Diese  Felaen  besteken  ausGrau 
wackensckiefern,  die  stellenweise  KieBelsckiefereinlagen  entkalten.  Der  Gang  81  ist  ein 
Diorit,  Gang  82  ein  dioritiscker  Quarzsyenit,  Gang  83  ein  dioritischer  Syenit,  Gang  si 
ein  syenit.  Diorit,  Gang  85  und  die  zwei  mit  Nro  86  bezeickneten  Gange,  welcke  zwiscben 
dem  ersten  und  zweiten  Profile  auftreten,  sind  syenitischer  Diorit,  Gang  s?  em  Syenit, 
Gang  88  ein  rerwitterter  syenitiscker  Diorit,  Gang  89  ein  eben  solckes  verwittertea  Ge- 
stein', die  Gange  00  und  93  dioritiscker  Syenit. 


Gang,  welcher  in  einer  Machtigkeit  von  l1/,*  den  Felsabhang   R-  u. 

durchdnngt,  besitzt  ein  gelbhcnes  oder 


S  schraae  unter  cca  60" 


welches   der   Hauptsache   nach  aus  sparlicher  glasiger 


Dieser 

von  N  nach 
braunliches   Gestein, 
Grundraasse  besteht. 

Die  farblosen  Dtinnschliffe  dieses  Gesteines,  welches  ein  schfiner  Felso- 
phyr  ist,  zeigen  bereits  unter  der  Lupe  nicht  blunge  braune  Limonitpunkte 
und  Aderclien,  welche  oline  Zweifel  aus  Pyrit  durch  dessen  Verwitterung 
entstanden  sind,  und  weiters  ziemlich  gleicbioraig  verbreitete  weissliche, 
trtlbe  und  ovale  Korner.  Im  Mikroskop  wecliseln  Partien  ab,  die  ein  ungleiches 
K'irn  und  audi  etwas  verschiedene  Beschaffenheit  besitzen.  Die  farblosen 
Partien,  welche  aus  groberen  Quarzkdrnern  und  selteneren  Feldspathleistchen 


(Felao- 
pkyr.) 


96 


It.  U. 
Gang  81. 
(Diorit.) 


I,'.  (I. 

Gang  82 

(Diorit. 

Quarz- 

syenit.) 


bestehen,  entlialtcn  etwas  Glasmasse  u.  z.  in  der  Form  von  zarten  Hautchen, 
wodurch  der  Eontakt  der  einzelnen  Quarzkorner  ebon  gerade  gehemmt  wird. 
An  den  triibon  Stellen,  in  dencu  nur  sohr  kleine  Quarzkorner  aui'treten,  ist 
die  Glassubstanz  reichlicher. 

Dieselbe  Felsenpartie  entliiilt  weiter  gegen  Norden  zwei  nur  cca  '/4  m 
miichtige  briiunlich  gefiirbte  Eruptivgange,  die  hart  am  Gipfel  des  Felsab- 
sturzes  nahe  neben  einander  auftreten  und  in  der  Mitte  desselben  sicli  ver- 
licren.  Diese  zwei  Giinge  sind  aber  unzugiinglich. 

Einige  Schritte  von  dicsem  Felsenvorsprung  sieht  man  das  Profil  I.  Fig.  14. 
Dieses  Profil  entliiilt  zwei  Grttnsteing&nge,  die  im  Ganzen  von  Norden  nach 
Siiden  streichen;  der  hohere  ist  mit  Nro.  82  bozeiebnet  und  bat  eine  M&ch- 
tigkeit  von  2  m,  der  unter  mit  Nro.  81  bezeiebnete,  bat  eine  Machtigkeit 
von  ;!/4  »*• 

Der  untere  81.  Gang  ist  eiu  typischcr  Diorit,  welcber  in  den  Diinn- 
scldiffen  nur  wenig  Quarzkornchen  entliiilt.  Das  Gestein  selbst  ist  schwarzlich 
grau  ins  griine  und  durebwegs  krystallin.  Dei  100  X  Vergrosserung  sieht  man 
ein  gleichformiges  Gemenge  von  triiben  Feldspatldeisten,  griinlichen,  zer- 
fransten  aber  ziemlieh  pleocbroitiscben  Ampliibolsaulchen  oder  der  Verwitto- 
rungsprodukte:  Epidot  und  Cblorit  und  scbr  haufigen  schwarzen  Durch- 
sebnitten,  die  zumeist  hexagonal  sind  und  dem  Magnetit  —  durch  Verzerrung 
der  Ilexaederkrystalle  in  Siiulen  oder  Nadelform  —  oder  vielleicht  Titanoiscn 
angehiiren. 

Epidot  besitzt  bier  die  Form  von  Iliiufcheu  oder  Kiigelchen,  die  aus 
grasgriinen  Nadclchen  bestehen;  dem  Cblorit  gehorcn  die  feinfaserigen  Fetzen. 
Farblose,  stark  polarisierende  und  mitunter  audi  in  den  Feldspathen  einge- 
schlossene  Quarzkornchen  sind  im  Ganzen  selten.  Obzwar  man  an  den  Feld- 
spathleistchen  ihrer  grossen  Verwitterung  wegen  nur  scltcn  eine  polysynthe- 
tische  Struktur  beobachten  kann,  so  kann  doch  auf  Grand  der  chemisch- 
tnikroskopischen  Analyse  geurtheilt  wcrden,  dass  hier  der  Natronfeldspath 
iiberhand  bat  und  im  tautomorphen  Gemenge  mit  dem  Kalkfeldspath  dem 
Andesin  am  ehesten  sich  niihert,  wiihreiid  der  Kalifeldspath  nur  untergeorduet 
auftritt. 

Der  hohere  Gang  82  entliiilt  einen  dioritischen  Quarzsyenit,  der  wegen 
des  Reichthumes  an  Quarz  und  wegen  Seltenheit  des  Amphibols  so  zu  sagen 
als  Ubergang  zu  Quarzporphyren  hingestellt  werden  dari'. 

In  der  Struktur  dieses  klein-,  bis  feinkornigen  Gestcines  kann  man 
sclion  mit  blosern  Auge  die  dichte  ( J rundmasse  mit  zaldreichen  Einspreng- 
lingen,  mit  weissen  oder  grauen  oder  schwarzlichen  Kornorn  und  hie  und  da 
audi  mit  dimmcriiden  goldgliinzenden  Pyritpartien  bemerken. 

Die  G rundmasse  zerfallt  im  Mikroskop  zumeist  in  einfache,  kurze  aber 
breite  fein  bestaubte  Feldspathleistchen  und  farblose  Quarzkornchen,  zu  denen 
griinlicho  und  braunliehc  faserige  Ampliibolsiiulclieii  und  emllicb  kleine  chlo- 
ritiscbe  Fetzen,  grobere  schwarze,  oil  durch  hexagonale  Umrisse  sich  mis- 
zeichnenden  Korner   von  Titaneisen,   Magnetit  und  Pyrit  so  wie  scharf  her- 


j  97 

yortretende  klare,   querzersprungene  Leistchen  unci  hexagonale  Quersehnitte 
von  Apatit  sich  hinzu  gesellen. 

Die  porphyrisch  attftretendeh,  hSchstens  3  mm  grossen  Einsprenglinge 
gehfiren  ganz  triibeu  Feldspathdufchschnitten.  In  grosseren  Partien  treten 
auch  Chloritfetzen  auf,  die  spfithigen  Calcit  einschliessen,  nebstdem  aber  noch 
zerfranste  AmphibolnMelchen  und  schwarze  Magnetitkorner. 

Die  chemische  Mikroanalyse  ergab  cntschieden  melir  Kalium  als  Natrium. 
Aber  audi  des  letzteren  gab  es  so  viel,  dass  man  auf  eine  enorme  Menge 
von  Natronfeldspath  urtheilen  muss. 

Cca  50  Schritte  gegen  Norden,  fast  gegeniiber  der  Uberfuhr  von  Letky, 
steht  in  oinem  scharf  markierten  Felsenvorsprung  das  Profil  Nr.  II.  (Fig.  14)  an. 

In  diesem  Felsenvorsprunge  erkennt  man  drei  1—3  m  miichtige  Gange, 
die  bei  einem  Stroicheu  von  N  nacli  S  fast  saiger  stehen.  Ihre  unteren  Partien 
sind  vcrbogen  und  ziehen  sich  verzweigt  zum  Ufer  herab,  die  hohoren 
Partien  kann  man  in  den  Felswanden  rechts  und  links  auf  eine  ziemlich 
weite  Strecke  bcobacliten. 

Die  zwei  unteren  Giinge  sind  dioritisclie  Syenite. 

Der  Gang  83  ist  an  seinem  sttdlichen  Ende  fast  1  m  miichtig  und  fiihrt   R-  "• 
ein  lichtgiaues  selir  festes  Gestein,  aus  dessen   sehr  feinkorniger  Grundmasse  mioriti^' 
sehr    zahlrciche  3 — 4  mm   grosse  Feldspathkoriier   porphyrisch  hervortreten,    scher 
nebstdem    aber   spiirliche  Amphibolnadelchen.    Ja  sogar   die  Magnetitkorner  s^cnit-) 
sind  (lurch  ihre  Grosse  auffallend. 

Die  Feldspathdurchschnitte  sind  zumeist  klar  farblos  und  haben  nur 
selten  iin  Inneren  einen  Einscliluss  von  Grundmasse.  Oft  besitzen  sic  cine 
scheme  Schalenstruktur,  wobci  fast  regelmiissig  das  Innere  wie  bestaubt  ist 
u.  z.  durch  Kaoliuisierung.  Audi  wurde  bemerkt,  dass  der  innere  Krystall- 
theil  ein  nni  180°  gedrehtes  Individuum  war.  In  polar.  Lichte  sind  die  Feld- 
spathdurchsclinitte  zumeist  eiufiirbig,  odor  in  gewolmlicher  Weise  verzwillingt 
oder  audi  in  den  Schalen  zweifarbig,  oft  mit  vereinzeltcn  sclimalen  anders- 
farbigen  und  reclitwinklig  eingeschaltenen  Lamellen.  Nebstdem  sind  audi  po- 
lysynthetische  Feldspathe  keine  Seltenheit. 

Die  briiunlichon  und  griingrauen  Amphiboldurchschnitte  sind  selir  pleo- 
cliroitisch  und  die  grosseren  schwarzen  im  Einfallenden  Liclite  goldgelb 
schlimmernden  Pyritkorner  so  wie  der  Magnetit  haben  zumeist  scharfe  quadra- 
tische  oder  hexagonale  Durclisclmitte. 

Die  Grundmasse  des  G ostein cs  bestelit  in  der  Hauptsaclie  nacli  aus  be- 
Staubten  im  polar.  Lichte  einfiirbigen  oder  nur  den  Liingshalften  nach  zwei- 
iarbigen  und  zumeist  kurzen  Feldspathleistchen,  zu  denen  sich  briiunliche  und 
griiiiliclie  Amphibolsiiulchen,  fcine  faserige  Chloritfetzen,  seltene  Quarzkorner 
Und  sehr  seltene  Magnetitkorner  hinzugesellen. 

Die  chem.-mikroskopische  Analyse  mittels  Flusssiiurc  ergab  entschicden 
iiu'hr  Kalium  als  Natrium  nebstdem  wenig  Calcium.  G^g  g4i 

Der    Gang  84    fiihrt  ein  fcinkornigeres  Gestein,  ist  aber  sonst  mit  dem  (Dioriti- 
vorigen  Gauge  fast  identisch.  J)as  Verhaltniss  von  Kali-  zum  Natronieldspath  S}6'(l.1!J,':i 

7 


98 


und  zum  Kalkfeldspath  ist  aber  fast  win  1 : 1 : 1,  so  dass  das  Gestein  zwischen 

den  Syenit  und  Diorit  einzustcllcn  wiire. 

ii-  U.  Dor  oberste  mit  Nro.  85  bezeichnete  Gang  unterscheidet  sich  vom  vo- 

G,gy| £1'  rigen   hauptsiichlich   dadurch,   dass   er  sparlichere   und  klcincre  EinscMtlsse 

Diorit.)  enthalt  und  dadurch  cine  gloichformige  krystallinische  Struktur  besitzt.   Kali- 

und  Natronfeldspath  sind  fast  in  gleicher  Menge,  des  Natronfeldspatb.es  fast 

etwas  mebr,  so  dass  man  das  Gestein  als  syenitischen  Diorit  bezeichnen  kann. 

Die  Dttnnsehliffe   des  Gesteines  verrathen  cine  ziemlich  grosse  Verwit- 

terung,   da  sic  nicbt  nur  ganz  kaolinisicrtc  Feldspatbdurchscbnitte,  sondern 

auch  in  Cblorit,   Calcit  und  Magnetit  umgewandelte  A.mphiboldurchschnitte 

besitzen.     Zwisclicn    den    schwarzcn    qnadratischcn    und   bexagonalen  Durch- 

scbnitten    durchscbeincn   einigc    bl&ulich    und   gehorcn    dem  Titancisen    an. 

Pyrit  ist  auch  vorhandcn. 

Nach  der  grosscn  Ubereinstimmimg  dcr  letztgenannten  drei  Gauge  kann 
man  urtheilen,  dass  alle  auf  cinmal  durch  die  Spalten  des  Schiefers  empor- 
gedrungen  sind. 

Geht  man  langs    des   Felsens  im  II.   Profile   weiter  gcgon  Norden,  so 

bcmerkt    man    im   Ictztcn   Thoile    desselben,    dor    cca    100  Schritto  brcit  ist, 

zwei  bios  cca    20  cm    miichtigc  und  ctwa  50  Schritto  von  einander  cntferntc 

R-  U.    Gauge,    die   (beide)    von    Bofick^   rait   Nro.    86    bezeichnet   warden  und  eifl 

G(SyenitNenr   feinkorniges    Gestein   besitzen,    das    mit    dem    88.  Gange    aus  dem  III. 

Diorit.)"  Profile  die  meiste  Ahnlichkeit  hat  und  deshalb  den  syenitischen  Dioritcn  bei- 

gcrechnet  werden  kann. 

Fast  gcgeniiber  dcr  Mitte  des  Gartens,  dcr  sich  zwisclicn  Letky  und 
der  ersten  LibSicor  Fabrik  ausbreitct,  siebt  man  das  auf  Seito  95  darge- 
stelltc  Profil  Nro.  Til. 

In  einem  Felsenvorsprunge,  der  bios,  s/,    des  ganzen  Felsenabbanges 

reicbt,   siebt   man  die  gobogenen  R&nder  eines  2'3  m  miiclitigcn  Ganges,  der 

mit  Nro.  87  bezeichnet  ist  und  durch  diesen  windet  sich  ein  anderer,  bios 

cca  3  cm  machtiger  Gang,  der  die  Nummer  88  fiihrt. 

R.  U.  Der  Gang   87   gehiirt  einem  dichten  und  hornsteiniihnliehcn  grauen  Ge- 

O^Sltf r* stein  an,  das  an  den  Klufttlachen  weisslich  ist.   Im  Mikroskop   besitzt   es  in 

Syenit.)  diner  anschcinend  gleichformigen  Basis  ein  spiirlicb.es  Gewirr  von  grauweissen 

und   griinlicligrauen    Nftdelchen,    das    gewo'hnlich    stromartig  gclagert  ist  und 

durch   grauc   Flocken  getriibt.     Zu   den  Nadclchen  gescllen  sich  seltene  zer- 

streutc  Quarzkornchcn.  Wonn  wir  die  Dttnnsehliffe  zwischen  Nikols  Xdurchsenen> 

zerf&Ut   die   ganze   Substanz    des  Gesteines  in  polygonale  licbte  und  dunkle 

Kiirner,    welche    bei    der    Drehung    des    Priiparates    die  Dunkelheit   und  das 

Licht  wechseln. 

Die   ehemische  Mikroanalyse   crgibt  cine  ziemliche  Menge  von.  Alkalien 

und  zwar  yiel  von  Kaliuni   und  wenig  Natrium.  Darnach  dttrfte  das  Gewirr 

der  Niidelcben  fttr  cine  Feldspathsubstanz  erkliirt  werden  and  zwar  fur  Kali- 

( ;''',•„,' '^I'.ddspath,  und  das  ganze  Gestein  fttr  einen  an  Ampbibol  armen  Syenit. 

(Syenit.'  Gang  88  besitzt  ein  ziemlich  vcrwittertos  Gestein,  das  dunkelgrtingrau 

$""£  und  sebr  femkiirnig  ist  und  im  Mikroskop  gleiekmassig  i'einkijrnig.  Es  besteht 


99 


liauptsiiclilich  aus  triiben  Feldspathleistchen,  welche  selten  polysynthetisch 
sind,  Dcnnoch  scheint  es  aber,  dass  die  Menge  des  Natronfeldspathes  etwas 
grosser  ist  als  die  des  Kalihiiltigen,  derm  die  Analyse  einer  verwitterten 
Gesteinsprobe  ergab  cine  gleiche  Menge  von  Kalium  und  Natrium.  Die  Zwi- 
schenramue  zwischen  den  Feldspathleistchen  werden  durch  farblose  Quarz- 
kornchen  und  cine  griiriliche  feinfaserige  chloritische  und  epidotartige  Sub- 
stanz  ausgeftlllt,  welche  mitunter  noch  audi  die  Formen  von  Amphibolsaulchen 
besitzt  und  immer  von  Magnetitkornchen,  seltener  von  Calcitpartikelchen  be- 
gleitet  wird. 

Quarz,  tier  allem  nach  zumeist  primarer  Natur  ist,  tritt  in  Kornchen 
auf,  welche  stellenweise  in  die  Feldspathe  cindringen,  ja  sogar  wie  Einschliisse 
in  denselben  auftreten. 

Allem  nach  ist  das  Gestein  des  88.  Ganges  ein  angewitterter  syeni- 
tischer  Quarzdiorit.  Demselben  ist  ausseriich  fast  vollkommen  ahnlich 
das  Gestein  des  89.  Ganges,  dor  cca  5  m  machtig  ist,  und  cca  30  Schritte 
nordlich  von  Gauge  88  sich  vorfindet.    Dieses  Gestein  wurde  nicht  untersucht. 

Von  dem  Gauge  89  gcgen  Norden  beiindet  sich  die  im  Profile  IV. 
(Fig.  14)  angedcutete  Stelle. 

Im  Grauwackenschiefer  dieses  Felsabhanges,  der  leicht  nach  dem  tiefen 
oben  sehr  breiten  Wasserrisse  erkennbar  ist,  sieht  man  im  oberstou  Theile 
des  Wasserrissos  zwei  von  N  gegen  S  streichendc  und  unter  einem  kleinen 
Winkel  gegen  0  einfallende  Giinge,  die  im  Abhange  fast  wagrecht  liegen. 
Von  diesen  ist  der  untere  mit  Nro.  90  bezeichnete  cca  Vj2  m  machtig. 

I  in  liukeii  Theile  des  Profiles  sieht  man  eine  kleine  T/2  m  miichtige 
Gangpartie  (Nro.  91)  und  kleine  linsenformige  parallel  mit  dem  Wasserrisse 
horuntcr  gehende  Kieselschieferpartien. 

Das  Gestein  des  91.  Ganges  ist  licht  grunlichgrau,  sehr  feinkoruig  und 
besteht  —  bei  einer  ziemlich  grossen  Verwitterung  der  durchgesehenen 
Eandsttlcke  —  liauptsiiclilich  aus  triiben,  an  vielen  Stellen  noch  polysynthe- 
tischen  Feldspathleistchen  und  aus  einem  Bindemittel,  das  von  grauen  Flocken 
getriibt  ist  und  zumeist  noch  apolar  ersclieiut.  Aus  den  Umwandlungspro- 
dukten  von  Amphibol  sind  nur  sparliche  braunliche  und  grilnlichgraue  faserige 
Uberreste  bemerlcbar,  hiiuiiger  aber  sind  Calcitpartien,  wclclie  die  bekannten 
Sprlinge  charakterisieren.  Audi  Magnetit  und  Quarz  findet  man  weim  audi 
selii'  selten  im  (jlestein  des  91.  Ganges. 

Die  cliemische  Mikroanalyse  ergab  fast  gleich  viel  Kalium  und  Natrium 
und  so  kann  man  das  Gestein  mit  Rucksicht  auf  seine  Verwitterung  zu  den 
syenitischeii  Dioriten  hinzugesellen. 

Audi  der  tiefere,  mit  Nro.  90  bezeichnete  Gang  muss  auf  Grand  des 
Vcrhaltnisses  vom  Kalium  zum  Natrium,  wie  cs  durch  die  Mikroaualyse  kon- 
statiert  wurde,  als  ein  syenitischer  Diorit  gedeutet  werden.  Das  Gestein  selbst 
ist  graugrun  und  deutlich  feinkoruig.  In  den  Diinuschliffen  besitzt  es  cine 
durchwegs  krystalline  Struktur  mit  sparlichem,  bereits  entglastem  Bindemittel 
und  besteht  hauptsachlich  aus  breiten,  zart  bestaubten  und  von  Epidot-Nii- 
delchen   und    Fransen   reichlich   versehenen  Feldspathleisten,  zwischen  dencn 


E.  U. 
Gang  89. 
(Syenit. 
Diorit.) 


R.  U. 

Gang  ;m. 
(Syenit. 
Diorit.) 


R.  II. 

Gang  i)i). 

(S\i'nil. 

Diorit.) 


100 


R.  II. 
Gegen 
tlber  von 


nur  selten  polysynthctische  vorkommen.  Stark  pleochroitische,  braunliche  und 
griinlichgraue  Amphiboldurchschnitte  enthalten  parallels  schwarze  Magnetit- 
streifchen,  welche  parallel  zu  dor  Flache  «f  cc  gclagort  sind.  Der  Amphibol 
ist  hier  iiberhaupt  von  Magnetitkornchen  und  soinein  Verwitterungsprodukte 
dem  Limonit  begleitot.  Aus  ihm  ist  auch  die  griinc,  zart  fasorige  Chloritsub- 
stanz  ontstandcn,  welche  in  Fransen  im  Priiparate  umherliegt.  Quarz  gibt  es 
wenig. 

Sehr  intcrossant  ist  dor  Kiosclscliiofer,  der  den  Linson,  wolclie  sich 
ndrdlicli  vom  Wasserriss  befindon,  entnommen  wurde.*) 

Dem    Aussehen  nacli.   ist  or  ganz  gewohnlich,  schwarzgrau,  dicht,  von 
weisslichen   Aderchen   durchdrungen,    nicht    abcr    scliiofrig,    sondern  aus  fust 
Letky.  ganz   gleichen  Quarzkornchen   zusammengesetzt.     Jedos  von  dieson  Kornelien 
sHuvr'u- )  wii"<l  von  staubformigcn  Gasbkischen  umschlossen,  welche  nur  stellonwoise  von 
grosseren  Dimensionen  sind.  ' 

Nebstdem  kommen  in  dem  Kieselschiefer  noeli  schwarzliche,  an  den  Ran- 
dern  abgerundete  Krystiillchcn  von  quadratischen  drei-  und  sechseckigen 
Durchschnittcn,  die  dem  Magnetit  angehoren  und  mitunter  auch  lliuifchen 
bilden.  Unter  dieson  Kornern  durchscheinen  einige  grauweiss  und  orinnern  etwas 
an  Perowskit.  Am  mcrkwiirdigstcn  sind  aber  die  sehr  langon,  grauweisson 
oder  griinlichcn,  inanchcsinal  durch  Verwitterung  auch  rostigen  Nadelchen 
(S.  Taf.  I.,  Fig.  5.),  welche  zum  Theil  ein  dichtes  Gcwirr  bilden,  zum  Theil 
auch  in  Biischelchen  ja  auch  strahlen-  odor  stcrnformig  gruppicrt  sind.  Fast  jedes 
von  den  Nadelchen,  die  eincm  eisenhiiltigen  Silikate  angehoren,  ist  eigentliob  ein 
Complex  von  etlichen  faserigen  Individuen  und  pfiegt  am  Ende  zerfranst 
zu  sein. 

Die  sehr  seltencn  einfachon  Nadelchen  dieses  Minerales  zeigen  stumpf 
pyramidale  Endflachen  und  mohr  odor  weniger  regelmassige  Quersprflnge.  Re- 
gelmassige Querschnitte  dor  Nadelchen  wurden  abcr  nicht  gefnnden. 

Ilandstiicke  vom  Kieselschiefer,  welche  aus  tieferen  Stellen  dos  Wasser- 
risses  staminten,  unterscheiden  sich  vom  vorigon  bios  dadurch,  dass  sie  eine 
mehr  breccienartige  Struktur  besitzen  und  bilden  den  ftbergang  zur  Grau- 
wacke.  Einige  Partien  davon  sind.  reicher  an  grSssere  I'.liischen  und  jone  schwarz- 
lichen  Korner,  welche  an  Perowskit  erinnereu.  Nicht  selten  kommen  unter 
den  Kornern  auch  solche  vor,  welche  rothviolett  durchscheinen  und  dem  aus 
Magnetit  entstandenen  Hftmatit  angehoren.  Die  Sternchen,  Busehelchen  und  Pin- 
selchen  aus  sehr  langen  mitunter  auch  yerbogenen  Nadeln  fehlen  auch  hier 
nicht.  Der  Ubergang  in  die  Grauwackenschiei'er,  aus  welchen  die  Kiesel- 
schiefer obne  Zweifel  durch  Infiltration  der  Kieselsiiure  entstanden  sind, 
bilden  hier  kleine  Fetzenjener  feinfaserigen goldiggrauen  Substanz,  welche  regel- 
massig  den  Hauptbestandtheil  zwischen  den  Kornern  der  hicsigen  Grau- 
wackenschiei'er bildet. 

Die  chem.  Analyse  dieses  Kiesclschiefers,  welche  II.  J.  Wiesner  im  La- 


*)  Siehe  Klvana:  Petrographisohe  Notizen  u.  s.  w.  S.  10  a.  IV. 


101 


boratorium  des  Herrn  Prof.  Preis  am  bohm.  Polytechnikum  ausftlhrfce   ergab 

in  •/„ : 

Kieselsaure  =  97*64 
Thonerde 
Eisenoxyd   | 
Kalkerde     ) 
Bittererde  (—  SPuren 
*         Gliikverlust  =    Q-53 
100-52 


=    2-sr 


Einige  Schritte  gegen  Norden,  gerade  gegenuber  der  ersten  Fabrik  von  R.  U. 
Letky  nach  Libsic  linden  wir  iiimittcn  dines  tiefen  Wasserrisses  den  cca  xlt  m.  rDiorit." 
machtigen  Gang  92,    der  senkrecht   aufsteigt   und   ein   dichtes  weissliches,  Syenit.) 


Im  Mikroskop  sieht  man  in  den  Praparaten  verwitterte,  braun  bestaubte 
Feldspatheinschltisse,  weiters  zahlreiche  bis  stecknadelkopfgrosse  Linsen, 
deren  Bander  mit  concentrischcn  Chalcedonschalen  ausgelegt  sind.  Das  Innere 
nimmt  der  an  den  Spaltungsrichtungen  leicht  erkenntliche  und  triibe  Calcit  ein. 
Die  Grundmasse  besteht  hauptsachlich  aus  einem  Gemenge  von  grauweissen, 
schwach  braunlich  bestaubten  Nadeln.  Neben  diesen  kann  man  aber  auch  eine 
apolare  Substanz  bemerken,  welche  reich  ist  an  braunlicb.es  Pulver  und  schwarze 
MagnetitkSrnchen.  Nur  die  wenn  audi  seltenen  Apatitsaulchen  treten  mit 
ihren  scharfen  hexagonalen  Durcbschnitten  aus  der  verwitterten  Grundmasse 
hervor. 

Die  chemisclie  Mikroanalyse  ergab  viel  mehr  Kalium  als  Natrium  und 
darnach  ist  das  Gestein  ein  dioritischer  Syenit. 

Gegenliber  dem  Garten  zwischen  der  ersten  Fabrik  und  dem  Walzhause, 
welches  sick  bei  der  LibSicer  Eisenbahnstation  befindet,  gelangen  wir  zu  einer 
nur  einige  Meter  breiten  Felsenpartie,  welche  zwei  Eruptivgange  u.  z.  Nr.  93 
u.  Nr.  94.  enthalt.  Der  Gang  93  hat  ein  feinkorniges  dunkles  Gestein  und  ist  in 
einem  ganz  dichten  lichteren  Gesteine  (94.)  eingeschlossen.  Dieses  dichte  lichtere 
Gestein  wiederholt  sich  weiter  gegen  Norden  u.  z.  in  der  Entfernung  von  nur 
einigen  Metern  in  einigen  1—3  m  machtigen  Gangen,  welche  Boficky  mit 
Nr,  95  eingezeichnet  hat. 

Die  beiden  Gesteine  der  Gauge  93  u.  94  so  wie  des  Ganges  95  in 
denen  trtlbe  Feldspathleistchen  das  t'Jbergewiclit  haben  und  in  denen  selten 
ttberieste  einer  flockigen  Basis  auftreten,  waren  gewiss  Diorite,  denn  die  Mi- 
kroanalyse ergab  bedeutend  mehr  Natrium  als  Kalium.  Vom  Amphibol  sind 
aber  nur  spfirliche  faserigo  Saulchen  zurtlckgeblieben.  Zumeist  ist  der 
Amphibol  verwittert  u.  z.  in  eine  gewohnlich  chloritische  Substanz,  in  deren 
Mitte  einigemal  Kalkspath  und  sekundarer  Quarz  sicli  vorfanden. 

Ein  iilinliches  Gestein  fiilirt  der  cca  •/<  m  machtige  Gang  96.  Sein  Ge- 
stein ist  diclit,  grau  odor  grunlich  und  tritt  gegeniiber  dem  siullichsten  Ende 
des  angeluhrten  Walzofens  am  Fusse  eines  Felsabhanges  auf. 


R.  U. 
Gange  98, 

;il   ii.  95. 
(Diorite.) 


102 


R.  if-  Auch  dieses  Gestein  fiilirt  nebst  sehr  reichlicher  braungrau  bestaubter 

^Diorit.)' °der  flockiger  Basis  und  vie]  Magnetit  noch  trtl.be  leistenformige  Feldspath- 

krystallchen  und  grtine  Ampbibolverwitterungsprodukte  d.  i.  Chlorit  und  Epi- 

dotsubstanz.  Die  Mikroanalyse  dieses  Gesteines  ergab  Natrium  im  Ubergewicht 

und  etwas  Kalium. 

Eine  interessante  Verschiedenheit  der  Gesteine  bemerkt  man  in  dem 
der  Mitte  dor  WalzMtte  gegentiberliegenden  Felsenvorsprunge,  wo  im  Grau- 
wackenschiefer  drei  Eruptivgange  (Nr.  97,  98  u.  99)  auftreten,  die  bereits 
durcli  ilir  Korn  sich  unterscheiden. 

Auf  beiden  Seiten  dieses  Felsenvorsprunges   sieht   man  cin  ganz  dichtes 

&■  u-   Gestein  (97)   von  lichtgrauer   Farbe.    In   diesem   ist  ein  anderes  sehr   fein- 

CD?arit.)'  kUrniges  Gestein,   das  cine  dunkelgriine,    ins  Grauc  ziehende  Farbe  hat  (99.) 

und  in  der  Mitte    des   Felsenvorsprunges   steht    ein   schwarzgrvmes  deutlich 

R-  U.   feinkorniges  ja  auch  kleinkoraiges  Gestein  (98)  an.    Das  ganz  dicnte  Gestein 

'(SyL'it'und  das  feinkoruige  stimmen  boiliiufig  mit  don  Arton  dor  Diorito  iiberein,  welche 

Diorit.  yon  siidlicheren  Stellen  angefuhrt  wurden  und  gleichen  Habitus  besitzen. 

Uber  den  Gang  Nr.  99  ist  noch  zu  bemerken,  dass  das  Gestein  nebst 
ftberwiegenden  Feldspath  noch  sehr  zahlreiche  faserige  und  grunliche  Siiulchen 
und  Niidelchen  von  Amphibol  besitzt  und  dass  die  Mikroanalyse  fast  ebon  so 
viol  Kalium  wie  Natrium  ergab.  Natrium  war  nur  wenig  im  Ubergewicht. 
Und  so  kann  man  das  Gestein  ganz  gut  als  eincn  s  y  e  n  i  t  i  s  c  h  o  n  Diorit 
hinstellen. 
R-  CT-  Kino  auffallige  Erscheinung  ist  hier,  fast  an  dor  nordlichcn  Griinzo  des 

(DiaLs.)  Silurs  der  Gang  98,  der  einen  deutlich  feinkornigen,  ja  sogar  klciiikornigen 
D  i  a  b  a  s  fiihrt. 

l!oi  100  X  Vergrosserung  erschcint  dieses  Gestein  als  ein  Gemenge  von 
a/s  langcn  und  breiten  zumoist  polysynthetisohen  Feldspathleisten,  die  im 
polar.  Lichte  schon  bunt  gefiirbt  orsclieiuen  und  von  1ji  Augit. 

Die  Augitkorner  sind  violottgrau,  zersprungen,  zu  Gruppen  vereint ;  nur 
seiten  sind  sio  grattweiss.  In  der  Mitte  bositzon  sio  oft  griine  feinfaserige 
chloritische  Vorwittorungsprodukto.  Der  I'loochroismus  dos  Augitos  ist  sehr 
schwach.  Die  Umrandung  seiner  Korner  ist  in  der  Kegel  schwarz  und  besteht  aus 
Magnetitkflrnern.  Das  ttbrige  der  Gesteinsmasse  gehSrt  verschiedonen  Ver- 
witterungsprodukten  z.  15.  Partien  einer  unbestimmbaren  fein  faserigen  Sub- 
Stanz,  spathigom  zicmlich  haufigon  Oalcit,  dor  das  Gestein  auch  in  Form  von 
Aderclion  durchdringt  und  endlich  soltonon  farblosen  Quarzkornern  na,  wolche 
ebenfalls  sekund&rer  Natur  sind. 

Die  chemischc  Mikroanalyse  ergab  nebst  viol  Calcium  noch  Magnesium, 

Eiscn  und  Natrium.    Kalium  gab  es  nur  wenig.    Darnacli   liiitto   das    Gestein 

1;  U.   einen  triklinen  kalkreichen  und  dem  Labradorit  nahen  Feldspath. 

Gegen-  Der  ttbrige  Theil  dos  Felsabhanges  gegentiber  von  Letky  und  Libsic  bis 

(l|'!il)sl("lzu  ('cr  Miislovicor  Scliluclit,  die  gegoniibor  dor  vom  rochtcn  Ufor  uns  bokannton 

(drau-  LibSicer  Folswand  in  das  Moldauthal  einmundet,  besteht  aus  ziemlich  m&chtigen 

schiefer") Lagen  oinos  feinkornigen  Grauwackenschiefers,    in  dem  hie  und  da  nicht  be- 


103 

senders  machtige,  fein  schiefriege  und  formlich  dichte  Einlagen  auftreten.  Hier 
treten  Kieselschieferlinsen  wieder  ziemlich  haufig  auf. 

Der  feinkornige  Grauwackenschiefer  dieser  Felsgeh&nge  enthalt  vor 
alleni  eine  Menge  von  Quarzkornchen  und  Fragmenten  eines  monoklinen 
Feldspathes,  nebstdem  schwarze,  im  einfallenden  Lichte  goldigglanzende  Pyrit- 
kflrner.  Nebstdem  ist  in  ihm  eine  apolare  und  kaolinische  Grundmasse,  welche 
an  Faserchen,  Nadelchen  und  gelbliche  oder  grttnliche  Fetzen  reich  ist.  Die  fase- 
rigen  und  nadelfOrmigeri  Gebilde  glitzern  im  polar.  Lichte  so  bunt,  dass  die 
apolare  Beschaffenheit  des  ftbrigen  Theiles  fast  verschwindot.  Nur  die  fetzen- 
formigen  Partien  bleiben  bei  X  Nikols  und  bei  Umdrehung  des  Praparates 
dunkel  und  strukturlos.  Wielleicht  sind  es  Chloritpartien,  die  parallel  mit  der 
GnmdfUiche  durchgescknitten  wurden.  Die  Nadelchen  und  die  sparlichen  griin- 
lichen  Saulchen  gehoren  dem  Epidot  an. 

Alle  diese  angeftthrten  Verwitterungsprodukte  sind  fast  parallel  zwischen 
Quarz  und  Feldspath  eingelegt  und  dmchdringen  audi  den  letzteren  mit  ihren 
griinlichen  Fransen.  Die  mineralogische  Beschaffenheit  des  Ganzen  wttrde 
andeuten,  dass  die  Schiefer  viel  von  einem  zertrtlmmerten  Diorittuff  enthalten, 
der  an  Quarz  reich  war. 


VIII.  Die  Felswande  und  die  Abhange  von  der  Maslovicer 
Sehlucht  bis  hinter  Chvateruby. 


(S.  fig.   15.) 

Wie  schon  bei  der  Beschreibuug  der  LibSicer  Felswand  angedeutct  wurde, 
treten  die  Gange  24  u.  25  vom  linken  Moldauufer  allem  nach  auf  das  rechte 
hinliber  und  treten  bier  im  Felsabange  etwas  nordl.  von  der  MAslovicer 
Sehlucht  als  Gange  LOO  u.  102  auf,  die  anfangs  den  l1,— 4  m  machtigen 
Gang  101.  einschliessen,  der  einen  dioritischen  Quarzsyenit  fuhrt*).  Wetter 
Ziehen  sie  sich,  begleitet  von  dem  Gange  103,  der  einem  dioritischen  Syenit 
angehort  und  vom  Porphyrgange  104.  —  die  beide  1—2  m  machtig  sind  — 
in  sanften  Biegungen  fast  wagrecht  in  dem  obersten  Theile  des  Abhanges 
bis  su  den  Giirten  bei  Dolanek. 

Handstlicke  der  angeftthrten  Gange  wurden  aus  dem  Wasserrisse  ge- 
nommen,  der  sich  ctwa  in  der  Mitte  des  Profiles  beflndet.  Beide  Quarzpor- 
phyre  des  Ganges  100  u.  102  sind  sind  felsitisch  und  in  der  Mikrostruktur 
von  einander  etwas  verschieden. 

Der  weisse,  grauliche  oder  gelbliche  und  dichte  Felsophyr  des   Ganges  gJ^Joa 
100,  der  zu  unterst  im  angeftthrten  Wasserrisse  vorkommt,  enthalt  ziemlich  (Radio 
viel  porphyrisch  hervortretende  Quarzkornchen.  Der  Gang  selbst  ist  cca  2  m  IJgw- 
miichtig. 


*)  Siehe  Bofickfs:    ttber  d.  diorit.  Quarzsyenit  v.  Dolanky.  Tscherm.  Min.  Mitth. 
1879.  S.  7;j  u.  ff. 


104 


R.  II 
Gang  102 
(Radio 
lithpor 

phyr.) 


I!..    (1. 

Gang  ioi 
(Diori 
tischer 
Quarz- 
syeni.) 


Die  Grundmasse  des  Gesteines  besteht  hauptsachlich  aua  stemformigen, 
strahlenformigen  und  unregelmassigen  Gruppen  von  gi'auweissen,  langlichen 
Kornchen,  rundlichen  Saulchen  und  langen  Nadelchen  also  aus  Radiolithen, 
zwischen  denen  nur  seltene  Uberrcste  einer  echten  Basis  vorkommen.  Diese 
Gruppen  und  Gebilde  enthalten  vereinzelnte  farblose  Quarzkorner  und  sind 
von  Feldspathleisten  umschlossen  odor  von  ihnen  entstellt.  Die  Feldspath- 
leistchen  erscheinen  im  Mikroskop  als  Orthoklas  entweder  in  Einzelnindividuen 
odor  verzwillingt;  polysynthetische  Plagioklasleistchen  wurden  nur  wenige 
bemerkt.  Im  ganzen  Gestein  1st  cine  grttnliche,  fein  faserige  Chlorit-  oder 
strahlige  Epidotsubstanz  ausgebreitet,  die  schwach  pleoehroitisch  ist  und 
stellenweise  auch  in  Fasern  und  Aderchen  auftritt. 

Dass  das  Gestein  ziemlich  verwittert  ist,  beweisen  auch  die  stark  ent- 
wickelten  chloritischen  und  epidotartigen  Sekundftrprodukte  und  die  Feldspath- 
leistchen,  welche  cine  kornig  faserige  Beschaffenheit  besitzen,  die  aber  etwas 
feiner  ist  als  die  dor  Grundmasse.  Auch  diese  Grundmasse  ist  ebenso  wie 
die  der  Gauge  23  u.  25  aus  dcr  Libsicer  Felswand  aus  einer  glasigen  Basis 
entstamlen. 

Die  seltenen  porphyrisch  auftretenden  Quarzkorner  enthalten  Schwarme 
von  sehr  zarten  Poren  mit  unbeweglichen  Bl&schen. 

Dcr  Porphyr  des  Ganges  102,  (lessen  sp.  Gew.  =  2-638  ist  ziemlich 
Teicli  an  Feldspath  und  Quarzeinsprengliegen,  die  selbst  die  Grosse  eines 
Stecknadelkopfes  erreichen.  Seine  Miichtigkeit  ist  von  1 — 2  m. 

Die  Grundmasse  dieses  Porphyres  ist  im  Mikroskop  sehr  feinkornig 
und  besteht  zumeist  aus  Quarzkornchen,  zwischen  denen  sich  nur  Aderchen 
einer  glasigen  Basis  und  nicht  zahlreiche  Feldspathleistchen  unterscheiden 
lassen.  Nebstdem  gibt  es  aber  auch  vie!  kleine  abgerundete  oder  liinglichc  Ea- 
diolithe.  Das  Ganze  wird  von  einem  schwiirzliclien  oder  briiunlicheii  Staube 
getrubt  und  hie  und  da  auch  (lurch  kleinere  grttnliche  nadclformige  und  fase- 
rige Partien  einer  Epidotsubstanz.  Die  radiolithischen  Korner  und  Stabchen 
bilden  regclmiissige  schmale  Ilandzoncn  der  zumeist  scharf  begriinzten  por- 
phyrischen  Quarzkorner  und  haben  dann  ihre  Strahlen  senkrecht  oder  fast 
senkrecht  zu  den  Quarzrftndern.  Nebstdem  Iiegen  sie  auch  unregelmftssig  in 
der  Grundmasse  vcrtheilt  hcrnm.  Die  porphyrisch  auftretenden  Feldspath- 
durchschnitte,  die  tiberall  voll  sind  eines  brftunlichen  Staubes,  gehoren  zumeist 
dem  Orthoklas  an,  in  dem  nur  sehr  selten  schmale  und  vielleicht  trikline  La- 
mellen  eingebettet  Iiegen.  Plagioklase,  die  aus  vielen  Lamellen  bestehen,  gibt 
es  wenig,  am  wenigsten  sieht  man  jene,  die  mit  ihren  gitterartig  sich  durch- 
dringenden  Lamellen  an  Mikroklin  erinnern. 

Der  graugrttne,  stellenweise  auch  briiunlichc  dioritische  Qnarzsycnit  des 
"cca  Lx/»— 4  m  machtigen  Ganges  101,  der  zwischen  den  beiden  letzt  ange- 
fuhrten  Gangen  auftritt,  ist  in  der  besagten  Abhandlung  lioricky's  (Tscherm. 
M.  u.  P.  Mitth.  1879)  sehr  griindlich  beschrieben,  gewiss  hauptsachlich  des- 
halb,  weil  in  dieser  Abhandlung  ein  solches  Gestein  das  erstemal  in  die  Wis- 
senschaft  und  in  die  Litteratur  eingefuhrt  wurde. 

Aus  der  sehr  feinkoraigen  Grundmasse  dieses  Gesteines  treten  zahlreiche 


105 


weisse  Feldspathkryst&llchen  von  Stecknadelkopfgrosse  horvor.  Das  Gestein 
selbst  ist  bei  aller  scheinbarcn  Frischc  schr  verwittert.  Wir  finden  in  ibm 
eigentlich  keinen  nachweisbaren  Amphibol,  nur  cinige  Durclisclniittc,  die  an 
denselben  erinnern,  aber  bereits  mit  Sekund&rgebilden  n&mlich  mit  Calcit  und 
Quarz  ausgefttllt  sind.  Anch  die  fibrige  Substanz,  die  zumeist  den  Feldspathen 
angehort,  ist  verwittert.  Die  ziemlich  breiten  Feldspathdurchschnitte  erscheinen 
im  polar.  Liclite  regeliniissig  gloichfiirbig,  seltener,  u.  z.  die  schmiileren  Indi- 
viduen,  sind  sie  vielfarbig ;  am  seltensten  kommen  Feldspathe  mit  rcchtwinklig 
interponierten  Lamellen  vor.  Aber  aucli  diese  sind  iibcrall  mit  grauweissen 
und  zarteren  brliunlichen  Kornchen  (Calcit  mid  durch  linioiiitische  Substanz 
briiunlich  gefarbten  Kaolin)  ausgefullt  und  mitunter  audi  mit  griinliclien  fetzen- 
artigen,  faserigen  und  nadeli'orniigen  Infiltrationsprodukten  von  Clilorit  und 
Epidot  versehen.  In  vielen  Feldspathdurchschnitten  kann  man  freilich  am  Rande 
einen  scliarfen,  weniger  verwitterten  Saum  bemerken,  woraus  hervorgeht,  dass 
die  Verwitterung  von  der  Krystallmitte  ausgieng.  Die  Umwandlungsprodukte, 
welche  die  Feldspatlimitte  trilb  maclien,  sind  zumeist  lftngs  der  Spaltungs-  und 
Zwillingsriclitungen  gelagert;  bei  den  mikroklinartigen  Schnitten  deshalb  oft 
in  Gitterform. 


N^ 
Q 


•tovioi-ioo. 


I 


rig.  15.  Das  FelsgeMnge  zwischen  der  Haslovicer  Schlueht  und  den  Gftrten 
ron  Dol.inky.  Das  ganze  Gehange  besteht  aus  dioritischem  Ajapmbolit  und  in  diesem 
iegen  die  Radiolithporphyrgange  100  und  102,  zwischen  beiden  steht  der  Gang  L01  to, 
(lessen  Gestein  ein  dioritischef  Quarzsycmt  ist.  Am  nOrdl.  Kndo  belindcl,  sicli  im  Ixange 
L08  ein  diorit.  Syenit  und  aber  demselben  (links  ohne  Summer)  der  dang-  104,  aessen 
Gestein  dem  des  100.  Ganges  ahnlich  ist. 


Der  Quarz,  der  hier  nftchst  dem  Feldspath  an  meisten  auftritt,  kommt 
in  klaren,  meistentheils  unregelmassigen,  oft  zu  Gruppen  verbundenen  KSrnern 
vor.  Regelmassige  Durchschnitten  an  denen  die  Prismenflachen  langer  sind  als 
die  der  Pyramide,  kommen  seltener  vor. 

Die  Quarzkorner  und  audi  die  etwas  grauen  Calcitkorner,  fiillen  die 
Zwiselien Winnie  zwischen  den  Feldspathen  aus,  wahrend  dem  die  blaugriine 
oder  gelbliche,  ja  hie  und  da  audi  br&unliche  Chloritsubstanz,  welche  auch 
lli'uil'clien  kleiner  Korner  ontha.lt,  in  kleineren  und  griisscren  Fetzen  zerthcilt 
ist,  welche  durch  faserige  Aderdicn  gewBhnlich  verbunden  erscheinen. 

Nebst  sekundiirem  Magnetit,  der  von  Chloritsubstanz  umschlossen  wird, 
kann  man  auch  primiiren  Magnetit  konstatieren  u.  z.  nach  den  scliarf  quadra- 
tischen    Umrissen.    Nebst    seltenen    blutrothen  Magnetitkornern    findet    man 


106 

auch  grossere  quadratische  und.  hexagonale,  am  Rande  schwarze,  im  Innern 
braungrau  durcascheinende  Umrisse,  die  am  clicsten  dcm  zu  Limonit  verwit- 
ternden  Pyrit  angehoren  dtirften. 

Endlich  enth&lt  dieses  Gestein  auch  Apatit,   dessen  kenntliche,   scharf 
begr&nzte  Liings-  und  Querschnitte  hie  und  da  auftreten. 

Die  chem.  Analyse,   welche  vom   II.   Plaminek  im  cheni.  Laboratorium 
der  II.  Prof.  Preis  am  bom.  Polytechnikum  durchgefllhrt  wurde,  ergab  in  "/„. 


Kieselsfture 58*46 

Thonerde 14-38 

Eisenoxyd 3'75 

Eisenoxydul 6*67 

Manganoxydul 0*36 

Kalkerdo 5"24 

Bittererde 1-59 

Kali 3-40 

Natron 1*S3 

Kohlens&ure 8'40 

Wasser 2-Q3 

100-45 


Wenn  wir  nicht  die  selir  kleinen  Mengen  von  Epidot,  Uiiniatit,  Limonit 
und  vielleicht  auch  Pyrit  beachten  und  auf  Grund  des  Eisenoxydes  die  Menge 
von  Magnetit  berechnen,  miisscn  wir  den  Uberschuss  von  Eisenoxydul  dem 
Chlorit  hcirechnen,  wodui'ch  wir  die  am  Eisenoxydul  reichste  Abart  desselben 
bekommen,  niimlich  den  Ripidolith  (Mg:  Fe  =  1  :  2).  Auf  Grund  der 
mikroskopischen  Untersuchung  und  der  angefuhrten  Anmerkung  berechnete 
Moficky"  die  mineralogische  Zusammensetzung  dieses  dioritischen  Syenites  in 
foteender  Weise : 


107 


DieSeuerstoffverhaitnisse: 


Ortlioklas 

Audcsiii 

a 

a 

be 

a 

+3 

•a 

© 

3 

Kaolin 

& 

w 
in 

a 

o 
a} 

"P 

"/     I 

3 
< 

3 
u 

a 

0 

-0 

Kieselsaure   .   .   . 

81-178 

— 

6-986 

4-116 

1-876 

— 

1-824 

0-872   16-154 

— 

Thonerde   .... 

6-7M 

— 

1-784 

1  -089 

0-957 

— 

1-868 

0-578 

— 

1-048 

Eisenoxyd 

1-186 

— 

— 

— 

— 

1-186 

— 

— 

— 

— 

Kisonoxydul  .    .    . 

0-488 

— 

— 

— 

— 

0-876 

1-107 

— 

— 

— 

Manganoxydul  .  . 

0-081 

0-081 

— 

— 

— 

Kalkerde  .... 

L-497 

L-178 

— 

— 

0-810 

— 

— 

— 

— 

— 

Bittererde     .  .  . 

0-686 

— 

— 

— 

— 

— 

0-686 

— 

— 

— 

0-848 

— 

— 

0-848 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Kali 

0-578 

— 

0-578 

Kohlensaure      .   . 

8-856 

8-851 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Wasser 

1-804 

1-868 

0-486 

Die  Verhaitnisse  der  Minerale: 


/o 

O 

in 

a 

3 

o 
-a 

6 

Audcsin 

a> 

a 

o 

3 
o 

3-420 

jj 

3 

U 

a 

P 

in 

:/> 

o 

3 

5| 

3 
o 
< 

Kieselsaure  .   .  . 

58-458 

— 

13-005 

7-717 

2-392 

— 

1-038 

30-889 

— 

Thonerde  .   .   .   . 

L4-880 

— 

4-714 

8*80 1 

2-050 

— 

8-980 

1-238 

— 

8-844 

Eisenoxyd     .   .   . 

.'1-750 

— 

— 

— 

— 

3-750 

— 

— 

— 

— 

Eisenoxydul  .    .    . 

6-668 

— 

— 

— 

— 

1-687 

4-981 

— 

— 

— 

Manganoxydul 

0-860 

— 

— 

— 

— 

— 

0-860 

— 

— 

— 

Kalkerde  .... 

5-889 

4-132 

— 

— 

1-116 

— 

— 

— 

— 

— 

Bittererde     .   .   . 

1  -590 

— 

— 

— 

— 

— 

L-590 

— 

— 

— 

Natron 

L-880 

— 

— 

1  -330 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Kali 

8-400 

— 

3-400 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

■ — 

Kohlensaure     .   . 

8-840 

8-840      — 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

Wasser 

8-080 

_          _ 

— , 

_ 

— 

L-589 

0-491 

— 

— 

Summa  .   . 

100-448 

7-303 

20-110 

11-815 

5-558 

5-437 

14-820 

8-86  1 

80-889 

2-244 

108 


R.  U. 
Gang  LOS 

(Syeniti 

seller 

Diorit.) 


E.  U. 

Gang  nil 

(Felso- 

phyr.) 

E.  U. 

Gegen 

Dolanky, 

(Diorit. 

Amphi 
ho  I  it.) 


E.  II. 

Gang  105. 

!  Verwitt. 

Gestein.) 


R.  li. 

Ndl'lll.   v, 
DohiiiKv. 

(Gran 

wacken- 

schiefer.) 


Darnach  besteht  der  dioritische  Quarzsyonit  des  Ganges  101  aus  .'SO0/,, 
Quarz,  20%  Orthoklas,  L7°/0  Kalknatronfeldpath,  L5°/0  chlorit.  Substanz, 
77,%  Calcit,  5%%,  Magnetit  und  :V/2%  Kaolin.  Von  diesem  letzteren  wird 
in  Anbetracht  des  Uberscbusses  dor  Thonerde  in  der  Wirklichkeit  gewiss 
inolir  vorhanden  sein. 

In  den  Dtlnnschliffen  des  dioritischen  Syenites  aus  dem  Gauge  103,  zu 
!  welchen  Ilandstiicke  aus  dem  nordlichen  Ende  des  Abhanges,  unweit  der 
GSrten  von  Dolanek  entnomraen  wurden,  konnte  man  noch  tlberreste  von 
Amphibol  vorfinden  u.  z.  in  Form  von  sehr  langen  und  schmalen,  faserigen 
braungelben  und  grunlicheh  Saulchen.  Einige  porphyrisch  auftretende  Feld- 
spathdurchschnitto  zeigen  in  den  Randstreifen  tune  schone  Schale.nstruktur 
aus  dunkleren,  gekornelten  und  wieder  farblosen  Zonen,  wahrend  dem  das 
Innere  mitunter  ein  fremdes  Mikrolithgemenge  enthalt,  das  dem  dioritischen 
Amphibolite  des  Abhanges  fthnlich  1st. 

Der  Gang  104,  der  im  nordlichen  Ende  des  Felsabhanges  sich  belindot, 
enthiilt  einen  graulichen  und  gelblicheu  Eelsophyr,  der  mit  dem  Gestein  des 
Ganges  100  ganz  iibereinstimmt. 

Der  dioritische  Amphibolit,  in  dem  alio  angeftthrten  Giinge  auftreten, 
hat  am  siidlicheu  Ende  des  Abhanges  ganz  dieselbe  mikroskopische  Beschaffen- 
heit  wie  jener  am  gegenuberliegenden  Ufer  in  der  LibSicer  Felswand  zwischen 
den  beiden  Asten  des  Gauges  24,  was  wieder  fur  einen  Beweis  gelten  kann, 
da,ss  die  Hypothese  von  dem  Zusammeuliiingon  beider  Moldauufer  vor  der 
Bildung  des  Flussbettes  richtig  ist. 

Der  weiterc  Abhang  des  Moldauthales  bei  Dolanky  ist  viol  sanl'ter  und 
wird  vom  l.'asen  bedeckt.  Er  scheint  wieder  aus  Grauwaokenscliiofern  /n 
bestehen,  die  dem  Uutcrsilur  angehoren  und  enthiilt  nordlicli  von  Dolanky 
brim  Ende  des  Dories  einen  cca  >/4  m  miichtigen  steil  stelienden  Gang, 
(lessen  Gestein  riithlich  und  stark  verwittert  ist  und  der  mit  Nro  105  —  in 
das  Kartchen  irrthiimlicher  Weise  mit  Nro  L04  —  eingezeichnet  wurde.  Dieses 
stark  verwittcrtc  Gestein  konnte  weder  mikroskopisch  noch  chemisch  bestimmt 
werden. 

Weiter  gegen  Norden  n.  z.  zum  Zlonfiicer  Thale  besteht  der  Abhang 
wieder  aus  dioritischem  Amphibolite,   der  hier  eine  m&chti'ge  Decke  bildet 

und   mit  dem   man   unter  den  Schiefern  des  Untersilur   als  mit  einer  strati- 
grafisch  wichtigen  Gesteinsart  rechncn  muss. 

Im  Steinbruchc  zwischen  Dolanky  und  dem  Ausgange  des  Zloncicer  Thales, 
gerade  gegentlber  von  Dolan  kann  man  bemerken,  dass  thv  Grauwacken- 
schiefer  im  Kontakte  mit  dem  dioritischen  Amphibolit  seine  Scheiferstruktur 
ganz  vorlici-L  fester  und  heller  wird,  wahrend  die  tieferen  Sohichten,  wo  das 
Gestein  dunkler  ist  und  (im  Ganzen)  horizontal  schiefrig  ist,  vvellig  ge- 
bogen  sind. 

An  diesen  Stellen  inachcn  sich  Kieselschiefereinlagen,  die  auf  beiden 
Seiten  ausbeissen,  bemerkbar.     Aus  der  Verbiegung   der  Schichten  kann  man 


109 


urtheilen,   dass  diesselben,   als  sie  von  dor  Nordseite   aus  vom  dioritisehen 
Amphibolit  gedrflckt  wurden,  noch  mehr  odor  weniger  woich,  plastisch  waren. 

Der  dichte  schwarzgraue  Grauwackcnseliiefcr  aus  dem  angofiilirton 
Steinbruche  zeigt  im  Mikroskop  ein  sehr  feinkSrniges  Gemenge,  das  dem 
grossten  Theile  nach  aus  kaolinischer,  zwischen  X  Nikols  dunkel  bleibender 
Substanz  besteht,  in  dor  griinliche  kurze  Niidelohen  Fetzen  mid  Fransen  dor 
Chloritsubstanz  sich  befinden.  In  dieser  sind  wieder  sehr  zahlreiche  Quarz- 
korner,  schwarze  Ko'rnchen  hauptsachlioh  dem  Pyrit  angehflrend,  und  seltene 
grobere  CalcitkSrner.  Pyrit  ist  einerseits  durch  seine  goldigschimmernde 
Fiirbung  im  einfallenden  Lichtc  kenntlich,  theils  durch  die  Reaktion  fmit 
Chlorbaryum  in  der  mit  Soda,  und  Salpeter  aufgeschlossenen  Gesteinsprobe. 
Bei  dor  Untersuchung  dor  aufgeschlossenen  Gesteinsmasse  zeigte  sich  audi 
(mho  deutliche  Reaktion  auf  Mangan.  Feldspathfragmente,  die,  wie  wir  gesehen 
baben,  in  anderen  Schiefern  oft  reichlich  vorhandon  sind,  wurden  in  dicsem 
Scliiefor  nicht  vorgefunden. 

Die  Schieferstruktur  des  Gestoinos  tritt  uatiirlich  in  den  Diinnschliffen 
mir  sehr  schwach  horvor  und  wird  houptsachlich  von  don  sclnnalen  parallelen 
Streifchen  bedingt,  welche  dor  Hauptsachc  nacli  aus  Kaolinsubstanz  bestehen 
und  weniger  Quarz-  und.  Pyritkornchen  enthalten,  als  die  benachbarton 
Streifen. 

Dor  Kieselschiefer,  der  in  don  Schiefern  abwocliselnd  schwarze  dichte 
Lagen  bildet,  zeigt  bei  100  X  Vergr.  Streifen  und  Strienien  von  sehr  zarten 
abgernndeten  Kornern  und  Stiiubchon,  unter  doneii  viole  als  rundliche  Oder 
langliche  Gasblaschen  sich  erkennen  lassen;  zwischen  ihnon  sind  cbenso  grosso, 
dicht  geluiuftc  durchscheinende  Quarzkorner  erkennbar.  Mit  diesen  dunkleren 
Streifen  wecliseln  Zonon  von  groberen  fast  klaren  Quarzkornern  ab. 

Wird  ein  Splitter  dieses  Kioselschicfers  auf  Platinblech  gegliiht,  entfarbt 
er  sich  zum  grossten  Theile  mid  das  sehr  schnell  in  eben  derselben  Weise 
Wie  andere  Kicselscliioferprobon  und  wird  lichtascligraii.  Das  ausgogliihto 
Stiicken  eines  Biinnscbliffes  zeigt  im  Mikroskop,  dass  es  durchwegs  aus  Quarz- 
kornern besteht,  zn  denen  sich  nur  spftrlich  farblose  odor  nur  etwas  griinliche 
odor  gelbliche  Fetzen  und  kurze  Nadelchen  gesellen,  dafiir  aber  unzahlige, 
dicht  godriuigte  abgorundete  odor  liingliclio  Gasporen  odor  seltene  schwarze 
und  undurchsichtigo  Kohlenpartikelchen,  welche  in  der  mittleren  inneren  Lage 
des  gegliihten  Dttnnschliffes  intakt  geblieben  sind.  Mitunter  kommen  audi 
br&unliche  Limonitflecken  vor,  die  aus  Magnetit  odor  Pyrit  durch  das  Gluhen 
entstandon  sind. 

Aus  allem  doni  kann  man  schliesson,  dass  die  Fiirbung  dos  Kieselsohio- 
fors  bauptsiichlich  von  Gasporon,  die  in  sehr  kloinon  Quarzkornchen  ent- 
halten  sind,  und  weiters  von  kohligor  odor  besser  gesagt  graph itischer 
Substanz  bedingt  wird. 

Der  dioritische  Amphibolit,  vvolchor  von  Kalk-  und  Quarzadern  stark 
durchdrungon  ist  und   don  ganzen  felsigen   Abhang   von  Chvaterub  bis  zum 


R.  U. 
Nnnll  v. 
DoMnky. 
(Kiesel- 
schiefer.) 


iwaiiiM— ■ iiiiinswaMMMfffffffljHHffijff 


.10 


Ausgange  des  Zlonfiicer  Thales  zusammensetzt  und  sehr  kleine  Schieferpartien 
einschliesst,  ist  von  lichter  Farbe  und  besitzt  ein  sehr  feines  Korn. 

Bei  100  X  Vergrosserung  ist  er  durchwegs  krystallin,  und  besteht  haupt- 
sachlich  aus  buschelfSrmigen,  strahligen  odor  auch  stromformigen  Aggregaten, 
welche  aus  weissgrauen  Oder  scbwach  griiulich  gcf'iirbton,  deutlich  pleochroi- 
tischen  faserigen  Saulchen,  Niidelchen  und  Fetzen  bestehen,  weiters  entliiilt  er 
zahlreiche  Quarzkornchen  und  eine  farblose  durch  Aggregatpolaraation  sich 
auszeichnende  Substanz,  die  noch  leistenformige  Umrisse  zeigt  und  endlich 
schwarze  kleine  Pyrit-  und  Magnetitkornchen,  durch  deren  Verwitterung 
flockige  Limonitadorchen  iin  Gcsteine  bowirkt  werden. 

Ndrdlich  von  Chvateruby  in  einem  steinigen  Hohlwege,  der  nach  Kozlomln 
flihrt,  bcsitzt  der  dioritischc  Amphibolit  ein  verhiiltnissmassig  groberes  Korn 
und  wird  deutlich  feinkornig.  Diese  feinkornige  Struktur  und  der  etwas  ver- 
schiedene  Habitus,  der  durch  "Verwitterung  bewirkt  wurde,  war  Ursache,  dass 
Boficky*  in  das  K&rtchen  den  Gang  105.  (eigentlich  106.)  nordlich  von  Chva- 
terub  cinzeichuen  liess,  der  in  dor  Wirklichkeit  spater  nicht  vorgefunden 
werden  konntc. 

In  den  Diinnschliffon  des  angefuhrten,  stark  verwitterten  feinkSrnigen 
Amphibolites,  die  von  boiden  Seiten  des  Hohlwogcs  genoniraen  wurden,  sieht 
man  bios  fragmentiire  breite,  durch  sehr  zahlreiche  parallels  Spaltuhgsrisse 
ausgezeichnete,  stellenweise  audi  faserige  Amphiboldurchschnitte,  welche 
grunlich  oder  schwach  briiunlich  gefftrbt  erscheinen  und  schwachen  (blaugrun- 
briiunlich)  Pleochrolsmus  besitzen.  Itn  polarisiortcn  Lichte  zeigon  dio  Amphi- 
bole  ein  ziemlich  buntes  Farbenspiel.  Sie  nehmen  3/r, — '%  der  ganzen  Masse 
ein.  Zwischen  ihnen  sieht  man  Aggregate  von  klarcn  Quarzkornchen,  Calcit, 
Feldspathttberresten,  welche  durch  das  grlinliche  Chloritmineral  verbunden 
sind  und  nur  an  einigen  Stellen  die  Umrisse  ehemaliger  Feldspathleisten  ver- 
rathen.  Sic;  werden  gcwohnlich  von  Aggregaten  schwftrzlicher  Korner  begleitet, 
die  hauptsiichlich  dem  Pyrit  angehoren  und  von  grauen  oder  braunlicheii 
triiben  Kaolinflocken. 

Im  Ganzen  macht  dieser  Amphibolit  don  Eindruck  einer  Tuffmasse  und 
in  Anbetraclit  seiner  ziemlich  grossen  Verwitterung  ist  wirklich  auffallend 
das  frische  Aussehen  der  Amphiboldurchschnitte,  welches  aber  seinen  Grund 
in  der  faserigen  Umwandlung  der  Amphibolsubstanz  in  Epidot  und  Chlorit  hat. 

Dieses  AmpbJbolit-Gestein  schliesst  das  rechte  Moldauufer  gegenuber 
von  Eralup  ab  und  mit  der  Beschreibung  dcsselben  ist  diose  bescheidene 
Arbeit  zu  ihrem  Ende  gokommen. 

Gewiss  ist  diese  Publikation,  welche  die  petrographische  Beschaffenheit 
der  Moldauufer  zwischen  Prag  und  Kralup  schihlcrt,  nicht  erschopfend  und 
fehlerfrei,  sie  wird  aber  wolil  doch  in  irgend  welchem  Masse  zur  Kenntniss 
der  petrographischen  Verhiiltnisse  der  Umgebung  von  Prag  beitragen. 

Geologische  Schlttsse  von  grosserem  Belang  konnen  und  wollen  wir 
aus  den  ebon  gelieferten  petrographischen  Daten  nicht  Ziehen,  weil  erstens 
das  weitere  sehr  interessantc  Moldautlial  zwischen  Prag,   eigentlich  zwischen 


Ill 

Konigsaal  mid  Stochovic  noch  nicht  untersucht  wurde,  welches  ebenfalls  in 
die  unteren  Silurschichten  eingefurcht  ist  mid  viele  Eruptivgange  besitzt*) 
und  zweitens  weil  wir  wirklich  zweifeln,  ob  es  moglich  und  gerathen  sci, 
die  Eruptivgiinge  des  Moldauthales  so  unbedingt  mid  intensiv  zur  Ziehung 
der  geologischen  Schlttsse  in  dem  Masse  zu  bentitzen,  wie  man  frllher  es 
tlimi  zu  miisscn  geglaubt  hat. 


*)  Siehe  „die  Porphyrgesteine"  Borickfs  S.  124  und  128,  wo  aber  in  denKartchen, 
welche  ebenfalls  der  ScnPeiber  dieser  Zeilen  gezeichnet  hat,  noeli  nicht  alio  Gange  ein- 
gezeichnet  sind,  was  bei  den  spateren  Durchmusterungen  dieser  romantiscben  Flussfurcbe 
durch  denselben  konstatiert  wurde.  Audi  dieses  sttdliche  Moldauthal  ist  ein  sehr  anzie- 
hendes  Objekt  fur  den  Petrographen,  um  so  anziehender,  als  in  demselben  die  VerscMe- 
denhelt  der  Eruptivgange  viel  manigfaltiger  ist,  als  iro  nOrdlichen. 


teg?-  ■>).-)'' 


■■■■■■■■■■■■■■■■I 


LlS.lOO 


Fig.  16.  P;ts  Kftrtehen  <l<r  Eruptlvgesteine,  welehe[  linden  Moldauufern  zwischen 
Frag  una  Lctky  auftreten.  (Siehe  Fig.  l,  2,  7,  8,  9,  to,  11,  12,  L8.) 


Zdawcti' 


Fig.  17.  Das  Kartchen  der  Eruptivgesteine,  welche  in  den  Moldauufern  zwischen 
Letky  und  Kralnp  auftreten.  (Siehe  Fig.  8,  5,  6,  14,  15.) 


■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■I 


Erklarung  zur  Tafel  mit  den  mikroskopischen  DiinnscMiffen. 


8. 


7. 


(Tergr.  lOO  X)- 


Glimmerpikrophyr  aus  der  Libsicer  Felswand  (L.  U.  Gang  26.)-  Aus 
der  Grundmasse  treten  am  deutlichsten  Augitindividuen  (au.)  horvor. 
In  der  Mitte  der  Zeichmmg  ist  ein  typischer,  schimer  Durchschnitt 
dieses  Minerales.  Weiters  sieht  man  Biotit  (b),  dessen  basale  Schnitte 
hexagonal  und  dunkel,  die  mit  der  Hauptaclise  parallelen  aber  leiston- 
formig  und  verschiedenartig  lichtbraun  erscheinen.  Olivin  (ol.)  ist  zumeist 
in  Chlorit  umwandelt  und  kommt  in  unregelmiissigen  Korncrn  vor.  Die 
schwarzen  Quadrate  und  Korner  sind  Magnetit;  oben  rechts  sieht  man 
auch  einen  hexagonalen  Apatitquerschnitt  (a.) 

Olivindiabas  aus  dem  Gehihngc  gegeniiber  Roetdk  (R.  U.  Gang  36.)-  Ein 
ziemlich  gleichmassiges  Gemenge  von  Plagioklasleistchcn  (pi.),  grau- 
brauner,  zersprungener  AugitkOrner  (au.)  und  grtiner  Verwitterungspro- 
clukte  des  Olivins,  niimlich  Chlorit  (eld)  und  Serpentin  (s.),  in  dem 
stellenweise  auch  Dolomitpaitien  (d)  auftreten. 

Diabas  aus  demselben  GeMnge  (R.  U.  Gang  65).  Enthiilt  in  der  Grund- 
masse Augitkrystalle  (au.),  Plagioklasleistchen  (pi.),  das  cldoritisch-serpen- 
tinische  Verwittcrungsprodukt  (ch.).  Pyrit  (p.)  tritt  mitunter  auf,  oft 
aber  schon  verwittert. 

Porphyrischer  Augitsyenit  aus  demselben  G change  (R.  U.  Gang  61.). 
Ein  gleichformiges  Gemenge  von  Orthoklaskrystallen  (o.),  die  im  Inneren 
trub  am  Rande  klar  sind,  von  Augit  (au.)  und  scinem  Umwandlungs- 
produkte  Chlorit  (ch.).  Schwarzer  Magnetit,  Plagioklas  (pi.)  und  Quarz 
(k.)  fehlen  auch  nicht.  Die  grossen  (bis  4  mm)  porphyrischen  Feld- 
spathe  sind  nicht  in  der  Zeiclmung. 

Kieselschiefer  gegeniiber  von  Letky  (R.  U.).  In  der  klaren  Quarzmasse 
sieht  man  sternformige  Gebilde  eines  Eisonsilikates  und  schwarze  Streifen 
von  Magnetit  und  staubformigen  Gasporen. 

Bilurische  GrauwacJce  von  Podbaba  (L.  U.).  Enthiilt  lichtere  aber  ctwas 
getriibte,  stellenweise  geriefte  Feldspatlikiirner,  klare  Quarzc  (K.),  einen 
schwarzen  Pyritschnitt  und  flockige  Grundmasse. 

Radiolithischer  Quarsporpliyr  aus  dem  Gehiinge  gegeniiber  von  Rodok 
(R.  U.  Gang  28.).  Im  polar.  Lichte.  Auffftllig  sind  die  Radiolithc  welche 
strahlig  polarisieren.  Der  mittlere  liingliche  Radiolith  lagert  sich  um 
ein  Feldspathleistchen ;  Quarzkornchen  (K.)  kommen  auch  vor. 
Pine  felsitische  Stelle  des  felsitiscli-radiol.  Porphyres  aus  demselben 
GeMnge  (R.  U.  Gang  31.  b).  Im  polar.  Lichte.  Ailcs  besteht  aus  feinen, 
schwach  bliiulich  und  dunkel  polarisierendcn  felsitischen  Quarzkornchen. 
Sehr  selten  kommen  Feldspathleistchen  vor.  In  der  ganzen  Masse  liegen 
zerstreute  rostige  Limonitpartien  herum. 


^kroskopische  Diimiscliliffe  elniger  Gesteinsarten  aus  dem  Moldautlialc  zwischcn  Prag  unci  Kralup. 


55  W  E  I  T  E  R,     BAND. 

Zweiter  Theil. 

III.  Botanische  Abtlieilung.     Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky  (II.  Theil 
(Vergriffen.)  Preis n-  2fi0 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Prof.  t)r.  Ant.  Fric:    Die  Wirbelthiere  Bohmens. 

h)  „        „  „         Die  Flussfischerei  in  Bohmen. 

c)  „        „  »         Die  Krustenthiere  Bohmens.   Preis fl.  3  — 

V.  Chemische  Abtheilung. 

Prof.  Dr.  Em.  Boficky:  Uber  die  Verbreitung  des  Kali  und  der  Phosphorsaure 

in  den  Gesteinen  Bohmens.     Preis •   •    •  J»0  kr- 

Preis  der  ganzen  zweiten  Hiilfte  des  zweiten  Bandes  (III.,  IV.  u.  V.  Abth.  zusammen)  geb.  fl.  5  — 

DniTTEH    BAND. 

I.  Topographische  Abtheilung.  ,  . 
Verzcichniss    der   in    den  J.  1877—1879    vom  k.  k.   mil.-geogr.  Institut    trigonometrisch 

bestimmten   Ilohen   von  Bohmen  herausgegeben  von  Prof  Dr.  Karl  Kofistka  und 
Major  11.  Daublebsky  von  Stern eck   .   .    ..    ...-. A-  1*80 

II.  Geologische  Abtheilung. 

I.  Heft.    Petrographische    Studien    an    den    Ph  onolithges  tcinen    Bohmens    von 

Prof.  Dr.  Km.  Boficky.  Preis .    .   .    fl.  I"— 

II.  Heft.     Petrographische    Studien    an    den    M  elaphyrgesteinen    Bohmens    von 
Prof.  Dr.  Em.  Boficky.    Preis .   .   .   •   .    ■   •   •    •   ■    •    •   •    A-  I'- 
ll! Heft.    Die   Geologie    des    bohmischen    Erzgebirges    (I.   Iheil)    von    Brol.    Dr. 
Gustav  Laube.    Preis "•  *''~ 

III.  Botanische  Abtheilung. 

Prodromus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (III.  Theil 
Schluss.)  Preis  ....       ■   • "•  i'40 

IV.  Zoologische  Abtheilung. 

I   Heft.    Die  Myriopoden  Behmens  von  F.  V.  Rosicky.    Preis «0  kr. 

II.  Heft.    Die  Cladoceren  Bohmens  von  Bohuslav  Helhch.    Preis fl.  I'M) 

V.  Chemisch-petrologische  Abtheilung. 

Elemente  einer  neuen  chemisch-m  ikroskopischen  Mineral- und  Gesteinsanalyse 
von  Prof.  Dr.  Boficky.    Preis  .    • fl-  l'*0 

V  I  E  R,  T  E  R    13  A  N  E>. 

No.  1.    Studien    im    Gebiete    der    b6hmischen    Kre  ideformation.     Die    Weissen- 

berger  und  Malnitzer  Schichten  von  Dr.  Anton  Fric.    Preis  .....    fl.  A'— 
No.  2.  Erlauterunge.i    zur    geologischen    Karte    der    Umgebungen    von  Frag   von 

.1.  Kreici  und  R.  Ilelmhacker ,•,■.■,••*■,••,  ,  " 

No.  8    Prodromus   der   Flora    von    Bohmen    von    Prof.  Dr.    Ladislav    Celakovsky. 

(IV.  Theil.)     Nachtrage  bis  1.880.     Verzeichniss  und  Register .  fl.  i40 

No.  4.   Petrologisehc    Studien    an  den  Porphyrgesteinen   Bohmens  von  Prof.   Dr. 

Em.  Boficky  und  Jos.  Klvana .   •    •    •   •    -    ■•:••••   •  "\x,     , 

No.  5.   Flora  des  Flussgebietes  der  Cidlina  und  Mrdlina  von  Prof.  Ed.  Pospicnal 

No.  G.    Der  Hangendflotszug  im   Seklan-Rakonitzer  Steinkohlenbecken  von  Carl 
Feistmantel "' 

F  XJ  N  F  T  E  13.     BAND. 

ebirges  (Zeleznc 
men  von  J.  Krej 

mation.     III.    Die 
schichten.    Von   Dr.  Anton  Fric.  fl-  3' 


* 


SECHSTER     BAND. 

No.  1.  Dber  die  Torfmoore  Bohmens  in  naturwisaenschaftlicher  und  national- 
okonomischer  Beziehung  mit  Berucksichtigung  der  Moore  der  Nachbar- 
lander.  Von  Dr.  Fr.  Sitensky.  I.  Abth.  Naturwisseuschaftlicher  Tbeil.   .   .    .  fl.    2'80 

No.  2.   Die  Stisswasserbryozoen  Bohmens.   Von  Josef  Kafka 11.    1/20 

No.  8.  Grundziige  einer  Hyetographie  des  KOnigreiche  s  Bohmen.  Von  Dr.  F.  J. 
Studnicka 11     I'M 

No.  4.   Geologie  des  bohmischen  Erzgebirges.   II.  Theil.   Von  Dr.  Gustav  C.  Laube. 

11.    250 

No.  6.  Untersuchungen  uber  die  E'auna  der  Gewasser  Bohmens.  I.  Metamorphose 
der  Trichopteren.  I.  Serie.  Von  Fr.  Klapalek fl.    T20 

No.  6.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.  I.  Th.  Forts.  Von  Prof.  Dr.  Anton 
H  a  n  s  g  i  r  g 11.    8" — 


SIEBENTEB     BAND. 

DieFlechten   der  Umgebung  von  Deutschbrod  von  Jos.  Novak.   .   .11.    1.— 
Studien  im  Gebiete   der  bohmischen  Kreideformation.  IV.  Die  Teplitzer. 

Schichten.    Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric fl.    3  — 

No.  3.  Uber  die   chemische  Zusammensetzung   verschiedener  Ackererden  und 
Gesteine   Bohmen' a  und  uber  ihren  agronomiachen   Werth.    Von  Dr.  Jos. 

Ilanamann 11.     2- — 

Die  tertiaren  Land-  und  Susswasser-Conchylien  dea  nordw.  Bohmen  von 

Gottlieb  Klika fl.    240 

Die  Myxomyceten  Bohmens  von  Dr.  Lad.  Celakovsky  (Sohn) 11.     1'20 

Geologische  Karte   von  Bohmen.   Section  VI.    Entworfen  von  Prof.  Job.  Kre.jci. 
Mit  Erlauterung  von  Prof.  Dr.  A.  Fric.   Preia fl.    220 


No.  1. 
No.  2. 


No.  4. 

No.  5. 
No.  6. 


A  O  II  T  E  R      BAND. 

No.  1.  Ubersicht    der  Thatigkeit  der  naturw.  Landesdurchforschung  v.  J.   18(i4 

bis  1890  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka      fl.  — 30 

No.  2.  Untersuchungen  der  Fauna  d.  bbhm.  Gewasser.  II.  Fauna  d.  bohm.  Teiche 

von  Jos.  Kafka fl.     1-20 

No.  8.  Monographie  der  Ostracoden  Bohmens.  Von  Wenzel  Vavra  .  .  .  fl.  200 
No.  4.  Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.    Zweiter  Theil.    Von  Prof.  Dr.  Anton 

Hansgirg , fl.    3-— 

No.  5.  Recente  und  fossile  Nagethiere  Bohmens.  Verfasst  von  Josef  Kafka.  11.  2.20 
No.  6.   Untersuchungen   uber   die  Fauna  der   Gewasser    Bohmens.    I.  Metamorphose 

der  Trichopteren.  II.  Serie.    Von  Prof.  Fr.  Klapalek fl.     P80 

N  E  U  N  T  E  R      BAND. 

No.  1.   Studien    im    Gebiete  der    bohmischen    Kreideformation.    V.     Priesener 

Schichten.    Von  Prof.  Dr.  Ant.  Frio fl.    8'— 

No.  2.  Untersuchungen  ilber  die  Fauna  der  Gewasser  Bohmen  a.  IV.  DieThierwelt 

des  Unterpocernitzer  und   Gatterachlager  Teiches   als  Reaultat  der  Ar- 

beiten   an  der  iibertragbaren  zoologischen  Station.    Verfasst  von  Prof.  Dr. 

Ant.  Fric  und  Dr.  V.  Vavra 11.    8'-r 

No.  3.   Das  Moldauthal  zwiachen  Prag  und  Kralup.  Eine  petrograph.  Studio  von  Josef 

Klvaiia fl.     1.50. 

No.  4.  Die  chemische  Bescha  ffenheit  der  fliessen  den  Gewasser  Bohmens.  I.  Theil. 

Hydrochemie  des  Egerflusses.   Von  Dr.  Jos.  Hanamann fl.    1*50 

No.  G.   Geologische  Karte  von  Bohmen.   Section  III.  Entworfen  von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric 

und  Prof.  Gustav  C.  Laube fl.    2-50 

Z  E  H  N  T  E  B,      BAND. 

No.  1.   Geologische  Karte  von  Bohmen.    Section  II.    Entworfen  von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric 
und  Prof.  Dr.  Gustav  C.  Laube fl.    2-80 


Oruck  von  Dr.  Ed.  Gregr  in  Prag  1S90.  —  Selbstvurlag. 


MUS.  COMP.  ZOOL. 


S- 


DAS  ARC  HIV 

fur  die 

naturwissenschaftliche  Landesdurchforschung  von  Bohmen 

I.  bis  V.  Band :  Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  J.  Krejcf, 
VI.  Band  u.   s.  w. :  Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  Dr.  A.  Fric, 

enthalt  folgende  Arbeiten : 

E  R  S  T  E  R     BAND. 

I.  Die  Arbeiten  der  topograpbischen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das  Terrain  und  die  IT  6b  e  n  v  e  r  h  altni  s  s  e   des  Mittelgebirges  und  des 
Sandsteingebirges    im   nordlichen   Bohmen   von   Prof.   Dr.   Karl   Kofistka. 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bobmen  (Sect.-Blatt  II.)  von  Prof. 
Dr.  Kofistka. 

c)  Hoh  ensobichtenkarte,    Section    II.,    von    Prof.    Dr.    Kofistka.    Preis   fl.   4" — 
Preis  der  Karte  app fl.  1*60 

II.  Die  Arbeiten  der  geologiscben  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen    oder    allgemeine   geologische   Verhaltnisse    des   nord- 
lichen   Bohmen  von   Prof.   Johann   Krejci. 

b)  Studien   im  Gebiete  der  bohm.  Kreideformation  von  Prof.  J.  Kre.ici. 

c)  Palaontologische    Untersuchungen    der    einzelnen    Schicbten    der    bohm. 
Kreideformation   u.  s.  w.   von  Dr.    Anton   Fric. 

d)  DieSteinkohlenbecken  von  Radnic,  vomlluttenmeisterKarlFeistmantel. 
Preis fl.  4-50 

DH.    Die  Arbeiten  der  botaniscben  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 
Prodromus   der  Flora  von  Bobmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I.  Tbeil.) 
Preis fl.  1-— 

IV.    Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  entbalt: 

a)  Verzeichniss  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj. 

b)  Monographie   der   Land-   und  Susswassermollusken  Bohmens   vom   Assi- 
stenten  Alfred  Slavik. 

c)  Verzeichniss    der   Spinnen    des    nordlichen   BOhmen    v  o  m  R  e  al-L  ehrer 
Emanuel  Bart  a.    Preis fl.  2' — 


V.    Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 
Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann. 
Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abtb.  I.  bis  V.)  geb 


Preis 


.    25   kr. 
.    fl.  9-— 


>5WEIrrER,    BAND. 

Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topograpbischen  Abtheilung  und  zwar: 

aJDas  Terrain  und  die  HShenverhaltnisse  des  Iser-  und  des  Riesen- 
gebirges  und  seiner  sudlichen  und  ostlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr.  Karl 
Kofistka. 

b)  Zweite  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III.)  von  Prof. 
Dr.   Kofistka. 

c)  Hoh  en  s  chichtenkarte,  Section  III.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka. 

d)  Hohenschichtenkarte  des  Riesengebirges  von  Prof.  Dr.  Kofistka  Preis 
dieser  Abtheilung fl.  4-50 

II.  Die  Arbeiten  der  geologiscben  Abtheilung.    I.  Theil  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S teinkohlenf ormation  Bohmens. 

b)  Karl  Feistmantel:  Die  Steinkohlenbecken  bei  Klein-Pf ilep,  Lisek,  Stilec, 
Holoubkow,   Mireschau  und  Letkow. 

c)  Jos.  Vala  und  R.  Helmhacker:  Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gegend 
von   Prag  und  Beraun. 

d)  R.  Helmhacker:  Geognostische  Beschreibung  eines  Theiles  der  Gegend 
zwischen   Beneschau  und  der  Sazava.    Preis .   .    .    fl.  4" — 


Die  chemisclie 


l  tier  Hi 


I.  Theil. 


Hydrochemie  des  Egerflusses. 


Dr.  JOS.  HANAMANN, 

Vor.tehei    del   agrloulturot-ml.oh.il    ▼.tiuehiit.tlon   I.obo.ltz. 


ARCfflV   DER  NATURWISSENSCHAFTLICHEN   LANDESDURCHFORSCHUNG  VON  BOHMEN. 

(IX,  Band,  Nro.  4.) 


P  R  A  G. 

DRUCK  VON  Dr.  EDV.  GREGR.  -  KOMMISSIONS-VERLAG  VON  FR.  RLVNAc. 

1894. 


Die  ursprttngliche   Absicht,    dem    Texte   oinige  Orientieriuigskftrtchen   beizugeben,   konnte  nicht 
ausgeftthrt  werden.    Der  geehrte  Leser  wolle  sioh,  wenn  noting,   einer  beliebigen  geologischen 

JCarto  von  BOhmen  bedienen. 


Einleitung. 


Wissenscbaftlicben  deist  and  wissenscbaftlicbe  Erfolge  kann  man  unserer 
Zc.it,  debt  absprechen  und  so  debnt  sicb  unaufbaltsam  das  weite  Gebiet  der  menscb- 
lichen  Erkenntnis  in  der  Erforscbung  des  Waltens  der  Natur  in  ibrer  bewunde- 
rungswtirdigen  und  grossartigen  Werkstatte  aus.  Die  Cbemie,  welclie  auf  ver- 
scbiedenen  Gebieten  menscblicber  Tbatigkeit  so  gewaltige  Entdeckungen  zu  Tage 
gefordert  hat,  wendet  ibre  Blicke  erfreulicher  Weise  audi  der  Erforsclmng  derje- 
nigen  Verbaltnisse  zu,   welcbe  die  Wasser  verscbiedener  Bescbaffenbeit  darbieten. 

Zwar  feblt  es  gegenwartig  nicbt  an  Analysen  einzelner  Quellen  und  Fltisse, 
■•liter  mil-  sebr  wenige  Dntersucbungen  existiren,  welebe  izns  ein  abgeseblossenes 
Bild  der  Veranderungen  fliessender  Gewasser  in  den  verscbiedenen  Tbeilen  ihres 
Laufes  und  der  cbemiscban  Bescbaffenbeit  ibrer  Zufliisse  in  der  Art  liefern  wiirden, 
dass  wir  tiber  das  ganze  Quellengebiet  eines  Flusses  systematisch  onterricbtet 
wiirden  und  dass  derartige  Untersucbungen  mit  den  erforsebten  geologiscben  Grund- 
lagen  in  Verbindung  gebracbt,  ttberhaupt  alle  jene  Factoren  mitberticksicbtigt  wiirden. 
welcbe  nicbt  nur  den  grosseren  oder  geringeren  Wasserreicbtbum  des  in  Betracbt 
kommenden  Flussgebietes  und  die  relative  Vertbeilung  des  fliesseudeii  Wassers 
bedingen,  sondern  aucb  die  Bescbaffenbeit,  Menge  und  Vertbeilung  der  aufgelosten 
und  transportirten  Stoffe  in  den  verscbiedenen  weitverzweigten  Adersystemen  eines 
Flusses  und  selbst  die  Scbwankungen,  die  sicb  in  der  Menge  der  einzchien  Bestand- 
theile  zeigen,  liefern  mocbten. 

Urn  die  bydrograpbiscben  und  bydrochemisclien  Verbiiltnissc  eines  Landcs 
ricbtig  beurtbeilen  zu  konnen,  muss  man  vorztiglich  die  vertioale,  wie  borizontale 
Gliederung  des  Bodens,  die  geologiscbe  Bescbaffenbeit  mid  Bedeckung  desselben, 
die  klimatiscbeil  Factoren,  besondcrs  die  Niederscblagsmenge  und  die  pbysikaliscb- 
chemisebe  Bescbaffenbeit  der  Gewasser  und  der  Gesteiue,  welcbe  dieselben  durcb- 
ftiosscti,  naber  kennen. 

Bei  der  wicbtigen  Rolle,  welcbe  das  Wasser  in  alien  drei  Aggregatszu- 
standen  bei  der  Umgestaltung  der  festen  Erdrinde  spielt,  sei  es  durch  mecbaniscbe 
Zerstorung  und  Zerreibung  der  Gesteine,  sei  es  durch  cbemiscbe  Zersetzung,  Auf- 
iosung  und  Fortfiibrung  einzelner  Bestandtbeile  derselben,  bei  (k;r  bedeutsamen 
Tbatigkeit,    welcbe  diesem  leicht  beweglichen  Element  als  destructives  und  tivel- 

i 


Lirendes  Agens  der  fcsten  Erdkruste  eigen  1st,  konnen  chemisclie  Analysen  flies- 
sender  Wii.sscr  and  ihrcr  Quellen,  wenn  sic  im  vorhin  angeftihrten  Sinne  im  ganzen 
Lande  durchgefiihrt  werden,  sowohl  cin  besondercs,  als  audi  ein  allgemeines  Inte- 
resse  besitzcn. 

Gcgcnwiirtig  begniigt  man  sich  nicbt  mchr  wie  friihcr  durch  Jahrhunderte 
mit  den  geringen  Kenntnissen,  die  man  iiber  das  Wasser  besass,  welche  erst,  im 
Beginne  dieses  Jahrhunderts  durch  die  Analysen  der  beruhmtesten  Mineralquellen 
gefordert  wurden  und  die  in  Bezug  auf  die  Beschaffenheit  verschiedener  W&sser 
hochst  mangclbaft  waren,  so  dass  sclbst  die  kurz  vor  1830  ausgeftihrten  Analysen 
verschiedener  naturlichcr  Wasser  heute  kaum  mehr  ihren  Zweck  erfiillen.  Erst  die 
in  der  letzten  Hiilfte  des  19ten  Jahrhunderts  unternommenen  Analysen  nattirlicher 
Wiisscr  und  Mineralwiisser  entsprechen  mchr  den  Fortschritten  der  Chcmie  und 
der  Naturwisscnschaften  im  Allgcmcineii. 

Konnen  wir  uns  auch  nicht  schincichcln,  dass  die  Wasseranalysen  des  letzten 
Dczenniums  schon  als  vollstiiudige  gelten  werden,  so  1st  ihnen  jedenfalls  ein  Schatz 
von  Thatsachen  eigen,  der  weil  unscrc  jetzigen  Untersuchungen  auf  genauen  Be- 
obachtungen  und  Versuchcn  bcruhen,  fiir  alle  Zeiten  Werth  behalten  wird. 

Nicht  nur  die  poroscn  und  zcrkluftetcn,  sondern  auch  die  compacten  Ge- 
steine  besitzcn  abgesehen  von  ihren  Zerklttftungen  gewiss  cine  viol  grossere  Per- 
nieabilitat  fiir  die  Hydrometeore,  als  man  gewohnlich  vorauszusctzen  geneigt  ist, 
und  welche  dem  Wasser  besondcrs  unter  starkerem  Drucke  cinen  Zugang  in  das 
Innere  des  Gesteines  gestatten.  Jc  nachdem  der  Erdboden  mehr  oder  weuigei' 
wasserdurchlassend  ist,  dringt  mehr  oder  wenigcr  von  den  Mctcorwiissern  ein. 

Die  Hydrometeore  enthalten  bekanntlich  nicht  nur  reines  Wasser,  sondern 
auch  Sauerstoff,  Stickstoff,  Kohlcnsiiure  und  salpctersaures  Ammoniak  gelost.  Indeffi 
sic  das  Gestein  durchdringen,  nehmen  sic  Bcstandthcile  desselben  auf,  die  je  nach 
Beschaffenheit  der  Gestcinc  wechseln;  und  gerade  dicse  Frage  ist  cine  der  wich- 
tigsten  bei  der  Untersuchung  und  Beurtheilung  des  Wassers  in  Bezug  auf  seine 
Anwendung  in  der  Technik  und  in  hygienischcr  Bczichung. 

Liegen  Untcrsuchungsreihen  von  Wassern  aus  verSchiedenen  Niveaus  der 
einzelnen  geologischen  Formationen  vor,  so  ist  es  Icicht,  schon  aus  dem  Gestein) 
aus  welchem  das  Wasser  hcraustritt,  auf  die  Brauchbarkeit  dieses  Wassers  fur  ver- 
schiedene  Zwecke  zu  schliessen. 

Bis  jetzt  sind  solche  Arbeiten,  welche  die  Classification  des  Wassers  nacb 
ihren  Ursprungsformationen  hcrzustellen  versuchten,  nur  drei  bekannt.  Die  von 
Regdmatm,  welcher  die  Quellwiisser  Wttrtenbergs,  und  die  von  Pecher,  welclier  die 
Wasser  aus  den  Gestcinen  Unterfrankens  behandclt,  cndlicli  die  Arbeit  von  Spaeth, 
welcher  die  hydrographischen  Veihaltuisse  Oberfrankens,  spcziell  des  FrankenwaldeS 
zum  Gcgenstando  der  Forschung  genommen  hat. 

In  Folgcndem  wird  die  chcniischc  Classification  des  Wassers  nach  seineffl 
Ursprungsgcbiete  in  Angriff  genommen  und  die  Untersuchung  nicbt  nur  auf  die 
Quellen,  sondern  auch  auf  die  Iiiiclie  und  Fliisse  ausgedelint,  urn  die  Beschaffenheit 
der  Wasser  systematisch  kennen  zu  Icrnen,  und  die  Verftnderungen  zu  erfahrciii 
welche  die  fliessenden  Wasser  auf  ihrem  Wege  erleiden,  ihre  Beschaffenheit  nacfl 
den  Formationen,  aus  denen  sic  entspringen,  besser  wurdigeu  und  spater  auch  ^lti 


3 


Zusammensetzung  der  schwebenden  Theile  dor  Flusse  und  Zuflllsse,  sowie  die  Ab- 
lagerungen  derselben  in  Schlamm  und  Detritus  besser  erforsclien  zu  bonnen. 

Den  Gebalt  dor  Qucllcn  an  mineralischen  Bestandtheilen  finden  wir  in  den 
Bachen  und  Fltissen  wieder.    In  diesen  unterliegt  er  aber  grossen  Scbwankungen. 

Weim  Monate  lang  ein  strenger  Winter  herrscht,  sind  es  nur  die  Quellen, 
welcbe  unsere  Fllisse  speisen.  Ira  Somraer  und  Herbst  gibt  es  oft  langere  Zeit- 
raume,  innerbalb  dereu  ira  ganzen  Lande  kein  Niederschlag  stattfindet,  iiberdies 
werden  dem  Boden  durch  die  Verdunstung  ungeheure  Quantitaten  Wassers  ent- 
zogen,  so  dass  es  dann 'die  Quellen  sind,  die  unseren  Eiichen  und  Fltissen  neue 
Nahrung  zufuhren.  Der  Gebalt  an  mineralischen  Bestandtheilen  in  den  Fltissen 
ist  dann  am  grossten.  Zur  nassen  JahreSzeit  hingegen,  wo  die  Kegen  und  Schnee- 
wasser  bei  weitem  liiebr  als  die  Quellwasser  betragen,  sinkt  der  Gebalt  an  aufgo- 
losten  Bestandtheilen  herab;  denn  jene  auf  der  Oberfliiche  rascb  und  in  grosser 
Menge  flicssend.cn  GewaSSer  losen  bei  weitera  weniger  auf,  als  die  in  das  Gebirgs- 
gestein  dringcnden  Gewiisser.  Die  Begen-  und  Schneewasser  ftihren  aber  dann  mebr 
odor  weniger  schwebende  Theile  den  Fltissen  zu,  wodurch  sich  diese  triiben. 

Hieraus  ergibt  sich,  dass  die  Zeit  der  Brobenahrac  der  zu  analysirenden 
Flusswasser  angegeben  werden  muss. 

Urn  den  niittleren  Gebalt  der  Bestandtheile  zu  erhalten,  sollten  cigcntiicli 
zu  alien  Jahreszcitcn  und  bei  bohen,  niederen  und  mittleren  Wasserstanden  die 
Analysen  angeStellt  werden.  Da  indess  nnr  selten  solchc  weitliiufige  Untersuchungen 
durchgeffthrt  werden  konnen,  so  gentigt  es,  die  Analysen  beim  niedrigsten  Wasscr- 
stande  im  Sommer  oder  im  Winter  vorzunehmcu. 

Ist  der  Zweck  der  Analyse  auf  die  Auffindung  der  in  geringen  Quantitaten 
in  den  Flusswasscrn  enthaltencn  Bestandtheile  gerichtet,  so  ist  nattirlich  dazu  die 
Zeit  des  niedrigsten  Wasscrstandes  die  geeignetste.  Die  Zeit  des  hochstcn  Wasser- 
standes  zur  Analyse  zu  wiihlen,  kann  nur  den  Zweck  haben,  den  Grad  der  Ver- 
dtinnung  kennen  zu  lerncn. 

An  dem  Ursprunge  der  Eger  in  Baycrn  hat  Hilger's  Laboratorium  begonnen 
die  Qucllcn  der  Eger  zu  untersuchen.  Weitcre  Analysen  der  Zufliissc  dieses  Flusses 
'iegen  nicht  vor.  Zerstreute  Analysen  der  Ilauptfliisse  Bohmens  von  verschiedenen 
boliinischen  Chemikeru  ausgeflihrt,  kommen  nur  vcreinzelt  vor. 

Mann  kann  nicht  alio,  an  viele  Hunderte  zahlenden  Biichlein  und  Wasser- 
u,iern  Bohmens  der  chemischen  Untersuchung  unterwerfen,  ohnc  eino  Arbeit  zu 
erhalten,  die  allein  ein  Menschenalter  erfordem  wtirdc,  aber  man  kann  nach  geo- 
gnostischen  Gebieten  geordnet,  die  hervorragendsten  Zufliissc  der  Fliisschen  und 
der  Hauptfltisse  Bohmens  in  gewissen  zu  diesen  Untersuchungen  gecignetsten  Zeit- 
ri'inmen  untersuchen  und  wird  so  eiuc  Beihc  von  chemischen  Analysen  von  Wiissern 
aus  verschiedenen  Niveau's  der  cinzelnen  geologischcn  Formationen  Bobmcns  cr- 
halten,  welche  gestattet,  auf  die  Brauchbarkeit  verschiedener  Wasser  fur  die  ver- 
8cbicdcustcn  Zwecke  zu  schliessen. 

Die  Analysen  miissen  moglichst  erschopfend  scin  und  sich  nicht  vicllcicht 
nn*  aid'  einzelne  Bestandtheile  des  Wassers  bczicben. 

Mil  der  Eger  und  iliren  Zuflttssen  beginnend,  Warden  die  Wasserproben 
1)ci  dem  bleinsten  Wasserstande,  wo  miiglich  gleiebzeitig  genommen  und  zum  Ver- 


1* 


gleieh  die  zwei  Hauptfltlsse  Elbe  und  Moldau  vor  ihrer  Vereinigung  bei  derUnter- 
suchung  dor  Elbe,  die  Eger  und  Moldau  gleichzeitig  zum  lehrreichen  Vergleich  mit 
analysirt,  um  die  Concentration  dew  Salzgehaltes  und  die  Beschaffenheit  des  Riick- 
standes  dieser  drei  Hauptwasseradern  des  Landes  in  einem  und  demselben  Zeit- 
raume  festzustellen. 

Audi  ;u\{'  die  Regenmenge  and  Heine  Vertheilung  im  Lande  in  den  Jahren 
der  Untersuchung  wird  geblihrende  Rlicksicht  genommen  werden  mussen. 

Die  Trockenrtickstandsmengen  der  Flitsse  konne  tiberbaupt  ofter  vorge- 
tiommen  werden,  am  die  Schwankungen  im  Gehalt  dor  Wasser  an  fixen  und  flucb- 
ti^en.  Verbiudungen  genaucr  kennen  zu  lernen,  wahrend  von  sammtbehen  kleineren 
Zufliissen  qui  eine  vollstandige  Analyse  gemacbt  worden  ist. 

Verfasser  fuhrte  von  der  Eger  unci  ihrcn  Zufliissen  viele  Analysed  aus  und 
beabsicbtigt  von  der  Elbe  und  ibren  Zofliissen  mit  Ausnabme  der  Moldau  ebenfalls 
an  4()  Wasseranalysen,  von  der  Moldau  und  ibren  Zufliissen  an  80  Analysen,  zu- 
sammen  gegen  L60  bis  200  vollstandige  Wasseranalysen  im  Laufe  mebrerer  Jahre 
zu  liofern,  oino  sebr  muhevolle '  Arbeit,  die  aber  wertbvolle  Beitrage  zur  hydro- 
cbemischen  Kenntnis  Bohmens  liefern  kaun. 

Um  die  Grosse  des  Quellengebietes  eines  Flusses  oder  Bacbes  und  dessen 
(iefiillc  zu  ermitteln,  wurden  aus  den  Specialkarten  des  k.  k.  geograpbiscben  tnsti- 
tutes  die  jedem  Zuflusse  zugehorigen  Terraingrossen  nach  dem  Princip  der  Zer- 
legung  in  kleinste  Dreiecke,  deren  Flachenberechnung  und  schliessbche  Addition 
ailer  erhaltenen  Zahlengr&ssen  ermittelt  und  bei  der  Bescbreibung  des  Flusses 
resp.  Baches  beigefligt. 

Dem  analytiscben  Tlieil  moge  eine  SMzze  der  Bodengestaltung  unseres  Vator- 
landes  und  der  aus  ilir  folgenden  naturlicben  Gliederung  vorangeben,  da  hierin  die 
arsprftnglicbsten  und  am.  wenigsten  verriickbaren  Grundbedingungen  der  Quellen- 
und  Flussentmckelung  licgen.  Ist  doch  Bohmen  in.  seinen  hydro-,  oro-  und  geo- 
grapbiscben Verbaltnissen  ein  einzig  in  seiner  Art  dastebendes  Land,  indem  be- 
kanntlich  das  Flussgebiet  der  Elbe,  seines  Hauptstromes,  von  ibrem  Ursprunge  bis 
zum  Austritt  aus  dem  Lande  mit  dem  Flacheninbalte  des  letzteren  beinabe  identiscb 
ist,  geringe  Gebiete  ausgenommen,  die  sammtlicbe  fliessende  Wassermasse  die 
Summe  allor  jener  Wiisser,  welelie  von  don  Hbhen  des  Erzgebirges,  des  Boh- 
mervvaldes,  der  Sudeten  und  des  bdbmisch-mabrischen  Randgebirges  nach  dec 
centralen  Theil  des  Landefl  Ziehen  und  cin  an  Machtigkeit  das  bobmiscbe  Elbe* 
gebiet  weit  uberragendes  Flusssystem,  das  dor  Moldau  in  sicb  schliessen. 

Das  Gesammtbild  der  Terrainverbaltnisse  Bobmens  gruppirt  sicb  so  eigen- 
thiiiulich,  dass  es  seit  Alters  her  die  Aufmerksamkeit  der  Geograpben  und  Geo- 
gnosten  auf  sicb  gezogen  hat.  Die  Ausgestaltung  des  bercynischen  Massives,  wie 
wir  es  hcutc  sehen  und  kennen,  ist  wohl  das  Work  jabrtausendfacber,  hoebst  man- 
nigfaltiger  und  eigenthtlmlicher  Veranderungen  und  Einfltisse  gewesen,  die  sich  aicbt 
nur  auf  einzelne  Lander  und  Continente,  sondern  auf  den  ganzen  Erdball  crstrcckt 
und  in  verschieden  tangen  Zeitraumen,  deren  Scbatzung  ans  anmogbch  ist,  voll- 
zogen  baben  mtlssen. 

Der  Hauptsache  nach  ist  Bohmen  bekanntlich  eine  [Jrgebirgsscbolle,  ('i" 
Tbeil   des   archaischen  Massives,    welches  nordlicb  von  der  Donau  beginnend,  das 


ganze  osterreichisch-mahrische  Grenzgebiet  bis  an  die  Elbeniederangen  im  Norden 
und  den  Bbhmerwald  im  Westen  omfasst.  Dem  Urgebirge  allein  fallen  fast  drei 
Viertel  des  ganzen  bohmischeii  Gebietes  zu.  Im  Weston,  Siidwesten,  Norden  und 
Nordosten  wird  unser  Vaterland  in  verbaltnismftssig  geringem  Masse  von  jiingeren 
Formationsgliedern  bedeckt,  dagegen  allseitig  von  Gebirgen  urn  und  durchzogen, 
ein  wellenfSrmiges  Hochland  bildend,  das  sioh  ais  gewaltiges  Gebirgsland  iibor  die 
Niederungen  seiner  Nachbarlander  zu  einer  mittleren  Seehohe  von  durchscbnittlich 
•r>oo  Metern  erhebt.  Von^iiden  gegen  Norden  landeinwarts  vcrtieft  sich  Bohmen 
und  Bpiegelt  sich  in  dessen  wechselnden  Physiognomien  der  geognostiscbe  Charakter 
deutlich  ab.  Die  unser  Vaterland  umscbliessenden  Randgebirge  entsenden  nach 
allon  Ricbtungen  des  Landes  zablreicbe  Anslaufer  oder  stchen  mit  den  Mittelge- 
birgen  in  solcbem  Zusammenhange,  oder  verfliessen  innig  in  einander,  so  dass  sie 
sioh  weder  geographisch  nocb  geognostisch  scharf  unterscbeiden  lassen. 

Im  Allgemeinen  wind  die  Bodenverhaltnisse  Bohmens  sowobl  nacb  ihrer 
Bescbaffenheit, '  als  audi  nacb  der  waldreicben  Bedeckung  der  Wasssrentwickelung 
gtinstig,  weniger  ist  dies  dor  Fall  hinsicbtlich  der  Niederschlagsverhaltnisse,  die 
ii  11 1-  in,  slidlicben  Theil  des  Bohmerwaldes  und  im  Ursprungsgebiete  der  Elbe  bc- 
triiolitlioho  Mengen  aufweisen,  sonst  aber  zum  grossten  Theile  die  Isobyeten  von 
BOO  bis  COO  Millimcterii  nur  wenig  uberschreiten,  denn  das  Vorliandensem  von 
Quellen  ist  ausser  an  eine  gewisse  Bescbaffenheit  des  Untergrundes  vorzugsweise 
an  dasjenige  von  Unebenheiten,  Hiigcl,  Gebirge  mid  Abhange  gebunden.  Das  don 
Boden  als  Quelle  verlassende  Wasser  istjanichts  anderes  als  das  an  hoherer  btelle 
i"  don  Boden  eingedrungene,  atniospliiirische  Wasser. 

Es  sind  daher  die  Bedingungen  zur  Bildung  von  Quellen  am  ehesten  in 
gebirgigen  Gegenden,  insbesondere  aber  in  den  bewaldeten  Gebirgen  vorhanden, 
sowobl  wo.il  dort  in  der  Regel  mehr  Wasser  zusammenlauft,  als  aucb  veil  m  den 
Gebirgslagen  gewohnUch  mehr  Eegen  fallt  als  in  den  Niederungen,  vorausgesetzt, 
'lass  sie  nicht  Steril,    sondern  mit  Vegetation  namentlioli  mit  Wald  bedeckt  sm. I. 

Gelit  man  in  die  Zusammensetzung  des  Gebirgskranzes  niiher  em,  welclier 
•lie  Thaler  der  Eger,  Moldau  und  der  oberen  Elbe  fast  im  Kreise  uinscl.liesst,  so 
wird  dor  nordliche  Theil  vorziiglicb  von  dem  Erz-  and  Fichtelgebirge,  mil  dem 
linkon  Ufer,  von  der  Oberlausitz,  don.  Riesengebirge  und  Eulengebirge,  auj  dem 
rechten  Elbeufer  gebildet.  Man  kennt  den  allgemeinen  Charakter  dieses  nordlichen 
Oebirgszuges.  Siidlicb  besteht  dor  Gebirgsring  aus  dem  Bohmerwalde  und  dem 
mahrischen  Eochgebirge,  mit  granitischen  Kernen,  an  welche  sich  weite  Gneisge- 
biete  anschliessen.  In  dem  ursprunglichen  stidwestlichen  Beckon  geschah  die  Aus- 
fliUung  durch  die  silurische  Ellipse,  auf  welcher  Steinkohlen  und  Schichteii  des 
Rothliegenden  Lagern.  Lange  Zeitraume  hlndurch  blieb  das  ganze  Land  iiber  Wasser 
"".1  erst  in  spateren  Zeitperioden  empfieng  es  weitere  Ablagerangen,  die  Sich  als 
Sedimente  des  Kreidemeeres  Langs  des  Laufes  der  Kibe  absetzten.  Spater  kamen 
nocb  die  Schichten  der  vielfaltig  von  Basalt  and  Phonolith  durchbrochenen  Braun- 
,f(>lilenforinati(m  und  dos  Diluviums  hinzu. 

Verfolgt  man  den  Laufund  die  Vertheilung  der  bohmischen  Fltisse  zwiseiien 
'leu  vorsohiodonon  Bohenterassen  Bohmens,  so  Bndet  man  das  sudostliche  Bateau 
i"  ziemlich   gleichm&ssiger   Hobo   v.ui   beilaufig   500  m   im  grossec  Durchscnnitt 


6 

erhoben.  Das  Grenzgebiet  zwischen  Bohmen  und  Mahren  (iberragt  diese  Mittel- 
hohe  tun  etwas  und  bildet  daher  die  Grenze  zwischen  den  Gewassern  der  Nbrdsee 
und  des  schwarzen  Meeres.  Der  stidliche  Theil  dieser  Erhebung  ist  der  hochste 
im  ganzen  Bereich  desselben,  so  dass  einige  Berge  die  Hohe  von  Taueend  Metern 
orreichcn.  Diese  ti of  nach  Bohmen  reichende  Gneis-  und  Granitmasse,  ohne  alio 
anstehende  Gesteinsart,  erklart  die  grosse  Gleichformigkeit  des  Gebirges.  Die  tiefsten 
Thaler  Ziehen  sich  langs  des  grSssten  Theils  des  Elbeflusses  und  liegen  im  unteren 
Theile  des  Egerlaufes.  Den  uSrdlichen  Thoil  B8hmens  umspannt  das  bb'hmisch- 
mahrische  Randgebirge.  In  das  steile  immer  gegen  Bohmen  zugekehrte  Gehange 
sind  meist  kurze,  ehge  Thalrinnen  eingerissen,  ktirzere  noch,  wie  die  des  Bohmer- 
waldes,  die  es  wegen  ihrer  geringen  Erstreckung  zu  keinen  bedeutenden  stetigen 
Bachen  odor  Fltissen  kommen  lassen. 

Gleicfrwie  unser  Vaterland  ein  an  (\cn  mannigfaltigsten  und  schonsten  Mi- 
ueralien  reichstes  Gebiet  ist,  so  gehort  es  auch  in  Bezug  auf  die  vielen  Gesteins- 
arten  und  die  geognostischen  Lagerungsverhaltnisse  v,\\  den  interessantesten  be- 
kannten  Landern.  Bohmens  Reichthum  an  Feldspathen  und  Kalksteinen  schafft 
uicht  nur  gftnstige  Vbrbedingungen  dor  Land-  und  Forstwirthschaft,  sondern  es 
sorgt  auch  ein  gefallsstarkes  System  von  Wasseradern  fur  die  Verbreitung  der  ver- 
witterten  reichen  Bodenschatze  in  fruchtbaren  Schlammablagerungen  in  den  Thalerii 
und  Mulden  und  es  konnen  auch  die  Niederschlage  den  Quellen  und  Fltissen  an 
Kalk  und.  Natron  reiche  LSsungen  zufuhren,  die  an  einzelnen  Orten,  wie  am  Fusse 
des  Erzgebirges  in  bedeutende  Tiefen  dringend,  die  beruhmtesten  Mineralquellen 
der  Welt  bilden. 

Die  Mineralien,  welche  ansere  Gobirgo  zusammensetzen,  bestehen  bekanntlich 
aus  saueren  und  basischen  Silicaten,  Feldspathen,  Eornblenden  und  anderen  Ge- 
steinen,  deren  Gemengtheile  durch  ein  kalkiges  Oder  thoniges  Bindemittel  verbundeu 
sind.  Ilier  beginnt  der  Aiigrill'  des  Wassers  in  der  Art,  (lass  seine  Koldensilure 
den  Silicaten  die  Alkalien  entzieht.  Dieses  Gas  lindet  sioh  wohl  ohne  A.usnahme 
in  alien  Wassern  und  bildet  ein  wesentliches  A.ufl6sungsmittel  ftir  die  verschie- 
densten  Kalksteine.  /war  ist  die  Menge  der  Kolilensiiure,  welche  die  atmospha- 
rischen  Gewasser  aus  der  Luft  und  dem  Boden  beim  Durchdringen  der  verschie- 
denen  Bodensehichten  aus  den  Zersetzungsproducten  der  organischen  Welt  aufnehmen, 
in  der  Regel  gering  und  doch  gross  genug,  um  Berge  versetzen,  Erdfalle  und  Eohlen 
hervorbringen  und  solche  Massen  von  kohlensaurem  Kalk  fortfuhren  zu  konnen, 
dass  sogar  manche  Schichtenscnkungen  der  Fortfuhrung  und.  A.uslaugung  des  Kalk- 
carbonates  nicht  mit  Unrecht  zugeschrieben  werden.  Nimmt  die  Kohlensiiure  im 
Wasscr  bedeutend  zu,  so  entstehen.  die  Sauerlinge,  welche  im  wostlichcn  Bohmen 
sehr  zahlreich  angetroffon  werden. 

Koldensaure,  kieselsaure  Alkalien  und  freic  Ki.esclsiiu.ro  16sen  sich  unter 
Zurucklassung  von  kicselsaurem  Aluininiuni  und  Alcalisilicatcn,  die  onlSslich  abge- 
schieden  und  unter  Wasseraufnalinie  zu  Thou  degradirt  werden,  im  kohlensauren 
Wasser  auf.  Beim  Durchsickern  des  Wassers  durch  Gesteinsschichten,  besonders 
der  Kalkgebirge  werden  KaJk  und  Magnesia  a,ls  Bicarbonate  gel6st. 

Betrachtet  man  die  in  den  natiirlichen  Wassern  gelost  vorkommenden  Ver- 
bindungen,  so  findet  man  drei,  alios  tlbi'ige  an  Menge  weit  iibertreffende  Gruppen, 


aamlich  Carbonate,  Sulfate  und  Chloride.  Mehr  untergeordnet  sind  neben  diesen 
Salzen  aoch  KieseMure  und  Silikate,  Nitrate,  Phosphate  in  sehr  genngen  Mengen 
organische  Substanzen  und  organische  Sauren  vorhanden.  Eisenmangan,  Lithion, 
kommei.  in  sehr  kleinen  Quai.titiiton,  Fluor,  Jod,  Brom  un.l  Borverbindungen  mehr 
nur  im  Seewasser  und  in  Mineralquellen,  einige  noch  seltenere  Elemente  nur  spuren- 
weise  vor.  Eio  bekanntlich  sehr  verbreitetes  Salz,  da,s  Clilon.atri.mi  findet  man 
urspriinglich  sowohl  in  den  plutonischen  Gesteinen  als  aueh  in  den  mantimen  Ab- 
satzen  die  bei  dem  haufigen  Wechsel  von  Land  und  Meer  mi  Laufe  der  Zeiten 
ausgelaugt  und  anderen*Bildungen  einverleibt  warden.  Ebense  sind  die  in  pluto- 
aischer.  wie  aeptunischeD  Gesteinen  vorhandenen  Schwefelmetalle,  namentlidi  das 
Schwefeleisen  sehr  verbreitet.  Durch  Sanerstoffaufnahme  gehen  sie  in  Sulfate  uber, 
die  sich  mit  Kalk-  and  Magnesia-Verbindungen  zu  lfisUohem  Gyps  mid  Bittersalz 
wnsetzen.  Vorherrschend  sind.  es  dal.er  Kalk  und.  Magnesia  ,welclie  in  den  meiSten 
Wassern,  in  anderen  Alkalien,  besonders  Natron,  enthalten  sind,  das  dem  Kali 
gegenuber  slots  in  bedenteuderer  Menge  vorkommt,  was  urn  so  auffallender  ist, 
n.ls  kalireiche  Mineralien  sehr  haufig  angetroffen  werden,  leicht  angreifbar  und  Kal.- 
verbindungen  ebenso  leicht  loslich  sind  wic  Natronsalze.  Erklart  sich  diese  so 
angleiche  Vertheilung  des  Kalis  zu  Natron  in  den  fliessenden  Wassern  tlieilwe.so 
aus  der  grosser.  Absorpfionskraft  des  Bodens  fur  die  erstgenannte  Base  und  den 
bedeutenden  Verbraucb  ihres  Loslichen  Antheils  durch  die  Vegetation,  so  konnen 
diese  Umstande  doch  nicht  bei  MineralqueUen,  welcl.e  aus  engen  (iestcinsspalten 
and  aus  grossen  Tiefea  hervorquellen  un.l  welcbe  in  dieser  Beziehung  keine  Aus. 
nahme  zeigen,  gcltend  gemacbt  werden. 

Vollzieht  sich  der  Verwitterungsprocess  der  Gesteinc  auf  emer  geneigten 
Unterlage,  so  werden  ...it,  den  loslichen  Antheilen  der  Gesteine  audi  die  Vcrwit- 
terungsprodukte  sclbst  mit  fortgerissen  und  entfiilirt  und  neue  Sand-  und  Tbonab- 
lagerungen  gebildet.  Der  Eisengehalt  vieler  QueUenwasser  und  Moraste  liefert  den 
Stoff  zu  Raseneisensteinen,  wie  ...an  solcl.e  an  sumpfigen  Wiesen,  liberhaupt  sehr 
feuchten  Orten  findet,  wo  die  Bedingungen  zu  ihren  Bildungen  zusammentreflen. 
Fallen  .lie  meteorischen  Niederschlage  auf  mit  Vegetation  bedeckte,  humusreicne 
thonige  ..der  sandige  Bodenfichichten,  so  beginnt  zunachst,  durch  den  Emfluss  des 
absorbirten  Sauerstoffs  die  Oxydation  der  abgestorbenen  Pflanzenreste.  Die  durcn 
FSnlnis  und  Verwesung  gebildeten  Case,  name.itlicli  die  Kohlensaure,  wirdvom 
Wasser  aufgenommen,  Kalk,  Magnesia,  Natron,  Schwefelsaure  in  groSseren,  Kiesel- 
selsaure,  Kali,  Eisen  in  geringeren  Mengen  gelost  und  fortgefuhrt  doch  spielen  die 
mechanischen  iblagerungen  der  erdigen  und  sandigen  trttbenden  riieilcl.cn,  welcne 
'm  Wasser  aufgeschlemmt  und  aUmahlig  von  demselben  abgelagert  werden,  erne 
bedeutendere  Kollc  als  die  chemischen  Niederschlage. 

Aber  gerade  auf  seiner  grossen  Neigung  verschiedene  feste  und  gasformige 
Stoffe  aufzulosen,  beruht  die  Wichtigkeit  des  Wassers  im  Haushalte  der  Natur, 
Wird  es  befahigt  zur  Grundbedingung  fttr  die  Entstehung  und  Erhaltung  alles  orga- 

aischen  Lebens.  ,    .       .       .  ,  . 

Audi  das  Wasser  vollzieht  in  der  Natur  einen  Kreislauf  und  es  ist  das- 
jenige,  welches  die.  Flusse  ins  Meer  fuhren,  offenbar  der  Uiberschuss  an  meteo- 
rischen Niederschlagen  fiber  die  Verdunstung  auf  dem  Festlandc,  dem  die  grossere 


8 


Verdunstung  mid  kleinere  Condensation  zu.  Mederschlagen  aufdero  Meere  entgegen 
stent.  Die  bewaldeten  Berge  geben  zahlreichen  Wassern  Ursprung  mid  Nanning. 
Die  Hebungsspalten,  wclchc  die  Gebirge  durchschneiden,  dienen  gewo'hnlicb  den 
Wassern  ids  Abzug  und  sind  dann  von  ilmen  erweitert  und  eingerissei)  worden. 

Ehemals  hielt  man  jedes  klare  Wasser  fiir  die  Bedtirfnisse  der  tecb.no- 
logischen  Gewerbe  and  fur  die  Kuche  geeignet.  Heutzutage  ist  langst  der-Nachweis 
geliefert,  dass  cine  Menge  chemischer  Operationen  von  der  physikalischen  und 
cbemischen  Besehaffenbeit  des  Wassers  abhangt,  mid  die  Fabrikation  in  gttnstiger 
oder  ungtinstiger  Weise  von  der  Natur  des  verwendeten  Wassers  beinflusst  wird, 
so  dass  die  Kenntnis  der  chemiscben  Beschaffenheit  des  Wassers  im  Fabrikswesen 
taglicb  melir  gesucht  wird. 

()li  (his  Wasser  als  LSsungsmittel  fur  Substanzen  zur  Verwendung  gelangt, 
stets  ist  der  Gebalt  desselben  an  aufgelfisten  Stoffen  von  schwerwiegender  Be- 
deutung;  vor  Allem  aus  dem  Grunde,  weil  die  eyentuelle  Einwirkung  der  im  Wasser 
gelSSten  Substanzen  auf  die  ya\  losendeii  Stoffe  berucksichtigt  werden  muss,  aber, 
mid  in  nicht  geringem  Masse  auch  desbalb,  weil  baufig  die  im  Wasser  enthaltenen 
Bestandtheile  auf  die  Qualitat  des  Produktes  von  Einfluss  sind. 

Der  Verbraueh  an  Seife  in  den  Wollwascliereien  kann  in  erster  Linie  als 
gianzendes  Beispiel  fiir  das  angeffihrte  dienen. 

Der  Seifenverliraucb  in  dieser  Industrie  ist  geradezu  einc  Function  der 
Qualitat  des  benutzten  Wassers.  Von  dvj-  Menge  der  in  dem  Wasser  gelOsten  Erd- 
alkalimetalle  bangt  die  an/iiwendende  Seifemnenge  iiekanntlicli.  ab,  da,  ein  Antlieil 
der  Seife  zuerst  durch  doppelte  UmSetzung  in  fettsautes  Erdalkali  umgewandelt 
mid  als  unlosliche  Seife  ausgescbieden  wird,  daher  fiir  den  Reinigungsproeess  ver- 
loren  geht. 

Es  ist  eine  bekannte  Thatsache,  dass  die  in  Lyon  an  der  Rhone  tiegenden 
Seidenfarbereiea  das  Weiss  tiicbt  in  dev  Helle  herausbringen,  wie  andere,  die  sich 
klaren  Quelbvassers  bedienen.  Der  violette  Ton,  den  kalkbaltige  Wasser  in  der 
tiirMscbrotb  Farberei  hervorbringen,  oder  die  hanfig  in  dm-  gefarbten  Waare  auf- 
tretenden,  den  Farbern  oil  nnerkiarlichen  Flecke,  welcbe  durch  eisenhaltiges  Wasser 
entsteben,  sprechen  fiir  die  Cnentbehrlichkeit  der  Kenntnis  dv.v  cbemischen  Be- 
schaffenheit,  <h-r  zur  Fabrikation  verwendeten  Wasser. 

In  der  Brauerei  sucbt  man  hartere,  an  organischen  Stoffen  arme  Wasser 
von  bestimmter  Zusammensetzung,  we.il  sie  auf  die  Malzung  mid  Gahrung  von  un- 
verkemibareni  Einfluss  und  auf  den  Geschmack  des  Bieres  von  Bedeutung  sind. 

Zuckerraffinerien  und  Zuckerfabriken  konnen  gypsreiche  Wasser  nicbt  ge- 
braucben,  weil  ein  solches  Wasser  die  Enocbenkoble  vergypst  und  mil;  solcber  un- 
mogiieli  wird,  jene  blendende  Weisse  dim  Raffinaden  zu  geben,  wie  man  solcbe  mit 
gypsfreiem  Spodium  erzeugen  kann.  Nur  weicbe,  an  organischen  Stoffen  arme 
Wasser  ei'gnen  sich  fiir  Brennereien  mid  Gerbereien. 


Fttr  die  Erzeugung  gewisser  Farbstoffe 


Extrakte,  die  mit  Hilffe 


von 


Wasser  dargestellt  werden,  finden  sich  alle  verunreinigenden  Stoffe  in  vielfachem 
Perzentsatz  in  dem  aeuen  Erzeugnis  wieder,  die  in  dem  vmv  Extraction  verwendeten 
Wasser  enthalten  waren  und  auf  ihren  Geschmack  mid  Hire  Beschaffenheit  Einfluss 


9 

zu  nehmen  vermogen.  Die  Herstellung  kohlensaurer  Getranke  verlangt  ein  besonders 
reines,  dem  Geschmack  zusagendes  Wasser. 

Ein  Wasser  mit  einem  bedeutenden  (ioba.lt,  an  Chloriden  und  Nitraten  er- 
Bchwert  das  Erharten  des  Mortals.  Fur  viele  andere  Zweige  der  Nahrungsgewerbe, 
(in-  das  Bleichen,  Waschen  und  den  Ktichengebrauch,  komoit  die  chemische  Natur 
des  Wassers  in  Frage.  Bekannt  ist  das  Hartbleiben  der  Speiseleguminosen  in  ge- 
wissen  Wassera  von  harterer  Beschaffenheit  und  in  England  ist  es  fast  zum  Axiom 
geworden,  dass  sich  nur  durch  Enfundiren  der  Blatter  und  Kaffebohnen  mit  weichem 
beissen  Wasser  ein  kraftiger  Thee  und  Kaffee  bereiten  lasse. 

Die  Abialle  der  industriellen  Etablissements  Oder  die  Auswurfstoffe  grosser 
Stadte  konnen  wohl  die  chemische  Beschaffenheit  fliessender  Wasser  ebenfalls  mehr 
oder  weniger  beeintlussen,  sie  konnen  oft  fur  den  Gebraucb  des  Wassers  zum 
Kochen  oder  Trinken  verhangnisToll  werden,  im  Ganzen  werden  aber  diese  auf 
kleinere  Strecken  sich  beschrankenden  Veranderungen  gegen  jene,  die  das  Wasser 
in  seinem  grossen  ober-  und  unterirdischeu  Kreislauf  veranlasst  und  erfahrt,  von 
geringer  Bedeutung  Sein. 


Art  und  Zeit  der  Probeentnahme  der  untersuchten  Wasser. 

Wie  die  chemische  Untersuchung  eines  Rohstoffes  nur  dann  den  gewunschten 
iufschluss  geben  kann,  wenu  man  dazu  eine  richtige  Dorchschnittsprobe  angewandt 
hat,  so  hangt  auch  der  Erfolg  einer  Wasseruntersuchung  durchaus  von  einer  dazu 
angewandten  geeigneten  Wasserprobe  ab.  Es  ist  daher  auf  das  Einsammeln  der- 
selben  besondere  Sorgfalt  zu  verwenden;  diese  ist  hiebei  um  so  nothwendiger,  well 
die  uaturlichen  Wasser  unter  alien  Umstanden  nur  verdiinnte  Losungen  sind,  daher 
verhaltnissmassig  nur  wenig  fremde  Substanzen  enthalten. 

Eine  solbst  geringe  von  anssen  binzukommende  Verunreinigung  kann  daher 
das  Resultat  der  Analyse  beeinflusscn  und.  das  sich  daraus  ergebende  Urthcil  mi- 
fichtig  machen. 

Besondere  Sorgfalt  musste  daher  auf  die  Wahl  der  Stelle,  von  welcher  das 
Wasser  dem  Bache  oder  Flusse  entnoimnen  werden  solltc,  verwendet  werden  und 
dieselbe  moglichst  entfernt  von  starker  bewohnten  Orten  oder  Fabriken,  die  durch 
ilire  AJbwasser  die  Gewasser  verunreinigen  mit  Beriicksichtigung  aller  Vorsichts- 
massregeln  geschopft  werden  und  zwar  durch  den  Untersuchenden  selbst  oder 
dessen  stellvertretende  Vertrauensperson.  Dies  wrlangte  zahlreiche  kostspielige 
Reisen  aach  alien  Schopforten,  die  gleichzeitig  zur  Orientirung  ttber  die  Beschaf- 
fenheit der  Gestefne  und  der  Gegend  dienten. 

Die  zur  Dntersuchung  bestimmten  Wasserproben  wurden  zum  Theil  in  der 
trockensten  Zeit  des  Jahres  L891  in  den  ersten  Tagen  des  Monats  Oktober  in 
Pfiinen  zu  diesem  Zwecke  entsprechenden  Glasflaschen  gesammelt,  zum  Theil  in  der 
trockensten  Zeit  des  Jahres  L892  geschopft.  Selbstverstandlich  wurde  jede  gut 
gereinigte  Flasche  an  Ort  und  Stelle  uochmals  vorsichtig  ausgewaschen,  aacb  der 
ersten  Fiillung  entleert  und  zum  zweitenmale  gefttllt  erst  entsprechend  verschlossen. 


10 


Bei  Flttssen  and  B&cben  gescbah  das  Einfttllen  so  vie]  als  moglicb  aus 
der  Mitte  des  Flussbettes. 

Die  zur  UnterSucbung  bestimmten  Wasserproben  der  Eger  und  ihrer  be- 
deutendsten  Zufltlsse  wurden  in  der  trockensten  Zeit  des  JabreS  1891  in  reinen, 
diesem  Zwecke  entsprecbenden  Glasflascben  gesammelt.  Im  Verlaufe  der  ersten 
vierzelm  Tage  des  im  Untersucbungsjabre  so  trocken  anbebenden  Monates  October 
waren  samtntliche  Wasserproben  der  Eger  nacb  lSnger  vorbergegangener  Trockenbeit 
in  regenlosen  Tagen  gescbopft  worden,  so  (lass  man  das  Wasser  von  verscbiedenen 
Stellen  eines  Flusslaufes  gleicbzeitig  untereinander  und  mil,  don.  verscbiedenen 
Hauptzuflussen  vergleicben  und  indem  gleicbzeitig  aucb  Wasserproben  aus  der 
Moldau  und.  Elbe  vor  ibrer  Vereinigung  geholt  wurden,  aucb  die  gleiebzeitige  Zu- 
sammensetzung  dor  drei  Hauptfliisse  <los  Landes  feststellen  konnte. 

Scbon  die  ungewobnb'cbe  Klarbeit  dor  gescbopften  Wasserproben  deutete 
auf  vorangegangene  Trockenbeit.  Bei  den  moisten  Wftssern  gentigte  kurzes  Steben- 
Iassen  und  nacbfolgendes  Filtriren,  uin  sie  krystallhel]  zu  erhalten  und  sie  in  einen 
zur  Untersuchung  geeigneten  Zustand  zu  versetzen. 

Die  Analysenresultate  auf  100.000  Tbeile  Wasser  zu  bereebnen,  ist  aicbt 
praktisch,  besser  ist  es,  sie  auf  1000  Gew.  Tbeile  Wasser  zu  bezieben,  was  bei 
gewobnlicben  Bacb-  und  Flusswassern  einem  Liter  Wasser  gleicbgesetzt  worden 
kanii.  Mit  einem  Liter  misst  man  jetzt  Alios  und  nimmt  man  3  Dezimalstelleil 
an,  so  lassen  sich  die  Bestandtbeile  in  Milligramme!)  darstellen,  also  ebenfalls  in 
Wertben,  mit  denen  man  bestimmte  Begriffe  zu  verbinden  sicb  gewobnt  bat.  Vcr- 
gleicbt  man  die  WerUie  versohiedener  Wasseranalysen  in  Milligrammen,  so  entfaJleii 

auch  bier,  wie  Dmrech gen  auf  L00.000  Tbeile  die  vielen  Nullen  vor  und  nacb 

(lem    Dezimalpunkte,   wodurch  die  zu.  vergleicbenden  Zahlen  viol    (Ibersicbtlicber 
werden. 

I)i<!  Gesammtbarte  eines  Wassers  besteht  aus  don  gefundenen  Milligrammen 
Kalk,  zu  welchen  die  Milligramme  Magnesia  mit  1-4  multiplizirt  addirt  werdea 

Unter  H&rtegrad  verstebt  man  die  Milligramme  Kalk,  welcbe  in  100 Th. 
Wasser  entbalten  sind,  liiebei  ist  Magnesia  im  atomistiscben  Wirkungswertbe  des 
k'alkes  ausgedrtlckt.  Qnter  jeder  Wasseranalyse  findet  sicb  dor  herrscbende  Bftrte- 
grad  des  Wassers  in  dieser  Weise  bereebnet,  angegeben. 

Bekanntiicb  gibt  es  zur  /oil,  kein  gutes  Verfabren  zur  qnantitativen  Be- 
stimmung  dor  im  Wasser  vorbandenen  organiscben  Substanzen,  dasselbe  ist  tiber- 
haupt  so  lange  unmoglicb,  als  man  nicbt  weiss,  was  man  bestimmen  soil.  Die  Be- 
zeiebnung  „organiscbe  Substanzen"  ist  ein  Collectivbegriff,  dor  Stoffe  eiuscbliessl,, 
welcbe  der  Hauptsache  nacb  aus  fliicbtigen  und  nicbt  flttcbtigen,  aus  Kohlenstoff, 
Wasserstoff  und  Saucrstoff  zusammengesetzten,  in  Wasser  und  sebr  verdunnten 
Laugen  loslicber  Materien  besteben,  denen  sich.  uocb  N,  S  und  phospborbaltige 
Stoffe  in  wecbselnden  Mengen  zugesellen,  die  somit  ein  Gemiscb  einer  Reibe  von 
organiscben   Kinzelnindividuen  repriiseutiren. 

Der  Gedanke  lag  wobl  nabe  auf  die  Klementaranalyse  zuriickzugreifen. 
ibgeseben  von  dor  grossen  Wassermenge,  die  biezu  nfltbig  und  bei  zablreicben, 
aus  weiter  Entfernung  bezogenen  VVfissorn  schwer  zu  beschaffen  und  kostspielig  ist, 
werden.   naoh  dieser   Method.!   alle  gelSsten,    bei   der  Verdampfungstemperatur   des 


11 

Wassers  fltichtigen  Stoffe,  wie  die,  welche  sich  wahrend  dor  Verdampfung  zu  fltich- 
tigen  Verbindangen  amsetzen,  nicht  mit  bestimmt.  Audi  verlangt  die  Ausftihrung 
sehr  complioirte  A.pparate  and  einen  grossen  Zeitaufwand. 

Die  Methode  der  Oxydationsbestimmung  duir-h  tibermangansaures  Kali  in 
saurer  odor  alkalischer  Losung  ergibt  Wertbe,  die  mit  der  absoluten  Menge  der 
im  Wasser  enthaltenen  organisehen  Substa-nzen  aicht  in  Proportion  stehen  and  nur 
dann  Vergleichswerthe  abgeben,  wenn  man  das  Wasser  bei  der  Hand  hat  mid  sofort 
untersucben  kann.  We/den  aber,  wie  es  bei  diesen  UntersucbungeD  gescbah,  die 
Wasser  als  gewohnliche  Fracbtgliter  an  die  Untersuchungsstation  aufgegeben,  so 
kommen  sie  spat,  oft  erst  aach  14  Tagen  an  mid  ein  grosser  Theil  der  oxydirbaren 
organiscben  Stoffe  hat  sicb  bereits  oxydirt  and  verfindert,  so  dass  aucb  diese  Me- 
tbode  zu  einer  comparativen  Untersuchung  verscbiedener.  Wasser  nicht  ver- 
wendbar  war. 

Bei  der  Bestimmung  der  organiscben  Stoffe  aus  dem  Gluhverlust  aach  Sat- 
tigung  der  alkaliscben  Erden  mit  Kohlens&ure,  entgeben  selbstverstandlich  die 
fiuchtigen  organiscben  Stoffe  ebenfalls  der  Bestimmung,  die  nicbt  fiuchtigen  werden 
aber  ziemlich  ricbtig  gefonden. 

Nur  dann,  wenn  Nitrate,  Chlorcalcium  mid  Cblormagnesiam  in  grossen 
Quantit&ten  vorbanden  sind,  entstehen  bei  der  Bestimmung  des  Gltihverlustes  Ver- 
luste  auf  Kosten  der  Mineralsubstanzen,  indent)  Nitrate  durch  organiscbe  Substanzen 
reducirt,  mid  die  Chloride  der  alkaliscben  Erden  sich  leicbt  beim  Eindampfen  des 
bblensaurebaltigen  Wassers  umsetzen  mid  beim  Trocknen  und  Gltihen  ibre  Salz- 
Sfture  verlieren.  Bei  solclien  Wiissern  kann  durch  Zusatz  einer  genau  bestimmten 
NatriumcarbonatlOsung  diesen  Verlusten  vorgebeugt  werden,  well  das  Chlor  mid 
die  Salpetersaure  an  Natrium  gebunden  wird.  Da  wo  sebr  geringe  Chlor-  und 
Salpeters&aremengen,  dagegen  grossere  Natronmengen  vorbanden  sind,  entsteht  der 
angefubrte  Gewicbtsverlust  durch   Abdampfen    nicht,   aber  immerbin  bleibt  noch 

eine  Fehlerquelle  llbrig. 

Es  ninnnl,  dann  die  kolilensa.ure  Magnesia  nach  dem  Gliihen  und  Wieder- 
befeucbten  mit  koblensaurem  Ammon  Kohlensaure  nicht  wicder  auf,  aucb  treibt 
Kieselsaure  in  der  Gltihhitze  fltichtige  Saoren  aas,  so  dass  der  Gltihverlust  grosser 
wird,  als  die  Menge  der  verbrannten  organisehen  Stoffe  betragt.    Gross  ist  die  Dif- 

ferenz  aber  keinesfalls. 

Es  ist  bei  der  Eger  und  der  Elbe  neben  dem  Gliiliverlust  auch  die.  Be- 
stimmung des  im  Wasser  entbaltenen  Kohlenstoffes  mittelst  der  Cbromsaure-Metbode 
vorgenoniiuen  worden.  Man  weiss  aber  nicht,  wenn  die  anderen  Elemente  der  orga- 
nisehen Stoffe,  wie  Stickstoff,  Wasserstoff  etc  nicht  mitbestimnit  werden,  mit  welehem 
Factor  man  den  Koblenstoff  multipliciren  soil,  am  die  Menge  der  organisehen 
Stoffe  ricbtig  zu  erbalten. 

So  ergab  das  erwabnte  Eger-  und  Elbemsser  in  1  Liter  festen  Rtickstand 

and  Koblenstoff  in  Mgm.: 


Rtickstand 

Koblenstoff 

Gliihverlust 

Eger:     L98 
Elbe:     160 

9-50  X  2'23  =  21-18 
Ll-55  X  2-23  =  25-75 

23-05 

28-42 

12 


Aus  alien  Kohlenhydraten  and  organischen  Stoffen  entstehen  sick  Ulmin- 
sftaren  iukI  Huminsauren,  welche  etwa  66°/0  Kohlenstoff,  Quellsatzsaure,  die  aach 
Mulder  nahezu  57°/0  und  Quellsaiire,  die  48%  Kohlenstoff  enthalt,  wahrend  die 
Kohlenhydrate  etwa  40%,  die  Proteine  44%  Kohlenstoff  besitzen. 

Nimmt  man  daher  die  KoHenstoffmenge  nur  mit  45%,  der  iin  Wasser  ge- 
Idsten  organischen  Stoffe  an,  so  milsste  man  den  gefundenen  Kohlenstoff  mit  der 
Zahl  2-23  multipliziren,  urn  die  Menge  der  im  Wasser  enthaltenen  nichtfltichtigen 
organischen  Substanzen  zu  finden. 

Bestimint  man  den  Kohlenstoff  und  berechnet  aus  diesem  bei  der  Elbe 
und  Eger  die  angefuhrten  organischen  Stoffe,  so  erhalt  man  bei  diesen  Flussw&ssem 
von  den  Glfihverlusten  wenig  abweichende  Werthe,  so  dass  es  gestattet  sein  diirfte, 
in  den  meisten  Fallen  den  Gltihverlust,  der  nach  dem  Trocknen  des  Rlickstandes 
bei  150°  C  ennittelt  wird,  anntthernd  fttr  die  Qualitat  der  im  Wasser  enthaltenen 
organischen  Substanzen  auszugeben. 


Mittheilungen  iiber  die  Methoden  der  Untersuchung. 

Zu  den.  Bestimmungen  des  Trockcnriickstandes  wurden  hinreichende  Wasser- 
mengen  auf  dem  Wasserbade  in  Platinschalen  zur  Trockne  verdampft  und  bei  150°  0 
getrocknet.  Das  Gewicht  dieses  Trockcnriickstandes  1st  bekanntlich  immer  etwas 
doher  als  die  Summe  der  gefundenen  einzclncn  Bestandtheile  betragt. 

Bei  110°  C  geben  rerschiedene  Salze,  namentlich  der  Gyps  ihren  Wasser- 
gehalt  nicht  ganz  ab,  bei  ISO"  0  werden  einzelne  Bestandtheile  des  Wassers,  die 
Nitrate  und  Chloride  zerstSrt  und  perfluchtigt.  Die  W&gung  geschah  in  den  mit 
Bleifolie  umhtillten  Platinschalen,  ran  jede  Wasseraufhahme  aus  der  Luft  zu  ver- 
hiitcn.  Hierauf  wurde  der  Rttckstand  auf  einer  blossen  Flamme  erhitzt,  bis  er 
sich  schwarzte,  mit  Wasser  befeuchtet  und  wiederholt  vorsichtig  bis  zur  Gewichts- 
konstanz  erhitzt. 

Die  Ermittehing  der  Salpetersdure  im  Wasser  wurde*)  nach  der  urspriing- 
lichen  von  Tromsdorf  angegebenen,  von  Mayerhofer  verbesserten  Indigomethode 
ausgeftihrt.  Das  Chlor  Est  trach  der  Methode  von  Mohr  durch  Titrireh  mit  Silber- 
losung,  bei  einigen  Wftssern  auch  noch  gewichtsanalytiscb  bestimmt  worden. 

Alle  anderen  Bestandtheile  des  Wassers,  mit  Ausnahme  der  Kohlens&ure, 
sind  gewichtsanalytisch  nach  den  besten  gebrauchlichsten  Methoden  getrennt  und 
ennittelt  worden. 


Die   Alkalienbestimmune   erfolgte 


nach  Entfernung  der  Kiesels&ure, 


der 


Schwcfelsaure,  des  Eisens  und  des  Kalkes,  indem  das  Filtrat  in  einer  Platinschale 
eingedampft,  der  Rtickstand  nach  vorsichtigem  Eintrocknen  und  Gltthen  von  Ajnmo- 
oiaksalzen  befreit,  in  Wasser  gelBst,  mit  einer  ttbersehussigen  gesattigten  Baryum- 
h.ydrooxydlosung  versetzt  und  gekocht  wurde. 

Die   Entfernung  des  ttberschttssigen   Baryts  geschah   durch   Kohlensaure, 


*)  Nach  vorheriger  Zeratortrag  der  organischen  Stoffe  durch  Kuchen  mit  ahermangau- 
sauretn  Ealium. 


i:s 


welche  in  die  erhitzte  Losung  eingeleitet,  outer  Zusatz  von  etwas  kohlensaurem 
Amnion  beendet  wurde.  Das  Filtrat  voin  kohlensauren  Baryt  wird  eingedampfj;,  die 
immonsaize  verjagt,  der  Ruckstand  mit  Wasser  aufgenommen,  die  filtrirte  Losung 
in  einer  gewogenen  Platinschale  zur  Trockne  verdampft  und  nach  gelindem  Gllihen 
gewogen. 

Aus  der  Losung  dor  Chloralkalien  wurde  das  Kali  durch  Platinchlorid  aus- 
gefallt,  das  Filtrat  nach  Beseitigung  des  Alkohols  mit  Wasserstoffgas  in  concen- 
trirter  wasseriger  Losung  in  einem  gut  schliessenden  Kolben  einige  Stunden  stehen 
gelassen,  zuletzt  unte/ Erwarmen  dasselbe  Gas  durchgeleitet.  In  der  vom  Platin 
abflltrirten  Fliissigkeit  konnte,  wenn  nothig,  das, Natrium  aoch  vom  Lithium  getrennt 
und  uach  den  tiblichen  Methoden  bestimmt  werden.  Zut  Berechnung  des  Chlor- 
kaliums  aus  dem  Kaliumplatinchlorid  diente  der  Factor  0-3070,  aus  dem  metal- 
lischen  Platin  der  Factor  0-7566;  zur  Berechnung  des  Kaliumoxydes  aus  dem  Platin- 
doppelsalze  der  Factor  0-1940. 

Durch  die  angedeuteten  quantitative!)  Methoden  werden  die  Metalle  als 
Metalloxyde,  die  S&uren  als  Saureanhydride  bestimmt.  Die  gefundenen  -  Werthe 
wurden  einmal  unverbunden  untereinander  angeftihrt,  well  aber  die  combinations- 
lose  Methode  zu  sehr  der  gewShnlichen  Anschauungsweise  widerspricht,  dass  Saure 
mid  Base  nicht  unthatig  nebeneinander  bestehen  konnen,  so  wind  das  andere  Mai 
tnoglichst  einfache  Salzcombinationen  aufgestellt  und  die  Salzwerthe  neben  den 
wirklich  gefundenen  einfachen  Oxyden  anschaulich  beigefiigt  worden.  Wesentlich 
erschien  noch  eine  dritte,  procentische  Berechnung  der  einzelnen  Wasserbestand- 
theile  auf  LOO  Gewichtstheile  des  trockenen,  vielmehr  wasserfreien  Salzrtickstandes. 

Was  dieAngabe  der  Salzcombinationen  betrifft,  sohatjede  Aufstellungviel 
Willklihrliches,  docb  mochte  es  am  gerathensten  sein,  dieselben  der  Qibersicht- 
lichkeit  wegen  so  einfach  als  moglich  zu  bilden.  Lasst  man  sicb  von  diesem  rich- 
tigen  Princip  leiten,  ho  win!  der  Schein  von  ungewohnlichen  Salzen  vergehen,  der 
Glanz  mancher  Analy.se  verschwinden,  LhrWerth  aber  nur  gewinnen,  weil  hiedurch 
ein  besserer  Vergleich  der  Untersuchungsresultate  unter  einander  moglicb  wird. 
Die  gebrauchliche  unnothige  Weitschweifigkeit,  unter  Vorfuhrung  aller  moglichen 
Salzcombinationen  findet  man  in  den  folgenden  Aualysen  vermieden.  Lasst  man 
sich  von  demGrundsatz  leiten,  dass  der  starksten  Basis  die  starkste  Saure  zufallen 
sol|r.,  das  gefundene  Chlor  zuerst  an  ilkalimetalle,  den  Rest  der  letzteren  als  Sul- 
fate zu  berechnen  und  die  (ibrigbleibende  Schwefelsaure  als  Calciumsulfat  oder 
Magnesiums ulfat  in  Rechnung  zu  set/en,  sokommen  die  tibrigbleibenden  Kalk-  und 
und  Magnesiamengen  als  Carbonate  in  den  Ansatz. 

1st  kein  Chlor  oder  keine  Schwefelsaure  vorhanden  oder  reicht  die  Menge 
des  Chlores  oder  der  Schwefelsaure  zur  Sattigung  der  gefundenen  Aikalimetalle 
Qicht  aus,  so  sind  audi  diese  als  Carbonate  zu  berechnen.  Die  Salpeters&ure  mid 
die  Phosphorsaure  kann  man  bei  gewShnlichen  Bach-  und  Flusswassern  entweder 
frei  oder  wenn  ihre  Mourc  bemerkbar  ist,  als  Kalksalze  combiniren,  die  Kiesel- 
saure,  das  Eisenoxyd  und  die  Thonerde  wird  man  am  besten  unverbunden  anfuhren. 

Dei  Eisensauerlingen  steht  die  Sadie  anders,  hier  muss  das  Eisen  als 
Eisenoxydulcarbonat,  wie  es  am  baufigsten  vorkommt,  berechnet  werden. 


14 


Der  dauernde  Worth  einer  Analyse  liegt  jedenfalls  darin,  dass  man  aus 
ihr  crsehcn  kann,  wie  viel  von  jedem  Einzelnstoffe  unci  jeder  binaren  Verbindung 
ein  Wasser  enthiilt. 

Diescr  Werth  bleibt  durch  die  Umrcchnung  unberiihrt.  Eino  genauere 
Controlle  dor  erhaltenen  Werthe,  als  man  sie  durch  die  Bestimmung  der  Salzruck- 
stftnde  durch  Trocknung,  Gluhen,  Befeuchten  mit  Ammoniunicarbonat  etc.  erhalt, 
gewinnt  man,  wenn  man  den  Abdampfriickstand  mit  Schwefelsaure  behandelt,  als 
gegltlhte  neutrale  Salze  wagt  und  die  gefundenen  Basen  als  Sulfate  berecb.net,  der 
gefundenen  Summe  aller  Sulfate  gegenuberstellt  und  zu  ihnen  die  Kieselsaure,  das 
Eisenoxyd  und  die  Thonerde  und  die  Phosphorsaure  zuzahlt.  Auf  diese  Wcise  1st 
die  Richtigkcit  der  Analyseu  controllirt  worden. 


I.  Die  Eger  und  ihre  Zufltisse. 

a)  Untersuchungen  iiber  die  Beschaffenheit  des  Quellengebietes  und  des  Wassers  der 
Eger,  so  wie  ihrer  Zufliisse  vom  Ursprunge  bis  Karlsbad. 


Das  Quelleiigeblet  der  Eger. 

Iin  nordostlichen  oberfranMschen  Berglande  crhcben  sich  bekanntlich  drei 
grosse  m&chtige  Granitgruppen,  die  den  Haaptstock  des  FicMelgebirges  bilden.  Der 
Granit  bedingt  durch  Masse  und  Ausdehnung  die  ganze  Form  dieses  Gebirgsstockes, 
setzt  die  hochsteD  Kuppen  desselben  zusammen  und  dehnt  sick  in  stockartiger 
Gruppirung  weit  durch  das  Mittelgebirge,  mit  den  Auslaufern  des  Erzgebirges  zu- 
sammenhangend,  aus. 

Wo  aber  der  Granit  die  Erdoberfliiche  bildet,  da  verleiht  er  der  Land- 
schaft  iiberall  ein  gewaltiges  Geprftge.  Das  untersclieidot  ihn  geotektonisch  von 
den  anderen  Felsarten.  Zwar  sind  die  Wolbungen  des  FicMelgebirges  und  des 
bohmisch-sachsischen  Granitgebirges  sanfter  als  die  des  Riesengebirges,  aber  iiberall 
auf  den  schildformigen  Ilohen  ragen  kolossale  Naturmauern  und  Fclsentlmrme  un- 
vermittelt  aus  den  schweigenden  Waldern  hervor  als  greifbare  Uiberreste  der  eigen- 
thumlichen  Art  der  Verwitterung  dieses  harten  Gesteins,  das  unterirdisch  weit  und 
breit  fortsetzt. 

An  diesen  machtigen  Granitstock  lehnen  sich  dann  aus  Gneisen-,  Glimmer- 
und  Urtlionscliiefern.  besteliende  Terassen  und  Auslaufcr  an,  die  das  eigentliche 
Fichtelgebirge  zusammensetzen. 

Zwar  ist  der  Glimmerschiefer  nach  GumU  im  franMschen  Fichtelgebirge 
wenig  verbreitet,  er  bildet  nur  eine  schmale  /one  zwischen  Gneis  und  Ehyllit 
nordlicli  von  Sell)  und  liings  des  nordlichen  Granitzuges  bei  Weissenstadt  inBayein, 
dagegen  ist  der  Fhyllit  in  semen  verschiedenen  Variet&ten  urn  so  haufiger  anzu- 
treffen,  und  es  verdienen  vor  Alleiu  die  sogenannten  Fleckenschiefer  und  Quarzit- 
phyllite  htervorgekoben  zu  werden,  weil  in  diesen  SchichteD  die  Quellen  der  Eger 
entspringen  und  weil  sie  das  Quellengebiet  der  Zufliisse  der  Eger  in  Bayern  bilden. 


k; 


Die  Eger  entspringt  an  den  nordlichen  morastigen  Abhangen  des  Schnee- 
gebirges,  beschreibt  nordostlich  einen  bis  Weisisenstadt  reichenden  Bogen  und 
fliesst  in  einem  tiefen  Bett  ostlich  bis  Roslau,  wendet  sich  dann  plotzlich  nSrdlich 
bis  Marktleuthen,  von.  wo  Hie  in  vielfachen  Krtimmungen  fiber  Kaiser-Leopoldhammer, 
ininier  ostlich,  spater  sildostlich  gegen  Hohenberg  lauft  und  liber  Markhausen  dor 
Stadt  Eger  zueilt. 

Auf  diesem  Wege  nimmt  sie  aus  dem  bayerischen  Gebirge  einige  kalk- 
reichere  Wasser  auf,  welche  in  der  ostlichen  Verzweigung  des  Fichtelgebirges  ent- 
springen,  so  am  rechten  Ufer  die  auf  der  ostlichen  Seite  des  Schneeberges  und 
der  Silberplatte  aus  mehreren  Wasseradern  sich  bildende,  fiber  Wunsiedel  in  ost- 
licher  Richtung  sich  bewegende  Roslau,  den  grossten  franMschen  Zufluss,  uebst 
einigen  unscheinbaren  Bachleins,  auf  der  linken  Flussseite  den  am  Kegelberge  in 
Bohmen  sich  bildenden  Setback,  nebst  einigen  unbedeutenden  Zufltissen. 

Entlang  des  R6slaubach.es  verbreitet  sich  der  slidliche  Zug  des  Urthon- 
schiefers,  bei  Pullenreuth  beginnend,  ftber  Radwitz  bisArzberg,  wahrend  der  west- 
liche  iiber  Wunsiedl,  Thiersheim  nach  Hohenberg  streicht  und  von  da  hum  gegen 
das  Egerplateau  abf&llt. 

Nordlich  bildet  das  Vorgebirge  des  Fichtelgebirges  das  Ascher  Bergland, 
in  dessen  siidostlichem  Theile  Granit,  ini  Himmelreichwald  Glimmerschiefer  herrscht, 
der  in  der  nordlichen  Umgebung  von  Rossbach  in  Phyllit  iibergeht. 

Die  Quellen,  welche  aus  dem  Thonschiefer  kommen,  enthalten  die  Aus- 
scheidungsproducte  desselben,  soferne  das  Gebirge  nicht  mit  jungeren  sedimentaren 
Formationen  bedeckt  ist 

Keineswegs  ftihren  die  Quellen  die  ganze  Masse  der  verwitterten  Sub- 
stanzen,  sondern  nur  leichter  losliche  und  zersetzbare  Antheile  derselben  fort- 
Namentlich  ist  es  die  Kieselsaure,  welche  in  Gangen,  Adern  und  Nesten  sehr  uaufig 
ausgeschieden  ist. 

Doch  sind  die'  schiefrigen  Gesteine  selbst  wenn  sie  geringere  Kalksilicat- 
niengen  enthalten,  bei  weitein  melir  der  Zersetzung  unterworfen,  als  massige  Ge- 
birgselemente,  weil  die  schiefrige  Textur  ein  leichteres  Eindringen  des  Wassers 
gestattet,  das  bei  eintretendem  Frost  durch  Anderung  seines  Aggregatszustandes 
eme  tiefer  reichende  Sprengung  und  Zersetzung  des  Schiefers  bewirkt.  Ja  bei  Thau- 
wetter  riitscJien  ganze  Schieferlagen  ab,  und  die  perosere  Beschaffenheit  des  Ge- 
steins  setzt  dem  Eindringen  der  Wurzeln  der  Pflanzen  keinen  grossen  Widerstand 
entgegen. 

Nacli  Ad.  Hchwager*)  sind  die  Phyllite  des  Fichtelgebirges  wie  folgt  zu- 
sammengesetzt : 

I. 

Kieselsaure  und  Titansaure 61-56°/0  . 

Thonerde 20-12  „    . 

Eisenoxyd 2*87  „   . 

Eisenoxydul 3-40 .,  . 

Furtrag      .    .  87'95°/0  K!)-27% 


II. 
62-54°/0 

22-84  „ 


3-89 


*)  v.  Gttmbel,  das  FioMelgebirge  1879.  S.  L81, 


17 

tlbertrag  .    .    .  87-957,,  ....  80-27% 

Kalk 0-71 0-18  „ 

Magnesia 1-58  „ 1*22  „ 

Natron 1'92  „   .    .    .    .    1'88  „ 

Kali       4-84,,    ....    5-24,, 

Gltthverlusl 3-05  ,,  .   .   .   .    3-4K  „ 

Summa  .    .    .  100-05%  L00-77% 

In  Salzsaure  zersetzbar    .    .    .    1 1  •  1 4  „   .    .    .      13-27  „ 
Der  Sauerstoffquotient  betrug  .    ()-4<>;,,%  .   .   .     0-398% 

Merkwurdig  bleibt  es,  dass  die  grosste  Zahl  dor  Analysen  von  Urthon- 
schiefern  dem  Sauerstoffquotienten  0-4  entspricht,  woraus  sich  folgern  lasst,  dass 
die  Materialien,  aus  welchen  in  soweit  auseinanderliegenden  geologischen  Perioden 
die  verschiedenen  IJrthonschiefer  entstanden  sind,  wenn  nicht  identisch,  so  docb 
sebr  aahe  qualitativ  rind  quantitativ  dieselben  waren. 

Aber  auch  ein  Vergleich  dor  Analysen  derErz-und  Fichtelgebirgsgranite,*) 
welche  bisher  untersucht  wurden,  zeigt  eine  merkwtirdige  Uibereinstimmung  der- 
selben.  Schon  Sandberger-'1)  hat  auf  die  liberraschende  Uibereinstimmung  dor 
Granite  des  Fichtelgebirges  mil.  denen  des  Eibenstock-Karlsbader  Massivcs  hinge- 
wiesen.  Bei  beiden  ist  die  petrograpbische  und  chemische  Ihnliclikeit  constatiert, 
die.  V'eranderlicb.keit  in  Struktur  und  Korn  mit  den  mehr  odor  weniger  reichlich 
porpbyrartig  eingewachsenen  trefflichen  OrthoklaskrystaUen  und  den  weissen  Glim- 
merblattchen  vorhanden,  sowio  die  accessoriscben  Bestandtheile  beider  Granite  nicht 
abweicben,  haufig  im  schwarzen  Turmalin  bestehen,  seltener  imTopas.  Die  Granite**) 
des  Fichtelgebirges  sind  meist  normale  Lithiongranite,  als  solehe  cbarakterisirt 
durch  iliren  Gehalt  an  braunem  Eisenlithionglimmer,  der  audi  den  Erzgcbirgsgra- 
niten  nicht  fehlt. 

Sowohl  der  Thonerde-  wie  KieseMuregehalt  bewegt  sich  zwischen  den 
gleichen  Grenzen.  Das  Verhaltnis  zwischen  Kalium  und  Natriumoxyd  ist  fast  das 
gleiche, ])  denn  im  Fichtelgebirgsgranit  ist  das  Verhiiltnis  von  Natron  zu  Kali  wie 
1  :  1-87,  im  Erzgebirgsgranit  Natron  zu  Kali  wie  1  :  2-o:-!.a) 

Ans  den  Resultaten  der  J  IdUigemchen1)  Analysen  folgt:  „dass  der  Einfluss 
des  Erzgebirgssystemes  aicht  nur  in  der  Richtung  der  GranitgruppeD  des  Fichtel- 
gebirges, sondern  auch  noch  dnrch  die  Zusammensotzung  der  sie  constituirenden 
Mineralien  eine  Bestatigung  findet,  so  dass  iiber  den  Zusammenhang  des  Fichtel- 
gebirges mit  dem  bohmischen  Erzgebirge  kein  Zweifel  mehr  obwaltet." 

Es  verdient  daher  auch  die  Zusammensetzung  des  im  Wosten  verbreiteten 
'"id  an  der  Begrenzung  des  Egerer  Tertiarbeckens  vorzugsweise  betheiligten  Gra- 
lll1'l'«  hervorgehoben  zu  werden,  der  den  CentraMock  des  Fichtelgebirges,  das  Re- 
servoir fixi-  die  Zufliisse  der  Eger  in  Bayern  bildet,   aus  eineni  krystallinlschen  Ge- 


:|f)   (iiimbl  geolog.  Beobacht.  den  Fichtelgebirges  1879. 

**)  Sandberger,  Neue  Berichte  1888.  Verhandlung  der  phys.-med.  Gesellschaft.  Wiirzburg. 
')  Mittheilungen  d.  Univ.  Erlangen  Bottigers   Abhandlung   iiber  die  Granite  des  Fichte'- 
gebirgeg  L889. 

■)  Laube,  Geologie  d.  (Srzgebirges  1876.  Arbeit  d.  Landesdurcbforscbg. 


18 


menge  von  Orthoklas,  Plagioklas,  Quarz,  Magnesia  und  Kaliglimmer  besteht,  das 
je  nach  dem  Uiberwiegen  eines  dieser  Gemengtheile  verschiedene,  jedoch  in  ein- 
ander  tlbergehende  Structurvariet&ten  zeigt,  undinden  hohen  Kuppen  des  Ochsen- 
kopfes,  Schneeberges,  der  Platte  etc.  in  seiner  ganzen  Grossartigkeit  auftritt,  bei 
Wunsiedl  die  pitoresken,  vielbesuchten  Felsw&nde  zusammensetzt  und  sicb  mit  dor 
Breite  von  ctwa  12  Kim.  und  einer  Lange  von  50  Klin,  fiber  Liebenstein  und 
Haslau  bis  Wildstein  erstreckt. __ 

Granit  analyse!)  aus  dem  Fichtelgebirge*) 


Bestandtheile 


Granit  _ 

vom   klei- 

nen  Korn- 

berg 


Granit 

vom 

Reuth- 

berge    bei. 

Gefrees 


Granit 

Tom 

Epprecht- 

sl.cin 

bei  Kir- 

eheulamitz 


Porphyr- 

artiger 

Granit 

vomStroh. 

Lenberge 

bei 
RedTfitz 


Frischer 
Gran  i  I, 

von  der 

Luisen- 

bnrg- 

Wunsiedl 


I'oipliyi' 
artiger 
Granit 

vom 

Schnee- 
berg 


SiO, 
PA 

Ma<», 

FeaOa 

FeO 

CaO 

MgO 

K20 

Na20 

LLO 

ll.,o 

TiOfl 

FI 

CuO 

BaO 


Summa    .... 

Spec.  (lew.     .   . 
Sauerstoffquocient 


74-03 

0-27 

13-87 

0-09 

0-95 

0-30 

0-15 

6-14 

3-7 1 

Spur 

0-17 

Spur  en 


100-41 

2-6622 
0-2263 


71-58 
0-31 

14-39 
1-40 
1-27 
2-01 
0-93 
4-85 
3-31 

Spur 
1-18 

Spur 


LOO -92 
2-6678 

0-2420 


77-48 
o-2:; 
I L-84 
0-57 
L-63 
0-43 
0-27 
3-73 
2-48 
Spuren 
1-56 


Spuren 


99-99 

2-6649 
0-2170 


68-90 

0-24 

16-80 

1-77 
1-64 
1-80 
1-34 
3-11 
3-90 
Spur 
1-91 
Spuren 


71-93 

0-27 

15-54 

0-59 

2-10 

1-60 

0-46 

5-30 

2-61 

Spur 

0-69 

Spuren 

Spuren 


101-17 
2-6810 

0-3559 


100-82 
2-6639 

0-2807 


75-25 
0-18 

1.3-36 
0-28 
L-23 
0-65 
0-02 
4-55 
2-91 

Spur 
0-64 
Spuren 

Spuren 


98-99 
2-6690 

0-2222 


Die  Sauerstoffverhaltnisse  von  den  vorstehenden 

Me20     MeO     : 


Graiiiten  sind    .    .    .    . 
Granit  von  Kornberg   .    . 

n        „  Reuthberge    . 

„         „  EpprecMstein 

„        „  Strohlenberg  . 

„         „  Wunsiedel 

„  Schneebera    . 


3-39 

1 
3-95 

1 
3-24 

I 
4-65 

1 
3-29 

1 
4-65 

1 


Me2Os 
6-5d 
2-92 
7-17 
1-83 
5-73 
1-46 
8-42 
1-80 
7-47 
2-26 

8-42 
1-80 


MeO, 

39-40 
11-62 

38-17 

9-64 
41-32 
12-75 
36-74 

7-88 
38-36 
11-64 
36-74 

7-88 


*)  Mittheilungen  ana  dem  pharmaceut.  Inatit.  &  Labor.-Erlangen. 


19 


Der  Granit  erleidet  unter  dem  Einflusse  des  Kohlenstae  und  Sauerstoff 
haltenden  atmosph&rilischen  Wassers  cine  derartige  Zersetzung,  dass  die  ZerstSrung 
oft  ungleichmassig  in  die  Felsen  eindringt,  wodurch  allerlci  seltsamc  Gestalten, 
selbst  Hohlen  und  Grotten  entstehen.  Nach  Jahrtausenden  schfilen  sich  aus  der 
Millionen  Krystalkorner  enthaltenden  Granitmasse  thurm-  oder  mauerfo'rmige  Felsen 
id),  wfthrend  aus  dem  fortgeschlemmten  zersetzten  Grus  die  Alkalien,  die  alkalisehen 
Erden  und  das  Eisenoxydul  als  Carbonate  hinweggefuhrt,  Kieselsaure  hydratisch  ab- 
geschieden,  zum  Theil-durch  alkalihaltendes  Wasser  aus  dem  Gestein  ausge- 
waschen  und  entfernt  wird.  Das  ausgeschiedene  Thonerdesilicat  bleibt  als  thonige 
Masse,  als  Kaolin  zuriick. 

Es  war  des  Zusammenhanges  wegen  nothwendig,  die  durch  dieses  Gebiet 
sich  windende  Eger  vor  ihrem  Eintritt  in  Bohmen  ebenfalls  auf  ihre  Zusammen- 
setzung  aw  prufen  und  auch  noch  den  bei  Fischern  in  die  Eger  einmundenden 
Hiiichtigsten  bayerischeii  Zufluss  derselben,  die  h'oslau  vn  analysiren,  urn  ein  Bild 
dor  Verfaderung  des  Egerwassers  von  ihrem  Ursprunge  bis  Hohenberg  zu  gewinnen. 
Alle  in  dem  Gestein  vorhandenen  Korper  wurden  auch  im  Wasser  der  Eger 
wiedergefunden,  welches  an  ihrem  Ursprunge  am  Nordabhange  der  hohen  Haide 
ans  Quarzitphyllit  fliessend,  in  der  geschopften  Probe  nach  Ed.  Spaeth*)  enthielt: 
In  1000  co  des  Egerwassers  waren  in  Grammes: 

NaCI  .    .    .  0-00494  oder  NaaO  .    .    .  0-00262 

KC1    .    .    .  0-00209  K26    ...  0-00132 

CaS04    .    .  0-00163  CaO    .    .    .  0-00155 

CaC08  .    .  0-00140  MgO   .    .    .  0-00061 

MgC08      .  0-00153  CI    ...    .  0-00389 

Si02    '  .    .  0-00425  SOs     ...  0-00096 

AlaO       1    0.0006()  SiO      .        .  0-00425 

^'^     I  ,>,?